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Erstes Blatt.
Dienstag ».Dezember 1905
155. Jahrgang
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l, B r li h l 'Ichen Wr H n H wr B H vr HM bis vormitlagS 10 Uhr.
p.,<r1.-®uA.u.Slein- NN _ > ZeilenpreiS: total 12Pl,
Kr/eret. R Lange. VSJr auswärts 20 Psg.
K>-I"on, Ervedmoa lövllvrUl * *£111 BVlLvl Verantwortlich Är
irrt» Truaeret- v w den pollL und allgem.
ZM Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen MM kvzrtger «teßeu. “ 1 KN zeigenteil: HanS Bert.
Die ßnifiqe Tlnwmer nmfafif 10 Selten
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KrKlinnlmachmig.
f 11 r.: ftelbbercinigung in der Gemarkung BorSdorf.
Die Entgegennahme der Wünsche bezüglich der Bildung kr rruen Ersatzgrundslücke deS gesamten Bereinigungsbezirks Kwl statt:
Donnerstag den 14. Dezember 1905, vormitlagS 9—10 Uhr, iie ?IintSzimmer törobb. Bürgermeisterei BorSborft
Die Wüusche sind schriftlich mindestens auf */, Bogen »zv «eichen, vom Grundeigentümer zu unterzeichnen und null’® genau angeben, welche alten (nad) ft-lut und Nuinmer ga bej/ichnenden) Grundstücke zusammengelegt werden sollen uib bei welcher allen Parzelle die Zusammenlegung er- Pölgen soll.
wünsche, welche in obengenanntem Termine nicht schrist. .''ich eiRigereicht werden, haben keinen Anspruch ans Berück» (ntyiiT mg.
tial b i n g e n, den 23. November 1905.
Der @rof'* "- ' >r • i ■< ugSkommissür:
Schnittspahn, KreiSamtmann.
Dir Lösung brr englischen ZÄinist.rsirtse
*1 otm Moulnq erfolgt. Kvnig Eduard empfing gestern ledjii. irtag Balfour. Dieser gab seine Enllafsuug und der Sinin berief Campbell-Bannerman.
i ct Chef des neuen liberalen Kabinetts Sir Henry Ämviöell-Bannerman steht bereits im 70. Jahre. Er ist rin Ächotte. 1882 war er Sekretär der Admiralität, 1887 modjlr ihn Gladstone zum irischen Ch< fsekretär. womit er ®tn Rang eines KablnettSministers bekam. 1886 war er Rrikg--ininister. Tas gleiche Ämt hatte er 1892 bis 1895 'im Seine Tätigkeit als Kriegsminister ist angesichts der tukr renkriege zutage getretenen Mängel oft scharf kritisiert iwrtnn. Im Unterhause führte er die Liberalen seit 1899.
• sir ^>enry ist ein sehr begüterter Mann. Tas Prädikat , «Eir" kommt ihm zu als Ritter des Großkreuzes des i Züih-Ordens. Ter neue Premierminister ist mit^ der i schirr eines Generals Bruce verheiratet. Sein Vorgänger iÄilioir war Junggeselle.
(5h waren im letzten Sommer zehn Jahre verstossen, fldt d s liberale Kabinett Rosebery gestürzt worden war rrid bie Wahlen ein Kartellministerinm der Konservativen uinb der liberalen llnionrstkn ans Ruder gebracht hatten.
$ nbinett, zuerst unter der Leitung deS inzwischen ver- ss orb'rien Marquess os Salisbury, zuletzt unter der Leitung ss-ines Reffen Arthur Balfour, hat in der verflossenen Tag- i mg manchen Sturm der Opposition aushalten müssen, es 1 |»lte auch durel) eine Abstimmung vom 20. Juli, die es rmbie Minderheit versetzte, an Ansehen eingebüßt. Mittler- t Mill inxir es obendrein in ein Stadium getreten, das man < das der Abwicklung seiner Politik bezeichnen kann; kkuzc ichnende Taten tvaren von ihm nicht mehr zu erwarten, i-tnb sw ist es denn nun abgetreten.
Sic europäischen Länder haben alle Ursache, das Jnsel- i :erq 5u beneiden, weil es von der Seuche des Klassenhasses tÄrj'chmnt geblieben ist. Langsam hat sich die Temo- E ’ne t i e in die öffentlichen Errichtungen des Königreichs e Nttsttzt, ohne Ruck ist der Uebergang der Lokalverwal- t w'i vus den Händen der herrschenden Klassen in die des n Mich en Mittelstandes, zum Teil auch der arbeitenden HMn, übergegangen.
Tas Bereinigte Königreich hat aber bis heute noch rein bnM’5 allgemeines Wahlrecyt. Tie Massen nehmen indes bi'iribcm regierenden Kreisen ein demokratisches E!:rg e g e n k om m e n woh'', das sogar bei der konser- V'Äiöem Partei zur politischen Regel geworden ist. Tie gipv’ Politik Salisburys und seiner Nachfolger im Bunde iriit i> m ausgesprochen demokratischen Chamberlain ist von d MZiichtung, die man einst in Frankreich als conservateur li üd::i f bezeichnete. Unmittelbar für die arbeitenden Klassen ifh turch Einführung der Unfallentschädigiing, Bervollkomm- N'Ms der Gesetzgebung über den Arbeiterschutz und der Fa- b iiTil.n f prftion wohl so viel geleistet worden, wie ein liberales Wuctt auch durchgesetzt hätte. Ta braucht man sich nicht ziv Emdern, daß die Kluft zwischen den leitenden und nie* bltttin Ständen, den Klassen und den Massen weniger tief r.iji'.tint als anderswo, weniger als es die ungeheuren B^vigensunterschiede vermuten ließen.
Deutschlands Be .ehung^n zum Vereinigten KKiigreicl) waren abwechselnd warm und kalt. Zweimal cwüE)I Chamberlain in öffentlicher Rede eine Vetstän- biigLrcr mit dem Deutschen Reiche, erweckte damit aber nur blhEunbrud, England wolle sicy über den Graben hinaus, d!::csr umzieht, den militärischen Einfluß verschaffen, den s« hm Cromwell in seinem letzten Lebensjahre ersehnte, und z M iivollte es sich der deutschen Landarmee für gewisse st'-LH: versichern. Später, während des Burenkrieaes, ent» ffioib eine bis zu amtlichen Aeußerungen von deutscher Oioeiie sich zuspitzende Verstimmung, als Chamberlain gegen dlmbralische Kriegführung in Afrika erhobene Anklagen von gipwliaf) einflußlosen deuftchen Blattern, die mit seich- techui Hurrapatriotismus arbeiten und seit Jahren gegen dttni ..englischen Erbfeind" hetzen, abtvehren zu müssen q^acubte. Ein bitterer Nacyge sch mack ist seitdem g e* büLieboen. Dafür, daß in Deutschland während des süd- a »mimischen Krieges die Wogen des öffentlichen Urteils zir bo$ gingen, findet sich fteftich eine Erklärung in den
Zungen der englischen Opposition gegen den Krieg fdjD|: und die Art, wie er geführt wurde, sowie in dem Eri iiicr.i Auftreten der Engländer in Samoa. Recht un- V-auftilUiel) tvtit das Verhalten der kaplw wischen Behörden
wähnnd der zweiten Pl)<'ie deS südtvestaftikanischcn Aufstandes, deS Kampfes der deutschen Truppen gegen die Hottentotten. Während in England selbst das Kabinett in den Monaten, wo es seinem Ende entgegenging, mehr und mehr unter den Einfluß der deutschfeindlichen Presse geriet, erwachte in maßgebenden geschäftlichen uno gebildeten Kreisen ein erfreulicher Widerstand gegen die nutzlose und gefährliche Berhet ung der Bev^lk. rung gegen Deutschland.
Tie letzten Tage gerade brachten allerhand Annäherungsversuche und Bersohnnnasreden, über die wir berichtet haben. Tes deulsä^en Botschafters Grafen Metternich. Rede im Lycellm Ladies-Club ha' in London einen besonders guten Eindruck gemacht. ..Daily Telegraph" bezeichnet die Rede als unmittelbare Kundgebung des deutschen Kaisers und des deutschen Volkes an das englische Vo.k England werde jedes Entgegenkomn.en beweisen. Tie Herrscher seien fiüger gewesen als die Völker Die „Morning Postz^ erwartet, die Rede werde bte geistige und soziale Eintracht zwischen beiden Voltern toieder Herstellen. „Daily Chronicle" sagt:
Wir bewitlkomnimn die Rede, weil sie dem englischen Volk hilft zu versieben, wie die Deutschen uns gegenüber fühlen. Wir missen keinerlei Grund für einen Streit, ober wir können nicht blind sein gegen die antienglische Stimmung, die ofs,nb-^r beträchtlich burrf) die deutsche Presse unterslütN wird Tie Rede wird zur A:>fklärung beitrogen und ehrenwerte Männer und Frauen in beiden Ländern ermutigen, für ein freunds '’tif' tiches Verstehen zu arbüten. Während wir Frankreichs Freunde sind, können wir auch Deutschlands Freunde sein.
Was aus deutscher Seite Positives getan tvvrbcn kann zum Zweck einer Verständigung, ist sehr tvenig. Unsere Regierung kann nur ihre Friedenspolitik weiter verfolgen, unsere Politiker und Publrziften nur zur Mäßigung und zum Verständnis unserer gemeinsamen Interessen hinarbeiten. Geschieht das trotzdem und trotz der Londoner Reden und neuesten Preßäutzerungen ohne Erfolg, so liegt die Schuld nicht bei uns!
KoMische Tag es sch an.
Dom preutzifchev Landtag.
R. Berlin, 4. Dez.^
Mit dem Ai'ssck?ekden des Richter aus dem preußischen Landtag verfäMindet dort ein Gegner der Regierung vom ©rfxiu» platz, der ihr bei dem S ch u 1 g e s e Mite gefährlich werden können. Es sei daran erinnert, diß des Scheitern des Zedlitz- schen Schulgeset-entwnrfs im Jehre 1892 wesentlich der ausgezeichneten, als Broschüre in Tausenden von Exemplaren verbreiteten Rede Richtcr's gegen diese Vorlage zuzuschreiben war Es wird in auch diesmal an einem scharfen Protest der Freisinnigen nicht fehlen, er dürfte sogar von einem Berufspädagogen, dem Abg. Kvpsch, Rektor in Berlin, ausgehen. Aber Richter's Persönliäckeit hob den Widcrsvruch auf ein ganz anderes Niveau. Die ganze gesetzgeberische ?lktion zielt anscheinend darauf ab, möglichst fdmclte Arbeit zu xxxndym, damit nicht wieder im Lande eine Protestbewegung entfesselt wird, wie sie, auch auf Initiative Rudolf v. Bennigsens im Reichstag, den Zedlitz'scben Gesetzentwurf zum ©(Leitern bringen half. Die Liberalen werden hoffentlich Sorge tragen, daß das Schn lun ter Haltungsgesetz nicht dnrch- gepcitscht, sondern daß der Oeffentltäfleit Zeit gelassen wird, sich ein klares Urteil zu bilden.
Die konfessionelle SchcideNnie.
Ein anderer Berliner Mitarbeiter schreibt und:
Der heute zur Veröffentlichung gelangte Entwurf eines Gesetzes über die Unterhaltung der öffentlichen Volksschulen in Preußen entspricht hinsichtlich der konfessionellen Dcw häftnisse den seinerzeit zwischen den Nationalliberalen und der Rechten vereinbarten Grundsätzen. Das heißt, die Regel bildet die konfessionelle Schule. Der Unterricht soll evangcl. Kindern durch evangelische Lehrkräfte, katholischen Kindern durch katholische Lehrkräfte erteilt werden. Was die konfessionell gemischten Schulen betrifft, so können sie vorbehaltlich eines abändernden Beschlusses des Sch-ulverbandes, bestehen bleiben. Also, eS wird das Fortbestehen der S i m u l- tanschule keineswegs gewährleistet. Neue Simultanschulen können errichtet werden in Schulverbönden, in denen lediglich Volksschulen dieser Art bestehen. Das Dort „lebig- sich" ist besonders zu beadyten. Bleibt es in dem Gesetz stehen, so wird der Weiterentwicklung der konfessionell gemischten Schulen ein kräftiger Riegel vorgesckyoben. Die Begründung zu dem Gesetzentwurf bemerkt zur Beruhigung der Anlmnger der konfessionellen Schule noch: „Wo bisher nur Dolksselmlen mit Lehrkräften desselben Bekenntnisses bestehen, sollen auch in Zukunft nur solche errichtet werden." Tie konfessionelle Scheidelinie ist also scharf gezogen. Rechte und Zentrum werden davon beftiedigt sein.
Im ebemalen Herzogtum Nassau bewendet eS sich bezüglich der konfesiionellen Verhältnisse des Volksjchultoesens bei den bisherigen Bestimmungen.
Ein wichtiges Wirtschaftsgebiet.
-tt- Berlin, 4. Dez. Den t schla nd hat im Verkehr mit Argentinien eine stark passive Handelsbilanz, trotzdem von dem Gesamthandel Deutschlands mit Südamerika fast die Hälfte auf Argentinien entfällt. Dieser Staat ist aber in der Sage und auf dem Wege, seine Ausfuhr noch weitet zu entwickeln. Der Kongreß hat eine beträchtliche Subvention bewilligt für eine Fracht-Schnelldampfer-Sinie nach europäischen Häfen, mit der speziell die Tlnsfuhr argentinischen ftleischeS betrieben werden soll. Das bedeutet zunächst einen Querstrich durch die Politik der Vereinigten Staaten, die darauf abzielt, Südamerika in handelspolitischer Beziehung dem Sternenbanner zu nähern und zu dem Zwecke vom Abschluß von Handelsverträgen mit europäischen Staaten zurückzuhalten. Argentinien ist so wenig geneigt, sich der Für- sorge der Pankees anzuvertrauen, daß eS den nordamenka- nischen Fleischexportetiren eine ebenso leistungsfähige wie lästige Konkurrenz an die Seite stellt. Es ist für'S erste eine M ässe n verschicku ng argentinisch en Fleis ches nach britischen Häsen in Aussicht genom
men, man wird diesem Produkt aber wohl auch den deutschen Rlarkt zu erschließen und deshalb zu einem Tarckvertraa oder wenigstens zu einem Gegenseitigkeitsvertrag mit Deutschland zu gelangen suchen, anstelle deS zurzeit bestehenden reinen MeistbegünstigungSoertragS, besten Kündigung Deutschland oornehmen kann, wann eS ihm beliebt. Für die Neuregelung der handelspolitischen Beziehungen zur süd- aiuerikanifchen Repiibftk ,st also die Situation nicht ungünstig, und die Negierung wird hoRentlid) nur zu Bedingungen abfchließen, die der von England, Frankreich und den Vereinigten Staaten bedrängten Ausfuhr nach Argentinien, an der besonders die Textil- und Eisenindustrie beteiligt sind, zugutekommen. Auch im Interesse der deutschen Unternehmungen in Argentinien liegt ein geordnetes handelspolitisches Verhältnis zu diesem Staat. Das deutsche Kapital «st zur Zeit mit etwa 750 Millionen Mark dort interessiert, das englische mit 3 */» Milliarde. Da aber mit dem Beginn deS nächsten Jahres in Buenos AyreS eine zweite deutsche Auslandsbank, von der Dresdner Bank und dem Schaaffhausenschen Bankverein begründet, ihre Tätigkeit eröffnen wird, ist ein starkes Anwachsen der deutschen KapitalS- mtmffen zu erwarten.
Vom Kampfe nm? allflfmttne Wahlrecht in Ungarn.
Die Budapester Schr > sIsetzer beschlosten, solche Zeitungen, welche die Sozialisten und das allgemeine Wahlrecht in ihnen gehässig erscheinender Weii'e angrei^en, nicht zu setzen und zu drucken. Jnfolgedesten konnten am Vkontag sechs Zeitungen nicht erscheinen. In der RachmittogS- lonferenz der Setzer wurde der Beschluß, bte Koalitionsblätter zu boykottieren, auf 16 Blätter ausgedehnt. Am Abend erschienen mehrere tausend Arbeiter vor der Redaktion deS „Budapesti Hirlap^ unter stürmischen Schmährusen auf die Koalition. Durch eine Nebentür gelang eS einigen Demonstranten, in den Maschinenraum einzudringen, wo zwei Nlaschinen demoliert wurden. Zwischen den Demonstranten und RedaktionSmitgliedern wurden zahlreiche Schüsse gewechselt, wobei eine Person verwundet wurde. Nachdem die Polizei die Demonstranten zerstreut hatte, zogen diese noch zu fünf anderen Redaktionen, wo ebenfalls die Fenster der Gebäude eingescklagen wurden. Auch in mehreren Kaffeehäusern und tm Hauptpostgebände wurden die Fenster eingeschlagen. Der AliSschuß der koalierten Parteien erklärte, er wolle mit Rücksicht auf den TerroriSmuS feinen Beschluß fasten, sondern wälze alle Verantwortlichkeit auf die Negierung.
Gegenüber der von einigen Blättern ausgesprochenen 93e* hauplung, daß die NegierungSorgane den SetzerauSstand begünstigten, erklärt ein offiziöses Kommunique, dies sei eine unsinnige Verleumdung.
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Zur Drauäeuer-Hrööyung.
In der Begründung der Steuervorlagen befindet sich der Satz, daß die Finanzpolitik von der Sozialpolitik nicht trennbar sei. Diese Eigenart der Sozialpolitik durch Mehrbelastung soll u. a. durch die Staffelung der Brausteuer belegt werden, die indessen für alle Brauereien Mehrbelastungen bringt. Denn die Steuer wird im Durchschnitt verdreifacht, d. h. von uinö 80 Pfg. auf 2.4q Mk. pro Hektoliter erhöht. In der „Franks. Ztg.^ berechnet ein Einsender, der allerdings eine Erhöhung von 86 Psg. auf 2.70 Mk. annimmt, daraus, wie sich die Mehrbelastung für einzelne Frankfurter Brauereien stellt. Er kommt im wesentlichen zu folgendem Ergebnis:
Die Brauerei Stern — eine der beftfunbierten in Teutfefir land — weist bei einem Aktienkavital von 1800 000 Mk. bei einem Reservefonds von 2168000 Mk. einen Reingewinn von 274 000 Mk. auf. Die neue Steuer auf einen Verbrauch von 120 000 Hektoliter würde die Brauerei mit 220 000 Mk. mehr belasten, und der Gewinn würde sich auf 54 000 Mk. gleich 3 Droz, auf das Akticn-k? vital reduzieren, und er würde nichts Übrig lassen für Tantiömen an Vorstand, AuffichtSrat und Beamte sowie für Zuweisung an den Reservefonds. Die Arbeiter der Brauereien hätten ebenfalls den jährlichen Beitrag zum Unter» i'tiitzungskontv von 10 000 Mark einzubüßen. Diese 3 Pri^. D"'vid nde kontrastieren sck>ars mit den bisherigen 13 Prozent, die die Brauerei iöhrlich verteilen konnte.
Tieselben Ausft'ihrimgen beziehen sich auf die Brauerei Bin» ring. Nach Erhöhung der Drausteuer und bei gleick>"m DierpreiS stände dem Kapital von 7 Millionen Mark ein Erträgnis von 200 000 Mark gegenüber!
Tie neueste Fr ukft.rter Grotzbrauerei Schöfferhof-Büv- gerbrauerei hat bei einem Absatz von 366 000 Hektolitern! einen Reingewinn von 642 000 Mk. Die Mehrbelastung würde 670 000 Mk. verlangen und eine Unterbilanz von 28 000 Mark zeitigen.
Die! schlimmer wird sich t>*5 Bild gestalten bei den Brauereien, die eine geringe oder keine Tividende geben: diese Brauereien würden olle mit Unterbilanz arbeiten: Zusammenleguna von Aktien und Zahlungseinstellungen würden an der Tagesordnung sein. Die zahlreichen Privatbrauereien, die heute sckwn gegen die Attienbreuereien schwer zu kämpfen haben, werden der Not der Zukunft nicht gewachsen fein.
Bei dieser Berechnung ist die Erhöhung der Zölle für Malz, Gerste und Hopfen, sowie die durch andere Zölle zu erwartende Preissteigerung für andere Bedürfnisse noch nicht einmal in BetrachL gezogen worden. 1903/04 verkauften die Aktienbrauercie.i der Norddeutschen Braufteuer- gemeinschaft zusammen 19 300 000 Hektoliter Bier. Rechnet man nur 1,60 Mk. als durchschnittliche Steuererhöhung, so ergibt sich eine Mehrbelastung von 31 680 000 Mark. Tie erwähnten Brauereien bezahlten 29 200 000 Mk. Dividende, sie hätten also insgesamt 2 4 80 000 M k. an Steuer mehr zu bezahlen, als sie an Gewinn aus-


