wurde eine wertvolle Blattpflanze mit Topf gestohlen. Der Topf ist, wie unS die Polizei mitteilt, von braunem Ton, mit Weinranke umstochten und vergoldet, ebenso der dazu gehörige Untersatz.
- Betrug. Ein HauSbursche hatte sich aus einem hiesigen Geschäfte Sparmarken angeeignet und wußte sich damit für 4 Mk. Waren und bares Geld auszuschwindeln. Gestern wurde der Betrug entdeckt und der Bursche zur Anzeige gebracht.
•• Gymnasialneubau in Worms. Der zweiten Kammer der Stände ist eine Regierungsvorlage zugegangen, worin auSgeführt wird, daß die 9lrbeitcn am Gymnasialneubau in Worms so weit vorgeschritten sind, daß er voraussichtlich am 16. November d. Js. in Benutzung genommen werden kann. Mit dem Bezug des neuen Gebäudes findet die längst als dringendes Bedürfnis empfundene vollständige Trennung des Gymnasiums von der Obcrrcal- schule statt, welche einige Mehrausgaben verursacht.
** Das Opfer des NüdesheimerMordS. Aus Höchst wird der Kl. Pr. berichtet, daß sich dort bei der Polizei ein junger Mann gemeldet hat, dessen I8jähriger Bruder seit dem 13. Juni vermißt wird. Bekanntlich ist die Persönlichkeit des am Niederwalddcnkmal ermordet Aufgefundenen immer noch nicht fcstgcstellt. Der in Höchst Vermißte heißt Mayfahrt, war Schlosser und bis einige Tage vor dem 13. Juni auf der Gnstavsburg beschäftigt. Nach seinem Austritt dort hatte er in Höchst seinen Bruder besucht. Von da aus wollte er zunächst nach Worms und dann Köln reisen. Das letzte Lebenszeichen des Vermißten war eine Karte, die am 13. Juni in Rüdesheim abgestempelt worden ist. Es wurde bei ihm eine Orierttierungs- karte mit Futteral vorgefunden, der Vermißte soll nach Aussagen des Bruders eine solche Karte bei sich getragen haben. Festgestellt ist ferner, daß der junge Mayfahrt am 13. Juni das Niederwalddenkmal besuchte und im Besitz nicht unbedeutender Geldmittel war. In Bezug auf die Zeit der Ermordung herrscht vorerst keine volle Klarheit. Die Behörden, die die Untersuchung leiten, nehmen an, daß der Mord zwischen dem 17. und 19. Juni ausgeführt worden ist. Um diese Zeit hätte der Vermißte nach seiner Absicht eigentlich schon in Köln sein müssen. Immerhin ist es möglich, daß er sich durch Neisekollegen hat überreden lasten, länger unterwegs zu verweilen. Jedenfalls läßt es sich die Wiesbadener Staatsanwaltschaft angelegen sein, die Sache auch nach dieser Richtung hin festzustellen.
** 3 u m Neckar gar tacker Raubmord. Der Raub» mörder Mogler ans Neckargartach ist, nachdem er sich noch drer Wochen nach der Tat nmhergetrieben, om Montag in Berlin ver° lin verhaftet worden, d. h. er bat sich, als seine Bente aufgezehrt war, der Polizei gestellt. Wie Verbrecher in den meisten ähnlichen Fällen, suchte auch Mogler sich im Strudel der Großstadt zu betäuben und verpraßte das Geld zum großen Teil in Wirtschaften mit Bedienung von „parier Zand Als er keine Mittel mehr besaß, kam er in ein Wirtshaus des dritten Polizeireviers, wo man ihn festnehmen lassen wollte. Er stellte sich selbst der Polizei, wurde auch gleich erkannt und festgenommen. Mogler gibt an, daß er, um in den Besitz des Geldes zu gelangen, mit dem Bell allerdings auf den Meister, die Meisterin und das Kind losgeschlagen, aber nicht die Absicht gehabt habe, sie zu töten. Reue zeigt er nicht und erllärt, daß alle drei Personen noch am Leben gewesen seien, als er den Raub ausgeftihrt habe und davongegangen sei. Mogler wurde am Dienstagmorgen in Heilbronn eingeliefert.
d. Leihgestern, 5. Juli. Der hiesige Schafhirte sah heute mittag einen Soldaten des 168. Regiments quer durch einen Wiesengrund laufen auf einen tiefen Wassergraben zu. Nach einiger Zeit kam ihm die Sache verdächtig vor, und als er nachforschte, fand er den Waffenrock, sowie Säbel, Mütze und Halsbinde am Graben liegen, jedoch von dem Soldaten feine Spur. Die gefundenen Sachen wurden der Bürgermeisterei übergeben. Man nimmt an, daß Selbstmord vorliegt.
Bad-Nauheim, 5. Juli. In die Hochsaison der Natur fällt die Hochsaison des Bades. Zahlreich anwesend sind deutsche Fürstlichkeiten und die russische, sowie österreichische Aristokratie: Hohe Offiziere, Beamte, die Vertreter der Hochfinanz und Kunst. Ebenso zahlreich hat aber auch das überseeische Ausland, namentlich Amerika, seine bekannten Vertreter der Politik und Industrie gesandt, wodurch der internationale Charakter des Bades auffällig in Erscheinung tritt. Von bekannten amerikanischen Besuchern in Bad-Nauheim ist der Stahltrustkönig Schwab, der Minenbesitzer Hammond, der Handelskammer-Präsident Shayne, der Marineschriftsteller Mahan aus New-Dork und der bekannte Theater-Unternehmer Ackermann aus San Franzisko zu erwähnen; aus England Lord Edgeeombe und der Schriftsteller Nilkins, sowie der ehemalige Präsident der Kapkolonie Schreiner und der Kriegsminister Mena aus Mexiko. Aus Sch-weden sind u. a. anwesend der Reichsrats-Präsident v. Akerhielm ans Stockholm; und aus dem russischen Osten der Generalgouverneur Sarnitzin aus dem Kaukasus. Unter den vielen hohen deutschen Offizieren ist der langjährige Besucher des Bades Generalleutnant und Generaladjutant von Scholl zu erwähnen. Die Kurdirektion bietet ein sehr abwechslungsreiches Programm an Unterhaltungen für die Kurgäste: Oper und Theater wechseln täglich ab; Symphonie-Konzerte, Militär-Konzerte, Darbietungen berühmter Bühnengrößen, dreimal täglich Konzerte der Kurkapelle, Tauzreuuions, Feuerwerke int Park, bengalische Beleuchtungen der Terrasse und der Teichinseln dienen in reichem Maße zur Velebnng des Kuraufenthaltes.
Friedberg, 5. Juli. Ein wegen schwerer Diebstähle steckbrieflich verfolgter Verbrecher, welcher schon viele Vorstrafen hinter sich hat, wurde heute von zwei hiesigen Schutzleuten auf einem Oekonomiehof ermittelt und verhaftet. Bei seinem Transport ins hiesige Gefängnis warf er plötzlich die Schließkette von sich und entfloh, ohne wieder ein gefangen zu werden. Der Verbrecher war vorschriftsmäßig geschlossen.
fc. Frankfurt a. M., 5. Juli. Rach kurzer Krankheit starb hier im 64. Lebensjahre der Begründer und Besitzer der „Wormser Volkszeitung", Ludwig Joseph Pfungst. Die Volkszeitung wird laut testamentarischer Bestimmung in der seitherigen Weise weiter erscheinen. Sein beträchtliches Vermögen hat der Verstorbene dec Stadt Frankfurt zum Ankauf von Kunstwerken für die öffentlichen Sammlungen vermacht. Die Stiftung soll den Namen Ludwig Pfungst aus Worms-Stiftung tragen.
Frankfurt, 5. Juli. S. K. & der Großherzog von Hessen hat den 21jährigen Kunstgewerbler Hermann
A. E. Kopf, der längere Zeit in Darmstadt studiert har, nach mehreren Audienzen in die Künstlerkolonie der hessischen Residenz berufen. Kopf erfreute sich in Frankfurt allgemeiner Anerkennung.
Wiesbaden, 5. Juli. Gestern vormittag stürzte der hier zur Kur weilende 25 Jahre alte Kaufmai n AlfonS Dick am Kochdenkmal vom Rade. Er zog sich hierbei einen Beinbruch und schwere innere Verletzungen zu, an denen er gestorben ist. — Gestern wurde hier ein junger Mann und ein junges Mädchen vom Blitzstrahl getroffen.
8. Herborn, 5. Juli. Die für die Höhen des Westerwaldes so lange ersehnte Bahnlinie Herborn-Rennerod macht überall auf der ganzen Strecke gute Fortschritte. Auf den vorgesehenen Haltestellen und Bahnhöfen sieht man bereits das Untergeschoß der Stationsgebäude hervorragen. Die Firma Abermann & Kling-Gießen ist mit der Ausführung dieser Hochbauten betraut. Im Mittelpunkte der Strecke, in der Nähe von Driedorf, gilt es noch, eine bedeutende Schwierigkeit zu überwinden. Dort wird die Bahn durch eine mächtige Eisenbrücke über das sehluchtenartige Rehbachtal geführt, mit deren Aufstellung man z. Zt. beschäftigt ist. Die Bahn sollte zwar bis zum 1. Dezember ne. schon dem Betrieb übergeben werden, wir glauben aber, daß es 1. April nächsten Jahres darüber wird. Mit diesem Zeitpunkt kommt auch die Fahrpost Herborn-Rennerod zur Einstellung.
[] Marburg, 5. Juli. Der kurz vor dem Examen stehende Student Wilhelm Naderhopf aus Brackel in Westfalen sank heute früh beim Baden in der Lahn plötzlich in die Tiefe und ertrank, trotzdem man ihm sofort zu Hilfe eilte. Die Leiche wurde alsbald gefunden. An derselben Stelle ertrank vor etwa 14 Tagen ein junger Kahnbursche. — Im Felde bei Cappel wurde gestern der Taglöhner Wagner vom Hitzschlag betroffen und starb alsbald.
0 Salzschlirf, 5. Juli. Daß eifrige, ehrliche Arbeit, zielbewußtes Streben ideal gesinnter Männer nicht immer mit Erfolg gekrönt wird, daß Viele sich nm den Lohn ihrer Lebensarbeit gebracht sehen, das wiederholt sich gar häufig, das ist nichts Neues! Dies Schicksal hat auch der Begründer von Salzschlirf, Dr. Eduard Mar- tiny, an sich erfahren müssen; nachdem er 30 Jahre gerungen und gekämpft hatte, verließ er gebrochenen Herzens und vermögenslos den Ort seiner Tätigkeit, um alsbald seelischem und körperlichem Leiden zu erliegen. Als seine sterblichen Ueberreste auf dem Kirchhof zu Salzschlirf im Mutterschooß der Erde gebettet wurden, da hielt der katholische Pfarrer Schumann (Martiny war Protestant) dem Dahingeschiedenen eine bewegte Trauerrede, die in den Worten gipfelte: „Er gab Salzschlirf das Leben, Salzschlirf gab ihm den Tod"!! Nun ist in der letzten Nummer der „Salzschlirfer Badezeitung" der Vorschlag gemacht worden, dem Dr. Martiny ein Denkmal im Park zu setzen. Es klingt fast wie Hohn, daß der zum Unglück verdammte Mann, der sorgenbeschwert die langen Jahre hindurch erfolglos kämpfte, nun auf erhobenem Sockel in erzenem Bilde stolz auf die wimmelnde Schaar der Kurgäste herabblicken soll. Im Sinne Martiny's ist dies gewiß nicht, wohl aber wäre es in seinem Sinne gewesen, wenn ein für die Aufnahme von „Mühseligen und Beladenen" bestimmtes Krankenhaus für alle Konfessionen seine Tore geöffnet hätte, über denen die Worte angebracht wären: „Martiny-Krankenhaus". Zur unvergänglichen Erinnerung an den edlen Mann, der Salzschlirf begründete und fein Leben dafür eingesetzt hat. Dieser Vorschlag ist nicht neu, er ist gelegentlich der Einweihung der evangelischen Kirche zu Salzschlirf gemacht und von der Versammlung angenommen worden, die aus den Spitzen der weltlichen und geistlichen Behörden bestand. Weshalb man diese würdigste Form der Ehrung mittels Liebeswerkeu an Dritten, durch ein prunkendes Denkmal ersetzen will, das werden die Teilnehmer an jener Versammlung und alle Diejenigen nicht begreifen können, die den Verhältnissen der Vergangenheit nahe gestanden haben.
4- S ch lü ch te rn b. Gelnhausen, 5. Juli. Der hiesige Landrat Gras Wilhelm zu Solms-Laubach hat sich dieser Tage nach Gießen begeben, um sich dort einer BlinddarmOperation zu unterziehen.
** Kleine Mitteilungen ans Hessen und den N a ch b a r st a a t e n. In M a r b u r q ertrank beim Baden in der Lahn am Wehrdaer Weg der Student des Bergsachs Wilhelm Na der Hoss, geboren 1883 als Sohn eines Oberlehrers zu Brackel in Westfalen. — Im „Kreisblatt für den Kreis Höchst am Main" (Nr. 120) wird bekannt gemacht: „Ein Kinderwagen weiß mit Gold, blieb am Sonntag in Sossenheim oder Unterliederbach, vielleicht auch in Höchst, in einem Wirtshause stehen. Die Decke trägt die gestickte Aufschrift: „Schlaf sanft, das Elternauge wacht!'' — Beim Vaden in der D i l l ertrank der 12 jährige Sohn des Fabrikarbeiters Zehner von Aßlar. — Das Amtsgericht Schotten ist tvieder mit einem Rechtsanwalt, durch R. A. Zimmer, besetzt morden.
VernMehtes*
Die Ablehnung einer dem Kaiser zu gedachten Stiftung wird von den „M. N. N." genreldet. Das Blatt schreibt: Zur Ausschmückung bet', neuen Adrninistra- tionsgebciube des kaiserlichen AuffichtsaNrtes für Privatversicherung in Berlin hatten die Direktoren einer größeren Anzahl deutscher Versicherungsgesellschaften beschlossen, eine Marmor st atue, den Kaiser darstellend, zu stiften, die im Sitzungssaale des genannten Gebäudes Aufstellung finden sollte. Es war beabsichtigt, das Denkmal zur Feier der silbernen Hochzeit des deutschen Kaiscrpaares zu stiften.' Der Kaiser hat jedoch die ihm zugedachte Stiftung abgelehnt mit der Anheimgabe, die gezeichneten Summen zu wohl- täti gen Zwecken zu verwenden.
* Aus dem Simplizis sim'u s. In einer lleinen westfälischen Stadt wurde eine Sammlung zum Besten des Kaiser Wilhelm-Denkmals in Berlin veranstaltet. Das Lokallornitee begab sich nun mit einer Liste auf den Weg, die Beiträge der Patrioten einzuholen. Jeder gab nach seinem Können. Der Apotheker 30 Mk., der Doktor 20 Mk., der Amtsrichter 3 Mk., der Bürgermeister 15 Mk. usw. Die Arbeiter zeichneten Summen von 20, 30, 10, 15 Pfennig, die vom Komitee bestens dankend entgegengenommen wurden. Auf dieser Wanderung kamen die Herren auch zu dem Tagelöhner Krischan Schulze. Nachdem Krischan die Liste aufmerksam durchstudiert und die übliche, von vaterländischem Geist durchwehte Rede hatte über sich ergehen lassen, greift er kurz entschlossen zur Feder und zeichnet seinerseits 20 Mark. — „Mer Krischan, wie wollen Sie oas denn bezahlen, 20 Pfennig sind reichlich für Ihre Verhältnisse."
— „Loten Sie nur stvhn, twintig Mark."— „Mer sehen Sie doch, was Ihre Kollegen gezeichnet haben, 10, 20 und 15 Pfennig, mehr verlangen wir auch nicht von Ihnen/* — „Eck bliev bi ntinc twintig Mark, wat eck schrieb, bat stricht geschrienen. Punktum. TwintiA Mark. — „Bitte, die 20 Mark." — „Nä, nä, Herr, so snell geiht bat nich, die twintig Mark, die sitz eck af."
• Eine halbe Milliarde Trinkgelder. Jhering hatte einmal in einer gutgelaunten Stunde die Frage der Trinkgelder zum Gegenstand eines geistvollen Essays gemacht, worin der berühmte Rechtslehrer für die Aufhebung der Trinkgelder, die er als eine jeder rechtlichen Basis entbehrende freiwillige Steuer charakterisierte, energisch eintrat. Der Kampf Jherings gegen die Trinkgelder hat bekanntlich die altüberkommene Institution nicht im geringsten erschüttert. Man gibt und nimmt nach wie vor die Trinkgelder in aller Herren Länder. Ein Statistiker des Pariser „Gil Blas" hat sich nun der Mühe unterzogen, zu berechnen, wie hoch die Summe der im Laufe eines Jahres verabreichten Trinkgelder in Frankreich ist. Er ist zu dem Ergebnis gelangt, daß sich diese Summe auf nahezu eine halbe Milliarde beläuft, wovon auf Paris allein jährlich 100 Millionen entfallen. Die Trinkgelder repräsentieren also eine Zahl, die einem Siebentel des Gesamtbudgets Frankreichs gleichkommt. Der betreffende Statistiker weist darauf hin, welch gewaltige Kulturwerke mit einem ständigen Jahresfonds von einer halben Milliarde geschaffen werden könnten, erklärt aber gleichzeitig kleinlaut, daß, wie die Dinge nun einmal liegen, ein Kampf gegen die Trinkgelderplage ebenso aussichtlos sei wie der heroische Kampf des armen Ritters Don Quixote gegen die Windmühlen.
* Kleine Tageschronik. In Berlin unternahm der 24 jährige wohnungslose Schuhmacher Joseph Godulla gegen die Prostituierte Ottilie 'S a r t in deren Wohnung einen Mordversuch, indem er ihr mit einem Küchenmesser mehrere tiefe Halswunden beibrachte. Der Täter wurde verhaftet. — Infolge Explosion in einer Kohlenmine von Vivian lWest- virginienl wurden neun Arbeiter getötet, 80 verletzt, darunter 15 tödlich. 30 werden vermißt. Es besteht wenig Hoffnung, sie zu retten.
Hlmverftläis-MaHnMen.
Marburg, 5. Juli. Professor v o n B e l o w , Ordinarius für mittelalterliche Geschichte an der Universität Tübingen hat den an ihn ergangenen Ruf nach Freiburg i. B. angenommen.
Rüdesheim, 5. Juli. Der Verband derBurscken- sch a i t en an technischen Hochschulen, nahm zur Frage der konseffionellen Verbindungen und der akademischenFrei- beit in folgender Resolution Stellung : Der Rüdesheimer Verband Deutscher Biirscbenschasten hat in Betätigung seiner alten Grundsätze die Bewegung der Studentenschaft zur Erhaltung ihrer alten Rechte voll und ganz unterstützt. Es wird auch in Zukunft allen den Bestrebungen entgegentreten, die geeignet, die in unserm Volke weiter bestehenden konfessionellen Gegensätze auch in die Kreise der Hochschulen zu bringen, denn er sieht hierin eine ? dimere Geiahr nicht nur für die Entwickelung deutschen Geisteslebens, sondern auch für die Zukunft des ganzen Vaterlandes.
olavdwrrtslSaft.
— Dem Generalv erband ländlicher Genossenschaften für Deutschland zu Neuwied sind im April 1905 in den zwölf Verbandsbezirken insgesamt 18 Genossenschaften beigetreten: 14 Spar- und Darlehnskassen-Vereine und 4 Be- lriebsgenoffenschasten. Im Jahre 1905 sind bis Ende Rl ä rz beigetreten: 90 Spar- und Darlehns-Kassen-Vereine und 29 Be- triebsgenoffenschasten, zusammen also 119 Genossenschaften. Der Bestand betrug Ende April 1905: 4037 Spar- und Darlehns- kaffen-Vereine und 579 Vetriebsgenossenschaften, zusammen 4616 Genossenschaften. Von den 4037 Spar- und Darlehnskassen-Ver- einen sind 3943 der Landwirtschaftlichen Zentral-Darlehnskasse für Deutschland zn Neuwied als Aktionäre angeschlossen und heben sich bei ihr mit 8530 Aktien beteiligt, worauf 8 489 500 Mark eingezahlt sind. T^r Umsatz der Mteilung Geldverkehr ber Zen- tral-Darlehnskasse betrug im Monat April 1905 bei der Zentrale 16 226 000 Mk., bei den zwölf Filialen 31 650 000 Mk., zusammen also 47 876 000 Mk. Der Jahresumschlag für die gleiche Zett betrug bei der Zentrale 90 033 000 Mark, bei den Filialen 139 585 000 Mk, zusammen also 229 618 000 Mk. Der Umsatz, der Mteilung Warenverkehr war im Monat April 1905 bet den Filialen 6 596 000 Mk, im laufenden Jahre bis Ende April 26 009 000 Mk Die Umsätze der für die Betriebsgenossenschaften in den zwölf Verl>andsl>ezirkcn bestehenden Landes- und Provinzial-Genossenschaftskassen betrugen im Monat April 1905 15 343 000 Mk, im laufenden Jahre bis dahin 59 180 000 Mk.
Der Rheinisch Westfälische Effektenmarkt!
M ü l h e i m a. d. Ruhr, 5. Juli 1905.
Am Kohlenkuxenmarkte erhält sich das Interesse für schwere Werte. Von diesen konnten Fröhliche Morgensonne, Königin Elisabeth, Helene und Amalie und Dorstfeld ihren Preis weiter erhöhen. Die übrigen Kurse zeigen wenige Veränderungen. Das Geschäft im allgemeinen ist etwas geringfügiger. Von kleinen Werten wie Trenwnia, Siebenplaneten, Heinrich, Freie Vogel und Unverhofft, Mtendorf und Schürbank iind Charlottenbnrg gefragt. — Der Kali knxen markt lag auch hertte sehr fest und zwar wiederum für schwere Werte, wovon Neustaßftirt und Hercvma wieder höher bezahlt wurden. Auch Wilhelmschall, Wintershall, Johannashall und Hohenfels waren zu etwas gebefferien Preisen gesucht. Dagegen lagen Justus I„ Bürbach, Carlsfund, Dohen- 3oftern, Kaiseroda und Hedwigsburg wenig verändert. Von lleinen Werten wurden Verden Oel itt anziehenden Preisen lebhaft gehandelt. Auch AdolfSalück eine Kleinigkeit höher. Die übrigen Werte sind wenig verändert. — Der Erzkuxenmarkt zeigt gegen gestern nur wenig Veränderungen. Unter anderem waren Callerstollen etwas höher. Henriette, Flick, Glückauf b. Neviges und Eiserner Union zu letzten Preisen gefragt.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Hibernia-Angclcgcnheit. Die Herne-Gesellschaft gibt zu den in letzter Zeit in Umlauf gekommenen Mitteilungen, folgende Erklärung ab: „Die letzte Versammlung der Interessenten der Herne-Gesellschaft m. b. H. hat am 22. Mai d. I. stattgefunden. In dieser wurde die Bilanz ftir das abgelaufene erste Geschäftsjahr über die Verteilung der auSgcwiesencn Dividende ge-, nehmiat, die Möglichkeit des Vergleiches mit der Negierung, aber keineswegs ventiliert. Mas die von uns ausgegebenen Obligationen anlangt, so haben uns die Ueberiwhmer mitgeteilt, daß die sämtlichen zunächst ausgefertigten Stücke über nom. 15 Mill. Mark sofort bankmäßig abgesetzt worden sind, ohne daß es gelungen wäre, die bedeutend größere Nachftage des Publikums zn befriedigen."
Markte.
fc. Franks u'r t a. M., 6. Juli. (Telegr. Orig.-Bericht de? „Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Vieh markt- preise. Zum Verkaufe standen: 40 Ochsen, 9 aus Oesterreich 3 Bullen, 00 aus Oesterreich, 85 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Oester., 00 Kälber, 00 Schafe und Hammel, 0 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfd. Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 74 bis 75 Mk., 2. Qual. 68—70 Mk, 3. Qual. 61—65 Mk.; Bullen 1. Qual. 65—67, 2. Qual. 00—00; Kühe 1. Qualität 68—70 Mk. 2. Qual. 62-64 Mk, 3. Qual. 49-51 Mk, 4. Qual. 42—44 Mk . Qual. 00—00 Mk. Kälber 1. Qual. 83—85 Pfg., Lebendgewicht


