Ausgabe 
7.2.1905 Zweites Blatt
 
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wfcmtiL C-our." mit dieser vergleicheu, bann sehen in-tr, daß an Verein bnitfdKv Studenten recht verschiedene Ström- nngen existieren, die indes in dem euren großen idealen Gedanken an die Macht des deutschen Nationalismus jidj veremen, ein E^cdanke freilich, der in feiner umfassenden. Weite von jedem Einzelnen in seiner Sonderart auf- jgesaßt wird und so nur eine lockere Einheit der Anschau­ung in dem Gremium der Mitgliederschaft schaffen kann. Däe Amvesenheit der beiden Kaisersöhne auf den: Feste -des Vereins bat tatsächlich, wie wir ausführten, zu viel-- .fachen, von uns aus Raurmnangel nicht näher zu erläutern­den Preßkornmentaren geführt, deren Berechtigung durch diese Zuschrift an imS keine Einbuße erlitten hat.

Aliü Stadt und Liv'd.

Gießen, den 7. Februar 1905.

**Der<rl1gemeineStaatseisen bahn verein Gießen veranstaltete Sanrstag abend in der Turnhalle seine diesjährige Kaisergeburtstagsseier. Wie immer,, war auch diesmal d:e Beteiligung eine recht rege, sodaß die geräumige Halle bis auf den letzten Platz besetzt lvar. Auslvärts wohnhaften Mitgliedern mit ihren Angehörigen war die Beteiligung durch freie Eisen bahn fahrt erleichtert worden. Der Vorsitzende, Eisenbahn-Bau-Inspektor Schmidt, hielt eine begeisternde Ansprache, die in ein brausendes Kaiserhocki ausklmig. Unter heiteren Musik­stücken, Gesang, Tl)eater und Vorträgen verlief der Abend ru schönster ©tinuiuuig. T«: Aufführungen auf der Bühne folgte sodann bis in die frühen Morgenstmtden hinein Lanz, dem die Jugend recht fleißig zusprach,

/^Klein-Linden, 5. Febr. Im abgelaufenen Ge­schäftsjahr erzielte der Konsum verein einen Reingewinn von 2457.50 Mk.; der Gesanüumsatz betrug nahezu 40 000 Mark. Die Zahl der Mitglieder ist auf 117 gestiegen. Nach^ dem Beschluß der in der verflossenen Woche abgehaltenen Generalversammlung werden 7 pLt. Dividende vom Rein­gewinn verteilt.

w. Wetzlar, 5. Febr. Unter sehr großer Beteiligung hielt der hiesige Dombauverein am'Donnerstag abend im Hotel Kessel hier seine diesjährige^ Generalversamtnlung ab. Der Vorsitzende, Landrat 2r. Sartorius, hob in feinem Jahresbericht mit besonderer Genugtuung das bc- deutjanrste Ereignis des Vorjahres, nämlich die Genehmig­ung der Dombaickotterie hervor, zunral ohne diese Hilfe zweifellos die Wiederherstellung des ehrrvirrdigen Domes unmöglich gewesen sei. 'Aus den drei vorgesehener: Lotterien, deren erste bereits im SOionnt März d. I. zur Ausspielung gelangt, sei ein Gesamt-Reinertrag von 650 000 Mk. zu er­warten. Was die wertere Deckung der Kosten, außer dem Lotterieertrag anlange, so sei der Anteil des Staates aus 82 000 Mk., derjenige der ^tadt auf 20 000 Mk. bemessen; 120000 Mk. seien von der Provinz zu erwarten, 25000 Mk. Zahle der Kreis, 16 000 Mk. die evangelische, 4000 Mk. die katholische Kirchengemeinde. Die Mitglieder za hl betrügt Zurzeit 11 Patrone mit Beiträgen von je 1000 wtt., 19 Mit­glieder unterstützen den Verein mit Beiträgen von je 100 Mk. Die Zahl der ordentlichen Mitglieder beträgt in der Stadt 675, die der auswärtigen zurzeit 253. Im An­schluß hieran gab Kreisbauinspektor Sttehl unter öfterer Verweisung auf zahlreiche im Versammlungslokale ausge- legte Zeichnungen und Photographien einen kürzet: Berrcht über die bisherigen Bauarbeiten und die zunächst projel- tierte Art ihrer Fortsetzung.

)( Aus dem Kreise Wetzlar, 5. Febr. Von der christlich- sozialen Partei wird Herr Behrens- Berlin nächsten Sonntag nachmittag in Wißmar und an: Abend in Dorlar spreche::.

-o- Orten berg, 6. Febr. Eine auswärtige Firma beabsichttgt, den in der hiesigen Gemarkung an der Straße nach Lißberg liegenden Basaltsteinbruch im großen. Zu betreten. Es ist u. a. die Errichtung einer Draht­seilbahn geplant. Mehrere größere Maschinen sollen Zur Ausstellung kommen uiw ca. 300 Arbetter beschäftigt werden. Ein großer an den Bruch angrenzender Komplex Wiesen und Aecker ist bereits angekauft. Die Verwirklicht ung des Projekts scheiterte aber vis jetzt tu: dem Wider­stand der Fürst!. Renttammer, ein Streifen Laiides, das zun: Bettieb ersorderlisch ist, zu verkaufen.

+ Ortenberg, 5. Febr. Bei Bergheim saßen gestern mehrere Holzhauer im Wald und verzehrten am Feuer ihr Mittagessen. In der Räbe der Feuerslelle stand eine bereits angeraumte Fichte, welche bei einem Windstoß plötzlich äu Fall kam. Der 23jährige Sohn des früheren Försters König tonnte sich nicht mehr retten uud wurde von dem fallenden Baum medergeworfen. Obwohl er in einer Boden­senkung lag, drang ihm doch em abgebrochener Aststumpf i>er Fichte tief in die Seite. Die Waldarbeiter konnten nur mit größter Anstrengung den schweren Baum heben und den Sßerungtücftcn aus seiner verzweifelten Lage befreien. Dr. Hahn-Ortenberg leistete die erste Hilfe. Es läßt sich noch nicht übersehen, ob die schwere Verletzung dem Verunglückten nicht den Tod bringt.

g. Büdingen, 6. Febr. Das gestern vom Gesang­verein Liederkranz zum Besten des Mathildenhospital- Neubaues veranstaltete .Wohltätigkeitskonzert hatte sich aus allen Kreisen eines sehr starken Besuches zu erfreuen. Die Chöre erfuhren eine vollendete Wieder­gabe. Die Solistin des Abends, Frt. Heutzenröder brachte mit ihrer sympathischen Sopran stimme 2 Lieder sehr wirkungsvoll zu Gehör und fand reicher: Beifall. Herr Leuhardt sang mit seiner prächtigen Baritonstimme mit gewohnter Meisterschaft ein Lied von Hofmann. Tie Eello- unb Violinvorträge von Pfarrer Ströher und Lehren Weidmann fanden ungeteilte Anerkennung. Die Klavier­begleitung lag bei den Herren P e b l e r und V o g e l in der: besten Händen. Dem Hospttalbausonds konnte eine bettächt- lliche Summe überwiesen werd em

[] Marburg, 6. Febr. Aus dem Voranschlag Her Stadthauptkajse für das Rechnungsjahr 1905 ist folgendes zu erwähnen. Im Ordmariuin betragen die Ein­nahmen 546 000 Mk. und die Ausgaben 885 500 Mk. Zur Deckung des Fehlbetrags von 342 500 Mk. sind 123 pEt Zuschläge zur Einkommensteuer und 150 pEt. Zuschläge zur Gewerbe-, Betriebs-, Grrmd- und Gebäudesteuer vorgesehen. Im Extraordinarium betragen die Einnahmen 84 515 sJ)if. und die Ausgaben 950 000 Mk. Ter Verwendüngsplan sührt ti. a. aus 360 000 Mk. Schlußrate für das neue Bürgec- 'fchulgebäude, 200 000 Mk. erste Nate für das Marburger Elektrizüätswerk, 80 000 Mk. für Militärgebäude und 87 700 Mark für Kanalisierung neuer Straßen. Der Fehlbetrag wird aus der Stadtanleihe gedeckt.

Frankfurt, 5. Febr. Wegen wiederholter grober -Ausschreitungen von .Passagieren des vom Hauptbahnhofe um, 5Mr 55 Min. nachmittags nadjjDor n-

bcrg-Gr-Gerau abgehenden Arb eiter zuges ist seit gestern das Fahrpersonal des Zuges um das sechs­fache verstärkt worden. Außerdem ist cmgeorduet worden, daß Polizeibeantte in Zivil initfahren und bei Ankuusk des Zuges in Walldorf uud Mörfelden Gendarmen auf den Bahnhöfen sich befinden. Aus deu letzteren Ortschaften sind die Exzedenten, die unterwegs mehrfach die Schaffner unß- handelt und groben Unfug verübt haben, ohne daß es gelang, ihre Namen festzustellen.

K.-B. Darmstadt, 6. Febr. Die hiesige Polizeibehörde verhaftete gestern drei junge, beschästigimgslose Biirschen. Diese gestanden ein, während der jüngsten Darmstädter Fest­tage nicht weniger als sechs Einbruchdieb st äle gemein­schaftlich ausgeführt zu haben. Zwei dieser drei Spitzbuben sind auch bereits mehrmals vorbestraft. Das nächste Schwurgericht in Darmstadt tritt am 6. März unter dem Vorsitz des Landgerichtsrats Lang zusammen. Es liegen diesmal zahlreiche Fülle mit umfangreicher Beweisaufnahme zur Aburteilung vor.

verinsichres.

v Herr Engelmann i ft entschuldigt. Aus Heiligenstadt wird berichtet: Vor Beginn der letzten Stadt- verordneten-Sitzung teilte der Vorsteher mit, daß der Stadt­verordnete Engelmann soeben durch das Telephon fein Fern­bleiben entschuldigt habe. Engelmann habe versucht, zum Rathause zu gelangen, sei aber im Straßenschmutz stecken geblieben, so daß es ihm unmöglich geworden sei, seinen Verpflichtungen als Stadtverordneter nachzukommen. Engelmann habe dabei seinen Gummischuh eingebüßt und Den Rückzug antreten müssen.Ich halte/ so bemerkte der Stadtverordneten-VorsteherHerrn Engelmann für ent­schuldigt!^

* Aus Kindermund. In einer kleinen Dorfschule fragte kürzlich, so erzählt devOldenbg. Generalanz.", der, Lehrer nach dem Inhalt des Traumes, in dem Jakob die Hümnelsleiter mit den auf- und absteigende:: Engeln sah. Du fragt nun so ein kleines Kerlchen ganz mriü, warum dem: die Engel, die doch Flügel besitzen, nicht einfach an Stelle des Kletterns vom Hinuncl zur Erde geflogen seien. Der Lehrer ist durch die ^lvt der Frage fast üerlegen geworden. 9iiti: meldet sich ein kleiner Schlaukopf und hilft seinem Lehrer aus der Verlegenheit mit der Llntwort:Die Engel hatten gewiß alle Federn verloren, Herr Lehrer!" Nach seiner Ueberzeugm:g mußten die Englein die Mauserzcik gerade so durchmachen, wie die irdiichen fiügcltragenden Geschöpfe. ________________________

Nnlvtlfilärs-Vachnchtcn.

Dem preußStaatsanzeiger" zufolge wurde dem Prof. Hcvis L a n o o 11 von der Universität Berlin die Große gol­dene Medaille für Wissenschaft verliehen. In Graz ist der Geograph Professor Tr. Eduard Richter in: Alter von 59 Jahren g e st o r b e n.

ArbeUrrbtwegung.

Heidelberg, 6. Febr. Tie hiesigen Gypscr sind seit heute morgen a u s st ä n d i g; bis jetzt haben sich über 100 Mann tem Streik angeschloisen. Sie verlange:: zcl/nssiindige Arbeits­zeit, wöchentliche Lohnzahlungen und einen abgcstuftcn Stunden- lohn von 60. 55 und 50 Pfennige::.

tz-rnchrsjaal.

R. B. Da r ni stad k, 6. Febr. Wegen N a h r u n g s mit­te l s ä l s ch u n g hatten sich heute vor der S t r a fk a m::: e r der Metzger Andreas Jacoby aus Mainz und der Maller Wilhelm Jacoby II. aus Trebur zu verantworten. Tie beiden Brüder hatten int August v. I. von einem Bauer in Trebur eine tod- kranle Kuh für 15 Mark gekauft und sie auch gleich auf dessen Gehöft geschlachtet. AIS die Behörde davon Kenntnis erhielt und das Fleisch beschlacp:ahmte, waren bereits verschiedene, für menschliche Nahrung besonders geeignete Stücke bei Seite ge­bracht und auch nicht wieder auffindbar. Die 9lnklage nimmt an, daß die Absicht bestand, das total ungenießbare, ver­eiterte Fleisch bei '^acht und Nebel nach Mainz zu schassen und es bort zu Wurst zu verarbeiten. Die Angeklagte^ behaupten dagegen, sie hätten nur die Haut des Tieres ver­wenden, das Fleisch aber zu Hundcfutter verarbeiten :vollm. Tierarzt Karl Blume aus Gernsheini, der in Verhinderung des erkrankten Kreistierarztes Sauer als Sachverständiger tangierte und die Beschlagnahme veranlaßt hatte, schilderte den ekelerregen­den Zustand des Fleisches, dessen Gmuß zweifellos auch gesund­heitsschädlich gewesen wäre. Beide Angeklagte stehen auch in dem Ruf, mit minderwertigem Fleisch Geschäfte zu madyen. Ter Ge­richtshof kam nach langer Beratung zu einem frei sprechen­den Urteil. Er nahm zwar an, daß die Angeklagten die Absicht hegten, das Fleisch zum menschlichen Genuß zu verwerchm, ein strikter Vlachweis dafür sei aber nicht erbracht, wie ihn das Reichsgesetz vom 3. Jun: 1900 erfordere und deshalb mußte mangels hinreichender Beweise die Freisprechung erfolgen.

Hamm (Westfalen), 5. Febr. In der Anfechtungsklage der T r e s d n e r Bank gegen Die Beschlüsse der Generalversammlung der H i b c rn i a-B e r g w er ks g esei l s chaf t vom 27. Aug. 1904 erkannte das Oberlandesgericht dahin, Beweisbeschluß zu erlassen, baß bie Kläger sich über den Besitz von mindestens je einer Hibernia-Aktie aus-zuweisen haben. Ferner soll durch Ver­nehmung von sieben Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder:: sest- gestellt iverDcn, ob mit der Firma S. Bleichroeber und der Berliner Handelsgesellschaft vor der Gnieralversammlung Abmachungen über die Begebung der neuen Aktien getroffen wurden. Tie Kosten werden den Beklagten aufcrlegt.

Dresden, 5. Febr. In später Abendstunde wurde gestern das Urteil im Prozeß gegen den früheren, der Unterschlagung angeilagten Direktor der Fabrik photographischer Apparate aus Aktien vormals Hüttig u. ^ohn, Karl Richard Hüttig und seine Mitangeklagte:: gefällt. Hüttig wurde zu vier Jahren Gefängnis und 500 Mk. Geldstrafe, Prokurist Knauthe zu 1000 Mk Gelost rase, die Aussichtsratsmitglieder Pckrun und Salomon je zu 2000 und Fichtner zu 500 Mk. Geldstrafe ver­urteilt. Tie A.-G. R. Hüttig u. Sohn wurde im Jahre 1897 mit einem Kapital von 750 000 Mk. gegründet und vertrieb bie von ihr fabrizierten photographischen Bedarfsartikel. Der alleinige Leiter des Unternehmens war ber jetzige Hauptangeklagte Hüttig jun., der sich bald nach der Grünbung des Geschäfts mit dem Gelbe ber Gesellschaft wagehalsig an Den verschiedensten, gänzlicy unrentablen Jndustriewerken beteiligte. Die hierdurch entstandenen groben Verluste machten es unmöglich, an Die Hüttig- schen Aktionäre eine Tivideride zu verteilen, was nach dem Stande des Geschäfts eigentlich in einer Höhe von 8 Prozent erfolgen mußte. 1903 stellte sich heraus, daß Hüttig Gelber der A.-G. für rein persönliche Zwecke verwendet hatte. Da er jedoch ge­nügende Teckuug versprach, und außerdem Der Aufsichtsrat der Meinung war, daß man das Publikum nicht beunruhigen sötte, so unterblieb damals eine Anzeige. Hüttig wittschaftete jedoch weiter mit den Geldern des Geschäfts, als wenn es seine eigene:: wären. Dazu fälschte er Akzepte und beging noch andere be­trügerische sJJcanipulationen. Sein Helfershelfer war der Kassierer Knauth. Beide betrogen ihre nächsten Verwandten und intimsten Freunde um tausende von Mark. Tiefe neuen Schwindeleien wurden gegenüber dem Aufsichtsrat ängsllich geheim gehalten. Hüttig fajicn das volle Vertrauen seines Aufsichtsrats wieder- gewonnen zu haben. Man schätzte, ihn allgemein als eine erste eiutoritat auf Dem Gebiet der Eamera-Braiiche. Eine erneute Revision ergab jedoch Die Verübung von Unterschlagungen in Höhe von 360 000 Mark und erst jetzt wurde Strafanzeige

gegen Hüttig erstattet. Auch der Aufsichtsrat legte seine Tätigkeit nieder. Hunderte Aktionäre tvittden ihre. Erspar::isse eingebüßt uni) 500 Arbeiter mit etwa 2000 Angehörigen ihr Brot verloren haben, wenn nicht die Deuksche Bank cingegriffen und das blühende Unteniehmen durch einen großen Kredit vor dem Untergänge be- tvaljrt hätte.

Das Oberkriegsgericht zu Altona verurteilte bett Feldwebel Do c ring vom Hamburger Pionierbataillon wegen fortgesetzten Betruges zu dreimonatiger Gefängnisstrafe. Er hatte die btekrutcn. beim Einkauf ber Putzsachen übervorteftt und sich von ihnen insgesamt 500 Mk. geborgt.

Tie Mürber eines Brautpaares. Der Prozeß gegen die Waubmövberfamilic Bales wegen Ermordung und Be­raubung eines vor ber Hochzeit stehenden Braulpaares, nämlich der 23 jährigen Atathilbe Hanzely und des 44 jährigen fniheren Steinbruchbesttzers Koloman Takacs, wurde vor Dem Schwurgericht in Prag geführt; das Urteil lautete gegen das Familienober­haupt, bcn Gärtner Aloiä Bales, uud seine Ehefrau Ludmilla auf Tod durch den Strang; die wegen Beihilfe zil der grausigen ToppelbliUtat augcflagte Stieftochter Franziska Jelmeck rourde zu sieben Jabrcn schweren Kerkers verurteilt. Falls bas Urteil die Bestätigung Des Landesherrn erhalt, soll ziierst Die Frail und bann Der Aiaiin Duvd) Den Strang hmgerichtet werden; Der Gerichtshof hat inbesstn beichlosseu, ein GnaDeugesuch sür Die LiiDmilla Bales zu unterzcichlieu, Durci) welches Die Umwandlung Der ToDes- in lebenslängliche Kerkerstrafe gebeten ivirD.'

Spielplak der orrrinigten Frankfurter Ztndttheater. Opernhaus.

Dienstag den 7. Februar* :DUgnon." Mittwoch den 8. Februar: 5. Aboiinemenls-Kouzert. Donuerstag den 9. Februar: Tannhäuser." Freitag den 10. Februar geschlossen. Samstag Den 11. Februar, nachmittags halb! Uhr:Blondelfchen". Abends 7 Uhr:Die Jüdin." Sonntag Den 12. Februar, nachmittags halb 4 Uhr:Tie Fledermaus." AdenDs 7 Uhr:Die Zauder« flöte." Moutag den 13. Februar geschlossen.

Schauspielhaus.

Dienstag den 7. Februar*):Zaza." Mittwoch den 8. Februar. Die Räuber." Toiinerstag den 9. Februar:Alt-HeiDelberg." Freitag Den 10. Februar:Der Pfarrer von Kirchfeld." Samstag Den 11. Februar:Zaza." Somitag den 12. Februar, nachmittags halb 4 Uhr:Zaza." "Abends 7 Uhr:Faust", 2. Teil. (2. Abend). Alontag Den 13. Februar: Neu emstudiert:Aiedea."

*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.

Kandel und ZkcrKeyr. Dolkswirlschaft.

D e u t f ch e R e i ch s b a n k. Es ist in Erwägung gezogen worden, ob angesichts dcS flüssigen Gelbstandes nicht zu einer Diskontherabsetzung gefchritten werden solle. Ülian ist jedoch von einem derartigen Entschlüsse wieder a b g e f o m in e ii, Da gegen eine Herabsetzung neben politischen Verhältnissen auch der Umstand spricht, daß em Zinsfuß von 3, beziv. 3*/, Proz. doch nicht auf lange Zett erhalten werben kann unb eine Stabilität des Zinssatzes von jeher DaS Hauptaugenmerk der Leitung der Reichs- bant war.

Maschinen- und Armaturenfabrik vorm. Klein, Schanz l l >i u. Becker, Frank enth al. Auch den Aktionären diefer Gesellschaft ivirb eine unangenehme Ueberraschung zu teil. Tie Berwaltung gibt befanni, daß Der jetzt ausgefchiedene erste B u ch h a l l e r Dmci) Vornahme falscher Buchungen die letzte Bilanz per 30. Juni 1904 um zirka 96 000 Mk. zu g ü n st i g barstellte. Nur durch diese Fälschung fei der Gewinn von 81153 Mk. und dadurch Die Verteilung von wieder 3 Proz. TwiDenDe auf bas Aktienkapital von 2/4 Millionen möglich ge­wesen. Ter Botttanb erklärt sich zur Deckung DeS hierdurch etwa cniftanbcncn Schadens bereit unö fordert Die Aktionäre auf, ihre Aktien einzureicheii, Da er diese eventuell eriverben will. Die ganze Fälschmig ist so sonderbar, daß man sich Darüber noch kein rechtes Bild machen kann, umsomehr, als ja Daraus niemanD ein Nutzen entstanDen ist.

Die Marktpreise für Bich und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 6. Februar 1905.

Höchste Schlachtviehpreise ui Frankfurt a. M.

Fleischpreise in Gießen

Ochsen

Kälber Schweine

50 Kg. Schlachtgewicht 70-73 Atk.

/2 Kg. Schlachtgew. 8183 Pf.

l/2 6061

V, Kg. 70-80 Pfg.

V, 7074 , 7, 60-72

Getreidepreise in Mannheim

Brotpreise in Gießen

Weizen 100 Kg. 18,85 Alk.

Roggen 100 14,65

Weißbrot 2 Kg. 52 Pfg.

Schwarzbrot 2 Kg. 43 Pfg.

Ausiug ms ötn ^t«vükssiulürctzlgttll irr Siaöl toitgto.

Aufgebote.

Jan. 26. Robert Schubö, Hotelier in Buhl, mit Anna Wöll dahier. Heinrich Wilhelm Becker, Laglöhner in Alten-Buseck, mit Lina Schlau dahier. 29. Emil Martm (schön, Schreiner- meister Dahier, mit Subille Wilhelmine Earl in KtlianstäDten. Febr. 1. Karl Wahl, Färber in Butzbach, mit Karol ine Acartha Fiebig Dahier.

C'hcschließuugcn.

Jan. 28. Johannes WiDmaiin, Kutscher dahier, mit Helenk Elisabethe Wagenbach Hierselbst.

Geborene.

Ja»i. 24. Dem Küfer und Wirt Leonhard Torflein ein Sohtt LeollharD. Dem Taglöhner Heinrich Lenze II. ein Sohn Hemrick) Kaspar Wilhelni. 25. Dem Taglöhner Karl Theiß ein^Sohn Heinrich Johannes Peter Karl. Tem Taglöhner Heinrich Sack II. eine Tochter Elisabeth. 27. Tem Bizeseldivedel Johaiines Fink eine Tochter. 28. Dem Kaufmann August Attchel eine Tochter. Dem Kaufmann Heinrich Ehriftian Ran eine Tochter Luise Iba Kätcheii. Dem Taglöhner Llutonio Luigi SpolaDore eine Tochter Santina. Dem Postillon Heinrich Silbernagel ein Sohn Otto Gustav Karl. Dem Schausteller Hermann Wallborf ein Sohn 2)lax. 29. Dem Hausburschen Karl Manbler ein Sohn. Dem Kaufmann Wilhelm Hofniann ein Sohn Friedrich Wilhelni. Dem Schneider Reiiihard Heil eini Tochter Emma. 30. Dem Schriftsetzer Paiil Niewisch eine Tochter Josefme Cpse.

Gestorbene. _ ,

Jan. 28. Emilie Hohlbaum, geb. Müller, 77 Jahre alt, Privatm dahier. 2)iinna Akichel, geb. Bocher, 51 Jahre alt, Ehefrau des Zugführers Koiirad Atichel dahier. Julius Pahn, 66 Jahre alt, Zigarrenfabrikaut dahier. 31. Willy Echaum- burg, 10 Alte, alt, Sohn des TaglöhnerS August Schaumburg da­hier. Karl Müller, 22 Jahre alt, Schlößer dahier. Eva Bauer, geb. Müller, 84 Jahre alt, ohne Beruh dahier. Febr. 1. Gustav Enders, 7 Akte, alt, Cohn des Tapeziers peimich Enderü II. dahier. Philipp Allchael Diehm, 64 Jahre alt, Kaferiienwärter i. P. dahier. 2. Walther Konrad Emil Acarx, 4 Jahre alt, Sohn des Uhrmachers Heinrjch Marx dahier.

Saniilicn-älndjridjtfii.

Gestorben: Herr Ernst Ettling, Alluiiz.

Wund aufFghtiTJaö einmal: Ay...!

k9la, ber kleine Kerl ist erkältet. Hals gerötet, aber kein

Belag. Ich bin nun nicht für Tränkchen unb Tee. Kausen Sie lieber eine Schachtel Sobeiier Attueralpaslillen, aber bie echten vonFay". Kosten übrigens nur 85 Pfg. Die k Pastillen ivenben Ste nach Vorschrift an Gebrauchs- Öxk uniucijiing liegt ja bei unb dann sollen Sie sehen, daß SBl sehr schnell alles wieder in Ordnung ist. Adieu, mein Junge! Deine Mama soll dir nur immer fleißig Fay's *Sodener" geben! hv/i