Atr. 56
Erftes Blatt.
155. Jahrgang
Dienstag 7. März 1905
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Aie Kcutige Ynmmer umfaßt 8 Seiten.
Bekleidungsstücke fort
rückziehen, Waffen und
und
Maschinengewehre. Ihre Angriffe wurden durch heftiges Geschützfeuer gedeckt. Alle Belagerungsgeschütze Port Arthurs wurden verwendet. Tie Wirkung war furchtbar. Die Dörfer wurden zerstört und die Erdverschanzungen vernichtet. Die Aussen find entmutigt. Inzwischen beschrankt sich der Kampf im Zentrum auf einen Artilleriekampf. Der japanische äußerste linke Flügel steht jetzt nordwestlich dicht bei Mukden. Ein Entkommen der russischen Hauptmacht ist unmöglich.
Früher eingegangene Meldungen besagen:
Petersburg, 6. März. Tie Petersb. Telegr.-Ag. meldet au§ Mukden von heute früh 4s/i Uhr: Tie Angriffe der Japaner gegen verichiedene Punkte unserer Front wurden Lestern fortgesetzt, doch überall zurück geschlagen. Am heftigsten
London, 6. März. (W. T.) Das Bureau Reuter bei Oku meldet vom 5. ds.: Seit dem 28. Februar drangt der linke japanische Flügel nachdrücklich vor und greift trotz großer Schwierigkeiten beständig an. Heftige Schneestürme wüten. Die Bewegungen werden nachts durch Sternraketen und Scheinwerfer erhellt. Die Japaner nahmen die russischen Schanzgräben, die durch Drahtgeflecht geschützt waren, mit Maschinengewehren und dem Bajonett trotz des hartnäckigen Widerstandes der Russen, die fich jetzt in Unordnung zu-
aber auch ohne Erfolg.
Ferner liegen folgende Privatnachrichten vor:
Moskau, 6. März. In einem hiesigen Blatte liest man, daß Kuroki sich zwischen Linjeiwitsch und Bilderling geschoben hat. Hier neigt man zu. der Ansicht, daß Kuropatkins Rückzug bereits begonnen hui. Tie volle Wahrheit wird man er-st in einigen Tagen erfahren.
L o n d o n, 6. März. Tie „Times" meldet aus Petersburg«: Tie Russen werden wahrscheinlich die schwerer Geschütze, welche sie am Schaho ausgestellt haben, im Stich lassen müssen. Dste VerlustederRussen während der jüngsten Kämpfe von Mukden werden von der „Times" aus 10 0000 Mann geschätzt. (??)
Petersburg, 6. März. Mus Mukden wird vom gestrigen Talge berichtet, die Russen würden nur im alleräußersten Falle von frort zurückgehen. Tie Wut der Kämpfe erinnert an «die Tage von Liaojang. Alle Schützengräben sind mit Leichen überfüllt; es ist vielfach unmöglich, die Verwundeten von den Toten abzusondern. Das Kampffeld wird ununterbrochen von dem ohrenbetäubenden' Tanner der Geschütze und dem Knattern der Maschinengewehre erfüllt; diese letzteren erweisen sich als wahre Höllenmaschinen. Man erwartet erst jetzt die wirkliche Entscheidungsschlacht; unter der chinesischen Bevölkerung von Mukden herrscht große Aufregung.
Petersburg, 6. März. Dem „Ruß" wird aus Mukden aiemeldet: Wrr durchleben schwere Augenblicke. Ein Ringen hat begonnen, nicht mehr um das Leben, sondern um den Tod.
Kriegsrat.
Petersburgs. März. Gestern ist ein Kriegsrat.von großer Bedeutung in Zarskoje Selo unter dem Vor- sitzdesZaren abgehalten worden. Tie Diskussion drehte; sich ausschließlich um einen möglichst günstigen Ausgang der
Rußland in Sturm und Drang.
Vor» Verfaffungsentwurf.
Rach einer Petersburger Privatmeldung haben nach Bekanntgabe des von einigen Vertrauten des Zaren verfaßten Manifestes die Minister Lambsdorff, Bulygin, Friedericks und ManuLin ihre Demission) angeboten. Daraufhin sei ein Ministerrat nach! Zarstoje Selo berufen worden, in dem der Text des Reskripts fest» gestellt wurde. In! Kreisen der Opposition befürchtet mmf„ daß die Wahl, falls sie überhaupt zu stände kommt, eine- Majorität des sogen. Zemsti Nachtalniki ergibt, die den Semstwos bisher als Regierungskommissare zugeteiltz waren.
In einem Interview soll der Ackerbauminister Jer-» molow erklärt haben, daß zu der Ausarbeitung des- kaiserlichen Reskriptes keiner der Minister in Veröindungt stand. Möglicherweise habe der Zar selbst das Reskript verfaßt. Jermolow ist der Ansicht, es Händler! sich um eine einfache Zulassung der Mitglie-ql der der Semstwos zu den bereits bessteyerr- den Kommissionen usw., die bei Ausarbeitung der» Gesetzentwürfe mitarbeiten.
Ter Pariser „Matin" macht dagegen angeblich authen* tische Angaben übest den Entwurf einer russischen Ver-> fassung, oen der Staatssekretär Jermolow aus gearbeitet und der Zar gebilligt haben soll und der bereits dem Minister des Innern zur Ausführung uber^ wiesen sei. Tie wichtigsten Punkte seien folgende:
Einberufung von Vertretern aller Semstwos der Gvu^ vernements wie der Distrikte zur Aufstellung eines Ber- sassungsgesetzes, das die Selbstherrlichkeit des Zaren aufrecht hält, jedoch die drrngenfrMi Be^ dürfnisse des Volkes befriedigt. Diese von der Kammer der Semstwos beschlossenen Gesetze bedürfen der kaiserlichen Sanktion. Das Budget des kaiserlichen! Hauses sowie die Handlungen oes Karsers undj aller Mitglieder der kaiserlichen Familrej dürfen von der Kammer nicht diskutiert werden. Dre
werfen, nm die Flucht zu erleichtern. Die Japaner
LiederdiMers, dessen Lieder, trotzdem er.zur katholtzchcn Kirche übertrat ' und trotz ihrer oft etwas weichsirhen und süßlichen Art doch auch zum Teil noch in den evangelischen Gesangbüchern m finden sind Es ist kein Wunder, daß gerade sie mit ihrer ausgesprochenen Eigenrat die Komvonisten locken. Unser heimischer Komponist, Kirchenmusikmeister Arnold Mendelssohn m Darmstadt, hat einen ganzen Zyklus inner Lieder („Ter cherubinische Wandersmann") komponiert. Wie „fem und geistvoll er Smi rpr^tpit Ton getroffen, bewies das „S u ß i st der Honig- seim" das der- Kirchengesangverein sehr wohllautend zur Gel- tuno brachte Tie zweite Komposition: , Kommt heraus, all ibr Jungfrauen" von Ch Burkhardt in Nürtingen war Nicht weniger wirkungsvoll. Ueberhaupt hatten wir das Ge- übl als ob der Kirckengesangverem diesmal gerade m diesen a Eavella-Sachen sein bestes'gegeben hatte, als ob er ganz be- stndeä festuiw sicher in der Hand seines bewahrten Tirigenten besonderem Interesse war daim der zweite T-N. bpr lauter Kompositionen von Heinrich Schutz (1085—1672) brachte^ v^or lalem die drei biblischen Szenen: 1. „Der zw^ll- e esu s" für Chor und Sopran, Alt- und Baß-Soll, Iwt Begleitung der Orgel mW von Streichinstrumenten, 2. „Der Pbarisäer und der Zöllner" für zwei Männerstimmen, trauen- und gemischten Chor, und endlich 3. der „O st e r d i a l o g |r"teer Mtanen. Ml- teei aeMyn junt CMnltai, was Wir hier noch von dem alten Meister Sckfatz gehört haben. Alle
erbeuteten eine Anzahl sechszölliger beschütze
Die ruifisch-japamsche Entscheidungsschlacht
Ein Teil der heute vorliegenden Telegramme, die entscheidende Erfolge der Japaner melden, mag? den Ereignisse^ vorauseklen. Doch darüber besteht kein Zweifel, daß die Schlacht in hohem Grnide ungünstig für die russischen Waffeln steht, und daß mit dem F<rll Mukden s in den nächsten Tugen zu rechlnen ist. Die offi- ziellen, sorgfältig zurecht,gemachten russischen Berichte bereiten auf diesen Ausgang ebenso vor wie die vielleicht etwas voreiligen Meldungen des Londoner Bureaus Reuter. Tie Energie 8es Widerstandes, die Grüße der Verluste auf russischer Seite werden in Rußlands offiziösen Berichtest mit Betonung hervorgehoben. Tas Bedenklichste der Situation ist, daß die Japaner offenbar Anstalten, treffen/ diesmal Kuropatkin einen geordneten Rückzug, ja sogar ein Entkommen, unmöglich M machem Das wird von Reuter bereits ausdrücklich erwähnt.
Ter militärische Beurteiler der „Kreuzztg." bemerkt: Wenn es dem russischen Feldherrn nicht gelingt, den linken Flügel seines'Gegners entscheidend zurückzuschlagen,, so ist sein Rückzug noch viel gefährlicher bedroht, als! seinerzeit bei Liaujang. Man müßte ihn für unmöglich halten, wenn nicht die Erfahrungen von den Septembest- imb Oktober schlachten Vorlagen. . . . Vielleicht haben die Japaner aus den halben lÄsolgen am Liaujang und am Schaho eine Lehre gezogen und den Umfassungsflügel stark genug gemacht, um eine volle Entscheidung zu erzielens — Tie Räumuwg Mukdens wird in Petersburg als eine Katastrophe empfunden werden. Man wird nicht zögern, Kuropatkin für alles verantivortlich zu machen, und das Siegel unter seine längst beschlossene Abberufung^ setzen, wenn's nicht bereits zu spät ist! Kuropatkin, so sprengt man aus, ist krank; aus Nervosität ver-- mag er keinen Entschluß zu fassen. Aus der Darstellung der „Nordd. Allg. Ztg." geht hervor, daß mit einiger Ueberraschun/g das! Fehlen eines russischen Angriffs auf die japanische Position bemerkt worden istz, Tie „N. Ä Ztg." schreibt nämlich: „Die am Ende der letzten Woche vernmtete russische Offensive ist nicht zur Errtsaltung gelangt." No gi, so schreibt der militärische Mitarbeiter der „Nat.-Ztg.", hat auch hier wieder geradezu Großartiges geleistet, indem er nicht nur die Bereisung der Flüsse in genialer Meise ausgenützt, sondern auch^ für den Fall des Tauwetters alle Dispositionen getroffen hat. . . . Nicht um die Einnahme Mukdens, sondern unt die Einschließung Kuropatkins muß es jetzt den Japanern zu tun sein, soll bei Tieling nicht zum dritten Mal das blutige Spiel beginnen. Ter Schlag, den Kuropatkin fürchtet, von dem er als einem überraschenden Kriegsereignis spricht, ist der. den das eZntrum Nogis auszuführen sich derzeit anschickü
Das wichtigste heutige Telegramm lautet:
feine Vorzüge i seine stark dramaistch-, Art, feine klare Melodie, füfyrung, seine ckmakteristisLe Sarmvmu-rmig, konnnen dabei sehr schön zur Geltung, Tast man es ixi mit entern Meister zu tun hat der den Wechsel der Zeit überdauert, kann man ichon daran merken daß er einem manckmal so modern cnnnicket, z. B.. m S „ich faste zween in W^" des P^rMers eE Partie die übrigens auch durch dm Bariton des Herrn Hemrrch Reinhardt aus Tarmstadr eine meisterhaft ausdrucksvolle Wiedergabe fand. Wir wollen gleich bemerken, daß das ebenso von dem .Was haft du verwirket, o du allerholdi seli g str Kn ab, Jesu Christe" (aus beit „Kleinen gekst- licken Konzerten" von Schütz') gilt, das denn auch fernen Eindruck nicht verfehlte. Ihm stand als „Zöllner" zur Seite Herr Wilhelm Lamb ans Frankfurt (Tenor), der aber in dieser nickt ganz dankbaren Aufgabe weniger zur Geltung konnnen konnte. Tie Sopranpartien fang Fräulein Irene Ockenrus aus Marburg, die durch Feinheit der Intonation nnd.Wobllaut ihrer Stimme sehr ansprach Die Altistin, Fräulern W rl-- helmine Weismann aus Frankstirt, bot neben den Schütz- sck-en Partien das tiefe „Agnus Dei" aus der H-Moll-Meße von Bach, das sie mit wvhltuendnn VerstLndnis, wenn auch, da sie nicht ganz disvoniert war, nicht mit voller Kraft, zu „Mhor brachte. Ten Schluß machte der Chor mit dem unvergangua^ schönen und gewaltigen: „Ehre sei dir Christe", das bte ganze Feier int Passionston, aber nicht tnt klagendem sondern un rechten siegl>aften ausklingen ließ D*
gegenwärtigen Lage in der Mandschurei und um einen Plan^ wie die Schwierigkeiten zu überwinden seien, die aus dev Uebergabc von Port iArthnwund den Zwistigkeiten zwischen den Offizieren und General Dragomirow erklärten sich als energische Gegner der Methode Kuropat- kins, während der Z ar sich für den Oberstkommandiereni- den aussprach. Man ninnnt cm, daß die Stellung Kuro- patkins unerschüttert «ist, da der Kriegsrub schließlich mit dem Rückzüge irrt Prinzip einver^ standen war.« (Berl. Ztg.)
Frau Stöffel.
Paris, 6. März. Wie au£ Petersburg gemeldet wird, überreichte die Gemahliw des französischen Botschafters deg Frau Stössel eine gold ene Medaille, wobei^ sie ihre Bewunderung der ftanzvfischen Frauen anläßlich ihrer heroischen^ Taten in Port Arthur aussprach. Frau Stössel dankte in bewegten Worten. Auch General Stössel sprach der Gemahlin des französischen Botschafters seinen TsanA! für die seiner Gattin zuteil gewordenen Ehrungen aus.
Sonne und Halbmond.
Wenn man der „Weltkorr." Glauben! schenken darf, dann nehmen die Weltherrschaftsbestrebungeni Japans so greifbare Form an, daß in Tokio bereits der Gedanke an einen Freundschafts- und Handelsvertrag ntiit biete Türkei erwogen wird. Japan will angeblich mit der westasiatisch en Vormacht Fühlung suchen^ um seiner eigenen Vorherr schaftüberdasgesamte, Asien auch an dem Tor zu Eur opa den Stützpunkt zu geben, ^en es im fernen Osten mit Waffengewalt sich errungen hat. Die Kotznbination ist so übel nicht, schou deswegen nicht, weil der Bundesgenosse Japans, England;, am Bosporus ein gewichtiges Wort mitzusprechen hat. ^Auch! würde die Türkei, die im internationalen Staatenreigen; nicht als voll gilt, ein, Freund sch,astsan erbieten JapanS', schmeichelhaft und von Wert fein. Aber in der Politik! heißt's bekanntlich: „Was kannst Du armer Teufel gebend Und in dieser Hinsicht ist es mit der Pforte schlecht bestellt. Ein japanisch-türkischer Handelsvertrag würde ja in ben Politik weiter keinen Schaden anrichten. Für eine übep diesen Rahmen hinausgehende Vereinbarung zwischen- „Sonne und Halbmond" besteht indessen geringe Wahrschein^ lichkeit. Ist doch Japan in Ostasien noch nicht am Ziel? sein er W üns ch e.
tobte der Kampf auf dem rechten Flügel von der Ortschaft Mad- apu bis M dem am Morgen besetzten Nnesintim. Tie Artillene weck4elte bis z-nm Abmd Schüsse. Von Salinpu her fielen die Geschosse bis M der Ortschaft Bugnanhtn nieder. Südlich von Mad- japu am sinken Hunhonfer griffen die Japaner bis, 7 Uhr abends Elthcnfa an. Im Zentrum rückten die Japaner bis westlich von Sachepu vor. Unsere Truppen machten bei ihren Gegenangriffen östlich vom Putitowhügel gegen 100 Gefangene. Auf dem lmken Flügel dauern die Angriffe auf unsere Stellungen im Rayon Kan- dolifa und bei der Abteilung Rennenkampfs fort. Tie japanischen Kvlomren, die gegen den Kutulinpaß vorrückten, stellten die Angriffe ein und zogen sich nach Süden zurück. Trotz, der .nölte nimmt der am 24. Februar begonnene Kampf, der sich auf der ganzen 120 Werst langen Front bis Mukden ausbreitet, einen immer hartnäckigeren Charakter an. Tie Japaner erleiden große Verluste. Wir verloren an Verwundeten gegen 15 000 Mann.
Petersburg, 6. März. Kürovatkin meldet vom 5. Marz: In der Front bei Mukden herrscht Ruhe. In der linken Flanke und auf dem rechten Ufer des Hnnho bei dem. T^orfe Madapu nahmen die Japaner heute morgen wieder energisch die Offtunve auf. Zwei Angriffe wurden zurückgesMagen; im Norden von Madapu dauert die Schlacht mit Erfolg für uns fort. Tas Zentrum hält die Stellungen am Schaho bis zu dem Tvrse Schahepu. Tie auf den Nowgorod- und den Putilow- hügel heute nacht ausgeführten Angriffe wurden zurückgeschlagen. Heute morgen führten wir Gegenangriffe aus und nahmen zwei Revolverkanonen. Gegen unsere,Stellung in der Gegend von Erdagrl richtet der Feind nur Artilleriefeuer. Heute nacht griffen die Japaner Kadonisan an, indem sie am Schaho Geschütze und Revolverranonen auffuhren; alle Angriffe wurden zurückgewiesen. Ter gegen die Stellung von Kutulin gestern abend 11 Uhr gerichtete Angriff wurde zurückgeschlagen. Auf der äußersten linken Flanke war die Nacht ruhig.
London, 6. März. Reuters Bureau meldet aus Mukden vom 5. abends: Tie Schlacht tobte rmunterbrochen während des ganzen Tages am Sonntag. Tie Japaner konzentrierten ihre Kräfte gegen Matiapu, südwestlich von Mukden, aber sie konnten trotz all ihrer Tapferkeit die Russen, die mit der äußersten Zähigkeit sich in den Werken hielten, nicht daraus vertrerben. Tie japanischen Schrapnells platzten innerhalb l1/» Meilen ms zur Hunho-Eisenbahnbrücke, vier Werst nördlich von Matiapu, die ganz augenscheinlich das Ziel des japanischen hartnäckigen und ununterbrochenen Artilleriekampfes war. Tie Verwundeten wurden mit der Eisenbahn und auf der Chaussee zurückbefördert. In Anbetracht der fünftägigen Gefechte sind die russischen Verluste nicht übermäßig. Tsie Japaner litten mehr. Um 4 Uhr 30 Min. nachmittags wurde wieder Geschützdonner aus schweren Geschützen in der Richtung von Westnordwest von der Station Mukden her gehört, wo Kuropatkin gerade mit dem Angriff gegen die äußerste Linke der Japaner ansetzte. In der Nacht vom Sonntag wiederholten die Japaner die Angriffe gegen Viencrlapudzej, den Kutulinpaß, Kanpayen und noch weiter östlich, aber ohne Erfolg. Tie Beschießung von Erdagu, dem Nowgorod- und den Putilowhügel dauert an, ist
KeistUche WuMauffülirung des Kvangkülchen Klkchengesangvereins.
Gießen, 6. März.
Es war eine schöne, weihevolle Feier, zu der gestern der Gvang. Kirchengesaugveresir in unsere alte Stadtkirche eingeladen hatte, und die Scharen, die dem Ruf gefolgt waren und das weite Gotteshaus bis in jeden Winkel hinein erfüllten, bewiesen di'rch die andachtsvolle Stille, mit der sie lauschten, daß sie nicht nur für das Ohr, sondern auch für Herz und Gemüt eine reiche Gabe empfingen. Ob das freilich von der. Fuge für Orgel von P i U11 i, mit ter Serr G ö r la ch iw Aufwhrima eröffnete, tritt, weiß Einsender nM. So trefflich mich Herr Gorlach schelte, es' sprach nicht recht an, es Satte einem nichts recht Stores zn saaen. Doch das mag ganz subjektiv sein. Wohl aber darf eS in erster Linie von den vier Chören a capella, die ter Verein sang, gerühmt werten. Zuerst die beiden alten Choräle: Wie schön leuchtet der Morgenstern" und ,,Herr Jesu Christ, wahr Mcnsrh und ®ott", ber nste aus der bekannten Baü'schen Kantate, die bet Verein auch Aon gesungen hat mit ter majestätischen und doch so melodwien Stimmführung, ter andere in einer sehr wirkungsvollen Harmonisierung von Pch Wolsrurn in Heidelberg. Tann folgten zwei moderne Kompositionen, beite über Texte bcS unter dem Namen AngeluS SilviiuS dekannten Loh. Sckessler (geft. 1677), des fruchtbaren


