/chütten konnten! siehr diese Sozialpolitik in Gestalt »er Finanzpolitik aus!
Taß die Brauereien also durch die neue Steuer vor ttne Existenzfrage gestellt werden, ist nicht zu bezweifeln. Für kapitalschwache Unternehmungen wird die Neuerung trotz der praktif h nicht sehr erheblichen Stundung der Steuer vernichtend wirken. Aber auch die gutsituierten müssen auf Abwälzung bedacht sein. Technische Sonderungen (Verdünnung des Bieres) können nicht ausreichen — die Wirte und das Publikum kommen, so schließt der Artikel der „Frkf. Ztg.", unzweifelhaft in Mitleidenschaft.
Die Unterwerfung der Hottentotten.
Gouverneur v. Lindeguist meldet, daß die Unterwerfung der Hottentotten unter folgenden Bedingungen vollzogen wurde: 1. Abgabe von Gewehren, Munition und Pferden; 2. Zusicherung deS Lebens mit Ausnahme der Mörder; 3. daS Vieh wird den Unterworfenen soweit belassen, als solches zum Unterhalt der Frauen und der Kinder erforderlich ist; 4. die Unterworfenen werden vorläufig nach Gibeon übergeführt.
Aie russische ZL votulion.
Einem unserer Korre'pondentcn wurde aus Dt. Petersburg folgender Brief übermittelt:
„Leider hat fick die Hoffnung von einer baldigen Beilegung des Post- und Telegraphenstreiks als trügerijch erwiesen. Die größte Schuld daran trifft den Minister Turnowv und Herrn Sewastjanow, den Leiter des Postdepartcments beim Ministerium des Innern, der sich nicht cntblödete, den Kronswohn- ungen irmehabenden Postbeamten aus ökonomischen Rücksichten die Hälfte des gelieferten Holzes zu entziehen, für sich zu gleicher .Zeit eine Gegenerhöhung von 2000 Rubeln jährlich auswirkend Bekanntlich besteht hier die Anomalie zu Kraft, nach der das Post- und Telegraphen-Ressott dem Ministerium des Innern umerstellt sind. Auf Anraten der beiden Genannten wurden die ökonomischen Forderungen der Post- und Telegraphen-Bcamten brüsk zurückgewiesen und ihnen sogar mit Festungshaft gedroht Die Gage der Postbeamten ist äußerst gering, sie beginnt mit 18, dann nach IVs bis 2 Jahren 22—25 Rubel, nach 3—4 Jahren 28—33 und höher bis 40—45 Rubeln."
Ein Telegraphenbureau verbreitet unterm 7. d. M. aus Petersburg folgende Meldung eines Privatkorrespondenten: Das Ende des Ausstandes der Post- und Telegraphenbeamten ist nicht Vvrauszusehen. Wie amtliche Stellen versichern, haben die Sßeamtcn beschlossen, zunächst 20 Tage zu streiken und auf Erfüllung aller ihrer Forderungen zu bestehen. Die fortschrittliche Presse identifiziert sich mit ihnen und fordert schärfer denn je die sofortige Entlassung des Ministers Turnowo. Während am Montag noch teilweise Verbindung mit Moskau, Wiborg. Pskow, Nowgorod unb Zarskoje Sselo bestand, arbeiten heute nur noch Militär- tclegraphen mit Moskau, Wiborg und Zarskoje Sselo. Soldaten versehen die Botendienste und tragen die Telegramme aus, auch solche, welche mit der Eisenbahn aus dem Innern des Landes hier eintreffen. Aus der Umgebung von Petersburg sind mehrere Regimenter hierher übergeführt worden. Im ganzen ist jedoch die Nervosität nicht mehr so augenfällig wie früher, da mehr und mehr Gewohnheit und Gleichgiltigkeit eintritt. Aus Moskau wird gemeldet, daß die Hausmeister in den Ausstand getreten sind. Sie versammelten sich auf einem Play und wurden von Dragonern auseinandergetrieben.
Aus Woronesch meldet W. T.-B-: Das Militär- und Lokalgesängnis des Strafbataillons in der Vorstadt Fridatscha wurde durch Militärgefangene und meuternde Soldaten des Strafbataillons in Brand gesteckt. Das Feuer griff auf eine Reihe Läden über. Die Meuterer, mit ihrer Kapelle an der Spitze, marschiertem im Zuge nach dem Zivilaefängnis, um die Gefangenen zu befreien, wurden jedoch durch regulär^ Truppen an der von der Stadt zu dem brennenden Zivilgefänguis führenden Brücke ausgehalten. Tie Feuerwehr wurde am Löschen durch Salven der aus den Fenstern schießenden Gefangenen verhindert. Das Gefängnis wurde von den Truppen umzingelt. Tie Meuterer des Strafbataillons wurden zum Teil, nachdem Schüsse gewechselt waren, festgenommcn. Ein Teil ist auf der Flucht, ein anderer wurde umzingelt.
In Kiew meuterte die Mannschaft der 3. Kompagnie des 5. Ponton-Bataillons und zog aus, um die anderen Truppen zum Aufstande zu bewegen. Es schlossen sich ihnen nur die Genietruppen an. Ein Zug von etwa 2000 Mann, darunter auch Zivilisten, bewegte sich durch die Sttaßen. 300 Kosaken wurden den Meuterern entgegen geschickt. Man wollte ihnen den Weg versperren. Um jedoch ein Blutvergießen zu vermeiden, gab der Kommandant, der Kosaken Beiehl, die Meuterer durchzulassen, denen dann die Kosaken folgten. Vor bet Kaserne des Asowschen Regiments machten die Meuterer Halt imb forderten dieses Regiment aus, sich ihnen anzuschließen, was ober nicht gesckwh. Der Kvfaken-Kommandant forderte nun die Meuterer auf, sich wieder in ihre Kasernen zurückzubcgeben, was diese jedoch vcrweigettcn. Einige Schüsse wurden von ihnen gegen die Kosaken abgefcuert, wodurch ein Offizier und einige Soldaten verwundet wurden. Darauf feuerten die Kosaken und auch die Meuterer gaben einige Salven ab. Auf beiden Seiten gab es 70 T v t e und 300 Verwundete.
Nach brieflichen Meldungen aus Charkow, Saratow, Minsk, Kischinew, Nowgorod, Kursk und Cherson haben auch dott neuerdings Truppen-Meutereien stattgefunden. Wie über Odessa gemeldet wird, wurden bet' den Kämpfen in Sewastopol zwischen treu gebliebenen Soldaten und den Meuterern auf beiden Seiten mehr als 1000 Personen getötet oder verwundet.
Nach weiteren Meldungen aus Sewastopol ist Leutnant Schmidt, der Führer der dortigen Meuterer, gehängt.
Der „Oftpreuß. Ztg." liegen aus Libau Meldungen vor, nach welchen auf Baron Hahn-Schnepeln auf der Fahrt zur Bahn in der Nähe der Station Stensen in Nordwest-Knrland ein Attentat verübt wurde. Der Schuß ging durch das Verdeck des Wagens. — In Riga nmrfyc ein Herr von Hirsch Hehot, Beamter des livländischen Kreditshstems, mit Spuren von entsetzlicher Mißhandl 11 n gen und mehreren Schuß- und Stichwunden auf der Sttaßc 101 aufgefunden. — Bei einem Zusammenstoß einer Dragon er Patrouille mit Aufständischen wurde der Kreischefgehilfe, Baron v. Campenhausen, durch drei Kugeln schwer verwundet. Ein Offizier und zwei Dra- <imtrr wurden ebenfalls verwundet. — In Schloß Seßwegen im Wenden scheu Steife in Südlivland wurde der ehrenamtlich" Kreischefgehilfe Eugen v. Aserlas und sein Bruder, der Generalbevollmächtigte in Seßwegen, Adalbert, v. Aserlas, tum einer Bande von mehreren fambert Mann übers illen und mit Revolvern erschossen. — Selbst die höheren Regierunasbeamten beginnen ihre Familien über die Grenze zu schicken. Man befürchtet, bei daS Militär jetzt überall versagt, allgemeine Erhebungen der Bauern und Arbeiter.
Wie aus Helsingfors gemeldet wird, waren von den neuen Senatoren fünf ausgewiesen gewesen. Der Vizepräsident des höchüen Gerichts Wredc war 1904 zwangsweise nach Petersburg gebracht worden, während gleichzeitig bei dem Chef des Kultnsdep^rtements Donner Haussuchung vorgenommen worden war. Zwei der neuen Senatoren waren früher von ihren Aemtem bei der Zentrelvernwltung abgesetzt, fünf neue Mit glichet des höchsten GerickNs waren als Oberrichter verabschiedet, (Hä3 wat ausgewicsen worden.
Graf Tattenbach ist — so schreibt man uns aus der Reichsh<ruptstadt — feit einigen Tagen in Berlin, um dem Kaiser und dem Kanzler Bericht über seine Mission an den . Hof des Sultans von Marokko abzustcttten und zugleich seine Instruktionen in Empfang zu nehmen, ehe er sich zur Konferenz nach Algeciras begibt, wo er als zweiter Delegierter neben Herrn von Radowitz das deutsche Reich vertreten wird. Daß Fürst Bülow ihn gerade hierzu wählte, hat in Paris heftig versttmmt und torügte Zeitungsartikel hervorgerufen, in denen Graf Tattenbach als wilder Franzosenfresser verschrieen wird. Seit er seinen französischen Kollegen St. Renö Taillander in der Gunst des Sultans ausstach, übt sein Name auf die Pariser den Effekt eines roten Tuches aus gewisse Tiere. Anfangs sollte eigentlich Dr. Rosen mit Herrn von Radowitz nach Mgeciras gehen. Aber als Rouvier wider Erwarten Rövoil zun. Repräsentanten Frankreichs bestimmte, der von seiner Gouverneurzett in 2d gier als tüchtiger Kenner afrikanischer Verhältnisse gilt, entschloß sich Deutschland, seinerseits den Grafen Tattenbach zu entsenden, der jedenfalls von den deutschen Diplomaten der Sachkundigste auf demjenigen Gebiete ist, das das Feld der Beratungen bilden wird.
Graf Tattenbach ein Franzosenfresser! Tu lieber Himmel! Wer ihn kennt, dem muß die Vorstellung Heiterkeit erwecken. Er erscheint ols der Typus jener Diplomaten, die, während ihrer Laufbal)n von Land zu Land verschlagen, etwas von internationalen Globetrottern bekommen haben und sich nicht nur am liebsten in der französischen Sprache ausdrücken, sondern auch in ihrer eigenen Sprache franz. Wendungen gern und gewohnheitsmäßig einfließen lassen. Hat mit dem Großmeister oer franz. Diplomatie, mit Talley- rand, das eine gemeinsam, daß er auf einem Fuße leicht hinkt. Verbirgt aber hinter äußerer Liebenswürdigkeit scharfe Beobachtungsgabe und große, ruhige Klugheit. Würde daher auch in Madrid später, wo er angeblich Herrn von Radowitz als Botschafter ablösen soll, durchaus auf dem richtigen Platze sein, ^yft Bayer von Geburt, 1846 geboren und war einer der ersten Bayern, die nach 1871 in den Reichsdienst kamen. In glänzender Vermögenslage durch seine Heirat mit einer Fran kfurter Ban- k i e r t 0 ch t e r Konstante von Metzler, aus dem bekannten und angesehenen Patrlziergejchlechte, einer Frau von vollendeter Anmut im Salon, nrie geschaffen zur Ambassadrice, — zugleich einer tapferen, mutigen Frau, die den Gatten an den Hof Seiner Scherifcschen Majestät begleitet hat. Und man weiß, daß die Reite von Tanger bis Fez für verwöhnte Tarnen das Gegenteil eines Vergnügens ist. ....
Andere wispern übrigens, nicht für Madrid, für Tokio sei Graf Tattenbach ausersehen, wenn sein im Dienstalter noch zu junger Landsmann Emmerich Arco den Posten dort wird räumen müssen, sobald unsere Gesandtschaft beim Mikado zur Botschaft erhoben sein wird.
Ans Hindl und Land.
Gießen, 5. Dezember 1905.
*• Hessisch-Thüringische StaatSlolterie. Am heutigen ersten Ziehungstage der 1. Klasse der 7. Lotterie fiel ein Gewinn von 25 000 Mk. auf Nr. 77176 (nach Mainz), ein Gewinn von 10 000 Mk. auf Nr. 49543, em Gewinn von 5000 Mk. auf Nr. 97883, ein Gewinn von 2000 Mk. auf Nr. 42874, ein Gewinn von je 1000 Mk. auf Nr. 16968 48021 70446 85561. (Ohne Gewähr.)
•• Eine Antiquität. Im Schaufenster einer Möbel- hanblung an der Plockitraße ist ein im Barockstil gehaltener, offenbar einige hundert Jahre alter Schrank ausgestellt. Freunde von Antiquitäten mögen sich dieses augenscheinlich gut erhaltene Stück anseheu, zumal derartige Möbel mit jedem Jahre seltener und wertvoller werden.
** Freidenker-Vereinigung. Am Donnerstag wird der Prediger der freireligiösen Gemeinde in Frank- furt a. M., W. Klauke, einen öffentlichen Vortrag mit Diskussion über das Thema: „Kann die moderne Staatsschule noch konfessionell fein?” (S. Anzeigeteil.) Der Vortrag findet im Hotel „Einhorn* * statt. Es wird diesem Vortrag am 13. Dezember noch em zweiter über das gleiche Thema folgen, doch bildet jeder Vortrag ein in sich abgeschlossenes Ganze.
** Po ft kartens ch merzen. Mit Genugtuung würbe in der jüngsten Zeit die auch von der deutschen Reidpostverwaltuug eingeführte Neuerung begrüß, daß bei Ansichtskarten die Adreßseite in zwei Hälften geteilt werden darf, deren rechte für die Adresse bestimmt ist, während die linke sich für Nachrichten benutzen läßt. Dadurch wird entweder für das Mitteilungsbedürfnis des Schreibers weiterer Raum gewonnen, oder es kann die Rückseite ganz leer bleiben, sodaß das Bild durch keine Federoder Bleistiftzüge entstellt zu werden braucht. Aber auch diese Neueinrichtung hatte wieder ihren Haken, und man konnte schon bald laute Klagen darüber hören, daß jetzt die Mitteilungen auf der Vorderseite durch das Aufdrücken des ?lnkunftsstempels in vielen Fällen ganz unleserlich gemacht würden. Daran knüpfte man den Vorschlag, die Post möchte den Stempel auf die rechte Hälfte der Lldreftseite, den eigentlitfjen ?ldreßraum, drucken lassen. Daß aber auch dieses, bei uns noch nicht eingeführte Verfahren wenig empfehlenswert ist, geht, wie die „Deutsche Derkeh-rsztg." mitteilt, aus einer Ämtsblattverfügung der schweizerischen Post- verwaltung hervor. Danach mehren sich die Fälle, daß Ansicht^ karten mit zweiteiliger Adreßseite „zu den rebuts gelegt werden" müssen, weil durch unzweckmäßige Stempelung die 9(breffe undeutlich oder unleserlich wurde. Die schweizerische Pvstverwaltung hat sich daher entschlossen, versuchsweise die Stempelung der angekommenen Ansichtskarten, die auf der Vorderseite schriftliche Mitteilungen enthalten, ganz aufzuheben. Vielleick4 würde sich die gleiche Maßregel auch für Deutschland empfehlen.
•• Zur Landtagswahl in Lang-GönS. Die von uns seinerzeit gebrachte Nachricht, daß die sozialdemokratische Pattei einen hiesigen Wähler gegen sein Wissen und Willen als Wahlmannskandidaten aufgestellt habe, ist von den „Genossen' bestritten worden. Demgegenüber sei das unS zur Verfügung gestellte Protokoll der Vorstandssitzung des Kriegervereins Lang-GönS vom 20. Nov. über die Sache nachstehend mitgeteilt:
„Besprechung über die Ausstellung der Wahlmänner für die 2andtagswahlen. Kamerad Karl Konrad Schäker erklärt dem Bor- uand öffentlich vor 10 Mitgliedern, daß er von seiner Aus » Heilung feine Ke nntnis gehabt habe und er keinen sozialdemokratischen Tendenzen huldige, welche Aussage er durch Handschlag befrä’tigt."
i Michelnau b. Nidda, 4. Dez. Gestern wurde das neuerbautc Schulhaus hier eingeweiht. Die Abschiedsrede am alten Schulhaus, welches seit 1836 seinem Zweck gedient hatte, hielt Lehrer Eberle, die Weiheredc am neuen L-chulhaus d. Vorsitzende des Schulvorstands Pfarrer Hermann zu Nidda. Schulrat Scherer, der» Vettreter der Behörde wies hin auf den Segen einer guten Schule für die Gemeinde. Gesänge der Schulkmder und eines Sängerchores verschönten
die Feier. DaS HattS, am westlichen AuSgang des Ortes baut, liegt frei, umgeben von Gatten und Hof. Erbauer Kreisstraßenmeister Kraft zu Nidda, auch die Handwerk- meister sind meist aus Nidda. Nach der offiziellen fand noch ein Zusammensein in der Tipp'schcn Wirtschaft'-". .
8 Echzell, 3. Dez. Unsere Gemeinde soll nun air elektrisches Licht erhalten. Die Centrale soll gcnieTB schriftlich mit der Gemeinde Gettenau errichtet werden. <ir den Arbeiten wird Anfang nächsten Jahres begonn« werden.
M a i n z, 4. Dez. Ein hiesiger Kaufmann hat die wohnheit, jeden Morgen in einem Weinrestaurant einen Früt schoppen zu machen, der sich aber manchmal so lange au5 dehnt, daß darüber das Mittagesien vergeßen wird. £r' der wiederholten Bitten seiner Frau konnte der Mann st von dieser Gewohnheit nicht trennen. So saß er auch ge[tfl mittag wieder und vergaß daS Mittagesien. Plötzlich gin die Tür auf und auf der Schwelle erschien seine Frau. Z> stellte einen Korb hin, breitete eine Serviette vor ihrem du dutzt dreinschauenden Mann au5 und tischte ihm daß Der. säumte Mittagessen auf. In die laute Heiterkeit de anwesenden Gäste stinimte der Mann jedoch nicht ein, natr vielmehr seinen Hut und entfernte sich stillschweigend. (M. Tab
h. Frankfurt a. M., 4. Dez. In der Nacht «p Sonntag wurde in das Ledergesch äft von Fey ln bc Trierschen Gasse ein schwerer Einbruch verübt. Diebe drangen durch den Hof in daS Bureau, erbrachen bot zunächst einen Schreibtisch und schleppten bann den nietirm Zentner schweren Geldschrank fort. In dem Geldickrack befand sich nur wenig Bargeld, dagegen zirka 35 000 in Wertpapieren. Von den Dieben und dem Geldschrank fthii jede Spur.
* Kleine Mitteilungen au § Hessen und bfr Nachbarstaaten. Die Stadtverordneten zu Orb beschloß - bei dem Magistrat zu beantragen, er möge den Reichslag-abqoo!. neten Tr. Lucas ersuchen, gegen die geplante Tabaksteuor. Vorlage zu stimmen, da durch deren Annahme die Bevölkew-, von Bad Orb eine schwere Schädigung erleiden würde. - O b e r - R a m st a d t brachte stch der 22 Jahre alte Fabrikartei-,. Peter Letterer in selbstmörderischer Absicht einen Sd)ue t» Nach dem Krankenhause in Darmstadt verbracht, starb er al> bald. Das Motiv der Tat ist unbekannt. — I n der ArbeUk-- kolonie Neu -Ulrich st ein betäuben sich Ende NovnnV 84 Stellen-, bezw. Arbeitslose. Ausgenommen wurden im November 42 und abgegangen sind 23.
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Umlauf, Ti-ver ri. Polizei in Brnlsel
AolKs-äsilungserqcbnisie.
Deutsches Reich.
Leipzig 502 605 Einwohner (455 089).
Hessen.
Ober Hessen: Angenrod 575 (558), Münch-Leisel B,
Renzendorf 79 74), Gtrebenbod 300 (319), Unter-Sorg 72
Starkenburg: Bürgel 5622 (4687), HeusenstammUÜ (2226).
Rheinhessen: Wachenheim 512, Leiselheim 1105 (973>.
(Die in Parenthese genannten Zahlen bedeuten die 6:-- wohnerzahl der Volkszählung vor 5 Jahren.)
• Eine heitere Episod e aus den Nürnbergec Kaisertagen wird in der alten Stadt am Peqnitzsirmi' viel belacht. Dort wollte der erste Bürgermeister Dr. Rittn 0. Schuh dem greisen Prinzregenten eine besondere Freute dadurch bereiten, daß dieser bei seinem Eintreffen auf btr Btirg die Decke des großen EmpfangSsaaleS schön auSgrr.'; vorfinden sollte, und zwar in den einzelnen Feldern jt M Wappen einer bayerischen Stadt. Gleichzeitig sollk bama auch dem Kaiser eine Ueberraschung bereitet werden, Burg gemeinsam mit den Wittelsbachern gehött. die Kostenfrage anlangte, so sollte jede mit ihrem Wappen ~ Saale verewigte Stadt auch einen angemessenen Beitrag batisten. Aber damit haperte es, denn die Antwott viele: Städte lautete: „Wenn die Stadt Nürnberg etwas gemalt haben wollte, möchte sie sich gefälligst selber etwas malm: So konnten denn die Nürnberger auch diesmal keinen bängr. dieweil sie keinen hatten. In dieser Not meldete sich nr ein reicher Nürnberger. Er übernahm alle Kosten der 91 iß- malung, die erst 10 000 Mk. betragen sollten, dann abt chließlich 30 000 Mk. betrugen — unter der einen Bedingung, daß eines der Felder der Decke des Empfanü?- aales mit seinem Wappen bezw. seinen Initialen gusgemal: würde. Nun kamen die Kaisettage und mit ihnen ein hoher Hofbeamter, der die letzten Vorbereitungen auf der Büro 1 Augenschein nahm und mit hochgezogenen Auqenbrarm chließlich vor dem Namensschilde des Stifters der | bemalung stehen blieb. Er räusperte sich stark und ft-' mehrere Male: ,Aeh! Aeh!^ und dann: ,Ach nee!' geblich waren die Hinmeise auf den gütigen Geber, e6 - ein Dialer mit einem großen Pinsel und als er wieder - war, war auch des Stifters Wappen fort lieber die mehr Schicksale des Spenders gehen nun verschiedene Gerückte rr- Nach dem einen soll er immerhin für seine 30 000 Mk. frr reundlichen Ansprache gewürdigt worden sein, nach anderen wären ihm die 30 000 Mk. aus der Hofschaft- zurückerstattet worden. Aber das wichtigste, daS Knopfio-i, ist leer geblieben.
* Der Stri ckstrumpf in der Universität. N 0 st 0 ck hatten Prosesioren und Dozenten der Universitäl «n Winter volkstümliche Vorlesungen, an denen die Beteiligung jedermann gegen eine geringe Gebühr sreistcht. In Vortrag, der am 27. November gehalten wurde, ereignete '>0 nun etwas, das bisher in den heiligen Hallen einer llnioti' Ität wohl noch nicht vorgekommen ist. In einem überau-' entrüsteten ^Eingesandt' eines nervösen Zuhörers in emec Rostocker Zeitung steht zu lesen: ,Kaum hatte der Prosesior unter der Spannung der Ziihörer seinen begonnen, da geschah es — mm sollte c5 nicht für mögb=)- lalten —, daß eine der anwesenden Damen einen wollenem Strickstrumpf von ansehnlichen Abmesiungen hcroorzog un anfing, in lüütcnber Gangatt darauf los zu stricken. - edle Tätigkeit hielt ununterbrochen bis zum Schluß des träges an. Man kann ein derartiges Benehmen ja W nur ein Naivität nennen und darüber lachen, wenn m wie sich denken läßt, für die Umsitzenden dies ,Oefnütt ! einer wahren Tottur geir r^en wäre, unter ber einem man®\ vom Vorgetragenen verloren ging. Hoffentlich wird dieser Unfug nicht wiederholen. Wer Strümpfe itricken wi- möge zu Halise bleiben und nicht in bic Universität 9C“ Dazu ist die Universität nicht da.'
KB. Tarmst Sronins Storf ' D ^m-htsrats T e > Ttrfinnblunn kam bei fall, bei welchem g picr nm Hellen Som ccrraitiaten. Zwei d
T-erbred)cn ichoi 4 fahren Zuchihaus oll ^In'lilter und Hai 0116 kdeyladt, 45 Ja ergrigen: er isl sch ftroit. In der unter lardlunq wurde lein Urteil lautete aus l Ehrverlust.
Hanau, 4. 1 fierte den ^binelt r.atts ui fünf : Ifhrverluit. Herig in, teriefaBrifnn/en, WriUantcn, Werfen u fon fufnmmen £ teilt. M Seriq jel -t'i MngcBefiörbc n 'rilb'täblen hmührt. k'-ner im Dene^von 4-5W rm bet S^uiV'-tferi
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