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PROSPEKT.
3Ho, bis 1910 unkündbare Anleihe der Stadt Giessen
vom Jahne 6905
Im Nominalbetrag1 von ML§. Z,GOO,OOO d. r. w. .
(Verstärkte Tilgung bis 1. April 1915 ausgeschlossen.)
Mit Genehmigung des Grossherzoglich Hessischen Kreisamtes als Aufsichtsbehörde vom 27. Februar 1905, sowie des Grossherzoglich Hessischen Staatsministeriums vom 1. April 1905 hat die Provinzialhauptstadt Giessen 31/, % Schuldverschreibungen auf den Inhaber im Nennbetrag von
Mark 3,000,000.-
^dsgegeben. Der Erlös soll Verwendung finden für den Ankauf von Gebäuden und Grundstücken, für Erbauung und Erweiterung städtischer Gebäude, für Anlage von Strassen, Wegen etc., für Kanalisation und sonstige Wasserbauten, für Uebernabme des Volksbades, für Erbauung einer Leichenhalle für die Israeliten, für Erweiterung städtischer Betriebe (Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerk), für Verstärkung des Stadterweiterungsfonds, für Leistung eines Zuschusses zu den staatlichen Kliniken, für Rückzahlung der nicht zur Konvertierung vorgelegten Schuldverschreibungen des 1899er Anlehens und für den Ankauf von Wertpapieren zum Zweck der Hinterlegung im Enteignungsverfahren. D6/6
Die Schuldverschreibungen, welche die eigenhändigen Unterschriften des Oberbürgermeisters und dreier Stadtverordneten, sowie das Stadtsiegel tragen, sind mit 31/, %, in halbjährlichen Baten am 1. April und 1. Oktober jeden Jahres, zu verzinsen und eingeteilt:
in Stück 900 zu je Mk. 2000 Reihe IV Nr. 1—900 Mk. 1,800,000.—
» » 900 », . 1000 . IV » 901—1800 , 900,000.—
, 600 »» 500 » IV » 1801—2400 300,000.—
u zusammen Stück 2400 im Gesamtbeträge von Mk. 3,000,000.—
Der erste Zinsschein ist am 1. Oktober 1905 fällig.
Die Tilgung des Anlehens erfolgt durch Rückkauf oder Verlosung vom 1. Aprü 1910 an jährlich mit des Kapitals; vom Jahre 1925 ab werden die von dieser Zeit an ersparten Zinsen gleichfalls zur Tilgung ^verwendet Vom 1. April 1915 an bleibt der Stadt Giessen eine verstärkte Tilgung oder die Rückzahlung des ganzen Anlehens vorbehalten. Die Kündigung der ausgelosten Schuldverschreibungen hat mindestens drei Monate vor der Fälligkeit, erstmals im Dezember 1909, durch Bekanntmachung in den nachstehenden Blättern zu erfolgen. Die Anleihe ist seitens der Gläubiger unkündbar.
Alle das Anlehen betreffenden Bekanntmachungen (einbegriffen die Restantenlisten) sind im Deutschen Reichs- und Königlich Preussischen Staatsanzeiger und der Darmstädter Zeitung, sowie in mindestens einer in Giessen, Frankfurt a. M. und Berlin erscheinenden Zeitung zu veröffentlichen.
Die Auszahlung der Zinsen und der rückzahlbaren Schuldverschreibungen, sowie ferner die kostenlose Auslieferung neuer Zinsscheinbogen findet — äusser bei der Stadtkasse — statt:
bei den Niederlassungen der Bank für Handel und Industrie zu Darmstadt, Berlin, Frankfurt a. M., Hannover, Strassburg i. Els. und Giessen;
bei der Commerz- und Disconto-Bank zu Berlin und Hamburg;
bei der Firma J. Dreyfus & Co. zu Frankfurt a. M.;
„ „ „ Veit L. Homburger zu Karlsruhe.
tonsichtlich der Verjährung der fälligen Schuldverschreibungen und Zinsscheine gelten die gesetzlichen Bestimmungen.
Nach dem für 1. Januar 1905 aufgestellten Verzeichnis betrug das Vermögen der Stadt Giessen Mk. 15,523,747.82. Diesem Vermögen standen Schulden in Höhe von Mk. 10,295,566.64 gegenüber.
Giessen, im April 1905.
Der Oberbürgermeister«
______________ gez. Mecum.
Auf Grund vorstehenden Prospektes sind auf unsern Antrag
tiom. Mk. 3,000,000.— 3Mo, bis IM unkündbare Anleihe der Stadt Giessen
Lum Handel und zur Notierung an der Frankfurter Börse zugelassen worden.
Frankfurt a. M., im April 1905.
Filiale der Bank für Handel Md Industrie. I. Dreyfus & Co.
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