Ausgabe 
6.7.1905 Zweites Blatt
 
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155. Jahrgang

Zweites

Nr. 156

General-Anzeiger, Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Liehen

i englischen Han­der Richtung nach Kvw-

29oi

Petroleum

Tie erste

1894

790 kg 72 500 , 19 990 t 24 600 , 4261 000 , 285 000 hl

1900

2100 kg 59 000 , 25 800 t 41 200 ,

7 429 000 , 1 881 000 hl

1899

16 180 kg

56 000 ,

24 300 t

31 500 , 6 722 000 r

855 000 hl

Bergbaues

Gold Silber Kupfer Ellen Kohle

Gießen, 6. Juli 1905.

** Personalien. S. K H. der Großherzog haben den Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Rhein- Hessen N e e 8 zum LandgerichtSdirektor bei diesem Gericht und den Amtsrichter in Worms, Amtsgerichtsrat Müller zum Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen ernannt. Der Gcrichtsassessor Dr. Ostern aus Mainz wurde zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Worms er­nannt. Nebectragen wurde am 1. Juli d. I. dem Schul- aintsaspiranten Wiedekind aus Klein-Zimmern im Kreise Dieburg eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Radheim,

ErscheNU VsNch Ausnahme befl Sonntag».

Di«Stefitnet FamMenblätter- werden dem ,Anzeiger viermal wSchenllich betgelegt. Der 'Qtlftldp Landwirt" erjchetnl monaiUch einmal.

Donnerstag 6. Juli 1905

{Rotation5bru(f und Verlag der Brühl Ich« UniDerfilätSbruderet 8t Lange. ®u6c»e

Redaktion, Expedition u. Druckerei Schulstr.9» Tel.Jtu 6L ielegt/äUn. i SU^cig« ®Ub<n,

fach.

* Das dritte Abonnementskonzert unserer ReginlentSmusik findet wie gewöhnlich heute, Donnerstag, abends 8 Uhr, im Reuen Saalbau statt.

Geltoblen. Aus einem Garten in der Ostanlaae

zen Unruhen auf russische zurückzuführen seien. Vor

Ausland.

Stockholm, b. Juli. Aus Drontheim wird tele- graphiert, daß dort reges Militärleben herrscht und daß vier norwegische Regimenter gegen di» schwedische Grenze abgeschickt worden find.

Paris, 5. Juli. Zwischen Frankreich und de< Türkei ist es zu einem neuen Zwischenfall gekommen. Im Bosporus wurde ein französischer Matrose an Bord eines Dampfers von einem Albanesen durch Dolch­stiche schwer verletzt. Der franzöfische Geschäftsträger ist sofort vorstellig geworden.

Rom, 5. Juli. Gestern wurde die französis^ Botschaft beim Vatikan geräumt. Die MöM wurden nach Frankreich geschafft, das Archiv in die fran­zöfische Botschaft beim Quirinal gebracht.

Milwaukee, 5.Juli. Die Teilnehmer des hier statt< findenden Delegiertentages des deutschen Bete- canen-KriegerbundeS von Nordamerika schickten dem deutschen Kaiser ein Telegramm, daS mit den Worten schließt: ,AlS Zeichen höchster Verehrung, unwandelbarer Liebe und Anhänglichkeit zur alten Heimat senden wir kameradschaftlichen Gruß." Der Verband beschloß, dem Kaiser zu seiner silbernen Hochzeit ein Angebinde zu senden.

im Jahre 1872 dem Betrieb übergebene Eisenbahn Japans war 29 Kilometer lang. Am 31. März 1902 hatte das gesamte japanische Eisenbahnnetz bereits eine Länge von rund 8500 Kilometer, aus dem rund 1200 Lokomotiven und 22 500 Gagen liefen. Die Gesamtausfuhr ist von 18941902 um 188 Proz. gestiegen.

Petersburg, b. Juli. In hiesigen politischen Kreisen will man in der Auswahl der russischen Vertreter zu den Friedensverhandlungen den ernsten Willen des Zaren erkennen, zu einem dauernden Frieden zu gelangen. Es verlautet, der Zar habe über Washington sein Ein­verständnis zu dem Waffenstilstand nach Japan gelangen lassen.

Japans neue Anleihen.

Einige Berliner Blätter nehmen mit Befriedigung davon Kenntnis, daß es in letzter Stunde gelungen ist, die Be­teiligung der deutschen Hochfinanz an der neuenjapanischenAnleihezu sichern. Ursprüng­lich sei die Beteilimmg wenig wahrscheinlich gewesen. Run, es wird a b z u w a r t e n teilt, ob ein Anlaß zu beson­derer Genugtuung gegeben ist. Schreibt doch der Ber­linerLok.-Anz.", daß darüber, ob Japan Zusicher­ungen an die deutsche Jndustri emachte, bisher nichts Bestimmtes in Erfahrung gebracht werden konnte. England und Amerika haben sich zweifellos entsprechender Gegenleistungen versichert. Es wäre wenig erfreulich, wenn die deutsche Finanzgruppe so­zusagen ehrenhalber den Japanern ihr Geld aufgenötrgt hätte.

Man schreibt uns ans Frankfurt:

An der 30 Millionen Lstr.-Anleihe soll das deutsche Kapital insofern beteiligt sein, baß die Deutsch -Asia- tische Bank 10 Mill. Lstr. übernimmt. Wrr können die Beteiligung an einer neuen japanischen Anleihe ebensowenig befürworten, wie wir es bei der letzten Anleihe taten und und ebenso bei jeder russischen Anleihe während des Krieges gemacht haben. Erst soll der Krieg vorbei sein und Japan erne Kriegsentschädigung erhalten haben, dann wird es noch immer Geld genug brauchen, um sich zu rangieren. Jedoch schemen dre- ienigen Zeitungen auf dem L) o l z w c g, die da glauben, daß eine Veteilimtng deutschen Kapitals an einer japanischen Anleihe Der deutschen Industrie nützlich sein werde. Und um sich eine eigene Industrie zu schaffen, haben die Japaner ttt Deutschland fleißig genug gelernt. Jetzt können sie die Sachen selber machen und wir werden sie nicht

abgegangen.

Die meuternden Matrosen von demPobzedonos- ze t»" sollen nach Kertsch gebracht und vor ein Kriegs­gericht gestellt werden. .

Bei der Kaufmannsfamilie Halperin m Odesia wurden zwei Bomben gefunden und zwei junge Leute verhaftet. Auch bei dem Buchhalter einer lleinen Teefirma wurde ein Bombcnfund gemacht und er sowie seine Frau verhaftet.

Die (freilich höchst verdächtigen) Spezial-Berichterstatter zweier englischer Mütter, desStarudard" und desDaily Ervreß in Odessa, melden übereinstimmend, sie hätten guten Grund zu glauben, daß die dortigen Unru4' ~,c Regierungs-Agenten - , - , - , ,

einigen Monaten seien 150 solcher Agenten aus Petersburg nach Odessa gekommen und von den dortigen Lokalbehörden aus Weisung des Generals Trepow aut ausgenommen worden. Diese Negierunasspione logierten sich m den Arbeitervierteln em und ließen sich auch in die revolutionäre Organisation als Mitglieder aufnehmen. Nachdem sie das Vertrauen der Arbeiter gewonnm hatten, fingen sie an, Unruhen zu stiften mit der Absicht, diese grausam unterdrücken zu lasses .,

Der Berichterstatter desDarlh Expreß" telegraphiert, es sei ihm von Augenzeugen versichert worden, daß am ersten Tage der Unruhen mindestens 7000 Personen inner­halb 10 Stunden getötet worden seien. 200 Menschen sprangen in den Hafen und ertranken Die Mehr­zahl der Leichen wurde einfach in die brennenden Hafenanlagen

Die Anarchie in Wußland. i Das PanzerschiffPotemkin"

/st nach offiziöser russ. Meldung am 5. d. M. in der russ. , Hafenstadt Fcodosia (auf der Insel Krim) eingetroffen. Es < verlangte Kohlen, Proviant, einen Arzt und forderte die Stadtverwaltung auf, sie solle ihm für den Aufenthalt von einem Tage Sicherheit garantieren.

Welche Antwort das Meutererschiff erhalten hat, wird , teider verschwiegen. Es scheint jedoch, daß die Stadt­verwaltung der'Schiffsbesatzung alles gegeben hat, was sie forderte, denn nur unter solchen Umständen wird die folgende Erklärung der Besatzung desPotemkin" au die fremden Mächte verständlich:

Der Entscheidungskampf gegen die russische Regierung hat begonnen. Wir teilen dies allen fremden Mächten mit und halten es für unsere Pflicht, zu erklären, daß wir eine vollständige Garantie für die Unverletz­lich k e i t der fremden Schiffe geben, die sich im Schwarzen Meere aufhalten, sowie der nichtnissischen Häfen des Schwarzen Meeres.

Was wir also bereits vor ein paar Tagen gesagt haben, aämlich daß derPotemkin* eine neue unabhängige europäische Macht geworden ist, das wird durch diese Erklärung an die Mächte nun in aller Form bestätigt. Offen erklären die Meuterer der Negierung den Krieg und wünschen für das unsühnbare Verbrechen des Treubruches die Duldung der Mächte. So ist denn die offene Revolution in der russischen Marine zur fürchterlichen Tatsache geworden, und es steht nur allzusehr zu befürchten, daß diese offene Revolte auf- eine Reihe anderer russischer Kriegsschiffe übergreift. Un­absehbar aber sind dann die Folgen der Revolution für das gesamte russische Reich und seine Dynastie.

Aus Bukarest wird vom 5. ds. Mts. berichtet, daß der .Potemkin" nur noch für 24 Stunden Kohlen an Bord ge­habt habe. Er soll sich dann bei Sulina, dem nördlichsten rumänischen Hafen an der Donaumündung, der Kohlen eines italienischen Handelsdampfers bemächtigt haben, mit denen er nach Fcodosia gegangen ist, um von da aus sein revo­lutionäres Manifest aller Welt kundzugeben.

Ein russisches Geschwader, bestehend aus zwei Kreuzern und zwei Torpedobooten, suchte in den ruman. .Gewässern denPotemkin". Das Geschwad^ kreuzte vor Konstanza und nahm dann die Richtung nach Batum. Die russischen Torpedoboote sollen dre Grund­sätze des rnternationalenSeerechtesmrß a chtet haben. Infolgedessen soll von rumänischer Seite m scharfer Form betont worden sein, daß die rumansicyen Behörden die Ordnung aufrecht erhalten werden.

DemPotemkin" wurden zwei Torpedobootjager mit Offizierbesatzung nach Feodosia nachgeschickt. Sie erhielten wiederum Befehl, das Schiff zu versenken

Gleichzeitig aber liefen im Warnaer^ also einem bulgarischen Hafen, zwei Schiffe der russischen Schwa^en- meerflotte ein, um einen etwaigen Versuch desPotemkin , vor Warna Anker zu werfen, zu vereiteln.

Die Mächte.

Wie die Petersll. Telegr.-Agent. erfährt, entbehrt die Meldung, daß die Vertreter der auswärtigen Machte gemeinsam die russische Regierung ersucht hätten, ihren Reichsangehörigen die während der Unruhen in Odessa erlittenen Verluste zu ersetzen, jeder Be­gründung.

Jedenfalls sagen sich die Mächte, daß ein ^harnsichtes Eingreifen ihrerseits Die gesamte Situation in Rußland wesentlich verschärfen und zu den schwierigsten Komplikationen führen könnte. Zweifellos ist es vorläufig für die Machte richtiger, der weiteren Entwicklung der russischen Zustande mit ernstem Eifer unbeteiligt zuzuschauen. .

Die WienerN. Fr. Pr." erfährt aus drplomatsichen Kreisen über die von den am Stationsdienst veteili-gten Staaten zu unternehmenden Schritte:

Mit Rücksicht darauf, daß derPotemkiw" Piraten­schlich e begehen könne und die Gefahr nahe M, daß cmch andere russische Schiffe meutern könnten und um den den Handelsschiffen drohenden Gefahren vvrznbeu- gen, vermögen sich die Staaten der Erkemrttns nicht zu ver­schließen, t^ aller Handelsverkehr völlig .lahm Sy egt fein würde, wenn derPotemkin" noch ferner sem Unwesen ttewt. Selbstverständlich würden die beteiligten Staaten mrt größter Vorsicht Vorgehen, um jede ntternatronale Komplckarrou M

5>er Krieg.

Vsm Krieq-schauplatze.

Petersburg, 5. Juli. (Petersb. Trlesr.-Ag.) Em Telegramm des General- Linewttsch an den Kaiser meldet vom 3. Juli: Bei den Heeren ist keine Verän­derung eingetreten. Die russischen Truppen in Korea ergriffen die Offensive, besetzten Ko - punsanz, sowie mehrere südlich davon gelegene Platze.

Die Friedenskonferenz.

Tokio, 5 Juli. Auf der Konferenz in Washington fungieren nach amtlicher Verlautb^rta Baron Komura und Baron Takahira als Kommissare Japans. Die Leitung deS Ministeriums des Aeußern übernimmt rnterr- mistisch Graf Katsura. Die Mission reist am 8. Juli ab.

berm eiben. _ __ ,,

Tragikomisch berührt die Bukarester Meldung, daß die russische Regierung dem rumänischen M i n i st e r des Aeußern General Lahovari für die gegen» über demPotemkin" entwickelte Energie gedankt habe.

Bemerkenswert ist auch Vie Haltung der türkische n Re­gierung gegenüber der Rebellion russ. Seeleute. Der jpvfivw Botschafter in Konstantin vpel überreichte, wie aus der turn'! men Hauptstadt gemeldet wird, dem türk. Kabinett eine Verbalnote, m der mitgeteilt wird, daß etwa 400 russische ©eelente sich nach Versenkung eines Dampfers auf einen englischen Han- dclsdampfer gerettet hätten, der in der Richtung nach Kon­stantinopel abfuhr. Der Botschafter verlangte bic unpebwte Anhaltung des Dampfers, sowie die Auslieferung der Se^eute. Die Pforte antwortete, daß die Erfiillung dreies ^un- sches unmöglich sei, da überhaupt zwischen Rußland und der Türkei fein Anslieserungsvertrag bestehe.

Alle« geht dnntter und drüber.

Dem Hafen von Odessa näherte sich am Donnerstag sormittag das Sch warzemeer-Geschw ad er und warf im äußeren Hafen Anker. Es besteht aus den drei Panzer­schiffenRostislaw" (Flaggschiff des Admirals Krieger), Dwjenadsat Apostoloto" undTri Swjatitelja", aus vier Torpedobootjägern und zwei Torpedobooten und einem Pcinenkreuzer. Krieger landete und berief die Truppenkom­mandanten zu einer geheimen Beratung. DerRo­stislaw" fuhr alsdann zurück.

In Petersburg zirkulieren Gerüchte, daß Admiral Krieger Selbstmord verübt habe und sämtliche Offiziere der Schwarzen Meerflotte ihre De­mission eingereicht hütteu

in demselben Kreise.

** Die allgemeinen Staatsprüfungen im Forst fach beginnen sm 9. November d. I., vormittags 'Ihr. Gesuche um Zulsfsung zu diesen find binnen vier .-dkn mit deu Bescheinigungen über bestm^EN Atzeß und Vollendung des praAsichen Kursus nsw. bei der Grrchh. PrüsimgSkomm'ission für das Finanz- tutb technische Fach in Darmstadt einzureichen. Bei derselben Kommission sind die Gesuche binnen vier Wochen einzureichen um Zu­lassung zu den am 9. Oktober d. I. beginnenden allgemeinen Staatsprüfungen zweite Hauptprüfungen für das Hochbau-, Ingenieurbau- imd Maschinenbau-

Der in der rumänischen Hafenstadt Konstanz a eingetroffenc Dampfer Carol berichtete, die Bemannung s ä m t l i ch e r r u s s r - scher Handelsschiffe, welche in K on R a n t trio be I au* Alexandrien einaetroffen seien, befanden sich m vollem Aufruhr.

Nach einer Meldung aus Konstantmopel meuterten die Matrosen des russischen TamvfersKaiser Nikolaus und ver­weigerten die Abfahrt nach Alexandrien. Sw verlangten, daß der Dampfer Kurs nach Odessa nehme, weil ihre Gegenwart dort wichtiger sei, als in Alexandrien.

Der Ausstand im Petersburger Handelshafen ist durch Verständigung zwischen den Aroeitern w'.d Arbettgeberu beendigt worden. Der Arbeitslohn wurde erhöht. . tfür die Arbeiter ist eine Versicherung während der Arbeitszeit im Hafen eingeführt wvrden. Die Gerüchte, daß am 5. d. M. Zusammen­stöße zwischen Arbeitern der Puttlowwerke und Treippen statt- qesunden haben, bestätigen sich nach offezwser Bebauvtung nicht Sie waren veranlaßt durch einen N e v o l v e r s ch n ß - den em Arbeiter abgab, der als verdächtig verhaftet werden sollte. Auch auch einer Ansammlung von Arbeitern frel em Schuß; sonst ist die Ruhe nicht gestört worden.

Bei dem schwedischen Ministerium des Aeußern emgegangene Telegramme aus Petersbirrg raten wegen des allgemeinen Aus­standes der Hafenarbeiter dasellst den Stockholmer Reedereien bis auf weiteres ab, Frachtabschlüsse mit Petersburg zu machen

In B i a l y st o k (Polen) verbreitet der indische^ Arbetterbund revolutionäre Proklamationen, in denen die Bevölkemng auf­gefordert wird, . sich der regierungsfeindlichen Bewegung anzu- schließen. Gleickzeittg kündigt der Bund an, daß dce m letzter Zeit verübten Attentate nicht durch tne Mitglieder der Parte» verübt worden sind. T-er Bund behält sich aber vor, den von ihnen zum Tode verurteilten Polizeimeister noch im Laufe dieser Woche v^waltsam zu entfernen. Man nimmt deshalb an, daß es in den nächsten Tagen zwischen den Arbeitern und der Polizei in Bialvftok zu blutigen Zusammenstößen kommen wird.

TasResorM"-Werk

der russischen Regierung ninnnt inzwischen seinen lläglrch krebsenden Fortgang. Das Ministerkow.itee ersiattete neuer- dinas, nach offiziöser Meldung, dem Kaiser über die Be­ratungen bezüglich des Art. 7 des Ukas vom 25. Dezember 1904 betr die für Ausländer und Eingeborene tn besonderen Reichsgebieten bestehenden gesetzlichen Be­schränkungen Bericht. Nach diesem Bericht sollen dre tn den baltischen Provinzen geltenden Schulreglk'- ments einer Revision unterzogen werden, dre von dem Unterrichtsminister unter Teilnahme von Vertretern des Ministeriums des Jrmern und Vertretern der Bevölker­ung vorgenommen werden soll. Livland, wo man bekanntlich bisher jahrelang das Deutschtum aufs grimmigste unterdrückt und geknebelt hat, lleß man doch die deutsche Universität Dorpat ganz russisizieren und vertrieb man doch fron dort die deutschen Professoren, soll ein Gvmnasium mit der deutschen Unterrichtssprache geschaffen werden. In allen Schulen der baltischen Provinzen soll der Religionsunterricht in der Muttersprache erteilt werden. Ferner sollen der Befrülkerung des öst­lichen Rußlandeinige" Erleichterungen gewährt werden. Eine Anzahl der Fragen wurde an eine besondere Kommis­

sion verwiesen.

Zmu Gennalstaböchef

ist der Generalleutnant Palitzin ernannt worden. Wie aus einem Tagesbefehl des MMtärressortS hervorgeht^mrd dieser Posten neu geschaffen, der in allen den Generalstab und die .Kriegsbereitschaft betreffenden Fragen dem Karser unmittelbar unterstellt ist. Der GeneralstabSchef ist em ständiges Mitglied deS LandesverteidigiMgsrates. Er nimmt an allen Sitzungen der höchsten RcgierungsbehSrden teil und ist stimmberechtigt in allen Fragen, die dre Kompetenz des G-eneralstabes betreffen.

^Dte^wirsschaftliche Entwicklung Japans im letzten Jahrzehnt.

Welchen Auflchwung die wirtschaftliche Entwicklung JapanS seit Aiüang der 90er Jahre genommen hat, ergibt sich aus einem Vergleich der folgenden Zahlen. Die Produktion des japanischen " ' betrug:

Nach Meldungen aus Sewastopol soll die Mannschaft des SchlachtschiffesTri Swatitelya" gemeu­tert haben.

Nachdem sechs Matrosen desPob j e d on o s z ew" neuerdings zu meutern versuchten, fron den übrigen Mannschaften aber festgenommen wurden, ist derselbe mit ämtlichen Offizieren an Bord fron Odesia nachNikolajew"