Issue 
09/11/1905 Zweites Blatt
 
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image

iann

6772 gdvoll

ÄdftlUi sWerkssses.

EsrUnW

Programm, 8 Uhr. W

Ludwig Wagner.

a bringt um 12. W frnilpnte

iN

te Krieg !M

>er Dichtung unb Siu?, , zur Aufführung, nblatt und Plakate.

:Auswärtige(»W.W;

V,^'^

gemeine Borilelluug. gemeine Vorstellung, irslellung für Schuler, gemeine Vorstellung, [gemeine Vorstellung. irfteUung für Schuler, gemeine Vorstellung, n find allem matzgci» richt zu bcrü«Wtiga j!. 2. Platz 60^, n 50 4, Volksichüler , rrebcS, Soft *:i nsen in Nidda. "

siö olle

- «7u preiswert lack

Nr. 264 Zweites Blatt.

155. Jahrgang

Donnerstag 9. November 1905

Erscheint Eglich mit Ausnahme de» SormtagS.

EieSietzener Lamilienblätler- werden dem ,9meiqer mermal wöchentlich beigelegt. Der ^esstlch« £oiba>ltr' erscheint monatlich einmal.

1

Rotationsdruck und Verlag der Brüblfcb« UnwersilätSdruckerei. SL Lange, Gieße«.

Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schukltr.U.

Tel. Nr. 6L Telegr.-Adr.: Arberger (Sieben.

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

N-Milche Taqeslcha«.

Gegen die geplante ReichsquitlungZsteuer fcrirb der Einspruch sich m f)t früh genug erheben können. Handelskammern, wirtschaftliche Vereiingungen aller Art sollten die Führung übernehmen. Tie Erfahrungen, die in Frankreich und England mit der Quittungsgebühr ge­macht worden sind, können nur als durchaus abschreckend gelten. Jeder, der irgend etwas liefert, beispielsweise der i^brifaiit, der Handwerker, der Ladenbesitzer, inuß die Ge- ff'.hr ins Auge fassen, daß die Quittungssteuer bei der Bezahlung der Ware auf ihn abgewälzt wird. Der Käufer hat nicht Lust, zu dem vereinbarten Preis auch noch die Rcüchsabgabe zu übernehmen. Ein entsprechender Auf­schlag auf den Preis verbietet sich in den meisten Fällen. Ter Verkäufer hat das Bestreben, rasch zu seinem Geld zu lmnrnen und den Ruf der Kvulanz zu behalten: so bildet sich bald der Brauch aus, daß der Verkäufer von vornherein die Quittungssteuer aus ferner Tasche entrichtet. Aehnlich ift ja auch die Warenhaussteuer auf die Hersteller und Lieferanten abgewälzt worden.

Wird etwa mit solchen Neueinführungen einegesunde Mittelstandspolitik" getrieben? Wird durch Umständlich- fe it und Belästigung der Geschäftsverkehr ge­fördert? Als ob wir nicht genug und übergenug For­melkram, bureaukratisches Schreibwerk, Vorschriften und, was das Reichsschahamt veranlaßte, diese schon einmal Dem Reichstag fast allgemein verurteilteQuengelsteuer" sie verdient in der Tat diese Bezeichnung hervorzu­holen. Mit demselben Recht oder Unrecht könnte man auf die ebenso unglückliche Idee einer Fahrkarten- steuer von Reichswegen zurückgrcifen. Hat der Reichs­tag auch nur die Spur einer Einsicht für die Interessen dcr Volkswirischaft und des Verkehrs, so lehnt er diesen Plan mit aller Entschiedenheit ab.

Tarin liegt keineswegs eineBekämpfung der Reichs- fiaanzreform", wenn nicht aue vorgeschlagenen Steuerpläne Beifall finden. Es ist behauptet worden, die Verb. Regier- uitgcn seien entschlossen, feine der beabsichtigten Steuern ab trennen zu lassen. Tas Ganze oder nichts. Sollte ein solcher Entschluß gefaßt fein, so ist er eben nicht aufrecht 5u erhalten. Tie Regierung kann sehr zufrieden sein, wenn and) nur der größere Teil der Reichssteuerpläne die Zu­stimmung des Reichstags erhält.

Sickier ist, daß die R e r ch s e r b s ch a f t s st e u e r, zumal /rach dem Fortfall der Besteuerung des Erbes von Ehegatten und Kindern, eine große Mehrheit auf sich vereinigt. Sehr ji befürchten ist, daß mitstaatsmännischer H i f f c" des Zentrums die Bi er--und Tabakbesteuerung zu­stande kommen. Auch die Wehr steuer, die vermutlich mit der Flottenvorlage verbunden sein wird, dürfte nicht scheitern. Wir glauben nicht, daß die Verb. Regier­umgen dem Reichstag die Pistole auf die Brust setzen werden mit demAlles oder nichts". Uebrigens braucht sch der Reichstaa davon nicht ins Bockshorn jagen zu lassen, denn womit könnte er zur Folgsamkeit gezwungen treiben? Ter Miguel pflegte zu sagen, daß man einem Parlament stets etwas zum Abhandeln und Ab- sireichen belassen müsse. Vielleicht wurde nach diesem Rezept manche Steuer in das Programm ausgenommen. Trotzdem Vorsicht ist nützlich, und so sei der Rat wiederholt, irrt Protest gegen die gefährlichsten der drohenden Steuern, zu denen auch die ,Luengelsteuer" gehört, das Möglichste zu tun. *

Die Reichstagswahl in Eisenach.

Aus Eisenach wird heute gemeldet:

Das Resultat liegt noch nicht vollständig vor. Bisher wurden gezählt: für Flex (nIO 2705, Kühner lfreis. Vp.) 2649, Schack lAntis.f 3714, Leber (Soz.) 6540, Müller-Fulda (Ztr.) 751 Stimmen. Es stehen nur noch vier kleine Ort­schaften aus. Die bürgerlichen Parteien nehmen schon heute zmr Stichwahl zwischen Leber und Schack Stellung. Die National- lrbera'len hoffen, daß der Antisemit sich der Aufgabe, die Sozial­demokraten zu bekämpfen, ebenso gewachsen zeige, wie der frühere n^tionalliberale Kandidat. Die freis.Eis. ^agesp." hafft, daß der bündlerische Versuch, den Wahlkreis in die Hände d-r Reaktion zu spielen, vereitelt wird. Der Freisinn hat um 500 Stimmen mehr und die Nationalliberalen 700 Summen weniger, wie bei der Hauptwahl von 1903.

1903 betrugen die betreffenden Stimmcnznhlen: 2145 Autis, 6013 Sozrald., 1313 Zentrum, 2049 freis. Volksp., 3585 Nationallib. Wie man sicht, sind die Schwankungen nicht sehr bedeutend. DenRcformparteilern" fielen dies­mal die bündlerischen Stimmen zu, die 1903 für den Kan­didaten der nationalliberalen Partei, Oberförster Fries, abgegeben wurden. So ist denn der Wahlkreis für diesmal dem Liberalismus abwendig gemacht, dem er seit 1867, im Wechsel zwischen Nationalliberalen und Freisinnigen, fiets treu geblieben war.

Erfreulich ist, daß die sozialdemokratische StimmenzaHl ziemlich stationär geblieben ist. wenn sie auch nicht den Rückgang erfahren hat, wie anderwärts. Für die bürger- lnchen Parteien ist damit die Stichwahlparole eigentlich ge­geben. Doch nach den obiaen Mitteilungen mögen die An- füänger des dortigen freisinnigen Blattes sich nicht ent­schließen, dem Reformparteiler ihre Stimmen zu geben. Wir hoffen, daß viele Freisinnige sich doch noch dazu bereit ß.nden werden. Für nationallcherale Wähler kann es in miesem Falle, wo ein zweifellos national gesinnter Kan- toibat dem Sozialdemokraten gegenübersteht, rein Schwanken «neben. Dieselbe Einmütigkeit der in annähernd gleicher Stärke aufmarschierten bürgerlichen Parteien hat 1903 z,um Siege des nationalliberalen Kandidaten geführt.

Deutsch-Afrikanisch S.

Nach einem Telegramm des kaiserlichen Gouverneurs wou Kamerun ist der Angestellte der Firma A. u. L. Lübcke-Hamburg, Kaufmann Rogge, in Welemakonc im 'idlichen Teile des Ebolooa-Bezirks von seinem eigenen Dienstpersonal ermordet morden. Die Mörder wurden «lsbald verhaftet, von der Station Ebolova zum Tode ver- mrteilt und hingerichtet. Rach Ansicht des Gouverneurs A die Tat ohne polnische Ursachen und Folgen.

AuS Dar es Salaam liegt folgende Meldung vor ' Der Oberingemeur Makrokordato der Firma Holzmann hat seine zweite Etappenstation in Masindschi, Major Johannes, der Führer der Expedition, feine dritte Etappenstation in Opengera, die daß nördliche Ilwa Livali beherrscht, angelegt und durch eine ASkari - Besatzung linier dem Sergeanten Standau gesichert. Auf dem Marsche von Maßindje nach Opengera wurde die Abteilung von aufständischen Banden stark belästigt. Ein Atzkari ist gefallen. Am 8. November wurde die Station Kilossa von großen Massen Aufständischen angegriffen. Bezirksamtmann Lambrecht schlug trotz geringer Besatzung den Angriff nach heftigem Gefecht zurück.

Ein Telegramm aus Windhuk meldet: Am 2. No­vember bei dem Ueberfall eines Wagen? am Uibib gefallen: Die Unterossiziere OttoOclzner, Heinrich Lörenz, Gustav Icdamzik und Reiter Albert Koch. Am 1. November an Ruhr gestorben: Reiter Adolf Labusch; an Typhus ge­storben : Reiter Job. Meyer.

Kirche und Schule.

Der Evangelist) e Bund hat auch in Gießen eine akademische Ortsgruppe, die dieser Tage ein Flugblatt An die Studentenschaft Gießens" verteilen ließ. Tarin heißt es:

Vom 8.12. Oktober hat in Hamburg der Evang. Bund seine 18. Generalversammlung abgehalten. Aus allen Gegen­den waren sie herü.'igeeilt, getrieben und beseelt von dem einen Wunsche, Deutschlands heiligste Güter, seine Gewissens- und Glaubensfreiheit, seine Wissenschaft und K'unst, seine Einheit und Cröße zu wahren gegenüber den finsteren, unheilvollen Mächten des Ultramontanismus. Einen freilich vermißte man, der sonst in den großen Zeiten unseres Volkes stets zuerst ein­getreten für Deutschlands Grö^e und Herrlichkeit: den deutschen Studenten. Zwar fehlten studentische Vertreter nicht- Mlein, wo sieht man eine wirllich gro^e Bewegung durch die Studenten­schaft gehen? Der llltramontaniSums ist der Todfeind unseres deutschen Volkes. Er zwingt uns nicht nur m Den Bann Roms: er vergiftet auch unsere herrliche deutsche Eigenart; er erstickt deutsche Treue und Lauterkeit, beutfebe Innigkeit und Gemüts­tiefe, brutftfyen Wissensdurst und Freiheitsdrang. Wer's nickst glaubt, der greife zu der berüchtigten Enzyklika und Syllabus Pius' IX., der noch, oder besser, erst jetzt völlig in Kraft,eine neue feierliche Zusammenfassung und Gesamtverdammimg aller der Irrtümer unserer Zeit" darstellt.....Und wie sehr gerade

unser liebes deutsches Vaterland, dank der traurigen Bedeutung des Zentrums, diese Segnunaen erf.-bren, das wissen wir alle zu genau. Auch dem Müdesten muß d.w Trierer Schulstreit, der Famecker Friedkwftzskandal, die Aufhebung des 8 2 des Jesuiten­gesetzes offenbart haben, wie gar herrlich weit es in deutschen Landen gekommen ist. Und der Ultramontanismus darüber täuschen wir uns nicht wird nicht ruhen, bis das in Enzyklika und Svllabus gezeichnete Ideal erreicht ist Wollen wir, Deutsch­lands Zukunft in Staat und Ktrche, in Wissenschaft und Kunst, von ferne stehen? Nimmermehr. Treten wir ein in die Reihen des Evangelischen Bundes! Das Vaterlcmd ruft. Wohlan, Bur- chen heraus!

$)te «Lage in Außtand.

DieRuff. Korr.E berichtet au§ Petersburg: Das auf Anregung Wittes von dem Profeffor und Semstwomann Karavajeß ausgearbeitete Prosekt zur Erweiterung des Wahlrechts war nahezu vollendet und sollte veröffentlicht werden, als Witte den Semstwowannern Schipow und Jutschkow Ministerposten antrug. Beide stellten als Be­dingung ihres Eintrittes in die Regierung die Annahme deS allgemeinen, aber nicht direktenWahlrechtS. Witte nahm die Bedingung an und so scheint es, daß die Frage deS allgemeinen Wahlrechts entschieden ist. Eine weitere Forderung der beiden Genannten ist die Entfernung TrepowS und DurnowoS von ihren Posten. Trepows Entlastung ist beschlostene Sache und wahrscheinlich geht in kurzer Zeit auch Durnowo.

Nach einer Meldung auS Petersburg hat eine Anzahl orthodoxe Priester die Erlastung des Kirchenbannes gegen Trepow verlangt. Die Petition an den heiligen Synod bezeichnet Trepow als denfluchbeladenen Scharf­richter Rußlands".

Ein Petersburger Korrespondent meldet, Graf Wittes Stellung werde von Tag zu Tag schwieriger. Er habe gegen die Jntriguen der Hof-Kamarilla ohne jede Unterstützung zu kämpfen. Der Zar handle in vielen Fällen, ohne sich vorher mit seinem Ministerpräsidenten zu ver­ständigen.

Auf der Rückreise von Rußland in seine Heimat wurde der englische Publizist Stead in Berlin aufgesucht und um seine Meinungsäußerung über die augenblickliche Lage des Zarenreiches gebeten. Er erklärte, die dortige Situation sei geradezu fürchterlich. Rußland nähere sich mit Riesenschritten einem Zustande, der die Schrecknisse der französischen Revolution weit hinter sich lasse. Stead ist der An­sicht, daß, sobald der Zar fest bleibt und seine eigene hohe Stellung behält, er wohl im Stande sein werde, die all­gemeine Lage günstiger zu gestalten, vorausgesetzt, daß die Liberalen die Regierung unterstützen.

Die Entlassungsgesuche des Großfürsten Wladimir als Kommandeurs der Gardetruppen und deS Militärbezirks Petersburg und des zum Mitglied des Reichs­rats ernannten Eisenbahnministers Fürsten Chilkow wurden angenommen.

In Warschau wurden am 8. d. Mts. auf einmal wieder alle Versammlungen untersagt. Infolgedessen ist nicht abzusehen, wann der Ausstand auf den Bahnen und die sonstigen Ausstände zu Ende gehen werden. Viele Vereine sandten telegraphischen Protest an Witte. Der Polizei­meister von Lodz ist wegen unerhörter Grausam­keiten seines Amtes entsetzt und vor Gericht gestellt worden.

Gleichzeitig mit dem Beschluß, die Z a r e n - R e g i e r u n g nicht mehr als bestehend zu erachten, beschloß eine Volksversammlung von Industriearbeitern in Sielce (Polen),

zur Durchführung deS Aufstandes Zwangsbeiträge von den Industriellen des russisch-polnischen JndustriebezirkeS einzu­fordern. Tausende republikanischer Flugblätter werden unter die Soldaten verteilt. Der deutsche ReichStagSabg. Korfanty und Redakteur Kowalczyk hielten in Sielce aufreizende Reden.

In Moskau bewilligten die Stadtverokdneten eine ganze Reihe wesentlicher Aufbesserungen für die in den kommunalen Betrieben beschäftigten Arbeiter. Die Arbeits­zeit wurde von 9V2 bis 8VZ Stunden verkürzt. Die Lohn­sätze mürben erhöht, der TageSlohn durch monatliches Gehalt ersetzt, periodische Gehaltszulagen festgesetzt, WohnungS- geldzuschuß bewilligt u. s. w.

Die Schlächter Moskaus, die auf einem großen Platze in der Nähe des Kremls ihre Ware feilbieten, haben vor den Heiligen-Bildern geschworen, alle Studenten zn töten, weil sie überzeugt sind, daß Ruhe erst wieder ein­treten werde, wenn der letzte Student abgeschlachtet sei. Die Pförtner der Häuser sind aufgefordert worden, die Stu­denten namhaft zu machen, und kommen auch dieser Auffor­derung nach.

Nach einem Telegramm au§ Moskau hat in Rjäsan die Plünderung der jüdischen Magazine von neuemi begonnen. Bei der Verteilung des geraubten Eigentum- der Juden kam es zu großen Straßentumulten. In Jnjowka bauern seit zwei Tagen die Judenverfolgungen an, wobei eS viele Tote gab. In dem jüdischen Stadtteil von Balta stnd 60 Läden eingeäschert, in Kiew ist fast alles zerstört. In Gadiatsch wurden 80 Häuser demoliert; e5 herrscht Hungersnot. In Genizschesk dauerte die Judenhetze drei Tage lang. Erst nach dieser Zeit schritt das Militär! ein. In ganz Südrußland herrscht Panik. Die Juden! flüchten in großen Scharen nach der österreichischen unW rumänischen Grenze.

Die Zahl der Juden, welche während der Mastacre in den verschiedenen Teilen von Südrußland umS Leben gekommen sind, beziffert sich nach Privatmeldungen auf 150 00, die der Verwundeten und zu Krüppeln Ge­schlagenen auf 100 000. Die südrussischen Städte Polta^ Calaraschin und Olviopol sind von den Mitgliedern dev schwarzen Bande vollständig niedergebrannt und auS-l geplündert worden. Viele Menschen kamen in den Flammen um.

Ter Brand in JSrnaila ist gelöscht. Die halbe Stadt liegt in Trümmern, wodurch die ganze Bevölkerung an den Bettelstab gebracht ist. Während der Unruhen wurde ein Polizeichef ermordet. Der Attache der französischen Botschaft, der sich auf der Reise nach Petersburg befand, ist nur wie durch ein Wunder dem Tode entgangen.

Aus Baku wird gemeldet, daß das HauS deS eng­lischen Verwalters der Gesellschaft in Bra n d gesteckt wurdet Der britische Geschäftsträger hat bei Trepow Vorstellungen gemacht. Trepow versprach, daß man die nötigen Schuh- inaßregeln ergreifen werde.

In einem Kampf mit der VolkSrniliz in Nassalvi- rali im Kaukasus wurden über hun dert Gendarmen getötet.

Aus Slsöl and AmS.

Gießen, 9. November 1905.

** Aus dem Bureau des Stadttheater8.. Zu Schillers GebnrtSta g findet am nächsten Freitag, eine sorgfältig vorbereitete Vorstellung von Maria Stuart mit Elfriede Bayrhammer in der Titelrolle statt. Die Vor­stellung zählt als fünfte im FreitagS-Abonnement. Schüler und Schülerinnen erhalten zu dieser Vorstellung Eintritts-^ karten zum ermäßigten Preise von 1 Mk. (Sperrsitz), 75 Psg»s (I. Parquet), 50 Psg. (II. Parquet) und 25 Pfg. (Galleries Doch sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß diese ermäßigten Schülerkarten nur im Vorverkauf in Ernst ChallierS Musikalienhandlung ausgegeben werden.

** Betrüger. Ein Arb eiter aus TmiBringen er* schwindelte im Lause dieser Woche aus einem hiesigen Geschäft zu drei verschiedenen Malen eine Anzahl Körbe, die er bann auf dem Wege des Hausierhandels^ in den Nachbarorten billig absetzte und den Erlös für sich verwendete.

** Diebstähle. Ein Ehepaar hatte am vorigen Sonn­tag einen Ausflug nach Dem Vogelsberg gemacht. Spitzbuben: müssen von der Sache Kenntnis bekommen haben und be­nutzten diese Gelegenheit zu einem nächtlichen Besuch in der unbewachten Wohnung. Sie taten sich nicht allein in der Küche an Speise und Trank gütlich, son­dern ließen noch eine alte goldene Uhr nebst 16 Mk. bar mitgehen. Sonstige Wertsachen ließen sie unberührt. Einem Arbeiter wurde am verflossenen Sonntag von seinem angeblichen Landsmanne, einem ganz jungen, unbekannten Burschen, der Geldbeutel mit 10 Mk. Inhalt gestohlem, In letzter Zeit werden wieder morgens häufig die an die Haustüren gehängte Brötchenbeutel mit Inhalt entwendet.

** Preßprozeß. Demnächst wird sich LandtagSabg« Hirsch el wegen Preßbeleidigung zu verantworten haben. Auf Grund eines seinerzeit im ^Bauernkalender^ er­schienenen Artikels hat Blättcrmeldungen zufolge ein Handels­mann in Re in h eim Prioatklage angestrengt, unb es ist Verhandlungstermin vor dem dortigen Schöffengericht auf den 23. bS. Mts. anberaumt.

* Der Verein Contentia feierte am Samstag in der Turnhalle sein Winterfest, verbunben mit Theater unb Ball unter gütiger Mitwirkung deSGernharbtschen Zither- unb Mandolinen-Chors". Nicht nur, baß ber Saal bis auf den letzten Platz gefüllt war, sondern man hatte noch in der Garderobe Plätze einrichten muffen. Die zur Aufführung ge­langten Theaterstücke :c. fesselten die Besucher derart, daß bis zum frühen Morgen der Saal dicht besetzt war. Eine von