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10.4.1905 Zweites Blatt
 
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Nr. 85

Zweites Blatt. 155. Jahrgang

Montag 10. April 1905

Grichetm «glich mU thißno^me M Sonntag».

Die ^Gietzrv« FmiMeadlStter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich deigelegt. Der ^riß!ch« toAnttF «jcheint monatlich einmal.

GieUner Anzeiger

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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen.

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Stelle bte MsichMmg von einer. bevorstehende» j haben die Garmsonen wm v^rsch und anderen Otten Serbiens

Frankreich h-at wieder feine neue Verschwör­ung, diesmal eine angeblich napoleonische mit einem Hauptmann Tamburini und einem Unteroffizier Brinat an der Spitze, in die auch Cavaignac und Marquis de Dion verwickelt sein sollen. Der Ministerpräsident Rouvier soll, als er durch den Brief eines Offiziers von den Machen­schaften Tamburinis erfuhr, lediglich den Präsidenten der Republik auf die Angelegenheit aufmerksam gemacht haben. Lortbet jedoch habe erklärt, er lege der Sache kein Gewicht bei In der Tat ist auch nicht einmal die Wache des Elvsees- verstärkt worden. Gleichwohl habe der Ministerpräsident den Hauptmann Tamburini durch Geheimagenten genau überwachen lassen. Tamburini soll die Absicht gehabt haben, an einem Tage, an dem große Volksmengen auf den Straßen sind, wre zum Beispiel am Faschingsdienstag oder während des Festzuges zu Mittfasten einen Putschversuch auszuführen. In der Umgebung des Prinzen Viktor Napoleon, der in Brüssel wohnt, wird erklärt, daß der Prinz in keiner Weise von dem Pariser Komplott Kenntnis hatte und die Sache auch keinesfalls ernst nehme. Mehrere bonapartisttsche Deputterte protestieren gegen die Versuche, ihre Partei in die Verschwörungsangelegenheit hineinzuzerren. Sie baten den Minister, er möge alles aufbieten, um den Ursprung des sogen. Komplotts klarzulegen. Die sozialistischeHu- manits" behauptet, daß ein wohlwollender Freund des Tamburinischen Unternehmens der gegenwärtige Kammer­präsident Doumer gewesen sei. Im Widerspruch damit wird von Tamburinischer Seite mitgetettt, daß auch Doumer von den Verschwörern festgenommen werden sollte. Der ehe­malige Korvschef Farny wird als derjenige General be­zeichnet, der den Rappen Boulangers hätte besteigen sollen.

Die Krisis in Ungarn steht noch immer auf derselben Stelle. Der leitende Ausschuß der Oppositionspatteien be­schloß,' im Abgeordnetenhause den Antrag einzubringen, den Ministerpräsidenten Tisza und den Kammerpräsidenten Perczel als die gewalttätigen Abänderer der Geschäftsordnung des Parlaments zur Verantwottung zu ziehen. In sezessionisti- schen Kreisen verlautet, Szell arbeite ein neues Verständig­ungs-Projekt au§. Mr die Dauer der Fertigstellung dieses Planes hat er sich zurückgezogen, um dann die Verhand­lungen mit der Opposition wieder aufzunehmen. Unter voll­ständiger Stimmenthaltung der liberalen Pattei wählte daS Abgeordnetenhaus einen Ausschuß zur Abfassung der Adresie an "den König über die politische Lage. Die Adresie gelangt erst nach Ostern zur Verhandlung.

In Serbien nehmen die Zwistigkeiten zwischen der Verschwörerpattei und den Ministeriellen kein Ende. Letzthin traf auch die Nachttcht ein, daß der serbische Kronprinz auf einen Maeedonier seine Flinte abgefeuert habe. Näheres über den später wieder offiziell abgeleugneten Fall ist nicht bekannt geworben. Unkontrollierbaren Gerüchten zufolge

schmälern.

Wir meinen, daß von England Frankreich nichts zu hoffen hat; die englische Presse sucht es zwar gegen Deutsch­land aufzuhetzen, gibt ihm aber mtt aller Deutlichkeit zu verstehen, daß England nicht daran denke, ihm in Marokko die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Daran wird auch die plötzlich anfgetanchte Begegnung Loubets mit dem König von England nichts ändern. Von Bedeutung aber ist, daß nach ftanzösischen Meldungen nun auch die Jacht des Königs Eduard, der dieser Tage im ftanzösischen Hafen Marseille eintraf, in Tanger anlaufen und daß König Eduard auf seiner Rückkehr wieder 24 Stunden in Paris verweilen werde. In Rom wird an

ffnbet avch in der französischen Presse fast einstimmigen Widerhall. Der nationalistischeEclair" schreibt, man müsse vedcmern, daß Delcassö überhaupt gesprochen habe, denn ebt so klägliches Mnfgeb en des Programms vom November 1904 hätte niemand für möglich gehalten. Bor acht Monaten glaubte Delcassö, die französische Prspon- derance gesichert zu haben. Heute verkleinere er die Rolle Und die Rechte Frankreichs, sodaß alles in Frage gestellt werde. Der Senator Elömenceau spricht in derAurore" die Hoffnung aus, daß der Ministerpräsident Rouvier den Minister Delcasss in die Notwendigkeit versetzen werde, das von ihm angestiftete Hebel so weit als möglich wieder mtt zu machen. Die sozialistische ,Lumcmit6" des Depu­tierten AmröS schreibt: Falls Delcassö nicht innerhalb weniger Tage Verhandlungen mit her deutschen Regier­ung angeknüpft haben werde, um alle Mißverständnisse über Marokko zu zerstreuen, werde die Frage von neuem auf­geworfen und gründlich erörtert werden. Nach Londoner Meldungen ans Paris wäre die deutsche Regierung von allen Mächten, denen sie in der marokkanischen Angelegenheit Hoffnungen gemacht habe, im Stich gelassen worden. Da­gegen hätten Amerika, Spanien und Italien der französischen Regierung zu ihrer Marokko-Politik besten Erfolg gewünscht. Nach einem Telegramm aus Washington besprach der. eng­lisch^ Botschafter Sir Mortimer Durand mit oem amerikani­schen Kriegsmirrister Taft die marokkanische Frage im Hin­blick auf die Mitteilungen, die Baron Speck diesem gemacht hatte, und bestätigte im Einklang mit einer vorhergegan­genen Besprechung^ die Taft vorher mit dem ftanzösischen Botschafter gehabt hatte, daß die offene Tür in Marokko jiu keiner Weise bedroht sei. Der LondonerMorning Äieaber" meldet aus Petersburg, der deutsche Botschafter in Konstantinopel habe beim türkischen Sultan dahin zu wirken versucht, daß letzterer als Oberhaupt der Musel­manen in der marokkanischen Angelegenheit interveniere. Der Botschafter habe dem Sultan mitgeteitt, daß der deutsche Kaiser den Oheim des marokkanischen Sultans auf bie Gefahr hingewiesen habe, welche eine französische Ein­mischung in die marokkanische Anaele^nhett in sich schließe. Deutschland soll Abdul Hamid zu bestimmen versuchen, einen Derttag mit dem Sultan von Marokko abzuschließen. Dieser Verttag soll formen bezwecken, die Interessen der Glaubens­genossen in Marokko zu vertreten, tatsächlich soll er aber dazu bestimmt sein, Frankreichs Einfluß in Marokko zu

VotUlsche Wochenschau.

Gießen, 10. April 1905.

Kaiser Wilhelm hat auf seiner Vergnügungsreise K«h dem Süden, die zum Teil zugleich eine politische Geschäftsreise ist, in der vergangenen Woche Neapel und dann Messina erreicht. In Neapel ist er mit dem König von Italien zusammengettoffen, wobei der traditio­nellen Freundschaft zwischen dem Deutschen Reiche und Italien von beiden Monarchen beredter Ausdruck gegeben wurde. Die italienische Presse hat in ihrem größten Teile erst am Samstag den Neapeler Tttnksprüchen ausführlichere Besprechungen gewidmet. DasGiornale d^Ftalia" schreibt: Die Trinksprüche in Neapel gaben nochmals den großen, tiefgehenden Sympathien Ausdruck, welche die beiden Herrscher und Länder vereinen. Es ist deshalb keine Allianz stärker als die zwischen Deutschland Ättb Italien." DiePatria" meint:

DieMarokko-Frage betreffe vor allem die Handels- mteresien der verschiedenen Völker. Italien habe daher wahr- scheirstich bei den Unterredungen in Neapel ferne Stimme er­hoben, und zwar, nm dem Grundsatz der offenen Tür Geltung $n verschaffen, der die Grundlage der mit Recht von allen Staaten verlangten Handelsfreiheit sei. Dieser Grundsatz Wune aber nicht aufrecht erhalten werden, wenn man nicht bei der Auslegung der zwischen Frankreich und England und zwischen Frankrttcy und Italien getroffenen Abmachungen so verfahre, daß bei dem Vorgehen der Kontrahenten stder Gedanke, die wirtschaftlichen Interessen der verschiedenen Nationen zu beetn* trächtigen, ausgeschlossen sei.

Die etwas theatralische Inszenierung der ganzen Ma­rokko-Aktion ist selbst in Deutschland nicht nach jeder­manns Geschmack. 'Aber sehen wir von den Aeußerlich ketten ab, so wird nicht wohl zu bestreiten sein, daß die deutsche Polittk in der Marokkoftaae einen Erfolg errungen hat. Frankreich hatte sich eingebildet, es könne mit Marokko nach Belieben umspringen, wenn es sich mir mit England verständige, und könne sich den Marokkanern gegenüber als mit einem europäischen Mandate versehen aufipieken, während es nur bte Zustimmung Englands und allenfalls Spaniens hatte. Durch diese Spekulation hat die deutsche Regierung einen Strich gemacht indem sie so deutlich wie möglich erklärte: Wa SFrankreich und England über Marokko ausmachen, geht LuS nichts an; das kann keine Aenderung der internatio­nalen Verhältnisse in Marokko schaffen; wir bettachten Marokko als unabhängigen Staat und den Sultan als Souverän; wir wollen unsere wirtschaftlichen Interessen tot Marokko wahren und haben es $n dem Ende nicht not* Wendig, Frankreich rmr Erlaubnis zu ftcvgen, seine Ber- Mittelurtg anzugehen und mit ihm verständigen, sondern Wir verhandeln direkt mit dem Sultan als dem Souverän eine- freien Landes, unser Weg nach Marokko geht nicht über Paris. So ungelegen den Franzosen das kommt, sie wagen doch nicht behaupten, daß Deutschland im «Wechte sei. Der französische Minister Deleass6 hat in jder Pariser Kammer eine Erklärung abgegeben, die seinen vollen Mißerfolg ziemlich unzweideutig eingesteht, und das

Zusammenkunft des Königs Viktor Emauuel mit König Eduard als verfrüht bezeichnet.

Unsere Parlamente sind am Freitag in die Osterfetten gegangen. Der Reichs tag beendete die Etatsberatung. In letzter Stunde versuchte der preußische FinanMinistev Frhr. v. Rheinbaben die Einzelstaaten noch vor den 33 Millionen ungedeckter Matttkularumlagen zu retten, die chnen infolge der Ueberweisung von 46 Millionen für Be­waffnungszwecke aus dem außerordentlichen in den ordent­lichen Etat zusallen sollen. Ohne weiter ein Wort über die Sache zu verlieren, hielt indes der Reichstag an seinem Beschlüsse zweiter Lesung fest, lieber die Finanzreformvor­lage, die im Reichsschatzamt fertiggestellt sein soll, erfthr man auch von dem Minister nichts näheres. Der Nachttags­etat für 1904 und der Ergänzungsetat für 1905, die ins­besondere für Südwestafttka und Kamerun größere Summen erfordern, wurden ohne große Debatten erledigt und auch alsbald vom Bundesrat genehmigt.

In der 2. Kammer des Hess. Landtages hat kurz vor den Osterfetten eine lang umstrittene Streitfrage ihre Erledigung geftnden, indem die Regierungsvorlage bett, die Errichtung einer Landwi rtschaftskammer ein­stimmig angenommen wurde. Von der ursprünglichen Vor­lage, mit der die Regierung einem jabrelangen Wunsche entsprach, ist allerdings wenig mehr als der Titel geblieben, da oer Kammerausschuß sie einer vollständigen Umarbeit­ung unterzog eine Kammer für das ganze Land mit Sonderausschüssen für die Provinzen und Bezirke wäh­rend die Vorlage der Regierung das Hauptgewicht auf die Bezirksverbände gelegt haben wollte. Die Regierung stirnmte aber dem 'Dusschußanttag zu, damit wenigstens etwas zustande komme. Von den rund 134 000 landwirt­schaftlichen Betrieben werden 75000 in die Organisation einbezogen, während die mit einem Detttebsvermögen von weniger als 3000 nicht einbegriffen sind. Nachdem nun­mehr Hessen mit der berufsständigen Vertretung seiner Landwirtschaft Preußen gefolgt ist, wird auch das übrige Süddeutschland folgen, da nach einer Mttteiluug des Kam­merpräsidenten Haas, der bekanntlich auch Anwalt der deutschen landwirtschafllichen Genossenschaften ist, dieses nur darauf wartete, in welcher Weise Hessen die Matette gesetzlich regeln werde, um dann im gleichen Sinne vor- zugehen.

Zwischen Coburg und G o t h a ist ein lleiner Städte­krieg um den Besitz der Hofämter entbrannt. Der junge Herzog hat es mit den Coburgern verdorben, Werl er Gotha bevorzugt.

Tie RuhstratProzesse haben in der vergangenen Woche wiederum die oldenburger Spielaffäre aufgewirbelt. Tie Revision wurde vom Reichsgettcht verworfen. In einer Neuauflage des Prozesies Biermann wurde dieser zu einem Jahre Gefängnis verurteilt. Noch einige weitere Prozesse stehen bevor. Ein Ende ist vorläufig noch nicht abzusehen.

Die Eröffnung des Simplontunnels war ein Er- eigrns friedlicher Entwickelung, das die Woche garrz besonders auszeichnete. Eine weitere eminente Friedenstat wird von Italien vorbereitet, die Einberufung der internattonalen Agrarkonferenz zum Ausbmr des internationalen Agrarinstituts, wozu alle Vorbereitungen getroffen werden.

den Mobilmachungsbefehl erhalten, mit der Ordre, fich zum Abmarsch nach der türkischen Grenze bereit zu halten.

In Rußland scheint die Einberufung von Volksver­tretern noch in ziemlich weitem Felde zu liegen. Es wird gemeldet, daß die vorbereitenden Arbeiten erst in zwei oder drei Monaten beendet sein würden. Auch in der orthodoxen Kirche regt sich das Bedürfnis nach Reform. Der h. Synod hat gegen den Widerspruch des Oberprokurators Pobjedonos- zew beschlosien, die Genehmigung deS Kaisers zur Einbe­rufung eines kirchlichen SoborS, also eines Konzils, nach Moskau nachzusuchen, auf dem Reformen eingefühtt, die VerwalttmgSform der Zeit vor Peter dem Großen wieder angenommen und ein Patttarch gewählt werden soll. Pob- jedonoszew hat mfolgedesien sein Entlasiungsgesuch einge­reicht. Der Zar aber hat den Beschluß deS h. Synod ratt- fiziert. Auch sonst geht die Rede von mancherlei Reformen. Nach einet offiziellen Petersburger Meldung werde Polen am 1. Juli die Land-Autonomie und am 1. Januar nächsten Jahres die städtische Autonomie erhalten.

Auf dem Kriegsschauplätze in Ostasien haben wieder Gefechte zwischen rusiischen und japanischen Vor- truppen stattgefungen. Der neue russische Oberkommandierende General Lenewitsch meldete unter dem 8. d. Mts.:

Das Gefecht bei Ehinchiqtun bauerte zwölf Stunden. Der Feind hatte bedeutende Verluste. UnseretteitA sind gefallen ein Offizier und vier Kosaken; vernnmdet sind 2 Offiziere und einige 30 Kosaken. Am 5. April drängten unsere Vorhutmannschaflen die javanische Vorhut bis Taipilin zurück. Am 6. Avril besetzte unsere Infanterie das Dorf Kuyushu, nachdem der Feind aus diesem Dotte oertrieben war. Der Feind trat einen eiligen Rückzug an.

Meldungen aus Petersburg verzeichnen umfassende russische Maßnahmen zur Fortsetzung des Feldzuges. Eine Bestellung von 200 Millionen Patronen sei soeben im Aus­lande vergeben worden und eine solche von weiteren 300 Millionen stehe bevor. Der Agent von Ereuzot habe eine Ordre für Kanonen und Schießbedaft in Höhe von 150 Millionen Francs erlangt. Die sibittsche Bahn werde fott- gesetzt verbessett und das zweite Geleis stetig verlängett. Die japanische Regierung aber bestellte bei amerikanischen Fabrikanten 500 000 Gewehrschäfte.

Das wichtigste aber ist, daß eine Seeschlacht in den malaiischen Gewässern bevorzustehen scheint. Die Flotte Roschdjestwenskys ist in der Malakkastraße angenommen. 47 russische Schiffe wurden 130 Meilen nördlich von Singapore, und 27 Kriegsschiffe 70 Meilen südwestlich von Penang gesehen. Ferner will man ebendort 12 Kreuzer, vermutlich japanische, gesichtet haben. Aufsehen erregen wird die Meldung, daß sich das englische China-Geschwader an- schickt, in See zu gehen. Es wird die Aufgabe haben, bei einem etwaigen Zusammenstoß zwischen den Ruffen und Japanern die neutralen Gewäffer zu bewachen.

parlamentarisches aus Kesse«.

In einer Vorstellung an die H. Kammer setzen die Forstwarte des Großherzogtums ihre Gehaltsverhältniffe auseinander mit Rücksicht darauf, daß der erste Ausschuß der zweiten Kammer ihre Vofttellung betteffend Erhöhung des Dienstemkommens abzulehnen beantragt hat, und suchen dadurch den Nachweis zu erbringen, daß ihre Besoldung nicht hinreichend ist.

Der Ortsvorstand von Senid im Kreis Dieburg tritt in einer Eingabe an die zweite Kammer für die Fottfiihrung der Nebenbahn DarmstadtGroß-Zimmern über Klein- ZimmernSemd nach Groß-Umstadt eventuell bis Schaaf­heim ein.

Ausland.

Paris, 9. April.Petit Parisien" veröffentlicht ein langeS Telegramm mrs Prag, wonach in Wien die Ueberzeugnng herttcht, daß K a i s e r F r a n z I o s e s sich mit der Absicht trage, abzu­danken infolge der Schwierigkeiten, in denen sich die Kron« durch die Lage in Ungarn beftnbet. Kaiser Franz Josef soll dem Erz­herzog Franz Ferdinand hiervon Mitteilung gemacht haben. Franz Fettnnand erklärte, der Kaiser wahre nicht genügend bie Rechte seines Naclffvlgers durch die Konzessionen an die Liberalen. Es< sei zu befürchten, daß es dem Nachfolger des Kaisers n i ch,t ge­lingen werde, die Einheit und dre Militärmacht O eite,r- reich-Ungarns aufrecht zu erhalten. Ms der Kaiser diese Wotte seines Neffen erfuhr, soll er den öfter. Botschafter in Berlin M sich gerufen und ihm seine Absicht mitgeterlt haben, abzudanken. Es scheint, der Kaffer wolle einen Familrenrat ein- berufen und diesem seinen Entschluß vorlegen.

Madrid, 9. April. Der Unterrichtsminifter Lacierva trat endgiltig von seinem Poften zurück und wurde durch Dr. Cortezo^ ersetzt. Der Konflikt mit der Studentenschaft wirrde da­durch vermieden. In Valencia steckten trotzdem erregte Stu­denten in der Nähe des Hospitals mehrere Straßenbahn­wagen in Brand.

Port Mahon, 9. April. Die JaäftVittoria and Albers mit dem König und der Königin von England an Bord ist in Begleitrmg von Kriegsschiffen heute mittag hiev eingelaufen.

R o m, 8. April. Gmreral und Senator deSonnaz ist heute geftorben. Naä^em er die Sterbesakramente empfangen hatte, der- tantffe er nach seiner Uniform und nach seinen Ordensaus- zeichmrngen. Dann ließ er sich Champagner bringen und ttank mit den das Sterbelager Umstehenden auf das Wohl des Königs und das Glück des Batettandes.

Messina, 8. April. Kaiser Wilhelm sandte auf bie Nachricht Pom Tode des Ofenerals de Sonnaz an den Bnlder be§ Verstorbenen ein herzliches Beileidstelegramm und beauf­tragte den deuffcheir Bvffchafier in Rom, ihn bei der Beerdigung zu vertreten und eines Kranz niederzulegen.

Wien, 9. April. S'dnig Friedrich August Sachsen trifft am 28. d. Mts. in Wien ein und setzt am 1. Mar seine Reffe nach 'Italien fort.

Budapest, 9. April. Bischof Stroßmapr ist gestern im 9L Lebensjahre gestorben.