Ausgabe 
11.10.1905 Erstes Blatt
 
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Mannheim

Abendgesell

erzählt eine

Loch

te Temperatur

2,0°

9.10.

Niedrigste

am 910. Oktober + 8,7

Holz in Egelsbach, sämtlich Hch. Fischer in Jugenheim, Gebr. Röder in Darmstadt, und Ehrenpreis. Johann Treber VIH. in Rüsselsheim,

Diplom zur goldnen Medaille Diplom zur silbernen Medaille. Diplom zur goldnen Medaille Eberhard in Worms, Georg Diplom zur silbernen Medaille.

der Es eine

von der Hochschule relegiert wurde. Da wurde e5 ihm klar, welchem Abgrund er entgegeneilte, und er suchte sich vor dem völligen Untergang dadurch zu retten, daß er nach Berlin übersiedelte. Hier gelang es ihm, Beschäftigung in einer Versickerunasgeselllchast zu finden. Ruhe war ihm aber auch hier nicht beschieden, denn bald war Frau V. auch in Berlin und soll hier die Wohnung mit dem An­geklagten geteilt chaben. Tieier behauptet, daß j?r schließlich ein ganz willenloses Werkzeug in den Landen dieser Frau wurde, daß er ihretwegen sogar Not gelitten habe, da er alles, was er verdiente und von Lause bezog, ihr orffern mußte. V. hatte inzwischen die Ehescheidungsklage gegen seine Frau ein­geleitet, und in einem vor dem Berliner Amtsgericht abgehaltenen Termin wurde and) der Angeklagte als Zeuge vernommen. Er hat dabei wahrheitswidrig jcben Verkehr mit der Frau P. unter seinem Eide abgeleugnet. Er will hierzu teils aus einem gewissen Anstandsgesühl, teils bitrch Versvrechunoen und Drohungen der Frau P. bewogen worden sein und vor Ableistung des EideS sich durch ein Uebermaß von Alkohol gestärkt haben. Staatsanwalt Dr. Lehmann beantragte das Schuldig. Die Wcfdiroorenen sprachen den Angeklagten des Meineides unter Anwendung der milderen Strafbestimmung des § 157 St.-G.-B. schuldig. Der Gerichtshof erkannte auf 6 Monate Gefängnis unter Anrechnung von 3 Mo­naten Untersuchungshaft. Tie Geschworenen erklärten sich bereit, ein etwaiges Gnadengesuch zu unterstützen.

Fürst Bülow erklärte einmal die Ostmarkenfrage für die wichtigste der inneren Politik; er werde dafür sorgen, daß der Deutsche dort nicht unter die Räder komme. Dieses Ziel wird er indessen schwerlich erreichen, wenn die Abwehrpolitik von einem der wichtigsten aussührenden Organe m der bis­herigen Weise weiterbetrieben wird. Solange Deutsche in oer Ostmark ihren Besitz an Polen verkaufen müssen, weil sich deutsche Reflektanten nicht finden, solange erfüllt die Ansiedlungskommission ihre Aufgabe unvollständig, solange fehlen ihr Mitglieder, die hinreichend geschäftsgewandt sind, um gegenüber den rührigen Agenten der Polen das "ö'elb zu behaupten. __________

MeteoroSoqiscke Bcobttchtnngen

der Station Gießen. ____

Ernst Lorenz in Darmstadt, der Deutsche Gastwirt (Fach­zeitung) in Darmstadt, E. Hassemer in Bechtheim, Gg. Schaad, Bechtheim, Diplome zur goldnen Medaille. Hassia-Mineral- Brunnen in Vilbel, I. Lindheimer in Offenbach, Wilhelm Friedrich in Nauheim, Diplom zur silbernen Medaille.

Ärbeiterßew'stnng.

Mainz, 9. Oktober. Ter nach monatelangen Verhandlungen zwischen den Brauereien von Mainz, Kastel und Weisenau mit ihren Arbeitern ü'mgft vereinbarte Tarifvertrag ist nach mancher Richtung bedeutungsvoll. Seine Bedeutung liegt zunächst darin, daß in den Lohn- und Arbeitsverhältnissen für eine längere Dauer einheitliche Verhältnisse geschaffen worden sind Er legt die gegenseitigen Reckte und Pflichten auf drei Jahre fest und beseitigt die bisher bestandene Unsicherheit und Ungleichheit. In dem Ver­trag ist u. a. sestgelegt, daß jeder Arbeiter nach Ablauf einer ge­wißen Dienstzeit Anspruch auf einen Urlaub ohne Lohnabzug hat. Ter Vertrag regelt die Sonntagsruhe der Arbeiter und beseitigt, in der Hauptsache wenigstens, den seither üblichen sogenannten Freitrunk, an dessen Stelle, soweit er nicht genossen_ wird, eine Geldentschädigung tritt, und endlich setzt er die Grundsätze fest, nach roeld)en im Falle von Arbeitsverhinderung im Smne des § 616 B.-G.-B. zu verfahren ist. Eine Anzahl weiterer Neuerungen, durch welche langgehegte Wünsche der Arbeiterschaft erfüllt werden, dürsten ebenso wie die oben kurz skizzierten dazu beitragen, friedliche Verhältnisse in den Brauereien anzubahnen. (Köln. Vztg.)

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Donnerstag, den 12. Oktober, abends 8 Uhr, im SRattW8- aal, Kirchstraße 9: Bibel stunde. (Offenbarung Johannis).

Pfarrer v. S ch l o l s e r.

)( Klein-Linden, 9. Oktober. Gestern hielt Kriegerverein seine Generalversammlung ab. wurde beschloffen, den Geburtstag des Kaisers durch

geben.

* Hausfrau .und Pianist. Bei der

Aus Stadt und Laid.

Gießen, 11. Oktober 1905.

Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen fremder Orden. S. K. H. der Großherzog haben dem Professor Dr. Albrecht Haupt zu Hannover die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem König von Portugal verliehenen Kommandeurkreuzes des San Thiago-OrdenS für wissenschaftliche, literarische und künstlerische Verdienste, dem Fürstlich Ysenburg-Büdingischen Kammerdirektor Korell zu Büdingen die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem Kaiser ver­liehenen Roten AdlerordenS 4. Klaffe, dem Reallehrer Anton Minnich zu Oppenheim die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen deS ihm von dem Kaiser verliehenen Kronen- ordenS 4. Klaffe erteilt.

** Als erle digt au Sgeschrieb en ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehr er stelle an der Gemeindeschule zu Klein-Gerau, Kreis Groß-Gerau. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden.

* Verleihung der Staatsmedaille für Aus­stellungen. Durch Entschließung Großh. Ministeriums des Innern wurde auf Vorschlag des Preisgerichts der Aus­stellung des Deutschen PhotographenvereinS in Darmstadt 1905 verliehen: 1. Die Silberne Staatsmedaille den Photo­graphen Nikola Per scheid in Leipzig und Wilh. Kübel er in Darmstadt. 2. Die Bronzene Staatsmedaille den Photo­graphen Alfred Pieperhofs in Halle a. S., Ewald Steiger in Mörs a. Rh., Albert Gottheil in Danzig, Heinrich Götz, Ed. van Delden Nachfolger, in Breslau und Ernst Sonntag und Martin Schumann, vereinigte Fach­schule für Photographie und Malerei, in Dresden.

Auf der Kochkun st-Ausstellung zu Frank­furt wurden von hessischen Ausstellern u. a. prä­miiert : Konserven-Fabrik Helvetia in Groß-Gerau, Philipp Thon in Darmstadt, A. W. Heil in Butzbach, Karl Rond-

sollen Kaffee und Tee meiden. Sie sollen auch nicht reinen Kakao trinken, sondern nur den wirklich nährenden

Perdynamin-Kakao

Büchse 2.50 Hk. in den Apotheken.

eines eigenen GroßschiffahrtshafenS. Die Mittel für die Ausarbeitung der Entwürfe sind bereitgestellt. Eine Kommission der Gemeindevertretung, mit dem Oberbürger­meister an der Spitze, hat sich zu einer Besichtigung großer Flußhafenanlagen nach Breslau, Stettin, Mannheim, Mainz, Frankfurt a. M., Köln, Düffeldorf und Ruhrort be-

schäft im Hause eines Berliner KunstmäcenS, zu der auch ein berühmter Pianist eingeladen war trat so < /'/'

Kcer und Motte.

Wien, 10. Ott. Während die hiesige Marinesektion erklärt, daß ihr über die Meuterei auf demPanther- (vgl. unser gestriges Telegramm) nichts bekannt Jet, meldet der .Triester Piccolo-, die Meuterei solle infolge des Selbst» mordes eines Maschinenunteroffiziers, Heinrich Gariph, erfolgt fein. Geriph soll in einem Briefe aus Auckland an seine Verwandten in Pola die Absicht geäußert haben, sich wegen der Mißhandlungen seitens der Offiziere das Leben zu nehmen. Tatsächlich sei vor einigen Tagen eine Depesche über den Selbstmord Geriphs emgetroffen. Der Schisfs- kommandant habe auch über den Selbstmord eine Untersuchung einqeleitet. Nach Gerüchten in Pola waren der Kapitän und andere Offiziere ermordet. Zahlreiche Matrosen sollen anS Land geflüchtet sein.

Der Roman eines jungen Hauslehrers befdiäftigte das Schwurgericht des Landgerichts 1 zu Berlin. Aus der Untersuchungshaft wurde der jetzt 23jährige Student der Mathematik Heinrich W. vorgeführt, um sich wegen Meineides zu verantworten. Ter Roman spielt teils in Hannover, teils in Berlin und enthält solche Einzelheiten, daß während der Verhandlung die Oeffentlichkeit ausgesd)loffen werden mußte. Tcr Angeklagte besuchte die Tedmische Hochschule in Hannover. Er wurde von dem sehr wohlhabenden Kaufmann P. als Hauslehrer engagiert. Die 46jährige Mutter dieser Kinder fand sich häufig zu den Nackhilsestunden ein, fand Wohlgefallen an dem Jüngling und dieser wurde das Opfer des Liebeswerbens der Frau. Zuerst ver­stand er deren Andeutungen und Ausmerksamkeiten überhaupt nickt; als es bei ihm zu dämmern begann, glaubte er so viel Widerstands­kraft zu besitzen, um der Versucherin entfehlüvfen zu können es war aber vergeblich. Auf dem Schützenfest führte ihn der Zufall mrt feiner Gebieterin in einem lauschigen Weinzelt zusammen und in der animierten Stimmung geriet er völlig in die Netze der Frau. Es entwickelte fid) in der Folge zwischen ihm und der Dame ein' Liebesverhältnis, das den jungen Mann auf eine ganz schie'e Ebene und völlig in die Gewalt der Frau brachte. Er kam erst wieder zur Besinnung, als er infolge dieser Pflichtvcrgessenheit hinter die der Ehemann oer Frau P. mit der Zeit gekommen war'

Zur Fleischteuerung.

Wohin soll das noch führen?* * fragt sich besorgt jede deutsche Hausfrau, ohne auf diese Frage eine Antwort zu finden. Wer unter den gegenwärtigen Verhältnissen mit weniger Fleisch auszu­kommen genötigt ist, sei jedoch dahin belehrt, daß der verminderte Fleischgenuß durchaus nicht mit einem unersetzlichen Verlust an Nährwert gleichbedeutend zu fein braucht, denn es ist wissenschaftlich erwiesen, daß es viele Nahriingsmittel giebt, die billiger und dabei dod) besser sind als Fleisd; so zum Beispiel Laferpräparate.

Tas wird Viele überraschen, die sich des bitteren Haferschleimes ihrer Kinderjahre als der einzigen Hasernahriing erinnern, aber mit uns haben sich die Zeiten geändert und es ist inzwischen ein neues Haserpräparat gesd)affen, das heute in jedem Kolonialwaren-Geschäfte in '/, und Pfund-Packeten zu bekommen ist. Dieses Produkt kostet nur ungefähr ein Trittel von dem, was Fleisch kostet und ist dem Fleisch zudem an Nährwert bedeutend überlegen. Die Hausfrau möge das wohl berücksichtigen, bevor sie ihre Einkäufe macht. Neben der größeren Wohlfeilheit ist auch noch in Betracht zu ziehen, daß dieses Produkt e§ sind die bekannten Quaker Oats infolge seines vorzüglichen Geschmackes von Allen gern gegessen wird. Quaker Oats sind überall in geschloffenen, mit der Qiiaker- Schntzrnarke versehenen Paketen erhältlich.

Es giebt billige Nachahmungen von Quaker Oats, die lose ausgewogen verkauft werden, aber diese wolle man meiden, da sie von bedeutend geringerer Qualität sind und auch nicht dieselbe Er­giebigkeit wie Quaker Oats besitzen. ss11/.

Kandel rrr.d Ierke!)r. Volkswirtschaft.

D e u t s ch e R e i ch s b a n k. Wider Erwarten läßt der neueste Ausiveis der Reichsbank infolge der Rückflüsse nach dem Quartal­wechsel eine ansehnliche Besserung erkennen. Im allgemeinen ist die Anspannung ja immer nock beträchtlich, aber es ist doch Aussicht vorhanden, daß es keiner abermaligen Erhöhung des Diskonts bedürfen wird, wie man infolge der ungünstigen Nach­richten von den auswärtigen Plätzen noch bis geftern vermutete. Die Bank bon England mußte auch wegen der jüngsten ®olb- entziehung nicht zu einer erneuten Steigerung ihrer Rate chreitön, da der amerikanische Schatzsekretär den Newporter Banken öüfe gebracht hat und diese nun das Geld nicht in London zu üchen brauchen. Allerdings wird die Reichsbank mit der Be­gebung von Reichsschatzscheinen fvrtfahren, um den Privatdiskont möglichst dem offiziellen Satz zu nähern, zumal unter den nngenMicHidten Verhältnissen immer nach die Gefahr besteht, daß dem offenen Markte Geld entzogen wird. Bei der Reichsbank selbst haben seither keine Goldabflüsse ms Ausland ftattgefunben, andern es ist im Gegenteil einiges hereingekommen. Der Noten­umlauf hat eine Verminderung um 146.28 (116.72 Mill. Mk.f erfahren, sodaß die Reichsbank am 7. Oktober nur noch 258.58 Mill. Mark Notensteuer zu bezahlen hatte gegen 400.28 Mill. Mk. am 30. September und 179.17 Mill. Mk. am 7. Okt. 1904. Die Besserung des Status beträgt daher 191.70 Mill. Mk. d. i. 66.44 Mill. Mk. mehr als im Vorjahr.

größere Feier bei Theater und Konzert zu begehen. Auch soll im Frühjahr ein Schiebstand angelegt und Scheiben­schießen abgehalten werden. Im nächsten Jahr feiert der Verein sein 25jähriges Bestehen.

Bensheim, 9. Okt. Der Rechner der Orts­krankenkasse hier, Adler, ist wegen Unterschlag­ungen zum Nachteil der Kasse verhaftet worden. Er hat dem Untersuchungsrichter eingestanden, Beträge in Höhe von 4100 Mk. unterschlagen zu haben. Einer außerordent­lichen Generalversammlung wurde dies mitgetetit, ferner auch, daß sich Adler weitere Unterschleise hat zu schulden kommen lasten, die die Beiträge der freiwilligen Mitglieder betreffen.

(Kl. Pr.)

Frankfurt a. M., 9. Okt. Der Verein zur För­derung de8 lateinlosen höheren Schulwesens tagte hier. Die Versammlung verlangte Gleichstellung der Realschuldirektoren mit den Leitern der übrigen höheren Lehr­anstalten im Gehalt und die Aufhebung der Bestimmung, daß die Hälfte des Realschnl-LehrkörperS auS seminaristisch gebildeten Lehrern bestehen darf. Oberlehrer Swet-Hambnm sprach über die HandelS-Realschule und forderte, daß sie nach kölnischem, nicht nach sächsischem Muster eingerichtet werde. Direktor Hinhmann empfahl nach dem Elberfelder Vorbild die Beseitigung deS Nachmittagsunterrichts durck Beschränkung der Unterrichtsstunden am Vormittag auf 45 Minuten.

Mosbach, 9. Okt. Ter unter dem Verdacht, das Dienstmädchen Kn ol l ermordet zu haben, verhaftete GiitS- pächterSsohn Vinkele hat die Tat nunmehr ein g estand en. Er gab erst an, die Kratzwunden bei einer Rauferei erhalten zu haben, mußte sich aber zuletzt zu einem Geständnis be­quemen. Nach seiner Abführung in das Neckarsulmer Ge­fängnis fand man seinen mit Blut getränkten Anzug und. sein Taschentuch im Hett versteckt. Der Mörder mußte sieben mal sein Taschenmeffer ansetzen, bis der Hals der Knoll durch­schnitten war. Mißbraucht hat er sein Opfer nicht. Binkele, der erst 17 Jahre alt ist, kommt nicht vor daS Schwurgericht,

* Kleine Tageschronik. Wegen Gasdiebstahls wurde der Masckinemabrikant Britz in Schwetzingen (Baden) verhaftet. Britz hat seit Juli vorigen Jahres seinen Gas­bedarf durch eine geheime Zuleitung aus der städtischen Leitung gedeckt. Ter Obersekretär am Landgericht zu Halle a. S., Kanzleirat Albertus, der am vorletzten Sonntag bei der Ein­weihung des dortigen Justizpalastes den Roten Lldlerorden er­halten hatte, Bit sich aus unbekannten Gründen erschossen. In Dresden wurde wegen Erpressung ein 20jähr. stud. jur. aus Berlin festgenommen. Er hatte eine junge Dame mit dem Tode bedroht, wenn sie nicht 2000 Mark zu einer gewissen Zeit an einem näher bezeichneten Orte niederlegen würde. Der Hafen von Scheven in gen ist infolge der jüngsten Stürme vollständig versandet, sodaß die Schiffe weder aus- noch einlaufen können. In Paris wurde der Millionendieb G a l l a v nebst zwei Begleiterinnen verhaftet. Er behauptet die Unschuld der ihn begleitenden Frauen. Seine Geliebte beklagt sich darüber, daß die Polizei ihr eine Geldsumme abgenommen habe, welche sie von den Einwohnern DabiaS erhalten hätte, -r- Auf dem Gute San er au lWestpr.) sind der Arbeiter Zirski und dessen Frau plötzlich nachdem Genuß von Blutwurst gestorben. Jedenfalls ist Wurstvergiftung tue Todesursache.

Berliner Zeitung die Hausfrau an den Gefeierten mit der Bitte heran, der Meister möge doch am neuen Blüthner etwas zum besten geben. Mit süßsaurer Miene mußte sich unser Virtuos nach einigen siegreich abgeschlagenen Ausreden dem Wunsche fügen. Kaum hatte er jedoch am Flügel Platz genommen und begonnen, als in seiner nächsten Nachbar- chaft eine größere Damenrunde, der die Hausfrau selbst prä- ibierte, ganz ungeniert mit dem zu immer größeren Leb­haftigkeit sich steigernden Klatsch über Kleider, Dienstmädchen- rage rc. anhob. Aergerlich über eine solche Rücksichtslosigkeit brach der Künstler seinen Vortrag plötzlich mit einem kräf­tigen Schlußakkorde ab und erhob sich. Augenblicklich trat die tiefe Ruhe deS Erschrecktseins ein, dann rauschte die Dame deS HauseS unter gewinnendem Lächeln auf den Gast zu und meinte, ihm die Hand entgegengestreckt:Wundervoll, mein icber Meister wupdervoll! Sie sehen unS alle so er- chüttert, daß wir ganz das Klatschen vergeßen habenDer Angeredete nahm mit galanter Verbeugung die Schmeichelei entgegen und meinte unter sarkastischem Lächeln:O, bitte ehr, meine Gnädige, daS Klatschen haben Sie nicht ver- geffen nur an der unrechten Stelle haben Sie e§ angebracht!- Die Hausfrau soll den Witz gleich verstanden haben und bis unter die Haarwurzeln rot geworden sein. Der Vorfall erinnert an eine Anekdote aus dem Virtuosen­eben Anton Rubinstein?, der zum Spiel vor dem Zaren befohlen war und während seines Vortrags ge­wahrte, daß sich der Kaiser sehr ungeniert und laut mit der nächsten Umgebung unterhielt. Sofort unterbrach Rubinstein sein Spiel und schaute, die Hände in den Schoß legend, den Beherrscher aller Reußen mit der unschuldigsten Miene der Welt an. Starke Verlegenheit allerseits. Der Hofmarschall )d)reitct auf den Meister zu und fragt ihn nach dem Grunde der plötzlichen Unterbrechung seines Spiels. Er erhielt die Antwort: Wenn mein Kaiser spricht, habe ich zu schweigen!'

sondern wird von der MoSbacher Straftammer abgeurteilt werden. (F. G. A.) ,

fc. Usingen, 10. Okt. Im WalddisircktLeunen- kaut- bei Michelbach wurde am Freitag eine alte Frau in den letzten Zügen liegend aufgefunden. Sie starb, noch ehe man sie nach Michelbach bringen konnte. Reben ihr am Boden lag ein Schriftstück, daS auf den Namen Katharine yamberge auS Friedrichslohra lautet. Ob die Tote so geheißen hat, ist noch nicht festgestellt. , ,

Wetzlar, 9. Okt. Die von der Lesevereinigung Wetzlar für diesen Winter geplanten Volksvorlesungen nehmen Montag, 16. Oktober, ihren Anfang. . Am ersten Abend wird Profeffor Dr. R. Wunsch von Gießen einen Vortrag über die Entstehung des Aberglaubens halten.

Limburg, 9. Okt. 'Vor einiger Zeit hatte eine hier abgehaltene Versammlung der nassauischen Buchdrucker nahezu einstimmig die Auflösung der Buchdrucker-Zwangs­innung beschlossen. Ter Wiesbadener Regierungs­präsident hat nunmehr aber diesem Beschluß die Ge­nehmigung versagt, weil er den Erfordernissen des § 54 Absatz 2 deS Statuts und deS § 100t Absatz 2 der Gewerbe­ordnung nicht entspreche. $c-)

te. Fulda, 9. Okt. Mit der längst ersehnten und geplanten kürzeren Verbindung zwischen Fulda und Würzburg dürfte es nun doch Ernst werden. Dieser Tage fand eine Besichtigung der ins Auge genommenen Ftrecke über Karzell, Hattenhof, UtrichtShausen, Heubach, Oberzell, Mottgers durch Eisenbahningenieure statt. Durch die Ausführung der Linie wird besonders der Bahnhof Elm entlastet werden

* Die Stadt Eh arlotten bürg plant den Bau

Oktober 1905.

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