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als Vertreter des Landeskonsrstoriums Konsistorialrat Dr. Knaur-
Vor Eintritt in die Hauptverhandlung machte der Vorsitzende den Parteien den Vorschlag, die leidige Sache auf dem Vcralerchs- tocflie zn beseitigen. Nachdem von dem Angeklagten bte Zurück- nlalmre der Beleidigungen verlangt wurde, und dieser erklärt hatte, er könne sich dazu nur bereit finden, soweit eS bte Wahrheit, seine Ehre und seine Ueberzeugung zuließen, wurden wettere Vergleichsverhandlungen als absolut erfolglos abgelehnt. Der Eröffnungsbeschlust, auf Grund dessen gegen Pastur Ebeling verbandelt wurde, lautete im wesentlichen tote folgt: Der Pastor Ebeling erscheint verdächtig, den Geh. Rat Professor Dr. Wach, den Pfarrer Rausch und den Geh. K'irchenrat, .Professor Dr. Rietschel in Leipzig, öffentlich beleidigt und zugleich öffentlich in Beziehung auf diesen nicht erweislich wahre Tatsachen behauptet und verbreitet zn haben, welche denselben verächtlich zu machen und in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet sind, insofern er erstens in dem von ihm verfassten und in der Zeitschrift „Der Hausvater" unter der Ueberschrift „Der Dom zu Meisten" veröffentlichten Artikel das Verfahren des Professors Dr Wach als „im höchsten Grade rücksichtslos" bezeichnete und weiter hervorlwb, dast gegen Professor Dr. Wach hrlsher von dritter Seite der Vorwurf des „Hochmuts" und „provokatorischen Auftretens erhoben worden fei* ferner einer von ihm verfasstest und an eine gröbere Anzahl Personen verteilten Schrift in Beziehung auf das Verhallen des Pfarrers Rausch gegen ihn (den Angeklagten^ in einer Angelegenheit bemerkte, dast auf dieses „ein recht bedenksiches Licht gefallen sei" und Rausch „ein unwürdiges Dovpelspiel" zum Vorwurf machte: zweitens insofern er schriftlich und mündlich den Geh. Kirch en rat Prof. Dr. Rietschel als einen u n z u v e r l ä s s i g e n und ung laub- würdigen Zeugen bezeichnete, ihn der Unwahrhafttgkeit, des Stimmenfangs (für die kirchlichen Gemeinden,ahlenl: eines brüsken Auftretens sowie der Erhebung leichtfertiger Anklagen gegen ibn lden Angeschuldigten), die er nicht habe aufrecht erhalten können, des Sichdrangens zur Eidesleistung in einem
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Rom, 5. Juni. Der König empfing heute in besonderer Audienz als Vertreter des Exekutivkomitees für die unter dem Ehrenvorsitz des deutschen Botschafters stattgebabte Schiller-. feier den Grafen San Martino, die italienischen Schriftsteller Baffieo, Lucio, Ambra, Oliva Falena und Cortese, sowie die deutschen Journalisten Barth (93eil. Lagebl.), Zacher (Frkf. Ztg.) und Philipp (Wolssbureau).
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Wahrnehmungen im Pfarrhof am Vorabend des Mordes.
Lehrerin Fräulein Elisabeth Meinhardt bekundet, daß sie am Mcnddes 11. November im Pfarrhof verdächtiges Ge-
Die^nntsh^ttrin des ermordeten Pfarrers, Fräulein Sulzbach hat dieselben Wahrnehmungen gemacht. Letztere erzählt, dast sie in der Rackst einen Schrei gehört habe. Sie sei tut» dem Bett gesprungen, habe das Fenster geöffnet: da sie aber nichts weiter gehört, habe sie sieb wieder zu Bett gelegt und bis zimt folgenden Morgen geschlafen.
Da8 AngenscheinSprotokoll.
Es wird danach das Augenscheinsprotokoll verlesen. — Alsdann werden noch einige Zeugen vernommen, die nach Entdeckung der Mordtat ins Pfarrhaus gekommen sind — fcteTCiuf wird die Verhandlung auf Mittwoch, vorntittags 9 Uhr, vertagt.
(Fortsetzung im Ersten Blatt.)
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—. gegenüber der Stadtkirche. —
Disziplinarverfahren gegen ihn (den Au geschuldigten), um damit sich selbst zu nützen, des Mangels an Gewissenhaftigkeit und Pflichtgefühl sowie sonstigen unlauteren d o ppel zü ngt-! gen und überhaupt sittlich verwerflichen Ver>- haltens beschuldigte überdies aber betreffs Rietschel insbesondere behauptete, dieser habe, bei seiner in,dem Disziplinarverfahren vor der Kircheninspektion erfol,'ten eidlichen Vernehmung als Zeuge einen fahrlässigen Kalscheid geleistet und gegenüber der daraufhin wider ihn en gereichten Strafanzeige die Strafverfolgungsbehörden durch unto hre Angaben und Entstellungen zu seinen Gunsten getäuscht und zu unrichtigen Auffassungen verleitet, ihn (den Angeschuldigten) aber aus diesem Anlast in unverantwortticher Weife verdächtigt und herabgesetzt.
Wir werden das Urteil mitteilen.
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G-iu sensationeller BeleidigungSprozetz.
Leipzig, 6. Juni.
Seit Mitte der 90 er Jahre waren in der Kirchmg-memde zu St Nikolai in Leipzig M e inun gsv erschiedenheiten entstanden, die im c>aufe der 3eit zu' grüsteren Auseinandersetzungen führten. Schlststlich hattt sich auch die Staatsanwaltschaft mit der Materie zu befassen. Eine Folge dieser Auseinandersetzungen war dew gegenwärtige ex officio 9egen den Diak0nus an der Niknlaiaemeinde Pastor Ebeling eingeleitete St r a s- verfahren wegen Beleidigung, dem sich Geh. Ktrchen- rw Rietschel, 'der derzeitige Rektor magnisieus unserer Universität, Geb. $?ofrut Dr. W a ch, und Pastor R a u s ch als Nebenkläger anqeschlossen haben. Den Ersitz führt Landgertcht-direktor Dr Müller Als Verteidiger Pastor Ebelings fungieren die Rechtsanwälte Dr. Drucker-Leipzig und Giese-Dresden, als Vertreter ür den Nebenkläger Rietschel Rechtsanwalt Dr. Mtttel- städt ür &ucb Justizrat Dr Peter. Der Verchandlung wohnt
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