Ausgabe 
11.8.1905 Zweites Blatt
 
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voraussichtlichen Ertrages dürfte bäume haben ebenfalls großen schlimm lauten die Nachrichten, Ortschaften einlaufen.

Meziöres, 10. Aug.

seltener Heftigkeit richtete in den

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Honen, von Wiener Bühnen aus alten Beständen zur Verfügung gestellt, sind genau wie zum Spielgebrauch eingehängt. Die ersten Versuche werden vorerst nur kleinen Umfang haben ,_unb ausschließlich vor dem Komitee vor sich gehen. Anfangs L>ep- tcmber sollen dann künstliche Brände in großem Maßstabe ar- rongictt werden.

Ein Wirbelsturm von

Zlniversttäts-^lachrichten.

Nachdem Geh. Sanitätsrat" Prof. Dr. W. Korte, Direktor der chirurgischen Abteilung des Berliner städtischen Krankenhauses am Urban, den Ruf nach Königsberg abgelehnt hat, ist bei Professor Dr. Wilhelm Müller i n R o st o ck angesragt, ob er bereit sei, das chirurgische Ordinariat und die Direktion der chirurgischen Klinik in Königsberg als Nachfolger von Garrö zu über­nehmen. Müller wirkt seit zwei Jahrzehnten als akademischer Lehrer. Geboren 1855 zu Mirador in Mexiko, besuchte Müller daS Progymnasium zu Homburg und das Gymnasium zu Weilburg.

Heilbronn, 10. Aug. Ein furchtbares Un­wetter, begleitet von starkem Hagclschlag und elektri­schen Entladungen, kam heute abend über Stadt und Um­gebung zum AuSbruch und verursachte an Gebäuden und in den Fluren beträchtlichen Schaden. Zahlreiche Fensterscheiben und Dächer wurden zerstört. Besonders empfindlich getroffen sind die Weinberge, wo die mehr als haselmißgroßen Schloßen verheerend gewütet haben. Heber ein Drittel des vernichtet sein. Die Obst-

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getragen werden nach dem 309 Meter hohen Basaltkegel. Hoffentlich wird später auch ein befferer Zugang geschaffen.

p Naunheim (Lahn), 10. August. Der hiestge Gast­wirt Friedrich Landenfeld fuhr mit seinem Pferd, auf einem Wagen sitzend, der Hauptstraße des Ortes nach; ilötzlich bog das Tier in eine Nebengasse ein. Auf einem Steine des Straßenrandes saß ein fünfjähriges Mädchen, Landenfeld suchte sein Pferd sofort herüberzuziehen; doch >er betr. Zügel war verwickelt. Ehe er abspringen konnte, war das gräßliche Unglück geschehen, der Kopf des armen Kindes war zerquetscht, und der Tod trat alsbald ein.

Frankfurt a. M., 10. August. Wie die Blätter melden, hat eine ganze Anzahl kleinerer Metzger, etwa 16, die Läden geschlossen, weil sie bei den jetzigen Viehpreisen Geld zulegen. Ihre Kunden, meist kleinere Leute, können die hohen Fleischpreise nicht bezahlen und so mußten sie schließen.

Frankfurt, 10. Aug. Hier wird das vierzehnjäh­rige Lehrmädchen Franziska Biene mann aus Köln a. Rh. feit Sonntag nachmittag vermißt. Es besteht der Verdacht, daß das Mädchen verunglückt oder entführt wor­den ist. Die Vermißte ist 1.50 Meter groß, schlank, hat dunkelblondes Haar, dunkelblaue Augen, gesunde Gesichts­farbe, hohe Stirn, gute Zähne. Für die Auffindung ist eine Belohnung von 300 Mark ausgesetzt. Eine Schwindlerin namens Ottilie Niederweyer wurde gestern verhaftet. Sie gab sich als die Leiterin eines Hotels am Hauptbahnhof aus, auf dessen Namen sie ein großes Quantum Waren erschwindelte. Außerdem führte sie einen Diebstahl in der Moselstraße aus. Darauf ver­schwand sie aus Frankfurt und lebte m Mainz und Berlin, ohne daß man sie dingfest machen konnte. Jetzig wo sie sich wieder nach Frankfurt wandte, hat sie die Polizei erreicht.

ft Marburg, 10. Aug. Auf dem heute.....

Sch w e i n e m a rk t e hielten sich die Preise bei lebhafter Nach­frage immer noch auf der Höhe. ES kosteten 66 Wochen alte Ferkel 3236 Mk., 2 3 Monate alte Läufer 60 60 Mk. und 7-8 Monate alte Mastschweine 150160 Dtk. pro Paar je nach Größe und Qualität. Die Zufuhr belief sich auf 700 Stück, die auch zum größten Teil umgefetzt wurden.

Ardennen und an der Maas beträchtlichen Schaden an. Mehrere Menschen sollen ihm zum Opfer gefallen sein.

Schaden gelitten. Recht die aus den naheliegenden

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Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Berliner Börse vom 10. August 1905.

(Mitgeteill von der Bant für Handel und Industrie, Gießen.) fprivat-Distont 2 Prozc

Oest. Kredit . Deutfche Ban? Darmstädter Bank Bochumer Guß . Harpen er Bergbau

Tendenz:

Aus Stadt und Land.

Gießen, 11. August.

** Ehre, wem Ehre gebührt! Bei der letzten Einquartierung in Klein-Linden rettete, so schreibt man uns, ein Dragoner nach anstrengenden Tauchversuchen einen des Schwimmens unkundigen, bereits untergesunkenen Kameraden vom Tode des Ertrinkens. Nunmehr haben Nachforschungen der Staatsbehörde :iud des Militär-Koim mandos stattgefunden, und die tapfere Tat wird ihren Lohn fbiben.

** ©Vang, Bunbesfest. Am 24. und 25. August wirb ber hessische Hauptverein des evang. Bundes in Alsfeld tagen. Äm 24. August wird in der Abgeord­netenversammlung Pfarrer Serib a - Groß-Winternheim überevang. und kath. Schwestern in Hessen", in der vffeiit- lichen Abendversammlung Oberlehrer Lic. Herrmann- Darmstadt überD. Tilemann Schnabel, der Freund Luthers und Reformator der Stadt Alsfeld" sprechen, Pfarrer L 0 0 s- Butzbach überDas Protestantische in Schiller". Am 25. Aug. wird vormittags im Gottesdienst Pfarrer Berck-Wald- michelbach die Festpredigt halten, in der Mitgliederver­sammlung Landgerichtsrat Schmeckenbecher-Gießen referieren überDer Toleranzantrag des Zentrums und die moderne Staatsidee" und Pfarrer D. Guy 0 t - Heppenheim überTer Toleranzantrag und der konfessionelle Friede". Nachmittags in der öffentlichen Festversammlung werden Vorträge halten der Vorsitzende Pfarrer Lie. Waitz-Darm­stadt, ferner der Generalsekretär Lie. Vr äun li ch - Halle über dieevangelische Bewegung in Oesterreich" und Pfr. Fritsch-Ruppertsburg über das ThemaWas lehren uns hie wichtigsten Kircheneinweihungen des letzten Jahres".

0 Laubach, 9. August. Ein nettes Früchtchen scheint ein bei dem hiesigen Maurermeister R. beschäftigter Lehrling aus Schotten zu sein. Der 17jährige Jüngling, der auch bereits den Besuch einer Besserungsanstalt hinter sich hat, war bereits am Sonntag auf den Schottener Sommermarkt ohne Erlaubnis entwichen, am folgenden Tag aber von einem Anverwandten zu seinem Lehrmeister zurückgebracht worden. Am gestrigen Dienstag benutzte er nun die Zeit des Alleinseins im Wohnzimmer das Schreib­pult seines Meisters zu erbrechen und eine darin befindliche Summe Geldes an sich zu nehmen. Mit dem 5 Uhr-Zug soll er dann das Weite gesucht haben.

Schlitz, 10. Aug. D-e Hochzeit des Erbgrafen Karl von Schlitz mit der Prinzessin Amalie von Thurn und Taxis findet am 21. August in Wien statt.

X Vom Vetzberg, 9. Aug. Schon wiederholt wurde auf den trostlosen Zustand unserer Burgruine, der Schwester­burg des Gleibergs, hingewiesen. Nun hat in diesen Tagen der Fiskus ein riesiges Gerüst um den Bergfried aufgestellt, um ihn einer gründlichen Renovierung zu unterziehen. Die Ausführung dieser Arbeiten ist aber äußerst beschwerlich und zeitraubend, zumal ja bekanntlich kein passierbarer Weg bis zum Gipfel des Berges hinaufführt. Jegliches Material muß von starker ManneSkraft vom Dörfchen aus hinauf-

Unwetter.

* Neustadt a. d. H., 10. Aug. DaS heute über die Hardt niedergegangene schwere Gewitter hat die ganze Weinernte vernichtet; sämtliche Trauben sind durch den Hagel abgeschlagen, die Reben zerquetscht worden. Tausende von Ziegeln sind an den Häusern zerschlagen worden. Die nach der Westseite gerichteten Fensterscheiben wurden zum größten Teil eingeschlagen. Im Felde befindliche Leute wurden erheblich verletzt. Viele Vögel sind durch die Hagelkörner getötet worden. Im sog. Gäu hat das Unwetter viel Obst vernichtet. Auch die Tabak- fel d e r, die Hopfenfelder und der Zuckerrübenbau hat erheb­lich gelitten. Infolge des wolkenbruchartigen Regens sind verschiedene Wafferläufe über die Ufer getreten und haben Ueberschwemmungen verursacht. Besonders groß ist der Schaden in den Gemarkungen Edenkoben, Landau, Mai­kammer, Haßloch und Diedesfeld. Zwischen Landau und Neustadt wurde der Bahndamm unterspült, sodaß die Eisen­bahn den Verkehr einstellen mußte. Durch den Wirbelwind wurden in Schifferstadt drei Güterwagen eines Güterzuges aus dem Gleise geworfen.

sind als fönst.

Jacobsen über feinen,Niels Lyyne. Unter einer Reibe von Brieten des beute verstorbenen genialen dänischen Dichters JenS Peter Jacobsen an den Kritiker W. Möller, die im Augustbest der ,Neuen Rundschau" (Berlin, S. Fischer) veröffent­licht werden, ift besonders einer interessant roeaeit der darin ent­haltenen Einschätzung des prächtigen Romans.NielL Sünne" durch

~ ~ .Hurra! Tie4 Geheul

Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde.

Am 8. Sonntag nach Trinitatis, den 13. August!

<$6tfesbienrt. In der Stadtkirche.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe.

Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten (ut5 der Markusgemeinde.

Vormittags 91 * * */, Uhr: Pfarrer D. Schlosser.

In der Johauueökirche.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Euler.

Zugleich Ehristenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukasgemeinde.

Vormittags 91/, Uhr: Psarrassistent Sattler.

Katholische Gemeinde.

SamStag, den 12. August l905.

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.

Sonntag, den 13. August 190 6.

9. Sonntag nach Pfingsten.

Vormittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.

, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in der« selben Austeilung der heil. Kommunion.

, um 8 Uhr: Tie zweite heilige Messe.

um 91/, Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittag? um 2'/. lllir: Christenlehre; daraus Andacht.

größere 'Anzahl französischer Seeleute an Land, wo sie von den englischen Seeleuten und der 3ctioTferung begeistert anfgenommen wurden. Bei athletischen Spielen waren 3000 Matrosen beider Flotten anwesend. .Heute abend gab der Mayor von Portsmouth den französischen Offizieren ein Festmahl im Rathause. ~ .

Der Korrespondent derDaily Mail" in Shanghai meldet, daß die kaiserlich chinesischen Truppen in Kaifengfu revoltieren und sich dem gegen die ansässigen Christen demonstrierenden Pöbel anschließcn. Die Rebellen, 20 000 Mann an der Zahl, haben Suichianghsien eingenommen. ~

Madrid, 10. Aug. Aus Sevilla wird gemeldet: Der Notstand auf dem Lande wird immer größer. Tau­sende von Arbeitern leben aus Mangel an Brot nur von dem Genuß von Wurzeln. In Utreva plün- de rten Hungernde die Bäckereien und andere Berkaufs- läden für Eßwaren. In Bilbao warfen Bettler mit Steinen nach der Equipage des Bischofs, weil er ihnen kein Almosen gab. n

Konstantinopel, 10. Aug. Tie Pforte rst eifrigst bemüht, diplomatische Unterstützung für die Auslieferung des nach der Schweiz geflüchteten Rips, der Besitzer des Wagens mit den Höllenmaschinen und zweifellos Leiter des Attentats war, zu erlangen. Ob Rips Russe ist, steht noch nicht sicher fest. Der Verdacht, daß ein Bulgare oder ein russischer Armenier das Attentat verübt habe, ist neuerdings aufgetaucht. Da die im Besitze der Untersuchungskommisfion befindliche Korrespondenz ein ihn stark belastendes Material ergab, begann der Belgier Joris ein Geständnis abzulegen. Unter anderem ge­stand er, daß er bereits seit 11 Jahren einen tiefen Haß gegen die tyrannische Herrfchaft des Sultans hege.

nannten Dominium gehörte. Da er von dort auS lliauch auf- fteigen sah, schickte er eine Patrouille nb, um bicic verdächtige Erscheinung zu rekognoszieren. ES, stellte sich heraus, day der Rauch von einer Dampsdreschmaschine ausgmg, an der unter ber Aufficht be5 Vogtes Pauli mehrere Arbeiter und Arbeite­rinnen beschäftigt waren. Das Austauchen der Pücklerschen Pac trouille ries eine lebhafte P a n i k hervor. Die Leute fluchte- ten sich vor der Attacke unter die Maschine und mir ber Vogt Pauli fand den Mut, sich diesen Scherz auf das ent­schiedenste zu verbitten. Er hatte dabei aber die Rech­nung ohne den Grafen gemacht, der inzwischen selbst heran­gesprengt kam und nunmehr den Vogt persönlich attackierte, mdem er gleichzeitig eine Reihe nicht mirzziiverstehender Krastausdrucke gegen ihn schleuderte. Auch dem Bogt Pauli blieb schließlich nichts übrig, als sich unter das corpus delicti, die ^ampsdrefch^ maschine, zu retten. Graf Pückler zog nun mit fernem Heerbann ob, am 1. Oktober aber ließ er durch eine neue Patrouille den Vogt Pauli suchen, als dieser im Felde eine Reihe von Arbeite­rinnen beim Kv.rtoffelgraben beaufsichtigte. Mit Hurra ging man danach zur Attacke über, allen vorweg mit geschwungenem Knüttel Graf Pückler. Zwar suchte sich der UeberfaHene mit einer Kartoffclhacke zu wehren, er mußte aber schließlich hinter einen Kartoffelkastenwagen flüchten, wobei er weiterhin in arge Bedrängnis geriet. Die Arbeiterinnen wurden durch den unerwarteten Ueberfall in Schrecken versetzt: eine der Frauen fiel in Krämpfe. Graf Pückler hatte sich heute also wegen Nötigung und Beleidigung des Pauli zu verantworten. Er wurde zu 350 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Psychiater Dr. mtb Petersen erklärte, daß er kein positives Urteil über den Geisteszustand des Grafen abgeben könne. Tas fei nur mög­lich, wenn der Geisteszustand des Angeklagten einer längeren Beobachtung unterzogen würde. Der Angeklagte sei ein exzen­trischer Herr und ein eigentümlicher Charakter. Der Staats­anwalt beantragte 50 Mark Geldstrafe wegen Beleidigung, 500 Mark wegen Nötigung. Bei der Begründung des Urteils wird hervorgehöben, daß die Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit deS Angeklagten nicht genügend begründet seien. Der Haft- befehl wird aufgehoben.

O. Eiamänka

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Marktplatz 11 am Kriegerdenkmal Telephon 407. 4656

Lyhne" abgeschickt habe: und dieses merkwürdige Buch wird nun voraussichtlich Freitag das Licht der Welt erblicken. Nun gilt es also, einen guten Frelind zu haben, der einem die Blätter schaffen kann und will, iir denen möglicherweise Rezensionen auftauchen werden, und sei du mm dieser gute Freund, sowie du's zu Maria Grubbe's" Zeiten'gewesen bist, selbst wenn die Aeußerungen, die fallen werden, nicht so liebenswürdig gefärbt sind wie damals. Ich bin vollständig vorbereitet aus eine Reaktion in der Wert- einschätzung meiner Person und meiner Sache; unb doch weiß ich, was mich gesagt werden mag, in diesem Buche steckt das, waS auf ganzen Bücherregalen neuerer dänischer Litteratur nicht zu finden sein wird. Du wirst bemerken, daß der Roman anders geschrieben rst wieMarie ©rubbe*, persönlicher, und td) möchte mir, m Parenthese gesagt, vorbehalten, jedes neue Buck; aut eine neue Art zu schreiben, ganz unabhängig von Schulen und Stilweisen, mich allein beugend vor dem Stoff und der Natur des Stoffes ... Es ist das Leben eines der Unseren, waS ich erzählt habe, aber eines aus der Generation vor uns, und ich meine, ich bin den jungen Dänen des 19. Jahrhunderts näher gekommen als jemand vor mir. Das ist das Hauptverdienst, trotzdem man gewiß allgemein die Frauengestalten in dem Buche als das beste bezeichnen wird/

DerTürmer (Gtreiner u. Pfeiffer, Stuttgart) wendet sich gegen die Dcnkmalssanatiker, welche herausgerechnet haben, daß 50 Jahre vergangen sind, seit Bernhard Thiersch, der Dichter des PreußenliedesIch bin ein Preuße" gestorben, und es mithin patriotisck)c Michi sei, ihm in seinem Geburtsorte Freyburg a. d. 11. am Gedenktage seines Todes, dem 1. September, ein Denkmal zu setzen. Nun war aber Thiersch ein echter Parti- kularist, der Preußen gegen Deutschland auSsvielte. Darum liegt es u. E. keineswegs im allgemein deutsch-patriotischen Interesse, diesen Mann durch ein von dem deutschen Volke gestiftetes Denkmal zu ehren. Preußen mag ihm seinerseits den Tribut zollen, den es für angemessen halt.

Kerichtslaal.

Glvgau, 10. Aug. Die Reiterattacke des Grafen Pückler auf eine Dreschmaschine kam heute vor der hiesigen Strafkammer zur gerichtlichen Verhandlung. Die An­gelegenheit, die wegen wiederholten Nichterscheinens des Grafen zu den angesetzten Terminen mehrfach vertagt werden mußte, so daß Pückler, wie bekannt, in Zwangshaft genommen wurde, reicht in den September des Vorjahres zurück. Der Schauplatz des Reiterangriffes war das Vorwerk Kropusch der Gutsherr- sckwft Schönau im Kreise Glogau. Graf Pückler, der mit seiner Klein-Tschirner Reiterbrigade manchen tollen Ritt in der Umgeb­ung seines Herrensitzes vollführt hat, kam mit seinen Mannen zu jener Zeit in die Nähe einer Scheune, welche zu dem ge*

Große SonnenUe den gruppe. Unsere Sonnen­

atmosphäre scheint augenblicklich wieder in einem Zustande erhöhter Tätigkeit zu sein. In der Nähe des Ost- und Westrandes der Sonne zeigen sich Gruppen von Sonnenflecken, deren Ausdehnung das Mehrfache einer Scheibe von dem Durchmeffer unserer Erd- kugel beträgt. Ein koloffaler Fleck, der etwa am 6. August am

Ostrande ausgetaucht sein dürste, scheint identisch zu sein mit einem Fleck, der vom 10. bis 22. Juli zu sehen war und nunmehr nach einem Umlauf der Sonne wieder am Ostrande zum Vorschein ge- kommen ist. Er wird etwa morgen, am 12. August, die Mitte der Sonnenscheibe passieren und dann noch bis zum 18. August sichtbar bleiben, ehe er am Westrande wieder verschwindet, falls er sich nicht vorher aullöst, was jedoch in Anbetracht seiner Größe nicht wahrscheinlich ist. Nachdem sich bei dem gewaltigen magnetischen Ungewitter am 31. Oklober 1903 gezeigt bat, daß unsere erd-

magnetischen Störungen Hand in Hand mit der Fleckenbedeckung unseres Zentralkörvers gehen, sind auch von den Meteorologen die Forschungen nach dem Zusammenhang oder Parallelismus zwischen den periodischen Erscheinnngen auf der Sonne und Vorgänge in der Erdatmosphäre wieder anfgenommen worden. So konnte kürzlich der bekannte französische 9lftroiiom Flammarion nachweisen, daß eine auffallende Ucbereinftimmung zwischen den Variationen der Sonnenflecken und dem Frühlingserwachen der Pariser Vege­tation besteht. Er fand, daß die in der Avenue der Pariser Stern­warte stehenden Roßkastanien die ersten Blätter und Blüten in fleckenreichen Jahren viel früher entwickelten als in fleckenarmen, sts deckt sich dieses Resultat in gewissem Sinne mit anderen Forschungsergebniffen, nach denen zur Zeit eines Sonnenflecken- marimums Bewölkung, Feuchtigkeit unb Niederschläge erheblicher

O alte Burschenherrlichkeit! 75 Jahre find ' bis jetzt verflossen, seitdem Dr. Eugen Höfling, der in M a r - bürg im Jahre 1830 zum Doktor der Medizin promoviert iinirte, das unvergeßliche LiedO alte Burschenherrlichkeit" dichtete, woftir ihm im Jahre 1882 in Eschwege, seinem ärzt­lichen Wirkungsorte, eine Erinnerungstafel gewidmet wurde. DaS Lied zaubert uns die poetischen Tage der Jugend Zurück: es ist mit leiser Wehmut intrrfnogen, aber doch nicht rührselig. Beinahe wäre daS aus der deutschen Volksseele heraus geschriebene Lied auch äußerlich zum Volksliede geworden, d. h. fein Ursprung unbekannt geblieben. Erst bei der 350 jährigen Jubelfeier der Universität Marburg hat sich Höfling selbst als Dichter des Liedes, dessen Ursprung nahezu 50 Jahre verborgen war, be­kannt, da er in seiner Bescheidenheit wenig Wert auf seine dich­terischen Besuche legte. Nach Beendigung seiner Studienzeit nt Würzburg und Marburg hatte sich Höfling als Privatdozent m Heidelberg niedergelassen, aber der ehemalige Burschensckmster wurde damals alS gefährlicher Verschwörer angesehen, und er mußte zufrieden fein, als ihm statt deS gewünschten Fulda, daS äruiliche Städtchen Hünfeld zum Wohnort und ärztlichen Wirk­ungskreis bestiuimt wurde. Die Untersuchung gegen denDema­gogen" nahm ihren Fortgang. Erft Ende der sechzigerJahre wurde H. Kreisphysikus in Eichwege, wo er am -1. ^uli 1880 starb. Bei der Enthüllung der Gedenktafel an HoflurgS Hause dort waren nicht nur die Burschenschafter, für bereu ^eale Höfling lange Jahre gelitten, sondern auch zahlreiche Vertrtter der Rutschen Kvrpsftiidentenschaft oertretrn, und auch der cm* fach»' Manu aus dem Volke gedachte hier wehmütig deS ,,O

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