Ausgabe 
1.8.1905 Zweites Blatt
 
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Bad - Nauheim,

viuqenuiiui, iuu uh --

Schuhmachers Deimling wegen unheilbarer Krankheit. »u oen nu§ Dutenhofen gemeldeten Vlihschlaa in das Telephon de! Iagdschlößchens ist noch zu bemerken, daß eine, gegen das Em dringen atmosphärischer Elektrizität in dem Apparat angebrachd Sicherung geschmolzen war, wodurch der Betrieb des Anschluß« vorüberaehend ae'tort innrde.

Kunst und Wissenschaft.

Ter Historiker Schulrat Prof. Tr. Kvuüantin Bulle sgeb. 1844), früherer Reichstagsabgcordueter für Bremen, u am 31. Juli zu Blumental gestorben. Zu seinen b. s^nnteste> Schriften aebört die mehrbändigeGeschichte der neuesten Zct 18151885". m ,

<y r n ii Marie Schrödcr-Hanfstacngl, die cmi so gefeierte Sängerin ovi der Oper in Z-rankfurt, musste woge Geisteskrankheit entmündigt werden und befindet sich zu Zeit in einer Münchener Nervcnk^ilanstalt. Ter Glitte der Künsi lerin, Hofphotogravh und Professor Erwin 5?anfstacngl, ist u Januar d. I. in München gestorben.

Braiinschweig, 30. Juli. Heute wurde hier die <yefi Versammlung des 13. Stenographentages (Gabels

Poris, 31. Juli. Hiesige Blätter berichten aus Fez, daß Graf Taltenbach eine große Tätigkeit an^den -rag lene, um beim Sultan Bestellungen für deutsche Firmen zu erhalten. Besonders suche er den Sultan zu bestimmen, eine Anleihe in Teilt sch land auszunehmen. In diplomati­schen Kreisen ist nian darüber höchst verwundert.

Aiis §tnöt und Land.

Gießen, 1. August 1905.

* Kleine Tageschronik. Ein Schnellzug entgleiste u der Nähe der Station T e v a. Hierdurch wurde der Balinkörpe aus eine Länge von 40 Meter zerstört. Die Passagiere sind ini dem Schrecken davongekommen. In einem Walde bei «eu! wurde der Leutnant im Ulanenregiment No. 5, Frechen dov der Leyen, welcher einen Pirschgang gemacht hatte, erschoss ei ausgestmden. Die Leiche war von einer Kugel des eignen Gewehv durchbohrt. Wie der Unfall enstand ist unbekannt. Eine Nicht des Pabstes Fräulein Parolisi hat sich mit einem Nobelgardisten der einer der vornehmsten römischen Familien entstammt, verlobi

Antrag Diehl, betr. den Verkehr mit Wem und wem- haltigen Gegenständen, der Regierung zur Berücksichtigung empfohlen, 'die Vorstellung der Bürgermeisterei Butz, bach dagegen, welche um den Ausbau der dortigen Real­schule zu emer Oberrealschule ersuchte, abgelehnt. Eine Vorstellung des Oberamtmanns Spanier, betr. die Ein­führung der Fäkalien aus der Irrenanstalt in den Schwarz­bach, wurde dahin erledigt, daß die Kanuner die Vorstellung der Regierung zur Prüfung und Erwägung überweist. Die Vorstellungen der Gemeinden Freiensteinau und Gedern, be­treff. die Errichtung eines neuen Amtsgerichts in den beiden Orten, wurde abgelehnt. Endlich wurde noch die Vorstellung de§ I. B. Kreuter zu Rosengarten bei WormS, betreffend den Erwerb seines Anwesens durch den Staat, der Re­gierung zur Annahme empfohlen.

Ick B. D a r m st a d t, 1. Slug. In dem n e u e n Pracht- vollen Iu st i z g e b ä u d e am Mathildeuplatz fano Ijeute die erste Strafkammersitzung statt, Ser Gegen­stand der ersten Anklage bildete eine umfangreiche Kuppelei- affäre aus Offenbach. , ,, , x

Frankfurt, 31. Juli. Zwischen Schmitten und Neu -W eiln au verunglückte ein D r e a k f uffrw erk in­folge Scheuwerdens der Pferde durch ein in schneller ^affrt entgegenkommendes Automobil. Das Break stürzte tn einem Kartoffelfeld um, die Insassen, meist warnen und Kinder, teilweise aus Frankfurt, wurden heraus geschleudert. Ein 12 Jabrc alter Knabe aus Frankfurt erlitt einen Arm- bruch, die übrigen kamen mit leichten Verletzungen davon. Der Automobilbesiher hielt sofort an und brachte die Be­setzten mit seinem Fahrzeug nach Schmrtten in arztUche Behandlung, auch erbot er «ich, für Kurkosten und Schaden

der Artillerie z. D. und Generaladsutant ui Stuttgart als her noch einzige Nachkomme aus Gutenbergs Geschlecht.

" Bei einer Jubiläumsfeier ereignete sich, wie man uns mitteilt, in einer hiesigen Wirtschaft folgendes heitere Vorkommnis: Alle Festgäste hatten sich einge undcn und Herr H. wollte mit einer Ansprache den Jubilar beehren, ivobei er mit einem vollen Glase Vier einen Stuhl bestiegen hatte, als er plötzlich während seiner Rede durch seine Gestikulationen das Gleichgewicht verlor, vom Stuhl herunter- sauste, da? volle GlaS Bier dem Jubilar über den Kopf schüttete und ihm noch obendrein daS Glas mit solcher Wucht auf den Kopf schlug, daß er eme Beule davon- trug. Diese unerwartete Ehrung rührte den Jubilar derart, daß daS JubiläumSfest noch einen üblen Ausweg hätte nehmen können. ,

* Bahnverbindung Rüdesheim -Bingen. ~er ! Aktien-Gesellschaft Binger Nebenbahnen wurde die Konzession zur Erbauung einer elektrischen Nebenbahn von Bingen nach Rüdesheim und von Bingen nach Bingerbrück auf die Dauer von 50 Jahren erteilt. Nach Ablauf der Konzessionszeit lann der hessische Staat die Bahn übernehmen. Die Bahn muß innerhalb eines Jahres ausgeführt und in Betrieb ge-

Herkunst. , ,

o. Wieseck, 1. Aug. Der Radfahrer-Verein... ., ., ,

Wieseck 190 0 errang bei dem am Sonntag, den 30. J»li, Lin c{gcnc§ Heim zu gründen, reichlich Gebrauch gemacht, in Herborn stattgehabten Bezirksfeste unter großer Konkurrenz' r '

im Dauerfahren (100 Kilometer) den 2. Preis, einen Vokal,

i ui uyuivv -yvi i.. g ......

Und so sieht man denn am Röderberg, am Holzhaupuipark, irsahren (luu stuomeierj oen jpiei», vuku i ani Günthersburgpark und neuerdings auf dem ^achsen- und im Korso den 3. Preis, ein hübsches Kaiserbild. Unsere ^nze Kolonien schmucker Einfamilienhäuser

diesjährige Kirchweih wird am 14. und 15. Augustl ^st sieben, acht und mehr Zimmern, meist in dem so schönen stattfinden. . modernen Darmstädter Stil gehalten. Die Dausirmen wett-

ch Lollar, 1. August. Der Gesangvererein in der Erzielung möglichst gefälliger Formen. Wenn Liedertafel gedenkt im nächsten Jahre einen Gesan g - vermietet werden soll, darf der Eigentümer den vertraglich Wettstreit zu veranstalten, bei welchem möglichst die Beob- festgesetzten Höchstmietwert nicht überschreiten. Die Stadl achtungen der letzten Jahre im Wettstreitwesen verbessernd ^Äangt mit Recht, daß diese Wohngelegenheit Nicht der angewandt werden sollen. Die natürlichen Vorbedingungen, Spekulation verfalle. Jedes Haus hat einen größeren oder wie ausreichende Säle, günstige Verkehrslage us>v. sind jci in f[cinercn Garten; soweit dieser nach der Straße liegt, ist Lollar gegeben. | er als Ziergarten zu bepflanzen, der hinter dem Geliaudr

t. Reiskirchen, 31. Jüli. Heute morgen wurde ein junger Bursche von hier wegen Sittlichkeitsvcr- gehens, begangen an einem 13jährigen Mädchen, ver-

picl deS Herrn William von Haxthausen vom Theater des Westens in Berlin: ,2ie schöne Helena*. Samstag nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Saale Theatervorstellung:Der Talisman." Sonntag den 6. August: Konzert der Kapelle des 5. Großh. Hess. Infanterie-Regiments Nr. 168 aus Offenbach. Abends im Saale Symphonie-Konzert der Kurkapelle unter Mit­wirkung deS 13jährigen Hans Bruch (Klavier).

Viernheim, 31. Juli. Im nahen Freudenheim hatte ein 16 j ä h r i g e r .Knabe Lust nach einem Fahrrad, der Vater wollte aber keines kaufen. Als die Eltern um die Mittagsstunde vom Felde ffeimkehrten, sahen sie auf dem Tisch einen Zettel licaen, auf dem geschrieben stand: Liebe Eltern! Weinet nicht über mich, Vater braucht mir kein Rad zu kaufen, ich fahre zu meiner Schwester in den .Himmel, sucht auf dem Speicher. Es grüßt Michel." Die Eltern begaben sich sofort auf den Speicher, wo sie den Jungen erhängt nntrafen.

R. B. Darmstadt, 31. Juli. Der vierte Aus­schuß der zweiten Kammer erledigte auch in seiner Samstags­sitzung noch eine Reihe älterer Gegenstände. So wurde der

«Geschäftshauses wurden gestern nachmittag cn. 2 000 Mark gestohlen. Als Tater kommt ein Unbekannter in Betracht, Acr im Hausflur vom Personal gesehen worden ist. Er ist ca. 30 Jahre alt, mittelgroß, hat schwarzen Schnurrbart und trägt schwarzen Rock und schwarze Mütze. Zweckdienliche Auskunft nimmt die Kriminalpolizei entgegen.

Selbstmord. Heute morgen erschoß sich der Brau­meister Gr all ert von der hiesigen Aktienbrauerei. Das Motiv zur Tat ist bis jetzt unbekannt. Grallert meldete sich gestern ab'und wollte heute seine Stellung verlaßen.

Besi tzwechsel. Tas Anwesen der Frau Fabrikant z^ilh. Hahn Wwe., Ostanlage 15, wurde von Bauunter­nehmer H. W. Rinn für 45 000 Mk. angekaust.

** Ein Nachkomme Gutenbergs. Aus Mainz wird gemeldet: Auf der Nheininsel Langenau bei Mainz, dem alten v. Molsbergischen Familiensitz, starb gestern, hochbetagt, der Senior des Hauses, Frhr. Adolf v. Mols- berg, als der ältere der beiden letzten männlichen Nach­kommen auv Gutenbergs Geschlecht. Das Stammhaus dieses zugleich letzten Mainzer Patrizieugeschlechts hießzum krum­men Ring" und lag hinter dem Markte. Hier wohnte der weltlich? Richter Johann v. Molsberg, der Hildegard, eine Base Gutenbergs und Tochter seines Onkels Ortlieb Gens­fleisch zur Laden, geheiratet hat, woraus sich die ^erwandt- schaji der Molsberg mit dem großen, unvermüfflt geblie- bcueu Erfinder ergibt. Der jüngere Bruder des jetzt ver­blichenen Freihcrrn, Heinrich v. Diolsberg, lebt als General

setzt fein. . . .

" Schillers gelehrter Vetter. Eme mtereffante Aktensammlung des Mainzer Buchhändlers und Verlegers Joh. Friedrich Schiller ist, wie wir mitgeteilt haben, durch das Geschenk des Prälaten Dr. Schneider in den Besitz der Stadt Mainz übergegangen. Es dürfte deshalb interessant sein, über Schillers Vetter etwas näheres zu erfahren. In Hofrat BörckelsSchillerbuch" steht 8" lesen: laufzukommen.

Dieser Vetter Johann Friedrich schiller mit Namen - ftr(intfurt a. 2JL 31. Juli. Unsere Stadtgememde ÄÄb4at sch- seit J°hren .durch Errichtung uruttischer und her Wäter an Körner:Es war ein gelehrter Vetter in der Familie, Forderung der Neuzeit entsprechendes M teil) aus er, zu der in Mainz lange lebte. Dieser war immer das Vorbild, nach welchen teilweise auch kleine Gärtchen und Spielplätze für dem die Eltern den Sohn zu bilden wünschten. Er war schiller- gehören, einem Teil ihrer Arbeiter und kleinen

r ÄÄ Beamten L° W°hng-l°0°nhcit zu schaffen verstanden,

er dichterische Veranlagung und großen Wissensdrang, dann ging Die Gesamtverhältmsse sind dabet derart günstig, daß der

er in geheimen Geschäften iür seinen Herzog aiü Reisen, siedelte Mietvertrag ein dauernder sein kann und das auch Vielfach

hieraus nach London über und trat dort als Schrntsteller und . . * ^luf Grund der ^8 t012 und 1013 des B. G.'B.

NkchKqLjW Äc bestell? die Stadtgemeinde seit einigen nameuMch

schwäbische Heimat zurück und damals wollte der Verfasser dei Beamten iind Lehrern, aber auch Prtvatleutcn E

Räuber" mit seinem Paten zusammentreffen. Er schrieb nämlich unechte an städtischem Grund und Boden. Der -oe« vor seiner Abreise von Bauerbach nach Mannheim miterm \ erhält ein Darlehen bis zu 90 Prozent der Bau-

10. Juli 1783 an seinen nachmaligen Schwager Remwald :Ich gehe st 'fefhrt tränt ein Zehntel des Betrages. Der

in längstens 12 Tagen von hier, um meinen Oncle aus London, der sich summe, er selbst tragt ein Äeytit qLnM1MftPr

in Schwaben befindet, an der Grenze zu rencontrieren. Dieser Vetter! Erwerber eiiies Erbbaurechtes wählt Architekt und Zuumeister hat den Robertsohn übersetzt und ist durch mehrere Uebersetzungen nficf) ;reiem Ermessen. Die Gestaltung des Baues, -ber- cnglischer Dichter nicht unrühmlich bekannt. Vielleicht, da,; er der des Materials, Bewässerung ilsw. unterstehen den

ÄM) ÄÄh- allgemein gist.igen banamtlichen Bestin'm-mgem Der Erb- Dlainz nieder und errichtete hier eine Druckerei und Buchhandlung, bauberechtigte zahlt jährlich für das Quadratmeter <U pfg. wozu ihm der Kursürst die 20 Minuten von der Stadt entiernte Podenpacht, verzinst das städtische Darlehen mit 31/., Prozent Karthause", ein aufgehobenes Kloster in der Nahe der Favoii e, außerdem eine jährliche Amortisatwns-

iibeiließ. Dort druckte und verlegte der Vetter eine gropere An- bas ^ayr unv uiw > > > entiimcr

ahl von lehrreidien Werken, besonders aus der englischen imb quotc von 0,01 Prozent er bleibt 01 ^ahre ^sg französischen Litteratur, und ivirkte dabei noch als englischer Spracl)- Liegenschaft, bestellt der Stadtgemelnde zur Sicherung meister an der Mainzer Universität. Mit dieser, die ihm em Be bc§ Darlehens eine erststellige Hypothek, tragt die üblichen lriebskapital vorgeschossen hatte, geriet er spater 'n Streit, em . .. ^u^rhaltungskostcn. Das Erbbaurecht,

BL°hmk'7°7Äa.n» ist vererblich und veräußerbar Die Gemeinde zeig, bei

30 Dezember 1797 geriet der Vetter in größte Vedrangiiis, so daß §tcrbefall oder Penstoulerung des Erbvauinhavers hm)icDP er'zuletzt nur noch kümmerlich als Sprachlehrer sein Leben fr,non (jd) ber gewünschten Auflösung des Bertrags größtmögliches konnte.' Er starb, ganz vereinsamt und vergessen,am Morgen - - Privatmann Erbbaurecht

» nV°«Ä S T*, ei J 75 Pr°z°,st der

- - B ' lehcn und verzinst dasselbe mit 4 Prozent lahrlich. Slc.dtifche

Beamte und Lehrer haben von dieser günstigen Gelegenheit,

** Personalien. Dem israelitischen ReligionSlehrer Oppenheimer zu Bensheim wurden die Rechte emes definitiv 'angestellten VolksschullehrerS verliehen. -as Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verlieb"" den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Klein-Winternheim Bugner und 91 o ft ab L

Sta a 1 s m in i st e r R othe rn Tarmftadt hat, tote

«' DaS Vorlesungsverzeichnis bet ßonbej- Universität für daS Wuilerhalbjahr 1905/06 ist erschienen und enthält folgende Vorlesungen von allgemeinem J'stercße. Geschichte der Beziehungen zwischen VhiGsophie und Geo­logie in der neueren Zeit, von Prof. -br. Eck, Dienstag, und Donnerstags von 6-7 Uhr; 'Schulhygiene 0 r Nicht­mediziner) von Tr. Kißkalt, Montags von 6-7 Uhr, das Seelenleben des Kindes, von Prof. Tr. ®roo^, Montag von 56 Uhr; Schiller als Philosoph, von Prof. Dr Gr o o Freitags von 56 Uhr; Gestütswesen und andere Em- richtungen zur Förderung der Vieh-lich^' von P^stffo': Dr. Giscvius; einsiündig, Landwirtschaftliche Betriebslehre, von Prof. Dr. Gisevius, vierstündig.

s-i- Feuer in der Rittergasse. Kaum liegt das JubiläumSfest der beiden hiesigen Feuerwehren hinter uiis, so brach, wie um die Leiftungssähigkcit der Feuerwehrleiite auch im Ernstfall zu prüfen, wieder ein ziemlich gefährlicher Brand hier ans. Das Hintergebäude bczw. Lagerhaus der Besihuug deS Kaufmaiins Elsoffer, steckt, ohne durch Hofe von den Nachbargebäuden getrennt zu sein, Zwischen dem Anwesen des Hoflohukutschers Huhn und dem Elfofferschen Wohnhause. Gestern abend entstand um 6 Uhr m btcieni Lagerhause aus bis jetzt unaufgeklärten Ursachen Feuer Als um diese Zeit die Feuerwehr alarmiert wurde, stand das Gebäude schon üon unten bis oben in hellen Flammen. Obwohl die Feierabendstunde noch nicht geschlagen hatte, waren die Mannschaften beider Wehren sehr bald außer­ordentlich zahlreich zur Stelle. Die Polizei und Gendarmerie sperrte die Marktstraße sogleich ab, und das Publikum mußte sich begnügen, von weitem her über die Dächer die Rauch- . wölken aufsteigen zu sehen. Die Feuerwehr arbeitete unter der Leitung des Branddirektors ganz vorzüglich. Konnte ; man anfangs beim Anblick des rasch fortschreitenden Feuers, das in den engen Gäßchen eine große Hitze verbreitete, für die Erhaltung'wenigstens des Elsofferschcn Wohngebäudes, keine große Hoffniing hegen, so hatten die Bemühungen der wackeren Feuerwehrleute doch bald hüben wie drüben die besten Erfolge. Bon den Dächern der benachbarten Hauser, sowie von einer großen Leiter im Rittcrgäßchen wurde,: be­sonders die angrenzenden Mauern erfolgreich mit Wasser bespritzt, während das brennende Gebäude in sich zusammcn- fiel. Eine nicderstürzende Giebelwand erstickte einen Teil des Feuers, sodaß dicke Rauchwolken aufstiegen. Die Feuer­wehr unterstützte mit Haken und Stangen das Niedersturzen der Wände und des Gebälks, sodaß das Feuer nach kuizei Zeit auf seinen Herd beschränkt war. Das Dach des Huhiischen Gebäudes wurde teilweise abgedeckt, um den dort arbeitenden Feuerwehrleuten offenbar sämtlich Dachdecker ihre Bemühungen zu erleichtern. Herr Huhn klagt nun darüber, daß das obere Geschoß seines Hauses vom Wasser ziemlich beschädigt sei. Er kann aber froh sein, daß es nicht schlimmer gekommen ist, namentlich zur Nachtzeit hatte das Feuer weiter um sich greifen können. Um */,8 Uhr konnte der größte Teil der Feuerwehr abzichen.

** Verhaftung eines Frcmden leg ion ars. Der frühere Bergmann Heinrich 011 aus Wetzlar war im Jahre 1900 zur Infanterie ausgehoben worden und soMe im Herbst eintreten. Ihn sich der Dienstpflicht zu entziehen, entfloh er nach Frankreich und arbertete längere Zeit in Havre als Hafenarbeiter. Er ließ sich dann bei der Fremdenlegion anwerben und kam nach Algier. *2)ort gefiel es ihm aber ganz und gar nicht. Die Behandlung war so schleckst, daß Ott wiederholt Fluchtversuche machte, die aber olle mißlangen. Endlich, nach fünf Jvihren, gliiatc ihm die Flucht. Er kam auf einem Schiff nach England und arbeitete jich von dort nach Deutschland herüber. Vor einig ui Tagen lr.ni er im Hamburger Hafen an, fiel aber sofort der Kriminalpolizei in die Hände, denn außer seiner Militärpflichtentrieffung lagen noch zwei Steckbriefe aus Gießen und Kassel gegen ihn vor, wegen Straftaten, otc er vor seiner Flucht begangen hatte. In Gießen hatte er sich ber Urkundenfälschung, und in Kassel des Diebstahls schuldig gemacht.

* Diebstahl. AuS den Mohnräumen eme? hieNgen

er als Ziergarten zu bepflanzen, der hinter Dem neoauor " liegende dient aber gewöhnlich praktischen Zwecken. Meist ' fehlen darin auch Schaukel mid Spielplatz für die Kinder nicht \ H Marburg, 31. Juli Vorgestern abend ereignet! ~ bci dem etwa zwei Stmideri südlich unserer Stadt ge>

- . 30. Juli. Folgende Unter- L -mnlde bei Wolfshausen ein Jagdunfall. De,

Haltungen werden in dieser Woche sta tsinden: Dienstag . Mann Ende der 30«

den 1. Aug.. nachmittags und abends auf der Terraffe fton. " ihn, getroffenen R-Hbock mit Kolben.

»°rt der Kurkapelle. Abends 8 Uhr NN Saale nmsikal, ch. ^'n vollends Men. und in diesen, Augenblick entlud sick umwrtsttsche Soiree des Klavier. Gesang-- und !,aS Gewehr Die Kugel ging ihm durch den Unterleib uns

matwnShuinoristen O. Lamhorg aus Wien. Mittwoch nachm. d ()eroU6. Der Schwerverlchie. der als

und abends aus der Terrasse Konzert der Kiwkapelle. [,cfinbct sich noch in Wolfthausen, dk

Abends 8 Uhr im Saale Theatervorstellung: ,Die ^oßc bald opeiie . 'oebeu aeiäbrden dürste

Leidenschaft." Dazu Balleteinlage von Frl. Bertha Dathe em Trmisport^ sem, Leben gefährdend stifte. ?

und Frl. Lueie Dertz. Donnerstag nachmittags aus "^hnrtftjbarftaatcn. In Oberrod crhönqtc sich m einen Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends auf ber ^erraffe q(Uqenb(icfc, wo ihr Mann nicht hoi ihr war, die Ehefrau dei

Konzert der Kapelle des Großh. Hess. Feldartillerie-Regi- - - ' ' --

mcntS Nr. 25 (Großh. Artilleriekorps) aus Darmstadt. Bei gutem Wetter Lampionsbeleuchtung auf der Terraffe. Abends im Saale Tanz. Freitag nachmittags und abends auf der Terraffe Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Saale Theater-Vorstellung unter Mitwirkung der Kurkapelle: Gast-