Die weitere Beratung wird auf Freitag vormittag 9 Uhr
Die agrarische Woche.
in’-rr iv.
S. u. H. B erlin', 9. Febr.
Am heutigen britteu! Verhandlungstag beschäftigte man sich zunächst mit dem 6. Punkt ber Tagesordnung: „Das Interesse der Landwirtschaft an der Verstaatlichung des Steinkohlenbergbaus." Tie hierzu vorliegende Resolution hat folgenden Wortlaut:
„Tie landwirtschaftliche Bevölkerung bedarf der Kohlen nicht nur zum Hausbrand, sondern in steigendem Maße auch zum Betriebe von Maschinen in der Landwirtschaft selbst und in den mit derselben in Verbindung stehenden technischen Nebenbetrieben. Sie hat ebenso ein hervorragendes Interesse daran, daß der Betrieb der Staats- und Privat-Eisenbahnen nicht durch Mangel an Kohlen oder deren Verteuerung behindert wird. Aus diesen Gründen ist dahin zu wirken, daß: 1. Tie Kohlen zu einem mäßigen und möglich,! konstanten Preise geliefert werden können. 2.' Ter Bezug der Kohle durch Maßnahme der Zechenverwaltmrgen und des Großhandels sowie durch die immer bedenklicher auftretende Bergarbeiter-Bewegung und die damit zusammenhängende generelle oder teilweise Arbeitsniederlegung nicht erschwert oder verzögert wird. Ter Mutsche Landwirtschüftsrat kann deshalb nur befürworten, daß der Staat an der Kohlenbeförderung tn eigener Verwaltung soweit teilnimmt, daß er in Notfällen den für die Aufrechterhaltung des Eisenbahnverkehrs erforderlichen Kohlenbedarf aus seiner Förderung decken und im übrigen die Festsetzung der Kohlenpreise und die sonstigen den Betrieb der Kohlengruben betreffenden Einrichtungen in ausschlaggebender Weise beeinflussen kann. Eine Verstaatlichung des gesamten Kohlenbergbaues kann auch der Deutsche Landwirtschaftsrat nicht befürworten, Er glaubt die Hoffnuna aussprechen zu können, daß bie' zurzeit von der preußischen Regierung in Aussicht genommenen Maßnahmen, insbesondere auch der Erlaß neuer gesetzlicher Vorfchriften gegen eine im einseitigen Interesse der Unternehmer stattfindende Ausbeute und Stillegung der Kohlenzechen die' Interessen der Allgemeinheit wie der deutschen Landwirtschaft gegenüber dem Privat-Kohlenbergbau sichern, und verhindern werden, daß letzterer sich 'zu einem Privatinonopol ausgestaltet, dem nach Ansicht des Mutschen Landwirtschaftsrats mit allen zu Gebote stehenden Mitteln entgegenzutreten ist." Ter erste Referent Kammerherr Tr. Freiherr von Schor- lemer-Lieser beschäftigt sich ausführlich mit dem Ko h len - syndikat des Ruhrreviers und seinem Monopol auf dem Gebiete des Kohlenhandels. Tas sog. Kohlenkontor hat seine Tätigkeit dürnit beognnen, daß es für Süddeutschland den Kohlenpreis um 17 Prozent erhöhte. (Hört! Hört!) Besonders traurig im Ruhrrevier sind auch die Arbeiterverhältnisse. Wenn man von dem
Bergarbeiter-AuSstande spricht, dann darf es hier nickt unerwähnt bleiben, daß es in landwirtschaftlichen Kreisen vielfach nicht verstanden worden ist, daß man in der Oeffentlichkeit ein Wort des Tadels darüber ge- hört hat, daß dieser Ausstand nur möglich war unter dem Kontraktbruch der Arbeiter. (Lebhafte Zustimmung.) Aus diesem Grunde mißbilligen wir nicht nur die Aufforderung zur ungesetzlichen Arbeitsniederlegung, sondern auch daß man aller Orten große Shntpcrthik'kundgebungen' für die Streikenden veranstaltet, veranstaltet in großen Arbeiterversammlungen, die doch nur das Resultat hatten, daß auch die Arbeiter in anderen Erwerbskreisen aufgeregt wurden und sich mit der Frage beschäftigten, ob nicht aüch ihre Lage ebenfalls durch eine Arbeits- N'.ederleguwg verbessert werden könnte. Man darf nicht vergessen, daß die Berggesetzgebung den Bergwerksbesitzer gegenüber den Mineralien bevorzugt, um die notwendigsten Schätze der Erde, deren Hebung dem einzelnen nicht möglich ist, durch besondere Bestimmungen der Allgemeinheit nutzbar zu machen. Hieraus erwächst die moralische Verpflichtung, daß die Berg- wcrksgesellschaften die Privatinteressen unter Umständen denen der Allgemeinheit u.nterzuordnen haben. Und so glaube ich, daß unser aller Ansicht darin übereinstimmt, daß die gegenwärtigen Zustände im Kohlenbergbau und Kohlenhandel der Abhilfe dringend bedürfen, daß es insbesondere nicht angeht, den Vertrieb der Kohlen und die Festsetzung der Preise in der Hauptsache in den Händen zu lassen, deren Bestreben es ist, je nach der Marktlage den höchstmöglichen Gewinn aus einem Erzeugnis zu erzielen, das für die Menschheit entbehrlich ist, abgesehen davon, daß hierdurch der Industrie und den Arbeitern große Summen verloren gehen kömten, da sie ohne Kohlen nicht arbeiten können. Tas radikalste Mittel wäre ja die Verstaatlichung des gesamten Bergbaues. Verstaatlichung der Eisenbahnen, Verstaatlichung der Binnen-Schiffahrt, Verstaatlichung der Eisen- und Stahlwerke und schließlich der übrigen Betriebe — dann bleiben schließlich nur Üwch die Landwirte übrig, die man nicht verstaatlicht, weil bei ihnen nichts zu verdienen ist. Ein weiterer Grund Hegen die Verstaatlichung ist die besondere Intelligenz, die ein Bergwerksbesitzer füv seinen! Betrieb haben muß. Tiefe Intelligenz kann nur durch die freie Konkurrenz geweckt werden. Ich verzichte darauf, gesetzliche Vorschläge zu machen, da ich jedeGe- setzgebung ab trat o für verfehlt halte.
Ter zweite Referent Witkl. Geheimrat Exz. von Stvsch- Hart-au verbreitet sich über die Zustände in den schlesischen Gruben, die er im Gegensatz zu den westfälischen Gruben als M u ft er - betriebe hinstellt.
Kammerherr ' von Oldön b,u r g - Januschau begründet einen Antrag, in der Resolution 'zu erklären, daß der Landwirtschaftsrat nur „zur Zeit" eine Verstaatlichung nicht befürworten könne.
Frhr. v. W an g enh e'ini-Kl. Spiegel: Es ist eine krankhafte Erscheinung unserer Zeit, daß sie den Unterschied darüber vergißt, ob eine Arbeitsniederlegung erfolgt nach Ablauf eines Vertrages mit dem Unternehmer.
In der Abstimmung wird unter Ablehnung des $n=
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Eine Iordan-Aeier.
Fran kfurt, deck 9. Febr. 1905.
Am gestrigen Geburtstage Willielm Jordans, dem ersten nach /einem Heimgänge, hatte sich eine ansehnliche Schar von Verehrern des Dichters (worunter wir auch Prinz Fried-r. Karl von Hessen bemerkten) zusammengefunden in dem prächtigen Saale des F-rmrkfurter Hofes, in dein auch eine Büste des Dichters, von festlichem Grün umrahmt, aufgestellt war. In würdiger Feier wollte man sich erbauen an dem alten Heldenliede der „Nibelunge", das, in neue Form gegossen, mit modernen naturwissenschaftlichen und religiösen Gedanken erfüllt, der Dichter selbst als fahrender Rhapsode auf feinen Wanderzügen durch Deutschland und die neue Welt zum populärsten feiner Werke gemacht hat. Zwei Gesänge daraus standen auf dem Programm: Sigfrids Tod und Kriemhild und Brunhild an seiner Leiche. Aber auch an dem Torso bewunderte man aufs neue den virtuosen Meister der Form und des Verses, man versenkte sich andächtig in die tiefsinnigen Jdeengänge des Denkers und sah erschüttert das Drama sich abspielen, das der Tichter vor unserer Seele aufleben
Herr Emanuel Stockhausen! vom Thaliatheater in Hamburg, der sich in seinen Eingangsworten als begeisterten Verehrer Jordan'scher Muse bekannte, war ein ausgezeichneter Interpret des gewaltigen Werkes. Der Sohn unseres rühmlichst bekannten Gesangespädagogcn wußte mit teinem klangvollen, biegsamen Organe, seinem temperamentvollen, durchgeistigten Vorträge den ganzen reichen Stimmungs- und Ideengehalt der beiden Gesänge auszuschöpfen. Reicher Beifall dankte dem Vortragenden, dankte auch den Manen des Richters, der uns wieder einmal in den Bannkreis seiner imponierenden Persönlichkeit gezwungen Halle. Wehmutsvoll fühlte wohl teder der Hörer mit bcc anwesenden Familie des nuit Entschlafenen in den Worten des zweiten der vernommenen Gesänge:
Was bi. liebst, mußt bu lassen, -
_Unb das Leid nur ist lang. A. Sau ar.
träges Oldeiiburg die Resolution der Referenten unverändert angenommen.
Es folgt die Fpag e der Abgabenfreiheit auf den sog. natürlichen Wasserstraßen. Die Resolution hat folgenden Wortlaut:
„Die Abgabenfreiheit auf beit sog. natürlichen Wasserstraßen begünstigt und erleichtert den Import ausländischer land- und forstwirtschaftlicher Produkte zum nicht geringen Nachteil der deutschen Land- und Forstwirtschaft. Es liegt aber auch im allgemeinen Jnteresse, daß von den Staaten Transportabgaben in solcher Höhe erhoben werden, daß durch dieselben die aus öffentlichen Mitteln für Verbesserung und Unterhaltung der Wasserstraßen aufgewandten Kosten gedeckt werden. Ter Teutsche Landwirtschaftsrat ersucht daher den Herrn Reichskanzler, die Einführung von Gebühren zum Ausgleich für die Kosten der Verbesserung und Unterhaltung der natürlichen Biniienschiffahrtsstraßen in bie Wege zu feiten." Beide Referenten, Landesökonomierat Winkelmann-Köb- bing und Professor Dr. Wiedenfeld-Köln führen aus, daß bie Reichsverfassungsbestimmung, die die Abgabenfreiheit garantiert, geändert werden müsse und daß die deutschen Ströme eigentlich nicht mehr als „natürliche" Wasserstraßen angesehen werden könnten. Die Abgabenfreiheit fei eine Bevorzugung einiger Gegenden. Aber fie bestehe schon saft ein Jahrhundert, die Industrie habe sich an sie gewöhnt und deshalb müsse man ihr sür den Fall ihrer Beseitigung eine Gegenleistung gewähren. Eine solche Gegenleistung fei derAusbauder W a s s e r ft r a ß e n.
Tie Nachmittagssitzung wird mit der Tiskussion über die Abgabenfreiheit auf den natürlichen Wasserstraßen begonnen. Frhr. v. Erffa-Wernburg: Wenn es richtig wäre, daß Schiff- fahrtsabgaben nur auf dem Wege einer Verfassungsänderung ein- geführt werden könnten, dann hat sich ja die preußische Regierung bisher in fünf Fällen eines Verfassungsbruches schuldig gemacht, denn sie erhebt von Stettin nach SwinemüNde von Königsberg nach Libau und an anderen Stelleü Schiffahrtsabgaben.
Nach längerer Tiskussion wird die Resolution unverändert angenommen. Der Landwirtschaftsrat erklärte außerdem ausdrücklich, daß er die juristische Frage, ob Schiffahctsabgaben mit der Reichsverfasfung in Einklang zu bringen sind, offen läßt. Er gibt nur der Ansicht Ausdruck, daß er die Einführung von Schiffahrtsabgaben wünscht.
Oekonomierat Ring-Charlottenburg und Bartrnann- L ü d i ck e - Niederhöfe referieren hierauf über die „Preisnotierung an Schlachtviehmärkten". Sie begründen folgende Resolution, mit deren Annahme die Sitzung ihr Ende erreichte :
„Ter Deutsche Landwirtschastsrat steht nach wie vor auf dem Boden der Beschlüsse vom 7. März 1900 und 6. Februar 1901. Da 1. die zurzeit an den meisten Schlachtviehmärkten in Deutschland gebräuchliche Art der Notierung nach Schlachtgewicht auf Grund schätzungsweiser Feststellungen ein klares Bild der Marktlage nicht gibt; da 2. alle Versuche beziehentlich Erlasse betreffs Einführung von Notierungskommissionen zwecks Vorbereitung von entsprechenden Marktordnungen gescheitert sind, so beschließt . der Deutsche Landwirtschaftsrat, an den maßgebenden Stellen des Reiches bezw. bei den einzelnen Regierungen dahin vorstellig zu werden, daß nunmehr im Wege der Gesetzgebung Bestimmungen für alle Schlachtviehmärkte getroffen werden: 1. daß alles Schlachtvieh auf dem Markte gewogen werden muß, 2. daß der Handel sich nur auf Grund von Schlußscheinen vollziehen darf, auf denen Lebendgewicht und Preis vermerkt ist, 3. daß den Notierungskommissionen diese Schlußscheine vorzulegen sind."
Kirche und Schule.
Soeben erschien bei I C. B. Mohr in Tübingen: „Die Reform des Strafrechts und die Ethik des Christentums". Von D. Paul Drews, Professor der Theologie in Gießen. (50 Pfg.) — Tie sehr lesenswerte Broschüre bildet eine Nummer der Sammlung „Lebensfragen, Schriften und Reden", .her aus gegeben von H e i n r i ch W e i n e l, Professor der Theologie in Jena. Sie ist entstanden aus einem Vortrage, pen Prof. Trews am 15. Sspt. 1904 auf der 40. Jahresversammlung des heis. Landesvereins für innere Mission in Darmstadt gehalten hat.
Alls Atriftt Hilft KlMft.
Gießen, den 10» Februar 1905.
•* Aus den Landtags-Kommissionen. Der 3. Ausschuß beantragt, die Wahl des Oberförsters Weber zu Konradsdorf für giltig zu erklären. — Ein Antrag des Abg. Diehl betrifft die Einstellung einer zweiten Oberlehrerstelle an der Realschule und dem Gymnasium zu Alzey.
** Die Geschworenen. Bei der am 8. d. M. vollzogenen Auslosung der Geschworenen wurden für die am 6. März beginnende Sitzungsperiode des Schwurgerichts die Namen folgender Hauptgeschworenen aus der Urne gezogen: 1. Friedrich Nathes, Landwirt in Nieder-Gemünden - 2. Georg Reuß, Landwirt in Echzell; 3. Philipp Karl Hensel, Landwirt in Dortelweil; 4. Kas- par Walther, Kaffenrechner in Beuern; 5. Johannes Dippel, Bürgermeister zu Reibertenrod; 6. Johannes Kircher IV. Landwirt in Landenhausen; 7. Otto Kindt, Buchdruckereibesitzer in Gießen; 8.' Rudolf Brennemann, Pachter in Ober-Erlenbach; 9. Richard Westernacher, Oekonomierat in Lindheim; 10. Philipp Keller IV., Rentner in Melbach; 11. Hermann August Christ, Kaufmann in'Grünberg; 12. Wilhelm Lorenz Mckert, Landwirt in Bruchenbrücken; 13, Heinrich Georg Hores, Landwirt in Burg- Gräf en rode ; 14. Heinrich Specht, Ortsgerichtsvorsteher zu Leusel; 15. Heinrich Schick, Landwirt in Diebach a. H.; 16. Eberhard Helmes, Müller in Ober-Hörgern; 17. Georg Ludwig Brückmann, Pächter in Steinfurth; 18. Heinrich Volkmann II., Beigeordneter
— Ucber den Tod Menzels wird gemeldet: Ter Tod erfolgte morgens kurz nach 7 Uhr. Nachdem Menzel sich noch einmal von Unruhe ergriffen von seiner Lagerstatt erhoben hatte, legte er sich wiederum nieder, um sauft und stül einzuschlafen. Ter behandelnde Arzt war anwesend und bie\trauernbe Familie umstand das Lager des wie in sanftem Schlummer daliegenden großen Mannes. Tie im Leben so energisch scharfen Züge erschienen von der Hand des Todes gemildert. Der General- Adjutant des Kaisers, Graf Moltke, legte im Namen des Monarchen einen kostbaren Blumenstrauß auf das Bett des Verschiedenen nieder. T>er Vertreter des Kaisers war der erste, der das Sterbezimmer betrat. Im Laufe der Vormittagsstunden trafen zahlreiche Leidtragende ein. Unter den Ersten war der Kultusminister Tr. Studt und ber Bildhauer Professor Begas. Tie Aufbahrung der sterblichen Ueberrefte Menzels wird im Künstlerhause erfolgen. — Auf Befehl des Kaisers wird die Leiche in der Rotunde des Alten Museums auf gebahrt, von wo die Beerdigung am Sonntag oder Montag stattfindet. — Ter , Reick)s-Anz." und die „9tordd. Allg. Ztg." schreiben: Mit dem Tode des Altmeisters Menzel hat ein selten reiches gesegnetes Künstlerleben seinen Abschluß gefunden. Äiit dem ganzen Vaterlande, ja mit der gebildeten Welt steht ber Kaiser an der Bahre des bewundernswürdigen Greises, dessen geniale Kunst mit Vorliebe der Verherrlichung des preußischen Ruhmes gewidmet war und dessen Meisterhand verstanden hat, den großen König und seine Helden dem Bewußtsein und der Bewunderung der Nachlebenden wieder lebendig zu machen. Einen Schatz altpreußischer Ueberlieferungen verdankt namentlich auch die Armee dieser Wiederbelebung jener kriegerischen Gestalten aus großer Zeit, deren kühne, harte Eigenart Menzels Stift mit wunderbarer Schärfe ium Ausdruck gebracht hat. Es ist ihm nicht vergönnt gewesen, den nahe bevorstehenden Abschluß des neunzigsten Lebensjahres zu begehen, zu dessen Feier sein dankbarer König ihm neue Ehrungen zugedacht hatte. Ein .fanfter Tod hat dem unermüdlich Schassenden den Stift aus ber Hand genommen. Sein Ruchu wird fortleben, so lange cs Deutsche gibt, und die Tankbarteit seines Königs folgt ilM über das Grab hinaus.
in Heuchelhemi bet Gieren: iy. Karl Steuer nagel, iianöMax tn, Windhausen; 20. Heinrich Dietz VI., Landwirt in Billertshausen; 21. Otto Holzschmidt, Landwirt in Eckartsborn; 22. Heinrich Koch XIV., Oelmüller in Alsfeld; 23. Tr. Hans Strahl, Professor in Gießen: 24. Christian Grünewald, Oekonom jn Bad-Nauheim; 25. Konrad Hitzel III., Rechner in Münzend er g; 26. Ludwig Haas IV., Landwirt in Steinbach; 27. Karl Eich, Privatier in Gießen; 28. Otto Höres, Landwirt in Stockheim; 29. Peter Zorn, Landwirt in Ostheim; 30. Julius Karl, Spar- kassenrechner in Grünberg.
** Fackelzug der Studentenschaft. Von zuständiger Seite wird uns mitgeteilt, baß Ihre König!. Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin geruhen werden, den Ihnen anläßlich Ihrer Vermählung angebotenen Fackelzug der Gießener Studentenschaft am Mittwoch den 15. d. M. in Lich entgegenzunehmen. Die Studenten fahren im Extra zu g um 6,05 Uhr dorthin.
** Vom Bahnhof. Auf Bahnsteig I unseres Bahnhofes ist man gegenwärtig mit der Herstellung einer eisernen Einfriedigung längs des Empfangsgebäudes beschäftigt. Dieser Abschluß soll, wie wir hören, nach Fertigstellung der neuen Wartesäle in einigen Wochen wieder entfernt werden.
•* Das Maskenfest des Turnvereins am nächsteif Samstag verspricht dem Vernehmen nach recht interessant und reich an Darbietungen zu werden. Die Turnhalle, in einen Feenwald verwandelt und als Festplatz einer gebirgsreichen Gegend gedacht, ist mit verschiedenen Ueberraschungen ausgestattet, die für die wenigen Stunden echten Karnevalslebens angenehme erheiternde Abwechselungen bieten werden. Zum Schutze der Mitglieder wird der Turnverein bei Eintritt eine strenge Kontrolle, üben, es ist aber durch eine Nachfeier am Sonntag Gelegenl)eit gegeben, auch als Nichtmitglied sich dem tollen Treiben anzuschließen.
-s--Friedderg, 8. Febr. Die Handelskammer Gießen hat an die Handelskammer Friedberg eine Eingabe des Kommerzienrates Gail-Gießen übersandt, die in dem Vorschlag gipfelt, zur Ehrung und Anerkennung von gewerblichen Arbeiterinnen, welche mindestes 25 Jahre lang in Pflichttreue im selben Betriebe tätig gewesen sind, Auszeichnungen zu verleihen. Die Anregung wurde in/ber Sitzung der Handelskammer Friedberg unterstützt, nachdem der Berichterstatter Schäfer-Büdingen hierüber referiert hatte.
Kleine Mitteilungen aus 5)essen und den Nachbarstaaten. Lehrer Klingelhöf er, der am 1. Nov. l. I. zum Schulgehilfen in Beltershain bei Grünberg ernannt worden war, wurde wieder nach Heuchelheim versetzt. — Der „linke Flügel" der bürgerlichen Frauenbewegung scheint durch seine jüngeren Arbeitskräfte eine rege Agitation zu entfalten. Im Auftrag des Deuffchen Verbandes für Frauenstimmrecht sprach Martha Zietz in Frankfurt a. M. und Wies baden über das Frauenstimmrecht.
Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst.
Ju der Stadtlirche.
Am 6. Sonntag nach Epiphanias, den 1 2. F eb ru ar.
Vornnttags 97, Uhr: Professor D. Drew s.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeindri Pfarrer v. Schlosser.
Abends 5 Uhr: Siehe Johanneskirche.
Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde.
Donnerstag, den 16. Februar, abends 8 Uhr, im Matchäus» saal, Kirchstraße 9, Bibelstunde. Psalm 139.
Pfarrer D. Schlosser.
Nächstfolgenden Sonntag, den 19. Februar, findet im Haupte gottesdienst Beichte und heiliges Abendmahl für die Matthaus^' und Achrkiisgemeinde gemeinsam statt. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Ju der Johanneskirche.
Vormittags 9r/2 Uhr: Pfarrassistent Schulz/
Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes- gemeinde. Psarrassistent Schulz.
Abends 5 Uhr: Pfarrer Euler.
Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und dis Johannesgemeinde im Abendgottesdienst. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Montag, den 13. Februar, abends 8 Uhr, Bibel stunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche.
Pfarrassistent Schulz.
Katholische Gemeinde.
Samstag, den 11. Februar 1905.
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zu- hl. Beicht.
Sonntag, den 12. F e b r u a r 19 0 5.
6. Sonntag nach Epiphanie.
Vormittags von 6 7, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.
„ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselbe Austeilung der heil. Kommunion.
w um 8 Uhr: Tie zweite heilige Messe.
„ um 9 V2 Uhr: Hc^amt mit Predigt.
Nachmittags um 57, Uhr: Christenlehre; darauf Slndacht.
Oer
Baufieste
Ruf
stetem Schiff ungehört, weil ihn das Brausen der Brandung verschlingt. So gehen auch unzähligr wertvoller Winke, die uns die Zeitungen täglich bringen, nahezu unbeachtet unter, weil sie im Gedächtnis des Lesers nicht höfter bleiben. Es ist deshalb notwendig, alles anerkannt Gute oft und in eindringlicher Weise dem lesenden Auge vorzuführen. Kommt dann im Laufe der Zeit eine Gelegenheit zur Nutzanwendung, dann wir mau sich gern lehrreicher Hinweise und erprobter Ratschläge erinnern. So gedenke man bei Blutarmut und Bleichsucht, bei Magen- und bei I)armleiden des wohltuenden kräftigenden Einflusses yoi Hausens Kasseler Hafer-Kakao. Nicht nur in Krankheitsfällen wird dieses Präparat von Tausenden von Aerzten als Kräftigung-smittel verordnet, sondern es ist auch seiner leichten Verdaulichkeit und seines hohen Nährwertes wegen für kleine Kinder das Bekömmlichste und für schwächliche Schulkinder das beste Frühstücks- und Abend« o etränk. Nur echt in blauen Kartons ä 27 Würfel, niemals lose 6 hv6/10
Emen Sprung ins Dunkle riskiert jeder, der gegen latarrhalische Affektionen MiktlX anwendct, die er noch nicht kennt. Nur bei Fay's ächt cü Sodener Mineralpastillen nicht — die sind ein Produk.' der Sodener Heilquellen und ihre ausgezeichnete Einwirkung auf die Schleimhäute der Lltmungsorgane und des Atagcns ► ist so millionenfach erprobt, daß jeder inibcbuujt nach den
f „Sodenern" greifen muß, wenn er hustet, heiser _t|t, oder
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