Dienstag 8. August 1905
155» Jahrgang
Erstes Blatt
S3
5>ie heutige Dummer umfaßt 8 Seilen.
pumpt er denn alle 5 Minuten munter sein Hinterrad voll, um in der Zwischenzeit weiterzuradeln, und zwar, dem ventns
strichenes altes Haus auf. Seine vorspringenden oberen Geschosse, sein hoher spitzer Giebel, seine hellgrüne Farbe geben ihm ein gar wohlgefälliges heiteres Aussehen. Aber die dunkelgrünen Tür- und Fensterarabesken sind doch recht mißlungene Nachempfindeleien des Eckmann-Stiles. Gradlinige Umrahmungen täten erheblich wohler. Auch das Rathaus, das mehr einem Schulhause gleicht, ist wenig erfreulich, dagegen ein altes, graugelb getünchtes Haus daneben mit mächtigem bollwerkartigem niedrigem Rundtunn und hübschem Seitenerker um so anheimelnder.
Die fette Krebssuppe im Hotel Schüz mundet uns vorzüglich. Mit recht tüchtigen Schinkenbutterbröten versehen, geht's nun wieder zu Rad. Die entwichene Luft des Hinterrades meines Radelgenosien wird aufgepumpt, und weiter geht's mit munterm Sinn. Wir bewundern noch das hübsche Portal der Kirche und den schönen himmelhohen Turm, und dann verlassen wir das Städtchen, besten erste Blütezeit jener Periode angehörte, da des Klosters Fulda heute fast ganz verschwundene Besitzungen im 15. und 16. Jahrhundert in die Hände der neu eingewanderten Protestanten übergingen, und das un§ heute herzlich anmutet als ein friedlich erblühendes Landstadtidyll.
Dicht bei der Stadt sehen wir auf dem Eichberg ein-, neues, in blendender Weiße zu uns hinüberleuchtendes, rot- bedecktes stattliches Riedeselsches Schloß. Dann gehts in weiten Windungen immer bergan, durch Blitzenrod, ,bte große Stadt, die nur sieben Hänser hat", und weiter durch, schönen Wald mit wiederholten entzückenden Blicken auf bei* wahrhaft fürstliche Riebeselsche Schloß Eis en b a ch, bas Herr-- lich auf einem Berge thront, umgeben von einem großen, in scheinbarer AbsichtSlosigkeit angelegten Parke, besten, auf feinste Wirkungen berechneten Geschmack man aber boch halb empfindet. Wie man uns erzählt, hat einer der RiedeselS, der als General und Kommandeur der Braunschweiger den amerikanischen Befreiungskrieg mitgemacht hat, manchen besonders schönen Baum aus Amerika hierher gebracht.
Endlich ist, zwischen Hohwald und Lohwal)), die Höhe von 412 Metern erreicht, und nun gehts eben eine Strecke weiter. Aber der Gegenwind, der anfangs uns so wohltuend erschien, wird, je länger er uns anficht, um so heftiger. Selbst wo die Straße abfällt, muß man mit aller Kraft treten, um vorwärts zu kommen. Wir hoffen, daß der Wind der Klügste von uns dreien ist und endlich nachgeben wird, aber er zeigt sich mindestens so hartnäckig wie wir. Unb wenn ich am Tage vorher wehklagend deklamiert hatte: „Rasch tritt die Rot den Nadler an, es ist ihm keine Frist gegeben; eS stürzt ihn mitten in der Bahn rc.", so bemerkt heute mein Radelgenosse mit der ihm eigenen stoischen Ruhe: „Die Luft entfleucht gar schnell dem Verließ von Gummi". Und da das Flicken seine wie meine schwächste Seite ist, so
GAalveatz« 1.
Mbrefle für Deoeichen: «uzetger Gießen.
Frmlvr^chanichliiß Nr 51
Aas unersättliche Südwestasnka.
Die „Naticmalztg." erklärt, daß die Nachricht eines Berliner Blattes, daß weitere Verstärkungen in Höhe vvn 5000 Mann nach Deutsch-Düdwestafrika geschickt würden, aus der Lust gegriffen ist. Geringe Verstärkungen sollen auf dringenden Wunsch Trothas nur die zum Schutze der Etappenlinien bestimmten Detachements erfahren.. Für diesen sind die kürzlich ausgereisten 300 Mann bestimmt. Tie Formierung dieser Truppe mußte mit , Rücksicht auf die augenblickliche Kriegslage, speziell im Hinblick auf die durch den bevorstehenden Haupt an griff gegen Hendrik Witboi notwendigen Truppenkonzentrationen, derart beschlcunig-t werden, daß, selbst wenn der Reichstag hierzu einberufen wäre, er keinesfalls vor der Ausreise des betreffenden WörmanndampferS zusammentreten konnte. Tie weiteren Abteilungen, welche noch im Laufe des August in Stärke von 800 Mann nach dem Aufstandsgebiete abgehen, stellen dagegen ausschließlich Ergänzungen der durch Ge- fcchtsverluste und Krankheiten entstandenen Lücken der Schutztruppe dar. Die Absendung dieser Ergänzungsformationen wurde gegenüber dem ursprünglichen Plan — abermals wegen des neuen Vorstoßes gegen Witboi — auf Ansuchen des südwestafrikanischen Oberkommandos lediglich beschleunigt.
Also ein Truppennachschub von 5000 Mann nach Sudwestafrika wird nicht erfolgen. Nicht jetzt: darin hat das Dementi gewiß Recht. Wer nach und nach können die 5000 Mann schon zusammenkommen, wenn 800 Manu und wieder 800 in dies Schreckensland hinausgehen, das mit dem Blut unserer Tapferen gedüngt ist, das gefräßig immer neue Opfer fordert und das in runder Summe bald eine halbe Milliarde verschlungen haben wird. Ist es zu verwundern, daß die Freude an den Kolonien, von Anfang an nicht besonders stark und weit verbreitet, immer mehr schwindet? Ist es zu verwundern, daß man selbst in konservativen Kreisen kräftige Worte vernimmt, die an ba§ berühmte Wort erinnern, mit dem Graf v Caprivi die Kolonialfreunde gegen sich erbitterte: „Je weniger Afrika, desto besser"? Und ist es zu verwundern, wenn man Erwägungen darüber austettt, wieviel Nützliches mit Hilfe der verausgabten hunderten von Millionen auf dem Gebiet der in ne ren Kolonisation geschaffen werden konnte?
Einigermaßen auffällig ist, daß nicht offiziöse Blatter
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger ö zv
Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen
Einflüsse beschreibt die Kurve der Radellust stets einen eleganten Bogen abwärts. Doch der angenehme Wind läßt Bangigkeit vor übergroßer Hochsommerhjtze nicht zu.
Vor un§ erhebt sich das baurnurnstanbene Bergschloß Altenburg, das den Freiherren v. Riebesel gehört. Von ihnen erzählt eine ber antiken AeneaSsage nachempfunbene hessische Sage, baß in grauen Jahren einst ein Ritter einen im Walde dort auf ber Jagb verirrten unb bem Hungertode nahen deutschen Kaiser bei zufälligem Streifen durch den Wald antraf, ihn auf den rechten Weg und zu seinem Gefolge brachte. Der dankbare Kaiser schenkte ihm dafür so viel an Land, als er in drei Tagen auf einem Esel umreiten könne. So erwarb er sich einen recht stattlichen Grundbesitz und zugleich den Namen Rittesel mitsamt einem Eselswappenschilde.
Dort plaudert geschwätzig die muntere Schwalm vor sich hin, und zwischen den zerstreuten Häusern des Dorfes Altenburg lugt immer wieder die Stadt Alsfeld mit ihrer wehrhaften Stadtmauer, ihren alten stolzen Türmen und ihren von heutigem emsigen Gewerbefleiße zeugenden Schloten hindurch. Dann aber macht unsere gute Radelstraße eine scharfe Wendung nach Südosten und die Stadt ist unseren Blicken entschwunden. Goldgelb oder tiefgrün wogen wieder weite Getreidefelder unb üppige Wiesen. Sonnenblicke wechseln mit eilig dahinjagenben Wolken. Dann kommen wieder freundlich bewaldete Hügelketten. Es ist ber Walbbistrikt Homberg. Unten im Tale ber Schwalm bettet sich anmutig bas Dörfchen Hopfgarten mit seinem schlichten traulichen Kirchlein. Jetzt schiebt sich eine prachtvoll rot aufleuchtende Mauer in den von stattlichen, riesige Laubkronen tragenden Bäumen bestandenen Weg. Es ist, wie wir bald gewahr werden, das erste Haus des Dorfes Brauerschwend, in dem uns sonntäglich geputzte Kinder fröhlich „All Heil" zurufen. Und immer höher hinauf geht's wohl bis auf 350 Bieter, um dann in schönen Serpentinen über Dorf Reuters, auf das wir wie auf die Lauterbacher Gegend von ber Höhe aus einen schönen und weiten Ausblick haben, hinab nach Lauterbach. ri „„ , _ , r -
Noch haben wir nicht die ersten Hauser von Lauterbach erreicht, als mein Radelgenosse das Schlappwerden seines Hinterrades bemerkt. Sollte er einen Nagel aufgepickt haben? Doch vorläufig geht's noch einigermaßen. Er versucht ganz sachte aufzusitzen und kommt gemütlich in die Stabt hmem.
Das erste Haus in Lauterbach, das unsere Blicke aus sich lenkt, ist bas (og. „9of)f)au§-, ein altes Besitztum derer o Riedesel, in einem behäbigen, aber doch sparsamen Rokokostil, wie man ihn häufig antrifft bei den Schlössern ber west-
Hine Kadjahrt nach der Schwalm und Kochwalbhausen.
(Original-Artikel des Gießener Anzeigers.) (Schluß.)
Auch den anderen Häusern des Alsfelder Marktplatzes sieht man e§ an: hier wohnt von alten Zeiten her ein tüchtiges Geschlecht, das seinem kerndeutschen Sinne m kerndeutschen Bauten Ausdruck verlieh. Und vor em paar Jahrzehnten erwarb sich, wie der Gießener Gymnasialprofessor Dr. Röschen in seinem flott und nicht ohne Humor geschriebenen, von der Roth'schen Verlagsbuchhandlung schmuck ausgestattkten „Führer durch den Vogelsberg" mit Recht rühmend hervorhebt, der damalige Alsfelder KreiSrat Hoffmann große Verdienste um die Erhaltung des alten Charakters und ber historischen Baudenkmäler Alsfelds. Das ganz aus Hausteinen errichtete, mit Giebeln versehene sog. HochzeüshauS zeigt das von seinen 440 Jahren etwas getrübte Antlitz deutscher Frührenaissance. Prächtig ist das neu renovierte Privathaus an der gegenüberliegenden Straßenecke in aller seiner leuchtenden Farbenfreudigkeit und seinem üppigen Retch- tum an Figuren, die so trutzig und einfältig zugleich nut steifer Förmlichkeit auf die modischen Leute von heute zu ihren Füßen blicken. Die 6—700 Jahre alte Hauptkirche schaut auch recht finster auf unS hernieder, wie voll Gram über die Weltfreude einer neuen Zeit und voll Aerger über die mannigfachen Verhunzungen unverständiger Baumeister an ihrem würdigen Aeußeren.
Aber noch manches andere Haus in Alsfeld fesselt untere Blicke. Hier ist's die anmutige Fachwerkarchitektur, dort sind's seltsame Rundbogenfenster, dann ein schönes Barockportal, ein reichverzierter Erker, ein hübscher Giebel, eine schön geschnitzte Tür, was unS auffällt. Den stumpfen Leonhardsturm in seiner plumpen Massigkeit sehen wir nur von weitem. Lieb und traut blickt uns manches uralte kleine Häuschen in einer der krummen engen Gassen an. Hier z. B. reihen sich Blumen an Blumen vor den Fenstern, und hinter diesen Blumentöpfen wimmelts von bezopften Köpfen. Der Stadt Alsfeld könnte wohl ein neuer Karl Spitzweg erwachsen mit dessen ganzem frohen Behagen des Kleinstädters an den bunten Bildchen einer eng umgrenzten Welt.
An grasbewachsenen wuchtigen Resten der kugelfesten Stadtmauer und an der alten turmlosen Dreisaltigkeitskirche vorüber tragen unsere Räder uns hinaus aus ber alten Stadt in ihre modernen Anhängsel. Wie modischer Flitterkram am würdevollen Gewände einer schönen alten Dame, so erscheinen uns diese vor 3—5 Jahrzehnten geschmacklos erbauten stumpfsinnigen Häuser, einer geistesarmen Zeit neben den reizenden Denkmälern alter hessischer Baukunst.
Bald haben wir die Stadt im Rücken. Auf der Landstraße begegnen uns Kirchgänger in malerischem Sonntagsstaat. Also so früh noch ist'S; zu spät jedoch schon fast für Radler, wenn die Sonne scheint. Unter ihrem allzu starken
monatb A7B Pi., Di tritt» jährlich Mk. 2.20; durch Abhole. u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.: durch die Post Tlt. 2.—viertel» fahr!, ausschl. Bestellg. "nnahme tnn Auzei'm tt die tx ssrm-mitt 3 do 4 'eilt.
. '»c 'enmeiS: ai*4roäri8 d'j.
^•v-introoxti'cy pvne bei pollL unb
Teil P. Wlttlo: für „Stadt und Land" unb .Gerichtssaal*: August Goetz, für den Anzeigenteil' L>anS Beck.
Armeelieferungen jedoch dursten wir unseren, den cmf- stönd'schen stammverwandten Eingeborenen nicht zunniten, ohne rin Risiko zu übernehmen, auf das wir nicht gerüstet waren Unsere Neutralität war den Deutschen gegenüber io wohlwollend wie irgend möglich gemäß 'unserem Wunsche der Pflege freund- lichster Beziehungen zu ihnen. Mein tri unserer ungeheuren Ern- geborenen-Bevölkernng mußten wir Vorsicht walten lassen.' Zum Schluß befürivortet Sir Lewis den Vorschlag der Internier u n g auf Kapgebiet übergetretener Rebellen a n f d e u t s che Kosten Die Kapkolvnie habe bereits große Kosten iNwlge des Aufstandes gehabt, und das zu einer Zeit, wo ihre Finanzen außerordentlich darniederlagen. Die Regierung habe die Hauptmasse der verfügbaren militärischen Streitkräfte an die vSrwcvy.. gelegt, um ihre Politik durchzusehen. — Der englische Kvlonial- fachmann Archibald Eolguhoun spricht sich in ähnlichem Sinne aus und vindiziert der Kapregierung und ihren Grenzwachen das Verdienst, durch Verhinderung eines Uebergreifens der Rebellion auf das Kapgebiet den deutschen Truppen die Arbeit erleichtert zu haben. Was ein eigentliches Zusammengehen! der englischen Regierung mit der deutschen zur wältigung des Aufstandes anlange, so seien dessen Ursachen n i cht dazu angetan gewesen, ein solches zu rechtfertigen, eei er doch hauptsächlich infolge von schweren Fehlern der d ent- schen Beamten undMilitärs und von v ö ll i g er B er- kennung der Lage durch die Berliner Regierung atisgebrochen. Die Morning Post, die anfangs in dieser Fmge gegen die Kapregierung Partei nahm, ist auf Grund der Neuerungen dieser beiden Gewährsmänner der Ansicht, day ste sich vollkommen korrekt verhalte und Deutschland keinerlei Grund zur Klage ljabe. — Nach einer Kapstädter Depesche teilt die dortige Cape Times mit, die Betschuana-Land-Grenz- wachen seien verstärkt worden und der Nettelbladtsche Dorwurf, bie Aufständischen benutzten ba5 Kapgebiet als Wiederaus rüstungS- basis, sei unbegründet. .
Zu diesen höchst seltsamen und höchst bemerkenswerten Ausfiihrungen eines einflußreichen britischen Staatsmannes, die wohl neben vielem absichtlich Verdrehten und Entstellten doch manches sehr wahre und sehr beherzigenswerte Wort enthalten, bemerkt die „Nordd. Ällg. Ztg." nicht ein einziges Wort. Und doch wäre eine entschiedene Stell- ungnah-me gerade in diesem Organ der Regierung sehr angezeigt. Stat't dessen wird es dem „Lokalanz." überlassens Einspruch gegen die „brutale Tatsache"" zu erheben, „daß die aufständischen Hottentotten jenseits der Grenze immer wieder Unterschlupf finden unb, sobald sie sich zu neuen Taten genügend gekräftigt glauben, in das deutsche Schutzgebiet zurückkehren." Das ist eine unzweifelhaft „inspirierte" Auslassung^ die ja einigermaßen, energisch klingt. Nur, wie gesagt, steht sie nicht auf der richtigen Stelle. Mit Recht macht die „Tagesztg." darauf aufmerksam, daß für uns die Kapregierung gar nicht in Frage komme. Deutschland habe nur nut der groß-
ersten Ranges klar barlegen, was es mit den Truppensendungen auf sich hat. Die „Nationalztg.", die am Samstag konstatierte, daß Herr v. Trotha nicht den Wunsch nach Verstärkungen geäußert habe, ist die Verkünderin von Mitteilungen „aus erster Quelle", also wohl aus der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amts. Wir müssen gestehen, daß wir die Auskunft lieber in der „Nordd. Allg. Ztg." oder im „Neichsanz." gelesen hätten — so kann man sich des Gedankens nicht erwehren, daß ein „Bis auf weiteres" sich im Hintergründe befindet.. KeinEndeläßt sich ab sehen: das sollte klipp und klar gesagt werden, dann weiß man wenigstens, woran man ist. Zurzeit weiß man nicht einmal, wie sich die deutsche Regierung zu der grotesken Auffassung der Kap ko la nie stellt, die Aus- ständ igeit nach allen Regeln internationaler Höflichkeit als kriegführende Partei anzuerkennen.
Wir lesen heute folgendes längere Exposö als Telegramm aus London an den „Berl. Lok>Anz/1:
Sir Lewis Mitchell, bis vor kurzem Mitglied des Kabinetts der Kapkolvnie, hat sich zu den von Herrn Nikolaus von Nettelbladt erhobenen und von dem Sekretär der South African Territories Company bestätigten Beschuldigungen gegen die Kapregierung wegen ihres Verhaltens gegen die deutschen Truppen in Südwestafrika, insbesondere wegen der Sperrung der Oranieflußübergänge für Armeelieferungen zu einem Vertreter der Morning Post folgendermaßen ausgesprochen: Das Kapministerium hat den schweren Ernst der Lage von Ansang an anerkannt und hatte allen Grund zu der Annahme, daß der Aufftand aus britisck>es Gebiet übergreifen würde, sobald wir mit den deutschen Truppen irgendwie gemeinsame >L>ache machten. Die Kapregierung bliebe stets in enger Fühlung mit dem Kolonialamt in London und übermittelte diesem jede Meldung, bie sie aus der Nähe des Aufstandsberdes empfing. Niemals aber hat man uns du§ London zu verstehen gegeben, daß man unser Verhüten mißbillige. Die prinzipielle Ratsamkeit eines Zusammenwirkens aller europäischen Regierungen war uns ebenso klar wie Herrn von Nettelbladt, aber wir mußten uns überlegen, wie weit wir gehen durften. Wir Verwehrtendendeutschen Soldaten bewaffnetes U e b e r s ch r e i t e n der englischen Grenze, die Eingeborenen auf deutscher Seite bedrohten wir im gleichen Falle mit Entwaffnung und Einsperrung. Zuerst lieferten wir sogar em- zelne herübergekommene Rebellen an deutscyc Offiziere aus, ledoch hat die diesen abgelieferten Gefangenen von deutscher Seite z u t e i l g e w o r d e n c B e h a n d l u n g uns zur A n s - gäbe dieses Verfahrens veranlaßt. (?!) Als krwg- fiihrende Natton haben wir die Aufständischen weder betrachtet noch behandelt. Nach der Entwaffniing brachten wir sie in eine Art Konzentrationslager. Entweichungen waren leider nicht immer zu verhindern. Die Verproviantierung der deutsciien Zivilbevölkerung via Kapgebiet haben wir nie zu Verkündern gesucht, den Anblick des D u r ch z u g s v o n d e u t s ch e n
Nr, 184
ti|H4 anbei Sonntags.
Dein Dießener Anzeiger «»erben Im Wechsel mit bem Nesfischen Landwirt die Sfttztnei Hamilien- tütiee viermal tn der Woche be,gelegt.
KotattonSdruck u. Ber> Um bet v rühl'schen vntverf^Buch-n.Stem- bnidetei, 8t Lang«.
fa(ifde)en Wtgen. bem besten Gasthause weist man
uns nach dem Hotel Schüz auf dem Marktplatz. Dieser macht freilich durchaus keinen platzartigen Eindruck, sondern niel mehr den einer keilförmig verbreiterten Straße. An der _ , - M
Ecke, um die wir biegen, fällt uns ein kürzlich neu ango'adversarius conuannsque zum Troll, nut solcher Wucht


