ver-
Kursbericht
Frankfurt s. M.» 7. Juni. Offizielle Schlusskurse.
. 67.60
456 Oesterr. Goldrente .
476 56 Oesterr. Silberrente . 101.30
Tendenz: behauptet.
M
dem
Von sind
. 264.20 . 241.50 . 212 90 . 100,50
456 4o/o 456 3°/
156
Ungar. Goldronte Italien. Rente . Portugieser I . Portugiesen. III Unif. Türken
B% Mexikaner 4,/2% Chinesen . Electric. Sohuckert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Komm andi Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsges Oesterr. Staatsbahn Lombarden . . Gotthardbahn . . Laurahütte . • Bochum . . . Harpener . . .
Staatschatzscheine
99.60
67.05
67.40
88.50
136.40
55.—
45.90
3Ve% 3«/o 3V,% 8% 57 37256
101.45
90.35
101.35
90.25
100.05
99.-
102.10
Reichnanleihe do.
Konsole . do. . .
Hessen .
Oberhessen
• Das zweiundzwanziczste Kind wurde Steinbruchsarbeiter Krikonski in Gommern geboren, den zweiundzwanzig Kindern, die das Ehepaar besitzt, vierzehn gestorben.
* Ein ärztlicher Wohltäter. Der in Tilsit
. 96.50 . 135.50 . 123.50 . 208.30 . 187.50 . 140.80 . 154 40 . 168 30 . 142.70 . 18.70
Pfeiffer&Dillers Kaffee-Essenz m V esen
Handel und Verkehr. Nolkswirlschast.
NeneBrauerei-Fnsionen inSicht. Air der Frankfurter Börse waren Gerüchte in Umlauf, laut welchen die Brauerer- qesellschaft norm. Heinrich Henninger u. Söhne in Frankfurt a. M. Verhandlungen wegen einer Angliederung eingelertet habe. Von der einen Seite wurde nach dieser Richtung bte Brauerei Kempfs, von der anderen die Röderberg-Brauer ei, genannt. Ob die Gerüchte den Tatsachen entsprechen, war für$ erste nicht zu erfahren.
Russische Rentenwerte. Die Bewegung der piffti scheu. Renten hat sich wieder etwas gebessert. Nach der Niederlage der Flotte haben die interessierten Banken drei.Mühe gehabt, um das an den Markt kommende Material nur einigermaßen zu halten. Jetzt hat die Baisseströmung schon wieder soweit nachgelassen, daß größere Aufnahmen nicht mehr notwendig sind. Die russische Staatsanleihe von 1905 notiert wieder 94,20. Jedenfalls stehen derartige Kurse in keinem Verhältnis zu den durchgemachten Katastrophen.
Märkte.
(l.) Friedberg, 7. Juni. Airs dem heutigen Vieh» markt waren 768 Schweine aufgetrieben, davon 560 Ferkel und 208 Läufer. Die Preise waren verhältnismäßig noch höher, als am vorigen Markt. 1. Qual. Ferkel kosteten 58—64 Mk., 2. Qual. 45—50 Mk. und 3. Qual 30—38 Mk. pro Paar. 1. Qual. Läufer 70—78 Mk., 2. Qual. 86—100 Mk. und darüber. Die Kauflust war sehr stark, und es waren Käufer von weither erschienen. ■
Türkenloso . . . . . 456 Grieoh. Monopol.-Anl. 471% äussere Argentiner
MngesaM.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artik^ übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Gießen, den 7. Juni. Sehr geehrter Herr Redakteur!
In dem gestrigen 'Blatte Ihrer geschätzten Zeitung führen Sie diejenigen Erwerbszweige an, die den 8 U h r°L a d e n s ch l u ß eingeiührt haben, was ich im Interesse der Käufer und der betr. Geschäftsinhaber nur begrüßen kann. Aber wie sieht es in Wirklichkeit mit dem festgesetzten „8 Uhr-Ladenschluß" aus? — Viele, ja die meisten Geschäftsinhaber, sorgen dafür, da es nun einmal sein soll und muß, daß auch pünktlich geschlossen wird, ja, sie be- trachten dies als Ehrensache. Andere wenige aber wißen nie, wann es 8 Uhr geschlagen hat, ziehen ihren Ladenschluß recht lange, oit bis 8V4 auch 87, Uhr hinaus und laßen die Käuferauch nach 8 Uhr eintreten und bedienen. Diese Firmen wißen anscheinend nicht, daß sie durch ihre unrechte Handlungsweise die anderen Geschäfte schädigen und sich selbst strafbar machen. Viele Geschäftsinhaber haben schon öfters in Unterredungen über diese Angelegenheit ihrem Unwillen Ausdruck verlieben und wären Ihnen dankbar, wenn Sie in Ihrem geschätzten Blatte auf diesen „8 Uhr-Ladenschluß" Hinweisen wollten.
Größe uni> Breite der Huddeschen Füße überein; jedenfalls sei ketnerlei Anhalt vorhanden, daß noch eine andere Person tm Garten gewesen sei. Aus dem Fingerabdruck auf dem Hemd des Ermordeten habe er festgestellt, daß die Länge und Breite genau mit den Fingern der linken Hand des Hudde über etn stamm en. Andere Fchgerabdrücke stimmen mit den Fingepn der rechten Hand des Hudde genau überein. Der Sachverständige erläutert diese Feststellungen an der Hand der Photographien. Es fet sehr auffallend gewesen, so etwa fährt ,Dr. Popp fort, daß das eine Glied des gemessenen Fingers außergewöhnlich kurz- sei. Er habe nun festgestellt, daß die Hand Huddes an dieser Stelle eine Verkrüppelung aufweise.
Der Vorsitzende befiehlt, Hudde vor die Gcschworeneubank zu führen. Dr. Popp ^eigt darauf den Geschworenen die Verkrüppelung des Fingers. Die Abdrücke stimmen also nicht bloß mit der Handfläche, sondern auch mit der Größe und Breite der Finger genau überein.
Der Sachverständige erläutert den Geschworenen hie anderen Fingerabdrücke, die in geradezu verblüffender Meise mit der Breite und Länge der Finger des Hudde überelnstimmen.
Die Blntspuren an den Kleidern des Hudde.
Der Sachverständige bemerkt im weiteren Verlauf: An einem bereits stark abgetragenen wollenen „Jägerkstmd^ des Hudde habe er verschiedene Blutkörperchen vorgefunden. Da Hudde Metzger sei. habe er untersucht, ob das vorgesintdene Blut Menschen- oder Tierblut- sei. Nach genauer Untersuchung habe er fest- Vestellt, daß -eis Menlchenblut sei. Ferner habe er auf Huddes Kra gen s ch0ner einen Blutfleck gefunden. Dr. Dopv schließt: Es stimmen also die Fingerabdrücke auf dem Messer, mit dem der Mord vollfübrt worden, auf dem Lampenschirm, auf dem Hemd des Ermordeten usw. vollständig mit den Fingern des Hudde überein. Es stimmen die gemessenen Fußspuren mit denen Huddes überein. Außerdem steht es fest, daß an den Kleidern des Hudde Mensch-enblut enthalten war. Ich will keine Behauptung mit Sicherheit ausstellen, sondern es den Herren Geschworenen anheimstellen, wie weit sie die Täterschaft des Hudde für wahrscheinlich halten.
Nach noch längeren Au sein anderst üungen zwischen dem Sachverständigen und dem Verteidiger, N.-A. Dr. Jung, wird die Verhandlung auf Donnerstag vormittags 9 Uhr vertagt..
Morgen finden die Schlußvorträge statt; das Urteil ist tn später Nachmittagennde zu erwarten.
(Fortsetzung im Zweiten Blatt.)
portiert.
• Fünf Personen im Rhein ertrunken. Am letzten Sonntag hat der Rhein fünf Opfer gefordert. Ein auf dem Nheindampfer „Neptun" bediensteter Kellner fiel in der Nähe des Kaiserdenkmals bei Koblenz in diesen Strom. Bei Weißenturm ertrank beim Baden ein 21jähriger Schreinergeselle, desgleichen in Niederlahnstein ein zwölfjähriger Knabe, während bei St. Goar ein Schiffer, unterhalb Remagen das Kind eines Schiffers vor den klugen der Eltern den Tod in den Fluten fanden. Von den fünf Leichen ist bisher keine geborgen.
* Ein Unwetter hat Schlesien, besonders das Riesengebirge und die Kreise Bunzlau, Lieqnitz, Löwenberg und Grünberg heimgesucht. Mehrere Personen wurden vom Blitz getötet und zahlreiche Gebäude eingcäschert. Bei Grünberg wurde der Hauptbahn eine Unterführung weggespült. Durch die Umsicht eines Bahnwärters wurde aber großes Unglück verhütet: 20 Meter von der weggerissenen Brücke wurde der Schnellzug zum Halten gebracht. Für den Bahnwärter sammelte man rin dem Zuge eine namhafte Summe. Auf der Nebenbahn Christianstadt-Grünberg ist an drei Stellen der Bahnkörper kilometerlang 'fortgerissen und unterspült worden. Der Personenverkehr auf der Haupt- und Nebenbahn wird durch Umsteigen aufrecht erhalten, der Güterverkehr wird über Glogau geleitet.
storbene Sanitätsrat Dr. Goburrek hat ein Vermögen von 1100 000 Mk. zu einer Reihe hochherziger Stiftungen bestimmt: für notleidende Arztwaisen widmete er 200 000 Mk. ebenso viel für die Versicherungskaffe der Aerzte Deutschlands, 100 000 Mk. für die ärztliche Unterstützungskaffe Ostpreußens, 250 000 Mk. zur Gewährung zinsfreier Darlehen an Medizin studierende Frauen, 200 000 Mk. zur Durchführung von Wohlfahrtszwecken in der Stadt Tilsit und 150 000 Mk. zur Errichtung eines öffentlichen Volksbrause- und Warmbades.
* Tragisch verlaufenes Offizierduell in Italien. Der 28jährige Kavallerie-Leutnant Florestan Mattei von Capua hatte vor einigen Monaten in Rom die neunzehnjährige Elena Camerani, Tochter eines Artillerie- Obersten, kennen gelernt und im März d. I. geheiratet. Zu den Offizieren, die in Capua im Hause Mattei's verkehrten, gehörte der Unterleutnant Alessandro Ettorre. Mattei und seine Gattin schienen sehr gut mit einander zu leben, bis vor etwa vierzehn Tagen eine von einer Frau geschriebene und an den Offizier gerichtete Postkarte pöbelhaften Inhalts in die Hände der jungen Ehefrau gelangte. Frau Mattei machte ihrem Gatten eine Eifersuchtsszene und drohte ihm, sich nach dem Gesetze der Wiedervergeltung rächen zu wollen: der Unterleutnant Ettorre, der ihr mit rührender Ausdauer den Hof machte, un8 sie schon einmal habe vergewaltigen wollen, werde gern die Rolle des begünstigten Liebhabers übernehmen. Ettorre, zur Rede gestellt, leugnete alles, aber da Mattci's Gattin ihre Behauptungen wiederholte und der Skandal immer größer wurde, leitete der Schwadronskommandeur, Rittmeister Felippa, eine Untersuchung ein. Mattei und Ettorre wurden in Gegenwart anderer Offiziere einander gegenübergestellt, und Ettorre wurde so in die Enge getrieben, daß er schließlich Alles zugab und dem Rittmeister ein Bild, eine Haarlocke und mehrere Briefe der Frau Mattei aushändigte; er sei aber, so fügte er hinzu, nicht der Verführer, sondern der Verführte gewesen, da die Frau sich ihm geradezu angeboten habe. Es wurde darauf ein Pistolenduell vereinbart. Der Zweikampf sand statt und verlief nach zehnmaligem Kugelwechsel resultatlos. Da Mattei erklärte, daß er mit dem Ausgange des Duells nicht zufrieden sei, wurde der Zweikampf zwei Tage später fortgesetzt, und zwar zuerst wieder auf Pistolen. Nach dreimaligem Kugelwechsel aber legte man die Pistolen fort und vereinbarte ein Säbelduell mit Hieb und Stich. Beim ersten Ausfall schon griff Mattei so ungestüm an, daß er in die zur Abwehr ausgestreckte Klinge seines Gegners, der als ausgezeichneter Fechter bekannt ist, hineinrannte und von ihr durchbohrt wurde. Man brachte den Schwerverwundeten rasch in das Militärhospital, wo er wenige Minuten nach der Einlieferung verschied, nachdem er dem Schänder seiner Ehre und der untreuen Gattin verziehen hatte.
* Ins Stammbuch. Eine Leserin schreibt der „Tägl. Rundschau": In einer Gemeindeschulklasse entdecke ich eben Folgendes, das die kleine Anna ihrer Freundin Erna ins „Poesieatbum" geliefert hat:
„Das Lämpchen, das brennt Trübe, Es vehtt sie an das Fett;
Den Jüngling, den ich Liebe, Der liegt schon lang ins Bett.
Das wünscht Dir Deine treue Freundin Anna.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 8. Juni 1905.
•• Personalien. Uebertragen wurde am 31. Mai d. I. dem Schullehrer Natale zu Ober-Hilbersheim, im Kreise Oppenheim, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Gundheim, im Kreise Worms.
** S. K. H. der Großherzog Ernst Ludwig empfing, wie uns aus Berlin vom 5. d. Mts. geschrieben wird, in Anwesenheit der Großherzogin Eleonore im königl. Schloß zu Berlin den Gesamtvorstand des Kriegervereins ehe mal. Kameraden der Großh. Hess. 2 5. Division zu Berlin, bestehend aus Dr. Schaefer 1. Bors., W. Weiß 2.. Bors., E. Fischbach 1. Schriftf., K. Kuhn 2. Schriftf., K. Gebler Rendant, K. Krüger Kaffierer, Leutn. v. Carnap, Leutn. Schmidt, Dr. Binnecker, Beisitzer. Dr. Schaefer sprach im Namen des Vereins Sr. Königl. Hoheit den Dank aus für die Uebernahme des Protektorats, den der Großherzog huldvollst entgegennahm.
— Die I. Kammer. Heute wird aus Darmstadt gemeldet, daß die L Kammer am 21. Juni zusammentreten wird.
*• Der Hessisch-Nassauische (Main-Rheingau-) V erband Gabelsbergerscher Stenographen, zu dem auch das Großherzogtum Hessen und Frankfurt gehört, hält am 16. Juli in Marburg seinen diesjährigen Verbandstag ab.
•* Brieftaubenklub Gießen. Das Preisfliegen am vergangenen Sonntag fand, zwischen hier und Wittenberg, in einer Entfernung von 310 Kilometer Luftlinie statt.
** Hessische Handwerkskammer. Die am 5. l. Mts, stattgehabte IX. Plenarversammlung nahm nach eingehender Beratung der Frage des Befähigungsnachweises einstimmig die folgende Resolution an:
Die Hess. Handwerkskammer hält fest an der Forderung der Einführung des Befähigunqsnachwetses für bi e Baugewerbe, sowie an der Ausgestaltung des Meistertitels. 1. Ausbildung der Lehrlinge soll nur denjenigen gestattet sein, welche berechtigt sind, den Meistertitel zu führen. 2. Den Gleichwert der Leistungsfähigkeit vorausgesetzt, sollen bei öffentlichen Arbeitsvergebungen und Lieferungen, sowie bei der Aufforderung zu Arbeitsleistungen und Lieferungen diejenigen den Vorzug erhalten, welche berechtigt sind, den Meistertitel zu führen. 3. Zu gerichtlichen und sonstigen Sachverständigen sind in Angelegenheiten des selbständigen Handwerks nur solche Personen zu be- stellen, welche zur Führung des Meistertitels berechtigt sind. Das Gleiche gilt für Mitglieder von Vorständen und Kuratorien staatlicher und städtischer gewerblicher Schulen.
le. Mainz, 7. Juni. Weil die Angehörigen gegen tine eheliche Verbindung waren, nahmen sich hier der 17 Jahre alte Kommis Heinrich Dauth und die 25jährige Lina Hupp aus Offenbach, die zusammen dort in einem Portefeuillegeschäft tätig waren, das Leben.
Frankfurt a. M., 7. Juni. Wenn im Augenblicke in Deutschland auch keine besondere große Aktion in der Wohnungsfrage im Gange ist, so sind die auf diesem Felde tätigen Kräfte doch nicht müßig. U. a. hat vor kurzem eine besondere Kommiffionssitzung des Deutschen Vereins für Wohnungsreform (Verein Reichs-Wohnungsgesetz) stattgefunden, in der über die Reform des ländlichenBau- ordnungswesens beraten wurde. Die Angelegenheit wird voraussichtlich von dem genannten Verein durch Eingaben an sämtliche Landesregierungen Deutschlands gebracht werden. Bezüglich der von den neuen preußischen Kanälen zu durchschneidenden Landstriche besteht der Plan eines gemeinsamen Vorgehens der für Betreibung einer sozialen Boden- und Ansiedlungspolitik bei dieser Gelegenheit sich interessierenden Gruppen. Endlich hat der schon eben genannte Deutsche Verein für Wohnungsreform vor kurzem eine Eingabe um stärkere Heranziehung der Fonds der Jnvaliditäts- und Altersversicherung zur Unterstützung der Erbauung von Klem- wohnungen an das Reichsamt des Innern, das Reichs- Versicherungsamt und die Landesversicherungsanstalten gerichtet und gedenkt, diese Angelegenheit andauernd weiter zu verfolgen.
* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbar st aaten. Der Schmied Sch 0 m der m E tt\ n gs° hausen machte sich an der Bohrmaschine zu schassen^ Er geriet mit der linken Hand in die Maschine, die ihm zwei Finger zer- auetschte. — Der Schaden, beit ber Fuld a e r D 0 m bra n d verursacht hat, st von Sachverstänbigen aus 30 000 Mk. geschätzt worben.
die älteste und allein echte Originalmarke mit dem .Kaffeeonkel,“ ist und bleibt der beste Kaffeezusatz. —
Kein Cichorienpräparat , x kann jemals diese Essenz ersetzen.
Vermischte*.
* Eine Verhaftun g im Wiesbadener Kurgarten rief dort großes Aufsehen hervor. Es handelt sich um einen aus Schweden stammenden, älteren und sehr reichen Herrn, der sich erst vor einigen Tagen in einem Fremdcn- pensionat Wiesbadens einlogiert hatte; seine Festnahme er- olgtze auf Requisition der Hamburger Staatsanwaltschaft, er oll sich eines Verbrechens im Sinne des § 175 R.Str.G.B. chuldig gemacht haben. In seinem Besitz fand sich in barem Gelde imd Wertpapieren ein Bestand von nahezu 400 000 Mk. vor. Der Verhaftete wurde alsbald nach Hamburg trans-
* kleine Tages chronik. In Mannheim setzten frevelhafter Weise zwo: Matrosen namens Gerber und Winkler ihr Leben aufs Sviel. In angeheitertem Zustande wetteten sie um einen Liter Bier, über den Neckar zu schwimmen. Während Gerber glücklich Hinüberkanu verließen den Winkler die Kräfte und er ertrank Er war verheiratet und Vater von vjar Klnd-'ni. — In der Brennerei zu Gr o ß-M archwi & ber Nams,an (Schlesiens entstand eine Feuersbrunst. Die Mutter eines Arb«>r- ters und dessen achtjähriger Sohn kamen dabei tu den Flammen um. — In der Nacht entgleiste rn der Nabe der Station Balabanow aus der Strecke Moskau-Klew-Wi^o- uesch ein gemischter Zug, wober ziwcr 'Personen getötet und neun verletzt wurden.
AniversitäLs-Ma-Srichten.
Marburg, 7. Jun;. In der philosophischen Fakultät bet hiesigen Universität habilitiert sich Privatdozent Dr. phil Hans Koppe aus Gießen mit einer Antrittsvorlesung über „den kollektiven Arbeitsvertrag als Gegenstand der Gesetzgebung^. Die Habilitation sindet am Freitag statt.
— Der Professor der romanischen Philologie an der Wiener Universität, Mussafia, ist am 7. dss. Mts. in Florenz gestorben.
Lunk und Wissenschaft.
— Berliner Blatter melden, daß sich die Regierung ange^ legentlich mit der Errichtung eines Menzel museums in Berlin beschäftige und daß voraussichtlich schon dem nächsten Landtage eine Vorlage für das bereits ausgearbettete Projekt in der ungefähren Höhe von einer Million Mark zugehen wird. Es oll keiii eigener Ban für das Museum errichtet werden; man denk; vielmehr an eine Angliederung an die Nationalgalerie. Das wird richtig sein. Es hat vor einiger Zeit in dieser Angelegenheit bereits eine geheime und streng vertraulich behandelte Sitzung der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses tattgeflmden, in der sich die Regierung wahrscheinlich der Zustimmung der Mehrheit des Hauses vergewissert hat.
Bremerhaven, 7. Juni. Ueber den Bau e i n e b Theaters und einer Fe st halle sprach gestern abend im Einwohner verein Architekt Atters nnd legte gleichzeitig eine Skizze vor. Nach dieser sott der Volksgarten, der in zentraler Lage in den drei Unterweser-Orlen sich befinbet, durch Um-, bezw. Erweiterungsbau ein Theater wieder erhalten, das für 950 bis 1000 Personen Raum bietet. Der Einwohnerverein nahm eine Resolution an, in der der Stadtrat um eine Prüfung des Projektes gebeten wird.
Paris, 7. Juni. Die Mitglieder der Süd polar-Expedition Charcot kamen beute hier an und wurden auf dem Bahnhofe von dem Marineminister Thomson imb Delegierten der Geographischen Gesellschaft empfangen. Thomson hob in feiner Ansprache die reichen wissenschaftlichen Resullate der Expedition hervor und überreichte dem Leiter derselben im Namen der Regierung das Kreliz der Ehrenlegion^ ,


