Ausgabe 
2.6.1905 Zweites Blatt
 
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Nr. 128

Zweites Blatt.

155. Jahrgang

Erscheint V-Nch mtl Vu-na-m» M Sonntags.

Die .Sieben« Fa»illendILtter- werden dem ^Alnzeige, viermal wschenUtch beigelegt Der tonbeUF erschevU monaüich einmal.

Gießener Anzeiger

Freitag 2. Juni 1905

Rotationsdruck und Verlag da vrühi Ache»

Unto er ßtdtaö ruderet 8L Lange, ®Ufcen»

Redaktion. Expedition u. Druckerei: 8chulstr.K, 2eL Nr. 6L retegr.-Ldr. >, vn-etga Vietze»

General-Anzeiger. Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Giehen.

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Bekanntmachung.

Detr.r BläSchenauSschlag zu Göbelnrod.

Bei dem Gemeindebullen sowie in mehreren Gehöften zu Göbelnrod ist BläSchenauSschlag sestgestellt worden.

Dießen, den BL Mai 1905.

Großherzoglickws Qroi^nmt Gießen.

__________________I. V.: Dr. Fink.___________________

Grlmnntmachnng.

Betr.r Die Errichtung eines AnfchlußgeleiseS an der Strecke GießenGelnhausen der Gewerkschaft Gießener Braun- steinberqwerke norm. Fernie, Gießen.

Die landeßpolizeiliche Abnahme deS von der Gewerk­schaft Gießener Braunsteinbergwerke vorm. Fernie an der Bahnlinie GießenGelnhausen angelegten Anschlußgeleises findet

Montag, bett 5. Juni l. IS., vormittags 10'/-» Nhr, statt. Reklamanten wollen sich zu dieser Zeit an Ort und Stelle einfinden.

Gießen, den 31. Mai 1905.

Großberzonllches Gießen.

I V : Dr frr n n *5 fi fi Ter.________________,

Kclrannlmachung.

Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Nodheim a. d. Horloff.

In der Zeit vom 2. Juni I.. bis einschließlich 15. Juni l. Js. liegen auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Rodheim an der Horloff folgende Akten, nämlich:

1. die Projektftücke über die im lausenden Jahre aus- zufi'ihrenden Drainagen,

2. der Beschluß der Vollzugskommission vom 4. Mai l. I. zur Einsicht der Beteiligten offen.

Einwendungen hiergegen sind bei Meldung deS Aus- schluffeS innerhalb der oben angegebenen OffenlegungSsrifi bei Großh. Bürgermeisterei Rodheim a. d. Horloff schriftlich einzureichen.

Friedberg, den 29. Mai 1905.

Der Großhcr'.og iche Fe db r.iuiguugskommissärr Spam er, KreiSamtmann.

Bekanntmachung.

Bei der Abhaltung deS GaiSmarktes zu Langsdorf am 6. Juni findet von vormittags 9 Uhr an zugleich ein Kör- termin von Ziegen, Lämmern und Böcken der Mit­glieder deS KreiS-ZiegenzuchtvereinS Gießen statt. Wir laden hiermit alle Interessenten freundlichst ein, ihre Ziegen, Lämmer und Böcke zum genannten Termin zur Ankörung vorsühren zu wollen.

Gießen, am 80. Mai 1905.

Tierzuchtinspektion für die Provinz Oberheffen.

I. A.: Nöding,

Direktor deS KreiS-ZiegenzuchtvereinS Gießen.

Die Stielkinder unserer Kochlchulen.

Man schreibt un8 auS Heidelberg:

An vielen unserer deutschen Hochschulen gibt eS eine Anzahl von älteren Dozenten, deren ökonomische Lage als geradezu jammervoll, deren .Gelehrtenleben" mit Bezug auf die finanzielle Sicherstellung als ein .Martyrium" bezeichnet werden muß. Es sind dieS jene älteren Privatdozenten und außerordentlichen Professoren, die einst ohne größeres Privatvermögen die akademische Laufbahn einge­schlagen haben und denen eS nicht gelungen ist, eine etat­mäßig besoldete Stellung im Lehramt zu erringen. Sie sind die Stiefkinder unserer Hochschulen. Daß jeder, der sich habilitiert, damit auch die Anwartschaft aus eine fette Pfründe erhalte, wird gewiß niemand verlangen, anderseits aber liegt es auch nicht im Interesse unserer Hoch­schulen und der deutschen Wiffenschaft, daß die akademische Laufbahn ein Privileg des Reichtums werde. Aus diesen Erwägungen heraus hat unlängst ein badischer Hochschul- Ordinarius die maßgebenden Stellen sowohl als auch die Oeffentlichkeit dafür zu interessieren versucht, daß den in ihrem Amte treu erfundenen Lehrern an den Hörsten Bildungs­anstalten des Staates auch dann, wenn etatmäßige Stellen sich ihnen nicht auftun, wenigstens soviel Einkommen ge­sichert werde, daß nicht Verbitterung und tägliche Sorgen ihnen ihr Bestes und Wichtigstes nehme: die Arbeitssreudig- keit und den Idealismus des deutschen Gelehrten! Erfreu­licherweise ist diese Stimme nicht ungehört verhallt; sie hat vielmehr eine lebhafte Diskussion dec hier aufge­worfenen Frage hervorgerufen, und noch heute wirkt sie nach, wie soeben erst wieder einFinanznöte und Hochschulen in Baden' überschriebener Artikel in der .Straßb. Post' zeigt. Der Verfaffer knüpft an einen kürzlich in demselben Blatte erschienenen Vorschlag an, der dahin ging, man solle die Bezüge eines ordentlichen Pro­fessors auf 7500 M. beschränken und die Ueber- schüsse verwenden zur Einführung einer Bezahlung für ältere Privatdozenten und außerordentliche Pro- fessoren. Er teilt diese Meinung insofern, als auch er übermäßige Bezüge ordentlicher Professoren für die Hoch­schulen fruchtbar verwendet wiffen will, jedoch nicht zu Gunsten der Privatdozenten und Extraordinarien, weil man sonst durch Bereitstellung von Mitteln für eine Art Altersversicherung für Leute, die nicht durch eigene Leistungen sich den Zugang in die ordentliche Laufbahn erringen, den Zudrang zum Dozenten- tum noch künstlich steigere sondern zu Gunsten neuer Lehr­stühle, Kliniken, Seminare, Sammlungen u. s. w., für deren Errichtung es heute allenthalben nur noch zu oft an flüssigen Mitteln fehle. Der Verfasser weist darauf hin, daß

Ordinarii mit Jahresbezügen von 30- bis 40 000 Mk. gibt, daß mancher Inhaber eines Maffenlehrstuhles dank der stets zunehmenden Frequenz unserer Hochschulen in wenigen Jahren ein reicher Mann wird, während seine Kollegen auf be­scheidener Einkommenstufe bleiben und arm sterben, und daß solche riesige Unterschiede für die Gesamtheit des Lehrkörpers nach Zusammenhalt, EinhestSgefühl und sozialer Stellung nur schädlich wirken können. Um hierin Aenderung zu schaffen, macht er den Vorschlag, daß für die Bezüge der Ordinarien folgende Grundsätze ausgestellt werden sollen:

a) Der Ordinarius darf nu5 den Kollegiengeldern sein festes Gehalt verdoppeln le? wird hier bemerkt, daß diese Gehälter meist im bescheidenen Nahmen von 46000 Mk. sich halten);

b) vom Ueberschuß gebärt die Hallte dem Ordinarius, die an­dere Hälite wird zu Zwecken des Hochschulimterrichts, zur An­schaffung von Lehr- und Anschauungsmitteln, Apparaten und der­gleichen verwendet, unter besonderem Budgettitte!.

Nehmen wir an, ein Ordinarius beziehe ein festes Gehalt von 5000 Bit. und 80 000 Kollegiengelder, so würden sich also nach diesem Vorschläge seine Bezüge folgendermaßen gestalten:

a) festes Gehalt 5000 Mk.

b) Verdoppelung...... 5 000

c) vorn Ueberschuß (25 000 Mk.) die Hälfte mit......IS 500

22 5U0 Alk.

Die andere Hälfte hätte der Staat für die angedeuteten Zwecke zu verwenden.

Etwas Unbilliges wird man in diesem Vorschläge wohl kaum finden können, wenn man bedenkt, daß es nicht immer allein die wiffenschaftliche Bedeutung einzelner Professoren ist, die deren Zuhörerschaft und damit deren Bezüge von Jahr zu Jahr vermehrt, sondern daß dabei auch noch andere äußere Umstände mitspielen, wenn tnan ferner bedenkt, daß die Anforderungen, die an die betreffenden Professoren gestellt werden, auch bei stets zunehmender Frequenz ihrer Vor­lesungen wohl meist sich gleich bleiben. Daß aber der Ver- faffer des Artikels in der .Straßb. Post* von dem goldenen Regen, der bisher auf einzelne Professoren niederträufelte und nach seiner Ansicht zu einem Teil den Hochschulen selber zu­gewendet gehört, auch nicht einen Tropfen bedürftigen Privat­dozenten und Extraordinarien gönnt gleichviel ob sie sich schon seit einer Reihe von Jahren bewährt haben oder nicht, sie also nach wie vor Stiefkinder unserer Hochschulen bleiben lassen will, ist weniger recht und billig.

Volitikche Tagesschau.

Der Frledenöklub.

R. Berlin, 31. Mai.

Von einer der englischen Botschaft nahestehenden Seite verlautet, daß der jüngst stattgehabte Besuch des Kai­sers beim englischen Botschafter in Berlin einer Rücksprache über den Angl o-German Union-Klub gegolten habe. ES ist das Ziel des Klubs, ein freund­schaftliches Einvernehmen zwischen England und Deutschland herbeizuführen, und auf der am 5. Juni in London tagenden ersten Konferenz des General­komitees wird die Gründung eines entsprechenden Ber­liner Komitees in Anregung gebracht werden. Der Kaiser mag wohl besonders über die Zusammensetzung dieses Komitees sich mit Sir Frank Lascelles unterhalten haben. Da cntf englischer Seite die hervorragendsten Persönlichkeiten den Bestrebungen des Klubs ihre Sympathie bezeugten, ist es wünschenswert, daß auch in der deutschen Organisation die besten Namen vertreten sind, nicht zuletzt siolche von Männern, die in der Politik eine führende Noue spielen. Gilt es doch vor allem, das Element der Verhetzung aus dem öffentlichen Leben auszuschalten. Es ist hier hüben und drüben gesündigt worden. Auch in Deutschland war man mitunter in der Wahl der Worte wenig wählerisch, wenn das Thema England zur Debatte stand. Doch alle Welt weiß, daß Englands politische Presse in der Schmähung und Verdächtigung Deutschlands unerreicht ist. Das Londoner Komitee des Anglo-German Union-Klub möge deshalb auf die heimische Presse einzuwirken suchen. Wenn jetzt beispielsweise derGlobe" es gewissermaßen als Pflicht Deutschlands bezeichnet, in Südwestafrika soviel Truppen ins Feld au stellen, daß ein Uebergreifen des Aufstandes nach Britisch-Afrika verhindert wird, so ist dieser Hinweis ebenso unverfroren wie höhnisch. Denn es liegt den kapländischen Behörden ob, die über die Grenze slüch- tenden Neger zu entwaffnen. Statt dessen beobachten sie eineNeutralität", die jedenfalls nicht für die Deut­schen wohlwollend genannt werden kann. England bietet also dem Anglo-German Union-Klub ein für seine friedenstiftende Tätigkeit besonders geeignetes Feld. Die Beschlüsse und Wirkungen der ersten Konferenz des Lon­doner Generalkomitees, der.Lord Lonsdale präsidieren wird, bleiben einstweilen abzuwarten.

* Der gelbe Prinz.

tt Berlin, 31. Mai.

Es ist charakteristisch für das starke Interesse, das Japan in der Oeffentlichkeit hat, daß bet der heutigen Karserparade auf dem Tempelhofer Felde fast alle Fragen nach den fremden Fürstlichkeiten zunächst dem Prinzen Arisugawa galten. Man erblickte aber nur die Gemahlin des gelben Prinzen; er selbst hatte wegen eines Unwohlseins sich entschuldigt. Ihres Wertes bewußte Gäste machen sich zuweilen kostbar und interessant dadurch, daß sie absagen. Ob der Beweggrund hier vor­lag, läßt sich natürlich nicht behaupten. Jedenfalls war das Publikum, das schon bei der Ankunft des gelben Prinzen am Montag enthusiastische Hoch- und Hurrarufe ausbrachte, sehr enttäuscht ob des Ausbleibens dieser Persönlichkeit. Tie gelbe Nasse macht in Berlin Fortschritte. Vor Jahren wurde der fast allmächtige Li-Hung-Tschang von der Bevölkerung höchstens wegen seiner exotischen Tracht angestaunt. Berlin erheiterte sich darüber, daß der mißtrauische Besucher der Gewerbeausstellung sich lange weigerte, seinen Namen in dasGoldene Buck)" der Aus­stellung. einzuzeichnen, aus Furcht, es werde dadurch nach

irgend einer Seite eine Verpflichtung eingegangen. Direkt! komisch fanden die Berliner späterhin den famosenSühne­prinzen", eine Unzahl von Witzen entstand über dasKotau-^ machen". Mer den Prinzen Arisugawa, gerade am Tage der Kunde von Rrißlands Seeniederlage eingetroffen, um­gibt fast ein Nimbus. Man erzählt uns, daß nicht nur die zu Studienzwecken in Berlin sich aufhaltenden Japaner ihn vergöttern, sondern daß auch Deutsche eine Art von Heroen?ult treiben. Briefe, Ansichtspostkarten mit zum Teil poetischen Verherrlichungen der japanischen Siege treffen in dem Hotel ein, das, ein eigenartiger Zufall, den Vertreter Rußlands, den Großfürsten Nikolaus. M i ch a i l o w i t s ch, ebenfalls beherbergt. Hoffentlich be^ finden sich wenigstens keine Bettelbriefe unter den Zu­schriften, mit denen einmal ein in Berlin weilender ameri­kanischer Milliardär beschämenderweise geradezu bedrohlich behelligt wurde. Ueberhaupt wäre vielleicht, bei aNer fflc* Wanderung der kriegerischen Leistungen Japnns und der Bedeutung seiner Heerführer, ein wenig Z u r ii ck h a l t u n g' an gezeigt, ein wenig Reserve mich gegenüber dem In­haber des höchsten preußischen Ordens, Prinzen ArisugawL Wie sehr den Japanern der reichlich gespendete Ntuhm Kopse gestiegen ist, ^eigt schon die Haltung der japa-> Nischen Presse, die zwischen gnädiger Herab­lassung und ausgesprochener Feindseligkeit^ speziell inbezug auf Deutschland wechselt. Der Schüler hat den Lehrer selbst übertroffen, ist ein beliebte- Selbstkompliment, das sich die Japaner machen. Und die ebenso unverhohlen ausgedrückte Schlußfolgerung lautet/ daß der Schüler an dem Lehrer selbst einst die KUnst der Strategie zu erproben haben werde. Amerikanische Stimmens helfen diesen Dünkel bestärken. Unter diesen Umständen sollte das Publibim mit unmittelbaren Kund­gebungen an Japans Schckachtenlenker doM wohl sparsamer umgehen.

Zur Hochzeit des Kronprinzen.

Die offizielle Liste der zu den HochzcitsfeierlichkeiteN nach Berlin kommenden Fürstlichkeiten und Mordnungerr^ weist 54 Nummern auf.

Das Kronprinzenpaar wird, wie aus Eberswalde fle* meldet wird, am Tage nach der Vermählung nach dem Jagdschloß Hubertus stock, das ihm von dem kaiser­lichen Vater zur Verfügung gestellt worden tfc übersiedelns und dort die Flitterwochen verbringen. Die zuerst geplante Reise nach Oels soll, wie verlautet, toeaen her­nach immer nicht gan^ erloschenen Genickstarre in Schlesien^ aufgegeben worden sem. In Hubertusstock werden für bett Empfang des Kronprinzenpaares Vorbereitungen getroffen.!

Das Hochzeitsgeschenk des Kaisers Fran» Josef für den deutschen Kronprinzen besteht aus einem eleganten, leicht gebauten, mit dunkelbraunem Tuch lape- zierten K u t s ch i e r p h a e t o n mit zurückschlagbarem Dache nnbi rückwärtigem Kutschersitz. Das UMergestell des zweisitzigen Wa-, gens ist hochrot. Die lackierten Räder haben breite Gummi-j reifen. Zu beiden Seiten des sehr zierlichen Wagens befinden sich prächtige Lampen, welche oben einW" und bte preußisch^ Krone aus schwerem Silber tragen. Auch das in sieben Kisten wohlverpackte Kuutmetgeschirr aus allerfeinstem Leder zeigt den gleichen massiven Silberbeschlag wie die Lampen des Wagen-. An der linken Seite ist eine praktische Neuerung angebracht, ein bis zur Erde ausziehbarer Damenauftritt. Dazu kommen zwei, prächtige, 160 Zentimeter hohe Schimmelstuten. Es sind' sechsjährige rein? Karster, Lippizaper, beide von dem Original-. AraberhengstSiglavy", die eine, eine gesprenkelte Stute, Lispania a. d. Andalusia", die zweite, ganz weiße Stute, Henriette a. d. Megro III."

Der spanische Oberstallmeister Marquis de la blutet» der als außerordentlicher Gesandter Spaniens cm bet Hochzeit teilnimmt, wird als Geschenk sitr bett Kaiser einen prächtigen, in Toledo hergestellten Säbel überbringen, dessen ^mailschmuck das Wappen des Regiments NumanciL zur Darstellung bringt, dessen Ehrenoberst der Kaiser ist.

H^arlamenlarisSes aus Kessen.

Nachdem der 2. Ausschuß der Zweiten Kammer den Entwurf eines Gesetzes über den Handel mit Giften beraten und Bericht erstattet hatte, liefen Eingaben der Drogisten in Mainz und Gießen, sowie der Großh. Handels­kammer Gießen ein. In sämtlichen Eingaben wurde der Art. 1 deS Entwurfes insoweit beanstandet, als er die Ge­nehmigung zum Handel mit Giften von dem Nachweis eines vorhandenen Bedürfnisses abhängig macht. Der Ausschuß beantragt nunmehr die Annahme deS Art. 1 in folgender Faffung:

Zum Handel mit Güten ist, soweit derselbe nicht in Verbindung mit dem Apothekerqewerbe betrieben wird, eine besondere Geneh­migung erkorderllch. Die Genehmigung ist zu versagen, roetin Tatsachen vorliegen, welche die Unzuverlässigkeit des Nachsuchenden in Bezug auf den beabsichtigten Gewerbebetrieb dartun.

Der Einkaufsverein Mainzer Kolonialwarenhändler schließt sich zum Gesetzentwurf, die Gemeindeumlagen betr., der Eingabe deS Rabatt-SparvereinS ^Moguntia^ in allen feinen Ausführungen an. Er führt auS:

Wie die Besteuerung der Konsiimvereine, die seitens deS Reichs­gerichts endgiltig als zu Recht bestehend iestgelegt wurde, so bitte er, außer den Konsumvereinen, die dieser Tage wieder in ihrem Generalprogramm die Erdrückung b e 5 Handels- gewerbeS im großen wie kleinen als Ziel setzen, auch die be­stehenden Beamtenvereine lKonsumvereine) zur Einkommen­steuer heranziehen zu wollen, da solche dem Genossenschastsgesetze prinzipiell nicht entsprechen/

Der Verein glaubt nicht allein die Bitte, sondern daS Verlangen aussprechen zu dürfen, daß den Beamten nicht mehr gestattet werde, sich an Konsum- und Beamtenvereinen in leitendep oder tätig mit­wirkender Stellung zu beteiligen.

Kirche und Schule. \

Der preußische Kultusminister hat eS bett Lehrern zur Pflicht gemacht, auf die Pflege einer guten und leserlichen Handschrift bei den Schülern hinzu­wirken. Weit über die Grenzen der Schule hinaus hat eine unordentliche und unleserliche Handschrift im privaten u tz