Ausgabe 
7.11.1905 Zweites Blatt
 
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sehr t>erlichtet Natur zu fein. Als eines Trages i>ic 16 jährige Elisabeth Gramm eine Uhr bei ihm abholen wollte, hielt er das Mädchen mit Gewalt zurück und Tilgte sie. Jedenfalls hatte et die Tür abgeschlossen und das Mädchen mußte sich cnerqKfi wehren, bis sie Koch 'wieder fre-aab. Wegen tätlicher Beledig- ung verurteilte den verliebten Uhrmacher die Darmstädter Strafkammer zu 10 Taacn Gefängnis.

Arßfitertier ung.

Die sächsfsch-thüringische r b er-Konven­tion beschloß, am nächsten Samstag auch ihre Jabrifen zu schließen, falls bis bofmr in den Textilfabriken eine, neuerliche Aussperrung unvarmeidlich wird.

Berlin, 6. Nov. Wüste Austritte, bei denen e4 zwölf Verwundete gab, haben sich heute mittag zwischen streikenden und arbeitswilligen Marirern abgesvielt. Am Samstag waren zwischen dem Untcnrfrmer und den Arbeitern Lohndifferenzen ausgebrochen, die sich heute derartig MifDihten, d^st die Maurer die Arb^'t tum größten Teil niederlegten. Andere Arbeiter traten für die Ausständigen ein. Als die ersteren heute Mittag in einem Kellerlokal zum Essen zusammentrafen, stürzten sich die iStreifcnb'H wie auf ein Kvmmando auf die Ersaharbeitcr > nd in wenigen Minuten mcr in dem Restaurant ein ungeheurer Tumult entstanden. Bieraläser " ' n als Wurfgeschosse herum und mit Stühlen und Messern st-'-rchen die Gkgner wütend auf- Hn^rber. Als der K'amvf beendet w"r bot das Schlachtfeld einen täglichen Anblick. Zwischen den Stühlen und Tischtrümmern stöhnten die Verlebten und das Blut floß unaufhörlich. Zwölf d°r Strei^uden w"r°n varle^t wordm.

Abg. ^öDfer-cSanqsborf vor Heriiyr.

(Unberechtigter Nachdruck verboten.)

S. u. H. Gießen, 7. Nov.

(Fortsetzung aus dem 1. Blatt.)

Bor überfülltem Zufchauerraum begannen heute früh . die Verhandlungen. Justizrat v. Brentano-Offenbach , führt die Verteidigung des Angeklagten. Abg. Köhler, der kur; vor Beginn der Sitzung aus der Anklagebank Platz nahm, ist einmal wegen Beleidigung mit 10 Mark Geld­strafe vorbestraft. Unter den Zeugen interessiert vor allem die inzwischen wegen Kindesmords -u rwei Jahren Ge- sängnis verurteilte Mau.r"rmoistcrstochter Minna Go er- lach, die aus der Strafhaft zu dem Termin vorgeführt wird.

Auf Befragen gibt ?lbg. K öhler an: Er habe bereits unter dem 16. November in der zweiten Kammer die Er­klärung abgegeben, daß er in der Affäre Goerlach bezüglich der meisten beleidigenden Behatwtungen re d oziere. Ganz könne er aber seine Anschuldigungen nicht zu­rücknehmen, umsoweniger, als es ihm ferngelegen habe, durch ihre Vorbrinauttg etwa den einen oder anderen Beamten oder Mediziner persönlich zu beleidigen. Mit Medizinalrat Dr. Haberkorn z. B. habe er stets gute Beziehungen unterhalten, weil er ihn als einen geraden deutschen Mann kennen gelernt habe. Auch dem Staats­anwalt Reuß habe er absolut nichts antun wollen, denn dieser habe sogar einmal die Untersuchung wegen eines gegen ihn, Angeklagten gerichteten Pasguilles geführt und ihm bei dieser Gelegenheit Mitteilungen ans seiner Praris gemacht, die ihm. Köhler. g"zeigt hätten, daß der Staats­anwalt ihn als Büraermetster gewissermaßen als seinen Gehilfen betrachtete. Geheimrat Vfanncnstiel habe er nie­mals gesehen, ebensowenig den ftüheren Gießener Unter­suchungsrichter, jetzigen Oberlandcsgerichtsrat Sandmann. Was könne ihn also wohl bewogen haben, diese Herren zu beleidigen? Andererseits aber habe er sich damals sagen müssen:

Leben wir denn in Rußland, baß unsere Frauen und Mädchen ohne weiteres auf die Bürgermeisterei qeschlevvt und dort körperlich untersucht werden, nur weil im Ort ein Kindesmord vorgekommen ist? Auch kam es mir so ror, als wmn unsere Behörden eine gewisse Grenze bei der Behandlung solcher Sachen zögen. Ich habe damals die Meinung gehabt, als ob man mit Frauett der oberen Stände nickst so umgehen würde wie mit denen meiner Bauern. Eherckrnz Ta femme! so heißt es auch hier, und zwar int guten Sinne, denn es war meine Frau, die ganz entfe-st darüber war und die mir sagte: Unter diesen Umständen könnte mir das ja auch passieren! Alles das bracht ' mich dmnals in Erregung und bringt mich auch heute noch in Erregung. Ich sagte mir: Du bist Abgeordneter des in Betracht kommenden Bezirks, deine Interessen sind berührt und deine Pflicht ist es, dich dieser Sache anzunehmen. Jsch wandte mich deshalb sogar an dieFranks. Ztg", obwohl sie meiner Parteirichtung durchaus entgegenstckst und mir feindlich gesinnt ist, indem ich ihrem Redakteur Weltmann in Darmstadt schrieb:Im Namen der Menschlichkeit flehe ich Sie an, mit mir ein- zutrcten, daß Recht und Gerechtigkeit erhalten bleiben." Mit diesem Briefe zusammm sandte ich ihm auch ein Erern- plar meiner Interpellation an den Landtag ein. Ich habe also das beste im Auge gestabt und bin bestrebt gewesen, den Interessen meiner Wähler zu dienen. Sollte ich eine Strafe erhalten, so nehme ich sie an, ich bestreite aber, daß ich j e m a it d b e ' e i d i g t habe. Ich glaube auch nicht, daß so etwas in England möglich wäre. Auf keinen Fall lag ein Anlaß vor, die Minna Goerlach des Kindesmordes für schuldig zu halten. Es ist mir damals von Aerzten wie von Juristen gesagt worden, daß das Vorgehen der Herren ganz unstatthaft gewesen sei. Die Wogen der Entrüstung, die damals in Eberstadt hochgingen, brandeten ja hier nicht in Gießen, deshalb fühlte ich mich als Abgeordneter für verpflichtet, die Sache im Landtage zur Sprache zu bringen. Diesem Zwecke diente meine in derLandvost" veröffentlichte Interpellation. Meinem Naturell und Temperament ist es zttzumessen, daß meine Eingabe scharf und schneidig ausgefallen ist.

Bors.: Warum veröffentlichten Sie nun aber diese 'Interpellation, ohne eine nähere Erkundigung über die ein­zelnen Vorgänge ein'uzieh.'n? Und warum beeilten Sic sich so sehr mit der Veröffentlichung?

Anqckl.: Ich wollte eine möglichst rasche Aufklärung herbeiführen, weil ich die Herren da oben über die Volks- Pimmung informieren wollte. Der Lehrer Leidig hatte mir mitgeteilt, daß in Eberstadt vollständig anarchische Zustände herrschten.

Vors.: Mer die Untersuchung war doch noch gar 'nicht beendet, als Sie die Interpellation veröffentlichten?

Ange kl.: Für mich kam in Betracht, daß sowohl der Altbüraermcistcr als auch der junge Bürgermeister von 'Eberstadt mir gegenüber die Unschuld des Mädchens beteuert hatten. Der Altbürgermeister ftcilich polemisierte nt der Hauptsache gegen den Pfarrer, den er als Ze­loten hinstellte. Schließlich erzählte er mir auch noch, daß seine Frau ihm während, der Untersuchung des Mäd­chens auf der Bürgermeisterei gesagt habe: Sie könne es gar nicht mehr mit anbörcn, wie man dem Mädchen zusetze! Was im einzelnen vorgckommen war, konnte er mir freilich nicht sagen. Mer ich fand es schrecklich, daß man die beiden Frauen da auf der Bürgermeisterei untersuchte, währcntd draußen die Kinder hernntstanden und doch wußten, um was es sich handelte und die Eynischeren unter ihnen wußten, was drinnen vorgina. IG nannte deshalb auch den Bürgermeister einen Teigling, weil er nicht Ein­spruch erhoben hatte. ?lls Bürgermeister Hätte er sich so etwas nicht gefallen lassen dürfen. Er mußte seine Bauern und ihre Interessen schützen und wenn es den Kopf kostete. Darüber mögen vielleicht manche lachen, jedenfalls ist es meine Ueberzeugung, daß ich als Bürgermeister und Bauer mit meinen Bauern durch Dick und Dünn zu gehen habe. Ich fragte auch noch andere Leute und schließlich den Vater des Mädchens. In Gegen­wart des Abg. Hirsche! bestätigte er mir, daß seine Tochter unschuldig sei, und auch wenn sie schließlich schon geboren hatte, so war doch damit noch nicht gesagt, daß sie mit der gesuchten Kindsmörderin identisch war. Mso durften meines Erachtens die .Herren nicht in dieser Weise gegen sie Vorgehen. Dazu kam noch tas, allerdings falsche Gerücht, daß auch Prof. Tr. Pfannenstiel bei der Untersuchung des Mädchens auf der Bürgermeisterei deren Unschuld konstatiert habe und daß das Mädchen bei ihrer Abführung ihrem Vater zugerufen haben sollte: Vater, was habe ich für Schmerzen erdulden müssen!

(Fortsetzung foW.)

Ans Stadt and Land.

Gießen, 7. November 1905.

Adreßbuch. Die Redaktion des Adreßbuches der Stadt Gießen bittet um möglichst sofortige Rückgabe der den Vereins- und Kasten-Vorsitzenden zur Durchsicht und Aenderung übergebenen Karten.

'"Zur Landtagswablbeivegung. Die Frei­sinnigen beschlosten in der Vertrauensmännerversammlung zu Armsheim in Rheinhessen, im Wahlkreis Wörrstadt gegen den Abgeordneten Wolf (Bauernbund) den Bürgermeister Christ und im Wahlkreis Wöllstein gegen den Natio­nalliberalen Pitthan den Lehrer Rodenbach anfzusteUen.

"" Mit dem Tode des Hüttendirektors a. D. Spanier, der etwa drei Jahrzehnte der Ilsede-Hütte bei Peine in Hannover vorgestanden, sie zu großer Blüte gebracht hatte und bis zuletzt noch ein geschätztes Mitglied des Aus­sichtsrats mar, verliert unsere Stadt einen treuen 'Mitbürger und Förderer auf allen Gebieten, wo es galt, eine offene Hand zu haben. Herr Spamer, ein geborener Heste, der hier seine Gymnasial- nnd Studienzeit größtenteils verbracht hatte, wollte, obschon er inzwischen Preuße geworden und dort eine hohe Ordensanszeichnung erhalten hatte, doch wieder zurück­kehren an den Ort, wo sein Bildungsgang den Anfang nahm und dem er stets sein Interesse bewahrte. So baute er sich in der Wilhelmstraße an und wurde in vielen Vereinen Mit­glied. Er war bis vor Kurzem Vorsitzender des Verschönet- unqsvereins, welches Amt er, wie so manche andere, mit äußerster Gewissenhaftigkeit bekleidete. Ein längeres Leben hätten wir ihm, dem edeldenkenden Manne, von Herzen ge­wünscht; sein Andenken soll uns in bester Erinnerung bleiben.

** Otto Lamborg, der bekannte Klavierhumorist und humoristische Vortragskimstler, bereitete mit seinem gestrigen Konzert dem ziemlich zahlreich in Steins Saal­bau erschienenen Publisi'm einige recht vergnügte Stunden. Er brachte in bunter Abwechslung musikalische Scherze und Parodien auf dem Klavier, witzige und humoristische Dekla­mationen, Liederimvrovisavionen von ihm aus dem Pu- Mihtm gegebenen Tertes, stellte nach ihm zugerufenen Namen von Musikstücken und Komponisten ein ganzes Pot­pourri zusammen und dergleichen mehr. Sogar die Speise­karte des Etablissements mußte sich gefallen lassen, von ihmkomponiert" und sofort mit Klavierbegleitung ge- sitngen zu werden. Amüsant war auch die vorgetragene Probe aus einem haarsträubenden Lieferungsroman und die Parodien zumErlkönig undHandschuh". Alles das geht mit verblüffender Schnelligkeit von statten und der schlagfertige Humor des Herrn Lamborg, der übrigens schon seit 1881 auf diese Sachen reift, versagt niemals, sodaß die Zuhörer nicht aus dem Lachen herauskommen und die Zeit ihnen wie im Fluge vergeht.

** Ter evang. "Arbeiterverein feierte am Sonntag abend in Steins Garten sein Stiftun gsfest. Pft. Kraus hielt enr kernig- Anftwache überArbeit und Evangelium", Herr Schufst deklamierteTie Bürgschaft" von Schiller, und der gemischte Ehor sang schön und rein drei der besten Schillerlieder. Mitglieder der Regiments- kapelle trugen Musi sincke vor. Besonderen Beifall erntete Herr Gies mit einem Violinsolo: Eavatine von Raff. Er dankte durch eine Zugabe. Der zweite Teil des Programms brachte als ersten Versuch eineBunte Bühne". Tic fein humoristischen Darbietungen, von Dirigenten Gernhardt mit Geschmack einheitlich zusammengestellt, von den Mitglie- dern des gemischten Chors mit Frische und Verständnis ausgeführt, fanden großen Beifall. Wie erfreute man sich an den Humor- ttnd gemütvollen VorträgenDie Lllte" von Mozart,Ter Zahn" von Elaudius-Loewe. Ebenso gefielen Die Kartenlegerin" von Ehemisio-Schumann, ..Das ge­störte Ständchen" von Mozart,Ich sah ein Röschen" von Weber, das Volksstück .,Roscnstock, Holderblüth" usw. Ein Mitglied des gern. Chors brachte zwei Geibelsche Gedichte in Wetterauer MundartTte Zaire ärmere sich" nndDe Bendersche Käht" gelungen zum Vortrag. Dazwischen hörte man ein schönes Mandolinen-Intermezzo von Pugh. Kurz nach 10 Uhr war dieser Teil des Abends beendet und es folgte für die Jugend ein Tänzchen.

"" Der erste Winterturngang des II. Bezirks des Turngaues Hessen sand am Sonntag nach Duten- hosen statt. 250 Turner aus 14 Vereinen waren bis 4 Uhr im Jagdschlößchen versammelt und verblieben dort bis gegen 7 Uhr in fröhlichster Stimmung zusammen. Man trennte sich mit dem Wunsche, daß der Bezirk recht bald wieder einen Turngang veranstalten möge.

*" Der Turnverein hielt gestern abend im Cafö Ebel eine gut besuchte außerordentliche Mitglieder­versammlung ab, in der zunächst die Beitragserhöhung von 4 Mk. auf 6 Mk. jährlich beschlosten wurde, dagegen soll das Eintrittsgeld auch in Zukunft in der seitherigen Höhe erhoben werden. Rach längerer Besprechung wurde sodann der Vorstand beauftragt, die Vorbereitungen für das im nächsten Sommer zu feiernde 60 jährige Jubiläum einzuleiten und sich zu diesem Zweck aus den Reihen der Vcreins- mitglieder auf die Zahl von 30 bis 35 Mitgliedern zu er­gänzen. Allgemein wurde der Wunsch geäußert, das Fest entsprechend, aber in einfacherem Rahmen zu feiern, und man aibt sich der Hoffnung hin, daß auch die Damen des Vereins sich an dem Feste entsprechend beteiligen, vielleicht durch Stiftung einer neuen Fahne. Im weiteren Verlauf des Abends wurde noch der Wunsch geäußert, daß recht viele Mitglieder dem Sängerchor beitreten möchten, um auch m dieser Hinsicht das Fest würdig ausgestalten zu können. An die Auffordermig des Vorsitzenden, sich recht zahlreich an der Lchitlergedenkstein-Einweihung zu beteiligen, schloß sich au§ der Versammlung heraus die Anregung an, auch die Blums- Linde als solche äußerlich zu kennzeichnen.

?lniverfttätö- lladmtfifen.

Bonn, 6. Nov. Professor Dr. Freiherr von der Goltz. Direktor der Laudwirtschasllickwn Akademie in Poppelsdorf und Professor an der hiesigen Universität, ist heute gestorben.

0 Marburg, 6. Nov. Nachdem heute die Immatri­kulationen zum Wintersemester ihr Ende erreicht haben, beträgt die Gesamtzahl der Studierenden einschließlich der Hörer etwa 1400. Im vorigen Winter waren 1319 und int Sommer, wo der Besuch immer besser ist, 1652 Studenten. Bei einet im geographischen Institut abgehaltenen Erinner­ungsfeier an den kürzlich verstorbenen Geographen Ferd. v. Richt Hofen hielten Geh.-R st Bros. Tr. Fischer und Privstdozem Tr Oestreich An sprayen.

v-erichlsiaal.

ssd.) 10 Tage Gefängnis für einen Kuß. Der 31 jährige Uhrmacher Georg August K o ch auS Offenbach scheint

* Kleine Tages chronik. In Rostock begab sich der im H-^nse des Rittmeisters von O. weilende Freih°rr v. Tiele- W i n kl e r-Rotbenmoor am späten Albend, nachdem alle zur Ruhe gegangen waren, noch einmal in das Esizimmer und wurde nnm Hausherrn, der ihn in der Dunkelheit für einen Einbrecher hielt, durch einen Schuß schwer verletzt. Gegen den in Tlensbnrg wohnenden Dastor Jacobsen aus Scherrebeck ist die Untersuchung wegen FälschungvonKirchenbüchern. eingeleitet worden.

Oriqinas-DraütMi'sftnnqen.

lsd.) Darmstadt, 7. Nov. Der Grvßherzog und Prinz Heinrich von Preußen begiben sich heute morgen, einer Einladung d"s Frcihwrn von Hehl folgend, im Automobil zur Jagd nach Gu n t e r s ha n s e n. Prinzessin Lud« w i g von Batte nbera wird freute mit ihren Kindern hier ein ♦reffen und im Neuen Palais Wohnung nehmen.- In einer gestern abend abael>a.lt>'nen sehr aut besuchten V r s a m m l u n g wurde von Vertretern bet bürgerlichen Parteien Mationalliberale, Nttramonwne. ^-reifinnmen und Reformvarteien) her seitherige

?lhg. des Landtagswab'bezirks Darmstadt-Lanh, N'nier'Mgsrat Noack einstimmig als Kindidnt proklamiert und beschlossen, mit "Iler Kraft für dessen Wiederwahl zu arbeiten. - Im Ernst-Lud- wigslmus der Künstlerkolanie wird von morgen ab eine Sonder- a u s st e l l u n g des Mitgliedes d't Kolonie, I. V. E i ss a r z stattfinden, in der außer neueren Arbeiten ein Teil der für_bie evangelische Kirche zu Groß-Zimmern bestimmten Glasgemälde ausgestellt werden wird.

(H.) Heidelberg, 7. Nov. Der heute früh 6.18 Uhr von frier nach Mannheim abgehende Personen zug stieß in­folge Nebels am Neckarau er N ebergang einem Güterzug in die Flanke und entgleiste. Die Maschine ist stark beschäd'at, 5 Wagen wurden aus d'm Gleis geworren und zertrümmert. Menschen wurden nicht verletzt, d'gcgew ist der Materialsch-den bedeutend. Das Frankfurter Gleis war eine Leit lang mfherrt, wodurch die Anschlußzüge bedeutende

Vetsvätungen erlitten.

Berlin, 7. Nov. DerVorwärts" veröffentlicht freute eine Entgegnung d"r entlass en en sechs Radgkteurei auf die letzte Erklärung des Parteivorstand-'s und der iFren 1 Kommission. Die Redakteure sagen n. a.. daß, b^r dlh». Veöel in dem jetzigen unerhörten Skandal die treibend- und verwirrende Kraft sei, gegen dessen tzlktion fi* die einsichtigen Mitglieder des Vorstandes nnd andere ast' verdiente Parteigenossen veraeblich ans gelehnt h-'brn Jeder Kenner der inneren Parteiverbältirisse wisse, dan Bebel an her Neigung zum persönlichenRegiment leibe Anschliessend an bin Entgeanuna erklären sieben Mitglieder des Parteivorstandes, darunter Auer irnd Singer, daß bei dem Beschluß in der Vorwärts tzlffäre sämtliche Mitglieder d^s Vorstände^ mitgewirkt frühen und daß iedes Mitglied nur nach eigener Uebwzengung und aus sachlichen Gründen ge« stimmt hat. Die Antwort Bebels wird heute ebenfalls im Vorwärts veröffentlicht. Ihr Hauptinhalt ist, daß er sich stets gegen den Personenkultus, den in erster Linie Eisner mit ihm int Vorwärts getrieben, verwahrt habe. Er wisse, daß die fog- Revisionisten seine Gegner seien und daß mancher von ihnen den frommen Wunsch beae, es möge ihm recht bald das Schicksal Liebknechts befchieden sein. Seien erst die paar Alten gestorben, ivim werfe man die Rasselbande zur Partei hinan?. Ibn, den man v e rb r e nn en wolle, mache man zu einer Art Halbgott auf Kosten derieniaen. für deren Interessen einzmr"ten die sechs Redakteure vorschünten. Er rweifle nicht, daß die Partei zu gegebener Zeit ihnen die passende Antwort gebe.

Kiel, 7. Nov. Der Kaiser trift im Frnhjafrr eine auf sechs Wo^-en berech>n''te M i 11 el m e e r r e i s e nach Ita­lien und Konstantinopel an. Der Panzerkreuzer Bock und das Depeschenbrot Sleivn--r b"g^iten die Kaiserjacht Hohen- zollern. die d"r K"'s"r für sinne Jährt benuNf

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des Giessener Anzeigers, nntceteilt von der Hank fllr Handel nnd Industrie, Giessen.

IFrnnkfnrter Hörse. 7. Nov.. I.lst Uhr.

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3J4°/0 Konsols .... 100.85 3% do 88.95 3^°/0 Hessen 99.70

Oberhessen . . .. 1°;, Oesterr. Gold reute. . 100.90 41/8n.< Oesterr. Silberrente 100.75 4°<> Ungar. Goldrente . . 96.25 4^ Italien. Rente . . .. 3°X Portnsriesen Serie I . 67.90 3 Portugiesen ITT 67.75 4%° n russ.Staatsanl. 1905 95.50 1 z£°« japan. Staatsanleihe 95.10 1 »x Conv. Türken von 1903 90 10 Türkenlose .....137.

4% Griech.Monopol-Anl. . 53.20 1% Süssere Argentinier . 90.25 3°'n Mexikaner .... 67 40 1/4°/o Chinesen . . 98 20

Aktien:

Bochum Guss . . . . . 251.20

Buderus E. W 138.00

Tendenz: fester.

Berliner Börse,

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Elektriz. Lahmeyer . . 142.40 Elektriz. Schnckert . . 133 40

Eschweiler Bergwerk . . 270.70 Gelsenkirchen Bmirwerk . 233.70 Hamhurtr- Anierik. Paketf. 17110 Harnener Bergwerk . . . 217 00 Lanrahütte 262.00 Xordd. Lloyd . ... 130.90

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Myrrholinseife.