dankenswerte und zweckmäßige Verfügung. Der Kriegs- Minister schließt sich der von mehreren Seiten und wiederholt geäußerten Auffassung an, daß nur mit Hilfe der Mannschaften diesen Mißständen gesteuert werden kann. Wir möchten hinzufügen: Und durch Verhängung exemplarischer Strafen der Militärgerichte über Soldatenquäler!
Ans Stadt mü> Ainlö.
Gießen, 1. September.
•* Staatszuschuß für die Landwirtschaft. Nach dem Voranschlag des Landwirtschaftlichen Prooinzial- vereins für Starkenburg für 1906 soll der dem Verein gewährte Staatszuschuß im Interesse der Landwirtschaft in folgender Weise verwendet werden: Für die allgemeine Verwaltung 16 380 Mk., für Rindviehzucht 27 900 Mk., für Schweinezucht 4000 Mk., für Ziegenzucht 3000 Mk., für Geflügelzucht 2000 Mk., für Obst- und Gartenbau 3500 Mk. und zur Förderung sonstiger Zweige der Landwirtschaft 5260 Mk. Zusammen, entsprechend dem Staatszuschuß, 62040 Mk.
•• Vom Manöver des 18. Armeekorps. Auf dem Paradeplatz zur Kaiserparade am 8. September herrscht jetzt das regste Treiben. Viele fleißige Hände sind damit beschäftigt, die Tribünen herzustellen, die Absperrung vorzunehmen und den sogen. „Kcnserweg" herzustellen. Wenn man von Homburg kommt, beginnt in der Mitte des Dorfes Ober-Eschbach der Kaiserweg, der in fast gerader Richtung nach dem ’/* Stunde entfernten Paradeplatz führt. Dieser befindet sich auf einem kleinen Hochplateau nahe bei Nieder- Eschbach und erstreckt sich nach Nieder-Erlenbach zu. Der Kaiserweg führt quer durchs Feld, und die Bauersleute sind daran, die halbreifen Kartoffeln und Dickwurz zu entfernen. Eine 80 Mann starke Pionierabteilung vom Bataillon Nr. 18 in Kastel hat in Nieder-Eschbach Quartier bezogen, um die Einfriedigung des Kaiserwegs und des Paradeplatzes vorzunehmen, eine weitere Abteilung wird erwartet. Die mächtige Zuschauertribüne, die 8- bis 9000 Menschen Platz bietet, geht ihrer Vollendung entgegen. Von den Bahnhöfen Homburg und Vilbel ist die Entfernung nach dem Paradeplatz ziemlich dieselbe, nämlich l1(i Stunde. — Nach dem vorgestrigen Ruhetag begannen die Truppen gestern die Gefechte fortzusetzen, bei Heddernheim und Weiskirchen manövrierte die 42. Jnf.-Brigade. Die 49. Brigade verließ gestern früh ihre Quartiere bei Hohenstein (116er), Langenschwalbach (168cr und 115cr); im Laufe des Gefechts zog sich das Regiment 116 nordwärts bis gegen die Lahn und bezog in Hahnstetten, Obermeisen und Umgegend Quartier, die übrigen Regimenter mehr südlich. Heute beziehen mehrere Truppenteile, darunter auch die 116er, Biwack, bezw. Notquartier. Das Wetter ist schon mehrere Tage sehr regnerisch und rauh. Die hessische Artillerie, die seither in Wehen, 2 Stunden nördlich Wiesbaden, lag, ist nordwärts gerückt. Die Manöver innerhalb der Brigaden gehen am Samstag zu Ende, dann beginnen die Divisionsmanöoer. Nach den Kaisertagen in und um Homburg beginnen am 10. September die Korpsmanöver, die sich westwärts bis nach der Lahn ziehen. Am 10. nachmittags verlegt der Kaiser sein Hauptquartier nach Katzenelnbogen. Am 15. September manövrieren die beiden Armeekorps (8. und 18.) gegen den markierten Feind.
•’ Eine Sedanfeier wird nächsten Sonntag, am 3. September, für die Mitglieder sämtlicher hiesigen Militärvereine und ihre Familien stattfinden. Von OSwaldsgarten aus erfolgt lt. Inserat in der heutigen Nummer präzise um 4 Uhr nachmittags mit Musik der Abmarsch nach Textors Hardt, wo von 4l/2 Uhr an die Feier stattfinden soll.
** Zum Submissionswesen teilte kürzlich das „Pommersche Handwerksblatt" eine bemerkenswerte Entscheidung mit: Der Magistrat einer pomMerschen Stadt hatte einen Neubau zur Vergebung ausgeschrieben und die Ausführung dann dem Mindestfordernden, einem Bauunternehmer. übertragen. Dieser verwandte zur Arbeit jedoch so minderwertiges Material, daß ihm der Bau abgenommen werden mußte, und der Magistrat übertrug die Ausführung dann einem anderen Baumeister, dessen Angebot, als nächstniedrige der Vergebung, um 9000 Mark höher war. Gleichzeitig verklagte er den ersten Unternehmer auf Zahlung des Preisunterschiedes von 9000 Mark. Das Landgericht hat, ohne erst in die Beweiserhebung einzutreten, die Klage des Magistrats kostenfüllig abgewiesen. Wenn bei einer Vergebung sich in der Höhe der einzelnen Forderungen so große Unterschiede ergeben, wie in dem vorliegenden Falle, hatte der Magistrat sich sagen müssen, daß der Mindest fordernde die Arbeit nicht in gleicher Güte Herstellen könnte wie ein anderer Unternehmer, dessen Berechnung sich mehr den gestellten Anforderungen aupaßte, und eine Nachprüfung hätte ergeben müssen, daß die Herstellung der Arbeit zu dem angebotenen Preise nicht möglich war, ohne gleichzeitig die Güte des Materials und die Ausführung zu verschlechtern. — Recht so! An dem Sub- missionsunwesen sind nicht nur diejenigen schuld, die Schundangebote machen, sondern auch die Auftraggeber, die solche Angebote annehmen. Könnte diesen das Bedenkliche solcher Knauserei immer so nahegelegt werden, wie im vorliegenden Falle geschehen, so würden dre schundmäßigen Subnrissions- vergebungen bald ein Ende nehmen.
” Ser Schah von Persien auf Reisen. Der Schah von Persien hält es mit seinem römischen Kollegen Augustus seligen Angedenkens, dessen Devise „Eile mit Weile" war. Der Schah reist langsam; er fährt stets im Extrazug, indes im Bummeltempo. Er kann, wie es heißt, die Eil- zugSgeschwindigkeit nicht vertragen. Auch auf seiner Fahrt nach Petersburg wird in einem Tempo gefahren, dessen sich die meisten Automobile schämen würden. Der Zug, der am Mittwoch abend den Schah von Paris über Straßburg nach Sachsenhausen brachte, lief nach der „K. P." mit einer Maximalgeschwindigkeit von 45 Kilometer stündlich, d. h. wie ein gewöhnlicher Güterzug. Um 7.26 Uhr abends lief der Train in Sachsenhausen ein und fuhr nach erfolgtem Maschinenwechsel um 7. 32 Uhr weiter. Die Reise geht über Eydtkuhnen nach Petersburg.
ff Butzbach, 1. Sept. Die Angehörigen der 7. Komp, des II. Infanterie-Regiments Nr. 116, welche den Feldzug 18 7 0/71 mitmachten, hatten auf Sonntag, den 10. September d. Is., eine Zusammenkunft in unserer Stadt vereinbart. Der Kaisermanöver wegen soll nun die geplante Versammlung erst Sonntag, den 17. September von nachmittags 3 Uhr ab stattftnden.
? Einartshausen bei Schotten, 1. Sept. Bei der hiesigen Posthilfstelle wurde diese Woche eine öffentliche Fernsprech stelle errichtet. Mit der zeitgemäßen Einrichtung wurde einem längst gehegten Wunsche der hiesigen Einwohnerschaft entsprochen.
Bensheim, 30. Aug. Voriges Jahr wurde in Bensheim der Stadtrechner Hook verhaftet, weil in seinen Kassen ein Defizit von 100 000 Mk. entdeckt worden war. Vor einigen Tagen aber wurde H. wegen geistiger Unzurechnungsfähigkeit außer Verfolgung gesetzt. Wenn man nun erwägt, daß H. ganz enorme Einnahmen hatte, darf man wohl annehmen, daß ihn sein großes Glück geistig umnebelt hat. H. bezog nämlich als Stadtrechner 4200 Mk., als kath. Kirchenrechner 800 Mk., als Gymnasialkasienr. 400 Mk , als israelit. Gemeinderechner 100 Mk., als v. Roden- steinscher Rechner 600 Mk., als Benesiziats- und Schulfondsrechner 900 Mk., als Kriegspensionär 540 Mk., als Verwalter der Pfarrgüter 200 Mk., an Hebgebühren 275 Mk. und als Rechner der höheren Bürgerschule 150 Mk. pro Jahr. In früheren Jahren hatte er noch ganz bedeutend größere Einnahmen. Und doch dieses Defizit von 100 000 Mk.
Bingen, 29. Aug. Gestern wurde mit dem Umbau der Eise n bahn brücke über die Nahe begonnen, die Brücke für den Verkehr ist auf 8 Tage gesperrt. Man ist eben mit dem Verschieben der alten Brücke auf die daneben her- aestellten Pfeiler beschäftigt, ivas eine sehr interessante Arbeit ist, die viel Zuschauer hat. Heute wurde ein Drittel der alten Brücke mit Wafferdruck gehoben und dann auf den unterlegten Schienen mit Winden auf die Pfeiler, die mit schweren Balken, welche mit einer Maschine eingestampt wurden, hergestellt sind, geschoben. Die Arbeit ging sehr flott ohne Schwierigkeiten von statten.
* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Die vereinigten Milchhändler und Produzenten von Hanau und Umgeqeiib teilen mit, daß sie sich durch die immer teurer werdenden Produktion?- und Betriebskosten der Milch gezwungen sehen, von 1. Sevt. ab den Preis für sämtliche Milch um 2 Pfg. pro Liter zu erhöhen. — Am Hauptthurme des Domes in Mainz werden in Kürze Ausbesserungen vorgenommen werden. Das zu den Arbeiten erforderliche Gerüst wird allein 30 000 Mk. kosten. — Die Stadt Bensheim verkauft demnächst ihren großen Waldbestand am Melibokus an den Fiskus. Alle größeren Bäume werden gegenwärtig gemeßen. — In H ö ch st a. M. erschoß sich der 25 Jahre alte Chemiker Dr. Alfred Römer aus unbekannter Ursache. — In Holzburg, Kreis Ziegenhain, äscherte ein Schadenfeuer die Gehöfte der Landwirte Gebrüder Grein vollständig ein. Die großen Ernteoorräte, 12 Schweine und sämtliches Geflügel wurden ein Raub der Flammen. Man vermutet Brandstiftung, da die Gebrüder Grein viele Neider im Lrte haben.
Verinrjch-es.
"Die Cholera in Norddeutschland undGalizien. Die Hamburger Polizeibehörde teilt mit: Am 28. August wurde ein an Lungenentzündung erkrankter russischer Auswanderer in das Krankenhaus St. Georg überführt, wo er am 29. August starb. Er war am 27. August aus Rußland mit der Bahn in Hamburg angekommen und in den Auswandererbaracken untergebracht worden. Bei der Sektion der Leiche fanden sich Anzeichen vom Vorhandensein der Cholera. Die weitere bakteriologische Untersuchung bestätigte diese Diagnose. Alle erforderlichen Sicherheitsmaßregeln sind getroffen; die mit dem Manne in Berührung gekommenen Auswanderer, die sämtlich gesund sind, wurden bis auf weiteres in der Quarantäneanstalt Groden bei Cuxhaven abgesondert. Weitere Erkrankungen sind nicht vorgekommen. Anlaß zur Beunruhigung liegt nicht vor. — Wie die „N. Westpr. Mittln." melden, wurde als choleraverdächtig bei Treul, Kreis Schwetz, ein Schiffer angehalten und mit den anderen Mannschaften nach Graudenz gebracht. Bei Böslershöhe wurde ein unter Choleraverdacht erkrankter Flößer ebenfalls nach Graudenz gebracht. — In den ostpr. Orten Paaris und Swarnikeim sind einige Erkrankungen und je ein Todesfall unter choleraverdächtigen Erscheinungen festgestellt worden. Eine Regierungskommission begab sich an Ort und Stelle. — Eine Erkrankung des Schiffers Mirecki aus Thorn ist in Neufahrwasser bakteriologisch als Cholera festgestellt worden, desgleichen die eines Flößers in Einlage. Der erste in Einlage erkrankte Flößer ist gestorben. — Auch bei einer in Kulm verstorbenen Reifenmachersfrau ist Cholera festgestellt worden. Außer bei dieser Frau ist in Kulm auch bei zwei Kindern aus demselben Hause Cholera festgestellt worden. — Auf dem Bahnhofe zu Posen wurde eine aus Rußland stammende Frau, welche ein totes Kind bei sich hatte, feftgenommen und die Leiche beschlagnahmt. Es ist noch nicht bekannt, ob die Festnahme unter dem Verdachte eines Verbrechens erfolgt ist ober ob Cholera-Verdacht vorliegt.— Das Lemberger Amtsblatt meldet, daß in der Vorstadt Padew von Naredowa, Bezirk Mlyny, mehrere Personen unter choleraverdächtigen Symptomen erkrankten. In der Familie eines Flußschiffers, der im Weichselgebiete in Preußen gearbeitet hatte und erst kürzlich heimgekehrt war, sind drei Personen erkrankt; von diesen ist eine genesen und zwei sind gestorben. Zu gleicher Zeit ist in demselben Orte ein wandernder Uhrmacher, welcher in der Familie des Flußschiffers verkehrte, erkrankt und gestorben. Weitere Erkrankungen sind nicht vorgekommen. Die bakteriologische Untersuchung ist noch nicht beendet. Hofrat Dr. Merunewic aus Lemberg begab sich an Ort und Stelle, um den Tatbestand festzustellen und erforderlichenfalls geeignete Maßnahmen zu treffen.
• Der Mörder seiner Familie. In Kamenz (Sachsen) brach in dem Hause des Glasmachers Linke ein Brand aus, der einen Schuppen und den Dachstuhl teilweise vernichtete. Die in der Parterrekammer schlafenden sechs Personen, die Ehefrau, die Schwiegermutter und die vier Kinder des Linke im Alter von vier bis elf Jahren, wurden in ihren Betten mit zertrümmerten Schädeln auf» gesunden. Der Ehemann Linke ist als des Mordes verdächtig verhaftet worden.
* Erdbeben. In Portsmouth (Newhampshire), wurden drei deutlich fühlbare Erdstöße wahrgenommen, die stärksten, die jemals in dieser Gegend vorgekommen sind. Irgend welcher Schaden ist nicht angerichtet worden. — Dagegen haben drei Tage anhaltende Erdstöße in den Abruzzen großen Schaden angerichtet. In mehreren Ortschaften sind Häuser eingestürzt.
Ärbeiierkervcqung.
Ein Knechte st reik. Eine Versammlung von Dicnstknochten in der Gegend von Göttingen gründete einen Verband, der den Landwirten die Forderung einer zwolsstündigen Arbeitszeit vorlegen wird. Sollte diese nicht bewilligt werden, so soll während der Zuckerrübenernte gestreikt werden. So wird dem „Berl. Tagebl/ gemeldet.
Dresden, 31. August. Die Aktiengesellschaft Nähmaschinenfabrik und Eisengießerei vorinais S e i d e l L N a u m a n n kündigte durch Anschlag daß sie nächsten Sonnabend Abend den gesamten Betrieb schließen und sämtliche Arbeiter entlassen werde, falls inzwischen die ausständigen Schlosser die Arbeit nicht wieder auf- genommen haben.
cSanbwirfftfiaff.
Eine l a n d w i r t s ch a s t l i ch e F r a n e n s ch u l e soll in der Nähe von Danzig gegründet werden. Es ist bekannt, daß Deutschland in der Ausbreitung derartig volkstümlich erzieherischer Anstalten hinter andern Ländern, speziell z. B. hinter den skandinavischen nicht umvesentlich zurücksteht. Es ist deshalb dieser erste Schritt um so lebhafter zu begrüßen.
DieFriedens Nachricht und dieKurse russischer Wert e. Die nachstehende kurze Zusammenstellung veranschaulicht, welchen Aufschwung die russischen Werte seit Friedensschluß genommen haben Es notirten
zu erwähnen ist noch, daß die Aktien der Russischen
auswärtigen Handel von 145 50 bis 156 75 in die Höhe gegangen sind. Warschau Wiener Aktien gingen von 140 — bis 148 74, um
30. Aug. 95 90 91 — 91 — 91 70 83 40
31. Aug.
97 20
93 70
93 80
93 25
91 70
Bank für
29. Aug.
41/2°/n Russische Obligationen 05 94 65
4°'n Russen von 1880 .... 88 —
Eiscubahnanl. I.-II 88 20
4% Rente von 1902 .... 88 25
Russische Goldanl. 1894 ... 8035
bann gestern bis 145 25 zu weichen.
Zur Zuckerkrisis in Paris. In einem längeren Artikel üb.r die neuerlich hereingebrochene Zuckerkrisis schreibt die „Neue Hamb. Ztg." u. a.: Das Unglück, das Crosnier über den Zuckermarkt und die ganze Zuckerindustrie heraufbeschworen, übersteigt alle Vorstellungen. Außer den persönlichen Verlusten, die auf 40 Millionen und noch mehr veranschlagt werden, sind auch eine ganze Reih: von Banken in Frankreich und im Auslande, sowie saft alle namhaften Zuckerfirmen der Welt in Mitleidenschaft gezogen. In welchem Umfange der Hamburger Markt beteiligt ist, läßt sich heute noch nicht feststellen und wird auch ganz von der weiteren Entwicklung der Pariser Angelegenheit abhängen. Die Hamburger Zuckerfirmen standen fast ohne Ausnahme in Geschäftsbeziehungen zu der Raffinerie Say. Die großen norddeutschen Banken, die zur Zuckerindustrie in Beziehung stehen, erklären, daß Tic nicht in Mitleidenschaft gezogen sind, refp. sie sind alle ansreichend gedeckt. Stärker interessiert als der Hamburger ist der Magdeburger Platz und die östreichische Zuckerindustrie. Auch Brüssel und Antwerpen meldet Realisationen auf Glattstellung für Crosnier. Ter Londoner Warenmarkt wird weniger berührt, dagegen hat der Zusammenbruch auf die Londoner Stock Exchange einen starken Druck ausgeübt, denn Crosnier unterhielt auch große Engagements am Minenmarkt.
Stettiner Maschinenbau Akt.- Ges. „Vulkan". Die Generalversammlung hat, wie bereits gemeldet, den Antrag des Vorstandes bezügl. Errichtung einer zweiten Werftanlage auf Hamburger Gebiet mit einer ziemlich starken Majorität angenommen. Anwesend waren 107 Personen, mit 7,43 Mill. Mk. Kapital; davon stimmten 5.28 Mill. Mk. für und 2,15 Mill. Mk. gegen das Projekt. Es fragt sich nun, wie sich die Opposition bei der ev. Geldbeschaffung verhalten wird. Jedenfalls wird sie sich weiter nicht mehr sträuben, da dies ja doch keinen Zweck haben würde. Aus der Diskussion sei jedoch erwähnt, daß der Vorsitzende mitteilte, ein Antrag zur Erhöhung des Aktienkapitals sei micht gestellt worden, weil sich die Gestaltung des Hamburger Projekts vorläufig überhaupt nicht übersehen lasse. Es sind vorerst nur vier große Hellinge vorgesehen, Pon denen zunächst 2 hergerichtet werden sollen, und die hierzu erforderlichen Mittel können aus den vorhandenen Fonds gedeckt werden.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Arn 11. Sonntag nach Trinitatis, den 3. (September: Zugleich kirchliche Feier des Sedantags.
Hottesdlenst.
In der Stadtttrche.
Vormittags 8 Ubr: Siehe Johanneskirche.
Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Schwabe.
Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- und Markus- gemeinbe. Anmeldungen für beibe Gemeinden vorher bei Pfarrer Schwabe, Neuen-Bäue 27, erbeten.
In der Johanneskirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrassistent Sattler.
Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesgemeinbe.
Vormittags 91/, Uhr: Prof. D. E ck.
Nach allen Gottesdiensten Kollekte zum Besten der Kaiser Wilhelm-Stiftung für Deutsche Invaliden.
Abends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Text: 2. Cor. 12, 1—11, (von den geistlichen Gaben).
Katholische Gemeinde.
Samstag, den 2. September 19 0 5. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.
Sonntag, den 3. September 1905.
12. Sonntag nach Pfingsten.
Schutzengelfest.
Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.
, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Allsteilung der heil. Kommunion.
u um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe.
„ um 9'/, Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 2'/, Uhr: Andacht mit Segen.
Meteorologische Beobachtungen
Seide T. 95 Pf. »„
der
Station Gießen.
August September 1905.
Barometer auf 0° reduziert
Temperatur ■ der Luft
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
Wetter
31.
915 1
749,6
16,7
9,9
69
NW
2
Bern. Himmel
31,
916 |
751,5
14,2
10,4
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NW
2
Heller Himmel
1.
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751,8
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Marktplatz 11 am Kriegerdenkmal Telephon 407. 465


