Ausgabe 
6.11.1905 Erstes Blatt
 
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Pickeln, Mitesser

Hierdurch teile Ihnen mit, dass ich über die Seife meine grösste Zufriedenheit aussprechca muss: ich batte einen leichten Hautausscblag. in 10 Tagen war ders. von Ubermeyers Herba-Seife geheilt Augusta Brückner, Freibunr. Z. h. i. a. Apotik, Droz. u. Part p. St. 50 Pfg. u. 1 Mk. Obcrmeyer L Con Üaqau.

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S. K. H. der Großherzog bat

Postpersonalien.

des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen beim

durch die Ernennung des Dr. Stockmann (frks.) zum Re

und den Honoratioren der Stadt ein glänzendes Fest. General Bernadotte kommandierte im Jahre 1798 eine Zeit lang die französische Besatzung der Festung Gießen. Wegen seiner gegen die Stadt und gegenüber der Hochschule betätigten humanen Gesinnung wurde Bernadotte von der philosophischen

* Die neue Friedrich st raße, die von der Frank­furterstraße über die Brücke zu den Bahnhöfen führt, ist seit einigen Tagen in ihrer ganzen Breite durchgeführt. Das Straßenbild erhält durch die hochragenden Giebelbauten und den kräftigen Turmbau des Bahnhofsgebäudes einen malerischen Abschluß.

versetzt der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Bermers­heim, im Kreise Alzey, Friedrich Jockel auf sein Nachsuchen,

Scheiden aus dem Dienste. Versetzt sind: Postverwalter Vetter von Großfelda nach Mücke; Postassistent Fölsing von Lauterbach nach Großfelda unter Ernennung zum Post- verwalter; die Postassistenten Kramer von Großgerau nach Friedberg, Ningenwald von Oppenheim nach Gießen; die Telegraphengehilfin Em m a Schmidt von Offenbach nach Darmstadt. Angenommen sind: als Postanwärter der Sergeant (Hoboist) Rönick in Lauterbach; als Telegraphen­gehilfinnen Karoline Gieser in Main;, Elisa beth Wedel in Worm?; als Postagent: der Briefträger a. D. 2 eip in Büdesheim. Freiwillig ausgeschieden ist der Post­agent Otto in Büdesheim.

Punkt der Nationalitätenfrage zu berühren?

Schlesiens, nämlich Stadt und Bezirk Kätscher im Regierung?» Gießen eine Lehrermnensielle an der Gememde^ule zu bezirk Oppeln, zur Diözese des Olmützer Erzbischofs. Sollte Griesheim, dem Schulamisaspiranten Johannes Wenzel man es in Berlin für gut befunden haben, den wunden auS Gernsheim, die Lehrerslelle an der Gememdeschule zu Gadern, im Kreise Heppenheim. In den Ruhestand wurde

Tie Parteien im Reichstage. .......

Nach einer offiziellen Zusammenstellung ist die äugen- unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienite.

blickliche Stärke dec Parteien des Reichstags folgende: " P o st p e rso n a l i e n. S. K. H. der Großherzog hat

(Bestand am Schluß dem Poslsekretär P hilippi in Mücke das Ritterkreuz II. Klasse

koffene Verfügung, daß alle fürsterzbischöflichen - Lehrerpersonalien. Überträgen wurden der Aemter nur in tschechische r Sprache zu amtieren Lehrerin Luise Flick zu Griesheim eine Lehrerinnen,telle an hätten. Bekanntlich gehört auch ein kleiner Teil Preußisch- der Volksschule zu Gießen; der Lehrerin Mathilde Först er zu

Während der Sommerpause sind folgende Veranderungeen /ingetreten: Für den gestorbenen Linder (Ztr. 5. Schwaben) wurde Geiger (Ztr.), für Wallbrecht (natl. 9. Hannover) Haaßmann (Hannover), für den gestorbenen Faller (natl. 2. Baden) Duffard (natl.), für den gestorbenen Stötzel (Ztr. 6. Düsseldorf) Giesberts (Ztr.), für Brejski (Pol. 4. Marien­werder), dessen Wahl für ungiltig erklärt war, Ortel (natl.)* Ein Jahrhundert war im September dieses gewählt; Barbeck (srs. Vpt.), dessen Mandat für 2. Mittel- Jahres verflossen, seit der Fürst von Ponte-Corvo und franken für ungiltig erklärt worden war, wurde wieder- spätere König Karl XIV. von Schweden, der französische gewählt, ebenfalls die Abgg. Pauli (Oberbarnim frks.) für General Bernadotte, das letztemal in Gießen geweilt 6. Potsdam und Korfanty (Pole, 6. Oppeln), deren Man- hat. Er wurde damals von einer Deputation der Hochschule bäte ebenfalls für ungiltig erklärt waren; für den verstorbenen feierlich empfangen und begrüßt und gab dem Lehrkörper Burggrafen zu Dohna-Schlodien (kons.) wurde Glüer (kons.) gewählt. Erledigt sind zurzeit 3 Kreise: 2. Sachsen-Weimar durch den Tod des Abg. FrieS (nl.), 2. Schwaben durch den Tod des Dr. Weißenhagen (Ztr.), 9. Schleswig-Holstein

der Session)

Konservative. . . .

. 52

Mitglieder

(52)

Freikonservative. . .

. 21

r

(21)

Deutsche Reformpartei

. 7

r

(7)

Wirtschastl. Vereinigung

. 12

V

(12)

Zentrum.....

. 103

r

(101)

Polen ......

. 15

r

(14)

Nationalliberale. . .

. 50

r

(49)

Freisinnige Vereinigung

. 10

V

(10)

Freisinnige Volkspartei

. 22

V

(21)

Deutsche Volkspartei .

. 6

V

(6)

Sozialdemokraten . .

. 78

r

(78)

Fraktionslos ....

. 18

u

(18)

tzierungspräsidenten.____________________

Vom Kongo.

Ter Bericht der Kongo-Untersuchu ngskonrnnssron ist er­schienen. Mitglieder der Kommission waren der Präsident des Apcllationsgerichts in Brüssel Edmund Jknssen, der Präsident des Apellotionsgerichts in Boma Giacomo Nisco und der Schweizer Schuhmacher.

Mit Bewunderung, so heißt es in dem Bericht, nahm die Kommission die Fortschritte wahr, die in 25 Jahren aus dem vorher vollständig brach liegenden Kongogebiet einen Staat gemacht haben, in dem der Weiße ohne Waffen und ohne Eskorte, wenn er nicht feindselige Absichten zeigt, sich bewegen kann. Tie Hauptstadt Boma ist mit den ent­fernten Bezirken in steter und regelmäßiger Verbindung. Man glaubt ein Land vor sich zu haben, das schon seit langem von der Zivilisation erobert worden ist. Im Jahre 1902 hat der Kongostaat alle nicht kultivierten Ländereien, ialso demnach fast das ganze Kongogebiet für Staatseigen­tum erklärt. Tie Erträgnisse der Wälder, von denen die Ein­wohner zum Teil lebten, wurden ihnen entrissen. Die Kom­mission verlangt, daß nach französischem. System außer den Dörfern und kultivierten Ländereien den Eingeborenen Wiesen und Wälder im bestimmten Umkreis ihrer Nieder­lassung gegeben werden. Hiermit entscheidet sieb die Kom­mission gegen eine alte vielbekämpfte Maßregel oes Kongo­staates, welche die Freiheit des Bewohners am Kongostaat sehr behindert. Weiter wird verlangt die Einführung von Geldmünzen als Bezahlungsmittel statt Tauschwaren von unbestimmtem Wert. Tie ' üuserlegung von Arbeiten an Stelle von Steuern wird als berechtigt anerkannt. Die gesetz­liche Tauer beträgt 40 Stunden Arbeit für den Staat pro sRonat. Da aber eine bestimmte Menge des Kautschukertrags als Steuer ein geliefert werden muß, so wird die festgesetzte Stundenzahl illusorisch, zumal verschiedene Gegenden von Kautschuklianen durch Raubbau nahezu entblößt sind und die Eingeborenen manchmal tagelang marschieren müssen, um Kautschuklianen zu erreichen. Bei Nichteinlieserung des bestimmten Quantums erfolgt Strafe, die einen Monat Ge­fängnis nicht überschreiten soll. Häufig werden die Ge­gangenen nicht schlecht behandelt; manchmal begehen jedoch die schwarzen Wachen schwere Gewalttaten gegen die Gefangenen. Ties geschah namentlich von den Wachen der Abirgesellschaft.

Sehr schlimme Klagen werden vor allem von Protest. Missionaren vorgebracht. 2:e Missionare stellten schwarze Zeugen, die bewiesen, daß die schwarzen H il fs s 0 ld a t en alle töten, die sich ihren toüften Forderungen widersetzen. Ein einziger dieser Schwarzen hat 120 Morde während der letzten Jahre begangen.

Tie von dem Ausschuß festgestellten Mißbrauche sind meistens von eingeborenen Soldat en verübt worden. In einem einzigen Torfe sind 23 Fälle konstatiert worden. Dem Ausschuß wurden sieben Eingeborene vorgeführt, welche an­geblich verstümmelt sein sollen. Unter ihnen befand sich auch Eponda, der jedoch einräumte, daß seine Ver­stümmelungen nicht von Menschenhand herrührten, sondern aus einem Kampfe mit einem Eber. Wie die Eingeborenen erzählten, sei es Gebrauch bei den Eingeborenen gewesen. Den Toten d i e Hände ab zuschn ei den, um sich von ihrem Tode zu überzeugen.

Kcer und Atolle.

Berlin, 4. November. Die neue Flöt ten-Vor- tage ist dem Bundesrat zugegangen. Sie hält sich, was die Zahl der neu geforderten Schiffe anlangt, ganz im Rahmen dessen, was bisher von Negierungsseite darüber angedeutet worden ist.

I --------- ------- -

Fakultät zum Dr. honoris causa ernannt.

** Die chronische Schweineseuche, welche namentlich im Norden und Osten Deutschlands nach und nach eine große Aus­breitung gewonnen hat, ist schon wiederholt auch in das Gebiet des Großherzogtums eingeschleppt worden, ohne daß es selbst durch die strengeren, in ixm letzten Jahren gegen die Einschlepp­ung der Schweinepest und Schweineseuche erlassenen veterinär- polizeilichen Maßnahmen wirksam verhindert werden konnte. Die chronische Schweineseuche macht sich meist durch häufiges Husten in einem Schweinebestande bemerklich. Aeltere Tiere fallen ihr nur selten zum Opfer, dagegen führt sie häufiger zum Siech­tum einzelner Tiere und befallt oft die Nachzucht in der Art, daß nur ein Teil derselben auftommt, der sich dann meist chlecht entwickelt. Unter diesen Umstanden hält es den beamteten Tierärzten oft schwer, die Seuche mit Bestimmtheit festzustellen, sodaß dadurch auch eine überall gleichmäßige veterinärpolizei­liche Behandlung nicht zur Durchführung gelangen konnte. Tat­sächlich ist man in fachmännischen Kreisen zu der Ueberzeugung gelangt, daß bei der großen Ausbreitung der Seuche und den oben erörterten Umstünden auck die strengsten veterinärpolizei­lichen Maßnahmen nicht mehr zum Ziele führen würden, und daß, da auch die seither versuchsweise an<sewandten Schutzimpfungs- Verfahren erfolglos geblieben sind, die einzige Möglichkeit, die Seuche nach und nach zu unterdrücken, in der Erzielung seuchen­freier Zuchtbestände beruhe. In diesem Sinne hat die Mi- nisterialabteilung für öffentliche Gesundheitspflege nach eingehen­der Verhandlung mit der für Landwirtschaft, Handel und Ge­werbe und nach Anhörung der Kreisveterinärärzte die Durch­führung von Maßnahmen in Aussicht genommen, die demnächst in einem Amtsblatt Großh. Ministeriums des Innern erscheinen werden. In ihnen sind keineswegs veterinärvolizeiliche, den Verkehr mit Schweinen erschwerende Polizeimaßregeln zu er­blicken. Es handelt sich vielmehr dabei wesentlich nur um Verhaltungs-Maßregeln für die s i ch mit der Schweinezucht befassenden Landwirte, denen bei strenger Einhaltung der gegebenen Anweisungen gewisse Vor­teile für den Absatz ihrer Zuchtprodukte zugesichert werden. (Darmst. Ztg.)

Frankfurt, 4. Nov. Vor Jahren schon hat die Stadt ein umfangreiches Stück Land zur Erwe iterung deS Friedhofs erworben, es aber bisher nicht zu Beerdigungs- zmecken benutzt, weil man noch nicht darüber einig ist, wie das neue Friedhofsseld einzurichten ist. Jetzt hat der Magistrat die Bewilligung von 16 000 Mk. zur Anfertigung von Plänen beantragt. Die zunächst zu errichtenden Bauten werden auf 600 000 Mk. veranschlagt, und man sagt sich in der Bürger­schaft mit Recht, ob man durch etwas mehr Umsicht und Sparsamkeit dem Geldbeutel der Steuerzahler nicht etwas mehr Schonung angedeihen lassen könnte. Als äußerst pietät­los wird es empfunden, daß die Leichen in den Reihen- gräbern schon nach 20 Jahren wieder ausgegraben werden, um neuen Leichen Platz zu machen, und man verlangt, daß die Ruhezeit auf mindestens 50 Jahre ausgedehnt werde.

Frankenberg, 2. Nov. Die Schürfarbeiten im Ge­biete der Edertalsperre haben, wie Waldecker Zeitungen berichten, einen guten Erfolg gehabt. Dicht bei der Stelle, wo man die Sperrmauer projektiert hat, find vom Unter­nehmer Bender zwei Steinbrüche bloßgelegt worden, die prima Material für den Unterbau der Sperrmauer liefern Dadurch werden viele Transportkosten gespart, was die ganze Anlage günstig beeinflußt. Am Montag traf auf Bahnhof Wildungen der Landesgeologe Dr. Lepplar au5 Berlin ein, und begab sich von da ins Sperregebiet, wo er die Schürf­arbeiten in Augenschein nahm. Auch zwischen Battenberg und Dodenau rechnet man noch immer mit der geplanten Stau­anlage, und vergangene Woche war wieder eine Kommission von fünf Herren dort anwesend. Die Stimmung der Land­leute auf dieser Strecke ist der Talsperre wenig günstig, und besonders in dem am meisten beteiligten großen Orte Dodenau,

Ans HlM und £tiö.

Gießen, 6. November 1905.

" Eine Sitzung des Provinzial-Ausschusses der Provinz Ober Hessen findet Samstag, 11. d. M., vormittags ^9 Uhr mit folgender Tages-Ordnung statt. 1. Gesuch des Adam Sc cf mann zu Friedberg um Er­laubnis zum Betriebe einer Schank wirtscha ft im Hause Haagstr. Nr. 11. 2. Faselh altung in der Gemeinde Eschenrod; hier Wahl der Zuchtrichtung. 3. Fasel- Haltung in der Gemeinde Boden Hausen II; hier Wahl der Zuchtrichtung.

dem der Verlust der ertragreichsten Flur, eine Verminderung der Einwohnerzahl und der Fortfall seiner wichtigsten Ver­bindungen in Aussicht steht, sieht man der Stauanlage nicht mit rosigen Blicken entgegen.

vermochte».

Das neue fte Eisenbahnunglück. Aus bis jetzt unbekannter Ursache entgleiste am Freitag Abend ein Wagen eines Güterzuges im Rosen st eintunnel zwischen Stutt­gart und Canstatt und legte sich quer über das Geleise. Menschen sind nicht verunglückt, doch entstand eine Störung im Bahnverkehr zwischen Stuttgart und Canstatt, so daß die

Züge eine mehr als einstündige Verspätung erlitten. Der um dieselbe Zeit durchfahrende Orient-Expreßzug fuhr auf den beschädigten Güterwagen auf und erlitt selbst schwere Beschädigungen, besonders am Speisewagen. Ein Kellner wurde am Kops verletzt und trug einen Arm brvch davon. Von den Reisenden wurde niemand verletzt.

. Studentenprügelei in Wien. Ans Anlaß beS Jahrestages der vorjährigen Innsbrucker Vorgänge kam e§ am 4. d. M. an der Wiener Universität zu großen Tumulten. Die deutschnationalen Studenten brachten Heilrufe auf die deutsche Idee aus und forderten die nichtdeutschen Stu- deuten auf, während der Absingung derWacht am Rhein* die Hüte zu ziehen. Als die Italiener und Slaven nicht Folge leisten wollten, wurden sie aus der Universität hinauSgedrängt und eS entstand eine blutige Prügelei, welche das Einschreiten der Wache zur Folge hatte. Mehrere Personen erlitten Verletzungen. Die Nettungsgesellschast mußte Hilfe leisten. Heruntergenffene Mützen und Hüte, zerbrochene Stöcke und zersplitterte Fensterscheiben bedeckten den Boden.

* Kleine Tageschronik. In Heidelberg ist au> dem Hauptbahnhofe beim Ausladen von Postwertstücken eine Kaselic mit 1800 Mk. Inhalt gestohlen worden. Bei den fofort vorgenommenen Haussuchungen land sich die erbrochene Kaieile im K'chlenkeller eines Postboten vor. Auch das Geld wurde bis nur 10 Alk. gesunden. Der Beamte wurde verhaltet. Die Frau dec- Möbelpolierers Nehring m Rummelsburg bei Berlin Hal s i ch unb ihre Kinder erhängt, lieber das Motiv zur Tal ver­lautet, daß die Frau das Cp'er ihr eignen ehelichen Untreue ge­worden sei. In Karlsruhe wurde ein junges Mädchen unter dem Verdacht des Mordes in Untersuchungshast gr- nommen.

Hlmvcrfltäls-Pachrichtkn.

Für ein Allgemeines studentisches Ehren­gericht an jeder Hochschule macht die Freie Studentenschaft Propaganda. Dasselbe soll sich auf einen Allgemeinen Studentenausschuß aufbauen, der ohne Ausschluß irgend welcher Gruppen die gesamte Studentenschaft vertritt. G-i soll nicht mehr, wie das Ehrengericht einer Korporation^ darüber entscheiden, ob die Gegner sich auf Pistolen oder auf Säbel ober sonstwie zu schlagen haben, sondern über Recht und Un­recht entscheiden und den Schuldigen zu einer mit seinen lieber- zeugungen zu vereinbarenden Genugtuung verurteilen, die auch in einer bloßen AbbiUe vor dem Ehrengericht bestehen kann. Es wird dabei betont, daß zu einer solchen oft mehr moralischer Mut ge­höre, als dazu, sich mit der Waste in der Hand dem Gegner zu stellen. Aufs Nachdrücklichste wendet sich die Freie Studentenschaft gegen das gesellschaftliche Konventionell derunbedingten Satisfaktion mit der 23affe". Vor dem Allgemeinen Ehrengericht will f'-0 iedein, mag er sich nun zum Duell bekennen, ober es verwerfen, |crn Recht werben lassen.

Kopenhagen, 4. Nov. Der ehemalige Professor der Nationalökonomie, N. E. Frederiksen, ist gestorben.

Jena, 5.9100. Eine Versammlung deutscher Studenten nahm zur Ausländerfrage Stellung. Nach heftigen Angriffen namentlich gegen bie r u s s i s ch - j ü d i s ch e n S t n d e n t e n winde er- klärt, daß rechtlich die deutschen Studenten den Vorrang vor den Ausländern haben müssen.

Marburg, 3. Nov. Nächsten Samslag wird sich in der philosophischen Fakultät bet Universität Dr. phil. PH. Lorenz als P r rv a t b 0 z e n t habilitieren mit einer Antrittsvorlesung (mit Lichtbildern) überdie Entstehung der Alpen im Lichte der modernen Theorien alviner Gebirgsbildung".

Vorher itrb ^rrßcl r,FohUwirtfrfhith

Diskonterhöhung der Deutsch en R e i ch s baut. Zum sechstenmal in diesem Jahr hat der offizielle Zinssatz eine Veränderung erfahren. Bis zum 10. Januar stand er auf ol Von da ab sank er aus 4% am 11. Februar auf 3720/0 und om 25. Februar auf 3°/0 herab. Am 11. September wurde der Tiv- kontfatz von 37» aus 4% erhöht. Am 3. Oktober folgte bann eine Diskonterhöhung auf 5%, bie seitens des Reichsbankpräsidenlen hauptsächlich mit der Tatsache begründet wurde, daß die Anlagen der Reichsbank eine Höhe erreicht hätten, wie noch nie seit Bestehen des Institutes. Am 4. November kam dann die Erhöhung ani 5'/2°/0 mit dem Bemerken, daß es leicht zu 6", kommen kann, wenn eine weitere Verstelsimg des Geldes eintreten sollte.

Dresdener Bank. Gestern meldete der Telegraph, bau zwischen dieser Bank und dem Bankhaus I. P. Morgan u. Eo. in Newy 0 rk eine intime Verbindung hergestellt sei. Die Börse nahm die Nachricht ziemlich kühl auf, beim die Aktien der Dresdener Bank stiegen mir 0,30 Proz. Man mag dabei der An­sicht sei, daß eine Verbindung mit Morgan nach den Erfahrungen stets für diese Firma besonders erfolgreich ist, während der par­tizipierende Teil weniger Nutzen daraus zieht. Aber Amerika soll nun nach dem Ratschluß der Großbanken gehegt, die amerikanischen Papiere in reicher Auswahl nach Deutschland verpflanzt unb bav beutsche Kapitalistenpublikum noch mehr interessiert werden. To nun bie Deutsche Bank mit bem Hanse Speyer u. Co. in Newyorl liiert ist, bie Diskonto - Gesellschaft mit Fulm-Loeb u. Eo., die Darmstädter Bank und die Berliner Handelsgesellschaft nw Hallgarten u. Co., so mußte doch die Dresdener Bank auä ihre Verbindung haben. Sie wird bei Emissionsgeschäften dc-. Hauses I. P. Morgan für Deutschland und die Schweiz Mitwirken. Weiter will die Dresdener Bank im Verein mit dem A. Schaasi- hausen'schen Bankverein eine Auslandsbank mit dem Sitze in Berlin und eine Niederlassung in Buenos Aires gründen.

Spielpla« der vereinigten Frankfurter ßtadttheater.

Opernhaus.

Dienstag den 7. November'):Die Hugenotten." Mittwoch den 8. November:Frühlingsluft." Donnerstag den 9. Novembers Ter Bajazzo." Hierauf: .Cavalleria rneticana. Freitag den 10. November geschlossen. Samstag den 11. November:Mar­garethe." Sonntag den 12. November, nachmittags halb 4 Uhr: ,Tas Schwalbennest." Abends 7 Uhr:Iphigenie auf Tauris.'

Schauspielhaus.

Dienstag den 7. November'):Stein unter Steinen.' Mitt­woch 8. November:Was ihr wollt." Donnerstag den 9, Nov. abends halb 8Uhr:Tie Journalisten.' Freitag den 10. November: Zu Schillers Geburtstag:Maria Stuart." Samstag b* 11. November:Zapfenstreich." Sonntag den 12. November nachmittags halb 4 Uhr:Telepbon-Geheimniffe." Abends 7 Uhr Wilhelm Tell/ Montag den 13. November:Was ihr wollt. Dienstag den 14. November: Zum ersten Male:Dal schwache Geschlecht/

) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.

Bei der Entwöhnung der Säuglinge von der Mutte», bru st empfiehlt sich, zur Ueberleitunq zur Kuhmilch und zur gemifchtcl Kost, der Zusatz von Kufekes Kindermebl zur Milch, welche dadurch im Blagen des Kindes feinflockig, der Muttermilch ähnlich, gerinn: und so leichter verdaulich wird. Man gibt diese Mischung als G-' tränk ober man kocht auch eine Suppe ans Kufekes Kindermebl mit Milch oder Fleischbrühe, besonders au§ Kalbsknochen. Kufekes Kmdermehl, welches sehr wohlschmeckend ist, kann man für größere Säuglinge auch mit etwas Kakao mischen: es ist sehr ausgiebl^, daher billig und kann demnach in jeder Familie ohne große Stollen gebraucht werden. hv*/u