veranstalteten Vortragen hat bekanntlich Jedermann unentgeltlich Zutritt.
** Lotterie. Die Verbandlungen zwischen der hessischen und der preußischen Negierung, wegen Aufhebung der bessischen und Einführung der preußischen Klassenlotterie, sind, wie die „F. Z." hört, einstweilen noch nicht zum Abschlüsse gekommen, weil die bessische Negierung allen den Kollekteuren eine nambaste Entschädigung zahlen will, die künftig eine Kollektur in Hessen nicht mehr erhalten würden.
•» Die Schnaken bekam pfung scheint neuerdings dutf) anderwärts mit Nachdruck betrieben zu werden. Wie gemeldet wird, hat Geb. Nat Prof. Flügge, Vorsteher der hygienischen Anstalt zu Breslau, an die Hausbesitzer und Hausverwalter des Scheitniger Stadtteils in Breslau ein Schreiben verschickt, in dem es u. a. heißt'.
„Der Maaistrat der Stadt Breslau bat beschlossen, die all- säbrlich berrschende Mückenvlage planmäßig tu bekämvsen; dazu ist der Plan in der biesiaen bnqttMincbcn dlnstalt ansgearbeitet worden. Nach diesem Plane ist es in erster Linie erforderlich, die in den Kellern und Erdaeschosien der Häuser oft massenbaft überwinternden Mücken vor Eintritt der wärmeren Witterung tu vernichten. Aus ieder solcher überwinterten Mücke geben bis zum Ende des Sommers schätzungsweise 75 000 Millionen neue M ü cken bervor. Um eine erfolgreiche Durebfübrung des Planes, der alle Bevölkerungsschichten Breslaus gleichmäßig angebt, zu er nöalicheu, bitten wir Sie ergebend, den in den nächsten Tagen sich bei Ihnen meldenden, mit Ausweis- karten versehenen Desinfektoren den Zutritt zu den in Betracht kommenden Kellerräumen Ihres Hauses und die Vornabme der zur Abtömng der Mücken erforderlichen Prozeduren gestatten zu wollen."
*• Die Diener der hessischen Staatsbehörden haben eine Vorstellung, betreffend Gehalts- 2C. Verhältnisse an die Zweite Kammer gerichtet. Sie bitten, zu beschließen, daß 1. ihr Diensteinkommen, anfangend mit 1500 Mk., den Höchstgehalt von 2200 Mk. in zwölf Dienstjabren erreicht, steigend von drei zu drei Jahren um 175 Mk. 2. Daß alle durch Dekret bei Hesüschen Staatsbehörden als Diener an- gestellte Beamten in Bezug ihres Diensteinkommens einander gleichgestellt werden. 3. Beseitigung der Gebühren und Vereinnahmung derselben durch die Staatskasse, sowie Ueber- nahme der Substituten auf die Staatskasse. 4. Gewährung eines Wohnnngszuschusses denjenigen Beamten, welche keine Dienstwohmmg inne haben; sowie Vergütung der Auslagen und Kosten, die den Dienern, insbesondere den Gerichtsdienern, erwachsen, bet Zustellungen oder sonstigen Dienstv^rrichtungen außerhalb ihres Wohnortes.
□ Klein - Linden, 9. März. Die langersehnte Wasserleitung und die Anlage einer zeitgemäßen Ortsbeleuchtung scheint nun endlich zustande zu kommen. Durch Ingenieur Jung und Kulturtechniker Weller wurden gestern die ersten Vermessungen vorgenommen. Die Einwohner stud über die baldige Einführung beider Einrichtungen sehr erfreut. Es ist möglich, daß der Anschluß an das Gießener Elektrizitätswerk angestrebt wird.
(!) Groß en-Linden, 9. März. Die Renovierung >nseres 1000jährigen Gotteshauses, das im Frühjahr in Angriff genommen werden soll, wird 2 6 000 Mark er- iordern.
+ Laubach, 9. März. Heute nachmittag um 2 Uhr -var Schluß der Abiturient en-Prüfung am hiesigen Gymnasium. Die Abiturienten bestanden sämtlich.
Lauterbach, 9. März. Ueberfahren wurde.gestern abend von dem Zuge 11.10 Uhr nach Alsfeld der Postschaffner König von hier bei der Ausübung seines Amtes. Es wurde ihm der rechte Fuß und das linke Bein bis zum Knie abgefahren. Unter qualvollen Schmerzen verstarb König heute nacht, eine Witwe mit vier unmündigen Kindern hinter- laffend.
e. Lauterbach, 9. März. Gestern abend gegen 11 Uhr -vurden dem Postschaffner König von hier am Bahnhof von dem einfahrenden Zuge beide Beine abgefahren. Noch in bex Nacht ist der Verunglückte seinen Verletzungen erlegen. Er hinterläßt eine Witwe mit zwei Kindern in ärmlichen Verhältnissen. Das Unglück ist durch eine Unvorsichtigkeit entstanden. König hatte aus einem Zuge Packete entladen; dabei war ein Packet auf das andere Geleis gefallen. Als er dies aufheben wollte, wurde er von dem Zuge, welcher von der entgegengesetzten Richtung einfuhr, erfaßt.
<r. Büdingen, 6. März. Bei der heute hier statt- /fehabten mündlichen Reifeprüfung am Wolfgang- Ern st--Gymnasium bestanden sämtliche (15) Kandidaten. — Pfarrvikar Ströber hier wurde die Pfarrstelle zu Hain- gründau übertragen. — Bei der heutigen Generalversammlung des Vorschuß - und Kreditvereins wurde Herr Nullmann zum Rechner gewählt.
s-. Bad-Nauheim, 9. März. Die künftige Strecke aer Wettertalbahn wurde heute von Bad-Nauheim bis Griedel durch eine Kommission des Finanzministeriums, bestehend aus Geh. Oberfinanzrat Nohde und Oberbaurat Coulmann in Wagen bereist. Die unternehmende Firma Lenz & Co. in Berlin war durch 'Negierungsbaumeister N eh, das Bahnkomitä durch Herrn Bürgermeister Dr. Kayser vertreten. Das ansgearbeitete Projekt wurde sowohl von der Kommission wie auch von den einzelnen Gemeinden als sehr zweckmäßig anerkannt und für einzelne von den Gemeindeverwaltungen geäußerte Wünsche Be- sriedigung zuqesagt.
L Friedberg, 10. März. (Eigener Drahtbericht.) gestern abend, spät, wurde in einem hiesigen Strohhaufen ein Mann mit durchschnittenem Hals aufgefunden. Der Mann war seit Jahren im hiefigen Versorgunashaus und fehlte seit 14 Tagen. Man nimmt an, daß er Selbstmord begangen hat, doch ist bis jetzt noch nichts festgestellt.
DemiMtef«
• Zur Heidelberger Schwabenaffäre wird noch mitgeteilt, daß die Theaterkommission nach Verlauf der von der Disziplinarbehörde der Universität über die Tbeatervor- qänge geführten Untersuchung in aller Stille dem Snevia- ^orpS die Loge im Stadttheater entzogen hat.
Kseine Taaeschronik. Am 9. d. M. entstand im n e u e n Palais bei Potsdam, das bekanntlich der Kaiser bewohnt, ein woher Keller brand, der zu einer Veranalmnng der ganzen öanlichkeiten führte. Erst nach längeren Bemühungen gelang es Ser Feuerwehr, den Brand zu ersticken. — Tie Stadt Meiderich )at am 7.d.M.dieGingemr mg zuDuiSb nra beschlossen. —
n. Gießen, 10. März. Die S t r as k a m m e r rerurfeifte heute den bisher unbestraften Arbeiter I. O. von Lnrnda wegen Mißhandlung seines Kindes zu 2V2 Jahr Gefängnis.
tl) Gießen, 9. M^rz. Gestern verbandelte das KrieaS- a e ri ck>t in dw vlten Kaserne über zw"i Fälle. D-er Gerichtshof r'enanS ans Maior Hofmann. Hauvtm"nn a D. n s ch und den Obersantnants Stein und D 0 r iR. Verbau dl nngslei ter war KriegsgaricktSrat Koch. T-?e An^aam v^tmt P'Ti‘'*«nori(bt3rnf s) b e n a u e r. Untrroffizi'w K. nnw angeklaat der Unterschlagung, des Belna'm^ eines Voracsebtwi. d-'s Unoo^->7sanis und d^r unerlm'btan EnU-"rnuna. Tm- Anaekwafe batte von zwei ifmt unt-'raebenen Soldaten je 1 Mk. bekommen, nm damit beim Phkotoarnvben Schulden zu hez-ahlen: er hatte dem vorgesetzten Feldwebel auf dessm Befragen unwahre Angaben über das noch in seinem Belitz befindliche Geld gemacht. Eines Nachmittags hatte er sich im Dienst höchst unpünktlich gezeigt, worauf ihm der Feldwebel befohlen hatte, die Kaserne nicht mehr zu verfassen. K. war trotzdenr aegen abend in die Stadt gegangen, batte die Nacht üb-r verschiedene Wirtschaften besucht und war bis zum Morgen nicht in die Kaserne zurückgekommen. Wo die 2 Mk., wetch" nach 'be* ?lnklage von K. unt^rschlaaen worden sind kn jener NaM hingekommm sind, will dieser nicht mehr toittm <*r bestreitet aber ganz entschieden, etwa dafür Getränk gennsmn zu haben, ^as Kriegsgericht sprach «d'N Angeklagten wegen Unterschlagung frei, erkannte ab^r weoeu der übrigen Verfehlungen w'f eine Strafe von 4 Wochen Mittelarrest. —D-er Mus- kier W. von der 8. Komv. des 116. Jnf.-Regts. stand unter Anklage wegen Ungehorsams vor versammelter Mannschaft. Es handelt sich um einen Vorgang auf der Straße, und der Verteidiger, Hauvtmann H 0 0 s , beantragte, da dieser Vorgang sich nicht im eigentlichen Sinne vor versammelter Mannschaft abgespielt habe, und auch sonst mildernde Umstand-' anzunehmen seien, von einer Gefängnisstrafe abzusehen. Tat- Gericht erkannte auf Wochen strengen Arrest.
Sport.
Hunde-Ausstellung in Frankfurt. Am Sonntag den 5. d. M., fand in Frankfurt a. M. eine von der Vereinigung für St. Bernhardshunde (Sitz fit Frankfurt a. M.1 veranstaltete allgemeine Ausstellung frnrt Himden aller Rassen statt. Sie war mit ca. 724 Hunden beschickt worden. Der äußerst rege Besuch der Ausstellung zeigte, welch großes Interesse man in Frankfurt a. M. dem Hundesvort entgegenbrinat. Was die Hunde anlangt, so waren manche Rassen in großer Zahl und Güte vertreten. so z. B. St. Bernbardsbunde. Collies, Tnbermannvt'nschcr, Spitze und Njnsch-er. Folgende Gießener Aussteller errangen Preise- Hr. Karl Volk auf Dobermannpinscher, einen Rüd-m und zwei Hünd'nnen zwei 1. und vier 2. Preise, sowie einen Ehrenpreis. Hr. Justus Lenz tntf einen Dvbermannptnscher-Rüd°n einen 1. und einen 5. Preis. Hr. Otto S e t t e g a st auf eine Dobermann- vinscher-Hündtn einen 3. Preis. Hr. Louis Hammel auf einen Bulldogg-Rüden einen 1. und Ebr-mpreis.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voransstchtliche Witterung in Hessen für Samstag, den 11. März 1905: Zeitweise auibeiternd, nur noch stellenweise im Gebiet geringe Niederschläge, kälter.
Näheres durch die Gießener Wetterkarte.
Kir^tiche 'Nachricklen.
Evangelische Gemeinde.
Gl»1tesdienÜ.
In der Stadtttrche.
Am Sonntag Jnvoeavit, den 12. Märzt
Vormittags 91/? Uhr: Pfarrer D. Schlosser.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde.
Pfarrer D. Schlosser.
Abends 6 Uhr: Missionar Fl ad aus Frankfurt a. M.
Im Anschluß daran im Gemeindefaal, Kirchstraße 9: Versammlung zur Feier des 50iährigen Jubiläums der Baseler Halb- batzen-Kollekte, wozll alle Sammler und Sammlerinnen, Geber und Freunde der Halbbatzen-Kollekte eingeladen werden.
Abends 8 Uhr: Versammlung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde.
Mittwoch den 15. Marz, abends 6 Uhr:
2. Passions-Andacht.
Pfarrer Schwabe.
Näcbstkunftigen Sonntag, den 19. März, findet im Abendgottesdienst Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde gemeinsam statt. Anmeldung dazu vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Fn der Fohanneskirche.
Vormittags 9V? Uhr: Professor D. E ck.
Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes- gemeinde. Pfarrassistent Schulz.
Abends 6 Uhr: Siebe Stadtkirche.
Montag, den 13. März, abends 8 Uhr, Bibel stunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche.
Pfarrassistent Schulz.
Katholische Gemeinde.
Samstag, den 11. März 1905:
Nachmittag? um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.
Sonntag, den 12. März 19 0 5,
1. Fasten sollntag:
Vormittag? von 6 V. Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.
„ um 7 Uhr: Die erste heil. Meße, vor und in derselben Ansteillmg der heil. Kommunion.
„ um 8 Uhr: Die zweite heilige Meffe.
„ um 9 V, Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 5’/, Uhr: Christenlehre: darauf Andacht.
Abends um 8 Uhr ist im Lenz'schen Felsenkeller Versammlung des Volksvereins, wobei auswärtige Redner Vorträge halten werden. Alle Herren der katholischen Gemeinde find eingeladen.
Mittwoch abend um 6 Uhr ist Fastenandacht.
Israelitische Religionsgemeinde.
in der Synagoge (Südankage).
Samstag, den 11. März 1905.
Vorabend 6.00 Uhr.
Morgens 9.00 Uhr.
Nachmittags 3.30 Uhr.
Schrifterllärung.
Sabbathausgang 7.10 Uhr.
Israelitische Neliqionsgesellschaft.
(Gottesdienst.
Sabbathfeier am 11. März 1905.
Freitag abend: 6.00 Uhr.
Samstag vormittag: 8.30 Uhr.
Samstag nachmittag: 3.30 Uhr.
Sabbathausgang 7.15 Uhr.
Wochengottesdienst: morgens 7.00, abends 6.00.
Kriüinal-praölmt'l'drlngeil.
R. B. Darmstadt, 10. Marz. In der heutigen Sitzung der 2. Kammer gab Staatsminister Dr. Rothe bezüglich der Anfrage der Mgg. Tr. David und Adelung (vergl. den heutigen lok. Teil) die Erllärung ab, daß in der Angelegenheit bereits die höchste. Behörde der Vcrwaltungsinstanz entschieden habe und die Regierimq infolgedessen feine Veranlassung habe, auf die Sache einzugehen. (ES handelt sich um die Nick'tbestätig- ung der Wahl des freireligiösen Prediger? Frhrn. v. Zucca- Cuecagna -uvk Stadiverordneten in Mainz.) In der Debatte wurde von beit Mgg. Windecker und Schmitt da? in der Anfrage auSgedrückte Verlangen einer rechtmäßigen Entscheidung
tv-A '''rovfnzfa7au7Ni.»ffes 1 • .ravtnekkSfufffz chiuslic^fm schärfstet Weist gef-rnz-schnct. Be?' -ich dw staatlichen Schlachtvieh v e rs i cki e ru n g beschoß bie Kammer, aus einem ersten Beschlllß auf Festsew'na der Versich^"-N'''sgreuze von 15,00 M k. zu bebrnren. im Geaensatz zu dem Beschluß der ersten Kammer, die 25 00 Mk. festgesetzt lwtte. Eine längere Debatte entspann sich über den Antrag Schönberger irbctreff der Enffchädigung von an. Maul - und Klauenseuche gefallenem Schlacht« vieh.
Vom Strkftc.
London, 10. Marz. „Daily Telegr." meldet ans Tokiö von gestern: Gerüchtweise verlautet, daß da? russische Zentrum umzingelt fei; später ist das Gerücht durch eine Depesche bestätigt worden, nach der 200 000 Russen ab« geschnitten sind.
London, 9. März. Reuters Bureau meldet aus Niu» lschwang• Nvgi fetzt feineu V 0 r m ars ch in (Sil*
Märschen, bis zu 25 Meilen täalich, fort. Er operiert in Verbindung mit Okns linkem Flügel. Es heißt, er habe eine großer ussische Streitm acht bei Tielin g umgangen und die russischen H i l f s t r u p p e n a b - geschnitten, die sich eiligst zur russischen Hauptmacht begeben wollten. Weiter heißt es, 'General Nogi sei während seines Marsches an einer russischen Division vorbei- gegangen, habe derselben iedoch keine Aufmerksamkeit ge- whenkt. bis er seine Umgehnnasbew'egunfl vollendet hatte. Erst dann habe er von allen Seiten einen vernichtenden An griff gemacht. KuroPci tkin hat, wie erklärt wird, seit dem 1. März keine Verstärkungen aus der Richtung! von Charbin erhalten.
Tokio, 10. März. Alle fünf iapanischen Armeen sind in glücklich st er Vorwärtsbewegung^ die Russen in vollem Rückzüge auf allen' Straßen, die vom Hunbo zwischen Mnkden und Futschun nach Tieling führen. Die Leitung der Operationen erfolgte nach einem vom Generalstohschef Kodama entworfenen und von Marschakl Ovama gebilligten, von langer Hand vorbereiteten Angwiffsplan. Die neuen großen Verstärkungen waren den Armeen in aller Stille zugeführt und rückten allem Anschein nach völlig überraschend für die Russen in die Schlachtlinie ein.
Petersburg, 10. März. Die hiesigen Armeekreiso halten angesichts der nun llar aewa^igenNieder^
läge nicht zurück mit schweren Vorwürfen gegen! das Oberkommando. Dte Bildung einer neuen großen ?lrmee wird immer erpstar debattiert. Es gibt sogar einflußreiche Kreise, welche den Zaren bewegeu wollen, sich selbst an die Spitze der Armee zu stellen. Man geht nicht zu hrit. wenn man behauptet, dieser Vorschlag solle mundgerecht durch den Hinweis gemacht werden, der Zar würde in Berücksichtigung der gegenwärtigen revolutionären Strömung am sichersten an der Spitze seiner Tru.ppen sein. Sollte der Zar nicht zur Hebet* nähme des Kommandos geneigt sein, dürfte ein Gr 0 ß fürst als Armeeführer in Aussicht stehen. (Diese Pläne sind nur Wünsche der Militär- bezw. Kriegspartei.)
Petersburg, 10. März.1 Dke Erörterung aller poll« tischen Fragen .ist auch in Zivilkreisen völlig vetsllimmt. Dfe Aufstellung einer neuen Armee soll bereits befohlen sein. Zahlreiche kaum zu kontrollil'rende Gerüchte von neuen Mobilmachunasmaßnahmen durchfchwirren die Stadt. —4 Aus Smolensk ttürd gemeldet: Die 71. und 75. Artillerie»., Brigade geht nach dem Kriegsschanplatz-e ab. Damit tnärc; also die. Mobilisierung des 13. Korps beschlossen.' In den Kämpfen um Mnkden hat sbch das 1. sibirische Korps Stackelberg und das 10. Zetpitzkische Korps besonders' hervorgetan.
Tokio, 10. März. Die Fapane r er b e u t e t e n den Kämpfen um Mnkden 5 7Ges'chütze,4700Gewehro, und 4220 Eisenbahnwag-en mit verschiedenen Gegend ständen. Die Zahl der Gefangenen ist noch unbekannt.
*
Regensburg, 10. März. In dem Magazin bÄ Staatsbahnzentralwerkstätte sind große Unter* schleife festgestellt worden, die Jahre zurückreichen. Der Wert der unterschlaaenen Gegenstände soll bedeutend sein.
London, 9. März. Reuters Bureau erhält die offizielle Mitteilung, die japanische Negierung habe gehört, daß große Geschäfte in der neuen 6prozentigen inneren japanischen Anleihe stattfänden, für welche doch die Zeichnungen nicht vor dem 25. März in Tokio und Poko- hama eröffnen würden. Die Regierung habe in keiner Weise solche Geschäfte autorisiert.
Paris, 10. März. In einem Hotel zu Marseilk^ wurden sechs russische Nihilisten, darunter zwei ehe-: malige Offiziere verhaftet. Nach den aufgefunbenen, Papieren gehörten sie einem Verbanbe an, ber die Er-' mordung zweier Großfürsten beabsichtigte.
Warschau, 10. März. Nachts schoß ein Unbefannfet auf den Bezirkspolizeikommissar Rittmeister Nastiagaiow und verwundete ihn schwer. Der Rittmeister schoß zwei mal auf den Täter, ohne ihn zu treffen.
Tokio, 10. März. Die Japaner kaperten bi6 britischen Dampfer „Venus^ und „Aphrebite^, bis mit Kohlen nach Wladiwostok nnterweas waren.
Telephonischer Kursbericht
8? nnkfnrt a. 38.
Tendenz: fest.
135.40
51.65
45.85
105.60
68.20
68.80
?.o/o Mexikaner . , 4</ei/n Chinesen . . Electric. Sei ackert . Nordd. Lloyd . .
Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandlt, Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handels^ee. Oesterr. Staatsbahn , Lombarden . . . Gottbardbahn . . . Lanrab litte . . . . Bochum
Darnener . . . . Staatsschatzseheine .
3Veo/o 3Vn M/J/o 3°/n «V9o/n
4% Unerar. Goldrente, .
40/ ItaVen Rente . .
4V, % Portn fieser , . <0/ Portugiesen. . . .
\% C. Türken . . . riirkenlose.....
4°/0 Grieoh. MonopoL-Anl. 4*/,% äussere ArgenHner
102 00
90.90
101.75
90.90
100.60
99.70
10. März.
. . . 361^
. . . 95.55-
. . . 143 00
. . 116.60
. . 214 80
. . 192 90
< . 143.50
. . . 159.10
. . 163 75
. . 142 90
. . 17.80
. . 191.50
. . 260.00
. . 245.00
. . 210.50
Reiohsanleihe do.
Konsole . do. . .
Heesen Oberheeeen
4 V. % Oesterr. Silberrente 101.45
" ~ . 100 30
3V,%
4% Oesterr. Goldrente . . 102 40
Mrserr Sprung ins Dunkle
riskiert jeder, der gegen katarrhalische Affektionen Mittet anweudet, die er noch nicht kennt. Nur bei Fay'S ächten jft Sodener AÜneralpastillen nicht — die sind ein Produkt der Sodener Heilguellen und ihre ausgezeichnete Einwirkung Vife (iiif die Schleimhäute der Atmungsorgane und des Plagens SB» ist so millionenfach erprobt, daß jeder unbedingt nach den
„Sodenern" grciien muß, wenn er bnstet, heiser ^ist, oder sonst an ErkältungSerscheimmgen leidet. Die Schachtel LÄM kostet nur 85 Piq. in allen Apotheken, Drogerien und Mme° WWsä ralwasserhandluugen. Hy1/,


