Freitag Ltt.MärzlSVS
ISS. Jahrgang
Erstes Blatt
Aom ^rlegs^chaup.atze
Vchulstrahe 7.
Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.
Kernsprechanschluß Nr. öl.
erfolgte, ist unb'elannt. In einer Beweisaufnahme ist jedenfalls näheres nicht fest gestellt worden. c r c. ..
Ter Vorsitzende sprach sich dahin aus, daß die Angeklagten nach dem Scheitern dieser Vermittelungen als „beleidigt sich Genugtuung verschaffen mußten. Tas Gericht hat damit fest- aestellt, daß es zu mildernder Beurteilung verhilft, wenn man s j ch z u V e r g e hu n g e n gegen §§ 201 ff. entschließt.
ungen herrschte in der vergangenen Nacht Ruhe.
London, 9. März. Tier Korrespondent des Neutmcken Bureaus bei der Armee General Okus meldet,unterm 8. Marz: Tie Hute japanische A rmee hat die Eifenbahn zwi - scheu Mukden und Tieling abgefchnitten und zerstört. Einzelheiten sind nickt zu erhalten. Tie Russen ziehen sich auf den nördlichen Str aßen zurück. Tie. linke Kolonne der genannten Armee, hatte bei Likampu, sieben Meilen nördlich vom Hunho und fünf Meilen wejti,ch von der Eisen- balm, ein heftiges Gefecht mit einer dr.ifaa- stärkeren Aiizahl des Feindes. Tie Verluste der Russen betragen 10 000 Mann. Das Zentrum der Russen zieht sich in großer
Zut Lage ui Rußland.
Tie Kornini,, iou unte bun ^1111^1115
Organifation einer Volksvertretung wird m etwa.
zu Markte getragen. I
Es ist unsäglich, woher der Gerichtshof ohne Beweisaufnahme entnehmen konnte, daß eine Beleidigung vovliegt. Sehr kompetente Zeugen hätten bestätigen müssen, daß der Redakteur seine Ausdrücke zu wählen berechtigt war. Tie schärfste Rüge, wenn sie dem Gerügten entspricht, kann aber nun und nimmermehr eine Be-1 leidigung sein, wenn nicht ans begleitenden Umständen die Absicht der Beleidigung hervorgeht. Tie Exzesse sind — wie sich auch aus den in der Verhandlung nicht vorgelegten Polizeiakten! ergibt — aber derart gewesen, daß ein gewissenhafter Kritiker in ehrlichem Interesse für das Theater die Täter festzunageln I für gut befand — schon um vorbeugend zu wirken. Ta ihm die fronen nickt bekannt waren, so konnte er nicht anders, als sie I n.ach der Zugehörigkeit zu ihrem Korps ^u bezeichnen. Wie aber I »er Hinweis auf die Personen eine Beleidigung sein soll, ist un- oerständlich.
In seiner Urteilsbegründung meinte der Vorsitzende noch, daß es nötig gewesen wäre, um bei Publikum den Eindruck einer „richtigen Kritik" hervorzurufen, das Publikum einiger- mäßen darüber auszuklären, was eigentlich vorgefallen sei. Das sei aber nicht geschehen. Tazu bemerkt sehr richtig die „Franks. Ztg.": „Tiefe Unterlassung scheint uns vielmehr der Ausdruck einer sehr weitgehenden Rücksichtnahme. Im übrigen hängt es ganz von dem freien Ermessen des Theaterreferenlen | und von den besonderen Umständen ab, ob und wie er Vorgänge I außerhalb der Bühne mitbesprechen will." ,
Tie Entfcheidungsgrunde haben weiter die minimale strafe iiit den angeblichen Vermittelungsversuchen motiviert. Gewiß haben die Angeklagten vor der Forderung andere Schritte getam Was aber wünschten sie? Es sollten die Redakteure öffentlich und persönlich die Ausdrücke widerrufen! Es ist eine seltsame Zumutung, wenn den Redalteureu das Ansinnen gestellt wiro, das, was sie nach ihrer Ueberzeugung ausgesprochen^ und nut nach ihrer Empimoung zutreiseuoeu Ausdrüaeu chararterlileri Haven, zu revozieren. Bei einer Zeugenvernel/aung wäre wohl auch die Bedingung büier „gütlich.^ > .uiilchluu . u .^pcacke g men. Woher das Gericht die Talfache oer ^Ermittelung w .... und uuute« welcher Art sie war, unb unter welchen Bedulguua u in
gefunden! , . , . .
Man muß allerdings danrit rechnen, daß ine Japaner nach den entsetzlichen Kämpfen der letzten Tage aussl äußerste erschöpft sind, und daß es ihnen an Kräften' fehlt, ihren Sieg bis aufs äußerste auszunutzen. Aber, ollte es auch den Russen wiederum gelingen, sich der Umklammerung durch die Japaner zu entziehen und dc^ reuende Tieling zu erreichen: von der moralisch,en Wirr- una dieser neuesten Mederlage werden sie sich nicht wredev erholen können, und in Kuropatkins Hand wrrd dre tn zahllosen Schlachten geschlagene Armee auf immer ein) stumpfes Werkzeug bleiben.
Tazu kommt, daß nach dem Uebergang der Bahn m Tientsin über Kmtschou nach Sinminting in den Besitz der Japaner den Russen der Weg versperrt ist, aus welchem! sie einen sehr großen Teil ihrer Verpflegung heranKogem Sie sind jetzt einzig und allein auf die sibirisch-mandschurische Bahnlinie angewiesen, und diese reicht kaum für den Truppentransport, geschweige denn für die Heran- schassung von Proviant und von Miegsmaterial aus.
In Pariser informierten Kreisen verlautet, daß nunmehr die französische Regierung ernstlich die Friede n s v e r m i t t l u n g in die Hände genommen habe. Nach) Anzeichen, welche aus Petersburg vorliegen, soll der Zar letzt sich weniger ablehnend verhalten.
Kleine Meldungen.
Pe. evbu-.-rg, 9. März. 10buj Reservisten, die sich an den letzten Unruhen beteiligten, sind nach dem Kriegsschauplätze
wahne.i. 9 März. Tie „Times" meldet aus Petersburg,
da-ü die russischen Verluste wahrend der letzten 10 Tage «3 mit 83Ö OffÜiere und 33 000 Mannschaften bciufc ctSburg, 9. März. Der Rückzug der russisch en Truppen vom Zentrum und vom Ostslügel wird in aller Ord- holitoaen Tie Russen verbrannten alle Vorräte, die sie ^urücklaiien mußten. Tas Artilleriefeuer dauerte mit furchtb«er S» ö wird immer wieder benötigt, baft die rufst- irfjpn Verluste besonn. . bei den Kämpfen um die befestigten 'Ler enorm sind. Tu . ' scköpsung der Truppen ist groß. ^ori v 0 F i ü r 9 März. MarsWall Obama hat Befehl gegeben, ibafi die Ka'isergräbcr bei Mukden geschü ist und °er- idmit werden sollen, und hat aug-rdem zur Äerupcgung der An" ischm Bevölkerung ans das strengste ungeordnet, Lag die ad Mulden nicht von Truppen belegt werden soll. ..
r 8all Mukdens steht demnach zweifellos un-
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außer Sonntags.
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Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Buch-u. Steindruckerei. öt Sang«. Redaktion, Ervedittoa
mittelbar bevor. In Petersburg hat man daran nicht glauben wollen, man rechnete mit den gewagteste lichkeiten. Nachdem die Japaner die Eisenbahn nördlich) von Mukden abgeschnitten haben, ist die U m zinge lunfl Kur opatkins in der Hauptsache v o 15 Kv g en. Dry Rückzugswege, die übrig bleiben, sind derart schlecht, und über ihre Beschaffenheit werden vollends dre nach Grre- zenbergs Bericht „absolut falschen Generalstabskarten so, viel Irreführendes verzeichnen, daß es nicht zu verwundern^ ein wird, wenn ein großer Teil der Truppen m dre FalM gerät. , ...
Nach einer Petersburger Privatdepesche verlangt dre Kriegspartei die Entsendung von weiteren 400000 M a n n. Das nützt auch nichts viel, so lange den Massen der geniale Führer fehlt.
-Die neue russische Niederlage ist die schlrmmstzeum ganzen Kriege und vielleicht bringt sie die endgilNgv Entscheidung über das Schicksal der Russen im fernen! Osten. Schon die nächsten Tage müssen zeigen, was Kuropatkins Niederlage für die fernere Entwickelung der Dinge in Ostasien zu bedeuten hat.
Sind Nogi und Kuroki, die vom Westen und vom Osten her andrängen, noch stark genug, die Armeen der Generale Kaulbars und Liniwitsch zu durchbrechen und Miteinander Fühlung zu gewinnen, so ist der eiserne Ring um Kuropatkin geschlossen, er hat bei Mukden fern Sedan
ab9Tonbon, 9. Mürz. Tie „Times" berichtet ans Petersburg: General Tragomirow leide an einer Herzkrankheit. In einem Artikel in einem Fachblatt verteidigt er G-riepenberg und richtet gleichzeitig heftige Angriffe gegen Kuropatkin, weil dieser nicht gegen die Japaner unter dem Eindruck der Griepenbergscheu Demonstration zum Angriff vorgegangen ftu , .
London, 9. März. Ter russische Botschafter Gwf Bencken dorff händigte heute Lord Lcmdsdowne die Entschädigung sisum m e b'vn 65 000 P fund für dre von bed Hüller Katastrophe betroffenen Fischer aus.
Dreimal Geld!
T,as Berliner Rusfentonsortiurn soll die Petersburger Re-, qierung unter der Hand verständigt haben, daß auf absehbare Zttt ein neues russisches Anleihegeschäft mit Deutschs l a n d n i ch t in Frage kommeii könne. Turan Durfte^ niemanp etwas Ueberrafchendes finden. Es ist auch übet» die ^orsenkteise hinaus kein Geheimnis, daß die an den bisherigen russischen Finanzaktionen beteiligten Banken, um die Kurse der russischen Fonds zu halten, einer empfindlichen Belastungsprobe ausgest^ sind. Tie Zwangskäufe am Russenmarkt spielen ^m Vernehmw naw besonders fetzt eine unerwünschte Rolle, roeil Mduicq Die, zum Quartalsweck'el erforderliche Geldflüssigkeit beemtrachlrgr wird. Andererseits kommt Rußland um b ie Je o t ro e nDig* leit einer neuen Auslandsanleihe s ckwer lich her- um, und die Meldung des „Daily Expreß,,datz - orrttm
Male — Frankreich als Partner für dieses Geichaft m Jws- sickt genommen sei, entbehrt nicht der ^ftm^^schei^ichkert. Tie mit russischen Fonds nachgerade gesättigten Bürger: der Re publik würden zwar sauer dremblicken solcher „Ausnutzung des Allianzverhältnisses, sie könnten aber nicht em Moment außn Acht lassen, daß die Hergabe neuer Millionen an Rügland auch im Interesse Franlreia>s anrät. Wie immer über Dae Annäherung wischen Frankreich und Eiigland geurteilt werden mag, fovi^ stebt fest und weiß man vermutlich auch in ber Republik.
anb 'ist d'e letzte Macht, auf die Frankreich sich verlassen! ton im W es über See in Bedrängnis gerät. Charles Tilke.
beroorrarenber englischer Staatsmann, hat es ja mit dürren Worten als empfehlenswert bezeichuet, daß England feine bete £™b bebalte um jederzeit den befonderen Umstanden entsprechend Allianzeii abschließen zu können. Das Bündnis Englands mit Japan besteht und wird weiter bestehen. Tamit ist aber die Möglichkeit eines Zaiaminengehens Äii England und Frankreich ausgeschlosten für den ^all, daß letzteres m Ost- aiien einem japanischen Angriff ausgesetzt sein würde Militärische Kreise der Repridlik rechnen allen Ernstes mit Dieter Möglichkeit. Ter Schluß, baß dem vorgebeugt »erbat rönne durch Amchuung Franlreichs an ein militärisch geschultes und finanziell Irüiugeö Rußland, liegt nahe, wenn er auch nur mit der bitteren ^lonsequenz gezogen werden kann, daß vorzugs- iveise Frantreich sich veranlaßt sehen muß, die fmanzielle Kraf- tiauna Rußlands herbeiführen zu helfm. ^iest polttische Erwägung dürfte für die Geneigtheit der Pariser Hochsinanz, ein^ an sie heran tretender Anleihegciuck des russischen Fmanzministers Folge z>l geben, sa u."Rich bestmimend sein. .
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Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger v
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Verwirrung zurück.
Tokio, 9. März. (Reuter? Tas lapanifche Hauptquartier auf dem mandschurischen Kriegsschauplatz berichtet heute: In der Richtung auf Sintsching verfolgen unsere Truppen, die die Russen bei 9R a t s ch u n t a schlugen den Feind roeiter. Am Schaho, östlich der Eisenbahn, macht sich ein Zurückgehen des Feindes bemerkbar. Unsere ganze Linie eröffnete am 7. März um Mitternacht den allgemeinen Angriff, orängte den Feind aus seinen Stellungen und verfolgt ihn jetzt in der Richtung auf Hungo. ^.er ganze Bezirk westlich der Eisenbahn und südlich des Hunho ist in unseren .Händen. Bei den Operationen auf dem reckten Hunhoufer fährt der Feind fort, in der Nahe von Aangschiihtun und Lituanpu hartnäckig Widerstand zu leisten. Er machte mehrere Gegenangriffe, die wir unter schweren ,Verlusten für die Russen abwiesen. Unsere Tru^p- !pen drängen jetzt die u s s e n n a ch dNu k d e n z u r u i^m Norden von Mukden besetzten wir trotz des hartnackigm Widerstandes des Feindes Siaochipun, 5 Mecken nordwestlich von Mulden und PachiatUs'u, 2 Meilen, nördlich von Mukden. Unsere Truppen zerstörten die Eisenbahn im Norden von Mukden. — Eine zweite Tep-sche besagt: ^eck gestern feuert die feindliche Artillerie häufig auf unsere Toten und Verwundeten, welche auf Tragbahren und Hmhrwerken nacq einem Punkt westlich von l)!unlnnntnn bei UanMchitnn gcbvacyt tverden.
Tokio, 9. Marz. <W. L.) Obzleich der wirkliche Um- sana des Erfolges bei Mulden noch unbekannt st, feiert die Bevölkerung von ^.olio bereits den S i e g UeberSlt ist in der Stadt g c s l a g g t. T,e Menge in den Straßen kauft eifrig die von den Zeitungen herausgegebcnen Ertrablatler. Äriegsniinisteriuin und beim lu.neralliab laufen zahlreiche Glüllwünsche ein. Es geht das Gerücht, Kuropatkin, d^n Rückzug teilweise abgefchnitten wurde, hatte schwere Verluste an Gefangenen. Eine amtliche Be- statigung fchtt Reuters Bureau meldet aus Niutfchtvang
! unternr 9 März: Tie Japaner jorvern die Beförderung von 450 Tonnen Reis nach Sinnnntrng und drohen, wenn die»c Forderung nicht erfüllt wird, die Erienbahn in Bcchstag zu nehmen. Mau glaubt hier, daß es sim um -m- Probe handelt, weil,die ständige' Beförderung von Wciz-en und Kohlen ,ur dre Rusten licht gchinocrt wird, die Japaner aber nupartelilche Behandlung verlangen. Leute haben die Japaner wieder das 4,ele- I arabbenamt in sinminting besetzt.
Tokio, 9. März. Japan entschloß nch, 3o00 kamps- unkLbige und verwundete Soldaten aus Port Arthur I über Tfchifu nach Haufe zu schicken,
Ferner sind folgende Privatmeldungen zu er»
Die Keidelverger SHwaöenaffäre.
Wir haben geftern oussührlick über bie Gerichtsverhandlung be§> Heibeckerger Theaterskanbals berichtet. Tie Studenten van Hees und Tietrich hatten den Redatteuren Straub und Tufner Forderungen auf schwere Säbel zugehen lassen, welche durch den Stud. Elsässer überbracht wurden. Sie wurden von der Heidelberger . .
Strafkammer zu Festungshaft von je 5 Tagen bezw. 2 Sagen I ittqen heute folgende offiziellen Ä/petdungen vor: Verurteilt! m r t Mukden, 9. März, nachts 21/2 Uhr. (Petersb. Telegr^-Agck
%-aä Urteil wie die ganze Verhandlung haben nichst nur in & ariffen die Japaner unsere Stellungen n 0 r d l 1 ck Heidelberg, sondern allenthalben — nun sagen wir: Überrascht. | ö 0 n Mukden an. Bei der Ortschaft Padjasu, nordwestlich von
Eine Zeugenvorladung an die Geforderten war, wie das Kaiiergräbeni, findet ein hartnäckiger Kampf statt. Unsere /,Heidelb. Tagebl." heute mitteilt, nicht erfolgt, die zur Auf- n§rhut verließ das Torf. Während der Nacht griffen Ttärung des Tatbestandes sicherlich zweckdienlichen Disziplinär- .. c> ^ner die Ortschaft Santaitsi, nördlich von den Kaiser- aften luareu weder auf Antrag der Anklagebehörde noch durch den Gräbern, an. Ter Kampf dauert fort. Auf der Südfront Gerichtshof erhoben. , . - , , erreichte 'di e Vorhut der Japaner Huantschan.
Ter Verteioiger der Angeklagten beichrankte seine fehr kurz ß^aeTirDäT±ig wird eine heftige Kanonade gehört.
gehaltene Verteidigung auf zwei Punkte: 1. Xu ui ber ange- Petersburg, 9. März. Kuropatkin meldet unter gebenen Kritik gebrauchte Aeußeruug „Roheit und Unanständig- g März: Auf dem reckten Hunhoufer richtete der Feind Seit" sei unberechtigt und zu weitgehend gewesen. 2 ^te „ An- - - n e' Offensive gegen MuL> en von Nordwesten geklagten hätten ernsÄiche Versuckfe gemiacht, die Sache gutlicg r n D bitweise von Norden. Das Zentrum und die link» veizulegen. , . , . Flauten unserer Armeen gehen ohne Kampf in die
Ter Gerichtshof unterließ es trotz des retcfjlha) vorhandenen verickanzten Stellungen auf dem rechten Hunhoufer zu- and leicht zu beschaffenden Materials, zu ermitteln, ob die ^-er Feind g'tiff uns heute in der Nordsront an, wobei er
wählten Ausdrücke zu weitgehend waren oder nicht. Er behauptete '^bines Vorpostendelachement vom Torfe Äladiasa bis auf
das erstere einfach! . zwei Werst nordwestlich von dem Torfe Taentun zurückwarf. Ter
Der Verteidiger trug u. a. vor: Redakteur Tufner habe rn Befehlshaber dieser Abteilung, Oberst Sapelski, der sich dem Disziplinarverfahren gegen die Angeklagten zugestenden, daß fe|ne Tapferkeit auszeichnete, wurde getötet. Tie Angriffe er in seinen Ausdrücken ju önii gegangen sei. xuefe. -oehaupttmg K Feindes auf unsere Stellungen n ö r dl ich von Mukden entspricht dem „Heidelb. Lagebl." zusolge keineswegs den Tal- tD,utj>cn mit großen Ver lüsten für die Japaner zu- sachen. R^>akteur Tufner wurde von dem Tisziplmarbeamten I geschlagen Auf der Weftftont griff der Feind unsere der Universität, Herrn Bezirksamtmann Hebting,.veniommen und Wellungen bei dem Torfe Niutsitun an und wutde auch hat seine Angaben, die nichts weniger als dieses Zugeständnis\<. zurückgeschlagen. Bei einem Gegenangriff machten enthielten, zu Protokoll gegeben und dieses mit seinem Namen ^sere Truppen eine große Anzahl Gefangene. Auf alten übrigen unterzeichnet. Nack) Schluß dieser protokollarischen Angabe fand Stellungen war während des Towes kein Kampf.
eine sachliche Unterhaltung zwisckMi Bezirksamtmann Hebting und Petersburg, 9. März. Ein Telegramm Sacharows Red. Tufner statt. Iw Verlauf dieser Unterhaltiing äußerte Hebting: an ben Generalstab vom 9. März meldet: Auf der Nordfront er stehe sachlich vollständig auf dem Boden der betreftenderi Kritik, ,^r Feind mehrere heftige Angriffe während
nur könne er den einen der gewählten Ausdrucke nicht billigen acw die abgeioiefen wurden. Auf den übrigen Stell- Redakteur Tufner erwidert darauf: Man könne ja strecken und
den gewählten Ausdruck fieber für zu scharf und zu weitgehend halten, aber dem Sachverhalt gegenüber hätte er nicht anders (jewW werden können. Ti«)es Privatgespräch hat Amtmann Hebting nachträglich ohne Wißen des vernommenen Tufner zum Gegenstand einer Aktennotiz gemadxt, jedenfalls nach Fertigstellung I des Protorolls. Tiefe Aktennotiz hat der Verteidiger, der die Vorlage dieser interessanten Akten nicht für nötig erachtete, zum Kernpunkt seiner Verteidigung gemacht. . .
Das Urteil, das auf einige Tage Fesrungshaft lautete, wird vielleM noch den Angeklagten im Gnadenwege erlassen werden.
Die Forderung, so meint heute das „Heidelb. Tagebl.", ent-1 eine schwere Beleidigung für die Geforderten, indem man ihnen ein Vergehen gegen das Reicksstrafgesetzbuch zutraute. Hier könne man freilich „den Angeklagten zugute halten, daß sie nach ihren traditionellen Begriffen von bürgerlicher Ehre und Ehrenverteidigung nicht die Empftndung haben, wie bei einem Bürgerlichen der Respekt vor einem-Reichssttafgesetzbuchsparagraphen ausgeprägt ist, den er ernst nehmen zu müßen glaubt".
Ter Vorsitzende begründete nun die verblüffende Milde der! Strasausmessung damck, es sei zu berücksichtigen, daß,die gewählten Ausdrücke „roh und unanftänbig" weniger als Rüge, denn als Beleidigung hätten empfunden werden müssen (!); der,Presse stehe ein Rügerecht zu, sie müsse es aber m einer Weise tun, piaß es nicht den Eindruck einer Beleidigung, sondern den einer gerechten Kritik mache. Tie „Beleidigung" wäre noch verstärkt Worben durch den Zusatz: „Es waren wieder Schwaben".
Tazu bemerkt nun das „Heidelb. Tagebl.": Jahrelang war M früherer Zeck das Theater in empörender Weise den Launen gewis'ser studierender Herren ausgesetzt, die sick- in souveränster Weife über das Genußbedürfnis ihres bürgerlichen Mitpublikums hinwegzusetzen vermochten. Turch mühsam errungene Repressalien war eine zeitlang Wandlung und Besserung geschaffen. In diesem Winter regte sich in den Logen wiederum die Sportlust. Tie Presse fühlte daher die Pflicht, was üir auch vom Gerichtshof zugestanden wird, das Publikum und die Kunst vor diesen Ueber- griffen zu schützen.
In der Urteilsbegründung ist die Absicht der Beleidigung des betr. Artikels als feststehend angenommen. Redakteur Tufner wäre dagegen in der Lage gewesen, zu beweisen, daß ihm die Absicht der Beleidigung gefehlt hat. Für die Sache hat er seine Haut
Ile Heutige Kummer umfaßt 10 Seiten-


