Ausgabe 
8.5.1905 Erstes Blatt
 
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Wr. 107

teetio außer Sonntag-.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit km »elfischen Landwirt die Gießener ZamUien. dUUter viermal In der Woche betgelegt.

-totattonSdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Untvers^Buch-u. Stein- druckerei. Ä. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei:

Gchulftratze 1.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«.

Frrusprechanschluß Nr.Kl.

Erstes Blatt. 155. Jahrgang

Montag 8. Mai 1005

EietzenerAnzeiger

General-Anzeiger '*#7

Aint§- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

V-ß«g--»OtOr monatlich 75 Pf^vtettel« jährlich Mk.8.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.viertel- jährl. auöschl. Destellg. 7ilnähme von Anzeiaerr >ür die Tr asr» erntet 'S vomrittagS * * * * 5 eine.

Ze^emrreiS: auswärts LV Kz.

Verantwortlich für den poltt und -tjjeitte TeUr P. Wittko» für .Stadt und Land^ und . GerichtSs aal*: August Goetz; für den An­zeigenteil: HanS Deck-

5>ie Heutige Kummer umfaßt 10 Seiten

Bekanntmachung.

Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Oppenrod, Kreis Gießen.

Ich bringe hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß 43 Grundeigentümer, die mit 193,4128 ha Gelände in der Gemarkung Oppenrod begütert sind, unterschriftlich die Feld» bereinigung und die Anlage von Wegen in den Obstbaum­grundstücken der Gemarkung Oppenrod beantragt haben.

Da an diesem Unternehmen im Ganzen 168 Grund- /igentümer mit 299,0973 ha Land beteiligt sind, so ist für das Zustandekommen desselben die gesetzlich vorgeschriebene Mehrheit (mehr wie ein Fünsteil der beteiligten Grund­eigentümer, welche mehr als die Hälfte der beteiligten Flache besitzen), vorhanden.

DaS Unternehmen ist von der Landeskommission für zu­lässig erachtet und der Unterzeichnete zum Kommiffär nach Art. 11 des Gesetzes vom 28. September 1887 bestellt worden. Die oben erwähnten Anträge nebst einer Zu­sammenstellung ihres Ergebniffes liegen bei Großh. Bürger­meisterei Oppenrod vom 10. bis einschließlich 16. Mai l. I. zur Einsicht offen.

Einwendungen gegen die Zulässigkeit oder Rechtsbeständig- keit deS Ergebniffes sind binnen 14 Tagen', von der Ver­öffentlichung dieser Bekanntmachung im Kreisblatt an gerechnet, mittelst schriftlicher Beschwerde bei Großh. Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, ür Darmstadt geltend zu machen.

Friedberg, den 3. Mai 1905.

Der Großherzogliche Feldbereinigungskommissär: Spam er, Kreisamtmann.

UMrsche Tagesschau.

Ein Depeschenwechsel.

Der Wortlaut, der zwischen dem deutschen Kaiser und dem König von Italien am 4. d. M. in französischer Sprache gewechselten Telegramme ist in deutscher Ueber- setzung folgender. Das Telegramm des Kaisers lautet:

Im Begriff, den Boden Italiens zu verlassen, wo wir, meine Familie und ich, abermals eine unvergeßliche Gastfreundschaft und einen Empfang von tief bewegender Herzlichkeit genossen haben, liegt es mir daran, Dir den Ausdruck unserer tiefen und auf­richtigen Dankbarkeit zu erneuern. Wir werden stets eine köstliche Erinnerung an diese im leuchtenden Süden verbrachten Wochen bewahren und von fern und von nah werden wir fortfahren von Herzen an allem teilzunehmen, was das befreundete und verbündete Italien betrifft. Ich danke Dir ganz besonders, daß Du nach Neapel zu kommen die Güte gehabt und mir da­durch Gelegenheit gegeben hast, Dir die Hand zu drücken und auf diese Weise die B an b e zu stärken, die unsere Hauser und unsere Länder verbinden. Die Kaiserin vereinigt sich mit mir, um Dir und der Königin unsere freundschaftlichen Ge­sinnungen und unser inniges Gedenken auszudrücken.

W i l h e l m."

Das Antworttelegramm des Königs von Italien lautet: Die liebenswürdigen Worte, die Du vor dem Verlassen Italiens an mich gerichtet hast, sind mir ein neuer und sehr wert­voller Beweis der i n n i g e n F r e u n d s ch a f t, die Du und die Deinigen meinem Lande und meiner Familie immer bezeugt haben und die wir Euch mit größter und herzlicher Auf­richtigkeit erwidern. Dein edles Herz und Dein hoher Sinn mußten durch die Ausdehnung und die spontane Natur der

Kundgebungen, deren Gegenstand Ihr überall bei uns gewesen seid, berührt werden. Aber es ist mir sehr lieb, eine Bestätigung dafür von Deiner Seite zu erhalten und wie ich froh bin den günstigen Anlaß benutzt zu haben, um Dir meine persönlichen Gesinnungen auszudrücken, so beglückt es mich, Dir noch einmal zu «-klären, daß mein Volk und ich stets mit der lebhaftesten Bereitwilligkeit die Gelegenheit ergreifen werden, Dir und Deinem Hause und Deutschland unsere wahrhafte Anhänglichkeit zu be­kunden. Die Königin sendet ihre besten Grüße an die Kaiserin, der ich meine Huldigungen darzubringen bitte. Freundschaitlichst:

Viktor Emanuel".

*

Profcfforendisziplinierung?

Die einzige, aber treueste journalistische Freundin des preußischen Kultusministeriums und seiner Leuchten, der Herren Studt und Althoff, dieGermania", macht den Marburger Professoren einen Vorwurf daraus, daß sie ihren kräftigen Protest gegen Herrn Studt nicht in den Akten der Marburger Universität haben verschimmeln lassen wollen. Das Blatt jammert über eine neueIndiskretion" und deduziert weiter:

Im Interesse der Disziplin unserer Hochschulen ist ferner auch die unbefugtes?) Veröffentlichung in der Prefse aufs schärfste zu rügen. Diese Indiskretion beweist von neuem, daß Professoren unserer Hochschulen mit dem Eisenacher Hochschulverbande unter einer Decke spielen, was den Ein­geweihten allerdings längst kein Geheimnis mehr war. Und wenn, wie der Marburger Senat hervorheben zu müssen glaubt, die Studenten keine Staatsbeamten sind wer hat das übrigens je behauptet? die Lehrer an den deutschen Hochschulen sind Beamte des Staates und sollten wenigstens stets eingedenk sein, was sie ihren vorgesetzten Behörden schuldig sind. Eingaben wie die des Göttinger und Marburger Senats, von Hochschullehrern in die Presse lanziert, müssen die Staatsautorität unbedingt schädigen und untergraben. Darf ein Staatsbeamter sich dazu hergeben?

Wünscht dieGermania" etwa, daß nunmehr gegen die Göttinger und Marburger Professoren wegen ihrer vermeint­lichenIndiskretion" disziplinarisch vorgegangen werde? Welchen Zweck hätte sonst dieser liebevolle Hinweis auf die Beamtenqualität der sich zur Wehre setzenden Professoren?

Es wäre eine in unseren Tagen der Schiller-Ehrung sich vorzüglich ausnehmende hübsche dramatische Steige­rung des Kampfes um die bedrohten Rechte der freien Professoren und Studenten, wenn die Herren Studt und Alt­hoff auf den Rat ihrer publizistischen Gönnerin, derGer­mania", eingingen! DerSache der wahren akademischen Freiheit würde dadurch am letzten Ende doch recht erheblich gedient. Auch der Krug der Reaktion geht so lange zu Wasser, bis er bricht.

Deutsches Reich.

Berlin. 6. Mai. Der Kaiser fährt zum Geburts­tage des Königs von Sachsen am 25. Mai nach Dresden und nimmt an der Königsparade teil.

Die Kommission des Abgeordnetenhauses nahm heute den Absatz 1 des § 65 der Berggesetz - Novelle in der Fassung der Regierungsvorlage an.

Nachdem der Bundesrat am 4. ds. Mts. dem Ent­wurf eines Gesetzes, betreffend Uebernahme einer Garantie des Reiches in Bezug auf eine Eisenbahn von Dnala nach den Manenguba-Bergen, seine Zustimmung erteilt hat, ist die Vorlage nunmehr beim Reichstage eingebracht worden. Dem Gesetzentwurf ist eine ausführliche Begründung, sowie eine die Linienführung der geplanten Eisenbahn veran­schaulichende Karte beigegeben.

Nach derNat.-Ztg." entwickelt sich in Deutschland die anarchistische Bewegung immer stärker. Außen in Berlin und seinen Vororten ist es den Anarchisten ge­lungen, in einer verhältnismäßig großen Anzahl Städte Ver­trauenspersonen zu gewinnen, welche den Massenvertrieb der anarchistischen Litteratur besorgen. Solche Agenturen sind bis jetzt it. a. in Köln, Dresden, Görlitz, Hamburg, Leipzig, Ludwigshafen und Magdeburg eingerichtet. Die 2lnarchisten von Hamburg haben am 1. Mai die Gründung einer Liga, für die Idee des Generalstreiks vollzogen. Der bieS-1 jährige Anarchistenkongreß soll in der Nähe von Jena ab»\ gehalten werden.

Wie dieBerl. polit. Nachr." hören, führten die am 5. und 6. Mai hier stattgehabten Verhandlungen von Ver­tretern der Bundesstaaten über die Reform der deutschen Personen- und Gepäktarife zu einem erfteulichen Einverständnis über die wesentlichen Punkte. Die Vor-« schlüge der Konferenz bedürfen zunächst der Genehmigung der beteiligten Regierungen.

Bei den heutigen, zum ersten male stattsindenbea Arbeitnehmerwahlen zu den Berliner KaufmannZ- gerichten siegte die Liste des d eutsch n ation al en Handlungsgehtlfenverbands mit 3247 Stimmen. Die Liste des Hamburger Vereins von 1858 erhielt 2742, jene des kaufmännischen Hilfsvereins 2227, die sozialdemo­kratische 2146 und die Liste des Verbandes der vereinigten Kaufleute 2109 Stimmen.

Cuxhaven, 7. Mai. Der Marinefiskus kaufte unweit von hier, bei Groden, einen größeren Strand^ komplex für 40 000 Mk. zur Erweiterung von Marine­anlagen.

Aus Bayern, 7. Mai. Dieser Tage haben sich, wie, gemeldet, die beiden städtischen Kollegien in Nürnberg mit! einer Eingabe an die bayerische Regierung gewandt, in berj Schritte zur Steuerung der Fleischnot verlangt werden.! ^Zetzt verlautet dazu, nach denMünch. N. N.*, weiter, ba^ nach Antrag des Gemeindekollegiums die Gemeinbekollegien von München und Augsburg von dem Schritte unterrichtet! werden sollen, da diese beiden Städte gleichwie Nürnberg tn| der Land eskommission für Fleischversovgung^ welche das Staatsministerium vor zwei Jahren einberuferr hatte, vertreten waren. Der Antrag an das Staatsministe-; rium auf Einberufung der Kommission wird unter anderem! damit begründet, daß nach Inkrafttreten der Handelsverträge voraussichtlich eine weitere Steigerung der Fleffchpreffe ein­treten wird. Von sachverständiger Seite wurde bemerkt, daß die Landwirte die Nürnberger Viehverkaufsstelle mit ganz minderwertigem Vieh beschickten. Die einheimische Landwirtschaft stehe nicht auf der Höhe und habe sich als ganz impotent in der Versorgung be-S Marktes erwiesen.

parlamentarisches aus Kesseu.

Die Stände des Großherzogtums haben an S. K. H« den Großherzog die Bitte gerichtet, dem Entwurf eines Finanz­gesetzes für 1905 in der von ihnen gegebenen Fassung dtt Allerhöchste Genehmigung zu erteilen. Zugleich unterbreitete« die Stände Sr. Kgl. Hoheit die Ergebnisse der verfaffungS* mäßigen Verhandlungen über den Hauptvoranschlag der StaatsEinnahmen und -Ausgaben des Großherzogtums für

Kleines Jeuilleton.

Volks-Schillerpreis. Der sympathische Gedanke, fcie er bei der Begründung des Volks-Schillerpreises durch die deutschen Goethebünde im vorigen Jahre ausgesprochen worden ist, ben ersten Preis am hundertjährigen Todestage Schillers zu verteilen, hat verwirklicht werden können. Das Urteil des Preisgerichts, in dem alle literarischen Richtungen vertreten hxrren wir nennen als Mitglieder nur die folgenden Herren: Ferdinand Avcnarius-Dresden, Dr. Alfred Freiherr v. Berger- Hamburg, Professor Diez-Stuttgart, Dr. Ludwig Fulda-Berlm, Professor Dr. Köster-Leipzig, Professor Minor-Wien, Hermann Sudermann-Berlin, Direktor Dr. Paul Schlenther-Wien, Prof. Dr Volkelt-Leipzig, Dr. Bruno Wille-Friedrichshagen, rft am' 7 Mai in Berlin in öffentlicher Sitzung verkündet worden. Es teilt die zur Preiskröuung zur Verfügung stehende Summe von 3000 Mark unter drei Werken und deren Verfassern, nämlich Rose Bernd" von Gerhart Hauptmann,Verg- schmiede" von Carl Hauptmann undGraf von Chgrolais" von dem Wiener Poeten Becr-H°fm°nn Dieses Ergebnis hat ent na» drei Abstimmungen ^gestellt to erben können. Die erste Wstimmung über rund oO Dramen, die von einem znr Vorprüfung der rund 250 ernge gangen en Werke eingesetzten Ausschuü borge,chlagen waren, ergab teme satzungsgemäße Mehrheit, es kamen vietmehr zur engeren Wahl Rose Bernd",Die Bergschmicde" undGraf von 66m:o!at3". Auch die zweite Abstimmung cntfchied noch nicht -ndgrlag, da nun einige Preisrichter sich .für dre znlanrgeL.ei.ung des Preises aussprachen. So mußte die dritte Abstimmung dre engere Wahl treffen zwischenR°,e Bernd" und der Dreiteilung, und diese letztere wurde, wie gesagt, mit großer Mehrheit an- Sat: Darmstadt, 7. Mai Die V°lksseier des S>Ätll.erjubiläums hatte heute abend- m sieben der größten Säle ein nach Tausenden zählende» Bubllkum zulaminen- geführt, das die Festsüle schon lange vorher besetzte. as Programm der Festfeier luar in allen lokalen etn öom Bentrop tomitee einheitlich festgesetztes; es wurde überall mit dem ^er­trag des Totenopfer aus der OperOrpheus :md Cmrrdici von Gluck eingeleitet, dem folgten Prolog, reip. Begrüßung, Manner­chöre, Festrede und zahlreiche Lieder und Rezstatronen aus Schüler^ Dichtungen. Ter Mozartvereiu beteiligte sich auch mit leinem am vortrefflich geschulten Kinderchor. Die Festreden hielten © Dr. Berghoff-Jsing, Prof. Trümpert, Prof. Friedrich, Ober- Ufcrer Ar, Konr. Rebling, Oberlehrer Kffsinger u. a. Dre kunst-

IIII! Ium I...........................

lerischen Genüsse spendeten in dankenswerter Weise Hofoper n- säng-erinnen Frls. Pracher, Kapust und Rödiger, die Hofschau- fpielerinnen Frls. Eickelsheim, Steffan, Hofschausvieler Hacker, Knispel, Lehrmann, Kreidemann, Löhr, sowie Hofrat Edward.

Frankfurt, 6. Mai. Der demokratische Verein veranstaltete heute abend eine S chi l l e rf eier. Regisseur Quincke trug den Goetheschen Epilog zu SchillersGlocke" vor,, bann hielt Direktor Curti die Fe)trede überSchillers Freiheitsdichtung Wilhelm Tell". Die Bellwidtscke Gesangsschule trug die Brahms- scheNänie" vor. Frl. Johanna Kiß und Herr H. Pfaff fangen Schubertsche und Lisztsche Kompositionen zu Schillerschen Texten, Oberregisseur Quincke trug die Wildenbruchsche HymneHeros, bleib hei uns!" vor und im Verein mit Frl. Sangora vom Stadttheater verschiedene Schillersche Dichtungen. Als Erinner­ungsgabe erhielten die Teilnehmer Leo Sambergers Schillerbild des Kunstwartverlages. Eine sinnige Schiller feier ver­anstaltete beute der B e zir ksv erein Altfrankfurt. Um 8 Uhr versammelte er seine Mitglieder zu einem Spaziergange nach der Schillerruhe int Stadtwalde; dort hielt unter dem frischen Buchengrün der Stadtv. Rupp eine Ansprache, Herr Nanninger und eine Dame trugen Schillersche Gedichte vor. Die ganze Feier in dem _ frühlings frischen Waldmorgen war von stimmungsvollem, poetischen Reiz. . Auf denBürgerlichen Schießständen" vereinigten sich die Teilnehmer hernach in ge­mütlicher Geselligkeit. Die Schillerferer der Stadt Frankfurt ist heute nachmittag mit einer Vorfeier, dem großen Festkonzert im Hipvodrom, eröffnet worden. Frl. Charlotte Boch vom Schauspielhause spracheinen Prolog, den Rektor G. Lang verfaßt hatte. Der übrige Teil der Feier war musikalischen Dar­bietungen gewidmet, an denen sich ein Orchester von ca. 150 Mitwirkenden und ein Chor von etwa 500 Personen beteiligte. DieNanie" von Brahms fand unter Leitung des Professors Aug. Grüters eine weihevolle Wiedergabe. Das Gleiche gilt von der Komposition derTotenklage" wie derBraut von Messina" von Georg Sckumann. Den Schluß bildete Beethovens 9. Symphonie. Sie wurde von Sigmund v. Hausegger geleitet.

Oberursel a. T 6. Mai. Hier veranstaltete die Stadt heute im Verein mit der Sektion Oberursel des Taunusllubs eine Schillerfeier. Die Sektion Oberursel bat eine viertel Stunde oberhalb der Stadt in der Nähe der Villa Hopf einen Aus- sichtstnrm errichtet, welcher den Namen Schill er türm erhalten hat und dessen Einweihung den Mittelpuntt der Feier Feier bildete. Der Turm ist mit einem Kostenaufwande von 5000 Mark erbaut worden, wozu die Stadt 500 Mark bei gesteuert hatte und 2000 Mark durch eine Kollekte in der Bürgerschaft auf»

gebracht worden waren. Am Vormittag fand eine akademische Feier statt, am Nachmittag marschierten die Vereine in erneut1 Festzuge nach der dlltkönigstraße, wo der Turm steht. Einj Massenchor leitete die Feier ein: Ansprachen hielten Rettov Kuleu-Oberursel, ferner der Vorsitzende des Taunusklubs P. Kittel aus Frankfurt und Bürgermeister Füller-Oberursel. Ein Choral schloß die Feier. Auf dem Festplatze fand abends ein Volksfest: statt und im Gasthause zumBären" festliche Aufführungen^ wobei Szenen aus demTell" durch Damen und Herren ans

Oberursel zur Darstellung kamen.

Stuttgart, 7. Mai. Zu Ehren Schillers' gab heute, affenb die Stadt der Bürgerschaft ein Festbankett in sieben großen Sälen, die bis zum letzten Platze besucht waren. Bei der Feier wechselten Reden, musikalische und dellamatorifche Vor-!

träge.

Rom, 6. Mai. Der deutsche Botschafter Graf Monts über* nahm den Ehrenvorsitz des Komitees zur Veranstaltung einer

S ck i l l e r f e i e r int hiesigen Teatro Nazionale: Dem Komitee! gehören unter dem Vorsitz des Grafen San Mardino Vertreter; der italienischen Wissenschaft, Kunlt und Literatur art, sowie einige; deutsche Pressevertreter. In Gegenwart des Königs, des nisterprästdenten, der übrigen Minister, sowie von Vertretern' aus der Künstler- und der Gelehrtenwelt wurde in der Villaj Borghese das Viktor Hugo-Den kmal enthüllt.

Zur S chillerfeier. lieber die aus Anlaß der Schll^ ler- Feier abgehaltene Fesffitztmg eines Staatsministerrums liegt in der Schillernummer des Kladderadatsch der folgend^ Bericht vor:

Ministerpräsident:Meine Herren! Es gilt, Schiller feiern, der da sagte:Hier sind wir versammelt zu löblichen^ Tun!" (Zwisck>enruf aus Pods Nachbarschaft:Ist ja von Heine!") Also wie sein Freund Heine sagte. Wie ehren tvtr beu^ Dichter am besten? Ich'bitte um Vorschläge."

Kricgsminister:Wäre c5 nicht angebracht, ein Jägerbataillm^ nach ihm zu benennen? Das Interesse, das er für die rertenbenfj Holkiscken Jager bewiesen hat. . . ." <

Ministerpräfident:Schön, sckön, wir werden schert." a Moeller:Könnte nicht vielleicht die Büste des Mohren, dem seine Schuldigkeit getan hat und gehen kamr, mit bet entsprechen-^ den Unterschrift in dem Arbeitszimmer eines jeden von uns auf-! gestellt werden'^ Die Königliche Porzellan-Manufaktur wird ge-' wiß gern . .

Ministerpräsident: . Tavon später". . A

v. Budde: ,^Jch bin für Einführung eine# Schillerpreises und zwar soll der erhöhte Preis für die Eisenbahnsahrnrrten.!