beten Länder noch weiter entwickeln möge. Ich trinke aus bas Wohl Ew. Majestät und der Königlichen Familie sowie aus die Wohlfahrt deS Reiches.
König Alfonso wohnte in Begleitung deS Herzogs von Connaught einem militärischen Neiterspiel in Islington bei; später besuchte der König beide Häuser deS Parlaments und hielt einen Empfang in der spanischen Botschaft ab.
König AlfonS begab sich heute mittag in Begleitung deS ^Prinzen von Wales nach der Guildhall, wo sie von deren Lordniajor in der Bibliothek empfangen wurden. Das HerzogS- paar von Connaught mit Töchtern, der Premierminister mit den Mitgliedern des Kabinetts, der Erzbischof von Canterbury, die Mitglieder der spanischen Botschaft und zahlreiche Parlamentarier waren zugegen. Dem König wurde eine Adresse in einem goldenen Kästchen überreicht. In der Festhalle fand sodann ein Mahl statt.
Bei dem Frühstück in der Guildhall gedachte König Alfonso in seiner Antwort auf die Nede des Lordmayors der Sympathien zwischen England und Spanien, welche Jahrhunderte hindurch in engem Verkehr standen, viele Schlachten Seite an Seite gekämpft hätten und dadurch von jenen Gefühlen der gegenseitigen Achtung und Bewunderung erfüllt feiert, auf Grund welcher sie ernstlich beabsichtigten, jetzt ein friedliches, vollständiges und immerwährendes Einvernehmen herbeizuführen, verbunden mit politischen und kommerziellen Vorteilen, die am meisten geeignet seien, die alten, überlieferten Freundschaftsbande zwischen den zwei Völkern noch enger zu knüpfen.
Deutsch-Mdwestafrika.
Ein Telegramm on§ Windhuk meldet: Am 23. Mai bei einem Ueberfall östlich der Karras berge gefallen: Unteroffizier Lupp, Gefreiter Kadoch, geb. 30. März 1883, Netter Kersten, Reiter Schneider, Reiter Schöps. — Am 27. Mai im Gefecht südwestlich von Goggas verwundet: Hauptmann Georg Blume, geb. 1866 zu Berlin, früher Infanterieregt. 144 (Streifschuß an der linken Hand); Leutnant Martin Schmidt, geb. 1878, Reiter Leschner. — Am Typhus gestorben: Gefreiter Füllbier, Reiter Schütt, Reiter Pokohn, Reiter Pieper. — Außerdem Gefreiter Leistritz an Lungenentzündlmg gestorben. — Nachträglich wird ge- meldt: Unteroffizier Weißer 19. Mai im Gefecht bei Visseport verwundet; Reiter Schau am Typhtts gestorben.
Deutsches Reich.
Berlin, 7. Juni. Der Kaiser besuchte heute nachmittag die Großherzogin von Oldenburg. Abends 8 Uhr fand bei dem Kaiserpaar im königlichen Schlosse Tafel statt, an der teilnahmen allster den anwesenden Prinzen-Söhncn und deutschen Fürstlichkeiten der Prinz und die Prinzessin Arisugawa von Japan, der Prinz von Rumänien, das Prinzcnpaar Albert von Belgien und die Herren der spanischen Mission.
— Dem Oberstmarschall Fürsten Egon zu Fürst en berg ist vom Kaiser der Schwarze Adlerorden verliehen worden.
— Prinz Arisugawa von Japan wird mit seiner Gemahlin die Stadt Donnerstag verlassen und sich nach Homburg begeben, wo der Prinz, der wegen seines leidenden Zustandes allen Festlichkeiten hatte fernbleiben müssen, zur Wiederherstellung seiner Gesundheit einige Zeit zu verweilen gedenkt. Das prinzliche Paar werden der japanische Gesandte und desien Gemahlin begleiten. Von Homburg werden die japanischen Herrschaften Holland besuchen. Die Mehrzahl der fürstlichen Hochzeitsgäste ist bereits gestern abend und heute vormittag von hier abgereist.
— Wie der Präsident des deutschen Flotten Vereins mitteilt, hat das Präsidium in Uebereinstimiimng mit der auf der Stuttgarter Hauptversanunlung zu Tage getretenen Auffassung in Gemäßheit des Schlußsatzes von § 11 der Satzungen die Generale Keim und Menges wieder- gewählt. Die Genannten haben die Wahl angenommen.
— Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger tagte in diesem Jahre in Emden, von wo seinerzeit die erste Anregung zur Gründung einer derartigen Einrichtung gemacht und auch verwirklicht wurde. Den Anlaß dazu gab, wie „Osts. Ztg." aus alten Nummern erinnerte, eine ganze Anzahl entsetzlicher Strandungen an der ostsriesischen Küste im Herbste 1860: am 4., 11. und 25. September auf Borkum, am 6. Oktober auf Norderney und am 18. Novetnber in der Leybucht, bei denen cs nicht nur an den allernötiqsten Nettungsvorrichtltngen, sondern auch an der rechten Menschlichkeit zu wackerer Tat fehlte. Die heurige Tagung der Gesellschaft eröffnete der stellvertretende Vorsitzende, Senator Frese-Bretuen, früher Reichstagsabgeordneter. Rettungsstationen gibt es jetzt 124. Diese Rettungsstationen sind im letzten Rechnungsjahre 17mal mit Erfolg tätig gewesen und haben 80 Personen aus Seenot gerettet, davon 66 durch Boote, 14 mit dem Raketenapparat. Die Gesamtzahl aller von der Gesellschaft geretteten Personen beträgt 3185.
Kattowitz, 7. Juni. In einer Vertrauensmänner- Versammlung der vereinigten Liberalen wurde Pfarrer Naumann als Kandidat für die Neichstag's-Ersa tz- wahl vorgeschlagen. _____________
Kcer und Alotie.
Der Kronprinz ist an seinem Bcrmählungstage a la suite des 1. Seebataillons, des Grenadierregiments Kronprinz (1. Ostprenßisches) Nr. 1 und des 2. Gardelandwehrregiments gestellt worden.
NnSLmrÄ.
Kopenhagen, 7. Juni. Eine Meldung des Newyork Herald, daß die Kohlen st ation der dänisch-ost asiatisch en Kompagnie auf St. Thomas ein deutsches Unternehmen fei, ist, wie Nitzaus Bureau von maßgebender Seite erfährt, vollkommen unrichtig. Die Ham- burg-Amerika-Linie hat nichts mit dieser Kohlenstation zu tun. Beide Linien haben nur eine Uebereinkunft über die Regelung der Fahrt ihrer Schisse int westindischen Verkehre getroffen.
Brüssel, 7.Juni. Der Senat nahm den Deutsch- Belgischen Handelsvertrag mit 48 Stimmen bei 29 Stimmenthaltungen an.
Paris, 7. Juni. Eine wenig glaubwürdige Meldung Dringen hiesige Blätter aus Nancy über einen angeblichen
Grenzzwischenfall in der Nähe von AmanvillerS. Dar- nach soll ein franz. Gendarm zwei deutsche Soldaten auf französischem Boden entdeckt und über die Grenze zurückgebracht haben, als diese sich plötzlich auf den Gendarmen warfen und ihn auf deutsches Gebiet zu drängen versitchten. Dieser habe jedoch den größten Widerstand geleistet und nach voraufgegangenem Kampf sich endlich losgerissen. Die Regimentsntimmern der beiden Soldaten habe er sich noch merken können. Einige Stunden später sollen dann 12 Soldaten und ein Offizier die Grenze überschritten und den Gendarmen angegriffen haben. Der Präfekt habe eine ernste Untersuchung eingeleitet.
— Oberst Marchand veröffentlicht einen großschnauzigen erfindungsreichen Artikel, worin er sagt, er stehe nicht an, heute, ohne Besorgnis dementiert zu werden, zu erklären, daß ein Krieg zwischen Deutschland und England von letzterer Macht gewollt wird, oder daß inzwischen der deutsche Kaiser freiwillig auf seine überseeische imperialistische Politik verzichtet habe. Er fügt hinzu, daß die Eventualität dieser Verzichtleistling nicht vereinbar ist mit dem Charakter des deutschen Kaisers, welcher um den deutschen Welthandel zu unterstützen und die Industrie zu fördern, seine Flotte bedeuutend zu vermehren gewußt hat umd dessen Wahlspruch laute: Unsere Zukunft liegt auuf dem Wasser.
Ronu, 7. Juni. Eine hohe vatikanische Persönlichkeit hat über den von, Papste berufenen euucharistischen Kongreß folgende Mitteilung geuuacht. Dieser Kongreß ist von höchster Wichtigkeit, besonders was die kath. Organisation der Welt betrifft. Der heilige Vater ist dazuu bestimmt, eine Periode der katholischen Gegen-Offensive zu eröffnen in dem hartnäckigen Kampf, welchen die Sektierer des Antiklerika lismus überall der Kirche machen. Diejenigen, welche glaubten, daß die Kirche sich für besiegt er- llärt, seien im Irrtum. In wenigen Monateuu werden die Entschließumgen des Kongresses reif sein und in allen kathol. Ländern ihre Früchte tragen.
Neapel, 7. Juni. Die Polizei verhaftete in einem Eisenbahnzuge zwischen Pompeji und Neapel einen jungen Mann, dessen Signalement deuu des Attentäters auuf den König von Spanien Ferras entspricht. Man glaubt, daß man den Täter gefaßt habe.
Belgrad, 7. Juni. Das „Amtsblatt" veröffentlicht einen königl. Erlaß, durch welchen das Abschiedsgesuch des Justizministers Nikolitsch genehmigt und Paviceuvitsch mit der Leitung des Justizministeriums betraut wird. (9L hat, wie wir berichteten, den früheren Ministerpräsidenten Paschiticht auf der Straße geohrfeigt. D. R.)
Colombo, 7. Juni. Die englischen Schlachtschiffe „Canopus" und „Goliath", nach China bestimmt, wurden zu rück berufen und der atlantischen, bezw. Mittel- meersiotte zugewiesen. Man erwartet, daß die hauptsächlichen Schiffe von der chinesischen Station abberufen werden.
Die Ermordung des Pfarrers Thöbes in Heldenbergen vor dem Schwurgericht.
lUnberechtigt. Nachdr. verboten.) H. F. Gießen, 8. Junt.
Vierter Tag- der Verhandlung.
Auch beute ist der Andrang des Publikums ein ganz außerordentlich starker.
Der Zeuge Schreiber nicht erschienen.
Gegen 9’ i Uhr vormittags eröffnet der Vorsitzende, Land- gerichtsrat Prätorius wiederum die Sitzung und befiehlt, den gestern als Zeugen geladenen Josef Schreiber aufzurufen. Der Gerichtsdiener meldet, daß der Heuge nicht erschienen sei. Oberstaatsanwalt: Es ist mir die Mitteilung Angegangen, daß der Aufenthalt des Schreiber nicht zu ermitteln fet. Im übrigen habe ich folgendes Telegramm erhalten: „Vorladung Hudde nicht erhalten, werde aber erscheinen. Josef Schreiber." — Oberstaatsanwalt und der Verteidiger R.-A. Dr. Jung erklären, daß sie auf die Vernehmung des Schreiber verzichten.
Hndde nicht geisteskrank.
Auch auf die Vernehmung des Sachverständigen, Medizinalrats Tr. Haberkorn lGießenh der über den Geisteszustand des Hndde sich äußern soll, wird allseitig verzichtet.
Danach wird d'e Beweisaufnahme für geschlossen erklärt.
Stellung der Schuldfragen.
Der Vorsitzende ücrhcil alsdann die den Geschworenen vorzulegenden Schuldfragen.
Diese lauten: 1) Ist der Angeklagte Hudde schuldig, in der Nacht vom 11. zum 12. November 1904 zu Heldenbergen, allein oder in Gemeinschaft mit einem andern, den Pfarrer Thöbes vorsätzlich getötet zu haben, und zwar, indem er bte Tötung mit lleberlegung ausführte. 2) Im Falle der Verneinung der Frage zu 1: Ist der Angeklagte schuldig, bet Unternehmung eines Diebstahls, um ein der Ausführung ent- gegenstiehende5 Hindernis zu beseitigen, ober um sich der Ergreifung auf frischer Tat zu entziehen, allein oder in Gemeinschaft mit einem andern, den Pfarrer Thöbes vorsätzlich getötet zu haben? Im Falle der Verneinung der Fragen zu 1 und 2, 3) Ist her Angeklagte schuldig, dem Täter zur Begehung des Verbrechens durch Rat oder Tat wissentlich Hilfe geleistet zu haben? 4) Ist der Angeklagte Hudde schuldig, allein oder in Gemeinschaft mit einem nnbem dem Pfarrer Thvb»s mit Gewalt etwas weggenommen zu haben? 5) Ist der Angeklagte Hudde schuldig, allein ober in Gemeinschaft mit einem andern, aus einem Gebäude mittels Einbruchs, nämlich dun Pfarrhaus zu Helden- bergeri verschiedene bewegliche Sachen gestohlen zu haben? 6) Ist der Angeklagte Hudde schuldig, allein oder in Gemeinschaft mit einem andern: aus einem zum Gottesdienste bestzimnUen Gebäude, nämlich der katholischen Kirche zu H^pvenhetm Gegenstände gestohlen zu haben, welche bem Gottesdienste gewidmet sind? 7) Ist Hudde schuldig, allein oder tn Gemeinschaft mit einem andern aus einem Gebäude, nämlich dem Pfarrhaus zu Heppenheim, mittels Einbruchs verschiedene bewegliche Sachen gestohlen zu haben? Dieselben Fragen werden betreffs Hudde bezüglich der Einbruchsdtebstähle in bte Pfarrhäuser und Kirchen zu Missen, Garbeck, Herford und Klein-Sebwalbach^gestellt.
Bezüglich des Angeklagten Walter werden die Schuldfragen wegen der Eiubruchsdiebstäble in die Pfarrhäuser, bezw. Kirchen zu Heppenheim und Garbeck gestellt.
Nach längerer Beratung des Gerichtshofes werden auch betr. her Schuldsrage wegen der vorsätzlichen Tötung, um ein der Ausführung der Tat entgegen stehendes Hindernis zu beseitigen ober um sich der Ergreifung auf frischer Tat zu entziehen (§ 214 des Str.-G.-B.) und betr. der Sclmldfrage des Raubes, die U-nte vif rügen wegen Beihilfe gestellt. —
Es nimmt danach das Wort zur Schuldfrage Oberstaatsanwalt Theobald.
Meine Herren Geschworenen! Das Verbrechen, das Ihrer Beurteilung unterliegt, har wett über die Grenzen unsereA engeren Vaterlandes, wohl in ganz Deutschland, das größte Aufichen und tiefste Erregung hervorgerufen. Die Erregung war umso
größer, da ein Verbrechen gescheyen war, wie es seit Jahreri $ eüs
seit Jahrzehnten, ia, ich kann wohl sagen, fett Menschen gedenken in unserem friedlichen Oberhessen nicht vorgekommen ist. Man fragte sich entsetzt, wie ist es möglich, daß im stillen Pfarrhause zu Heldenbergen der Geistliche, ein Mann, von allen, bic ihn kannten, hochgeschätzt und hoch verehrt, einem so furchtbaren Verbreck)en zum Opfer fallen konnte? Die Gemeinde beweinte den jähen Verlust ihren treuen Seelsorgers, zahlreiche Menschen einen stets erprobten Freund imb Berater, einen Helfer in der Not, der für jeden, der sich an ihn wandte, stets eine offene Hand hatte. Ein seelensgute^ mildtätiger e Mann, ein edler Menschenfreund war, während er in seinem Zimmer ruhig schlief,, des Nachts einem ruchlosen Mordbuben zunr Opfer gefallen. Es liegt mir ferne, m. H. Geschworenen, durch diese Ausführungen Ihre Leidenschaften wachzilrufen, Sie hart zu machen gegen den Mann, der diese Untat ausgesührt hat. Fch bin entfernt von solchem Beginnen. Bei der Fülle des.Belasfimgsmaterials wäre das auch vollständig überflüssig. Die ruchlose Tat, die hier zur Anklage steht, legt uns eine doppelte Verantwortung auf. Wir wollen, fern von aller Leidenschaft, uns streng an den Wortlaut des Gesetzes halten und lediglich da§ Ergelnris der Beweisaufnahme prüfen. Sie haben von den Sachverständ'igen gehört, m. H. Geschworenen, in welch entsetzlicher Weise der Mordbube sein Opfer zugerichtet hatte. Der Hals war durchstochen, fünf Stickre waren in die Brust, zwer in die Lunge, einer ins Her;, einer in die Lun gen schlag aber gedrungen. Die Leiche war mit Blut besudelt und hing in schräger Lage zum^ Bett hinaus. Das Pult und alle Kästen luareu erbrochen, alle Schubläden aufgezogen und der Inhalt hinausgeworfen. Auf dem Tisch neben dem Bett lag das Mordwerkzeug, ein großes Messer, das der Mörder zweifellos aus der Küche ins Schlafzimmer des Pfarrers mitgenommen hatte. Das Blut war von dem Messer kunstgemäß nach Metzgerart abgestrichen, davon legte der Vlutklumpen aus dem Bettvorleger beredtes Zeugnis ab. Eine Reihe Wertgegen- gegenstände, eine goldene Uhr nebst Kette, ein goldenes Kreuz-, einige hundert Mark bares Geld usw. war geraubt. Es entstand die Frage:
Wer ist der Täter-
Am Morgen des 12. November wurde das grausige Ver- brecheie entbeit und bereits am folgenden Tage, Sonntag, den 13. November, teilte mir die Staatsanwaltschaft zu Darmstadt mit: in HePvenheim sei vier Wochen vorher ein Einbruchsdiebstahl in das Pfarrhaus in ganz derselben Weise unternommen worden und der Tat verdächtig erscheine der Metzgergeselle Oskar .Hudde aus Schalke.^ Sehr bakdi erfuhr ich, daß in noch etnigen anderen katholisch-en^ Pfarr- hänsern und Kirchen unter genau denselben Umständen Einbruchsdiebstähle bemrngen waren. Derselbe Oskar Hudde sei vtelfach mit einem Konsplizen in diesen Orten gesehen worden. Es wurde gegen CSfti'* Hudde ein Steckbrief erlassen. Am 9. Januar 1905 gelang es, Hudde in der Herberge zu Aachen zu verhaften.
(Die Rede d^s Staatsanwalts dauert bei Schluß der Re- daktion noch fort.^
Aus Stadt md Kaud.
Gießen, 8. Juni 1905.
sd. Darmstadt, 8. Juni. (Eigener Draht» bericht.) I. I. K. K. H. H. der Groß Herzog und die Groß Herzogin kehrten heute vormittag V311 Uhr von den Berliner Feierlichkeiten im besten Wohlsein hierher zurück und begaben sich ins neue Palais. — Ein seit mehreren Tagen hwr umlaufendes Gerücht wollte wissen, daß Finanzminister Dr. Gnauth zum Oberbürgermeister von Stuttgart ausersehen sei. Von bester Seite wird uns die Nachricht als völlig aus der Lust gegriffen be- zeichnet.
R. B. Darmstadt, 8. Juni. (Drahtbericht.) Heute vorm.ittag ist der 8. Ausschuß in gerneinfamer Beratung mit der Regierung über das Gemeinde-Abgaben-Gesetz unter Vorsitz des Abg. Dr. Gutfleisch zusammengetreten. Der 4. Ausschuß berät heute unter Vorsitz des Abg. Br a uer unter Anderem über die Kreisblätter resp. öffentliche Bekanntmachungen. Freitag wird auch der 2. und 3. Ausschuß eintreffen. Wie verlautet, wird der hessische Landtag am 15. Juli vom Großherzog offiziell geschlossen werden. . __________________
Sport.
Gießener Radfahrer-Verein 1885. Em großeS Sport- unb Volksfest wird, wie auch ans dem Jnseratentell ersichtlich ist, in den Tagen vom 1—3. Juli vom Gießener Rad- falirer-Verein 1885 anläßlich seines 20jährigen.Bestehens veranstaltet. Der Verein kann auf eine an sportlichen Leistungen sehr erfolareiche Verganaenh zurückblicken. Die Konstltutierimg der Festausschüsse ist schon vor einiger Zeit erfolgt und alle Vorbereitunaen in vollem Gange, so daß auf bestes Gelingen des Festes wohl gerechnel werden kann. Me. vor, dem 1. Juli stattfindenden radsvortlichmi Veranstaltungen sind mit dem obigen Fest nicht identisch. ——
Mkcitervewegnng.
Memel, 7. Juni. Gestern abend überfielen über 30 ent (offene, bezw. ausstäudige Bauarbeiter aus Memel unb Insterburg von dem Kaserneitball beimfebrenbe Arbeitswillige. Mehrere der letzteren wurden durch Messerstiche und Stemwürfe zum Teil schwer verletzt. Zu Hille eilende Arbeiter gaben blinde Revolverschüsse ab, worauf sich die Angreller zerstreuten. Der Haupträdelssübrer, ein Bauarbeiter aus Insterburg, wurde verhaftet und nach den übrigen Angreifern wird gefa bndet. ______
Märkte.
fc. Franks u r t a. M., 8. Juni. (Telegr. Orrg.-Bencht des „Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Bi ebmark^ greife. Znm Verkaufe standen: 17 Ochsen, 4 aus Oesterreich 5 Bullen, 00 aus Oesterreich, 84 Kühe, Fersen, Stiere und Rmder, 0 aus Oe,ter., 1215 Kälber, 67 Schafe und Hümmel, 0 Schweme. Bezahlt wurde für lOOPsd.Scblachtgewicht: Ochsen l.Qualitat 72 vls 74 Alk., 2. Oual. 66—68 Mk., 3. Qual. 60—64 Mfi; Birllen ]. Qual. 63—65, 2. Qual. 00—00; Kühe 1. Qualität 68—70 Mk., 2. Qual. 60—62 Mk., 3. Qual. 50—52 Mk., 4. Qual. 42—44 Mk., 5. Qual. 00-00 Mk. Kälber 1. Qual. 83-85 Pfg., Lebendgewlcht 49—51 Pfg., 2. Qualität 77-82 Pfg., Lebendgewicht 46 - 48 Pfg., Schlachtgew. 60—60Pfg.; Schafe: 1. Qual. 72—75 Psg-, 3. Qual. 66—70 Pfg. Geschält bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberftanö w bedeutend: Geschält bei Kleinvieh lebhaft, kein Ueberstand^________
Israelitische Religiorrsqemeinde.
chollesdientz in der Synagoge (Südansage). fV r et t a g, den 9. und SaINsta g, den 10. Juni 1 905: Wocheuscst. 1. Vorabend: 7.45 Uhr. Morgens 8.00 Uhr.
feier. 2. Tag. Vorabend 7.45 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Aach/ mittags 4.00 Uhr. Festesausganq 9.30 Uhr.
Israelitische Religionsgesellschaft.
^ottesdienü.
ffreitaa, ben 9. unb G n m 8 t a fl, den 10. SJunt 1905. Wochonfest. 1. Tcin. 'Botabenb 8.15 Uhr. morgen« 8 00 Uhr. Predigt. 2. Sqg. Bombend 8.00 Uhr. morgens 8.00 Uhr, nach- mittags 4.00 Uhr. Festesausgang 0.»S Uhr. - Wochengottes- dienst: morgens 6.30, abends O-OO-Mr. ———
Briefkasten Ker Redaktion.
(Anonyme Anfragen bleiben nnberücksichtigt.)
Stammtisch znm -ldler in Leihgestern. Der Künstler hat der Phantasie des Beschauers freien Spielraum gelassen. 2Uenn Sie wollen, tritt das fünfte Jahr des neuen Jahrhunderts in den feiner vier Genossen.


