Erstes Blatt.
Freitag 8. SeptemberlSVS
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Ile Heutige Kummer umfaßt 10 Seiten.
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, Fernsprechanschluß Nr. 51.
155. Jahrgang
Ein Telegranim aus Windhuk meldet: Am 3. Sept, auf einer Patrouille bei Gurumanas gefallen: Samtätssergeant Max Müller; verwundet: Reiter Friedrich Schäfer, schwer (Schuß in das linke Knie,.
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1 ,
Nolitii'che Tagesschau.
Besuch aus Abessinien.
Es dürfte mit dem zwischen Deutschland und Abessinien abgeschloffenen Handelsvertrag im Zusammenhang stehen, daß zurzeit ein Abgesandter des Negus Menelik in Berlin weilt, um sich über die Ausfuhroerhältniffe zu unterrichten. Dem Reichstag hat der Handelsvertrag bekanntlich noch »ich vorgelegen, wie denn auch über die sonstigen von der deutschen Mission am Hofe MenelikS erzielten Erfolge offiziell noch nichts verlautete. Den englischen Blättern zufolge beschränken sich die getroffenen Vereinbarungen nicht auf den Handelsvertrag. Deutschland soll beispielsweise das Recht zugestanden sein, an der Kapitalbeschaffung für den Bau der Eisenbahn von Dschibuti nach der Hauptstadt Abessiniens sich zu beteiligen, ein Unternehmen, das ursprünglich Frankreich allein ausführen wollte, um die Verk-.'hrSkontrolle in feine Hand zu bekommen. Es muß sich ja bald Herausstellen, ob es mit diesen englischen Meldungen seine Richtigkeit hat. Sie stehen allerdings im Einklang mit dem von Deutschland beobachteten Bestreben, auf die „ offene Tür" für seinen Handel bedacht zu sein.
Cholerafurcht im Handel.
R. Berlin, 7. Sept.
Die Schrecken des Krieges haben der Berliner Bärse nichts anzuhaben vermocht, aber die Cholera jagt der Spekulation die Angst in die Glieder. Allenthalben hörte man heute an der Börse von der Cholera sprechen, und jede herumgezeigte Depesche mit einem neuen Fall wirkte deprimierender auf die Gemüter, als früher die Meldung von einer blutigen Kriegsentscheidung. Ganz besonders der neueste Hamburger Cholerafall gab zu düstern Voraussagen Anlaß. Die Anteile unserer großen Schiffahrtsgesellschaften hatten den Pessimismus mit mehrprozentigen Kursrückgängen zu entgelten. Solche Mutlosigkeit muß ernstlich bekämpft werden! Das »Berl. Tagebl." teilt mit, daß sich bei einzelnen Berliner Firmen die Cholerafurcht derart bereits herausgebildet habe, daß diese Firmen sich von ihren Geschäftsfreunden aus „verseuchten" Gegenden zurzeit jede Zusendung verbitten. Wenn unsere Kaufleute, so bemerkt mit Recht das „Berl. Tagebl.", sämtlich so furchtsam wären, so würde es mit unserem Geschäftsverkehr mit der Levante, Indien und Südamerika sehr traurig bestellt sein, denn in diesen Gegenden herrschen sehr häufig Cholera, Pest und gelbes Fieber, ohne daß der Handelsverkehr darunter wesentlich leidet.
Ieutsch-Afnöa.
Rach einem Telegramm des Gouverneurs Grafen Götzen vom 6. d. M. sind die Städte Kilwa und Mohorro nicht mehr bedroht, aber im Hinterland beider Bezirke sind AkidaS des Gouvernements von Eingeborenen verjagt worden. Am Rufidji-Fluß aufwärts haben sich die Unruhen bis zwei Tagemärsche südlich von Kilossa ausgebrcitct. Das Detachement Fonck ist daher ans dem Bezirk Daressalam, wo alles ruhig ist, nach Mrogoro dirigiert worden. AuS anderen Bezirken liegen beunruhigende Meldungen nicht vor.
Ein Telegramm des Gouverneurs vom 6. d. M. meldet, daß Bezirksamtmann Ewerbeck und alle Europäer des Lindi- bezirkes, mit Ausnahme einer vermißten Missionsschwester sich in Lindi befinden. Beim Ueberfall der Missionsstationen Lukuledi, Massassi und Ryangoro sind Pater Lang und Bruder Cyprian verwundet worden. Bei der Jfakarafährc zwischen Kilossa und Mahcnge sind verschiedene Inder-Niederlassungen zerstört und mehrere Araber und Küstenleute ermordet worden. Eine bei Kiloffa plündernde starke Räuberbande ist durch eine Abteilung der Schutztruppe unter Assistenzarzt Brünn zersprengt. Kiloffa selbst ist jetzt durch ein Detachement der Schutztruppe unter Oberleutnant Schultz gesichert.
In Anbetracht vielfach verbreiteter unrichtiger Nachrichten über die Kompetenz- nsw. Angelegenheiten der für O st a f ri k a bestimmten Marine st reitkräfte sei nachstehend auf die betreffende Allerhöchste KabinettSordre hingewiesen. Dieselbe lautet:
.Es sind als überetalsmäßige BesatzungSteile der Seestreit- kräste her ostafrikanischen Station hinauszrifcnden : ein Detachement Marineinfanterie von 150 Mann mit Chargen und 4 Maschinengewehren mit doppelten Bedienungsmannschaften der Matrosendivisionen. Ihre Verteilung regelt der älteste Seeoffizier der ost- afrikanischen Station."
Demnach hat weder eine Mobilmachung der Marine«- feldkompagnie ftattgefunden, noch gilt sie als im Kriegszustand befindlich. Auch S. M. S. Bussard befindet sich nicht im Kriegszustände, ebensowenig die anderen nach dem AufftandS-- gebiet beorderten Schiffe. Jnfolgedeffen sind auch Kriegs- gebührniffe für die Beteiligten nicht zuständig, wie auch die Portovergünstigungen der Feldpost nicht eingetreten sind.
Peking, 7. Sept. I«panische Offiziere befinden sich als Instrukteure bet allen mongolischen Fürsten. Die Arnree des Generals Ma zählt nur 8000 Mann, davon 3000 geschlossen. Sie erwarten einen Befehl zum Rückzüge. Die '2trmee des Generals Ma war im Westen des Kriegsschauplatzes aufgestellt und sollte eine Verletzung des bei Beginn des Krieges als neutral erklärten chinesischen Gebietes verhindern. Die Stärke der 'Armee wird auf 70000 Mann angenommen.
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Meis Gießen
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Marokko.
Ein am Donnerstag im franz. Ministerium des Auswärtigen eingetroffenes Telegramm des Grafen Daillandier meldet, daß die marokk an ischeRegierung die französischen Forderungen in der Angelegenheit des Algeriers Du Mzian vollständig befriedigt hat.
Auf Befehl des Sultans begab sich der Großvezier Si Feddul Garnit selbst nach der französischen Gesandtschaft, wo er in Gegenwart des Gesandtschastspersonals, Bu Mzian und einer Anzahl Mitglieder der europäischen Kolonie bem französischen Gesandten die Entschuldigung der marokkanischen Regierung in folgendenWorten zum'Mrs- druck brachte:
., .Die scherifische Regierung beauftragt mich, Ihnen ihre Ent- schuldrguWen wegen der Festnahme und Einkerkerung des Algeriers Si Bunrzian cl Miliani, eines französischen Untertanen- zu überbringen. Der Maghqen berief den schuldigen Kadi ab und ich übergebe Ihnen die vereinbarte Entschädigungszahlung sur den Geschädigten. Die schcrifische Regierung wird es sich m Pflicht machen, daß sich ähnlich- Zuwiderhandlungen gegen ine Verträge undGewohnheiten in Zukunft nickt wiederholen.
Der Großvezier übergab außerdem Tanlandier ein Schreiben des scherifischen Ministers des Aeußern, in welchem die Entschuldigungen der Regierung schriftlich wiederholt werden und die Mfetzimg des schuldigen .Kaids bestätigt wird. Die für Du Mzian verlangte Entschädig«, ungssumme wurde sofort bezahlt. Talllandier antwortete dem Großvezier, daß er namens der ftanzösischen Republik die Entschuldigungen des Mcrghzen und die Maßnahmen zur Genugtuung annehme, durch welche diese bekräftigt werden. Er nehme ferner von der scherifischen Regierung die für die Zukunft gegebenen Zusicherungen zur Kenntnis. Die französische Regierung stellte sogleich die Vorbereitungen zur Abfahrt der Schiffe ein. Frankreich erhält auf diese Weise eine Genugtuung bezüglich sämtlicher Punkte und ohne jeden Vorbehatt.
So ist denn der Bu Mzian-Konflikt glücklich auS der Welt geschafft. In Pariser halbamtlichen Kreisen ist man überzeugt, daß der Sultan auf das Eingreifen des deutschen Vertreters uachgegebcn hat, da die Fürsprache des deutschen Gesandten zu gunsten Frankreichs den Sultan überzeugte, datz ihm von keiner Seite irgendwelche Unterstützung gegen etwaige Repressalien gewährt werden würde.
Ter Ministerpräsident R o nvier empfing am Donnerstag den deutschen Gesandten Dr. v. Rosen. Dieser Unterredung widmet der „Temps" eine Besprechung. Die Ent- endung Rosens nach Paris werde zweifellos dazu beitragen, die von der Konferenz doppelt erwünschte Harmonie zwischen Deutschland und Frankreich herbeizuftihren.
Die Mutter bkes Insurgentenführers Raisuli ist in Gefangenschaft geraten, als sie einer Beerdiguna beiwohnte. Em Bruder Rarsulis hat sich sofort ausgemacht um dre Mutter zu befreien. -z *
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Nr. »11
Erscheint täglich außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesflschen Landwirt die Siebener Lamllien» Wärter viermal in der Woche beigelegt.
Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Buch-u. Steindruckerei. R. Lange.
msterulackjarbe mögen, Pfund 90 U, über Nach! (roden, 4W iritrrslacksack nogen, fßfunb S0& r fort troffen, fotvt '
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1 tzrni äs* Msburg, Pst- MA diesem Feste herzlichst m» er SircheuvorMd^
Ilnrnherr in Japan.
Tokio, 6. Sept. Ter aufständische Pöbel bräunte gestern, nachdem das Gebäude des Regierungsblattes „Kvkumin" gestürmt war, das Dienstgebäude des Ministers des Innern nieder, das zwischen dem Adelsllub und dem Jmperialhvtel gegenüber dem Hibihapark im Zentrum der aufständischen Bewegung steht. Bedrohliche Kundgebungen fanden während des ganzen Xür . in der Nachbarschaft der Dienstwohnungen Katsuras und Komuras statt, es gelang aber der Polizei, zu verhin- bmt, daß den Bewohnern der Häuser oder diesen selbst Schaden zugefiigt wurde, ^lm Abend füllten lärmende Volksmengen die Straßen an. Die gesamten Reservemannschaften der Polizei sind zu besonderen Dienstleistungen herange- wgen. Die gefährdeten Stellen werden stark bewacht, mehrere Straßen gesperrt. Man nimmt an, daß zwei Personen getötet und etwa 500 verwundet wurden. Sie Volksmenge drohte, auch die Amtswohnungen der anderen Minister in Brand zu stecken, wurde jedoch von der Polizei daran gehindert. Zwei größere Polizeistationen und 15 kleine Polizeikioske wurden indes doch zerstört.
Bci den Angriffen auf das Haus des Ministers des Grinern wurden eine Person getötet und 14 tödlich ver- lvundet. Einer der Auftührer sagte, man habe das Haus li'cdergebrannt, um die Aufmerksamkeit des Kaisers daraus
zu lenken, daß das Volk mit den Friedensbeding- ungen unzufrieden sei, man wünsche, daß er sich weigere, den Fricdensvertrag zu ratifizieren. Rach Mitternacht wurde ein erneuter Angriff auf das Bureau des „Kvkumin" gemacht. Wahrend der Nacht wurden Abteilungen der Nationalarmee einberufen. Seit gestern mittag sind etwa 200 Personen verhaftet worden, von denen ein Teil heute vormittag nneder fteigelassen wurde, da befürchtet wurde, daß' Versuche zu ihrer Befteiung unternommen werden würden. Die auswärtigen Gesandtschaften sind durch Militär bewacht. Durch kaiserliche Verordrrung wird der Belagerungszustandin Tokio erllärt.
Tokio, 6. Sept. (Reuter.) Ein VolLhaufe brannte heute zehn christliche Kirchen und eine einer Missions- gesellschaft gehörige Schule nieder. Acht Personen wurden verletzt.
Yokohama, 7. Sept. Die Mißstimmung über die Friedensbedingungen ist nicht auf die Hauptstadt beschränkt, sondern erstreckt sich auf das ganze Reich. Fast alle Blätter, mit Ausnahme der als Mundstücke der Negierung bekannten, machen sich zum Dolmetsch derVolks- stimmung. Vielfach haben stürmisch verlaufene Protestversammlungen stattgefunden und es ist auch zu Ruhestörngen gekommen. Die Behörden stehen dieser Bewegung zunächst untätig gegenüber.
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Dem Petersburger Korrespondenten des Pariser „Matin" wird von autoritativer Seite bestätigt, daß in dem Friedensvertrage keinerlei Geheimklausel vorhanden sei und daß ebensowenig irgend ein Geheimabkommen zwischen Japan und Rußland getroffen morden *seü
Tokio, 7. Sept. Am 30. August, also am Tage vor dem Friedensschluß, wurden in einem Gefecht bei Maibnn an der östlichen Küste von Sachalin die nock übrig gebliebenen Abteilungen der Russen von den Japanern voll st andia a u fgerieben. Die Russen hatten 130 Tote, während die Verluste der Japaner gering waren.
Petersburg, 7. Sept. Heute wurde m Peterhof ein feierlicher Dankgottesdienst für den Friedensschluß abgehalteu, zu welchem der Zar nebst den Hofchargcn, die Mitglieder des Reichsrates, die Minister, die Senatoren, die höherer! Militärs und die Zivilbehörden erschienen waren.
Der tzipfluß Aerttns.
. Wenn em Berliner auf Reisen geht — es braucht keiner von den „echten", altangesessenen Berlinern zu sein, es genügt, daß den Fremdling gewisse Redensarten und Dialektanllänge als Bewohner der Reichshauptstadt verraten — so bemerkt er in der Regel ziemlich bald, daß ihm die Herzen der Bevölkerung nicht gerade entgegen s cb la g en. Die Frage: „So? Sie sind aus Berlin?" wird mit einer säuerlichen Miene gestellt. Nichts von Neid auf den Mann aus der „schönsten Stadt der der Stadt mit den „vollkommensten Einrichtungen" und einer Unmasse von Theatern, Denkmälern, Kasernen und Kirchen. Gar keine oder geringe Neugier im Eisenbahnwaggon, von den Wundern' Berlins zu hören. Aber — sowie einer das Gespräch aus Berlin als Mittelpunkt unserer Politik bringt, dann erwacht das allgemeine Interesse! Und nun wird der Berliner bald inne, warum er in Mittelund Süddeirtschland nicht besonders viele Freunde hat.
Es ist nicht das anspruchsvolle Auftreten öcs Berliners, nicht die Schärfe seiner Kritik, worüber die Leute hier nicht entzückt sind. Ein wenig mögen diese Eigenschaften ja mitwirken, ein ungünstiges Vorurteil zu wecken. Mer es gibt auch bescheiden auftretende Berliner, die volles Verständnis für andere Eigenart haben und vielleicht anderen Städten mehr Sympathie entgegenbringen. Doch auch diese merken den gedehnten Ton in der Frage: „So! Sie sind aus Berlin?" und die gelinde Mkühlung, die sich des bis dahin sehr liebenswürdigen Mitreisenden bemächtigt.
Berlin ist, um cs kurz zu sagen, als das Zentrum, in dem die Fäden der Politik zusammenlaufen, nicht populär. Man hört auf Reisen selten eine tadelnde Aeußer- nng über die Regierung des Landes, in dem man sich aufhält; aber man hört manch kräftiges Wort über Berlin. Beispielsweise, es wird auf den Widerstand hingewiesen, den eine Forderung findet: „Berlin will nicht!" Oder es wird von einer kommenden Steucrbelastung gesprochen: „Tie ist in Berlin ausgeheckt worden!" Oder es wird im allgemeinen Unzufriedenheit mit dem Regierungskurs ausgedrückt: „Berlin ist schuld!" Berlin ist ungefähr für alles vcrantwortlicki, was in der deutschen Politik geschieht. Die eigene Negierung, nun die rnöchte schon anders, die weiß besser, wo der Schuh drückt; doch Berlin ist zu mächtig, gegen den Widerspruch Berlins ist nichts auszurichten.
In einem stinrmten fast alle überein, an deren Ge- sprächcn wir teilgenommcn haben: die „Berliner Politik" sei der „Landwirtschaft übermäßig freundlich" gesinnt, sodaß die Städte und ihre Interessen kaum nock ctrjaS zu bedeuten hätte«. Das komme aber dvcher, daß die preußische Regierung die am agrarischsten gerichtete von allen Bundesregierungen sei. Mit dem Wort „Berlin" verbinden sich die Be- ariffe hohe Zölle und hohe Steuern.
Ist die Ncichsregierung populär? wird oft gefragt. Man muß die Frage anders fassen: Ist Berlin — Berlin im politischen Sinne — populär? Darauf kann schwerlich mit Ja geantwortet werden. Man hat die Empfindung, daß von Berlin nicht viel Angenehmes zu erwarten ist, daß Berliner Einflüsse sich stärker in den Bundesstaaten geltend machen, als die Bürger dieser Staaten für wünschenswert halten.
Tie Urlaubsreisen der Chefs und Beamten 6er Reich sä m ter erstrecken sich zumeist auf ailßer- deutsche Länder, auf die Schweiz, aus Italien, England usw., Wenn diese hohen Beamten in deutschen Gebieten sich um s ä h e n und ein wenig in 5 Volk gingen, wobei man freilich nicht die erste Klasse, sondern die dritte Klasse auf der Eisenbahn wählen muß, dann würden sie manchen nützlichen Schluß aus dem ziehen können, was sie zu hören bekommen. Vergleichende Beobachtungen im Ausland mögen gut und interessant sein, im Inland sind sie besser und wertvoller. Daß Berlin mehr und mehr, wie Paris, zum Brennpunkt der Politik wird, daß fast alle die wichtigen Entscheidungen von dort ausgehen, hilft zwar die Geschäfte vereinfachen. Andererseits» wird Berlin zum Zentrum der Kritik und jeder politischen Verstimmung. Und das will beachtet sein.


