Chifctn Vernehmen nach sind die russischen Kreuzer „Rossia" und „Gromobvi" ausgebessert. aber es sei zweifelhaft, ob sie den Hafen verlassen 1 verbot. Infolge der enormen Mengen von Steinkohlen, in deren Besitz Japan durch die jüngste Wegnahme von Schiffen gelangt ist und infolge der schon vorher angesammelten Vorräte hat Japan den Ankauf von Brennstoffen eingestellt.
'Ter Generalinspekteur der russischen Kavallerie, Groß- fürstNikolauS Nikolajewitfch reist in nächster Zeitz nach dem Kriegsschauplatz ab. Es unterliegt keinem Zweifel, daß damit die Nolle KuroPatkins als Leiter der kriegerischen Operationen ans gespielt ist. Mit dem Großfürsten wird Prinz Friedrich Leopold von Preußen seine im September verschobene Reise nach dem Kriegsschauplatz antreten. Ten letzteren wird Major Freiherr von Tettan vom Großen Generalstabe nach dem Kriegsschauplätze begleiten. Ter Prinz begibt sich am kommenden Montag nach Petersburg und wird dann, nachdem er dem Zaren einen Besuch abgcsiattct hat, gemeinsam mit dem Großfürsten Nikolaus die Fahrt nach den: fernen Osten ,an treten.
Japans Geldbedürfnis.
Tokio, 9. Febr. (Renter.) Der Vizepräsident der japanischen Bank reist am 17. ds. über Vancouver nach Amerika und England ab. Es werden jetzt Vorverhandlungen bezüglich der Bedingungen der vierten inneren Anleihe gepflegt. Der Finanzminister trifft Vorbereitungen zu einer Zusammenkunft mit Bankiers und Kapitalisten für den 13. ds., um den Zinseinsatz und die Zeit der Ausgabe der neuen Anleihe au besprechen.
Sitzung der Stadtverordnetcil.
Gießen, am 9. Februar 1905.
Anwesend Oberbgm. Mecum, die Beigeord. Curschmann und Georgi, sowie sämtliche Mitglieder des Stadtverordneten- Kollegiums außer Beig. Heyligenstaedt und den Stadtverordneten Dr. Gutfleisch, Jughardt, Schiele und Schmall.
Oberbgm. Mecnm gab zunächst von einem Dankschreiben der V o l k s s ch u l l e h r e r für deren Gehaltsregelung Kenntnis und berichtete darauf ferner, daß das Großh. Ministerium giwar dem Besitzer der Krachen- bürg, Weber, die.Erlaubnis zur Bebauung seines Eigentums erteilt habe, daß aber tzurzeit die Bauerlaubnis noch nicht erteilt werden Föthic, weil Weber behauptet, der hinter der Straße liegende Abwässergraben sei sein Eigentum, und sogar jeden Tausch mit der Stadt ablehnt, die ihrerseits das seit 1896 verbriefte Recht des Eigentums des Grabens, das im Grundbuch cingezeichnet ist, für sich in Anspruch nimmt, und, wie Oberbgm. Mecum betonte, weder das Recht noch die Neigung hat, ihr Besitztum ohne weiteres preiszugeben. — Stadtv. Wallenfels stellt gleichfalls fest, daß am Eigentumsrecht der Stadt kein Zweifel bestehe und daß bei der jeweiligen Räumtlng des Grabens immer nur die Stadt, niemals Weber, der sich doch als Eigentümer aufspielt, in Aktion getreten sei. — Na'ch einer Anfrage des Stadtv. Schaffstoedt, ob man nicht zur endlichen Beseitigung des unwürdigen Zustandes der Krachenburg sich mit Weber irgendtvie einigen könnte und wie hoch der Geländewert des Grabens sei, geht man nach einigen anderen Meinungsäußerungen der Stadtverordneten zum 2. Punkt der Tagesordnung über, der bett Fluchtlinienplan für die Kat'h arin en aasse betraf. Dieser ist ftüher bereits sestgestellt, aber nicht eingehalten worden, und die jetzigen Verhältnisse gebieten eine neue Linie festzulegen (nämlich bei den beiden Enden der Straße), was akzeptiert wurde.
Ein B a u g esu ch d e s H e i n r i ch Kr ö ck V. zu Heuchelheim für die Rod he im erstraße wird abgelehnt, da sich wegen der festzulegenden Fluchtlinie in späteren Jähren Schwierigkeiten ergeben könnten. Es handelt sich um den Bau eines Wohnhauses mit einer Wirtschaft, die so weit außerhalb der Stadt liegend, außerdem der polizeilichen Ueberwachung Schwierigkeiten machen würde. Die Stadtv. Krumm und Löb er meinten zwar, man solle den Steuerzahler nicht veranlassen, über die Grenze des Stadtgebiets hinauszugehen, allein weitaus die Majorität beschloß, dem Antrag der Baudeputation auf Ablehnung des Gesuchs zu entsprechen.
Auch ein Baugesuch des H. Becker II. für die Katharinengasse 14 wurde nicht befürwortet, dagegen wurde dem Baugesuch der Gailschen T am p fzie g e le i für den Erdkauterweg (außerhalb des Ortsbauplans liegend) Zugestimmt.
Das Gesuch des Heinr. Kröck V. zu Heuchel- Herm um Erlaubnis zur Errichtung einer Stauanlage rmNeustädter Feld wurde bedingungsweise, gegen eine ;ährlrche Anerkennungsgebühr von 3 Mk. genehmigt.
Ein gleiches in Aussicht stehendes Gesuch des Dan. Weller von Heuchelheim findet auch die einstweilige Zustimmung.
Wegen der Anlage eines Geländers an der ^Trepp e ber d er neu en ka th o lisch en Kir che, was dre Stadtverordneten schon einmal beschäftigt hat, schlägt dre Baudeputatton vor, einstweilen noch die Entwicklung der Dinge abzuwarten, bis nämlich der Besuch der Kirche in Betracht kommt.
Mit einer Aenderung des Flnchtlinienplans für bte Straßen zwischen dem Mittelweg und der Vetc- rinärklinik, deren Zweckmäßigkeit Oberbgm. Mecnm an ber Hand von Plänen erläutert, ist die Versammlung einverstanden.
Zum Ausbau des Wetzlarerwcgs ist noch der Erwerb eines Stückes Gelände erforderlich und zwar von K. Wenzel und der Witwe Käß. Der zuerst Genannte verlangt neben dem Ersatz für Bäume und der Versetzung von Einfriedigungen 20 Mark für den Quadratmeter,' die Witwe Kan verlangt 15 Mark für den Quadratmeter. Der Stadtoerordneten-Versammlung erschien diese Forderung als viel zu hoch und man beschließt die Enteignung unter Zugrundelegung des Taxwertes von 7,50 Mark für den Quadratmeter.
Von der Herstellung eines Kiesbanketts aus der nördlichen Seite des Schissen bergerwegs, die 1400 Mk Kosten verursachen wurde, schloß man sich der Meinung des Oberbürgermeisters an, der äußerte, der Zustand der Straße rechtfertige gegenwärtig so hohe Kosten nicht und in der Innenstadt seien mindestens ebenso# dringende Bedürfnisse vorhanden.
Oberbgm. Mecum macht die Mitteilung, daß die städt. Unkosten, die der Einq uartierung imJahr!904 entsprungen sind, 4 0 000 M k. betragen, wahrend nur 2000 Mk. vorgesehen waren. Ca. 78 000 Mk. sind ausgegeben worden und 38 000 Mk. sind an den Stadtsäckel zurückgekommen.
Die Rechnung des Großh. Realgymnasiums und ber Oberrealschule für 1903/04 (der städtische Zuschuß beträgt 44 075 Mk.) gibt zu Ausstellungen kein Anlaß.
Eine Entschädigung für Obstbäume, die in dem bereits genehmigten Tauschvertrag mit Gg. Thront versehentlich noch nicht einbegriffen war — sie beträgt 46 Mk. — wirb nachträglich genehmigt.
Die Beschaffung von Schulräumen für das Realgymnasium, die von den Stadtverordneten schon beschlossen wurde, beansprucht 1200 Mk. Kosten, die von der Versammlung bewilligt werden.
Für die Beschaffung eines Sprengwagens und zweier Schlamm wagen werden 2400 Mk. bewilligt.
Die Vergebung der Arbeiten für die Hausanschlüsse bei der Kanalisation soll an die Firmen Jäger und Rumpf und H. W. Rinn erfolgen. Es soll dem pflichtmäßigen Ermessen des Tiefbauamts überlassen werden, die Arbeiten an die beiden Unternehmer zu verteilen. Die Firma Jäger und Rumpf hatte für die gesamten Arbeiten 126 497.89 Mk. verlangt, die Finna H. W. Rinn 121 807.10 Mk. Tie zuletzt genannte Firma soll, da sie nicht nachgewiesen hat, daß sie schon ähnliche Arbeiten ausgeführt hat, zunächst einige Probeanschlüsse zur Beurteilung ausführen.
Von den übrigen Punkten, die in der öffentlichen Sitzung verhandelt wurden, erwähnen wir heute nur die zwei wichtigsten, nämlich den, die Errichtung einer Zicgcnzuchtstation und den, die Errichtung eines Zuchtviehmarktes betretend. Morgen werden wir ausführlichere Mitteilungen übet die weiteren Ergebnisse der Sitzung machen. Von der Errichtung einer eigenen Ziegenzuchtstation will man Abstand nehmen, dagegen deut Ziegenzuchtverein, der bekanntlich die Bockhaltung, zu der die Stadt sonst verpflichtet wäre, seither übernommen, nun aber wegen finanzieller Bedrängnisse auszugeben beabsichtigt, entgegenkommen. Dem Beigeord. Curschmann soll es überlassen werden, mit dem Verein wegen der Gewährung eines höheren Zuschusses zu verhandeln.
Auch der Anfrage des Landwirtschaftlichen Provinzialvereins wegen der Errichtung eines Zuchtvieh- Marktes in Gießen steht man sympathisch gegenüber. Wahrscheinlich wird für diesen neuen Markt die Bichler'sche Rennbahn als Platz in Anspruch genommen, da Bichter sich als sehr entgegenkommend erweist und der jetzige Vieh- marktplatz voraussichtlich deshalb nicht in Frage kommen kann, weil die Züchter wegen Seuchengefahr ihr teures Vieh nicht dort unterbringen wollen. Die Stadt wird der Markt, wie ausgerechnet wurde, 1000 Mk. für den Markttag kosten; unmittelbare Einnahmen erwachsen ihr dagegen nicht.
(Schluß folgt.)
In der gestrigen nichtöffentlichen Sitzung der Stadtverordneten wurde u. a. beschlossen, Bauführer Heß vom 1. April ab für den Kanalbetrieb anzustellen.
Aus Stadt und Sand.
Gießen, 10. Februar 1905.
** Schiller feier in Gießen. Rach verschiedenen Vorberatungen der beteiligten Kreise über eine würdige Schillerfeier auch in unserer Stadt, hat gestern diese Angelegenheit auch die Stadtverordneten beschäftigt. Sie faßten in nichtöffentlicher Sitzung folgenden Beschluß: Die Schuler und Schülerinnen der oberen Klassen der Volksschule und erweiterten Mädchens chttle werben größere Schulfeiern haben. Ferner soll ein Zuschuß zu der von der Studentenschaft beabsichtigten Schlller- feier gewährt werben, unter ber Bebingung, baß zu ber beabsichtigten Aufführung ber „Braut von Messina" nnb bent Festakt in ber Universitätsaula (wobei, wie wir hören, Geheimrat Prof. Dr. Behaghel bie Festrede halten wird) ein Teil der Plätze auch für die hiesige Bürgerschaft reserviert wirb und daß eine weitere Aufführung der „Braut von Messina" in derselben Rollenbesetzung wie bei der Erstaufführung an einem folgenden Sonntag als Volks Vorstellung stattfindet.
** Akademischer Vortrag. Am Donnerstag fand der erste der vier akademischen Vorträge aus der Altertumswissenschaft in der dicht besetzten Aula statt. Professor Dr. Bet he schilderte die durch erstaunlich erfolgreiche Ausgrabungen seit Schliemann erst wieder erschlossene, bis dahin völlig verschollene vorhomerische Kultur, die nach ihrem ersten großen Fundorte die „Mykenische" genannt wirb. Bc- sonbers bie großartigen weiträumigen und mehrstöckigen Paläste in Kreta, bie jetzt aufgegraben werben (Knossos unb Phaistos), zeigen in ihrer guten Erhaltung eine Baukunst, eine Formen- nnb Farbenpracht, einen Reichtum, einen behaglichen Luxus, unb hygienische Anlagen (Bäder, Waterklosetts, Senkgruben) wie sie doch erst int späten Altertum und jetzt wieder erreicht sind. Zahlreiche z. T. kolorierte Lichtbilder vermittelten die Anschauung. — Hoffentlich werden die weiteren Vorträge an den folgenden drei Mittwochen (Prof. Dr. Wünsch über „Rout zur Zeit Goethes", Professor Dr. Sauer über „antike Malerei", Prof. Dr. M. L. Strack über „Alexander den Großen") ebenso zahlreich besticht werben unb für die wissenschaftlichen Reisen der Gießener Studierenden eine erkleckliche Summe zusamntenbringen.
** Der Krieger-Verein Gießen hielt vor einigen Tagen seine diesjährige Hauptversammlung ab, worin es sich in ber Hauptsache um bie Vorstanbswahl hanbelte. An Stelle des früheren ersten Vorsitzenben, Landgerichtsrats Wiener, Hauptmann d. L., wurde Fabrikant 2t. Gabriel, Hauptmann d. L., gewählt. Die sämtlichen übrigen satzungsgemäß ausscheibenden Vorstanbsmitglieber wurden wiederge» wählt. Postsekretär i. P., Meyer, der Mitbegründer des Kriegervereins, der sich große Verdienste um den Verein erworben hat, bleibt nach wie vor Ehrenvorsitzender. Im Verlauf der Versammlung wurde dem beliebten, 25 Jahre dem Verein angehörigen Mitglied, Verwalter Keller, unter herzlichen Gratulationen allerseits ein Ehrendiplom ausgehändigt. Die sämtlichen zahlreichen Anwesenden blieben nach Erledigung der Tagesordnung noch lange in gemütlicher Stimmung beieinander.
Eine n kriegerischcn Bürgevmcistcr haben die Bewohner des Dörfchens E. im Vogelsberg. Er hat in diesem Jahre nicht nur die im Jahre 1885 geborenen Burschen, sondern auch die Mädchen dieses Jahrgangs in die Stammrolle ausgenommen. Ob sich das Dors
oberhaupt vorher das Einverständnis der jungen Schönen gesichert hat, ist nicht bekannt.
tzOrtenberg, 9. Febr. Ein 10jähriges Pflegekind wird seit gestern vermißt. Das Mädchen kam au# der Schule und wurde mit einer Milchkanne in ein Nachbarhaus geschickt. Für die ab gelieferte Milch erhielt die Kleine 15 Pfennige, welchen Betrag sie für den Ankauf von' Klickern verwandte. Nachdem das Mädchen mit Kameradinnen ge-- spielt hatte, kehrte es nicht mehr ins Hans zurück; gegen abend sah man bad Kind in einem Graben in der Nähe der Stadt. Erst um 8 Uhr abends rückte nach erfolgter Anzeige durch den Pflegevater H. Suhl die Feuerwehrs ans, welcher sich viele Einwohner anschlossen — allein^ man fand die Kleine nicht. Auch die beiden Schulen, welche heute ausrückten, machten eine vergebliche Streife. Nur im Schnee fand man einige Fußspuren nicht weit vow der Stelle, an welcher man gegen abend das Kind zum lctztcumale gesehen hatte. Möglicherweise ist das Kind in' der kalten Nacht erfroren.
w. Darmstadt, 9. Febr. Die Stadtverordneten- Versammlung genehmigte mit allen gegen 1 Stimme den Antrag ber sozialdemokratischen Stadtverordneten, den ans- stänbigen Bergarbeitern im Ruhrgebiet 2000 Mk. zur Verfügung zu stellen. — In ber nichtöffentlichen Sitzung ber Stabtverorbneten würbe bem Journalisten- unb Schriftsteller-Verein für bie in biesem Jahre hier ftattfiubenbe Hauptversammlung des deutschen Journalisten- un b Schriftstellerv ere ins eine Beihilfe insofern genehmigt, als bie Stabtverwaltung für ein event. eintretendes Defizit bis zum Betrag von 2 000 Mark emspringen wirb. Anßerbem wirb bie Stadt den Gästen auf bem Oberwalb- haus ein Ab end feit geben.
verinisehtes. ———
• Die Gräfin Montignoso. Die „Chemn. Allg.> Ztg." metbet aus Florenz: In ber hiesigen Gesellschaft erregt bas Benehmen ber hier in der Villa Papino weilenben Gräfin Montignoso großes Aufsehen. Die Gräfin wirb viel in ber Gesellschaft bes etwa 30 Jahre alten Grafen Carlo Gicoiardini, ber von seiner m Rom lebenden Gattin getrennt lebt, gesehen. Der Verkehr der beiden erstreckt sich auf gemeinschaftliche Ausfahrten sowie abendliche Besuche des Grafen in ber Villa Papino unb hat in ber Gesellschaft bereits bas größte Aergernis erregt. Verschiedene hoch angesehene Familien haben ihre Beziehungen zu ber Gräfin abgebrochen.
Zrnivcrsttäts-Aachrichten.
Göttingen, 9. Febr. Tie Studentenschaft, vex- trcteir durch ihren Ausschuß, hielt eine Sitzung ab, erklärte sich mit dem Protest der Marburger Kommilitonen einverstanden und protestiert entschieden gegen jeden Versuch. die akidemische,K-re7beit an entasten.
Märkte.
fc. Frankfurt a. M., 10. Febr. sOrig.-Telegr. des „Gieß, Anz.") S ch w e i n e m arkt. Zum Verkauf standen 300 Schweine. Schweine: 1. Qualität 60—61 Pfg., Lebendgewicht 48—00 Pfg., 2. Qual. 59—00 Pfg., Lebendgewicht 47—00 Pfg., 3. Qualität 53—55 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft gut, kein lieber- stand.
Landwirtschaft.
Erfurt, 9. Febr. Auf dem heute hiev tagenden Generalverbandstag der Raiffeisen-Genossenschaften De u t s ch l a n d s wurde beschlossen, den,' Generalverband sämtlicher Raiffeisen - Genossenschaften Deutschlands mit dem Reichsverband ländlicher^ Genossenschaften zu verein i gen.
Neueste Meldungen.
N. B. Darmstadt, 10. Febr. (Eigener Draht- berichtZ In der heutigen Sitzung der 2. Kammer wurde zunächst die Wahl des Oberförsters Dr. Weber für gütig erklärt. Dann setzte das Haus die Speziall- beratung über den Etat fort, wobei eine große An- mhl kleinerer Beschwerden, insbesondere die hohen Reise- l oft en unb Transportvergütungen bei den Kreisämtem zur Debatte kam. Zum Schluß verhandelte das Hans in umständlicher Weise über das Institut der Kreisgeometer.
Bochum, 10. Febr. In einer stark besuchten Sorg- arbeiter-Versammlunng hielt Sachse eine wirksame Rebe, bcguinbctc den Beschluß ber Revier-Konferenz unb empfahl bic Wicberaufnahme ber Arbeit. Er wanbte sich be* sonders gegen ben Vorwurf bes Verrats an der Arbeitersache,, den man ber Siebenerkommission gemacht habe. Der Streik habe beenbet werben müssen, weil keine Gelber mehr vorhandett seien. Die Ansprache würbe oft von Bei-i falls-, aber auch von Mißfallsrufen unterbrochen. Gegen eine Resolution, einmütig die Arbeit wieder aufzu- net)men, machte sich eine starke Opposition geltend; bie Resolution würbe aber schließlich mit großer Stimmenmehrheit angenommen.
Dresben, 10. Febr. Aus guter Quelle verlautet, baß bic Gräfin Montignoso beabsichtige, sich wieber zu verheiraten. Ihr zukünftiger Gatte sei der Graf Carlo Gicciardini, der Sohn des Eigentümers dec Villa Papiani, wo die Gräfin wohnt. Die Hochzeit soll im Frühjahr ftattfinben. Der nach Florenz im Auftrage bes Königs von Sachsen entsaubte Justizrat Dr. Körner soll lediglich Ver-^ Handlungen führen, bie barauf abzielen, baß bic kleine Prinzessin Monica nach ber Hochzeit ihrer Mutier nach Dresden zum König zur Erziehrmg gebracht wird»
New-Port, 9. Febr. 'Dr. Francis Peabodi, Professor für christliche Moral an ber Harwarb-Universiät Cambridge, wurde für das nächste akademische Halbjahr ausge-I wählt, um an der Universität Berlin über ethische und soziale Fragen zu lesen.
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. 99.70 Diskonto-Kommandit. . . 193.70
101.90 Darmstädter Bank
100.80 Dresdener Bank . . . 100.30 Berliner Handolsges. . 105.60 Oosterr. Staatsbahn .
. 66.60
. 66.00
' 130.80
Lombarden Gottlmrdbfthn Laurahiitto . Bochum . .
51.80 Harpener ....
45.40 | Staatsschatzscheine * Tendenz: fest.
. 144.10 . 162.30 . 165.00 . 140.10 . 17.10 . 191.50 . 259.00 . 245.00 . 215.30


