Samstag 8. JuN 1905
<$We§ Blatt.
Nr. 158
155. Jahrgang
GiehenerAnzeiger
General-Anzeiger & 'w
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen
23
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außer Sonn tags. Dem Gießener 91 nötiget werben im Wechsel mit dem »raschen Landwirt die Gletzeaer Familien. Mitte viermal tn bei
Woche beigelegL Aotcitonöbrud u. Der- leg bei Brüh l'schen Unwett.-Buch-u. Stern- brudetti Ä Beuge.
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Schotveoße 1. tlbrefle für Deoescbenr Au-etger Gießen. KernivrechaniiLtiißNr 61
monatl'ch76 -yi„ oterteU jährlich Mk. 8.20; durch Avhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; burch diePost Ml. 3.— viertel- jährl. auSfchl. Bestellg. Annahme van Lnzet'E ;it dte i* aiF’-t-mi«
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Die heutige Dummer umfaßt 16 Seiten.
Politische Tagesschau.
Londoner Brief.
-i- London, im Juli.
Die englischen Liberalen haben sich zu früh die Rc - «fiernngSbeute geteilt. Es wird noch geraume Zeit ins Land gehen, ehe die Lords Spencer und Rosebery als Kabinettsches und Minister des Auswärtigen in die Höhen aufrücken. Sir Campbell-Bannermann, der ursprünglich für die Premierschaft in Aussicht genommen war, ist von den Parteiofsiziellen zum ersten Lord des Schatzamts bestimmt, Asquith zum Schatzkanzler. Doch Balfour tut den Gegnern nicht den Gefallen, mit seiner ministeriellen Gefolgschaft abzudanken. Er ist der bescheidenen Meinung, ohne ihn als leitenden Staatsmann werde die internationale Situation zum Schaden EiiglandS ausschlagen. Die Konservativen sind natürlich derselben Ansicht und die unionistischen Mitglieder des Unterhauses haben sich kürzlich dahin geeinigt, daß das Verbleiben des Kabinets Balfour im A,nt mindestens bis zum Ende des Krieges in Ostasien wünschenswert und anzustreben sei.
Doch nicht dieser Krieg allein hält die ToryS am Ruder. Da ist zunächst das englisch-japanische Bündnis, das im Januar n. Js. erneuert und erweitert werden soll. Balfour bat als Minister des Innern der Regierung angehört, die den ersten Allianzvertrag mit Japan abschloß. Da ist es gewissermaßen selbstverständlich, daß auch das neue Abkommen seine Unterschrift trägt. Dann gibt eS noch eine Marokko- frage, so recht ein Versuchsobjekt für die Schliche der Balfour-Lansdow'schen Staatskunst. Zumal die Marokko- Konserenz, bei der England sich gehörig breit und — lästig machen wird, obwohl es seine besonderen Rechte im Sultanat gegen solche in Egnpten eingetauscht hat, im Marokkovertrag mit Frankreich. Lord LanSdowne gibt sich zwar den Anschein, als wolle er von der Konferenz noch weniger wissen, wie Rouvier. In Wirklichkeit aber hält sich die englische Regierung um so länger am Ruder, je mehr es ihr gelingt, die Konserenzverhandlungen zu verschleppen. Deshalb wird sie sich in diesem Sinne zweifellos mit Freudigkeit betätigen. Wenn der „Daily Chronicle" recht unterrichtet ist bei seiner angeblich aus bester Quelle stammenden Meldung, Balfour wolle die Auflösung des Parlaments bis zum Herbst 1906 verschieben, dann eröffnen sich ja nette Aussichten für die Gründlichkeit, mit der man auf dec Marokko-Konferenz "orgehen wird.
Was sagt nun zu alledem Chamberlain, der durch seine Freunde der Tarifkommission die gesamte konservativ- unionisiische Presse beeinflußt und dort ebenso unverantwortlich wie herzhaft mitregiert? Er sagt garnichts. Da? Kabinet hat seinen Segen, weil es „seine" Politik treibt. Zwar nicht die wunderschöne Fiskalpolitik, deren Vorzüge die Mehrheit des englischen Volkes noch immer nicht erfassen will, aber doch eine zum Schutzzoll führende und stramme imperialistische Politik. Chamberlain erlebt die Freude, daß Balfour zunächst die Einführung von Jndustriczöllen ins Werk setzt. Auch die fremdenfeindliche Einwanderungsbill, auf deren beschleunigte Erledigung Balfour im Unter- Hause dringt, ist auf Anstiften Chamberlains von der Regierung vorgelegt worden. DaS Parlament freilich dürfte die verantwortliche Regierung Balfours und die unverantwortliche Chamberlains bei dieser Bill im Stich lassen, denn das Gefühl für persönliche Freiheit und Freizügigkeit ist in der englischen Volksvertretung noch sehr lebendig. Alles in Allem aber hat sich die Stellung deS Kabinets Balfour neuerdings so befestigt, daß die liberale Partei kaum Aus- sicht hat, in naher Zukunst ans Regiment zu kommen.
Deutsches Retch.
Berlin, 7. Juli. Das Antwo rttelegramm des Kaisers auf das vom Prinzen Ludwig von Bayern übermittelte Huldigungstelegramm der Hauptversammlung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft lautet:
Die Begrüßung, die Eure Königliche Hoheit im Namen der -3. Hauptversammlung der Gesellschaft mir zu übermitteln die Güte gehabt haben, habe ich mit besonderer Freude entgegen- genommen. Die deutschen Landwirte w i s s e n, ro i e sehr mir das Gedeihen der Landwirtschaft am Herzen liegt, und ich hoffe, daß auch durch die diesjährige Wander-Aus- stellung die segensreiche Arbeit der Deutschen LandwirtschastS- Gesellschaft reiche Förderung erhalten möge.
gez. W ! lhe I m.
— Der preuß. Staatsanz. veröffentlicht daS Gesetz be- /reffend die Abänderung des allgemeinen Berggesetzes vom 24. Juni 1865/92.
— Die Studiengcsellschaft französischer Landwirte trifft am Sonntag abend hier ein. Mit der Führung der Herren ist Dr. Hailer, LandmirtschaftZ-AttachS beim deutschen Konsulat in Paris, beauftragt.
Glücksburg, 7. Juli. Heute nachmittag trafen die „Hohenzollern" mit dem Kaiser, die „Iduna" mit der Kaiserin und der Prinzessin Viktoria Luise an Bord, ferner der „Meteor", der „Sleipner" und zwei Torpedoboote hier ein.
Bonndorf, 7. Juli. Bei der Reichstagsersatz- wahl im zweiten badischen Wahlbezirk (Donaueschiugen- Dillingen) wurde Gutsbesitzer Duffner (Zentrum) mit 550 Stimmen Mehrheit gewählt. Auf ihn entfielen
10 561 Stimmen, auf den Nationalliberalen 8225 und auf ben Sozialdemokraten 1782. Bei der Hauptwahl im Jahre 1903 entfielen auf: Goldsehmid (Zeutr.) 9701, Faller (Natlib.) 9313, Fleig (Soz.) 2189 und Venedey (D. Vp.) 46 Stimmen. Die engere Wahl wurde zu Gunsten Fallers entschieden, aus den 11 773 Stimmen fielen, während der Zentrumskandidat 11 035 Stimmen erhielt.
M ü nchen, 7. Juli. Im überfüllten Zentralsaol sand gestern unter dem Vorsitz von Dr. Quitte eine liberale Wählerversammlung statt. Unter stürmischer Zu- stimmung wurde folgende Resolution angenommen:
Die Versammlung begrüßt mit Genugtuung die Vereinigung aller liberalen und demokratischen Varteien aus dem Boden eines einheitlichen und s r c i h e i t l i eh e n W a h l - Programmes. Sie erklärt ihre Zustimmung zu den 9lu§- Führungen der liberalen Kandidaten, sie fordert von dem nächsten oandtaa die Durchführung der Wahlrelorm aus Gründ des direkten allgemeinen geheimen und gleichen Wahlrechts, aber zugleich auch die Vertretung wahrhaft freiheitlicher Grundsätze in allen Fragen der Politik, des wirtschaftlichen und sozialen Lebrns und der geistigen Kultur. Sie verurteilt aber mit aller Sebärke das uuuatürliche und unwahrhafte Bündnis zwischen Zentrum und Sozialdemokratie und erklärtes für eine Pflicht aller freiheitlich gesinnten Wähler, am 10. Juli ihre Stimmen für die Wahlmänner der vereinigten Liberalen und Demol"'ateu en.
D e n t l - 5 fi b n» dl a f r t ft a.
Im Befinden des bei dem letzten Gefecht in Südwesi- afrika schwer verwundeten Majors v. Kamptz ist eine Besserung eingetreten. Dagegen wird gemeldet, das; Hauptmann Pichler, der zuletzt die 5. Batterie des 3. württembergischen Feldartillerie-Regiments Nr. 49 kommandierte und erst vor kurzer Zeit in Südwestafrika einge- troffen ist, in einem Gefecht gefallen ill.
Ans «tlb.
Paris, 7. Juli. Aus Brest wird der „Patrie" berichtet, daß der japanische Marineattach^ Jtchijo, der gegenwärtig mit Ermächtigung des sranzösi >hen Marine- ministeriums die französischen KriegShäfen besichtigt, den aus Anlaß deS englischen Fl o tt e n b esu che s geplanten Festlichkeiten beiwohnen werde.
Konstantinopel, 7. Juli. Der amerikanisch- türkische Zwischenfall ist dadurch erledigt worden, daß der Sultan den Ze-remonienmeisier Gahlib Bei nach der auf der Prinzeninsel gelegenen Sommerwohnung des amerik. Gesandten schickte und persönlich um Entschuldigung bitten ließ wegen der Verhaftung deS erlten Dragomans. Die Bestrafung der Schuldigen wurde zugesichert.
Wien, 7. Juli. Einige tschechische Abgeordnete verlangen in einer Zuschrift an das Präsidium die Einleitung gerichtlicher Schritte gegen Stein, der bei dem gestrigen Tumult eine Streusandbüchse gegen die radikalen Tschechen geworfen hatte.__________
Die Anarchie in Nutzland.
Ter „Potemkin" befindet sich andauernd wohl; eine Reutermeldnng, er sei in der Nähe von Fcodosia in die Luft gesprengt worden, bestätigt sich nicht. Vielmehr ist das Jn- surgentenschiff ungestört von F-eodosia abgedampft.
Der „Potemkin" soll bei Fcodosia ben Dampfer „Großfürst Alexis" der 5oanbelsschis'fahrtsgesellschaft gekapert, dessen Ladung an Kohlen, Vieh und Lebensrnitteln weggenommen und das Bargeld geraubt haben. Ferner wird behauptet, daß ein Torpedoboot aus Sebastopol den Meuterern auf dem „Potemkin" sich angeschlossen habe.
Die Meldung aus Sebastopol, wonach die Stadt Feo- dosia von den Meuterern in Brand geschossen sei, ist gänzlich erfunden. Der „Potemkin" hat dort über- haupt nur einige blinde Schüsse abgegeben.
Der „Potemkin" verbreitete neuerdings folgendes Mam- fest an die Bürger und das arbeitende Volk:
„Die Ungerechtigkeit des autokratischen Regimes hat die Geduld erschöpft. Ganz Rußland ist vvm Feuer der Empörung erfaßt. Nieder mit den Ketten der Sklaverei! Die Negierung will aber dos Land in Blut ertränken, vergessen, daß das Heer besteht aus den Söhnen des unterdrückten Volkes! Die Mannscltzift des „Potemkin" tat den ersten mutigen Schritt. Wir sind nicht mehr die Schergen unseres Volkes. Unser Wahlspruch ist: Tod oder Freiheit für das gesamte russische Volk! Wir wollen das Ende des Krieges und die schleunige Eml>erusung einer Constituante auf Grund des allgemeinen Wahlrechts. Dafür werden wir kämPfcnbisSieg ober aoö.
Vizeadmiral Krieger soll dem Zaren telegraphiert haben, daß es ihm unmöglich erscheine, das meuterische Schiff zu verfolgen, weil die Besatzung der übrigen Schiffe nicht zuverlässig genug erscheme. Der Zar sei über diese Meldung in hohem Grade erregt gewesen und habe telegraphisch befohlen, den Matrosen der Schwarzen Meerflotte das Band des Heiligen Georg zu nehmen. Gleichzeitig ließ der Zar Befehl geben, sich der Meuterer tot ober lebendig zu bemächtigen. Daß Krieger inzwischen von dem kommand. Admiral T s ch u ch n i n abgelöst worden sic, meldeten wir schon gestern. Dieser Oberbefehlsyaber des Schwarzen Meergeschwaders telegraphierte an den Gene- ralgouverneur von Odessa, das Geschwader habe Befehl erhalten, das Panzerschifi „Potemk-n" aufzüsuehen und gefangen zu nehmen oder zu vernichten. Eine aus Se- ba'stopol eingegangene Depesche meldet, daß das gesamte Geschwader dort ausgelaufen sei.
Nach Depeschen aus Petersburg befurchtet
man dort, daß der „Potemtin" das kaiserliche Palais in Yalta bombardieren könnte., Man glaubt auch dort bestimmt, daß an Bord des „Potemkin" sich einige Führer der südrussischen Revolutionsbewegung befinden. Dw Hoffnung, den „Potemkin", dessen Kohlenmangel andauert, einzyschsießen, ist noch nicht aufgegeben.
Auf der Admiralität in Petersb urg tut man natürlich so, als sei die ganze Sache ein scherzhaftes Spiel. Man erklärt, der „Potemkin" werde spätestens innerhalb zwei Tagen in den Grund gebohrt sein, wemi nicht die Meuterer infolge ihrer fortwährenden Differenzen sich nicht schon vorher gegenseitig nicdergcmacht hätten.
Auch in Konstantinopel verursacht die Angelegen» heit des „Potemkin" ununterbrochen Erregung-. Die Verbindung mit Odessa ist dort ganz yestört. Ein russ. Dampfer, der von Konstantinopel nach Syrien gehen sollte, ging nach Odessa, da die Mannschaft um die Familien besorgt ist. Wiederholt tauchte das Gerücht auf, daß der „Potemkin" in der Nähe des Bosporus gesehen worden sei. Man befürchtet, daß er in den Kohlenbergwerken auf Herakla die Abgabe von Kohlen erzwingt. Ueber die Völkerrecht- liche und seerechtliche Behandlung der Meuterer besteht bei der Pforte kein Zweifel, da die russische Negierung die Besatzung als Rebellen erklärte.
Der t ü r ki s ch e M in i st e rr a t hat die Frage erwogen, ob die Befestigungen des Bosporus und der Dardanellen stark genug seien, um sich einem Versuch des „Potemkin", sich die Durchfährt dm/h die Meerenge zu erzwingen, mit Erfolg widersetzen zu können. Man befürchtet, daß der „Potemkin" eventuell versuchen würde, Konstantinopel zu bombardieren. Zwei englische Kapitäne, welche aus Odessa gekommen sind, erklären, daß die gute Disziplin und die sicheren Manöver des „Potemkin" den Eindruck machen, daß ein alter erfahrener Seemann den Befehl übernommen habe. Die Haltung des „Potemkin" war bei der Begegnung mit den beiden englischen Schiffen äußerst zuvorkommend.
Das Torpedoboot „S m e t l i w y", welches den „Po» temkin" verfolgte, bereitete die russischen StatiE>nsschiffe in Konstantinopel auf das Erscheinen des „Potemkin" vor.
Nach Meldungen aus Feodosia soll indes der „Smet- liwy" dort eingelaufen sein, um Kohlen zu übernehmen und dann die Verfolgung wieder fortzusetzen. Die Besatzung besteht nur aus Offizieren. Das Boot hat den Befehl, den „Potemkin" entweder zur Uebergabe zu zwingen oder in die Luft zu sprengen.
Die Nachricht, daß die Mannschaften russischer Handelsschiffe und der beiden russischen Stationäre in Konstantinopel gemeutert hätten, beruht auf Erfindung.
Es ist eine seltsame Fügung des Zufalls, daß gerade die Stadt Odessa, vor der die Meuterei des Kriegsschiffes „Fürst: Potemkin" ihren Anfang nahm, durch ein Standbild das A^ denken des Mannes verewigt hat, dessen Namen lenes Schrff trögt. In der Tat befindet sich in Odessa am Fuße des Den^ mals der großen Kaiserin Katharina bte Figur ihres allmächtigen Günstlings und Feldherrn. Katharinas Sohn, Paul L, hatte es sich angelegen sein lassen, jede Lpur von der Existenz des Geliebten seiner Mutter zu veyvischcn, mdem et sogar dessen sterbliche Ueberrcste beseitigen ließ. Aber Pauls I. Söhne dachten größer als er. und so sorgte Alexander L dafür, daß die Gebeine Potemkins wieder eine würdige Ruhestätte erhielten, und Nikolaus I. gestattete sogar,, daß die Stadt Cherson Potemkin, der sie einst gründete, eine Bildsäule aus Bronze errichtete. Die märchenhafte Laufbahn Potemkins ist bekannt. 1739 in Smolensk als Sohn eines höheren Offiziers geboren, zog er die Aufmerksamkeit der Kaiserin durch "seine Schönheit auf sich, und stieg allmählich zum General, Minister, Oberkomman- dierenden der Armee und Großadmiral. Don Charakter roh, sittenlos, habgierig und verschwenderisch zugleich, hat Potemkm sich doch löm Rußland große Verdienste erworben. Er war eS namentlich, der dem Zarenreiche die Krim unterwarf. Die Kaiserin beherrschte er vollständig, und wie er sie zu täuschen und irre zu leiten verstand, zeigte sich am deutlichsten durch dw sprichwörtlich gewordene Weise, wie er ihr auf den Reisen durch die neueroberten Landesteile blühende Dörfer und Städte vorwies, die in Wirklichkeit nicht viel mehr als eigens für diesen Fall bcrgefteHte Theaterdekorationen waren. Man hat behauptet, daß Katharina und Gregor Alerandrowitsch ^Potemkm heimlich miteinander verheiratet waren, doch ist diese Angabe widerlegt. Die Fürstenwürde, die Kaiser Josef II. Potemkin 1776 oerltefen hatte, erlosch 1791 mit seinem Tode. Sein russischer Grafentttel wurde 1795 auf seinen Vetter, den General Paul Potemkm, übertragen, aber schon mit dessen beiden Söhnen verschwand das Geschlecht der Potemkin für immer aus den Reihen der Lebendeiv imd nur das Panzerschiff, dessen Name jetzt in aller Munde ist, hielt die Erinnerung an den ersten und einzigen „Kniäs potem- Kn" in der russischen Wehrmacht bisher noch tebrrang.
Aus Manila kommt die überraschende Nachricht, daß die Matrosen der dort auf der Flucht vor den Japanern von deren amerikanischen Freunden internierten russischen Kriegsschiffe „Aurora", „Oleg" und „S<htemtschug" eine starw Mißstimmung und Sympathie mit den Meuterern vom Schwarzem Meer an den Tag legen. Auf ein Gerücht, daß sie einen Mordanschkag auf die Offiziere planten, legte sich der Mstenpanzer „Monadnok" in unmittelbare Nähe der russischen Schiffe. Es verdient hervorgehoben zu heben, daß diese Meldungj durch das offiziöse W. B. veröffentlicht wird.
Eine ältere Kundgebung bet Matrosen.
Einen von zahlreichen Matrosen der Schwurzenmeev- flotte an den Vizeadmiral Krieger gerichteten Brief, der vor der Odessaer Revolution geschrieben wurde, veröffentlicht die „Iskra". Die Seeleute beschweren sich u. a. darüber, daß es ihnen verboten ist, sich auf bestimmten Straßen von Sebastopol zu zeigen.
„Haben denn unsere Väter und Urväter nicht mit ihrem Mutt, diese Straßen und Boulevards erkauft, die Sie uns.jetzt verbieten? Im Grunde genommen wäre es richtiger, diese Straßen und Boulevards euch Vorgesetzten zu verbieten, denn sie sind mit dem Mute der Soldaten erobert


