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Märkte.
Gießen, 1.April. Marktbericht. Aw heutigem WochenmarkK kosteten: Butter pr. Md. 1.00—1.05 Mt., Hühnereier 1 St. 5—6 Vis,. 2 Stet. 60-00 Pfg.. Gänseeier 00—00 Vic,., Enteneier 6—7 Pfg., Käse vr. Stck. 6—8 Pi., Käsematte 2 Stck. 5—6 Psg. Erbten vr. Liter 21 Psg., Linienpr. Liter 32 Pfg., Tauben pr. Paar0,80- 0,900)1 f., Hübner pr.St. 1,00—1,60 9)1 k., Hahne pr. Stück 0,80—1,80 Alk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 9)1 f„ Gänse pr. Pid. 55—65 Psg., Ochsenfleisch pr. Piund 70—80 Pia., Kuh- und Oiindsieisch pr. Piund 62—68 Pig., Cchweine'- fleiscb pr. Piund 60—72 Pig., Sclnveinefleisch, gesalzen, pr. Piund 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 70—74 Pfg., Hannnelfleisch pr. Pfund 50—74 Pig. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00—6,50 9)ck., Znnebelnpr. Ztr 8,00—10,00 9)1 f., 9)lilcb per Liter 18 Pia.. Aepiel per Zentner 0 bis 0 Mt., in Korben 00—00 Pig. Nüsse 100 St. 00-00 Pig. Zivelichen per Zentner 0.00—0.00 9)1 f. Birnen per Zentner 6 bis 0.00 9)1 L Weißkraut 0.10—0.15. Marktzeil 8—2 Uhr.
Deutschlands jüngste Kolonie.
Telegramnr via London, Berlin, 1. April.
„Eine mächtige, bisher unbekannte Jrrsel- Grnvpc im stillen Ozcan wurde durch Admiral Freiherru b. Voll von Deutschland annektiert. Die Insel-Gruppe wurde auf den Namen Aegir- Land feierlich getauft!" —
Die Richtigkeit dieser sensationellen Meldung erhielt unser Berliner Gewährsmann auf Arsiraqe im auswärtigen Amt bestätigt. Es handelt sich nm eine große und drei Heinere, im malayi'cben Archipel gelegene Inseln, die auf 2,001 qkm Flächeninhalt 687,000 EinivoHner zählen. Intereffen fremder Mächte werden durch diesen Akt nicht tangiert. Dennoch erwartet man von seilen Englands Einsprrich. Die Annektion wurde vorgenommen durch die Kreuzer I. Klaffe »Hagen" und „Schwalbe" sowie 3 Torpedo-Boote, die sich zur Ausführung dieses Auftrages im September vorigen Jahres dorthin begeben hatten, lieber die interessante Vorgeschichte erfahren wir,' daß die Anregung zur Annektion von einem deutschen Handelshaus (Kathreiners Malzkaffee-Fabriken — München) ausging. Diese Firma erklärte sich in einem Antrag an die Regierung bereit, die Inseln gegen eine Summe — man spricht von l°/4 Mill. Mk. jährlich — auf 33 Jahre zur Anlage ungeheurer Faktoreien zu pachten. Veranlaßt wurden sie hierzu durch die Tatsache, daß die eigenartige Zusammensetzung des dortigen Erdreiches, unler- stützt durch ein spezifisches Klima, die erstaunliche Fähigkeit besitzt, nicht nur einfache Gerste in höchster Ergiebigkeit zu erzeugen, sondern direkt vollkommene Malzkaffee-Kulturen zu zeitigen, d. h. den vollendetsten Malzkaffee in seiner besten Form, geröstet und gebrauchsfertig, zu Keim, Blüte und Ernte zu bringen. Dadurch wird der komplizierte Fabrikationsprozeß, den die Firma zurzeit in Deutschland anwendet, vollständig hinfällig.
Mau steht hier vor einem noch unergründeten wissenschaftlichen Problem, zu dessen Lösung sich der hervorragende Naturforscher Professor Kille aus 9)lünchen, der sich gegenwärtig in Tokio mii- hält, um ein Werk über dis zweite Rippe des Teeblattes zii vollenden, nach Aegir-Land begeben wird. Außerdem — und das steigert den Wert dieser Insel'Gruppe für das genannte Handels- haiis in ganz unberecheiibarer Weise — wächst auf den nördlichsten dieser Inseln der echte Düten-Baum. Auch die überaus seltene Bindsaden-Spinne fabriziert dort ihre für die Verschließung der Tüten ganz einzig geeigneten blauweißen Kilometer-Schnur-Gewebe.
außer her gewöhnlichen noch eine besondere Reichssiempelabgabe $u zahlen, welche das 50 fache her in Ziffer 4 b zum Taris des Reichsßembelae-setzes festgesetzten Abgabe beträgt."
Graf Posadoivskl) hatte um Mlehnung gebeten. Die Kommission nahm dann nach längerer Debatte mit großer Mehrheit einen Antrag Gamp zu £ 51 an, wonach Matz 3 wie folgt xu fassen ist: ,
„Durch ein Börsentermingeschäft in W ar e n oder Wertpapieren, in denen der Börsenterminhandel^untersagt ist, wird ein S ch u l d b e r h ä l t n i s n i ch t b e g r ü n d et.
— Die Kommission des Abgeordnetenhauses für die Verggesetznovelle genehmigte einstimmig un Prinzip die Abschaffung des Nullens.
vorderen Seite bc§ von einer überlebensgroßen Figur des Dichters gekrönten Sockels in einem Relief zu einer Gruppe zu vereinigen. Man wird da rechts den römischen Imperator Nero sehen, umflammt von den Feuermasien des brennenden Rom, in grausiger Verzückung vor seinem Thronsesiel stehend. Tecius, der lustige Flötenspieler aus dem alten Rom, wird zu den Füßen des Cäsaren lagern, und links wird sich die schaumgeborene Aphrodite aus den Fluten erheben, eine holde Frauengestalt von wundervoller Keuschheit. Ta es beabsichtigt ist, das ganze Werk polychrom zu gestalten, so werden sieh auf dem herrlichen Frauenleibe und in den Wogen, denen sie entsteigt, die Flammen der brennenden ewigen Stadt widerspiegeln. In der Mitte, zwischen den beiden Hauptfiguren rechts und links, ein wenig nach unten gerückt, wird man den Gymnasialdirektor aus Ecksteins berühmtem „Besuch im Carcer" unter seinen Schülern, darunternatürlich ganz im Vordergründe den vorlauten „Rompf", sehen. — Der ungenannte Mäcen hat der Stadtverwaltung Mitteilung gemacht, daß er diesen prachtvollen „Eckstein" seiner Vaterstadt zum Geschenk zu machen gedenke, und in der nächsten Stadtverordneten.Sitzung wird dem großherzigen Spender der Tank der Stadt ausgesprochen werden.
** Promenadenkonzert findet morgen, Sonntag, um 1 /2 12 Uhr in dec Südanlage mit folaendem Programm statt: 1. Vorspiel zu „Pariser!" von Wagner, 2. „Mein Traum!", Walzer von Waldteufel, 3. Große Fantasie aus der Oper „Die Hugenotten" von Meyerbeer, 4. Armee- Marsch Nr. 7, 1. Bat., Garde (1806). — Unsere Negiments- Musik konzertiert morgen nachmittag in voller Stärke, 42 Mann, im Neuen Saalbau (Steins Garten). Wir machen aus das interessante Programm aufmerksam. Ta§ Violinsolo im „Geigenmachec" von Cremona wird von H. Gieß gespielt.
•* Alle Besitzer von Luxushunden möchten wir nochmals daran erinnern, daß sie heute nachmittag 4 V2 Uhr in dem Hofe der neuen veterinärmedizinischen Klinik, am Ende der Frankfurter Straße, ihre Hunde vorzuführen haben. Die soeben zu Ende geführte Hundevisitation, die sich wegen der hier und in anderen Lahnorten ausgebrochenen Tollwut als nötig erwies, hat das Ergebnis geliefert, daß besonders leicht Luxushunde von der Tollwut befallen werden. Nur durch strenge Kontrolle kann dem Weitergreifen der Sache entgegengetreten werden. Zu diesem Bebusc sind umfangreiche sanitäre Maßregeln nötig und es wurde daher befchlosien, alle im Stadtbezirk befindlichen Luxushunde einer genauen tierärztlichen Untersuchung zu unterziehen. Tie Lurushunde- besitzer haben daher, wie ihnen bereits durch Rundschreiben mitgeteilt worden ist, heute nachmittag am oben angegebenen Orte ihre Tiere zu einer Untersuchung vorzusühren, widrigenfalls sie eine Geldstrafe von 3 0 0 Mk. trifft.
•* Lotteriege m eins ch ast. Wie nach der „Franks. Ztg." bestimmt verlautet, sollen die Verhandlungen zwischen Hessen und Preußen wegen Aufhebung der hessischen Klassenlotterie und Zulassung der preußischen Klassenlose in Hessen dazu geführt haben, daß Hesien alljährlich eine Abfindungssumme von 1 Million Mark erhält.
"'Fischzucht. Im kleinen Teich in der Ost-Anlage hat die Stadtverwaltung Mitte März eine größere Partie Heringe zur Zucht aussetzen lassen. Wie wir hören, soll dieser Versuch von gutem Erfolg begleitet sein, denn man kann täglich in den Nachmittagsstunden, wenn die Sonne warm scheint, beobachten, wie sich die Katerbezwinger lustig an der Oberfläche des Wasserspiegels rummeln. Wenn die Zucht lohnt, will man es am 1. April nächsten Jahres auch mit Stocksischen versuchen.
"Tie Gießener freiwillige Feuerwehr hat ihre diesjährige ordentliche Hauptversammlung nächsten Montag im Restaurant Gambrinus.
** Versetzt worden sind die Eisenbahnverkehrsinspektoren Nordmann in Gießen als Vorstand der Eisenbahnverkehrs, inspektion nach Münster i. W., Spandau in Düsseldorf als Vorstand der Eisenbahnverkehrsinspektion nach Gießen.
*♦ Der hiesige Kreisverein des deutschen Vereins gegen denMißbraiich geistigerGetränke veranstaltet Sonntag, den 2. April, nachm. 3'^ Uhr, eine Versammlung mit geselliger Unterhaltung in Langgöns im Saale des Herrn Wentzel (Gambrinus). Für den musikalischen Teil sind bewährte Kräfte gewonnen. Die Bewohner von Langgöns und Umgebung ohne Unterschied des Standes und Geschlechts sind freundlich eingeladen. (S. Anzeigeteil.)
Frankfurt, 31. März. Am 9. April wird hier im ersten Stock des Hauses Mainzer Landstraße 137 das erste Arbeiterinnenheim von einem kleinen Komitee eröffnet, dessen Mitglieder durch das Wachstum industrieller Unternehmungen in unserer Stadt und durch die guten Er- fahrungen, die man mit ähnlichen Einrichtungen in anderen Großstädten gemocht hat, zur Gründung solcher Heime angeregt wurden. Diese Heime sollen Arbeiterinnen, die oft mir in Schlafstellen wohnen und ihre freie Zeit in engen, schlecht gelüfteten und beleuchteten Räumen zubringen müssen, einen behaglichen, gesunden Aufenthalt für diese Stunden bieten. Tie Arbeiterinnen sollen hier für billigen Preis kräftige, nahrhafte Kost, einige auch billige Wohnung finden; zwong- l ose, heitere Geselligkeit und Gelegenheit zur Aneignung praktischer Kenntnisse sollen mit dazu beitragen, sie vor Gesundheit und Sittlichkeit bedrohenden Gefahren zu schützen.
(Kl. Pr.)
— Zur Schiller feier erschien als besonders Willkomm mene Gabe int Verlage von B. G. Teubner in Leipzig ein oU Künstlersieinzeickmimg ausgesührtes Schiller-Bildnis, von Karl Bauer-München zum Preise fein 3 Mark. Bei der geradezn einzigen Gabe Bauers, die äußere Erscheinung und das innerste Wesen der Heroen unsi'res geistigen Lebens zur Darstellung zu bringen, darf das Blatt besondere Beachtung beanspruchen. Es zeigt Schiller als den voll ausgercis^n Dichter der Meisterdramen, also in einer Olestalt, die der volkstümlichen Auffassung fHm't Persönlichkeit entspricht und wird schon darum weiteste Verbreitung finden.
— Münchener Festspiele 1905. Man schreibt uns aus München: Bei den heurigen Richard.Wagner-Festspielen im Prinzregenten-Theater und Mozart-Festspielen im K. Residenz- Theater in München, die ans die Zeit vom 7^ August bis 21. September festgesetzt sind und wohl drei vollständige Ring-Cyklen, ferner je dreimal „Die Meistersinger von Nürnberg" und „Tristan und Isolde", zweimal „Der Fliegende Holländer" und von Mo- zart^Opern je zweimal „Figaros Hochzeit", „Don Giovanni" und „Cosi san tuttc" zur Aufführung gelangen werden, ruht die musikalische Leitung in den Händen der Storren General-Musikdirektor Felix Mottl, Professor Arthur Nisisch (Leipzig) und K. Hofkapellmeister Franz Fischer. An hervorragenden Kräften wirken u. a. mit: Charlotte Huhn (München), Anna von 9Nildenburg (Söieit), K'ath. Senaer-Bettaaue (München), Dr. Otto Briesemeister (Stockholm), Fritz Feinhals (München), Edgar Oberstetter (Wies-, baden), Karl Perron (Dresden).
Main verlange ausdrücklich die Original-marke „Dr. DJommel’s“ Haeniatogen und lasse sieh Nachahmungen nicht anfreden. xsi',
stattliche äußere Repräsentation und das wohllautende, volltönende Organ des Künstlers mit dem seltsam dunklen Timbre, und wenn auch das Pathos des verzweifelten Schwärmers sich nicht steigerte, volle Wucht also die ganze Szene über andauerte, so trat doch eines zum andern, um einen bedeutenden Erfolg herbeizuführen.
Diese Szene bildete, wie gesagt, den Gipfelpunkt auf dem äußeren Erfolge des Abends durch die Darstellung des Herrn Sandorff, den wir gestern leider zum letzten Male vor uns gesehen haben. Denn der gestrige Abend stand unter dem Zeichen des Abschiednehmens. Herr S. geht mit Herrn Direktor F. A. Steingoetter nach Chemnitz. Wir verlieren in ihm einen hoch gerichteten ernsten Künstler, ausgestattet mit guten äußeren darstellerischen Mitteln und respektablen Gaben des Geistes, einen Künstler, den wir ungern von uns scheiden sehen, weil er für das klassische Fach hervorragender befähigt ist als die meisten Mitglieder der deutschen Bühnen vom Range der unseren.
Herrn Sandorff unterstützten in dt'ser Szene die Herren Lippert, Lüttjohann und Linzen (der sich, wohl zum ersten und letzten Male, arg verspätete). Herr Lippert gab Mc schwieriae Rolle des Iammergreises einfach und voll natürlichen Lebens, Herr L ü t t j o h a n n aber hätte als Hermann mehr warme Teilnahme zeigen können. Herr Linzen, der ehrwürdige Bühnenveteran, hat, wenn ich recht unterrichtet bin, gestern als Schweizer der Bühne für immer Lebewohl gesagt. Wir Gießener waren nur Zeugen der Neige seiner künstlerischen Laufbahn. Wir lernten ihn schätzen als einen Mann von altem Schrot und Korn, von gediegener Bildung, aufrechtem und geradem Charakter, als ein Muster von Fleiß und Gewissenhaftigkeit, als einen Darsteller von Kraft und Wucht, pon Kernhaftigkeit und markiger Mannheit. Wenn er sich jetzt nach einem langen Leben voller treuer Pflichterfüllung von den schwanken Brettern, die die Welt bedeutenn sollen, ins Privatleben zurückzieht, so kann er das tun in dem Bewußtsein, ein Leben voller redlicher Arbeit undMühe hinter sich zu lassen, das der Psalmist köstlich" genannt hat, und mit Recht, denn wenn ihm bald fern vom Bühnenleben die Glocken der Erinnerung läuten, dann wird in wesenlosem Scheine alles Widrige der Kulissenwelt zerstoben sein und ein stiller Sonntag in seinem Herzen einkehren.
Die große Szene mit der Traumer^ühlung spielte fälsch- Lick-erweise in einer Galerie. Und da das „geistige Band" fehlte und 5^)errn de Giorgi das Kolossalische im Stil nicht aufgegangen zu sein schien, das hier allein zu echter Wirkung verhilft, so blieb sie verfehlt. Der Ausbruch des
Standbild. Tie begleitende Musik zeichnete sich durch Diskretion und scheinbares 9lnschmiegen an den Text des Prologes aus. Ter Gedanke, bei einer Theaterschillerfeier die berühmtesten Gestalten der unsterblichen Dramen an uns vorüberziehen zu lassen, war ja gewiß recht gut, aber unsere alte Bühne in ihrer Enge und primitiven Maschinerie ist doch zu solchen Schaustücken wenig geeignet. Die Gestalten glitten, an uns zumeist ziemlich eindruckslos in fast fliegender Haft vorüber, ohne daß sie für den Dichter und seine Tichttmgen besonders Charakteristisches in uns wachgerufen hätten.
Das Hans war nahezu ausverkauft. Schiller macht olfft noch volle Häuser, und so darf man wohl zum guten Ende dieser Spielzeit mit einigem Recht annehmen, daß das breite Theaterpublikum unserer Stadt nach all den vielen kleinen Voll-, Halb- und Mißerfolgen unserer modernen und modernsten Dramatik eine Ahnung besitzt von dem unermeßlichen Schatze, den das deutsche Volk in seinen Klassikern besitzt. Mit dieser schönen Erkenntnis eine lange, an dichterischen und darstellerischen Ereignissen nicht sonderlich reiche Spielzeit absehließen zu können, ist Gewinn und fordert heraus zu Hoffnungen auf Höheres in späteren Wintern. P- W»
Wahnsinns war nicht mächtig genug, sondern hatte eher etwas Groteskes an sich. Wir haben überhaupt im Laufe dieses Winters wiederholt Gelegenheit gehabt, zu beobachten, daß dieses jungen Künstlers starke Begabmm weit mehr nach der komischen als nach der tragischen Seite neigt. .'Als Molieres „Geiz'ger" bat er uns eine ganz köstliche Probe seiner vis comica. Daß auch er Gießen verlassen will, ist vielen Theaterfreunden gar nicht recht, und wlir hoffen tzrotzdem im nächsten Winter ihn zu uns zurückkehren zu sehen, da er sich anderweitig noch nicht verpflichtet haben soll.
In der Wiedergabe, die den selbst bei großen Bühnen klippenreichen Demetrius-Szenen zu teil ward, konnte bei uns nur ein schwacher Abglanz ihrer Bedeutung und Größe hervortreten. Störte schon das Dürftige der 9lusstattung, so ernüchterte die schauspielerische Gesamtleistung. Dem von Schiller so großartig entwickelten Bilde fehlte es an Bewegung und Lärm nicht, es lag darin aber keine rechte Abmessung, keine Ordnung in der Unordnung, kein Schwung und keine Größe. Stummes Spiel, eine Steigerung der Aufregung während der großen Rede des Demetrius waren kaum wahrzunehmen. Die Titelrolle spielte Herr Lut tj o h a n n. Er ist ein recht sympathischer Darsteller, auf den ein Teil imserer eifrigsten Theaterfreiinde besonders große Hoffnungen setzt. Ich muß gestehen, ich bemerke bei ihm kein sonderliches Vorwärtsschreiten. Für diesen feurigen Jüngling fehlt ihm das zündende Temperament, die Beweglichkeit von gewinnender Grazie. So blieb denn dieser junge Demetrius ziemlich trocken. Herr Sandorff aber stand wieder voll und ganz seinen Mann. Er bot als Sapieha der Menge kraftvollen Trotz; mit edlem Feuer und im Vottbrustton der lieber» zeugung donnerte er die Mahnungen zu Recht und Pflicht den aufgeregten Massen entgegen. Und er besaß auch die Löwenstimme, einen polnischen Reichstag durch sein Veto zu übertönen.
Vom Finale zur Ouvertüre des Abends. Sie bildete ein von Herrn Direktor Hermann Steingoetter verfaßter und von Frl. Dülfer beherzt gesprochener Prolog, begleitet von einer Reihe von lebenden Bildern aus des Dichters bedeutendsten Dramen. Dilles zusammen schien auf das Publikum einen großen Eindruck zu machen. Das ganze Personal 'war wohl zu diesen stummen Rollen herau- gezoaen worden. Lautlos boten sich die Bilder hinter einem Gazeschleier. Das weitaus gelungenste war das letzte, die Apotheose des Dichters. Umgeben von ihn huldigenden Gestalten aus seinen Werken sah man sein lebensgroßes
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Grosse Auswahl in Konfirmationsfjesclienken vom billigsten bis zum leinsten Genre empfiehlt
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Aus Slüö! und KauS.
Gießen, 1. April 1905.
— Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den Kandidaten des höheren Lehramts Dr. Made zu Bensheim zum Oberlehrer an dem bortgen Schullehrerseminar ernannt.
** Ernst Eckstein-Denkmal. Bekanntlich ist Ernst .Eckstein, der Verfasser einer Reihe vortrefflicher Romane und einiger köstlicher, geradezu klassischer Humoresken, ein Sohn unserer Stadt, und es bestand längst für unsere Stadtverwaltung die Ehrenpflicht, des bereits vor 5 Jahren verstorbenen Poeten in würdiger Weise zu gedenken. Jetzt chören wir, daß ein sehr vermögender Herr, der in besonderem Grade für Ernst Ecksteins Schriften schwärmt, dem Andenken des Dichters zu Ehren hier ein Monument zu errichten gewillt ist. Er hat bereits einen bekannten Darmstädter Künstler beauftragt, einen Entwurf zu einem Eckstein-Denkmal herziistellen, und dieser Künstler hat, wie man uns mit» teilt, die sinnige Absicht, in Form eines Ecksteines das Eckstein-Denkmal gegenüber der Bürgermeisterei in dem ehemaligen Schülerschen Garten vor dem dort zu erbauenden Stadttheater zu placieren. Der Künstler beabsichtigt, die Hauptfiguren aus den besten Werken des Dichters auf der


