Ausgabe 
7.2.1905 Erstes Blatt
 
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155t Jahrgang

Dienstag 7. Februar 1905

Erstes Blatt.

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

fap* 32

erntetet täglich außer Sonntag«.

Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Kamilien- diStter viermal in der

Woche beigelegt

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brü h l'sehen Nn iverf .-Buch- u. St ein- b ruderet. R. Lange.

Redattion, Trvedttton und Druckerei:

Gchulstratze 7.

Ebrefie für Deveicken: Anzeiger Gießen.

FernsprechaMcblußNr 51

GiehenerAnzei,

" General-Anzeiger *

VezngSprei-r monatllch75P1.,vietteb jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2. viertel» jährl. ausschl. Bestellg. Annahme wn Anzeigen ir die Tt 2svimmer 's vo-mittags ucfjt,

Ze 'enoreiS:

auswärts Ä (3 j.

2 erantwortl'ch fftf den polit und Q ,6)11, Teil. P. Wittko; für »Stadt und Land" und Gerichtssaal": A u g u st Goetz; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

Die fltttfige Kummer umfaßt 10 Seiten.

Bekanntmachung.

Die Herren Mitglieder und Interessenten des Bezirks- Fuchtvereins Gießen für Simmentaler Vieh lade ich hiermit zu einer

Freitag den 10. Februar d. IS., nachmittags 3 Nhr,

Hy Gasthaus ,3um Löwen" in Lich stattfindenden

Generalversammlung ergebenst ein.

Tagesordnung:

1. Vortrag des Herrn Landwirtschaftslehrers Schwarz von Alsfeld über die Aufzucht des Jungviehes der Simmentaler Raffe.

2. Beschickung der Mainzer Ausstellung.

3. Verschiedenes.

Um recht zahlreichen Besuch ersucht

Der Direktor

de§ Bezirkszuchtvereins Gießen für Simmentaler Vieh.

Hechler.

J)te Aergaröeiterkrw gnny.

Die Streikenden und der Reichskanzler.

Die Siebenerkommission der streikenden Bergleute tm Ruhrrevier hat folgendes Telegramm an den Reichskanzler Grafen v. Bülow gesandt:

Die von den streikenden Bergleuten des Rubrreviers ge­wählte Siebenerkommlfslon wird sich erlauben, Ew. Exzellenz um­gehend eine Eingabe einzureichen bezüglich der Stellung der Berg­leute zu der im preußischen Landtage angekündigten Novelle be­treffend das preußische Berggesetz und den im Reichstage an- gekündigten Gesetzentwurf betreffend die Rechtsfähigkeit der Arbeiter­berufsvereine. Ew. Exzellenz teilen wir dann ergebenst mit, daß die genannte Siebenerkommission bei dem Verein für die bern- baulichen Interessen telegraphisch um eine Unterredung nachgesucht hat zur Besprechung folgender ermäßigter Forderungen:

1) eine 15prozentige Lohnerhöhung (anstelle des zuerst geforderten Minimallohnes);

2) kommt ein Gedinge nicht zustande, so soll der Durch- s ch n i t t s l o h n gleichartiger Arbeiter gezahlt werden und nicht wie bisher der ortsübliche Tagelohn;

3) nach Aufnahme der Arbeit soll keine Maßregelung der Streikenden vorgenommen werden;

4) gute Deputatkohlen auch für bedürftige Invaliden Und Bergmannswitwen;

5) humane Behandlung.

Auf Grund der beabsichtigten Verhandlungen soll die Ar­beit eventl. sofort ausgenommen werden.

Die Siebenerkommission Johann Effert, Altenessen, Karlstr."

Der Reichskanzler hat Herrn Effert darauf tele­graphisch geantwortet:

Ihr Telegramm habe ich erhalten und danke Ihnen für Ihre Mitteilung. Im allgemeinen Interesse halte ich es für dringend geboten, daß die Arbeit jetzt, wie Sie am Schluß in Aussicht stellen, sogleich wiederaufgenommen wird. Für diesen Fall bin ich auch gern bereit, Vertreter der A r - beiter und der Unternehmer zur weiteren Verhandlung zu empfangen. Reichskanzler Graf B ü l o w."

So haben denn also die Streikenden ihre Forderungen reduziert mit Rücksicht auf das angekündigte Berggesetz, und der Reichskanzler hat erfreulicherweise wohlwollend den Arbeitern geantwortet. Trotzdem hat aber die Siebener­kommission am Montag abend nach eingehender Besprechung der Lage des Streiks beschlossen, den Bergleuten die Auf­nahme der Arbeit nicht zu empfehlen. Eine defini­tive Stellungnahme zu dem neuesten Verhalten des Berg­baulichen Vereins wurde der auf Donnerstag vormittag in Effen anberaumten Revierkonserenz der Delegierten aller Bergarbeiteroerbande überlassen.

Der unerweichliche Bergbanverein.

Zweifellos haben die Arbeiter diesen Beschluß ge­faßt, weil der Bergbauverein des Ruhrreviers die Siebenerkommission, die abermals um Einleitung der Ver­handlungen zur Beilegung des Generalstreiks ersuchte, ab­schlägig beschieden hat. Trotzig und unerschüttert verharren die Zechenmagnaten bei ihrem Entschlüsse, jede Verhandlung mit den Bergarbeitern abzulehnen. Eine Vertretung der Arbeiter war an den Bergbaulichen Verein mit der Mit­teilung herangetreten, daß sie die Zahl der bei Proklamierung des Generalstreiks ausgestellten Forderungen einschränken wolle; der Verein möge, um die Beendigung des Aus­standes herbeizuführen, über die verbliebenen 5 Forderungen mit der Siebenerkommission in Verhandlung treten. Die Ant­wort war wiederum ein schroffes und scharfes Rein. Von Unterhandlung, Ausgleich, Versöhnung wollen die Zechen- befitzer nichts wissen, ihre Parole bleibt: Biegen oder Brechen. Der Bergbauverein bezweifelt, daß eine Einigung mit der Siebenerkommission von den Arbeitern durch Aufnahme der Arbeit ratifiziert werden würde. Die musterhafte Ordnung des Ausstandes, der einheitliche Zusammenschluß aller Orga­nisationen, ihr fester Zusammenhalt deuten aber doch wohl daraus hin, daß die Siebenerkommission tatsächlich die die Leitung in Händen haltende Vertreterin der Arbeiterschaft ist.

Die Börse scheint diesen Arbeiterbeschluß im Voraus geahnt zu haben. Wenigstens hat sie ihren Pessimismus für Kohlenaktien nicht ausgegeben; diese gingen auch gestern wieder zurück. Ver­stimmend wirkt wohl auch, daß in der Aufsichtsratssitzung der Harvener Bergbaugesellschast vom Samstag lebhaft

darüber geklagt wurde, daß der Streik bisher schon erhebliche x Schädigungen verursacht habe. Doch möchten wir darauf Hinweisen, daß die Rückgänge selbst immer noch nicht bedeutend genannt werden können. Einen ausgesprochen s scharfen Kursverlust hatte allein Konkordia atlszuweisen, die ( an der Frankfurter Börse von 340 bis 325 wichen. Esch- J weiler wichen von 251. bis 250.50, Gelsenkirchener von - 223.80 bis 223.40, Harpener von 213.70 bis 212,20. Hin- < gegen war die Tendenz am Eisenmarkt recht günstig unh Vereinigte Königs- und Lanrahütte konnten von 256. bis [ 258.50 avancieren. Auch Bochumer haben 1 Prozent ge- wonnen.

In 18 Revieren des Oberberoamts Dortmund und auf der Zeche Rheinpreußen waren am Montag 63 838 j Arbeiter bei einer Gefamtbelegschast von 200 126 Mann an­gefahren ; mithin fehlten 196 288 Arbeiter gegen 197 079 am Samstag.

Der Delegierte Schröder teilte in einer Versammlung mit, daß die englischen Bergleute nm* 5 Tage arbeiten wurden ohne Vermeidung von Ueberproduktion; falls über Frankreich englische Kohlen nach Deutschland eingeschmuggelt würden, soll in England ebenfalls ein Ausstand beabsichtigt sein. In Amerika werden große Geldsammlungen eingeleitet.

Ermäßigung des Eisenbabn-Kohlen Tarifs.

Der prcuß.Staatsanz." veröffentlicht eine von der Eisenbabndiroktion Essen namens der betrifWcr Verwalt­ungen erlassene Verfügung, iw-onach mit Giltigkeit vom 6. bis einschließlich 28. Februar für Steinkohlen, Stein­kohlenkoks und Steinkohlenbriketts in Wagenladungen von mindestens 10 Tonnen beim Versand von niederländischen Hafenstationen nach (Stationen im Eseltimgsbereiche des rheinisch-westfalisch^n-niederländischen Verbaudsgütertarifs die auf den deutschen Strecken entfallenden Frachtanteile des Spezialtarifs drei und beim Versandt von Rbeinnm- schlagsplätzen an der Stromstrecke von Wesel bis Köln ein­schließlich nach Stationen im Geltungsbereiche der Staats­bahngütertarife auf alle Entfernungen die Frachtsätze des Spezialtarifs 3 um ZMunzig Prozent ermäßigt werden.

Streik in Mannheim.

Dem Kohlenarbeiterausstand, der weaen der Kohlen­lieferungen ins Ruhrgebiet unter den Mannheimer und den Ludwigshafener Kohlenarbeitern seit Samstag ausge­brochen ist, haben sich nun auch die Rheinauer Arbeiter angeschlossen.

Auf den staatlichen Steinkohlenbergwerken in Oberschlesten betrug die Zahl der Ausständigen am 4. Febr. in der Früst­und Mittagsschicht zusammen 2538, verminderte sich somit gegen den vorhergehenden Tag u m 4 1 4 9. Von Pri- vatbergwerken wurden am 6. Febr. die Paulus- und Hohenzollerngrube (Schachtanlagen HostenzoNern und Go- dulla) und die Matbildegrube (Ostfeld) von dem Ausstande betroffen. Die Ausständigen, fast ausschließlich Schlepper, stellen keine Forderungen. Auf den Schachtanlagen der Carl Georg Viktor- und Gustavgrube der im Waldburger Kohlenrevier gelegenen schlesischen Koblen- und Kokswerke zu Gottesberg fehlten in der Frühschicht am 6. Februar 869 von 1898 Mann.

Die vereinigten Gruben Verwaltungen des Waldenburger Bergreviers staben die Forderung en der Bergarbeiter schäft abgelehnt. In einer in Gottesberg abgehaltenen Versammlung der Bergleute be­schloß maii auf Anraten der Vertrauensmänner mit knapper Mehrheit, noch nicht in den Streik einzutreten, sondern nachmals mit der Direktion $u unterhandeln. Trotzdem bracch auf sämtlichen Gruben der schlesischen Kohlen- und Kokswerke der Streik aus. Der Streik auf der fiskali­schen Königin Luisegrube in Zabrze ist beendet.

In Belgien.

Mons, 6. Febr. Die Zahl der Ausständigen hat zugenommen und beträgt 1819000 Mann.

Charter oi, 6. Febr. Infolge Beschlusses der gestri­gen Bergarbeiterversammlung haben sämtliche Arbeiter in den Kohlengruben von Gouvre Centre de Iimai Pierrot Couch, Courcelles-Nord, Augustin und Gilly die Arbeit niedergelegt. Teilweise in den Ausstand getreten sind die Arbeiter von 13 Kohlenbergwerken. Zwölf Kohlenbergwerke sind von dem Ausstande nicht berührt.

VoiiMhe Tagesschau.

Znm Tode der jungen Großherzogin v. Weimar.

Zur Widerlegung häßlicher Gerüchte, die sich an den Tod der Großherzogin Karoline von Sachsen-Weimar geknüpft haben, geht derFr. D. Pr." eine Mitteilung: ans Weimar zu, die aus unanfechtbarer Quelle stammt. Dadurch wird nicht nur eine Sensationsmeldung desGior- nale d'Italia" widerlegt, sondern auch ein geschmackloser Artikel in einer Berliner Wochenschrift berichtigt. Man schreibt:

Es ist eine böswillige Erfindung d es Reporters des Giornale d'Jtalia", von einem Selbstmord der Fran Groß Herzog in zu sprechen und würdig daran reiht sich zum Teil eine Plauderei eines Herrn M. R. in .Heft 4 des Roland von Berlin", betitelt:Ter Stern von Weimar". Tie Frau Großherzogin hatte sich in den Tagen vom 5. bis 7. Jan. erkältet und eine Influenza sich zugezogen, dieser aber keine Bedeutung zugelegt, vielmehr war sie nm folgenden Tage beim schönsten Somtenschein m un*er Equipage eine kurze Zett spazieren gefahren. Sie fühlte sich darauf unwohl und begab firä zu Bett' zu der Jnstuenza traten daun Lungen- und Brust fellentzündung, und leider überstand die Kranke die Krisis nicht. Es ist eine Nichtsnutzigkeit und gemeine Verleumdung, von einem Selbstnwrd zu sprechen; jeder, der die Verstorbene naber tarnte weiß, mit welcher Liebe sie an ihrem Gatten hmg und

wie unsäalich schmerzlich und herzzerreißend der Mschied in der Todesstunde war. Tie Gatten litten sich auf das zärtlichste und wenn in den ersten Monaten ihrer jungen Ehe ab und zu eine kleine Tisferenz vorgckommen sein soll, so trugen die Hof- s^ranzen daran die Schuld: das ist in Weimar ein öffentliches Gebnmnis, und der Führer der Fronde gegen die hohe Tote mußte bei der Ueberfübrtlng manches unangenehme Wort hören. Ebenso erloaen ist die zweimalige m i ß g l ü ckte Flu ch t der Frau Großherzogin, die das italienische Blatt bringt. Richt ein Wort ist tunmi wahr, sie batte gar keine Veranlassung dazu, denn das Verhältnis der Gatten war im letzten Jahr ein aeradezu rührendes und mustergiltiges. Tie Schilderung >.-er Lebensweise der hohen Tarne des Herrn R. .imRoland" ist im Schluß gänzlich rrnzutreffend. Weder hat sie bei 42 Grad gebadet, noch eine Taillenweite von 45 Zentimeter (!) gehabt oder 30 Stück Zigaretten pro Tag geraucht. Tie Taillenweite be­trug 54 Zentimeter, und wenn die hohe Tarne einmal rauchte, so waren es nicht mehr als 1 bis 2 Stück pro Tag. Seit IV» Jabren bat sie kein Pferd bestiegen und seit ihrer Vermählung nicht mehr geradelt. Von einer Herausforderung ihres Geschicks, von der R spricht, kann keine Rede sein, sie ist einer heun- ttlckischen Krankbnt obne ihr Rerschulden zum Opfer gefallen sie war eine Fürstin vam Scheitel bis, zur Sohle, und nie bat ein Va^k aufrichtiger und inniger um eine Fürstin getrauert, nie. setzt über unsere Karoline.Der Tod begrub einen reichen Sppfh nr''-r rtnA CSnffmnmeu/7

Die Erejamff? in Wrrfikand.

Ein Komplott gegen den Zaren?

DasBert. Taaebl." meldet aus Petersburg: DeS Kaiser fand im Arbeitszimmer feines Palais in- Zarskase Sselo einen in französischer Svrache abgefaßteu Brief, in welchem ihm mitaeteilt wird, daß zwölf Mann entschlossen sind, ihn wegen der Vorgang rrm 90 Icmuar zu töten. Es wurden sofort umfassend^ Vorkehrungen gegen ettoaine Abschläge getroffen.

Ein neues Attentat.

Helsingfors, 6. Febr. (W. BZ Ueber einen Re» v 0 l v e r a n s'ch l a g auf den Seuatsprokureur I 0 h n s s 0 n' wird ausführlicher gemeldet: Heute erschien in der Wohn­ung von Jobnsson eine militärisch gekleidete Person, welche eine französische Visitenkarte, lautend -auf den Namen Leutnant Alexandre Gadd Ooneigte und um einen geschäftlichen Empfang bat. Als Gadd in das Kabinett des Prokureurs ein getreten war, gab er mehrere Schüsse auf "olmsson ab. Drei Kugeln trafen die Brüste den Magen und eine Schulter des Angegriffenen. Ein sofort herbeigestürFter Geheimpolizist schoß mehrtnals an? Gadd und durchschoß [ihm den rechten Fluß- kn och en. Gadd versuchte zu flüchten, stolperte und fiel schließlich im Vorzimmer. Sodann wurde er ins Hospital gebracht, wo festaestellt wurde, daß er außer am Fuß auch an der rechten Hand verwundet war. Abends lag er noch in besinnungslosem Zustande. Sechs herbeigeeilte Aerzte stellten den Tod des Prokureurs fest. Sein Sohn^ der beim ersten Schuß herzugekommen war und auf den der Anareifer schoß, trug eine leichte Verwundung ant linken Fuß davon.

Der konstitutionelle Adel.

Petersburg, 6. Febr. (Petersb. Telegr.-Ag.) Vow der hiesiaen Ad e"l s v er s a m m lung «wurde heute schlossen, "folgende Adresse an den Kaiser zu richten:

Sire! Der Adel von Petersburg ist glücklich. Eure Maiestat und die Kaiserin zur Geburt eines Thronerben beglückwünschen m kennen. Möge Gott ihm Gesimdheit und Ruhm verleihen. Tie Zeit ist schwer. Unser aller Herzen sind in Kummer wegen der äußeren und inneren Unruhen. Die Feinde greifen un^ an; ihr Zweck ist es. Rußland zu einem schimpflichen; Frieden zu veranlassen, es zu Grunde zu richten, ihm m der Ferne gehörige Gebietsstucke zu entreißen, und das durch Jahrhunderte sanktionierte R e gi er un a ssp ste m nm- z u stoßen. Eine solche Lage verlangt die Anspannung aller geistigen und phvsischen Kräfte des Landes. Man muß einen Aus­weg finden. Jedes Wort, welches in dieser ernsten Stunde an Eure Maeistät gerichtet wird schließt eine große Verantwort­lichkeit in sickx Auf Eurer Masestät beruht unser Aller Hoffnung, die wir alle Zeugen der Sorgen Eurer Masestät für bte Entwickel­ung Rußlands sind. Der 25. Dezember hat^ die Hoffnungen der- ienigen Ihrer Untertanen erneuert, welckie infolge des gunMgen Eindrucks ienes Erlasses das wahre Heil des ^aterlande^- in der Ruhe des Landes und in der un un t er b r och en en Be­friedigung der dringenden B c d ü r f n l N e d e 0 Vol­kes erblicken. Die Zahl der so senkenden Russen ist gewaltig. Sie sind stark durch ilne Grundsätze, aber sie find nicht geeint, um gegen die geheime Organiiatlon zu kämmen,

1 die bemüht ist. die Grundfesten der Regierilng imb der Gesell­schaft zu erüfrüttem. _ .

Sire Es ist nicht das mrc Mal, daß dunkle Wolken über Rußland hängen, welches den Feind im Kreml. und auch innere Unruhen gesehen ha!, welche den Boden der Reglerung erschutter-' tcu Aber unser Vaterland wurde immer stärker und machte stolze, gewaltige Fottschritte in der Entwickelung. Aus der Ver- bindung der monarchischen Autokratie mit der ergebenen . russischen Ration schöpfte Rußland stets neue Kräfte, denen weder der auswärtige Feind noch innere Unruhen Widerstand zu leisten vermochten. Ter Adel von Petersburg ist davon überzeugt, daß ; diese Verbindung unerfchüttert ist und den Sieg davon­tragen muß. Mit Gottes Hilfe werden unsere wackeren Truppen, ' die ihr Leben für den Kaiser und das Vwerland in die Schanze schlagen, die russischen Waffen mit neuem Ruhm krönen. ; Mit Gottes Hilfe werden auch die inneren Unruhen ent 1 ®ubc nehmen' Sire! Jbre. Absiehteii sind klar. Das ganze )i Volk erwartet sehnsüchtig die Erfüllung Ihres kaiserlichen Wil- ; lens, aber die Beamte n und Staatsmänner, welches . auch immer ihre Eigensckmften und ihr Eifer sein mögen, . wei-d-en nicht alle Fragen des nationalen Lebens .-lösenkönnen. _ . .

' Sire! Jlwe Vorfahren hörten auf die Stimme der von t der Ration erwählten Russen. Tiefe Gewohnheit schwächte nicht i die Autokratie, soudem stärkte sie, tut Gegenteil, Iw trug dazu

bei, das gegenwärtig Große zu en-eichen. Sire? B esehl en . Sie setzt, daß erlvählle Vertreter des Volkes! 1 frei ihre Stimmen z n > ' ö h c de s V h r 0 n e s e r heben

und nach den Angaben des Souvei>ttns an der Gesetzgebung und > an der Beratung der Regicrrmgsmaßnahinen tellnehmen. Srre!