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Freitag 7.A»r«t»O8
155. Jahrgang
Erstes Blatt.
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welche durch Jnteresienten schaffen.
Tokio, Hälfte der
Innere japanische Anleihe.
6. April. (Reuter.) Man erwartet, daß die inneren Anleihe den Fremden zuerkannt
König Eduard und Loubet.
Der König von England trat am Donnerstag die Reise nach Marseille über Paris an. In Calais traf er um 1 Uhr 40 Minuten ein und fuhr nach kurzem Aufenthalt nach Paris weiter.
Präsident Loubet hatte vor seiner Zusammenkunft mit König Eduard eine Besprechung mit dem Minister Deleaffö. In der Begleitung des Präsidenten auf den Pariser Bahnhof befand sich nur General Dubois.
Ein Pariser Telegramm der Times besagt, daß in etwa einem Monat nach der Rückkehr des Königs Eduard vor seiner Kreuzfahrt abermals eine Zusammenkunft zwischen ihm und Loubet erfolgen werde, .und der Pariser „Matin" bestätigt diese Meldung und fügt
Paris, 6. April. „Echo de Paris" meldet aus Neapel, deutsche Kaiser werde sich, bevor er Italien verlasse, mit der Kaiserin nach Rom begeben, dem Papst einen Besuch abzustatten. (??)
wie bei der vierten.
Tokio, 6. April. (Amtlich.) Das Gesamtergebnis bei Zeichnungen auf die neuen japanischen SchatzbondL beträgt 485 876 250 Yen. Bei 77 523 900 Yen übersteigen die Angebote den Emiffionspreis.
Vom Kriegsschauplätze.
Petersburg, 6. April. In einem Telegramm deS Generals Charkewitsch an den Generalstab von heute wird gemeldet: Von der Front unserer Armee wird das Erscheinen feindlicher Abteilungen auf der großen Mandarinen^ straße und auf der Straße von Tschantasu nach Maimaikar gemeldet. In Korea, 5 Werst von Kailtschjiu, hatte eine russische Truppenabteilung einen Zusammenstoß mit japanischer Infanterie. Der Feind wurde aus zwei Stellungen geworfen und durch unser Feuer und die Arr^ griffe der Kosaken zerstreut.
Tokio, 6. April. (Reuter.) Eine amtliche Depesche berichtet, ein Teil der japanischen Streitkräfte in dem Gebiete von Kaijuan griff am 4. April die Ruffen nachmittags bei Kuyuchu, 3 Meilen nordöstlich von Diuhuachichs, an und bc* setzte den Ort. Am 3. April nachmittags rückte dev Feind mit reitender Artillerie und Maschinengewehren von Tamo her auf der Straße von Tenghua nach Süden vor. Am 4. April morgens eröffnete er ein Bombardement aus Chincheatim. Gleichzeitig ging eine starke russische Jnfanterieabteilung von der Hauptstraße her vor,, während zwei andere russische Abteilungen unsere Flanken!
BeinflOnlft monatlich 75 *$1-, otertefc jährlich ML. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mt. 2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« >iit die Tc rsp'immer 's DO^mütrrqg 0 ’cTit.
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Berantwor!L'ch für' den polit und u
wird, deren Angebote über den Emiffionspreis hinausgehen. Die Schatzverwaltung plant eine fünfte innere Anleihe von 100 Mill. Yen im Mai unter ähnlichen Bedingungen
Die japanische Regierung hat bekanntlich unter dem Druck der Kriegsausgaben eine Erhöhung der Einfuhrzölle, sowie andere Formen der Taxierung eingehender Ware beschlossen. Der Wortlaut ist jetzt unter dem Titel „Gesetz über außerordentliche Spezialtaxen" veröffentlicht. Die Einfuhrzölle sind auf fast alle eingehenden Artikel erhöht, soweit nicht die Eingangszölle durch die bestehenden Verträge zwischen Japan und den Westmächten festgelegt sind. Die durch den neuen Tarif zur Erhebung kommenden Eingangszölle treten mit dem 1. Juli 1905 in Kraft.
Das englische „Board of Trade Journal" veröffentlicht vorläufig eine Liste von 212 Einfuhrartikeln mit den bisherigen Einfuhrzöllen und den Zuschlägen oder Aenderungen, das in Rede stehende Gesetz geschaffen werden.
Nr. 83
©rlOfiet tigttch außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden ,rn Wecklel mit dem Hessischen Landwirt die Gietzener Familien« Murr viermal in der Woche beigelegt
Rotationsdruck u. Der- lag der Brühl 'schen Unrverf.-Buch-u. Stein» bruderti. 9t Lange.
Redaltton, GrvediUon und Druckerei:
Gcholstratze 7.
Übrefle für Depeschen: Anzeiger Wietzen.
sternlprkchanichtußNr 51
hinzu, daß diese Begegnung abermals in Paris stattsinden werde.
Als ein Ereignis ersten Ranges, als eine dem on- strative Antwort auf den Kaiserbesuch in Tanger wird die Begegnung des Königs Eduard mit Präsident Loubet von Londoner und Pariser Blättern gefeiert. In den deutschen politischen Kreisen betrachtet man dies zweistündige Beisammensein mit allem Gleichmut. Daß König Eduard, der es sich zur Ausgabe gesetzt hat, für die Aufrechterhaltung des Friedens zu wirken, irgendwie feinen Einfluß für die Zuspitzung des Mar okko-Konfliktes geltend macht; dies anzunehmen würde widersinnig sein. Wenn Herrn Del- eaffö die Begegnung in diesem Augenblick als so besonders wertvoll erscheint, so erklärt sich das daraus, daß der arg in die Enge getriebene Minister des Auswärtigen jeglichen Trost als eine Herzstärkung empfindet. Lange wird seines Bleibens kaum noch fein, obschon Loubet feine Hand schützend über ihn hält. Gestern wieder nahm die „Rordd. Allg. Ztg." Gelegenheit, dem Organ Deleaffös, dem „Temps", dreiste Unwahrheiten" nachzuweisen. Sie schreibt:
Der „Temps" läßt sich aus Petersburg melden, ein Beweggrund für den Besuch des Kaisers in Tanger sei der Wunsch gewesen, sein Mißfallen darüber zu bekunden, daß R u ß land sich geweigert habe, den deutschen Ratschlägen mit Beziehung auf Friedensverhandlungen Gehör z u geben; dieses Mißfallen habe sich bereits in dem Anerbieten geäußert, in Berlin wegen einer Anleihe für Japan zu verhandeln. Das find d r e i st e Unwahrheiten. Der Kaiser mischt sich weder in die Enschließungen des K a i s e r s R i k o l a u s über Krieg und Frieden, noch in die Frage, wie die kriegsuhrenden Mächte ihre Anleihen aiünehmen.
Das ist in der Tat ein starkes Stück vom „Temps". Sein Telegramm wurde möglicherweise der Einfachheit halber gleich in Paris fabriziert! Hinter diesem Busch haben Del- eaffä und seine Leute gesteckt l Es ist doch bekannt, daß von keiner Stelle aus Rußland eifriger zum Friedensschluß ermuntert wird, als von Paris aus. Und nicht etwa aus wohlwollenden Motiven für das Zarenreich, das man vor dem Verbluten schützen will, sondern im Interesse der zahllosen Besitzer russischer Werte. Kein Thema formte daher für die Begegnung König Eduards und Loubets zeitgemäßer fein, als die Erörterung von Mitteln und Wegen, Rußland freundschaftlich den Friedensschluß nahezulegen. Das ist wichtiger als das ganze Marokko.
Volilische Tagesschmi.
Heber das StaatSkomplott in Frankreich
(vgl. unsere gestrigen Auslandsnachrichten) wird heute be- richtet, daß die Polizei die Liste aller Personen besitzt, welchen die Gewehre, die von der Polizei aufgefunden wurden, geliefert werden sollten. Es handelt sich meistens um Unteroffiziere und Kolonialsoldaten, welche aufgesordert wurden, sich in dem Lokal der Gesellschaft für Kolonialstudien zu versammeln. Sie wurden durch das Versprechen gelockt, es handle sich darum, ihnen Stellen in Afrika, wo die Gesell- schast bedeutende Gebiete besitzt, zu verschaffen. Zu diesem Zwecke seien auch die 500 Uniformen bestimmt gewesen, die beschlagnahmt worden sind. Auch Gewehre und andere Waffen sind aufgefunden worden. Die Verschwörer hatten Ursache zu glauben, daß sie ohne Schwierigkeiten die 500 Mann nach sich ziehen konnten. Die Polizei ist der Ansicht, daß Hauptmann Tamburins allein an der Spitze der Verschwörung stehe. Es werden jedoch auch weitere Mitschuldige bekannt, deren Namen erst im Lause der Untersuchung genannt werden. DerZweck der Verschwörung soll darin bestanden haben, in den Elys^e-Palast ein- zudringen, den Präsidenten Loubet und sämtliche Minister gefangen zu nehmen und dann einen Staats- streich zu vollziehen. Die Verschwörer wollten eine Gelegenheit benutzen oder eine solche herbeiführen, um einen militärischen Aufruhr zu veranlassen. Sie glaubten auf Mithilfe mehrerer Offiziere rechnen zu können. Die Unter-
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger ** **
Marokko im englischen Parlament.
London, 6. April. Unterhaus. Laboucheres llib.) fragt an, ob die englisch-französische Konvention der d^'tschen Regierung amtlich bekannt gegeben worden sei, und ob irgendwelche späteren Mitteilungen über die Konventen zwischen Großbritannien und Deutschland ausgetauscht wurden. Redner stellt weiter die Anfrage, ob irgend ein Vertrag bestehe zwischen Deutschland und Marokko, der Deutschland besondere Handelsrechte und Privilegien sichere, und wenn dieses der Fall sei, ob diese Rechte analog waren denen die Großbritannien durch die tm Jahre 1856 zwischen England und Marokko abgeschlossene Konvention zugestanden seien und ferner, ob der Sultan von Marokko noch das Recht babe. Vertrage, durch die Handelsrechte zugestanden werden, mit anderen Ländern abzuschließen, die nicht beteiligt wären an der englisch- französischen Kvnvention. — Unterstaatssekretär Earl of Percy erklärt, die englisch-französische Erllärung vom 18. Aprü 1904 ist der deutschen Regierung offiziell nicht mitgeteilt worden, und zwischen der britischen und der deutschen Regierung sind kerne Mitteilungen betreffs dieser Erklärung, soweit sie sich aus Marokko b-zog, erfolgt. Der Sultan von Marokko beteiligte sich an der Erklärung nicht, die ein unabhängiges Llbkommen zwischen Frankreich und Großbritannien wäre, das sich auf die beiderserN^en Interessen in jenem Lande bezieht. Der Vertrag zwischen Deutschland und Marokko vom Jahre 1890 ist analog dem Vertrage zwischen England und Marokko vom Jahre 18*6. — Gibwn-Bowles (fonf.) fragt: Sind Mitteilungen an Deutschland erfolgt inbetreff anderer Teile des englisch-französischen Abkommens^ Earl of Percy erwidert, es haben keine Mitteilungen an Deutschland stattgefunden außer inbetreff des Dekretes des K'edifs. ________
Pie 6eukiffe Krimmer umfaßt 10 Seiten.
Kaiser Wilhelm und König Viktor Kmanuek.
Neapel, 6. April.
*£er Kaiser besuchte heute vormittag die Kreuzer „Hertha"' und „Hamburg" und ging am Nachmittag mit dem Gefolge an Land. (£r besuchte das zoologische Institut, wo er von Professor Dr. Dohrn begrüßt wurde.
Zum Empfange des Königs bot die Stadt heute vormittag ein belebtes Bild. Längs des Weges vom Bahnhofe nach dem Arsenal bildeten Truppen Spalier. .Kurz vor 12 Uhr lief der Zug des Königs in die Bahnhofshalle ein. Ter König verließ mit den Ministern Tittoni und Mirabello den Zug und bestieg den Wagen, der ihn unter begeistertem Jubel der Bevölkerung nach dem Arsenal brachte. Tort nahm der König mit den beiden Ministern im Yoot Platz, bas ihn zur „Hohenzollern" brachte.
Um 12 Uhr kam der König mit Gefolge unter Salut an Bord der „Hohenzollern". Der König trug italienische Uniform mit dem Bande des Schwarzen Adlerordens.. Der Kaiser in Admiralsuniform mit dem Bande des Anunziaten- ordens erwartete den König am Fallreep. Die Begrüßung der Monarchen trug einen überaus herzlichen Charakter. Die Ehrenwache der Matrosen präsentierte. Die Kapelle der „Hohenzollern" spielte den italienischen Königsmarfch. Der Kaiser und der König schritten die Front der Ehrenwache ab und verweilten in Unterhaltung auf Deck. Hierauf fand auf der „Hohenzollern" F r ü h st ü ck s t a f e l statt, bei welcher die Kapelle konzertierte. Der Kaiser saß links von dem Könige. Rechts von diesem folgte Prinz Adalbert. Ferner waren u. a. zugegen Admiral Morin, Marchese Earaceiolo di Sardo, Marchese Earetto di Novello, Fregattenkapitän Eafiero, Kapitänleutnant Prinz zu Isenburg, sowie die Minister Tittoni und Mirabello. Bei dem Konzert stießen die Majestäten mit den Gläsern an. Nach dem Frühstück verließ der König die „Hohenzollern" und begab sich an Bord des Panzers „Regina Margherita". Bald darauf traf der deutsche Kaiser hier ein. um dem König den Besuch zu erwidern. Beide Souveräne besichtigten dann das Panzerschiff. Um 2 Uhr 40 Min. verließ der Kaiser die „Regina Margherita" wieder, um nach der hohenzollern" zurückzukehren. Ter König ging bei dem Arsenal an Land und begab sich nach dem königl. Schlosse, wo auch der Kaiser um 3 Uhr 20 Min. eintraf.
Trinksprüche.
Heute abend fand im Palazzo Reale Gala täfel statt, ziei der der König von Italien folgenden Trinkspruch hielt:
Die Anweisenheit Eurer Majestät, die bei mir teuere Erinnerungen weckt, bereitet meinem Herzen stets große Freude. Nock willkommener üst mir dieselbe heute, wo sich gleichzeitig auf italienisckem Boden Eurer Majestät hohe Gemahlin und zwei Söhne als sehr liebe Gäste befinden. Es war für mich und,die Si önigin eine große Freude, die Kaiserin und die Königl. Hoheiten sofort bei ihrem Eintreffen willkommen zu heißen. Auf diese Weise befeftigt sich noch me hr das gegenseitige Band der innigen Freundschaft, das für die beiden verbündeten Völker ein Pfand desFrieden § und einer gedeihlichen Zukunft darstellt. Mit diesen Gefühlen im Herzen und mit den wärmsten Wünschen erhebe ich mein Glas und trinke auf das Wohl und die Gesundheit Eurer Majestät erhabener Familie, die in Hinsicht auf das bevorstehende glückliche Ereignis von Freude erfüllt ist, sowie der edlen deutschen Nation, des treuen Verbündeten Italiens.
Ter Kaiser antwortete in deutsch erSprache mit einem Trinkspruch, der folgendermaßen lautete:
Die Möglichkeit, einige Wochen in Eurer Majestät schönem Vaterlande zuzubringen, gewährt mir stets große Freude, welche erhöht wird durch die Liebenswürdigkeit, die Eure Majestät hierher führte und die mir die frohe Gelegenheit gegenfettiger Begrüßung und gegenseitigen Meinungsaustausches gewährt hat. Ich sehe Eure Majestät freudig bewegt, da es Gott gefallen hat, der Königin einen Thronerben zu bescheren, der die Hoffnung und der Segen für dieses schöne Land sein möge, und dessen Pate zu sein mir eine besondere Ehre ist. Sehr gerührt durch dte freundliche Begrüßung der Kaiserin und meiner Kinder, danke ich Eurer Majestät dafür und hoffe, daß die Sonne Italiens und das herrliche sizilianische Klima Stärkung und Gesundheit den Meinen bereiten werden. Ein festes und sicheres Pfand des Friedens ist der Dreibund und unsere verbündeten
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen WZ
Völker erfreuen sich der schönsten Entfaltung der Kräfte unter feinem Schatten. Auf die treue Bundesgenossenschaft und die innige Freundschaft Italiens und seines erhabenen Monarchen fest bauend, leere ich mein Glas auf Eurer Majestät Wohl, auf das Ihrer Majestät, des Thronerben und gesamten Königlichen Familie, mit meinem Gruß an das so sympathische italientscke Volk.
suchung ist erst tn ihrem Anfangsstadium und es ist keineswegs ausgeschloffen, daß sie nicht mit Einberufung eines Staaisgerichtsbofes endigen wird.
Der Krieg.
Trotz der Entschiedenheit, mit der Rußland den Ge» danken an Friedensverhandlungen abweist, fällt es schwer, zu glauben, daß man in Petersburg noch durchgreifende militärische Erfolge erwartet. Japan ist nicht nur in der Lage, immer neue kriegstüchtige Regimenter ins Feld zu stellen, es hat auch nach wie vor die überlegene Strategie für sich. Die Aussicht, das Waffenglück werde sich an die russischen Fahnen heften, ist also gering. Wahrscheinlich liegt es in der Absicht der Kriegspartei am Zarenhofe, die finanzielle Leistungsfähigkeit des Gegners zu erschöpfen, um auf, diese Weise zu Friedensbedingungen zu gelangen, die speziell hinsichtlich der Kriegsentschädigung günstiger sind. Die Spekulation ist so übel nicht. Japan ist schon jetzt in eine gewaltige Schuldenlast hineingeraten. Es hat seit Beginn des Krieges rund 1200 Millionen Mark teils innere, teils äußere Anleihen aufnehmen muffen, abgesehen von den kurzfristigen Transaktionen durch Ausgabe von Schatzbonds usw. Das Land verfügt zwar über reiche wirtschaftliche Hilfsquellen, aber die lähmende Wirkung des langen Kriegszustandes macht sich schließlich auch im Handel und Wandel fühlbar. An weiterem Auslandskredit wird es Japan gewiß nicht fehlen. Tie zu erwartende Kriegsentschädigung dürfte immer noch für ausreichend erachtet werden zur Deckung weiterer Millionenvorschüsse. Aber auch die Unterhaltung der Feldarmeen in der Mandschurei erfordert für jeden Tag gewaltige Summen, und wenn der russische Höchstkommandierende es darauf anlegt, einer entscheidenden Schlacht, d. h. einem entscheidenden Siege der Japaner, aus dem Wege zu gehen, so wäre das vom russ. Standpunkt aus schon ein Erfolg, der bei der Vereinbarung der Kriegsentschädigung zweifellos in Anrechnung gebracht werden würde, nämlich zur Herabdrückung der Entschädigungsansprüche Japans. Es darf schließlich nicht außer Acht gelassen werden, daß die Geneigtheit der Amerikaner, japanische; Kriegsanleihen zu übernehmen, begrenzt ist. Dig Abneigung der Yankees gegen alle Farbigen spricht hier mit. Und vor der bekannten Selbstsucht der Engländer wird die Rücksicht aus den Bundesgenossen wohl eines Tages Halt machen. Nach alledem erscheint die andauernde „Kriegs- lust" Rußlands mehr unter dem finanziellen als unte* dem militärischen Gesichtspunkt begreiflich.
Erhöhung japanischer Einfuhrzölle.


