Ausgabe 
8.4.1905 Erstes Blatt
 
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Iber 6000 Chunchusen bei sich hatte, zum Kamps, lieber den Ausgang sind keine Nachrichten eingegonaen.

Tokio, 7. April. (Reuter.) Tie Hauptmacht der Nüssen, welche in der Nachbarschaft von Chinchiatun geschlagen wurde, ist in der Richtung nach Shunicn-Ehing außg ewichen. Ein Teil zog sich auf die Fenghunstraße zurück. Am Abend deS 5. April sind keine Russen südlich von Hsinlitun, acht Meilen nördlich von Cbinchiatun gesehen worden. Eine kleine russische Abteilung ist noch im Besitz von Taisiyo, 26 Meilen östlich von Weiyuanpaomen.

London, 7. April. Eine Petersburger Meldung be­sagt, daß die Japaner eine halbmondförmige Stell­ung einnehmen. General Oku steht auf dem linken Flügel, Nogi und Nodzn im Zentrum und die Generale Kuroki und Ka ini mura aus dem rechten Flügel. Tie Gesamtstärke der Heere betragt 476 000 Mann. Es wird befüchtet, das; General Linjewitsch genötigt sein werde, den Rückzug anzutreten, da er sonst in seiner Stellung unigangen werden dürste.__

Teiitfdic^ Hierctr.

Berlin, 7. April. Ter König von Württem­berg ist zu mehrtägigem Aufenthalt hier eingetroffen.

Ter Zentrums-Abg. Dr. Spahn erlitt heute im Reichstage nach einer erregten privaten Aussprache mit dem Präsidenten Grafen Ballestrem einen Schwäche- anfall. Die Entscheidung des Reichstages, die nächste Sitzung nach den Ferien statt am 2. auf Antrag Spahn erft am 10. Mai abzuhalten, schien den Grafen Ballesirem sehr unangenehm zu berühren. Er hatte seinen Vorschlag u. a. mit dem Hinweis daraus verteidigt, daß der Reichstag in diesem Jahre schon Anfang Oktober ein berufen werden soll. Er schloß auch die Sitzung ohne den üblichen Wunsch für vergnügte Feiertage und hatte alsbald eine erregte Aus­einandersetzung mit Dr. Spahn. Im Foyer wurde behauptet, die Mehrheit hätte gegen den Präsidenten aus Aerger dar­über entschieden, daß dieser sich über die Anberaumung der Ferien weder mit dem Senioren-Konvent, noch mit den Vize­präsidenten ins Einvernehmen gesetzt habe.

Kiel, 7. April. DerKieler Ztg." zufolge verlautet, daß in diesem Jahre ein amerikanisches Geschwader zu den großen Regatten in Kiel eintreffen werde. Als Führer der Flottenabteiluna werde Admircil Davis genannt.

LluSland.

Kopenhagen, 7. April. Prinz Friedrich Wil­helm von Preußen, der heute hier eingetroffen ist, über­bringt dem Könige aus Anlaß seines 87. Geburtstages die Glückwünsche Kaiser Wilhelms.

London, 7. April. In hiesigen politischen Kreisen hat die Entrevue zwischen König Eduard und Loubet außerordentlich enttäuscht. Diese Enttäuschung kommt zu negativem, aber unverkennbarem Ausdruck darin, daß ab­gesehen von zwei kurzen belanglosen Notizen im ministeriellen Daily Grophic" und im oppositionellenDaily Chronikle" sich kein einziges Morgenblatt über die Begegnung ausspricht.

Paris, 7. April. Präsident Loubet erklärte im Ministerrate, -die Unterredung mit dem König Eduard sei sehr herzlich gewesen.

Marseille, 7. April. Der König von England .ift heute hier eingetroffen. Er wurde am Bahnhof vom Präfekten empfangen, der ihn im Namen de§ Ministers des Auswärtigen, Delcassö, beim Verlassen des französischen Bodens begrüßte. Der König begab sich sodann an Bord der JachtViktoria and Albert".

Neapel, 7. April. Hier geht das Gerücht, der König von England werde sich in Venedig zur Fahrt ins Mittelmeer einschiffen und bei dieser Gelegenheit mit König Viktor Emanuel zusammentreffen.

Madrid, 7. April. Die Agrarfrage in Andalusien beschäftigt andauernd die Regierung. Der Arbeitsminister hat aus dieser Provinz sehr pessimistitische Nachrichten er­halten. In Malaga streiken augenblicklich 4 000 Ar­beiter. Gestern wurde durch ein königliches Dekret die Herabsetzung der Getreidezölle amtlich mitgeteilt. Andererseits verlautet, daß die Lebensmittelzölle vorüber­gehend gänzlich aufgehoben werden sollen. Spezialkredite zur Linderung der Not in Andalusien werden gefordert.

Aus §tadt »iitii Land.

Gießen, 8. April 1905.

** Personalien. S. K. 5). der Großherzog haben dem Bürgermeister, Ortsgerichtsvorsteher und Standesbeamten Werner zu Flonheim das Silberne Kreuz des Verdienst« ordens Philipps des Großmütigen verliehen. Tas Ehren­zeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren ronrbe ver­liehen den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Mainz Namb, Paaser und Friedsam. Dem Werkmeister Amzehnhoff und dem Vorarbeiter Sch link zu Bens­heim, in Diensten der Lederfabrik von Gustav Müller in Bensheim, wurde das Allgemeine Ehrenzeichen mit der In­schriftFür treue Arbeit" verliehen. Ernannt wurden der Lehrer am Realgymnasium zu Darmstadt Stumpf zum Lehrer an der Realschule zu Alsfeld; der Schulverwalter an der Oberrealschule zu Offenbach Weiß zum Lehrer an dieser Anstalt.

** Der technische Verein Gießen hatte am Donnerstag abend Jahreshauptversammlung. Aus dem Jahresbericht ist zu entnehmen, daß der Verein außer den Versammlungen, Vortrags- und Vereinsabenden seinen Mit­gliedern auch sonst Gelegenheit zur Erweiterung ihrer Fach­kenntnisse bietet. An Exkursionen wurden unternommen: 1. Besichtigung der Buderus'fchen Eisenwerke in Wetzlar, 2. Besichtigung der Gewächshausanlagen des botanischen Gartens zu Gießen, 3. Besichtigung der Brauerei Textor. Festlichkeiten wurden geboten: Familienkränzchen, Ausflüge mit Damen und ein Fastnachtvergnügen.

** Der Bürger verein Gießen hielt gestern abend bei guter Beteiligung imGarnbrinus" eine Versammluna, in welcher unter dem Vorsitz des .Herrn V. Müller als erster Punkt der Tagesordnung das S u'b m i s s i o n s- wesen behandelt wurde. Bautechniker Grünig legte durch ein eingehendes Referat die Basis für eine lange Diskussion. Er sprach über die verschiedenen Arten der Submissionen im allgememen und erörterte die Auswüchse, die bekämpft werden mußten. Nach mancherlei Aufklärun­gen, die Die cm der Hand von kurzen Leitsätzen geführte

Diskussion ergab, wurden folgende Fe Melkungen, die auch den in Betracht kommenden Behörden vorgelegt werden sollen, von der Versammlung unterstützt:

1. Das Submissionswesen ist nicht nur eine eigene Ange­legenheit der direkt dabei Beteiligten, vielmehr hat die Allge­meinheit ebenfalls ein Interesse an reeller, gediegener Arbeits­und Lieferungsweise. 2. Durch Uebertragung von Arbeiten und Lieferungen an die.Mindest fordernden entsteht eine Demoralisierung in der Geschäftswelt, da der reellste Geschäftsmann sich unter Umständen genötigt sieht, von feinen soliden Grundsätzen abgehen zu müssen, um mitkonkurrieren zu können. 3. Das Verfahren des Staates, mit den von der Handwerkskammer vorgeschlagenen Handwerkern in den einzelnen Bezirken gemeinschaftlich periodisch P re i s e festzustellen, zu denen die einzelnen Arbeiten und Lieferungen bis zu 300 Mark abwechselnd vergeben werden, dürste nachahmenswert er­scheinen. Für Private sollten diese unparteiisch festgesetzten Preise ebenfalls maßgebend sein. 4 Ohne sich auf das Mittelpreis - Ver­fahren prinzipiell seßzulegen, erscheint es zweckmäßig, ein der Mitte nahe stehendes Angebot zu berücksichtigen, vor­ausgesetzt, daß willkürlich hohe Angebote vorher ausgeschieden werden. 5. Der Wettbewerb unter den Gewerbetreibenden sollte in vernünft'gen Grenzen stattfinden, sodaß das Angebot auch für eine solide Leistung Gewähr bietet. 6. Es muß den Behörden und Körperschaften das unbedingte Vertrauen geschenkt werden, daß sie unter den in Betracht kommenden Angeboten ganz un­parteiisch das günstigste wählen, doch ist es wünschenswert, daß Abwechselung unter den Gewerbetreibenden stattfindet.. 7. Das ortsansässige Gewerbe ist möglichst zu berücksichtigen, jedoch soll dies nicht Bedingung sein.

Ter 2. Punkt der Tagesordnung betraf die Errichtung eines Rathauses in Gießen. Das Ergebnis einer längeren Diskussion hierüber war, daß die Stadt vorderhand finanziell nicht in der Lage sein Tann, einen zweckentsprechen­den Bau auszuführen, daß sie aber mich nichts Kalbes (durch Anbau, Aufbau eines Dachstockes usw.) schassen, fonbem einstweilen mit den vorhandenen Räumen sich nr.ch be­helfen solle. Später soll ein der Stadt würdiges Projekt ins Auge gefaßt werden; gegenwärtig warten der Stadt wichtigere Aufgaben, beispielsweise die kostspielige Herstell­ung unserer sehr im Argen liegenden Straßen. Im übrigen wurde ein Beschluß nicht gefaßt. Um etwa 1 Uhr schloß der Vorsitzende die Versammlung.

* Selbstmord. Ter seit länqcrer Zeit wegen eines Nervenleidens in ärztlicher Behandlung befindliche Schirm- wacher K. brachte sich gestern nachmittag in seiner Wohnung mit einem Revolver einen Schuß in die linke Brust bei. Ob­gleich die Patrone nicht nut Kuael, sondern feinem Schrot geladen war, starb K. noch am Abend an der Verletzung in der chirura. Klinik, wohin er gebracht worden war. K. be­ging die Tat in einem Anfall geistiger Störung; er versuchte sich auch noch durch das Fenster zu stürzen, woran er mit Gewalt gehindert werden mußte.

** Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bei der heute fortaesetzten Ziehung der 6. Klaffe fiel ein Gewinn von 40 000 Mk. auf Nr. 27243 (nach Tarnistadt), ein Gewinn von 30 000 Mk. auf Nr. 56551 (nach Mainz), ein Gewinn von 10 000 Mk. auf Nr. 19466 (nach Worms). Gewinne von 5000 Mk. auf Nr. 22123 55197 80193 89987. (Ohne Gewähr.)

Darmstadt, 7. April. Gräfin zu Lynar, die Schwester der Großherzogin, ift zum Besuche am Großherzog­lichen Hofe in Darmstadt eingetroffen.

* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Wie tec Frau ksurter N. N. erfahren, hat der Kapellmeister der hiesigen Oper Dr. Kun Hardt um feine Entlassung zum 1. September gebeten und diese auch rx-re t r j. crWfrn____

Dcrmifcbk».

Vom Erdbeben in Indien. Ein aus Dharrn- faleh eingegangenes Telegramm meldet, daß sieben euro­päische Kinder und 14 0 Soldaten, meist Gurkhas, bei dem letzten Erdbeben um kamen. 71 Gurkhas werden noch vermißt. Ter Verlust der Soldaten rührt daher, daß die aus Steinen gebaute Kaserne zusa mm en stürzte. Da die telegraphischen Verbindungen in Nordindien durch das Erdbeben vielfach zerstört wurden, langen die Nachrichten über die Verluste an Menschenleben nur langsam ein. Bisher wurde festgestellt, daß die Zahl der Opfer 14 00 beträgt, doch fürchtet man, daß diese Zahl zu niedrig gegriffen ist. Im Lande herrscht furchtbares Elend.

Kleine Tageschronik. In Berlin beging der elf­jährige Sohn einerArbcitersamilie einen S e l b st m o r d v e rs n ch, indem er sich an einer Gardinenschnur erhängte. Die Wieder­belebungsversuche waren von Erfolg. Das Motiv zu der Tat dürste darin zu suchen sein, daß die Eltern die erforderlichen Schulbücher nicht beschaffen fonntc.n Unter schwere in Verdacht ist in Berlin der Zahntech uikerLegarth ocrhaftel worden. Leciarth, welcher seit zwölf Fahren verheiratet ist. soll bei der Ausübung seiner Vraris ein Mädchen narkoiistert und dann ueraewasticu haben.

Der Domprobst Malzi vor Gericht. (Original-Artikel desGießener Anzeigers") (Fortsetzung in der Zeugenvernehmung.)

Ehefrau dcs Schuhmachermeisters Joh. Zimmermann: Im vorigen Jahre habe ich für ein armes Kind von dem Geldc des Herrn Propst ein Kommunionkleid gekauft. Die Kätha brachte das Kleid zum Ansehen zum Herrn Propst. Einige Zeit später, als das Kind wieder zu Hause war, erzählte es mir, daß der Herr Propst es geküßt habe. Ich dcm Herrn Propst Vor­halt. worauf er mir erklär'.e, daS Kind ha'e so schöne rote Backen gehabt, deshalb habe er es geküßt; er habe es als Schwester betrachtet. Ich habe dann meiner Tochter gesagt, wenn sie wieder dort hin müsse, solle sie sich Gesellschaft mitnehmen. An einem Dienstag, 17. Januar, nachmittaas nach dem Schulunterricht, wurde die Kätha von dem Herrn Propst beauftragt, zu ihm zu kommen. Sie erzählte, daß sie mit der Schmidt hingehe. Nun schilderte die Mutter die Vorgänge bei Malzi, wie sie von der Tochter gestern schon in der Verhandlung mitgeteilt wurden. Am Abend seien sie, die Schmidt und Werner zu dem Herrn Propst gegangen, und hätten ihm Vorwürfe wegen seines Be­tragens gemacht. Der Propst habe sie um Verzeihung gebeten.

Oberstaatsanwalt Dr. Schmidt: Bei der ersten Unterredimg, haben Sie da nicht dcm Herrn Propst vorgehalten, daß er das Kind in so raffinierter Weise zum Lugen anhalte, damit es Ihnen glaubhaft erschiene. Zeugin: Ja, ich hielt es ihm auch vor, und er g"b es zu. Wir wollten dann vergeben und berg oft ?n; dabei wurden wir zu Tränen gerührt. Er hatte (Propst) damals auch gesagt, e s g i n g i h m d i e S a ch e im Kopfe herum und er müßte n o ch von Worms fort geh en. Er habe es schon dem Bischof gemeldet, derselbe habe aber noch nicht den passenden Mann für Worms. Ich glaubte diese Angaben nickst, der Herr Propst versprach mir noch, erwürde in Zukunft derartiges nicht mehr tun. Er sprach von Geschenken, die er dem Kinde machen wollte, damit sie ihm wieder gut sei, ich bat ihn, das zu unterlassen und unser Kind wie die andern Kinder zu behandeln. Etwas muß ich noch nachtragen. Als der Herr Propst das Kind zum ersten Male geküßt hatte und mir die Kätha dies erzählte, fügte das Kind noch hinzu, daß der Herr Propst zuerst seine zwei Fingerringe bewundert habe und hlnzu- gesetzt hätte:Hast Du noch mehr Verehrer, mein Kind?"

Ms letzter Zeuge wurde heute Hauptlehrer Sander vernommen. O b e r st a a t s a n w a l t, Dr. Schmidt: Ist esl Sitte oder zugängig, daß ein geistlicher Lehrer seine Schüler in das Privatstudierzimmer bestellt, um dort eine Untersuchung zu führen und ist es pädagogisch richtig und angebracht bei solchen Untersuchungen 1.314 jährige Mädchen so eingehend über De­tails aus unsittlichen Dingen zu befragen, wie sie sich hier in der Verhandlung abgespielt baben? Zeuge Sander: Die Untersuchung hatte in der Schule geführt werden müssen. Ich hab e selbst erst vor kurzem zwei Kinder eingehend vernehmen müssen, weil sie sich unsittliche Briefe geschrieben hatten.

Die Beweisaufnahme wurde damit abgebrochen und die Wei­terverhandlung auf Samstag nachmittag 2Vr Uhr vertagt Es sind noch zwanzig Zeugen zu vernehmen.

Eingesandt.

lFür Form und Inhalt aller unter ti ' r Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redakt'"^ d-m ^"''UTum gegenüber keinerlei Verantwortung^

Jene ErdabladcStätte im Lückcnbachtale habe ich wiederholt besichtigt, jedoch weder Schädel noch Knochen gesehen.

Wie wenig Umsicht im Schädel jenes A rl i kölsch re ibers ist, erhellt daraus, daß er sich in einer nur 1900 Seelen zählenden Gemeinde nicht zurechtsindet, etwaige Mißstände aus kürzeste Art zu besciligen.

Großen-Linden, 7. Avril.

Len n, Büraermeister.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung in Hessen für Sonntag, den 9. April 1905- Wolkig, stellenweise noch geringer Schnee, nachts noch etwas kälter und Frost, tagsüber Temperatur nicht verändert. Näheres durch die Wichen er Wetterkarte.

Handel und yrilirhr. UMswirlschafl.

Berliner Börse vom 7. April 1905.

(Mitgeteilr von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Tiskout V/4 Prozent.

Anfangs- u. Schlufrkiirse.

Oest. Kredit .... 209.60

Deutsche Bank . . . 242.25 243.25

Darmstädter Bank . . 145.00 144.75

Bochumer Guß . . . 249.25 249.50

Harpener Bergbau . . 211.50 211.50

Tendenz: ziemlich fest.

312 jpTD 9. Deutsche Reichsanleihe. Soweit es sich von Berlin aus überblicken läßt, laufen die Einreichungen auf die neue Reichsanleihe schon jetzt sehr lebhaft ein. Es beteiligt sich nicht nur das Inland, sondern auch das Ausland in umfangreichen Anmeldungen mit und ohne Steuerverpflichtungen. Ans London, Newyork, Holland, selbst aus Rußland find bereits Zeichnungen eingegangen. Bestimmt wird erwartet, daß der neue Modus, die Konzertzeichner etwas adzuschrecken und auch im allgemeinen den Anmeldungen eine Mäßigung aufcrlegen wird. Die Reichs­bank hat den Zeichnungsstellen übrigens noch mitgeteilt, daß sie bereit ist, auf deren Wunsch die Sperrstücke ihnen jckon vorher a'nszi'.lhäntdigeu, fijfem sie sich verpflichten, diese Stücke den Zeichnern nicht vor dem 15. Oktober abzuliefern. Damit soll wohl bezweckt werden, daß die Sperrstücke vor genanntem Termin wohl verpfändet, aber nicht verkauft werden können.

Märkte.

Gießen, 8. April. Marktbericht. Aus heutigem Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1.001.05 Alk., Hühnereier 1 St. 56 Pfg. 2 Stck. 00-00 Big., Wäiüeeier 0000 Pfg., Enteneier 67 Psg., Käse vr. Stck. 68 Pf., Käsematte 2 Stck. 56 Psg. Erb'en vr. Liter 21 Psg., Linsen pr. Liter32 Pfg., Tauben vr.PaarO,80- 0,90Alk., Hühner pr.St. 1,001,60 Mk., Halme pr. Stück 0,801,80 Mk., Enten pr. Stück 1,802,20 Alk., Gänse vr. Psd. 5565 Psg., Ochscrifleisch vr. Psimd 7080 Psg., Kuh- und Otiudfleisch vr. Pfund 6268 Pfg., Schweine­fleisch vr. Pfund 6072 Pfg., Sckuveincsieisch, gefallen, vr. Phind 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 7074 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund 5074 Psg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,006,50 Alk., Zwiebeln pr. Zrr 8,0010,00 Alk., Milch per Liter 18 Pfg., Acvfel per Zentner 0 bis 0 Alk., in Körben 0000 Pfg. Nüsse 100 St. 00-00 Pfg. Zwellchen per Zentner 0.000.00 Mk. Birnen per Zentner 6 bis 0.00 Alk. Weißkraut 0.10-0.15. Marktzeit 82 Uhr.

Gieße n, 7. April. Piehmark t. Bei dem Markte am 4. und 5. April waren ausgetrieben 1228 Stück Rindvieh, 810 Schweine. Der nächste Markt findet am 18. und 19. April statt, am letzteren Tage auch Krämermarkt.

fc. Frankfurt a. M., 7. Avril. Heu- und Stroh- mar t t. Heu kostete heute Mk. 3.25 3.50, Stroh Mk. 2.10 bis Alk. 2.40. Alles ver 50 Kilo. Tendenz: Heu fest.

Telephomscher Kursbericht,

r «nklAr a 3*/«% Reichsanleihe . . 101 50 37 do. ... 91.00 3V/q Konsole .... 101.60 o/o do......90.90

Hoesen «... 100.60 3*-? % Oberheespn . . . 99.00 4 % Oesterr. Go'dretife . 102 35 t * 5 % Oeeterr. Rilberrento 101.70 4% Ungar. Goldränte . . 100.25 4°/ haben Rent*> . . . 105.70 3 % Portugieser I . . . 68.20 1°/ '«rtugiasrn. III . . 67.90 4 % Unif. Türken . . . 89 00 Pürkenloee ..... 136.60 4% Gnech. Monopol.-Anl. 52.10 4',°/0 äussere Argentiner.

7. April, 21., Uhr mittae-s.

3% Mexikaner .... 35.70 4 Chinesen .... 96 60 Elnctric. Sol uckert . . . 140 00 Nord«! Lloyd . . . . 124.00

Kreditaktien , . . , , 209 40 Diekonto-Kommandit, , .190 00 Darmstädter Bank . . 144 80

hresdoner Bank .... 158 40 Ben iner Handelsges . 171 00

Oesterr. Staatr.bahn . . . 141 80 Lombarden , . . . . 16 60

Gotthardbahn . . . . ..

Lanral ifitte..... 274.00

Bochum ...... 249 50

Harpener . ..... 21240

Staatschatzscheine . . . 100.50

Tendenz: fest.

Für Haushaltu.Küche ist die condensirte Alpenmilch Nestle unentbehrlich,säuerl* nicht*, stets gebrauchsfertig als ^Sahne f.Kaffee STee,als Milch f. Kakao,Chocol. & Speisen.

(ör i i n a ( D r o IH m r f ö ini <i e n.

Groß-Gerau, 7. April. Der 30 Jahre im Schul­dienst stehende 50 Jahre alte verheiratete Lehrer Fritz Schnellbacher aus Dornberg wurde wegen fortgesetz­ten Sittlichkeitsverbrechens an Schulkindern ver­haftet itnb im hiesigen Amtsgerichtsgefängnis eingeliefert. Er leugnet jede Schuld.

Dresden, 8. April. Nach amtlicher Quelle ge­nehmigte der König eine Erhöhung der Bezüge der Gräfin Montignoso auf jährlich 60 000 Mk. dlls Ausgleich willigte die Gräfin in die Herausgabe des Kindes Monika Pia.

Metz, 8. Avril. Vor dem Kriegsgericht des Gouverne-, mente erschien gestern der Musketier E. Bühle von bet:' 7. Kompagnie des 98. Infanterie-Regiments, welcher wegen vorsätzlicher Tötung ohne Ueberlegung unter Mißbrauch der Dienstwaffe und Verletzung des Wachtreglements ange­klagt war. Der Angeklagte hatte vor etwa 5 Wochen a l § Voste n auf dem Bahnhöfe Devant-les-Ponts den Rentner Baugenez erschossen. Es waren 15 Zeugen und zwei sachverständige Aerzte geladen. Der Vertreter der Anklage beantragte drei Jahre Gefängnis. DaS Gericht verurteilte den Angeklagten acht Monaten Gefängnis AlZ

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