Meister Reinecke seinen Gasten, die bei der Erzählung der Jagd im Keller anfangs glaubten, es handele sich um ein Stückchen Jägerlatein, bis ihnen außer der Beute auch der Hausbursche als Eideshelfer zur Stelle geschafft wurde.
•* Hinrichtungen in Hessen. Aus Darmstadt wird uns folgendes geschrieben: Wie groß der Unterschied in Len Gebräuchen bei einer Hinrichtung heutzutage und bei einer solchen vor nun fast hundert Jahren ist, zeigt deutlich eine Notiz des Tagebuches, das ein alter Gießener, der Professor der Medizin, Geheimerat N. unter dem Titel „Chronica Gießenfis" jahrelang geführt hat. Sie sagt: „30. Dez. 1812 vormittags wurde ein Räuber und Vagabund namens Gute mut auf dem Trieb enthauptet. Er benahm sich sehr standhaft, reichte nach dem Stabbrcchen, das auf dem Markte stattfand, jedem vom Gericht Anwesenden die Hand und bat um Verzeihung, wenn er jemand beleidigt hätte. Von einer großen Menschenmenge gefolgt, nahm er den Weg zu Fuß, mit ihm Pfarrer Dieffenbach. Der Scharfrichter von Marburg führte einen vollkommen guten Hieb und zwar von der Rechten zur Linken, obwohl der betreffende Hals kurz und dick war. Der Leichnam wurde sogleich in Stroh eingewickelt und der Anatomie überwiesen.^ ,— Die Tochter des Schreibers pflegte ihren Kindern und Enkeln, an diese Notiz anknüpfend, folgendes zu erzählen. „Ich war damals ein Kind von sechs Jahren und sah von unserer Wohnung am Kreuz aus den Verurteilten vom Markte her aus der Mäusburg und nach dem Neuenweg hin zur Richtstätte führen. Als ich nun eine Menge Volkes — die halbe Provinz hatte sich eingefunden — dem traurigen Zuge nachströmen sah, faßte auch mich ein rasendes Verlangen, das Schauspiel mitanzusehen. Nun kennzeichnet es so recht die Verschiedenheit der damaligen Lebensanschauung und der heutigen, daß meine beiden Eltern .— diese sehr gebildeten, vortrefflichen Menschen — durchaus nicht einsahen, weshalb sie ihrem Kinde diesen Wunsch nicht hätten erfüllen sollen. Die einzige Schwierigkeit bildete nur das Wie. Zu seinem Verhängnis ging da grade Konrad, der Hausbursche, am Fenster vorbei, um sich ebenfalls auf den Trieb zu begeben. Ihm, dem innerlich Widerstrebenden, wurde ich nun anvertraut und stand bald oben neben ihm, ins Gedränge eingekeilt. Aufs höchste erregt lauschte ich auf die Reden ringsum, die sich, wie natürlich, nur um das Thema Hinrichtung drehten. Da hatte der Eine sagen hören, daß mit dem Augenblicke der Enthauptung das Bewußtsein nicht aufhöre, daß der Mensch im Gegenteile noch zu denken vermöge. Ein Anderer hielt das für sehr wahrscheinlich. Denn das sei sicher, daß jeder der getrennten Teile sich bewegen, der Rumpf um sich schlagen, der Kopf die Augen verdrehen könne. — Jetzt kam Leben in die Menge. Zugleich hob mich Konrad, wie er mir vorher versprochen hatte, auf seine Schulter, nicht ohne daß ringsum ein Murren der Entrüstung entstand. Großer Gott! Von meinem erhabenen Standpunkte aus sah ich ganz deutlich das Schaffst, den .Henker mit seiner roten Weste und dem blitzenden Schwerte und einen totblassen Menschen, der von den Henkersknechten herbeigeschleppt wurde. Entsetzen ergriff mich. Ich fing an zu schreien und mit Händen und Füßen zu zappeln. „Ich will nichts mehr sehen! Ich will herunter! Konrad heb' mich herunter!" Der aber war nicht .geneigt, sich durch meine Launen im Vollgenusse des seltenen Schauspiels stören zu lassen. „Du hast's sehen wolle, jetzt siehst D's!" sagte er.lakonisch. Nun wäre mir ja noch übrig geblieben, die Äugen zu schließen, aber dies tat ich nun eben Loch nicht. So blieb mir denn ein Eindruck nicht erspart, der mich für Jahre aus einem unbefangen heiteren Kinde in ein scheues, furchtsames ummantelte, ohne daß — und auch das zeigt den Unterschied zwischen der damaligen Zeit und der heutigen, nur ein Mensch diese Veränderung an mir richtig gedeutet ober auch nur sich darüber gesorgt hätte."
v. Bad-Nauheim, 8. Sept. Bis gestern sind 24 755 Kurgäste angekommen, wovon am genannten Tage noch 3547 anwesend waren. 333 629 Bäder wurden Lis zum 7. Sept, abgegeben.
y. Büdingen, 9. Septbr. Die Erbauung unseres neuen S ch u l h a u se s ist dem Privatdozenten Dr. Vetterlein aus Darmstadt übertragen worden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf über 170 000 Mk. Frühjahr 1907 hofft man den Bau (dessen Errichtung im Jahre 1903 beschlossen wurde!) seiner Bestimmung übergeben zu können. — Mit dem Elektrizitätswerk scheint es gehen zu wollen, wie mit dem Schulhause. Schon vor Jahresfrist wurde die Errichtung eines solchen beschlossen, aber bis jetzt hat man sich noch nicht über die Platzfrage einigen können, und mehr Licht täte doch unserem Städtchen so sehr not!! — Der Kaiser hat dem Kammerdirektor Korrel wegen seiner Verdienste um das Kriegervereinswesen den Noten Adler-Orden 4. Klasse verliehen. Kaufmann Söhnge zu Ortenberg erhielt wegen verdienstvoller Tätigkeit zu gleichem Zwecke den Kronen-Orden 4. Klaffe.
R.-B. Darin stadt, 8. Sept. Mit der Hauptversammlung des deutschen Forstvereins war auch eine kleine, aber für jeden Forstmann hochinteressante sportliche Ausstellung verknüpft. Die Firma Pi stör Nachfolger in Gießen brachte einen sehr praktischen Försterofen zur Schau. Das größte Interesse sowohl des Fachmannes wie des Laien erregte ein etwa 1 Kubikmeter umfassendes Keimhäuschen, das eine Nachbildung der großen eigenen Keimanstalt der Firma Konr. Appel darstcllt und die allmähliche Entwickelung der verschiedensten Sorten von Baumsamen genau erkennen ließ. — Auf den verschiedenen Exkursionen der deutschen Forstmänner wurden ihnen neben Baumschulen und seltenen Wald- tutturen auch neukonstruierte Waldbearbeitungsinstrumente uorgeführt. So zeigten die Fachmänner auf der Tour durch den Bessunger Wald viel Interesse für die neue Erfindung •einer Baurnfällmaschine des Forstwarts Büttner in Langd bei Hungen, mittelst deren mächtige, 1/2 Meter dicke Bäume, nachdem ihnen auf der betreffenden Seite die Wurzel durch- gehackt, in wenigen Sekunden lautlos und sicher zur Erde •gestreckt wurden. Höchst intereffant war auch die praktische Worfi'lhrung von Oberförster Dr. Webers (des Hess. Landtagsabgeordneten) Bodenbearbeitungsmaschine, kurzweg Wcber'sche Rollhacke genannt. Die Maschine, deren Herstellung in der Werkzeugmaschinenfabrik und Eisengießerei von Heyligen- staedt u. Co in Gießen erfolgt, bearbeitet den Boden bis ^u 30 Zentimeter Tiefe, indem sie gleichzeitig Humus und
Mineralboden mischt. Die Maschine kommt auch in den Großh. Forsten schon seit Jahren 'zur Anwendung und ihre Leistung unterscheidet sich dadurch, wie der offizielle gedruckte Führer für die Exkursion hervorhebt, sehr vorteilhaft von demjenigen des Waldpfluges. Für ihren Gebrauch sind drei Pferde notwendig, ihre Anschaffungskosten betragen 800 Mk. Die Maschine arbeitet sehr intensiv und gleichmäßig und sie wurde von den Fachmännern allgemein als sehr praktisch und zweckmäßig anerkannt.
hl. Lorsch a. d. Bergstr., 8. Sept. Die Tabak- ernte ist in unserer Gemarkung jetzt beendigt. In Qualität dürfte der Tabak vorzüglich ausfallen, zumal wir von Hagelschlag verschont geblieben sind. Was die Quantität betrifft, so gaben die früher angepflanzten Felder reichen Ertrag, die später angelegten hatten unter der großen Hitze zu leiden, lieferten ein kleineres Blatt und ziemlich viel Sandblätter und Krumpel. Die bedeutendsten hiesigen Tabakpflanzer sind die Herren Fillauer und H. Lorbacher (ca. 8 bis 10 Morgen) und V. Fehres (ca. 4 Morgen).
** Kleine Mitteilunaen aus Liessen und den Nachbarstaaten. Mit der A u to m o b il o mn i b ns-V erbt n d u n g zwischen D a r m st a d t und Jugenheim (über Eberstadt, Molchen und Secheim) ist es vorläufig nichts. Die ?sranffurter Untetnebmergruppe, die wegen dieser Verbindung Unterhandlungen angeknüpst hatte, forderte von den beteiligten Gemeinden einen Beitrag von 40 000 Mk. Das ist den Gemeinden zu viel. Sie sind der Ai,sicht, daß sie bann doch lieber das Unter» nehmen in eigner Regie anssühren sollten.
Are ßyolera.
Vom 7.—8. ds. Mts., mittags, sind im preußischen Staat 19 Erkrankungen und 7 Todesfälle an Cholera neu gemeldet worden. Davon kommen auf die Kreise Marienburg 6, Thorn 1, Bromberg Stadt 1, Bromberg Land 1, Wirsitz 5, Gnesen 3, Czarnikau 1, Königsberg (Neumark) 1. Insgesamt sind bis jetzt 123 Erkrankungen und 3 9 Todesfälle in Preußen festgestellt.
Die Beamten der preuß. Ost bahnen haben die Anweisung erhalten, Fahrgäste, welche während der Fahrt Anzeichen zur Schau tragen, die Choleraverdacht zulasten, in isolierten Coupes unterzubringen und die Erkrankten nach dem nächst gelegenen Cholera-Lazareth zu schaffen. Den Mannschaften der Garnisonen, in denen bisher Cholerafälle vorgekommen sind, ist durch Kommandanturbefehl der Besuch von Tanzlustbarkeiten bis auf weiteres untersagt worden. Es wird angenommen, daß gerade auf öffentlichen Tanzplätzen die Ansteckungsgefahr sehr groß ist.
In Wilhelms höhe bet Usch (Posen) ist ein M- beiter an Cholera erkrankt, weil er Netzewasser getrunken hatte. In Usch-Hauland, Usch-Neudorf und Morzewo ist je ein verdächtiger Fall vorgekommen. In die Cholerabaracke zu Usch wurden drei Personen zur Beobachtung eingeliesert.
Zu den gestern von uns gemeldeten 12 Erkrankungen und Todesfällen in und bet Marienburg wird heute berichtet, daß bis jetzt bei zwei Toten Cholera bakteriologisch festgestellt wurde. Die Seuche ist wahrscheinlich in jenes Gebiet auf dem Landweg durch russische sJtüb en arbeitet oder sonstige Durchwanderet eingeschlevpt worden. Ms bakteriologischer Beirat des Oberpräsioenten von Westpreußen hat Prof. Dr. Rolle vom Institut für Infektionskrankheiten in Berlin sein Amt angetreten.
Wie weiter aus Martenburg gemeldet wird, sind drei neue choleraverdächtige Erkrankungen den Behörden zur Kenntnis gebracht worden Es handelt sich um eine Frau aus Tessendorf, einen Kutscher und einen Arbeiter aus Marienburg, die in bte Marienburger Cholerastation eingeliefert wurden.
Die „Neuen Westpr. Mitt/ berichten: Bet dem Fährmann Beier in Kurzebrak ist Cholera amtlich festgestellt. Ein fünfjähriges Kind desselben und eine Fischerfrau Ziemens aus Jesewitz sind au choleraverdächtigen Erscheinungen gestorben.
Ein aus Berlin gemeldeter Todesfall des Holzschneidereibesitzers Zyrus hat sich nicht als Cholerafall erwiesen. Von dem Bezirksphysikus Dr. Jäkobsohn unter Mitwirkung des Direktors des Instituts für Infektionskrankheiten Geh. Medizinalrats Professor Dr. Gassky und des Äbteilungsvorstehers Professor Dr. Frosch wurde die Obduktion ausgeführt, die zum Resultat hatte, daß Zyrus nicht an der Cholera gestorben sei.
VerinS-chtes.
* Erdbeben in Italien. Aus Monteleone (Provinz Catanzaro) wird gemeldet, daß infolge Erdbebens sämtliche Häuser in Stefanosoni eingestürzt sind. E§ wird befürchtet, daß etwa 100 Personen unter den Trümmern liegen. Truppen find zur Hilfeleistung in Monteleone ein- getroffen. In Martirano (Distrikt Nicastro) sind alle Gebäude einschließlich der Gendarmeriekaserne eingestürzt. Bis jetzt wurden sechs Schwerverletzte unter den Trümmern hervorgezogen, jedoch sind mehr Personen verschüttet. Ileberhaupt richtete das Erdbeben im Bezirk Nicastro schweren Schaden an. Aus Castellamare, Neapel und Florenz werden leichte Erdstöße gemeldet. In Kefanoconi wurden 100 Personen getötet, in Piscopio 50 und in Triparni 60. Die genannten Ortschaften sind völlig zerstört. In San Gregoria wurden 65 Tote gezählt, in Mileto 11 Tote und 200 Schwerverletzte und in Pizzo 4 Tote und mehrere Verletzte. Das Dorf Zammaro wurde fast völlig zerstört, ebenso Zungri und Cessantini, wo die Zahl der Opfer noch nicht feststeht. In den Dörfern Bratico, San Leo, San Cospaulino und Conidoni, die gleichfalls zerstört wurden, verloren 50 Menschen daS Leben; in Spilinga einer. Auch in San Tonofrio sind zahlreiche Opfer der Katastrophe; fast alle Häuser dieses Dorfes, soweit sie noch stehen, drohen mit Einsturz. In den kleinen Städten und Dörfern des Kreises Catanzaro wurden, soweit bis jetzt bekannt ist, 7 Personen getötet und 11 verwundet. In Martirano (Kreis Nicastro) sind etwa 2 2 0 0 Personen obdachlos. In anderen Dörfern des Kreises Nicastro wurden 3 Personen getötet und 30 verwundet. Etwa 50 Insassen des Gefängnisses in Monteleone sind verletzt. In anderen Dörfern des Kreises wurden 16 Tote und 2 5 0 Verwundete gezählt. Nach den von dem Erdbeben heimgesuchten Gebieten wurden Sanitätstruppen mit Zelten gesandt und zum Transport der Sanitätsbeamten und des Hilfsmaterials Sonderzugsverkehr eingerichtet. Der Minister der öffentlichen Arbeiten Ferravis reifte nach Calabrien, um die durch das Erdbeben verwüsteten Orte zu besuchen. Ministerpräsident Fortis sandte für erste Unterstützungen 20000 Lire.
• 50 000 Opfer des Heiratsschwindels. Au» New-Pock wird berichtet: Die Enthüllungen, die die Aufdeckung der Heiratsschwindeleien des George Witzhoff hervor- ruft, werden immer ungeheuerlicher. Der „Blitzbräutiganck, der nach einer vorsichtigen Schätzung hundert „Frauen" hatte, ist noch immer nicht verhaftet, obwohl überall Photographien von ihm verbreitet worden sind. Auch die Privattätigkeit hat eingesetzt, um die Verhaftung des Mannes herbeizuführen; so hat die „New-Pork World" 2000 Mark für seine Ergreifung ausgesetzt. Bei der Untersuchung seines Falles hat sich nun herausgestellt, daß es in New-Port und anderen großen amerikanischen Städten sehr viele Männer gibt, die sich ein Gewerbe daraus gemacht haben, arglose Frauen zu heiraten, nur um sie zu berauben. Die „Internationale Rettungsliga amerikanischer Frauen" hat sich der Sache angenommen und gibt der Polizei sehr viel Material an die Hand, eine Verfolgung dieser Männer in großem Maßstabe einzuleiten. Mrs. Charlotte Smith, die Vorsitzenoe dieser Liga, behauptet, daß es nach den Berichten ihrer Agenten in den Vereinigten Staaten gut 50 000 Frauen gäbe, die ein Opfer dieses Heiratsschwindels geworden sind. Viele der Frauen, die nur geheiratet wurden, uni dann beraubt und verlassen zu werden, können sich jedoch nicht entschließen, Klage zu erheben, so daß die Zahl eher zu niedrig als zu hoch wäre. Namentlich bei den Heiratsagenten, die in den Kreisen der Eingewanderten tätig sind, finden die Schwindler eifrige Unterstützung. (B. V.--Z.)
Sandel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Markte.
Gießen, 9. Sept. Marktbericht. Ans heutigem Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pid. 1.10—1.20 Mk., Hühnereier 1 St. 7-8 Psg. 2 Stck. 00-00 Psg., Gänseeier 15—00 Pfg., Enteneier 6—7 Psg., Käse vr. Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2 Stck. 5—6 Psg. Erbsen vr. Liter 21 Psg., Linsen pr. Liter 32 Psg., Tauben pr. Paar0,80—0,90 Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Löhne pr. Stück 0,80—1,80 9)IL Enten pr. Stuck 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Pid. 55—65 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfd. 72—82 Psg., Knh- und Rindfleisch pr. Pfund 70—72 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 76—86 Pfg., Schiveinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 90 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—80 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—76 Psg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 5,00—7,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 8,00—10,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepsel per Zentner 0 bis 0 Alk., in Körben 00 Psg., Kirschen pr. Psd. 00—00 Psg., Zwetschen per Zentner 0.00 Alk. Birnen per Zentner 0 bis 0.00 Mk. Weißkraut 0.10—0.15 Mk. Marktzeit 7—1 Uhr.
Gießen, 8. Sept. B i e h m a r k t. Bei dem am 5. und 6. Sept. d. Js. stattgehabten Markte waren ausgetrieben 1398 Stück Rindvieh, 847 Stück Schweine, 257 Pserde und 29 Fohlen. — Der nächste Markt findet am 19. und 20. September statt, am letzteren Tage auch Krämermarkt.
Auszug m den Stim-ksaintsresifienl der Ltkd! Hießen.
Aufgebote.
Sept. 3. Arno Heinrich Karl Wilhelm von Boeltzig, Leutnant dahier, mit Johanna Martha Mathilde von Tschepe in Broniewiee. — 4. Johannes Fehl, Steuerkommissariatsgehilfe dahier, mit Bertha Ortwein in Salz. — 5. Georg Götz, Sattler dahier, mit Katharine Winkler Hierselbst. — Fritz Flimm, Kaufmann dahier, mit Kathinka Sack Hierselbst. — 6. Alfred Böcker, Maurer dahier, mit Katharine Jmbescheid Hierselbst. — 7. Ludwig Stroh, Bureaugehilse dahier, mit Karoline Krick hierselbst. — Johännes Gehringer, Pflasterer dahier, mit Luise Geißler Hierselbst.
Eheschließungen.
Sept. 2. Heinrich Hedderich, Fuhrknecht dahier, mit Anna. Katharine Vanz, neb. Schomber Hierselbst. — Dr. Karl Völling, Gerichtsassessor in Fürth i. O., mit Julie Luise Wilhelmine Hellwig dahier. — 7. Johann Markert, Kellner dahier, mit Antoine Henze Hierselbst.
Geborene.
Aug. 26. Dem Taglöhner Karl Wagner eine Tochter Anna Helene. — Dem Installateur Wilhelm Hamel eine Tochter. — 28. Dem Schuhmacher Heinrich Wiegand ein Sohn Karl. — 30. Dem Bauansseher-Aspiranten Johannes Helfrich eine Tochter. — Dem Kreisbausekretär Heinrich Junker eine Tochter Elisabeth Emilie. — Dem Handschuhmacher Anton Kunz eine Tochter Lotte Helene Elisabeth. — Dem Fuhrmann Heinrich Balßer eine Tochter Anna Margarete. — Dem Erdarbeiter August Lehrmund eine Tochter Maraarele Marie Lina.— Dem Taglöhner Heinrich Wilhelm Becker eine Tochter Käthe Luise Elise. — 31. Dem Taglöhner Wilhelm Schönield ein Sohn Karl Wilhelm. — Dem Wirt und Küfer Johann Gehrlicher ein Sohn Hans. — Sept. 1. Dem Taglöhner Kaspar Schmidt II. eine Tochter. — Dem Schreiner Heinrich Frebel II. ein Sohn Heinrich August Martin. — 2. Dem Bürstenmacher Wilhelm Leichtweis eine Tochter Anna Minna. — Dem Eisendreher Friedrich Romer ein Sohn. — 3. Dem Lokomotivheizer Adolf Stumpf eine Tochter. — Dem Lokomotivheizer Wilhelm Hirdes ein Sohn Ernst Erich. — Dem Kaufmann Franz Bette eine Tochter Friederike Adelheid Maria Elisabeth. — 7. Dem Kausmann Felix Sonnebom eine Tochter Betty Elisabeth.
Gestorbene.
Sept. 1. Dorothea Müller, 58 Jahre alt, ohne Beruf, dahier. 2. Heinrich Katzenbach, 79 Jahre alt, Lehrer i. P., dahier. — Georg Friedrich Stohr, 79 Jahre alt, Schlößer, dahier. — 8. Pauline Bapst, geb. Plank, 60 Jahre alt, Rentnerm dahier.
Spielplan des Großherzoglicheu Kurtheaters Bad-Nauheim.
Direktion Hermann Steingoetter.
Montag deii 11. September: Gastspiel von Ernst Freiherr v. W o l z o g e n und Elsa Laura Freifrau v. W o l z o g e n. Dazu: „Ich heirate meine Tochter/ Lustspiel von I. Groß von ^rockau. Zum Schluß: „Die Hasenpiote." Tragikomödie von Hans Breimert. Mittwoch den 13. September: Gastspiel von Frl. Lily Donecker vom Hoitbealer in Mannheim: „Die verslinkene Glocke. Em deutsches Märchendrama von Gerhardt Hauptmann. Freitag den 15. September: „Die große Leidenschaft/ Lustspiel von Raoul Auemheimer. Dazu: Balleteiulage von Fräulein Liny Eichrodt vom Stadttheater in Straßburg. Samstag den 16. September: „Telephongeheimnisse." Schwank von H. Hausleiter und Max Reimann. In Szene gesetzt von dein Verfasser Max Reimann vom Schauspielhaus Frankfurt a. M.
Schiffsnachrichlcu.
Norddeutscher Lloyd.
In Gießen vertreten durch Carl L o o S , Kirchenplah.
Breme»', 5. Sept. (Per IranSallaiitischen Telearaph.) Der Doppelschrauben-Schnellpostdampser „Kaiser Wilhelm II.", Kapitän D. Högemann, oom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist.hent- 6 Uhr morgens wohlbehalten in Newyork angekomme»».
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