des roten AdlcrordenS verliehen und in Rominten persönlich übergeben, und der Zar sandte ihm folgendes Telegramm:
Ich beglückwünsche Sie zu Ihrer Rückkehr mt§ Washington, Nachdem Sie meinen Auftrag, der von der größten Wichtigkeit für den Staat war, glänzend ausgeführt haben. Ich lade Sie ein, zu mir nach Bjoerkoe und auf die Yacht „Polarstern" zu kommen. Die Yacht „Strela" wird Ihnen mif meinen Befehl zur Verfügung gestellt werden."
Die Yacht „Strela" kam am 29. ds. MtS. bei Bjoerkoe an. Der Zar sandte sofort ein Boot für Witte, der dann von dem Zaren empfangen wurde und ihm Bericht erstattete. Der Zar verlieh Witte den Grafentitel und trank während deS Diners auf sein Wohl. Für den folgenden Tag wurde Witte zur kaiserlichen Frühstückstafcl geladen und trat dann an Bord der „Strela" die Rückreise nach Petersburg an.
Seit Wittes Anwesenheit in Paris scheint die Eng- l änderbegcisterung der Franzosen im Abflauen begriffen zu sein. Der „Temps" schrieb bereits, Frankreich besitze nur einen Verbündeten und ein einziger Verbündeter genüge ihm vollkommen. Möglich, daß der Abschluß des englisch-japanischen Vertrages über Ostasien die Bedenken Frankreichs gegen die britische Politik wachgerufen hat. Diese beiden neuesten Freunde nehmen sich das Recht, Ostasien in gemeinschaftliche Regie zu übernehmen. Die Interessen Zentraleuropas und der Vereinigten Staaten werden in einer Weise ignoriert, die geradezu klassisch genannt zu werden verdient. Die nächste Folge der Vereinbarung ist eine mit Naturnotwendigkeit sich ergebende Verschiebung der Bünd- nisie, die Gründung einer neuen Koalition. In Wiener politischen Kreisen ist man der Ansicht, daß die deutschrussischen Annäherungen wahrscheinlich zum Wiederaufleben des Bündnisses von Deutschland, Rußland und Frankreich in Ostasien führen werde. Besonders die freundliche Aufnahme, die Kaiser Wilhelm Witte zu Teil werden ließ, könnte als Gradmesser für die Wichtigkeit gelten, die in Deutschland dieser Konstellation entgcgengebracht werde. Dem Besuch Tittonis in Baden-Baden wird, abgesehen von der Festigung der bewährten Beziehungen, keine Bedeutung und kein Sonderzweck in Wien beigemcssen.
In Rußland hat der neue Semstwokongreß getagt, der das Hauptwahlkonütee für die Reichsduma ernannte und eine Reihe wichtiger Reformbeschlüsse faßte. U. a. erklärte sich der Kongreß für die Konstituierung eines Zartuni Polens mit demokratischer Verfassung und Arrondierung der Grenze nach nationalpolnischen Gesichtspunkten. Während des Kongresses bildete sich eine Sondergruppe, die sich den Namen Konstitutionelle Nationalistenpartei beilegte und der sich einige hervorragende Persönlichkeiten anschlossen. Der nächste Kongreß der Semstwos und der Städteverwaltungen wird auf November eirtbemfen. Bis dahin werden die Kandidaten für die Reichsdumawahlen bekannt sein. Zur Teilnahme an dem Kongreße sollen auch Vertreter der Bauern aufgefordert werden.________________
Politische Tagesschau.
Landwirtschaftliche Klagen.
Wie aus Niedererlenbach bei Homburg geschrieben wird, hat sich der Landwirte der dortigen Uni» gebung eine große Unzufriedenheit bemächtigt, infolge der Art, wie die Abschätzung der durch die Kaiserparade veranlaßten Flurschäden erfolgt. Am 8. September wurde bekanntlich die Parade in den hochkultivierten Fluren von Niedererlenbach abgehalten. Bis jetzt ist aber die Abschätzung und Regulierung der Schäden kaum zur Hälfte erledigt. Die Besitzer, die auf den geschädigten Fluren in der Regel keine Arbeit vornehmen können, sind also in jihrem Betriebe gehemmt. Sic würden das aber noch ohne Murren ertragen, wenn nur die Entschädigung des angerichteten
/er zu spielen. Auf besonderen Wunsch des Herrschers wurde „CHarleys Tante" aufgeführt. Das Stück fand lebhaften Beifall.
— Von Wilhelm Jordans „N i b e l u n g e" wird eine Schulausgabe veranstaltet; Dr. Eduard Prigge hat es übernommen, das Epos dem Verständnis der Heranwachsenden Jugend näherzubringen.
— Ein neuer Roman von G ustav Frenssen, der Verfasser des „Jörn Uhl", wird unter dem Titel „Hi l l i g e n l e i" lint Herbst bei G. Grote in Berlin erscheinen. In diesem Roman behandelt Frenssen sittliche und religiöse Fragen.
— „D er Schwur der Treue" von Oscar Blumenthal, der jüngst in Berlin seine erfolgreiche Uraufführung erlebte, ist in einet Buchhandels-Ausgabe im Verlage der Firma Eduard Bloch in Berlin C. erschienen. Dem Werke ist eine Abbildung des bekannten Nembrandtbildes „Rembrandt und seine Frau Saskia" beigegeben. Dieses Bild hat die Anregung zu dem Lustspiel gegeben und die vom Autor dem Stück vorangestellte Zueignung an feine Frau spricht sich hierüber näher aus. Außerdem kommt im Schlußakt des Stückes die ursprüngliche Skizze des Nembrandtbildes auf die Bühne, so daß es für die Bühnen- Einstubierung bequem ist, eine Nachbildung im Buche gleich zup Hand zu haben.
— Die Eröffnung des neuen Stadttheaters zu Barmen fand am 30. v. M. in feierlicher Weise statt. Ein zum großen Teil geladenes Publikum füllte das Haus bis _auf den lebten Platz. Na li einer1 Ansprache des Oberbürgermeisters Dr. Lentze und einem Prolog von Walter Bloem, berrt Verfasser des auch in Gießen bekannten Stückes „Es werde Recht", kam „Tannhäuser/' zu einer würdigen Darstellung. Das Publikum war sehr beifallslustig und feierte den Erbauer des Theaters, Karl Moritz, den Direktor Ockert und die Mitwirkenden.
Süttidj; 30. Sept. Heute wurde hier der internationale ÄLitwaltskongreß unter zahlreicher Beteiligung des Auslandes durch Justizminister van der Heuvel eröffnet. Es waren Vertreter von Deutschland, Frankreich, Rußland, England, Dänemark, Holland und der Schweiz erschienen. Für den Berliner Anwaltsverein begrüßte Justizrat Dr. Edwin Katz den Kongreß, für den Kölner Anwaltsverein und den deutschen Anwaltstag Justizrat Dr. Heiliger.
Kleine Meldungen. Aus Leipzig wird geschrieben: Das neueste Drama des hiesigen Schriftstellers Franz Adam Beyerlein ist soeben unter dem Titel: „Der Großknecht" erschienen. — Aus Hanau wird geschrieben: Das Stadt- 11) e ater eröffnet am Sonntag die Wintersaison mit einem fast vollständig neu engagierten Personal. Das Innere des Theaters ist während der Sommermonate einer gründlichen Renovation unterzogen, mit elektrischer Beleuchtung und einer Heizungsund Entlüftungsanlage versehen worden. — Man schreibt aus Nürnberg: Nach einer in der Magistratssitzung gemachten offiziellen Mitteilung beträgt das Archftekten-Honorar des Baurots Seeling-Berlin für die Erbauung des neuen Stadttheaters etwa 186 000 Mk., nämlich 5 Proz. der Bausumme von 3.72 Mill. Mk. An Ueberschreitungen des Voranschlags wird diese Vergütung nicht berechnet. Der Architekt hat daraus seine gesamten Bureaukvstcn zu decken, gehabt,' nur die Reisekosten werden ihm besonders vergütet.
Schadens einigermaßen entsprechend wäre. Daß sie das nicht ist, geht aus folgenden Beispielen hervor. Die Landwirte mußten ihre Rüben und Kartoffeln schon um Mitte August ernten; dafür soll ihnen der halbe Wert einer Normalernte in Anrechnung gebracht werden. DaS unreife, infolge der damaligen großen Hitze verwelkte Zeug war aber vielfach nicht einmal als Viehfutter zu verwerten; es liegen heute noch ganze Haufen davon im Felde, dem Verderben preisgegeben. Man wird wohl sagen dürfen, daß der Ersatz des halben Werts einer normalen Ernte in diesem Falle zu niedrig ist. Ferner wurde das Paradefeld tagS vorher mit großen Straßenwalzen festgewalzt. In der Nacht vor der Parade fiel ein schwerer Gewitterregen. Daß dadurch der Acker, auf dem sich nachher 65 000 Menschen tummelten, geschädigt wurde, liegt auf der Hand. Dem so geschädigten Landwirt wird aber für 100 Quadratmeter eine Entschädigung von 25 bis 50 Pfg. geboten; hier und da ist das Angebot noch niedriger gewesen. Auch in diesem Falle wird man zugeben müssen, daß die Entschädigung dem wirklich vorliegenden Schaden nicht entspricht. Der Bauer hat ohnehin unter den Manövern und Truppenübungen zu leiden. Bei solchen Gelegenheiten soll man nicht knausern. Vielleicht nehmen die Lokalbehörden Veranlassung, die Abschätzungen nach Möglichkeit zu beschleunigen und mit den Entschädigungen nicht zu knausern.
* Sozialpolitik auf dein Lande.
Alle Tage hört und liest man heute von der sozialen Frage, von Vorschlägen und Versuchen zu ihrer Lösung, und dennoch giebt es nicht wenige, die mit diesen Worten immer noch einen ganz falschen Begriff verbinden, indem sie glauben, es hangle sich dabei lediglich um die Lage und Hebung der lohnarbeitenden Klasse, insbesondere der Industriearbeiter. Dem ist jedoch nicht so. Nicht nur die Industriegebiete, auch das Land, nicht nur die Lohnarbeiter, auch der kleine selbstständige Gewerbetreibende und Landwirt, nicht nur die Handarbeiter, auch zahlreiche Kopfarbeiter u. s. w., u. s. w. werden von der sozialen Frage direkt berührt, und in vielen Fällen dürfte es noch sehr fraglich sein, wer von diesen dringender der Hilfe bedarf. So viel ist gewiß, daß sich unter den Arbeitern, insbesondere in den Jndustrie- gebieten, gar manche befinden, die sich einer besseren ökonomischen und sorgenfreieren Lage erfreuen als Angehörige anderer Stände, als beispielsweise die kleinen und mittleren Landwirte. Der Wege, auf denen man dem kleinen Manne auf dem Lande, der gar oft auch noch unter einer schweren Schuldenlast seufzt und in Mißjahren sich um den ganzen Lohn seiner schweren Arbeit gebracht sieht, hilfreiche Hand leihen kann, giebt es genug.
„Wie wäre es beispielsweise — so läßt sich im „Heidelb. Tagebl." eine Stimme vernehmen — schon eine erhebliche Erleichterung für diess Klaffe von Werktätigen, wenn diejenigen Kassen, welche in erster Reihe mit den Landwirten arbeiten, statt hohe Dividenden oder Ueberschüsse zu verteilen, welche ja doch die Landwirte ausbringen müssen, den letzteren die Kapitalien zu einem niederen, der Rente des landwirtschaftlichen Ertrages mehr entsprechende Zinsfüße gewähren würden? Wenn eine öffentliche Spar- oder Darlehnskaffe einen Zins von 3* */2 Prozent an ihre Einleger vergütet, so kann sie den Landwirten das Kapital zu 4 Prozent Zins gewäbren, sie wird dabei immer noch ihre Rechnung finden! Freilich wird in diesem Falle de.r Rechenschafts- bericht nicht noch sagen können, daß man 6 Prozent Dividende oder große Ueberschüffe verteilen könne, aber man wird sagen können, daß die Kasse, enisprechend ihrem angeblichen Zwecke, gemeinnützig gewirkt habe, das dürfte besser klingen."
Denen, die es zunächst angeht, kann man diesen Vorschlag nur zur gründlichen Erwägung empfehlen. Sozialpolitikern aber rufen wir zu: „Hinaus aufs Land! Gelegenheit zur Betätigung Eures Wissens und Strebens findet Ihr auch dort genug!"
* Eisenbahnunfälle. Der Personenzug Nr. 858 Ratibor-Kattowitz entgleiste bei Czernitz (Oberschles.). Vom Zugpersonal, das aus Kattowitz stammt, sind vier tot und siebzehn verwundet. Der Personenzug fuhr bei der Ausfahrt unter Nichtbeachtung des Haltesignals auf ein stumpfes Gleis und zertrümmerte den am Ende stehenden Prellbock. Die Lokomotive, der Packwagen und drei Personenwagen vierter Klasse stürzten die Böschung hinab. — Bei Nyköbing (Insel Falster) stieß ein Personenzug mit einem Güterzuge zusammen. Zwei Personen wurden getötet, mehrere erlitten Verletzungen. — Auf der Industriebahn der Siebenbürger Holzindustriegesellschaft stieß eine Lokomotive mit einem Personenzug zusammen, wobei 12 Personen getötet und fünf schwer verletzt wurden. — In der Nähe von Gloggnitz (Oesterr.) entgleiste nachts ein Lastzug. Mehrere Waggons wurden zertrümmert.
• Der verkannte Erbprinz. Folgendes heitere Vorkommnis hat sich, thüringischen Blättern zufolge, in einem Städtchen an der Bahnlinie zwischen Pößneck und Gera dieser Tage zugetragen. Der Erbprinz von Reuß hatte seine Abreise von jener Station dem Stationsvorstande angezeigt. Alles wird hübsch zum Empfange vorbereitet, der Vorsteher und die Assistenten haben sich in Gala geworfen, der Zug ist schon eingetroffen, und noch immer harrt man auf das Eintreffen Seiner Durchlaucht. Endlich, e§ ist schon die höchste Zeit, kommt ein Einspänner, gelenkt von einem Bauer, in Sicht, auf dem sich noch ein Fahrgast befindet. „Das ist der Erbprinz, ich habe ihn schon einmal gesehen", meint ein Beamter. Man wundert sich zwar ein wenig über das primitive Fuhrwerk, in dem der Prinz ankommt, — doch kann man sich mit solchen nebensächlichen Dingen nicht weiter aufhaltcn, die Zeit drängt. „Durchlaucht" begibt sich an den Fahrkartenschalter und löst sich ein Billet zweiter Klasse. Von den ihn umringenden Beamten höflich und respektvoll zum Zuge geleitet, will er bescheiden in ein Coupö zweiter Klaffe einsteigen, doch die Beamten komplimentieren ihn zu dem Salonwagen, helfen ihm einsteigen — ein Pfiff, und ab geht der Zug unter strammem militärischen Salutieren der Bahnbeamten. Da über die Identität daL eben Expedierten doch einige leise Zweifel aufsteigen, fragt man den Bauer, der den „hohen Gast" gebracht hatte, ob es auch wirklich der Erbprinz von Reuß gewesen ist. „I wo", sagt dieser, „das war ju dr Obeekellnec von U.I" — Tableau!
* Theator-Direktor: „Es ist zum Verzweifeln! Sechs Mitglieder waren schon wieder nach Vorschuß hier. —
Wsnn das so wcitergeht, ist bis Mittag ein halber Taler weg."
*KleineTageschronik. In Gotha hatte der Rentner Beriet, ein Sohn des früheren Landtagspräsidenten, von einem militärischen Mbschiedsessen kommend, auf der Straße ein Ren- roirtte mit drei Arbeitern. Ec holte aus seiner Wohnung ein Gewehr und feuerte auf die flüchtenden Arbeiter drei Schüsse ab. Die Arbeiter wurden verwundet und mußten eine Klinik aufsuchen. — Ein im Kieler Hafen als Leiche aufgefundener Matrose Emmers ist anscheinend das Opfer eines Verbrechens geworden. Die Obduktion ergab, daß der Verstorbene vor dem wahrscheinlich im Wasser eingetretenen Erstickungstode eine offenbar von einem spitzen Instrument hcrrührendc schwere Wunde in der K>ehlkopfgegend erhalten hat. Wahrscheinlich ist Emmers bei ehret Schlägerei verletzt und dann in den Hafen geworfen worden. — In Lisi'a (Posen) hat die Beerdigung des vom Leutnant v. Lekow erschossenen Haushälters Rösch unter großer Beteiligung stattgefunden. Auch der Kommandeur und mehrere Offiziere des 56. Feldart.-Regts., nahmen daran teil. Lekow wurde in das Militärgefängnis nach Posen gebracht. Voraussichtlich wird gegen ihn die Änllage wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgange erhoben werden. — In Vaels, einem Städtchen an der deutsch-holländischen Grenze, ist eine Spielbank eröffnet worden. Der höchste Einsatz beträgt 10 Mark sodaß das wilde Spiel wie in Ostende und Monako gebräuchlich, ausgeschlossen erscheint. — In Luzern wollte in einem Gasthofe ein junger Mann seine Geliebte durch einen Revolverschuß toten und verletzte sie lebensgefährlich. Hierauf versuchte er sich selbst zu erschießen und erhängte sich schließlich am Türpfosten. Nach hinterlassenen Papieren handelt es sich um den Sohn eines Berliner Fabrikanten und die Gattin eines Fabrikanten aus Posen. — Am 30. Sept, brannte der Kimg in Hoejs- l e w bei Skive (Dänemark) nieder. Der Ktugbesitzer, seine zwei Kinder und ein Mädchen verbrannten. Die Frau des Besitzers rette sich durch 'einen Sprung aus dem Fenster. — Der Goeteborger Dampfer „Niord" stieß in der Nähe der Insel Hoett (Schweden) mit dem Stockholmer Dampfer „Robert" zusammen. Letzterer sank sofort. Die Besatzung, bestehend aus 19 Mann und zwei Frauen, sämtlich schwedischer Nationalität, ertranken mit Ausnahme eines Zimmermanns, der von dem „Niord" gerettet wurde. Die Ursache des Zusammeu- stoßes ist noch nicht aufgeklärt. Das Wetter war vollkommen ft ar. — Am 30. Sept, ereignete sichinMazzara delVallo (Sizilien) ein starkes Erdbeben, welches unter der Bevölkerung viel Schrecken verursachte, aber keinen Schaden anrichtete. — Seit der Erdbebenkatastrophe in Calabrien treffen in Tunis zahlreiche calabresische Landwirte ein, welche ihre Heimat verlassen haben, um in Tunis sich eine neue Existenz zu gründen. Die Anzahl der Flüchtlinge ist jedoch so groß, daß viele von ihnen bitterste Not leiden. — In Kon« stantinopel wurden bei einer Haussuchung in dem deutsche» Hotel „Kroeckel 12 angeblich seit Jahren dort deponierte leere Bio mb en gefunden. — Bei einem Zyklon wurden in Kaplan d 7 Personen getötet und viele verletzt. Neber 100 Häuser wurden zerstört. Hunderte sind obdachlos. — In den Militär- Werkstätten in Hirvschima (Japan) brach Feuer aus. 20 Gebäude wurden zerstört. Untersuchung ist eingeleitel.
KandeL und WerKehr. Volkswirtschaft.
Fiskus« 'und Kvhlensyndikat. An der Berliner Samstagsbörse zirkulierten gegen Schluß des Verkehrs, also zu einet Zeit, da sich die Tatsachen nicht mehr kontrollieren ließen, Gerüchte, wonach die preußische Staatsregierung bereits den Beschluß gefaßt haben soll, dem Kvhlensyndikat beizutreten, womit wie bekannt der Uebergang der Majorität der Aktien der Bergwerksgesellschaft Hrbernia an den Staat sowie die Annahme der Beteiligung bei der Rheinisch-westfälischen Kohlengesellschaft m. b. H. begründet fein würde. Die Nachricht Ringt sehr unwahrscheinlich und auch emgezvgene Erkundigungen, soweit sie noch möglich waren,- bezweifelten diese Meldung seht stark, da gegenwärtig keine der maßgebenden Persönlichkeiten des Kohlensyndikats überhaupt in Berlin anwesend ist. Auch dürfte unsere Mitteftuna zustimmen, daß auf eine definitive Entscheidung in diesen Angelegenheiten immer noch einige Wochen zu warten ist.
Arbeiterbewegung.
Berlin^ 1. Oft. Heute sand unter dem Vorsitz des Ma« gistratsrats v. Schulz eine Bespre chung zwischen den Vertretern von Siemens u. Halske, Siemens-Schuckert und der Allgem. Elektrizitäts-Gesellschaft und den Delegierte^ der Arbeit er au sschüsse genannter Firmen statt, in bet die Grande und der Verlauf der gegenwärtigen Bewegung erörtert wurden. An der Besprechung nahmen auch je ein Mitglied des Metallarbeiterverbandes und, des Fabrik- und Hilfsarbeiterverbandes als Berater der Arbeiter teil. Nach 4^2 stund. Dauer wurde die Besprechung auf Montag vormittag v er tagt.
Greiz - 30. Sept. Der Verband der sächsisch-thüringischen Webereien teilt folgendes mit: Die neuen Lohntarife dee sächsisch-thür. Webereiverbandes wurden trotz erheblicher Lohnerhöhungen und weitgehender Zugeständnisse, in den Arbcits bednigungen durch die Arbeiterschaft abgelehnt. Wenn die Arbeiter nun trotz der Erllärung, daß die gegenwärtige Grenze durch die Lage des Weltmarktes und mit Rücksicht auf die Lebensfähigkeit der Industrie gezogen wurde, das vorteilhafte Ergeb ins einer friedlichen Vereinbarung zurückwiesen und einen aussichtslosen Kampf heräufbeschwören, so haben fit die Verantwortung für die kommende wirtschaftlich-trübt Zeit selbst zu tragen.
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Kpielpla»? brr vmintgtra Frankfurter Stadttheater.
Opernhaus.
Dienstag den 3. Oktober*): „Die neugierigen Frauen." Miib woch den 4. Oktober: 1. Abonnements-Konzert. Donnerstag b>r 5. Oktober: „Othello." Freitag den 6. Oktober: „Die Zaubeo ? flöte." Samstag den 7. Oktober: „Die neugierigen Frauen. Sonntag den 8. Oktober, nachmittags halb 4 Uhr: „Der Postillon von Lonjumeau." Abends 7 Uhr: „Die Afrikanerin." Montag den 9. Oktober, abends halb 8 Uhr: „Die Geisha."
Schauspielhaus.
Dienstag den 3. Oktober: „Ihr zweiter Mann." Mittwoch den 4. Oktober, abends halb 7 Uhr: „Faust." 1. Teil mit Prolcg i im Himmel. Donnerstag den 5. Oktober, abends halb 8 Uhr: „Medea." Freitag den 6. Oktober: Zum ersten Malt) „Klein Dorrit". Von Franz v. Schönthan. Samstag drn 7. Oktober: „Faust", 2. Teil. (1. Abend.) Sonntag den 8. Oktobcr. nachmittags halb 4 Uhr: „Die Kreuzelschreiber." Abends 7 Hör! „Klein Dorrit." Montag den 9. Oktober: „Faust", 2. Teil (zweiw Abend.) Dienstag den 10. Oktober: „Klein Dorrit."
•) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.
Für Kinder mit Rachitis und Skrophulosc, bei denen du Muskel- und Knochenbildung hinter der normalen zurückbleibt, ist Kuseke'S Kindermchl ein ausgezeichnetes Nährnuttel zur Unteo stützung der Phosvhorbehandlung. Der Gehalt desselben an 3Jk* neralstoffen beeinflußt die Knochenbildung in günstigster Weise und der reiche Gehalt an leichtverdaulichen Eiweißstoffen wirkt sehr vorteilhaft auf den Ansatz des Muskelfleisches. Außerdem wird der fast immer unregelmäßige Stuhlgang bei solchen Kinder durch! die Ernährung mit Knseke's Kindermehl reguliert. ssVi
Pickeln, Mitesser te£fres
Hierdurch teile Ihnen mit, dass ich über die Seife meine grösste Zufriedenheit aussprechen muss; ich hatte einen leichten Hautausschlag, in 10 Tagen war ders. von Obermeyers Herba-Seife geheilt. Augusta Brückner, Freibure i-B. Z. b. i. a. Apotiu, Drog. u. Part p. St 50 Pfg. u. 1 Mk. Oberweyer & Co^ nänaa,
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