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8.6.1905 Drittes Blatt
 
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Orltitit,»««» außer Sonntag».

Dem Gießener Anzeiger Verden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt dir Gießener Kamillen» Hättet viermal in der Woche beigelegt.

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Erstes Blatt.

155. Jahrgang

FreitagV. Juni 1905

GietzenerAnzeiger

M General-Anzeiger **

Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

OtindhMUt monatlich?» Pi., viertel» jährlich Ml. 8.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich So Pf.; durch diePost Mt.8. viertel» jahrl. ausscht Bestellg. "anak^me wn Anzei' N ir die T, a-nner Svo-mittags J '-Jit. ,c 'enm-erS: afiilü 3fw a bwärts -V -jj.

<x t*»ntTOo\*lxda fahr den oo Hl und 12 ,s. u Teil P. Wtttlo: für ^Stadt und Cant)' und -GerichtSsaal*: August Goetz, iür den An­zeigenteil §>anS Beck

3>le heutige Kummer umfaßt 10 Seite».

Will Wußland den Irieden?

Daß Rußlandunerschütterlich entschlossen" sei, den Krieg sortzusehen, ist bald nach der Vernichtung oer bal­tischen Flotte von Petersburg aus verkündet worden; daß Rußland keine Macht beauftragt habe, mit Japan wegen Beendigung der Feindseligkeiten zu verhandeln, war oer Inhalt einer weiteren kategorischen Erklärung; daß Ruß­land wirtschaftlich stark genug sei, den Feldzug noch Jvhre hindurch auszuhalten, bis der Feind sichtotgesiegt" babe und seinerseits aus Erschöpfung um Frieden bitten müsse, ließ als dritte These die russische Finanzverwaltung ver­breiten; daß Rußland die Zeit zu Friedensverh-andlungen mit J>apan für noch nicht gekommen erachte, war die letzte, über Wien geleitete offiziöse Aeußerung. IN merkwürdigem Gegensatz zu allen diesen tönenden Versicherungen meldete gestern das Reutersche Bureau aus Petersburg mit dürren Worten: Rußland lasse durch seine Bots chafter inWashingtonundP arisdie Frieden sbed in g- ungenJapanserfragen. Daß eine Ableugnung dieser Meldung erfolgen wird, ist Zu erwarten. Denn es ist schon blamabel für eine Großmacht wie Rußland, auch nur wiß­begierig zu sein, um welchen Preis Japan den Krieg als beendet betrachten will. Llber da der russische Nachrichten­dienst schlechterdings alles möglich erklärt im heutigen Zarenreich, sodaß an einem und demselben Tage die Kriegs­partei wie die Friedenspartei auf einen Erfolg sich zu berufen scheinen, so wird die Nachricht dennoch an vielen Stellen Glauben finden.

Der letzte Mann und der letzte Rubel" daS Wort des Zaren ist schließlich auch nur ein Wort. Solche stolzen Worte sind massenhaft in der Geschichte ver­zeichnet. Mitunter gaben ihnen die Ereignisse Recht; häufig kam es anders, Äs der Wille eines Großen der Erde proklamiert hatte. Der berühmte russische Schriftsteller Graf Leo Tolstoi glossiert in seinem MeisterwerkKrieg und Frieden" das jetzt mit besoirderem Interesse zu lesen ist, weil es zeigt, wie alt die schachten militärischen Ge­wohnheiten Rußlands sind, der Leichtsinn im Offizierkorps, die Mangelhaftigkeit der Rüstung, die Planlosigkeit, Eifer­sucht, Jntriguen der Führer mit ziemlich respektloser Satire die Art, wie Zarenaussprüche zustande kommen. So macht er zu dem berühmt gewordenen Wort des jugend­lichen Kaisers Alexander nach dem Einfall Napoleons in Rußland:Erst dann werde ich Frieden machen, wenn nicht ein einziger Feind in Waffen mehr in meinem Lande ist", die Bemerkung: Es war dem Kaiser nicht unangenehm, diese Worte gesprochen zu haben, er war zufrieden mit der Form, in welche er jente Gedanken gekleidet hatte. Der Zar legte hohen Wert darauf, daß der Ausspruch, der ihm selbst so wohl gefiel", Napoleon übermittelt wurde.

Der letzte Mann und der letzte Rubel" wird vermutlich tn der Geschichte zur dekorativen, gut klingenden Phrase werden. Verstehen wir die gestrige Reuter-Drahtung recht, so hätte eine Friedensofferte Japans mit nicht gar zu hohen Bedingungen Aussicht auf Annahme von feiten Rußlands. Aber hier liegt eben die Schwierigkeit. Japan wird nicht mäßig in seinen Bedingungen sein, es verlangt insbe­sondere eine hohe Kriegsentschädigung. Die Ge­legenheit, günstige Friedensbedingungen zu erzielen, war für Rußland nach der Schlacht bei Mulden. Damals galt das herannahende baltische Geschwader als eine Macht, die vielleicht die entscheidende Wendung zu gunsten Rußlands herbeiführen konnte. Wer glaubt außerhalb des Zaren­reichs an einen großen Sieg Linewitschs?

Dem bisherigen russischen Botschafter in Washington Grafen Cassini ging eine lange Kabeldepesche zu, die, wie von maßgebender Seite mitgeteilt wird, in Beziehung zu dem von ihm in der letzten Woche an die russische Regier­ung gesandten Kabeltelegramme steht, in welchem er diese von R o o s e v e l t s B o r sch l ä g e n bezüglich des Friedens­schlusses unterrichtete. Der japanische Gesandte Takahira in Amerika, der am Mittwoch abend nach 9 Uhr im Weißen Hause vorsprach, hatte dort eine zwanzig Minuten dauernde Unterredung mit dem Präsi­denten. Nach seiner Rückkehr in das Gesandtschafts­gebäude sandte er eine lange Depesche an seine Regierung. Gegenüber einem Zeitungskorrespondenten äußerte er, die Sachlage sei zu heikel, als daß er etwas mitteilen könne, was zur Veröffentlichung geeignet sei.' Roosevelt ist bemüht, durch Vermittelung des Gesandten Takahira ein bestimmtes Bild von den japanischen Frie­densbedingungen zu erlangen. Roosevelt sagte zu einem Berichterstatter, er nehme an, daß der amerika­nische Botschafter in Petersburg v. Lengerke- Mever in Zarskoje Selo von dem russischen Kaiser empfangen worden sei oder empfangen werde, und fugte hinzu, die Weisungen, die v. Lengerke-Meher erhalten habe, sähen nicht ein formelles An erb ie ten der gu en Dienste der Vereinigten Staaten vor. Seine Aufgabe sei, bei dem russischen Kaiser in Erfahrung zu bringen, was die Regierung der Vereinigten ©ta t e V u tun könne, einen baldigen Friedensschluß zu ermöglichen. - DerRuß", eme Petersburger Zeit­ung, sagt, offenbar auf amtlichen Quellen fußend, diese Washingtoner Zusammenkunft trug einen persönlichen Cha­rakter, umsomehr, als Graf C a s s i n i n i ch t m ehrrussr- scher Botschafter in Washington ist.

Am Donnerstag hatte der fr an fisch e .Botschafter JNsserand in Washington eine halbstündige Unter­redung mit dem Präsidenten Roosevelt. Unmittelbar nach dieser Unterredung wurde Loomis, der stellvertretende Sekre­tär des Staatsdepartements, vom Präsidenten empfangen, um, wie aus bester Quelle verlautet, Roosevelt die Ueoer-

etzungen von Ehiffretelegrammen zu überreichen, die von den amerikanischen Botschaftern in Petersburg und London eingegangen sind. Ueber den Inhalt der Telegramme ver­lautet nichts. Loomis hat es abgelehnt, den Zweck seines Besuches bei Roosevelt mitzuteilen. Loomis erklärte, er sei nicht in der Lage, sich über den Stand der Friedensfrage zu äußern, die Lage sei delikat, deshalb könne er keine Einzelheiten über die im Gange befindlichen Ver­handlungen mitteilen.

Die französische parlamentarische Gruppe für inter­nationale Schieosgerichte und der englische parla­mentarische Handelsausschuß haben übereinstimmend einen Antrag angenommen, in dem die Regierungen Frankreichs und Englands gebeten werden, Ruß­land und Japan ihre guten Dienste anzubieten. Dieser Antrag wurde gleichzeitig den Ministern der aus­wärtigen Angelegenheiten in Paris und London überreicht. Der Antrag stützt sich auf die Haager Konvention vom Juli 1899, die die Intervention einer dritten Macht oder meh­rerer dritten Mächte bei einem internationalen Streitfälle zur Pflicht macht. Die französische Gruppe spricht unter Betonung ihrer Nebereinstimmung mit dem englischen Aus­schuß den Wunsch aus, daß die Negierung getreu der von ihr eingcgangenen Verpflichtung, die erste sich darbietende Gelegenheit ergreifen möge, um ihre guten Dienste zur Her- beifiihrung eines baldigen ehrenhaften Friedens anzubieten.

Der Korrespondent der LondonerMorninq Post" in Washington will eine amtliche Mitteilung erhalten haben, daß Roosevelts Bemühungen im Interesse des Friedend dem Wunsche entsprechen, Rußland als Diacht im Stillen Ozean nicht noch weiter geschwächt zu sehen, da er sich über Japans Haltung nach emem völlig über­wältigenden Triumph keinerlei Illusionen mache.

Es heißt auch, daß der Zar den amerikanischen Botschafter empfangen habe. Allem Anscheine nach ist man in Petersburg jetzt doch zu der Einsicht gekommen, daß nichts mehr zu erreichen ist und namentlich auch von Frank­reich für Kriegszwecke kein Geld mehr beigebracht wird. Jedenfalls aber ist nicht daran zu denken, daß die Friedensverhandlungen zu einem sehr schnellen Friedens­schluß führen werden.

Die Berliner Börse, die vorgestern noch eine fall nie dagewesene Geschästsstille zeigte, war gestern belebt; es gab sich eine feste Stimmung kund, und da auch die auswärtigen Plätze eine günstige Haltung zeigten sveziell London sandte recht feste Kurse, besonders für englische Consols, die % Proz. anzogen so waren auch deutsche Banken und Jndustrie- aktien recht fest, während Staatsfonds, die deutschen und die russischen, noch schwach lagen. Später gewannen aber die russischen Anleihen ein volles Prozent.

Die Börse fand sich mit der Erwägung ab, daß Ruß­land die Kriegsentschädigung bewilligen würde. Abgaben des Russenkonsortiums" wurden, nach demBerl. Tagebl.", von der Börse mit einer Kriegsentschädigungsanleihe in Zusammen- Hang gebracht. Man sieht, die Börse sagt sich, Rußland muß Frieden schließen, wie hoch auch der Preis sei. Dagegen er­fährt die ^Rat.-Ztg.", daß die Friedensnachnchten der Wirk­lichkeit vorauseilen; es sei Tatsache, daß es sich zunächst um die Abschlicßung eines Waffenstillstandes zwischen Ruß­land und Japan handeln müßte. Wir aber wollen hofstn, daß sich die Friedensaussichten diesmal endlich erfüllen.

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In der Mandschurei beginnen sich die Russen tat­sächlich wieder zu regen, wie Linewitsch in Aussicht gestellt hat. Ein Telegramm aus dem japanischen Generalstabe berichtet, daß eine Kolonne russischer Infanterie am 5 ds. Nachiatou, zwei Meilen nördlich von Weiyionpao, angegriffen hat, aber zurückgewiesen wurde. An dem­selben Tage wurde eine russische Abteilung, welche bis auf zwei Meilen östlich von Skanotu vorgedrungen war, zurück­geschlagen und mußte die Ortschaft wieder verlassen. Sie besetzte die umliegenden Höhen. Ein Teil der japanischen Kavallerie zwang denFeind imNorden zum Rückzug und verfolgte ihn

Nach einem bisher unbestätigten Gerücht soll die Armee Linewitsch zerniert sein. Andererseits wird gemeldet, Marschall Oyama habe seine Truppenzah! fast verdreifacht und verfüge jetzt über mehr als 600 000 Mann. Eine große Schlacht scheine bevorzustehen.

Der slffwdUH-noswegirch Konff.kt

spitzt sich täglich mehr zu. König Oskar hat auf das im Namen des Storthing von dessen Präsidenten Berner an ihn gerichtete Ansuchen run eine Audienz für die Abordnung, die die Adresse des Storthing an den König überreichen soll, folgendes Antworttelegramm gesandt:

Da ich die revolutionären Sck)ritte, die das Storthing unter der Verletzung der Verfassung und der Reichsakte und im Aufruhr gegen den König unter­nommen hat, nicht anerkenne, lehne ich es ab, die Deputation zu empfangen."

Gleichzeitig ließ der König dem Präsidenten des Stor­thing mitteilen, daß er den Expeditionschef Sibbern er­mächtigt habe, die Adresse entgeaenzunehmen.

Das Storthing hat den Präsidenten ermächtigt. König Oskar die Adresse mit einem Begleitschreiben zu über­senden. Das n o r w e. gi s ch e Kir ch e n g e b e t ist in Ueber- einstimmung mit der neuen Situation verändert worden, indem das Kirchengebct für die königliche Familie aus- aelassen ist. Das Kirchendepartement hat die Geistlichkeit

aufgefordert, bei dem ersten Gottesdienst ein passendes ein­gehenderes Gebet für das Vaterland zu beten.

In dem Staatsrat zu Ehristiania wurde festgesetzt, daß die Abteilung für ausländische Angelegenheiten von dem Handelsdepartemcnt als. ei^ncg De­partement geschieden werden soll. Zum Minister deS Aeußern tmirde Staatsminister Loevland ernannt. Durch eine Resolution wurde beschlossen, das Unionszeichen in der Kriegsflagge zu streichen. Das Landesverteidigungs­departement richtete einen Erlaß an die Armee, in welchem der Beschluß des Storthings, die Uebernahme der Landes­leitung durch den Staatsrat, bekannt gegeben wird.

Das norwegische Verteidigungsdepartement bestimmte, daß die Auswechselung der bisherigen Kriegs - und Festungsflagge mit der neuen Flagge im ganzen Lande am 9. d. 'M. vor sich gehen imb daß beide Flaggen bei diesem Akte auf den Festungen, wie auf den Kriegs­schiffen mit je 21 Schüssen salutiert werden sollen.

Eine schwedische Zeitung schreibt: Die norwegische Re­gierung bewirkte durch Aufrufen, daß das Mkommen der Union von 1814 aufgehoben wird. Dadurch wird Norwegen in die Stellung zurückgeführt,' welche es nach dem Kieler Friedensschluß im Jahre 1813 eingenommen hatte, bet welchem Norwegen als Provinz dem König von Schweden zugeteilt war. Staatsrechtlich betrachtet mithin Schweden das Recht, Norwegen als Provinz zu behandeln, aber dies wird nicht geschehen, da die meisten Schweden eine Verbindung mit Norwegen raum eines Opfers wert erachten. Zweifellos wird eine außerordentliche Sitzung des Reichs­tages abgefuckten, die entscheiden wird, welchen Weg Schwe­den gehen soll.

Die ZeitungAston Posten" in Ehristiania meldet aus Stockholm: Das schwedische Ministerium für die auswär­tigen Angelegenheiten hat in der vorigen Woche die Ge- sandten beauftragt, bei den Regierungen, bei denen sie akkreditiert sind, darüber Erkundigungen einzuziehen, wie man sich zu einer eventuellen Notifikation von feiten Nor­wegens über den Austritt aus der Union stellen würde und was man auf eine solche Notifikation antworten würde.

Eine Anzahl einflußreicher Norweger, welche in Lon­don leben, richtet an dieDaily News" eine Zuschrift, in der vorg-eschlagen wird, den englischen Prinzen Arthur von Conn au ght, ältesten Sohn des Herzogs von Con- naught und Neffen d"^ Königs Eduard, zum König von N o r w e g c n zu wählen.

Im Auslände wird bereits mit dem Säbel gerasselt. Dänische Blätter meiden aus Stockholm: Der unter Vorsitz des Königs stattgchabte Ministerrat beschloß einstimmig, das Verhalten des norwegischen Storthing als ungesetzlich zurückzuweisen und in entern Ultimatum die Aufrecht­erhaltung der Union zu verlangen. Alle schwedi chen Garnisonen an der Westgrenze sind auf Kriegs­stärke gebracht worden. Der Kciegsminister hat die Ein- berntsting der Reserven verfügt. Dre Lage gilt als ernst.

Inzwischen haben die norwegischen Militärbehörden der neuen Regierung Treue geschworen.

Die Kammerausschüjse in Mtion.

Von unserm Darmstädter Bureau.

Nachdem der Wiedt-rbegiim d'r Kummerberatungen auf den 14. Juni fei'.gesetzt werden ist, halten die rerschwdenen Ausschüsse fcr Kammer in diesen Tagen noch einmal eine Art General- mitftemt-s ab. Zunächst ist der Sonderausschuß für die Ge- meindesteuerreform wieder zusammen gekommen, um auch die Regierungsvorlage vom 21. De-ember 1904, betreffend die Erhebimg von E^emeindeoo mben, zu erledigen,. Sie bildet eine Art Appdir zu d'r großen Vorlage über die >Gemeindesteuer­reform und hat bekanntlich den Zweck, den Gemeinden besonders! in Rücksicht auf die nach r?'7.??''>r Bestimmung im Jahre 1910 in Wegfall kommende O?:roierhebtmg vieler Städte neue Sten-eronetten zu eröffnen und zwar durch eine Wertzuwachs- steuern, eine Billett- und eine Tanz st euer. Der Aus­schuß hat sich in längerer Beratung über die Wertzuwachssteuer ganz im Sine der Regierungsvorlage schlüssig gemacht, nach welcher den Gemeinden anheimgegeben werden soll, eine Steuer im '''betrage von 20 Prozent d s ermittelten W e rtzu- wachses der Grundstücke zu erheben. Ein Wertzuwachs von weniger als 10 Prv'cnt soll von der neuen Steuer befreit bleiben. Auch soll die Steuer nicht erhoben werden, wenn einer oder mehrere Teilnehmer an einer Erbgemeinschaft das Eigentum eines zum gemeinsamen Nachlasse gehörenden Grund­stückes von den Mi-'vben erwerben, es sei denn, daß der Erwerb später als zwei Jahre nach d-m Ta^e des Erblassers erfolgt. 8u den Teilnehm rn einer Erbg>?me'nschaft zählt auch der über­lebende E h e g a t t', der mit den Erben des verstorbenen Ehe­gatten gemeinschasu ches Vermögen zu teilen htt. Die Feststell­ung der Steuerpslicht, b:: Veranlagung brtr Wertzuwachssteuer, ihre Verteilung unter mehr re beteiligte Gnueinden, sowie die erford-rliche Ermittl'.'N'g d"s Wertes von Grundstücken oder Grund- stticks >n!eilen sol! d r Veranlagungskommission für die Einkom­mensteuer, 1. Abteilung obliegen. Mit den be'den anderen Ge­meindesteuern. d'r Billett- -nd Tanzsteuer, wird sich der Ausschuß heute beschästige-n.

Der erste (Finanz-^ A u s s ch u ß der Kammer hat gleichfalls noch einige kleinere Sachen zu erledigen imb wird zu diesem Zweck nach Beend'gnng b°r Sonderausschußsitzung zu einer Be­ratung zusammentretim, ferner kommt auch dar zweite Aus­schuß (Gesetzgebungs- zusammen, um das C^efefc betr. die Aus­übung der Jagd weiter zu beraten, und endlich auch der dritte Ausschuß zur Erledigung von Petitionen. Daß das Jagdgesetz noch vor Schluß ter Kemmertagung fertiggestellt.wer­den wird, glaubt man bei den vielen zutage getretenen Schwierig­keiten imb den sehr verschiedenartigen Interessen und Wünschen besonders der Landbevölkerung in parlamentarischen Kreisen nicht.

Der vierte Ausschuß war gestern zu einer Sitzung zu­sammenberufen und hat sich endgiltig über die Frage des sogen. Amtsblatt-Privilegiums schlüssig gemacht. Aus den 9fntränen der 9lbgg. Ulrich und Gen. und Köhler und Gen. ist bekanntlich ein Kompromiß in Gestalt eines Jnitiativaesetz- entWurfs entstanden, nach welchem bestimmt wird, oaß für jed M der 18 § -des aus Rechnung der Staatskasse

ein amtliches V i IndigungsorgaN geschaffen lverden