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10/11/1905 Erstes Blatt
 
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N$«

Pfarrer Schwabe.

und in der»

Zwei

sich der Er

wohnliche Schwäche für das männliche zur Lebzeiten ihres Gatten hatte sie Deutschland kennen gelernt und ihn nach Amerika binübergenommen. Sie

sich durch eine ringe- Geschlecht aus. Noch den jungen Heyl i.i als ihren Liebhaber überhäufte ihn mit

Geld und Geschenken, fürchtete aber doch, ihn eines Tages zu verlieren. Nach dem Tode ihres Gatten zwang sie daher ihre älteste Tochter, Heyl zu heiraten. Die junge Frau konnte das Leben an dec Seite des Geliebten ihrer Mutter nicht ertragen und starb vor Verzweiflung. Nun brachte die moralisch verkommene Mutter ihre zweite Tochter dahin, sich mit dem Hcyl trauen zu lasten. Auch diese mutzte es dulden, dan ihr Gatte gleichzeitig die alten Beziehungen fortsehte. Nicht genug daran, versuchte Hcyl in den letzten Jahren auch die dritte Tochter der Schandein zu verfuhren, ohne datz Frau Schandein ihn daran gehindert hätte. DaS manns- tolle Weib beanügte sich damit. Heyls wüstes Treiben, das au die französischen Bauernverhältniffe in ZolasLa Terre erinnert, vor der Welt zu vertuschen. Doppelt traurig tft es. datz derartige Scheußlichkeiten sich in einem begüterten und daher kulturell höher stehenden Hause ereignen konnten.

richt die unglaublich klingenden Ursachen der Begünstigung Heyls fest. Frau Schandein zeichnete

.. der Stadtkirchc.

Vormittags 97, Uhr: Professor D. Trews.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde.

Freunde nenn ich Euch, lieb und vertrant:

Ofen und Fay's ächte Sodener Mineral-Pastillen. Man kann sie leider nicht entbehren, aber die »Sodener* sind darum wertvoller, weil sie den Menschen überallhin be- gleiten, weil sie stets zur Hand sind, wenn man Reizungen und Erkrankungen der Atmungsorgane und des SalleS bekämpfen will: auf dem Wege zur Schule und zum 0e- Klimt, in der Schule, im Bureau, int Theater kurz, überall. Tie Anwendung ist eben ungeheuer bequem, die Wirkung vorzüglich und die Bekömmlichkeit auch für den Magen brillant. Tie Schachtel kostet nur 85 Pfq., in allen Apotheken, Drogen- und Mineralwasserhandlunaen zu haben. hvu/e

Abends 5 Uhr: Siehe Johanneskirche.

Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Dtarkusgemeinde.

Montag, den 13. November, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der MatlhäuSgemeinde.

Dienstag, den 14. November, abends 6> 4 Uhr: FestgotteSdiensi ntr Feier des Jahresfestes des Oberhessischen Vereins für innere Mission: Pfarrer Palmer aus Ostenbach a. <DL

Donnerstag, den 16. November, abends 8 Uhr, int Markns- fnnt, Kirchstraße 9: B i belstunde. 1. Korinther, Kap. 16, Ein­führung in den 2. Korintherbrief. Pfarrer Schwabe.

In der Johanneskirche.

Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Enl er.

Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukas« gememde. Psarrcr Euler.

Abends 5 Uhr: Pfarrassistent Sattler.

Abends 8 Uhr: Versammlung und Bibclbcsprechuiig im Kon- sirmandensaal der Johanneskirche.

Montag, den 13. November, abends 8 Uhr: Bi bei stunde im Koiifirmandeiisaal der Lukasgemeinde. Tert: Epheserbries 6, 1 ff« ' Pfarrer Euler.

Katholische Gemeinde.

Samstag, den 11. November 1905.

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur _ hl. Beicht.

Sonntag, den 12. November 1905.

Kirckticke Nachrichten.

Cvangelischc Gemeinde.

Am 21. S o n n t a g nach Trinitatis, ben 12. November. (Sottesbfcnd.

arides urt) DerKe! r. ^oLlswirtf^aft.

Kommerzienrat EmilKirdorf läßt erklären, daß tem U ust r i t t a »l s d e m B e r g b a u l i ch e n V e r e i n erfolgte, weil er langer nicht gleichzeitig, wie man fo sagt, zweien Herren dienen konnte, dem genannten Verein und dem Kohlensyndikat. Em Gegensatz zwischen ihm und dem ersten Vorsitzenden des bergbaulichen Vereins habe nicht bestanden. Von seinem Rücktritt von der Leitiing des Rheinisch-ivestfa'lischen Kohlensyndikats sei auch nie die Rede gewesen. Bei dieser Gelegenheit erfährt ntnn auch, l betreff der Kohlenpreisfrage, daß die Kommission für die vestsetzung der Preise noch keinerlei Beschlüste gefaßt hat.

V o nt Geld m ar k t. Es ist schon kurz gemeldet worden, daß von groveren Goldzusiüffen zur Reichsbank bis jetzt noch immer mcht die Rede tft. Desto größer ist das Angebot von Wechseln und der Bedarf der Industrie hat auch noch feinen Augenblick nachge asten. Hingegen verringert sich der Goldbestand bei der Neichsbank fortgesetzt. Tie Nachfrage des Landes nach Gold hält unausgesetzt an. Trotzdem wird versichert, daß die Neichsbank ich alle lame geben wird, mit dem jetzigen Zinsfuß im November H" .mmen. Sollte aber der Geldmarkt sich noch weiter zusvitzen, der Goldabsinß nicht nachlasten, so Mliß man schon mit einer roetteren Tiskonterliöhung um 7,% wenigstens von Anfang Dezember ab, rechnen.

9 weitere Mitglieder als Referenten in den Ausschuß berufen ;tovtben sind. Ties betrauert hat der Verein den Tod des Grafen Otto, zu Solms-Laubach Erlaucht. Ter Verstorbene gehörte dem 'Ausschüsse als Referent für Hntweidenangelegenheiten an und hat durch sein Verständnis und seinen Einfluß die Bestrebungen auf diesem Gebiete wesentlich mitgefördert.

Ter Ausschuß lffelt sechs Sitzungen ab.

Dem Prooinzialvereine gehören wie seither sechs Bezirks­chere i n e an, deren Mitglieder sich wie folgt stellen:

rat Gegenstand heftigerAngriffe in einem von einem Oberleutnant verfaßten PamphletIn Oeslerrcick; Diensten" und später in einem Karikaturenheft gewci u. Diese Angriffe sollen das Motiv des Selbstmordes bilde:'.

'Ein seltsamer Schwiegersohn. Entsetz Verhältnisse enthüllt ein Prozeß, der sich zurzeit in Mtlwau'. zwischen ben Mitgliedern einer deutsch-amerikanischen Gro i,. bauer nfam ilie abspielt. Eine ältere, reiche Witwe, d:: Farmerin Schandein, hinterließ in ihrem Testament über Millionen Mark ihrem Schwiegersohn Heyl, während -ie ihre eigenen Kindern nur mit geringen Legaten bebn.Iye. Das Testament wurde angefochten, und nun stellte das Ge.

das Gericht, den Polizeiinspcktor und die Frau Schmitt ohne jeden Grund erhoben. Er beantrage 1 Jahr 2 Monate Gefängnis Der Verteidiger, Tr. Zuckmaver, plädierte auf Freisvrcckmng Tas Gericht war der AnffÄ' daß der Angeklagte wohl in großer Erregung und in angetrunkenem Zustande gehandelt hab«, feine freie Willensbestimmung fei aber nicht ausgeschlossen aewefen Mit Rücksicht auf die Angetrunkenheit, Erregung und Unbestrast hüt des Angeklagten erkannte das Gericht auf 3 Monate Gefängnis.

PertnllÄt«.

. Selbstmord eines Generals. In Wien hat der Generalmajor Otto Bresnitzer, Militärinspeltor Pferdezuchtanstatten, durch einen Revolverschutz getötet, war wegen seiner früheren Tätigkeit beim Traininspekto-

Bestand am 1./4. 1904 2615

Also Abgang 40

Dem Provinzialverein sind weiter angeschlossen 7 B-ezirks- . ßuchtvereine mit 93 Lokalvereinen, 6 Scktwainezuchtvereinc, 6 Kreis- ' ziegenzuchtvereme, 9 Geflügelzuchtvercme und 1 Provinzial-Obst- bauverein mit 6 Sektionen und einer großen Anzahl von Orts­vereinen.

Das Ergebnis der Vereinsrcchnung und zwar getrennt in einen 1. Teil (Rechnung der eigenen Vereins-Einnahmen und -Ausgaben) und einen 2. Teil (Rechnung über die Verwendung der Staatszuschüsse zur Hebung der Viehzucht usw.) stellt sich wie folgt:

1. Teil. Die Emu ahme betrögt 62 920,22 Mk., die Ausgabe .63 747,31 Mk. Verglichen, erscheint Ueberzahlung 827,09 Mk.

2. Teil. Die Eimtahme und Ausgabe beträgt 132 594,72 Mk.

Der Staatszuschuß stellt sich für das Rechnungsjahr 1904 aus 87 960 Mk. Der Verwendung nach sind hiervon bestimmt: a) für Hebung der Viehzucht, des Obst- und Gemüsebaues usw. 81 960 Mk. b) für Unterhaltung der Molkereischule Lauter buch 6000 Mk.

Als Einnahme sind alsdann weiterhin im 2. Teile der Rechnung aufgeführt: 22 469,22 Mk., Erlös für das aus der /Schweiz und dem Anrmerlande eingeführte Zuchtvieh: 3677,02 Mark, Anteil der Gemeinden des Vogelsbergs bei Meliora­tionen von Hutweiden: 20 637,49 Mk. von' Jungvieh- und 'Jvhlenweiden und 1272,18 Mk. sonstige Einnahmen.

Nachdem im Rechnungsjahre 1903 das Defizit der Gießener 'Ausstellung zum großen Teile gedeckt worden war, mußte ein Rest von 1019,48 Mk. in die Rechnung 1904 übernommen werden, , wodurch nunmehr das ganze Defiztt beseitigt ist.

Die bestehenden fünf landw. Unterrichtsanstalten waren im ^Berichtsjahre von 178 Schulern besucht.

Hutweiden-M eliorationen im Vogelsberg wur- !den 11 ausgeführt bezw. fortgeführt.

Rechnet man alle Güter, welche weniger wie 10 Hektar be­wirtschaften, zum Kleingrun dbesitz, so fallen von 31861 Gütern gleich 27 731 oder 87 Proz. auf diesen, und es wird damit dokumentiert, daß Oberhessen bezüglich der Besitzverteilung zu denjentgen Gebieten gehört, in welchen der Aeingrundbesitz vorherrscht und für welchen daher auch die Maßnahmen zur Hebung der Landwirtschaft in erster Linie getroffen werden müssen. Wenn daher im letzten Jahrzehnt hauptsächlich Maß- irahmen zur Hebung der Technik des landwirtschaftlichen Be­triebes getroffen worden sind, so werden für die nächste Zeit auch Maßnahmen ms Auge zu fassen fein, welche die Betriebsweise lelbst vor allem des Klein grundbesitzes zu fördern geeignet sind.

lc. von der landw. Versuchsstation in Darmstadt im Jakne 1903 emgeletteten Feld- u n d W ie sen-D ün g u n g s-V er- suche sind, wie schon im letzten Jahresbericht mitgeteilt wurde, lowett sie richtige Ergebnisse in Aussicht stellen, im Jahre 1904 fortgesetzt worden.

, Die unter Leitung des Professors Dr. Gisevius zum Teil M Gemeinschaft mit dem Hessischen Landwirtschaftsrat eingeleiteten 'Sortenanbauversuche wurden auch im Berichtsjahre fort- .gesetzt. Mit dem Hessischen Landwirtschaftsrat wurden die ver- :gleick>enden Gersten- und Hafer-Anbauversuche im zweiten Jahr 'weitergeführt und zwar auf dem Versuchsfelde des landw Jn- stttuts Gießen und der landw. Winterschulcn Alsfeld und Fried- b^g. Diese Versuche werden in 1905 im dritten Jahre durch- gefübrt und gelten damit zunächst als beendet.

Von den 203194 Hektar landwirtschaftlich benutz­ter Bodenfläche sind 55 128,7 Hektar Wiesen oder 27,1 Prozent. Berücksichtigt man, daß die Landwirte in der Wetterau von dem landwirtschaftlich benutzten Boden kaum 13 Prozent als Wiese verwenden, so erklärt sich die hohe Bedeutung des Wiesengelandes im Vogelsbergc, wo der fragliche Prozentsatz bis zu 40 Pvoz<vt und mehr ansteigt. In den letzten fünf Jahren ist das Wiesengelände in der Provinz, der Haupt­sache nach wohl auf Kosten der sterilen Hutweiden, um 1265 Hektar gestiegen.

Auch im Berichtsjahre ist auf den Grundlagen, die der Abung der Rindviehzucht durch den Grundplan des Hessi- schcn Landwirtschaftsrates gegeben wurden, weitergearbeitet worden

Die Gesamtzahl der seit der Errichtung der Herdbücher aufgenommenen Tiere stellt sich bei den Simmentalern auf ca. 9000. bei den Vogelsbergern auf 3240 Stück

^eu aufgenommen wurden 1055 (1100) Simmentaler und 460 (240) Vogelsberger. Die in Klammern gesetzten Zahlen ent­sprechen den Aufnahmen des vorhergehenden Jahres

Mit neuen Bullen wurden besetzt die Stationen: Nieder- Moos, Langsdorf, Melbach 'und Weninas. Die Bullenstation Reichelsheim war Ende des Jahres nickt besetzt, ist aber in 1905 wieder mit einem neuen Bullen versehen worden. Die Bullen- station Nieder-Gernünden wurde aufgehoben und hierfür eine neue Bullenstation m Zell errichtet. Die Aufwendiingen für die Bullen­stattonen belaufen sich im Derickttsjahre auf 4057,80 Mark

Im Berichtsjahre sind in der Provinz nur kleine Schauen, Togen. O rt s- und Stallschauen, abgehalten worden, nach­dem im Jahre vorher die Provinzial-Schau in Gießen zur Durch­führung gekommen war.

Es bestehen Zur Zeit die beiden Zucht Höfe zu Zwiefalten

K5 Miyen und 1 Bullen und dem entsprechenden Jungvieh, und Bingmühle mit 9 Kühen und 1 Bullen und gleichfalls dem entsprechenden Jungvieh. Es hat sich im Laufe der Zeit heraus- gestellt, daß ein größerer Zuckthof von relativ größerem Werte ist, wie Heinere Zuchthöfe. Es sei ferner noch erwähnt, daß auf dem Zuchthofe Zwiefalten ein Fütterungsversuch mit 20 Kühen während der Dauer von 75 Tagen diirckigcftlhrt worden ist, welcher den Zweck hatte, festzustellen, welchen Einfluß eine fetfmchcrc bezw. fettarmere Fütterung auf die Milchmenge und Fettgehalt der Milch ausübt. Von den Zuckthöfen sind im >Jahre 1904 an Gemeinden der Provinz Oberhesien 7 junge Bullen abgegeben worden. Die Nnterhalttmg der Zuchthöfe hat den Verein im Berichtsjahre 2250,62 Mk. gekostet. Die Auffickts- kommission besteht noch aus denselben Herren wie im Vorjahre

Am Z u ch t v i e h i m p v r t im Herbste 1904 beteiligten sick 9 Gemeinden und 3 Private mit Bestellungen von 9 Bullen und 3 Rindern.

Wahrend für Rinder wie im Vorjahre eine entschieden regere Inanspruchnahme der Vermittelungsstelle bezügl. An- und Verkauf gewünscht werden muß, kann eine wesentliche (Steigerung in Bezug auf Angebot und Nachfrage bei §ck>weinen und Ziegen konstatiert werden. Es gelangten für den Verkauf zur >ttimelduug 138 Simmentaler und 39 Vogelsberger Rinder,

Schweine und 70 Ziegen. Llnkaufsnachfragen liefen ein 79 für Rinder, 26 für Schweine und 14 für Ziegen.

Die Schweinezucht und Haltung nimmt von Jahr zu Jahr an Ausdehnung zu. Zum Vergleiche sei nur angeführt: J£er ^chwcinebestand in der Provinz beträgt nach der Vich- zahliing vom 1. Dezember 1904 143 323 Stück: derstlbe betrug nach der Zählung vom 1. Dezember 1900 131 200 Stück. Zu- nähme 9123 Stück, ober rund 7 Prozent Im Jahresdurckffchnitt wurde die Zunahme un letzten Jahre also 1,75 Proz. betragen paben. -t atsackttch ist aber die Schweinehaltung und die Er­zeugung von Schweinefleisch in der Provinz Oberhessen noch

Richterbeleidigung.

-o- M a i n z, 9. November.

Der 56 jährige Johann Butterfaß aus Westhosen, wohnhaft m Worms, ist vor der Sttaflammer der Beleidigung der Richter ? Strafkammer, die im Malziprozeß tätig waren, des Volizei- inspektors Bisckwff in Worms, der Mutter der Hedwig Schmitt, (die in der Verhandlung gegen Malzi als Zeugin vernommen wurde), angenagt. Der yingeHagtc hatte am 14. April morgens in Dittelsheim imDeutschen Haus" von morgens bis nachmittags gezecht. Er soll 1314 halbe Schoppen Wein oa rr11 ö?^n, während er selbst seinen Kvnsum auf 25 bis 30 halbe Schoppen schätzt. Um 4 Uhr nachmittags fuhr der Angellagte nach Worms zurück und kehrte dort in der Wirt- fenaft von Josef Lakas ein. Hier kam er auf einen Unfall, oen er früher erlitten, zu sprechen, wobei er bemerkte, daß !ein*/Vlage gegen die Benrfsgenossenschaft beim Schiedsgericht ninä , inen Erfolg gehabt hätte, er habe es aber den Jiicbtern gehörig gesteckt. Nachdem kam er auf die Malziaffärc, er bezichtigte die füiff Richter der Strafkammer der Untauglich- kett und Bestechlichkeit, und schimpfte ferner auf den Pvlizei- rnspektor Bischoff und auf die Mutter der Hedwig Schmitt in gemeiner nickt wiederzugebender Weise. Der Angellagte behauptet, 'm echter, deutscher Mann zu sein, der niemals auf die Behörde . Am 14. April sei er sinnlos betrunken gewesen. Don wn Betanmpfungen habe er auch nicht die germgfte Ahnung, ovn Zeugen, die dem Vorfall beigewvhnt haben, werden die chweren Beleidigungen, die der Angellagte verübte, wiedergegeben. Lie wollen Nicht wahrgenommen haben, daß der Angellagte be- trunken gewesen ist. Der Angeklagte habe damals noch gesagt, er wurde gerne die Strafe von 1 Jahr, die der Propst Malzi erhalten, nir diesen absitzcn. Von Zeugen, die den Angellagten n Dittelsheim getroffen, wurde bestättgt, daß dieser damals ckwer betrunken gewesen sei. Ms Sachverständiger tourbc zunächst jDr- BahertHal vernommen, der den Llngellagten im vorigen Jahre wegen enter Nervenstörung behandelt und ihm den Mkoholgenuß verboten hatte. Sem Gutacksten ging dahin, daß der AnaeNagte 6 k ^?^"ng in total betrunkenem Zustande verübt habe cm-;* r verantwortlich gemacht werden könne. Seine freie Willensbestimmung sei vollständig ausgeschlossm gewesen, mithin komle der Angellagte nicht bestraft werden. Der Angeklagte sei nicht im Beptze emes nonnalen Gehirns, er habe seinerzeit als er ihn im vorigen Jahre untersucht habe, die Merkmale gentnben. Sckwn durch mäßigen oemtß komme der Angellagte in emen Zustand, der ihn willenlos und bewußtlos mache. Kreisarzt Medizinalrat Dr.

fem Gu tackst en dahin ab, daß er keinerlei geistigen Tefeft bei d^m Angeklagten gefunden habe. Zweifellos sei die Tat im alkoholychen Zustande erfolgt, allein das könne nie» 2SP x ''^krechtlich rreimadvn. Staatsanwalt Tr. Güngcrich litt Den '^ngcflagtcn für vollständig strafrechtlich verantwortlich eine -^ruiikenheit könne nur beim Sttafausrnaß berücksichtigt iwrben. xer Angeklagte habe die schweren Vorwürfe gegen

wesenttich stärker gestiegen, da das Schwein immer .rühreifer gezüchtet worden ist und daher die Mastschweine in einem wesent­lich früheren Mter auf die Schlachtbank kommen, so daß der Umsatz im Jahre beinahe zweimal erfolgt, während früher das Mastschwein erst im Mter von 910 Monaten und noch später zum Metzger kam.

Es bestehen nunmehr Kreisttegenzucktvereine in allen Kreisen der Provinz. Die Herdbuchftihrung wird in allen Vereinen zur Zett durch die Krei^iegenzuchwereine durchgesührt und sind im Berichtsjahre 412 Ziegen und Ziegenböcke neu aufgenommen worden: es stellt sich daher der Bestand an gekörtem Zucht- material auf 1090 Stück.

Im Bestände der Geflügelzuchtvereine ist gegen das Vorjahr eine Aenderimg nicht eingetreten, so daß dem Verbände der Geflügelzuchtvereine für die Provinz Oberlresien nock neun Geflügelzuchtvereinc angehören. Tie einzelnen G-flügelzucht-Ver- eine wurden wie in den letzten Jahren vom Provinzialverein weiter unterstützt und zwar sollten die Provinzialvereinszuschüsse hauptsächlich zur Errichtung von Zuckststationen für Hühner, Enten und Gänse dienen.,

Der Oberhessische Obstbauverein hat olle Bestrebungen zur Hebung des Obstbaues in seinen Händen. Es werden diesem daher auch die sämtlichen Mittel, die dem Provinzialverein für diesen Zweig zur Verftlaung stehen, in Höhe von 3440 Mk. zur Ver­wendung überwiesen.

Der Mitgliederstand stieg von 4793 auf 4876, die absolut höchste Zahl seit der Zeit seines Bestehens. Die Vorträge wurden in vorgesehener Zahl abgehalten.

Nach einem Vortrag öe-3 Professors Dr. Hansen- Bonn über die W i n t e r f ü t t er u n g des Rindviehes folgte zunächst die Präsidentenwahl. Oekonomierat Sch lenke wurde einstimmig unter Bravorufen wieder­gewählt. Er dankte hierfür und versprach, in der kurzen Zeit, die der Verein bis zum Jnslebentreten der Landwirt- schaftslammer noch tätig sein werde, in gleichem Sinne iric seither weiterzuarbeiten. Bürgermeister Köhler- Langsdorf glaubt, daß die landwirtschaftlichen Vereine fort» b. stehen müssen als Fachvereine, während die Landlvirt- schafiskammer ein Institut des Kampfes für die Wirtschafts­politik werden müsse. Es fei noch vieles zu tun in der agrarischen Bewegung, wenn auch in den 15 Jahren ihres Bestehens schon vieles besser geworden sei. Jedenfalls sei cs vor 15 Jahren nicht denkbar gewesen, daß der landwirt- ck-aftliche Verein über die Frage einer Flcischteueruna ver­handelt hätte und der Gießener Metzgcrinnung und der Gießener Klique entgegentrete.

Oekonomierat S ch lenke sprach hierauf dem scheidenden Vizepräsidenten Kreisrat Dr. Wallau den Dank deS Vcr-

cn 2 2. Sonntag nach Psingsten.

-vormittags von 6'-, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.

11 m 7 Uhr: Tie erste heil. Meße, vor und in uv*.-

selben Austeilung der heil. Kommunion.

um 8 Uhr: Tie zweite heilige Meße.

um 9'/, Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 5'/, Uhr: Christenlehre; daraus Andacht.

eins für seine Tätigkeit au§. Dieser bemerfte, es sei ihm schmerzlich, Abschied nehmen zu müssen. 20 Jahre habe er dem Ausschuß angehört, zuletzt als Vizepräsident. Daß die Landwirte OberheffenS einem Verwaltungsbcainten dieses Amt übertragen hätten, sei eine Ehre, die er wohl zu schätzen gewußt habe. Auch fernerhin habe er im Reichstag die Interessen der oberhessischcn Bauern zu vertreten und er werde dies tun nach dem Grundsatz des Bundes der Landwirte, keine Konzession auf Kosten der Landwirtschaft (Lebhaftes Bravo). Auf Vorschlag des Landtagsabg. Bähr wird hierauf Landtagsabg. Bürgermeister Korell von Leusel zum Vizepräsidenten gewählt, der die Wahl dankend annimmt.

Es folgt die Stellungnahme de§ Vereins zur Fleischteuerung. Auf die ausführlichen Referate der beiden Referenten, Gutsbesitzer Scha dc-Altenburg und Kreis­veterinärarzt Dr. S ch rn i d t-Gießen werden wir morgen näher zuruckkonimen. Eine von ihnen im Sinne ihrer Ausführungen vorgeschlagene Resolution fand einstimmige An­nahme. Sie lautet:

^,Die Generalversammlung des landwirtschastlicheli Prooinzial- vereins von Oberhessen erkennt zwar eine Fleischteuerung' an, leugnet aber eine Fleischnot. Eine Oeffnung der Grenzen sieht sie wegen der damit verbundenen Seuchengesahr als schwerste Gekähr- dung der Viehhaltung und Viehzuchtsbestrebiingen an, gleich be­dauerlich un Interesse der Landwirtschaft rote einer gesicherten Volksernährung".

Auf Vorschlag von Bürgermeister Köhler-Langsdorf wurde noch beschlossen, an den preußischen Landwirschafts­minister von Podbielsky ein Danktelegramm wegen seiner Haltung in der Fleischteuerungsfrage, insbesondere in Sachen des Seuchenschutzcs abzusenden, womit die Versamtnlung ihr Ende erreichte.

Als­feld Bestand am 1 386 Zugang: 34

- Fried­dingen berg /4. 1904: 531 547

11 48

Gießen

467

10

Lauter­bach

475

5

Aus- Schotten roärts Sa.

200

4

9

2

2615

114

Sa.: 420

Abgang: 32

542 595

17 27

477

22

480

38

204

18

11

2729

154

Bestand am 1./4. 1905: 388 525 568

455

442

186

11

2575