Ausgabe 
10.4.1905 Zweites Blatt
 
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Geflügel- und Vogelausstellung in Alsfeld.

(Original-Bericht desGießener Anzeigers".)

X Alsfeld, 9. April.

Im geräumigen Saale zumDeutschen Kaiser" fand gestern nachmittag 2 Uhr durch Kreisrat Dr. M e l i o r die Eröffnung der Geflügel- und Vogel-Ausstellung statt. Der Feier wohnten n. !dt. bei: Bürgermeister Arnold, die Stadtverordneten und zahlreiche Mitglieder des Kreisgeflügelzüchtervereins. Die Aus­stellung ist aus allen Teilen des Vogelsberg überaus reich be­schickt und gibt ein beredtes Zeugnis dafür, daß die Geflügel­zucht auch im Vogelsberg sich in den letzten Jahren sehr gehoben hat und_ mit den übrigen Zuchtvereinen konkurrieren kann. 91m zahlreichsten waren die Nutzhühner vertreten, und unter diesen siel ganz besonders die große Zahl der Wvandottes und Italiener auf. Wahre Prachteremplare konnte man hier bewundern. Tauben waren ebenfalls sehr viel ausgestellt, sie umfaßten etwa 60 Nummern. Allgemeine Bewunderung fanden eine Gruppe aus- Aestopfter einheimischer Vögel von G. H i l l - Storndorf, die viit einem ersten Preis ausgezeichnet wurde: und ein schöner Käfigständer mit mehreren Sängern, dessen Besitzer, Kraft-Alsfeld, den 10. Ehrenpreis erhielt. Die Prämiierung wurde bereits Samstag vormittag vorgenommen. Es waren 10 Ehrenpreise gestiftet. Davon erhielten den 1. Ehrenvrcis, bestehend in einem prachtvollen Tischservice, gestiftet vom Kreis­zuchtverein, Forstwirt Simon-Ehringshausen für die beste Ge-

Aus gtadt «ntd Land.

Gießen, 10. Avril 1905.

Empfange. Se. Kgl. Hoheit der Groß Herzog empfingen am 8. April n. a. die Forstmeister Diefenbach von Schotten, Haberkorn von AlSfllld, die Hochbau-Auf­seher Ma ringer von Gießen und Kuhlmann von Friedberg. Ihre Königs. Hoh. der Groß Herzog und die Großherzogin empfingen am 8. Apn! eine Deputation der Kriegerkameradschaft .Hassia", bestehend au§ dem 1. Präsidenten Generalleutnant z. D. Hof, dem 1. Schriftführer Medizinalrat Dr. Vogt und dem 2. Schrift­führer Oberamtsrichter und Hauptmann der Landwehr Dr. Lahr.

** Oeffentliche Lesehalle. Im März wurden 2622 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Litteratur 1262, Zeitschriften 497, Jugendschristen 324, Verdichtungen 62, Litteraturgeschichte 31. Länder- und Völkerkunde 50, Kulturgeschichte 29, Geschichte und Bio­graphien 117, Kunstgeschichte 13, Naturwissenschaft und Technologie 124, Seewesen 18, Hauswirtschaft 12, Gesund- heitslebre 21, Religion und Philosophie 26, Staatswissen­schaft 11, Sprachwissenschaft 7, Fremdsprachliches 18 Bände. Nach auswärts kamen 98 Bände.

** Der Bürgerverein Gießen hat nicht, wie in «nserem Bericht vom Samstag irrtümlich bemerkt wurde, im Gambrinus" am Freitag seine Versammlung abgehalten, sondern in der Restauration Otto in der Franksurterstraße.

r. Krofdorf, 7. April. Die Kreissp arka sse Wetzlar hat in allen Bürgermeistereiorten des Kreises sog. Nebenstellen eingerichtet, welche mit Beginn des neuen Rechnungsjahres um drei weitere vermehrt wurden. Ge­wöhnlich sind diese Hilfsstellen den Leitern der Bürger- meisterei-Kommunalkaffen unterstellt, so die hiesige dein Rent­meister Ehrig. Sie hat in der kurzen Zeit ihres Bestehens einen guten Aufschwung genommen und wird sowohl von den Einwohnern von Krofdorf als auch von dessen Nachbarorten gern benutzt.

A. Nidda, 9. April. Gestern abend fand im Saale ries HotelsTraube" die diesjährige Generalversammlung des hiesigen Vorschuß- und Kreditvereins statt. Nach dem Bericht des Rechners war das abgelaufene Geschäfts­jahr, das fünfzehnte seit der Gründung des Vereins, sehr günstig. Trotz größeren Kursverlustes an Wertpapieren und eines durch Wechselfälschung hervorgerufenen Verlustes von 379 Mk. betrug der in 1904 erzielte Reingewinn 12 410.22 Mk. Der Gesamtumsatz für 1904 stellt sich auf 1 920 455.22 Mk. Das Aktienkapital betrug Ende 1904 55 000 Mk., der Gesamt­reservefonds 81000 Mk. und der Spezialreservefonds 11 300 Mk. Durch Beschluß der Generalversammlung wur­den aus dem 1904er Reingewinn zugewiesen dem Gesamt­reservefonds 9000 Mk., dem Spezialreservefonds 300 Mk. und den Aktionären 2750 Mk. 5 Prozent Dividende, dem Verein Krankenpflege 300 Mk. Die ausscheidenden Vor­standsmitglieder Rappolt, Zell, Reuninq, sowie die aus­scheidenden Mitglieder des Aussichtsrats Erk, Kammer, Bech­told wurden durch Akklamation wiederqewählt.

§ Schwickartshausen, 9. April. Der hiesige Land­wirt A. wurde von einem Radfahrer überfahren und trug einen doppelten Beinbruch davon. Der Rad­fahrer suchte das Weite und ließ den Mann hilflos liegen. Hoffentlich bleibt die nötige Strafe nicht aus.

K Alsfeld, 9. April. Landtagsabg. Korelt-Leusel sprach heute im Deutschen Hof über das jetzt die landwirt­schaftlichen Kreise bewegende Thema:Die Errichtung einer Landwirtschaftskammer." Redner sprach sich nach längeren Ausführungen für die Errichtung aus und fand die allgemeine Zustimmung der zahlreichen Zuhörer­schaft.

T Romrod, 9. April. Gastwirt Grein, der ein Sittlichkeitsvergehen an einer 15jährigen Idiotin beging, ist zur Untersuchung seines Geisteszustandes in die psychiatrische Klinik nach Gießen verbracht worden. G. machte bereits vor einem Jahre einen Selbstmordversuch.

? Vom oberen Vogelsberg, 7. April. Seit einiger Zeit werden in einer Anzahl Gemeinden die Ver­besserungen derHutweiden und Aufforstungen der Oedungen eifrig betrieben. Fichtenpflanzen werden waggon­weise von weit her bezogen und sind nicht immer für das rauhe Klima geeignet. In einigen Forstwarteien hat man in geschützter Lage große Forstgärten angelegt, so daß in mehreren Jahren der Bezug von klimatisierten Saatpflanzen hier gedeckt werden kann. Der Wirtschaftsbetrieb auf dem Klub hauseHoherodskopf" ist wieder eröffnet.

v. Mainz, 9. April. Im 1.Quartal wurden im hie­sigen Krematorium 53 Leichen eingeäschert, gegen 43 im gleichen Jeitraume des Vorjahres. Unter den eingeäscherten Personen waren 34 Männer und 19 Frauen. Der Religion nach waren 34 evangelisch, 14 katholisch, 2 altkatholisch, 3 israelitisch. Die Gesamtzahl der seit Bestehen des Krema­toriums eingeäscherten Personen betrug am 1. April 300. Da die Nischen dec Urnenwand zum großen Teil verkauft sind, wurde mit dem Einbau der zweiten Urnenwand be­gonnen.

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Gruppe A ist offen für sämtliche Mitglieder de? Deutschen Rad- fahrer-Bundes, Gruppe V für Fahrer sämtlicher in- und aus­ländischen Fabriken. Die Fahrt geht über die Strecke Potsdami Brandenburg Burg Magdeburg Helmstedt Braun­schweig Hildesheim Elze Einbeck Kassel Homburg Marburg Gießen Frankfurt a. M. Sie wird zum Zwecke der Nachtruhe in Kaffel am 27. Mar unterbrochen. Die Abfahrt in Potsdam und Kaffel erfolgt 5 Uhr vormittags. Kontrollen befinden sich in Potsdam, Burg, Helmstedt, Hildesheim, Einbeck, Kassel, Marburg und Frankfurt a. M. Radwechsel ist nicht gestattet. Nenm'na^lchQ,^ K» nm 10 aben^ 6 ftbr.

Kunst und Wissenschaft.

7- D i e Briefe der Frau Rat, der Mutter Goethes, hat kürzlich der Leipziger Literatur-Professor Alb. Köster heravs- gegcben. Das neueste Heft desTürmers" bringt einige Bruch­stücke daraus. Von Ende Mai des Jahres 1776 finden wir da einen.Brief der Frau Rat an Marim. K'linger, der damals in Gießen die Rechte studierte. Der junge Rechtsbeflrssene und Poet,, der bekanntlich sväter russischer General wurde, scheint um in unserer Musenstadt nicht sonderlich wohl gefühlt zu babeil, denn die Frau Rat, die Mutter seines Freundes Goethe, schreibt chm. u. a.:Nun lieber Freund leben Sie wohl, so wohl sichs . in Gießen leben läßt. Ich meine immer das wäre vor Euch Dichter eine Kleinigkeit alle, auch die schlechte st en Orte zu Idealisieren, könnt Ihr aus nichts etwas machen, so müßt es doch mit dem seh beh uns zugehen, wenn aus Gießen nicht eine Feen Stadt zu machen wäre."

In Nizza hatte Lconcavallos neueste Over Chatterton bei ibrer Erstauffl'.hrung einen glänzenden Erfolg. Der Komponist wurde vielfach gerufen.

Sport.

Zn einer internationalen Fernfahrt Berlin- Franksurt a. M. für Kraft-Zweiräder wird vom Deutschen Ra-dfahrer-Bund die Ausschreibung erlassen. Danach findet die Fernfahrt am 27. und 28. Mai in -wer Gruppen statt.

Für kleine Kinder

Ich bin mit der erhaltenen Herba-Seife sehr zufrieden, dieselbe ist für kleine Kinder äusserst zuträglich und wirkt Wunder bei Hautausschlägen.

Frau Jda Erichsen, Flensbunr.

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n. fliehen, 7. April. Die Strafkammer verurteilte beute den 30jährigen Dienstknecht E. Sch. aus Groß-Erda wegen Diebstahls, Diebstahlsversuch? und Betrugs z» fünf J a hren 3 11 chthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Nach Ver­büßung einer längeren Zuchthausstrafe fand Sch. bei einem Pachter Ui Nieder-Jlorstadt Stellung. Er verfiel aber alsbald wieder in leine alte Gewobnbeit, indem er seinem Mitkneebte einen Koster aifibrach und mit den ganzen Habseligkeiten das Weite suchte. Er mietete sich dann unter falschem Namen in der Bahnhofstraße hier ein und entfernte sich kurz daraus, obne.Kost und Logis zu bezahlen. In der Schloßgasse mietete er dann, ebenfalls unter falschem Namen, ein Zimmer mit zwei Betten unter der Angabe, sein Bruder käme mit dem Gepäck nach. Schon am zweiten Tage wurde er in einem fremden Zimmer ertappt, als er im Begriff war, einen Schrank ausznplündern. Hier verschwand er alsbald, natürlich ohne Be­gleichung seiner Schuld. Am nämlichen Tage noch erhielt er unter sallchen Angaben em Zimmer in der Müblaaste und verduftete am anderen Moraen unter Mitnahme eines semem Z'mmergenoffen gehörigen schwarzen Anzuges. Wenn auch die hohe Strafe auf den unverbefierlichen Dieb und Schwindler keine Wirkung mehr ausübt, io sah sich doch das Gericht veranlaßt, ihn auf längere Zeit un­schädlich zu machen. Die Taglölmerin E. F. iu Rirseld bat einem dortigen Landwirt ein Gebund Stroh im Werte von 70 Psg. ent­wendet. Da fie rückfällig ist, war die Mindeststrafe 3 Monate Gefängnis, aus die das Gericht erkannte. Der 22sährige Kommis H. A. Sv. aus Bad-Naubeim war in einem Zementwarengeschäft mit der Geschäftsführung betraut. Er verkaufte mehrfach ihm an- vertraute Wareu und verwandte den Erlös für sich: auch unter­schlug er eine Reibe von Geldbeträgen, die er eingezogen hatte. Eines Tages war er mit Wahrnehmung eines Termins in Gießen beauftragt. Das hierfür erhaltene Reisegeld nebst Spesen ver brauchte er in leichtsinniger Gesellschaft zu Frankfurt, ohne sich um hen Termin zu kümmern. Da es sich um verhältnismäßig niedere Beträge handelte, kam er mit der gelinden Strafe von 3 Monaten Gefängnis durch. Wegen Hausfriedensbruchs, Be­drohung und Nötigungsversuchs wurden die Eheleute O. S. von Lißberg zu je 14 Tagen Gefängnis verurteilt. Nachdem sie mit Viren Mietern in Streitigkeiten geraten waren, wollten fie diese zum sofortigen Ausziehen veranlassen. Sie drangen in die Wohnung und entfernten sämtliche Türen und Fenster, sowie die Rohre der Cefen und des Herdes unter allerlei Drohungen, so daß die zwei alten Leute in der bitteren Kälte hilflos dastanden. Erst nach langer Weigerung und unter Himveis auf die Strafbarkeit ihres Vorgehens gelang es der Ortspolizei, die Wohnung wieder in Stand zu setzen. Die verhältnismäßig niedere Strafe wurde damit begründet, das; die Angeklagten doch gewissermaßen zu ihrem Vorgehen gereizt worden waren. Der Metzgermeister F. Sch. von Büdingen hat, ohne im Besitze einer Legitimation zu fein, in einem Nachbarorte ein Schwein anqekauft. Auf Anzeige der Gendarmerie erhielt er wegen Uebertretnnq derGewerbe- 0 rdnu n q einen Strafbefehl, auf besten Einspruch das Schöffen­gericht Büdingen Freispruch eintreten ließ, mit der Begründung, daß der Ankauf von Schlachtvieh nicht als Warenaufkauf im Sinne des Gesetzes zu betrachten sei Die Strafkammer war der gegen- teiligten Ansicht und verurteilte Sch. zu 3 Mk. Geldstrafe. Da m mehreren deutschen Staaten eine derartige Legitimation nicht nötig ist, auch viele Metzger in Heffen eine solche für überflüssig halten, dürfte sich noch eine höhere Instanz mit der Sache zu befaffen haben.

Ulm, 8. April. Die Zivilkammer entschied heute in BebelS Erbschaftsprvzeß, Paß die Klage der übergangenen Erben der Famfl'e Ko ll mann ab<zuweisen sei. Den Klägern habe die Beweisführung vbgelegen, daß das Testament nicht in lichter Geistesverfassung errichtet worden sei. Die hierfür vorgebrachten Tatsachen seien aber nicht zureichend gewesen. Bebel bleibt der Erbe von 400 000 Mk.

Veriniscbtes.

'Der deutsche Thronfolger im Lichte unserer Zeit betitelt sich ein Büchlein, das Willy Seibert, der während der Bonner Zeit des Kronprinzen sein Lehrer der Musik gewesen ist, zum Verfasser hat. Die Betonung, wonach esvon einem Mit­menschen" verfaßt sei, deutet darauf hin, daß der Verfasser in dem Kronprinzen nnr den 9) 1 enfdien erkennen und beurteilen will. Nachdem er in einem Abschnitt Menschliches darzulegen sich bemüht bat, daß auch ein so hoher Herr den Anspruch auf vorurteilslose Bewertung erheben kann, wobei auf einige andere Leute weniger vorteilhafte Streiflichter fallen und der Kronprinz als ein, jedem Strebertum abholder Dl en sch cborofterifiert worden ist, plaudert er über StudentischesausderBonnerZeit Sefir viel Freude scheinen demnach die Borussen an ihrem Konkneipanten nicht erlebt zu haben, denn dieser hatte die gute Eigenschaft, daß er n i ch t ^saufen" konnte. Daraus ergeben 'ich daun^mancherlei Konfeguenzen und Meinungsverschledenheiten, die, wie Seibert berichtet, sich erst legten, uackidemChargierte n n d L e i b b u r s ch e n z u r B e r i ch t e r st a 11 u n g u a ch B e r l i n b ef 0 h l en " worden waren. Die älteren Semester der trinkfesten Preußen" kehrten nicht mehr nach Bonn zurück;sie grollwn sich in anderen Verbindungen, die dem Ernst des Trinkens gewachsen waren, aus. Für den Kronprinzen blieb n i ch t vielmehr übrig als äußerer Verkehr. Jedenfalls kein innerer Zusammenhang. Und im Hintergründe für alle Beteiligten etwas M i ß st i m m n n g." Von der zweijähr-iqen Bonner Studien­zeit hält Seiberts sehr wenig: er vemißte einen Führer für den Kronprinzen, eine überragende Persönlidikeit, die sein Wesen harmonisch vertieft hätte. Eine solche Persönlidikeit sei in Bonn nicht gefunden »vorden, und so müße das Bewußtsein trösten, daß die zwei Jahre zumindest nicht geschadet hätten. Mehr als von Politik versteht der Verfasser naturgemäß von der Kunst, ober es scheint auch hier außerordentlicki- schwer zu fein, irgend etwas in bezug auf die spätere Haltung des Kronprinzen zu prophezeien. Seibert begnügt stch hier mit Ausführungen, die viel mehr den Zweck haben, a u f öen zu wirken, über den sie eigentlich handeln sollten. Audi was er weiterhin über das gesellschaftliche Gehaben des Kronprinzen berichtet, ist von ziemlidi harmloser Art. Dian erhält vielmehr im allgemeinen den Eindruck, daß es sicki bei ihm in allen ernsteren Angelegenheiten, die militärischen sind ausgeschlossen noch um ein fast unbeschrieben es Blatt handelt. Hervorgehoben sei hier nur noch, daß Seibert des KronprinzenTemperament als entgegengesetzt zu dem des Vaters hinstellt: er »ist r uhig , macht einen fast leidenschaftslosen Eindruck ... Der erste Eindruck von seiner Person ist: Stolz. Wer näher zu- ieht, findet eher Z u ru ck h a l t u n q darin. Das entspricht in logischer Folge den Grundzügen eines ruhigen Temperaments . . . Er ist zweifellos das, was man einen klugen Menschen nennt. Demnächst traue ich ihm in einem Punkte sehr viel zu: in Men­schenkenntnis .. . Der Kronprinz ist ein guter go tt essürchtiger Christ. Von den Breschen, die neuzeitlickie Nagearbeit zu legen versucht, weiß er nichts und will er nichts wissen."

* Ein neues Nebel. Patient:Ach, Herr Doktor, neulich, als ich von Ihnen ging und mehrere Schritte ge­gangen mar, bekam ich furchtbare Schmerzen." Arzt:Wo denn?" Patient:Aus dem Seltersweg."

* Folgende Anzeige findet sich in derAnnaburger Zeitung":Mirist meine Frau abhanden gekommen. Der ehrliche Finder kann selbige ohne Entrichtung der Futter­kosten behalten. Teile gleichzeitig mit, daß ich für die von meiner Frau gemachten Schulden nicht auftomme."

* Kleine T ageschronik. Am 8. Avril wurde der Kuappschafts-Aelteste Dr. Geisler aus Hohenlohcnhütte auf dem Wege von dort nach dem Lazaretb von einem Geisteskranken durch 3 Revolverschüsse getötet. Im Osnabrücker Walde bei Hörstel auf der Strecke nach Rheine sind drei Fälle von Genickstarre vorgekommen. wovon zwei tödlich verliefen. In Newyork wurde eine 28jährige Prostituierte ermordet. Der Täter ist ein Kellner namens Bohne, der 21 Jahre alt imb verheiratet ist. Er wurde verhaftet. Der Mord erregt darum Sensation, weil der Ermordeten der Leib nach Art Jack des Auffchlitzers aufgeschnitfen war., In Toulon wurde der Untersuch­ungsrichter Picard von seiner Geliebten, Frau Julien, in deren Wohnung erschossen. Frau Julien verletzte sich darauf tödlich.

samtleistung mit 108 Punkten, den 2. Ehrenpreis silr Nutzhühner errang G. H. Keil-Strebendorf, den 3. Ehrenpreis für Tauben H. Weiß-Schwaben rod, den 4. Otto Schlitt-Leusel, gestiftet von Dr. med. Pinko-Kirtorf, den 5. Heinrich Maus Il.-Ruppertenrod, gestiftet von der Stadt Alsfeld den 6. H. K'aspar-Nieder-Breiden- bach, gestiftet vom Geflügelzuchtver^in Grünber-'' den 7. W. Eaner- Alsseld, für Langshan, den 8. E. Klingelhöfter-?llsselb, den 9. Konrad Rohn-Rupvertenrod, gestiftet vom landwirtschaftlichen Ver­ein Alsfeld, den 10. H. Kraft-Alsfeld. Außer den Ehrenpreisen kamen noch etwa 160 1., 2., 3. Preise und lobende Anerkennungen zur Verteilung. Davon erhielten 1. Preise: Lehrer Dörr-Lelm- beim, Maus N.-Ruppertenrod, W. Qnirin-Msfeld, K. Rohn- Ruppertenrod, Schlitt-Leufel, Forstwart Simon-Ehringsbansen, H. Keff-Strebendorf. Eaner-Alsseld. Dr. med. Pinko-Kirtorf, Kftngel- böffer-Msfeld, H. Kasver-N''ed-!'r-Br''-dl'nbach, Sckneider-Schwa- benrod. Weiß-Schwabenrod, Kraft-Alsfeld. G. Hill-Storndorf, für Eier Simon-Ehringsbansen und Schlitt-Leusel: zweite Preise bekamen: Geißel-Alsfeld, Soieß-Älltenburg. Hsll-Storndorf, Weiß- Schwabenrod, Euler-Ober-Vreidenbach, Oestreich-Hellhof, Knie- riem-?l^^feld, Zulmff-Endorf, Engne^-A^sstld, ^una-Endors, Si- nron - Cb rings bansen, Schneider-Alsfeld, Wciß-Schwab'-nrod

Weiß III.-Storndorf. Roth-Oadenr"d, Körber-Lehn beim, W. Hanak- Kell, Zulauf-Eudorf, Merte-Strebendorf für Eier: O. Weif'- Breidenbach, H. Keil-Strebendors: d r i 11 e Preise erhielten: M. Lang-Strebenb^rf, Schli't-Lcmlel, Merf^rod-Zeilbach, G. Hjll-Als- feld. £ brer Fink-Zell. Sconeib"r-Schwabenrod. I. Korell-Streben- dorf, Ph. Körber-Lehnheim, Decher-Nied^r-Breidenbaeb. H. List- §trcbe"^orf, Feldbusch und Veck^r-Lensel, Hanak-Zell, Mohr-Rom- rod, S''mon-Eh^ingshans"n. Merte-Breidmb"ch, Kneistl-Msseld Kloos-Alsf"ld, S^re-'ner-Schwarz. Schnell-Vadenrod, Euler-Vrei- denbach, Kr"uder-V"denrod. Weiß-Schwabenrod, Oestresch-Hellhof für Eier: Simon-Ehringsbansen. Für Gerate erhielt I. Gpißel- Al5 .ld einen 2. Preis. Heute abend fand im Saale desDeut­schen Kaiser^^ Konzert der Stadtkapllle statt. Der Besuch der Ausstellung war. ein recht starker. Den Schluß der Ausstellung bildet morgen eine Verlosung. Der Kreis-Geflügelzuchtverein hat beschlossen, auch die im Herbst in Mainz stattfindende land- wirffchaschiche Jubiläums-Ausstellung zu beschicken.

Eingesandt.

lFür Form und Inhalt aller unter brf'*r Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Rublikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Es gibt wohl kaum noch einen Ort im deutschen Reiche, der so von Wanderlagern in H a u s h a l tu n g s s a ch e n hauptsächlich Emaille- und S^eingntwaren ausgeschlachtet wird, als die Vrovinzialhauptstadt Gießen. Alljährlich um Frühjahr und ^Herbst treffen diese hier ein, und finden für ihren großen Ausschuß, den anständige Geschäfte überhaupt nicht führen, willige Abnehmer. Die Hausfrauen kaufen in diesen Wanderlagern ohne Anstoß die minderwertigsten schlechtesten Waren, welche sie in den Geschäften um Feinen Preis kaufen würden. In den großen Städten, wo das kaufende Publikum größere Sachkenntnis entwickelt, wo sich die Geschäfte mehr zusammen­geschlossen und durch Detaillistenvereine diesem Unwesen energisch zu Leibe gegangen sind, finden, die Wanderlager keinen lohnenden Absatz mehr, während die hiesigen Geschäfte hierdurch außer­ordentlich geschädigt werden, die Käufer nicht allein keinen Nutzen, sondern entschieden Nachteil haben, da doch nur.minder­wertige Ware verkauft wird. Auch die alle vier Wochen hier statt­findenden K r a m m ä r k t e sind ein großer Krebsschaden für die einschlägigen hiesigen Geschäfte. Fast überall sind diese, als den heutigen Verhältnissen nicht mehr entsprechend, längst aufgehoben. Auch in Gießen sollten endlich Interessenten int Verein mit dem Delaillistenverein sich aus ihrer Gleich­giltigkeit ausraffen und gegen solche Auswüchse und veraltete Einrichtungen im gewerblichen Leben energisch vorgehen. Es würden diese dann bestimmt zum großen Nutzen der Geschäfte auch hier bald von der Bildfläche verschwinden.t.

Die Kinder gedeihen vorzüglich dabei & leiden nicht an

Verdauung:

Störung.

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