Ausgabe 
10.7.1905 Erstes Blatt
 
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Diese mußte nun Mannschaften entsenden,

ügung.

blonder Mann, erzählt, nehmen wollten, doch seien mit Salven von daß acht getötet und Die Bevölkerung der

daß sie in Jeodosia Proviant die damit betrauten Matrosen Kosaken empfangen worden, so vier schwer verwundet wurden, russ. Hafenstadt Feodosia hatte

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russisch en Häfen zu

welche die Schiffe nach

aber durch Schmuggel alles Nötige gegeben. Dori habe die Mannschaft einstimmig beschlosien, sich zu ergeben.

Wir befanden uns in einem schrecklichen Dilemma. Di« russischen Städte bomborbieren, welche die Verproviantierung ver­weigern, hieß, auch die arme Bevölkerung, die mit uns fraterni. fiert, beschießen. Um so weniger konnten wir daran denken, fremd« Städte zu bombardieren. Ns verblieb nur die Uebergabe, die jetzt auch durchgesührt worden ist."

Die9Igence Roumaine" meldet: Die Lösung, welche die Angelegenheit desPotemkin" gefunden hat, wird all­gemein als sehr glücklich angesehen und man beglückwünscht einmütig die rumänische Regierung, daß sie unter Beobacht­ung der Vorschriften des Völkerrechtes und ohne zu Gewalt- maßregeln schreiten zu müssen, der überaus peinlichen Lage ein Ende gemacht hat.

Nach dem ersten Eintreffen desPotemkin" in Konstanz» dankte der Zar der rumänischen Regierung für die Umsicht und Energie,mit welcher sie in der Sache del hirnverbrannten Lettie gehandelt habe".

Von informierter Seite wird aus Petersburg berichtet/ daß die Meuterei auf dem Potemkin von langer Hand vor< bereitet war. Sewastopol ist der Sitz des südruffischev Revolutionskomitös, das vor anderthalb Jahren unter Plehwe aufgehoben und nach Sibirien verbannt wurde. Unter dem Regime des Fürsten Swiatopolk-MirSki erfolgte die Rückkehr des Komitös und seine erneute sehr rege Tätigkeit. Es kam so weit, daß Fälle, wo Marine-Offiziere den Mann­schaften revolutionäre Schriften vorlasen, nichk zu den Seltenheiten gehörten. So kam es, daß auf dem Potemkin" zwei Maschinisten und ein Techniker waren, diq alle drei unter polizeilicher Aufsicht standen und daß sie regen Verkehr mit dem Revolutions-Komitee unterhalten konnten, deffen Mitglieder sie nachts häufig aufs Schiff ließen. Bei der gegenwärtigen Meuterei waren mehrere Mitglieder des Revolutionskomitös auf dem Schiffe an­wesend, ebenso aus demPobjedonoszew" und auf dem dritten Kreuzer. Auf dem Potemkin herrschte seit Donners« tag Uneinigkeit unter den Meuterern.

Das Torpedoboot 267, in Begleitung desPotemi kin", verweigerte aber die Kapitulation. Die Mann­schaft erklärte, vom Potemkin terrorisiert worden zu sein. Sie forderte die Erlaubnis, nach Odessa zurückzukehrertt um als ergebene treue Soldaten dem Zaren weiter zu dienen. Es hat alsbald die rumänischen Gcwäffer verlaffev müssen.

Heber das rätselhafte Verhalten des Admirals Krieges hüllt sich der Marinestab in gewohnter Weise in Schweigen, In Petersburger militärischen Kreisen ist man natürlich nicht

lassen durch plumpe Komplimente und ebensowenig durch Scharfmacherei. Die Sozialdemokratie werde stets für Erhaltung des Völkerfriedens eintreten.

Die Rede Fischers, welche häufig durch lebhafte Bravo- und Pfuirufe unterbrochen wurde, erntete stürmischen Beifall. Alsdann gelangte einstimmig eine Resolution zur An­nahme, in welcher gegen das Bülowsche Redeverbot irotestiert wird als gegen eine klägliche Maß­nahme, welche Deutschlands unwürdig sei. Die Versammlung spricht dem Genossen Jaurös ihren Dank aus ur seine Bereitwilligkeit unb ihr volles Einverständnis mit seinen imVorwärts" mitgeteilten Ausführungen. Außerdem wird auch dem rusjischenProletariat und den russischen Revolutionären die Sympathie aus­gedrückt für den heldenhaften Mut, mit welchem sie gegen bie verbrecherische Moskowiterherrschaft kämpfen, >eren Sturz auch eine Erlösung für Europa bebeuten würbe.

Auf Vorschlag bes Abg. Bernstein wird alsdann ein Sympathietelegrcrmm an Jaurös aügesandt, in >em es heißt:

Die Sozialdemokraten Berlins senden ihren tief empfundenen Dank für Ihre herrlichen Worte, welche uns alle begeisterten. Sie haben dem Empfinden Ausdruck gegeben, welches die Arbeiter Deutschlands und Frankreichs wie die Sozialisten aller Länder beseelt. Ihre Konnzeichnrmg des internationalen Proletariats hat unseren Beifall und die Aufforderung an die Arbeiter aller Länder, die Maßnahmen der Diplomatie aller Länder zu über­wachen, kommt aus unser aller Herzen. Wir unterschreiben die mannhaften Worte Ihres Telegramms und senden durch Ihre Vermittlung den Sozialisten Frankreichs unsere brüderlichen Grüße. Für uns gibt es keine trenn enden Gegensäße: die Zerklüftung, welche vor einem Menschenalter der Krieg herbei­führte, wird überwunden durch den Intenrationalismu.s des Proletariats. Wir kennen nur eine Arbeit für die gemeinsamen Ziele, und in diesem Hinblick rufen wir, in der zuversichtlichen Erwartung, Sietrotz allem bald in Berlin zu sehen, mit Ihnen: Hoch die eine, unteilbare internationale So­zialdemokratie!"

Die ungehaltene Rede des Herrn Jaurös.

Gegen 2 Uhr schloß die ohne Zwischenfall verlaufene Versammlung unter Hochrufen auf die Sozialdemokratie.

Die 2i/2 Seiten füllende Rede entwickelt den Gedanken der Einigkeit des französischen P r 0 l e t a r i a t s , das von dem gemeinsamen festen Willen beseelt sei, durch Organisierung und Befreiung der gesamten Arbeiterklasse den Frieden zu er­halten, ja zu erzwingen. Was Jaurös über den zu seiner Genugtuung gelösten Marokkokonflikt sagt, bringt nichts neues. Auch nicht, was er über das französisch-russische Bündnis und das englisch-französ. Abkommen und die Haltung der französ. Sozra- listen zu beiden sagt. Dann entwickelt Jaurös die Aufgabe und wachserche Kraft des internationalen Proletariats, den Völker­frieden zu erhalten. Mit gesteigerter Leidenschaftlichkeit wird es in den Kampf treten zur Eroberung derpolitischen Macht, zur Erweiterung und Verbesserung der demokratischen Einrichtungen, zur Umgestaltung der Berufs- imb Klassenheere in Bolksmilizen, denen nur noch die Schutzwache der Unabhängig­keit der Völker obliegt, bis zur gleichzeitigen Abrüstung aller Nationen. Die Rede schließt: , ,

Hoch und klar leuchtet uns also imsere Pflicht. Wir haben immer mehr zu sorgen für die Verbreitung unserer Idee, wir haben immer mehr Kräfte zu erwecken, uns zu sammeln und zu ordnen: und dann haben wir den Kamps durcbznkämpfen bis zum endlichen Sieg der internationalen Sozialdemokratie, aus dem ein dauernder Zustand der Gerechtigkeit und des Friedens hervorgehen wird!"*

Der ,-Vorwärts" veröffentlichte am Sonntag die Rede von Jaurös, die derselbe in Berlin hatte halten wollen.

Zum Fall Jaurös schreibt dieRordd. Allg. Ztg.":

Der Erlaß des Fürsten Bülow an den Botschafter Radolin in Sachen der beabsichtigten Reise Jaurös hat mannigfache Er­örterungen in den Zeitungen hervorgerusen, aus denen ersichtlich ist, daß ein Teil der Presse den «inn und Zweck des Erlasses vom ersten Augenblick an richtig erfaßt hat. Offensichtlich un­richtig ist die mehrfach zum Ausdruck gelangte Annahme, daß durch die Verhinderung des öffentlichen Auftretens Jaurös' die Bestrebungen der Sozialdemokratie gefördert würden und deren lleberhebung noch eine Steigerung erfahre. Furcht vor dem Sozialismus solle es sein, die den Reichskanzler zu seinem Schritte bestimmte. Wir müssen offen gestehen, daß uns, in der Praxis bisher noch kein Fall vorgekommen ist, nt dem ein von Furcht ergriffener Fechter wohlgezielte Hiebe austeilte."

monatlich 76 Pi.. oterteU jährlich DU. 8.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 60 Ps.; durch die Post Mk. 2.vtertel- jährl. auöjchl. Bestellg. "umhin« van Anzet'-rn 3t die Ix KFHimet -S vo mittag» JtJ'W.

3c'fermrei5: jf-uX2:3f* auswärts ?i37j.

den oolit. und G ,61.1, Teil P. Wtttlo: für .Stadt und Land" und GerichtSsaal": August Goetz, für den An- zetqenteil: HanS Beck.

bringen haben.

Arn Sonntag früh erschienen denn auch zwei russische Panzerschiffe, von denen eines die Admiralsflagge führte, oroie vier Torpedoboote und ein Torpedoboots- Zerstörer des Schwarzen-Meer-Geschwaders in den Gewässern von Constanza und gaben Salutschüsse ab. Der rumänische KreuzerElisabeth" erwiderte den Salut und salutierte die Admiralsflagge. Marinekommandant Koslinski stattete dem russischen Kontreadmiral einen Besuch ab. Letzterer erklärte/ daß er erschienen sei, um das PanzerschiffPotemkin" zu uchen. Darauf erwiderte der Marinekommandant, derPo- emkin" habe zweimal in den rumänischen Gewäsiern Anker geworfen; er sei mit Rücksicht auf die Eigentümlichkeit der Lage aufgefordert worden, den Hafen zu verlaffen ober ab­zurüsten. Die Mannschaft desPotemkin" sei an Land_ ge- iracht worden und die rumänischen Behörden hätten von dem Schiffe Besitz ergriffen und es einer Wache anvertraut, die es unter Schutz der auf demPotemkin" gehißten rumänschen Flagge stellte. Der Marine- kominandant fügte hinzu, der König von Rumänien habe an- geordnet, daß das Schiff dem Kaiser Nikolaus zu übergeben sei. Nach dieser Mitteilung wurden alle Maß­nahmen getroffen, damit die rumänische Wache den Potemkin" verlassen und der russische Kontreadmiral von ihm Besitz ergreifen könne, um ihn dem Kaiser von Rußland zu übergeben.

Der Nebellen-Kommandant desPotemkin", ein junger

?ie ßenfifle Nummer umfaßt 10 Seiten.

Aie Jaurös-Aersammlung ohne Jaurös.

Berlin, 9. Juli.

Die Protest Versammlung gegen das Rede- derb ot gegenüber Jaurös fand heute mittag in der Reuen Welt statt, lieber 4000 Personen füllten den Saal, der bereits eine halbe S-tunbe vor Beginn ber Versammlung wegen Ueberfüllung gesperrt werben mußte; auch ber Garten war gefüllt, von wo aus man bei geöffnetem Fenster etwas zu hören hoffte. Unter ben Anwesenben sah man eine Anzahl fozialbemokratischer Reichstag sabgeoroneter, auch die Nationalsozialen Dr. Naumann unb v. Gerlach waren zugegen. Unter ben Teilnehmern fanben sich auch viele Russen und Russinnen, welche für bie Opfer von Lodz sammelten. Kurz nach 12 Uhr eröffnete der- Ein- berufer Ernst die Versammlung, indem er ein heute früh ein gelaufenes Telegramm von Jaurös zur Verlesung brachte, welches in deutscher Uebersetzung lautete:

Genossen, ich bin mit ganzem Herzen mitten unter euch in dieser Versammlung, um mit euch die Einigkeit zwischen dem deutschen und französischen Proletariat zu bekräftigen. Die gemeinsame Arbeit wird ben Weltfrieden durch die Eroberung der sozialen Gerechtigkeit und der politi­schen Freiheit sichern. Nichts kann uns trennen, nicht chauvinistische Vorurteile, nicht Redeverbote der Regierungen noch auch die plumpen Künste diplomati­scher Lobhudeleien, (sie! D. R.) Wir sind alle eins, wir haben den gleichen Willen, das gleiche Empfinden. Wird einer von uns geschlagen, so wird der andere mitgetroffen, unb wird einer von uns gelobt, so gilt das Lob auch für ben andern. Es ist eine abgebrauchte Taktik der herrschenden Klassen aller Länder, den Sozialisten daheim die Sozialisten draußen gegen­überzustellen. Tatsächlich aber ist dies eine Huldigung vor ber Kraft des internationalen Sozialismus, welchen die Regierungen nur noch durch ben Versuch, ihn zu spalten, bekämpfen können, und ein Grund mehr für uns alle, itn£ zu dem Gedanken der einen und unteilbaren internationalen Sozialdemokratie zu bekennen. Jean Jaurös."

Das Telegramm wurde mit stürmischem Händeklatschen und Pfuirufen aufBülow begrüßt. Nach Konstituier- ung des Bureaus nahm Abg. Fischer-Berlin bas Wort zu seinem Vortrage überDie Friebensibee unb Jnternationalität ber Reaktion". Zunächst gab er seinem Bebauern Ausdruck, baß ein so hervorragender Redner wie Jaurös heute nicht sprechen dürfe. Man müsse sich mit ihm begnügen und mit einer Rede über die R Ü ck - ständigkeit der preußischen Polizeipolitik. 3u einer großen Friedenskundgebung wollte Jaurös herbei­eilen, und nun müsse man dagegen protestieren, baß eine eminente Friebenskunbgebung burch bie Regierung ver­hindert worden sei. Mit dem Verbot habe sich die Regier­ung b l o ß g e st e l l t und gleichzeitig gezeigt, wie schwach sie sich fühle, denn nicht vor dem Redner Jaurös habe sie sich gefürchtet, sondern vor einer gewaltigen Friedenskundgebung, welche vom Sozialis­mus ausgehe. Mit der wahren Friedensliebe einer solchen Regierung könne es n i ch t weit her sein. Redner vergleicht das Vorgehen der Regierung mit dem System in Rußland, wo der Zar die Vertreter der Semstwos empfange, aber die Presse verhindert werbe, die Antwort des Zaren zu veröffentlichen. In Deutsch­land fehle bloß noch der Kosak, um Rußland gleich zu sein. Weiter kritisiert der Vortragende das Ver­halten der Presse zum Vorgehen der Regierung. Um die wahre Anschauung der Bevölkerung kennen Ku lernen, müsse man sich die ausländischen Blätter ansehen, insbesondere die englischen, wie diese über bas Redeverbot urteilen. Kein deutsches bürgerliches Blatt habe die Regierung ernstlich getadelt, eines habe sogar das Verbot mit Rücksicht auf Rußland erklärt. Man müsse bedauern, daß angesichts der russ. Tyrannei die deutsche Regierung Rußland Schergen- bienste leiste, wie dies wieder der Königsberger Prozeß gezeigt habe. Gegen russische ,/Verschwörer und Schnorrer" gehe Bülow energisch vor, weil sie nichts die,Macht besitzen, würden diese Leute aber als Führer in einem russischen Parlamente sitzen, daun würde Bülow bald ihnen gegen­über schmeichelhafte Worte finden. Der Erlaß Bülows stelle nicht bloß eine Anerkennung bes Wirkens Jaurös bar, sonbern auch eine solche ber sozial:stre­schen Ideen. Weiter schilbert ber Rebner den kapr- listischen Charakter der deutschen Politik, welcher eine ständige Kriegsgefahr bilde: die Arbeiter hätten ein Recht und Interesse dazu, bie auswärtige Polrtrk zu kon­trollieren. Es sei nicht zu verstehen, wie eine Frrebenskunb- gebung verboten werben konnte, welche bre stärkste Partei des Landes beabsichtigte. Ferner weist ber Referent bie Angriffe des Bülowschen Erlasses auf bie deutsche Sozial­demokratie zurück. Wenn der Reichskanzler auf den Unter­schied zwischen der deutschen und der ftanzösischen Sozial­demokratie Hinweise, so zeige er dadurch, daß er die So- zialdemokratie überhaupt nicht kenne. Jaurös stehe völlig auf dem Boden der Beschlüsse des Amsterdamer internatio­nalen Kongresses und habe selbst erklärt, baß er ein 4,0b* feind ber bürgerlichen Gesellschaft sei. Alles, was Jaurö.' in seinen im ,^Vorwärts" wiedergegebenen Ausführungen rage, sei Gemeineigentum ber internationalen Sozialdemo­kratie. Darauf geht der Redner ausführlich auf die Dar- leaungen von Jaurös ein, indem er hervor hebt, wie Jaurös die Arbeiterschaft vor Krieg warne und dem Chauvinismus das Terrain abzugraben suche, weil die bürgert ich eG e - sellschaft den Krieg wünsche, durch den sie Vor­teile für bie Reaktion erwarte. Ware nicht die So­zialdemokratie stets entschieden gegen die deutsche Auslands- Politik eingetreten, so wäre bie Politik Bülows dieselben Bahnen gewanbelt wie biejenigen Delcassös. Die deutsche Sozialdemokratie, so schließt ber Rebner, werbe im Sinne Jaurös weiter wirken unb sich badurch nicht abbrmgen

wurde rumänischen Offizieren übergeben, nämlich dem Kommandeur Iorguleskn, dem zweiten Ingenieur Lapusch- neann und dem Artillerie-Hauptmann Munteanu. Der Matrose Matuschenko, wahrscheinlich der geistige Urheber der ganzen Bewegung, war für Fortführung des Kampfes, die Mehrheit dagegen.

Auf Befehl des rumän. Ministers des Aeußern, General Lahovary' wurde ein Sonderzug gebildet, welcher die Mann­schaft desPotemkin" und des Torpedoboots auf sämtliche Donauhäfen verteilte. Die Präfekten wurden angewiesen, ihnen zu einem Verdienst zu verhelfen oder falls sie es wünschen, ihnen die Abfahrt in fremde Länder zu ermöglichen. Der Minister des Aeußern tele­graphierte nach Rußland, auf Befehl des Königs Carol stehen beide Kriegsschiffe der russischen Regierung zur Ber-

Die 'gWerflaße dcspotemkin" in ^orfbttna.

Wir haben bereits am Samstag nachmittag durch Extra­blatt bekanntgegeben, daß nach einem Telegramm aus Bukarest derPotemkin" in der Nacht von Freitag auf Samstag wiederum in dem russischen Hafen Konstanza eintraf und sich den rumänischen Behörden ergeb, die auf dem Schiffe die rumänische Flagge hißten. (Vergl. diePolst. Wochenschau".)

Vor der Einfahrt desPotemkin" verlangten die rumä­nischen Offiziere die Herausgabe der Verschlußstücke von den Geschützen als Beweis, daß keine schlimmen Absichten vor­liegen. Es schien den Meuterern darauf anzukommen, da? Schlachtschiff nicht zu beschädigen. Sie erboten sich, es der rumänischen Regierung 31t schenken, du dies natürlich ablehnte. Zwei von der Mannschaft des Bootes, welches die Deputation an Land ruderte, liefen davon, als das Boot gelandet war.

Bei der Hissung der rumänischen Flagge kam es zu einer tragischen Szene. Die Mannschaft bat, das zu unterlassen, was aber nach den Seeregeln unmöglich ist. Schließlich gab die Mannschaft nach. Auf dem Schiff waren 200 Matrosen sozialistischer Gesinnung, die sich für die Ueber- gabe desPotemkin" erklärten unter der Bedingung, daß das Schiff nach der Gewährung einer Verfassung Rußland zurückgegeben würde. DaS Kommando des Schiffes

Nr. Io» Y^rkles Blatt. 1S5. Jahrgang Montag Lv. Juli 1808

außer Sonntag». vy

sMetzenerAnzeiger

General-Anzeiger v