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6.2.1905 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt.

155. Jahrgang

Montag G. Februar 1905

Nr. 31

rf*ri*t tSglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien. Glatter viermal in der Woche beigelegt.

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Gietzener Anzeiger

" eeneral.anjtlger -w 3SSJE Amts- und AnzeigeblaN für den «reis Metzen MW «r-r ।lullj-irrfnxruLi in..ui 11ui nun iiLimini.il zeigenteil: Hans Beck.

Ale yeuttge Kummer umfaßt 10 Seiten. "" ... I I II I 1.1

Aie Ereignisse in Rußland.

Gorki.

Nach einer Erkundigung, die die Petersburger Telegr.- Agentur an zuständiger Stelle eingezogen hat, ist die Nach­richt von der Freilassung Maxim Gorkis verfrüht.

Die Petersburger Telegr.-Agentur gilt für offiziös, ebenso wie in Deutschland das Wolff'sche Bureau, das jetzt diese Meldung verbreitet, wie es z. Zt. die Nachricht von der Ent­haftung des Dichters gebracht hatte. Es besteht also heute leider kaum ein Zweifel: unsere Meldung vom Samstag, die uns von dem Depeschenbureau Herold zugegangen war, ist unrichtig oder doch, um den von der Petersburger Nach­richtenstelle beliebten Ausdruck zu gebrauchen, verfrüht. Wie aber war es möglich, daß verfrühte Nachrichten verbreitet werden konnten? Warum hat die Petersburger Agentur die'Er­kundigung nicht früher eingezogen? Suchten irgend welche Rück- wärtser der machtvoll angewachsenen Protestbewegung in der ge­samten Kulturwelt durch erlogene Nachrichten ein Ende zu be­reiten? Nach privaten Meldungen, die uns bereits am Samstag mittag zugingen kurz nach Fertigstellung unserer letzten Nummer, die wir aber keineswegs als durchaus zuverlässig ansehen, soll sich Gorki noch in der Peter-Paul-Festung befinden. Es wurde ihm. so heißt es, unlängst gestattet, den Besuch seiner Frau zu empfangen, der er erzählte, daß die Behandlung in der Festung nichts zu wünschen übrig lasse. Man erwarte, daß Gorki nach seiner demnächst zu erwartenden Frei­lassung vorübergehend in das innere Rußland ver­bannt werde. Vielleicht aber auch nicht einmal das. Die Nachricht, daß Gorki schwere Strafe drohe, sei grundlos.

Die Anklage gegen Maxim Gorki wie gegen die üb­rigen Mitglieder der bekannten Deputation gliedert sich in zwei Punkte: 1. Ende Dezember soll sich ein Komitee ge­bildet haben, darunter auch Gorki, welches Straß en - unruhen förderte, die zur Stärkung dsr Oppositions­bewegung beitrugen und allmählich jene Resultate zeitigte, wie sie am 22. Januar zu Tage traten; 2. habe Gorki an der Abfasiung einer Proklamation nach dem 22. Januar teilgenommen, worin die Ereignisie in sehr scharfen Worten charakterisiert und das ganze Rußland zum Kampfe gegen die Regierung des Kaisers Nikolaus II. aufgerufen wurde. Bei verschiedenen Haussuchungen soll ein derartiges Konzept gefunden worden sein, dessen Autor unbekannt ist. Nach § 129 des neuen russischen Gesetzbuches würde Gorki, falls seine Schuld be­züglich des zweiten Punktes der Anklage erwiesen wird, zu Zwangsarbeit oder Festung verurteilt werden.

; Gorki soll einen Freund um warme Stiefel gebeten Haben.

Gapon.

Petersburg, 4. Febr. Aus glaubwürdiger Quelle verlautet, daß der Priester Gapon, der nur eine leichte Ver­wundung erhielt, verhaftet worden ist. Es wurde ihm, dem aus der Kirche ausgestoßenen Geistlichen, sofort das lang herabwallende Haar abgeschnitten, das der russische Geistliche als Zeichen seiner Würde trägt. Noch am Abend des Revolutions-Sonntags wurde er unter starker militärischer Eskorte nach Wyborg gebracht, wo er in der dortigen Festung seiner Aburteilung entgegensieht. (Börsen-Courier.)

Arbeiterversicheruug.

Petersburg, 5. Febr. Behufs Ausführung des vierten Punktes des kaiserlichen Erlasses über unverzügliche Einführung der staatlichen Arbeiterversicherung für Fabriken, Werke und sonstige industrielle Betriebe hielt das Ministcrkomitee eine Sitzung ab, tn welcher die Vorschläge drs Finanzministers, betreffend die Ausführung der kaiserlichen Anordnungen er­örtert und nachstehend angeführte Beschlüsse gefaßt wurden: 1. Die Ausarbeitung der Frage der Staatsversiche­rung für arbeitsunfähige Arbeiter und Angestellte von Fabriken, Werken und anderen industriellen Betrieben wird dem Finanzministerium überwiesen. 2. In diesem Ministerium wird eine Kommission zur Ausarbeitung der Gesetzesvorlage betreffend die staatliche Versicherung errichtet. Die Kommission soll unter dem Vorsitz des Finanzministers tagen, welcher die Abteilung für Handel und Industrie ver­waltet. Sie hat zu bestehen aus je einem Beamten der Ministerien des Innern, der Finanzen, der Justiz, des Hofs, des Ackerbaus, der Domänen, des Kriegs, der Marine und des Verkehrswesens, ferner aus je einem Vertreter der Haupt­verwaltung, der Handelsschiffahrt, der Reichskontrolle und orthodoxen Kultusamtes. 3. Zur Teilnahme an dieser Kom­mission werden berufen: Die Vertreter von mehreren Anstalten, ferner ein Vertreter für Bergwerksangelegenheiten, Vertreter aus vielen Handels-, Manufaktur- und Börsenkomitees, Konserenzräte, Vertreter des Bergbau8, der Metallfabrikanten, der Zuckerfa brikanten, der Müller, Vertreter der kaiserlich technischen Gesellschaft, der Gesellschaften zur gegenseitigen Versicherung von Arbeitern gegen Unglücksfälle und andere. 4. Die Vorsitzenden der Komm-ssion sprechen Recht. 5. Gemäß dem zweiten Punkte stellen die betreffenden Minister ihren Bevollmächtiglcn frei, sich endgültig vor der Kommission zu ägßern. 6. Dem Jinanzminister wird es überlassen, den von der Kommission

ausgearbeiteten Gesetzentwurf noch weiter auszugestalten. 7. Der Finanzminister erhält den Auftrag, dem Minister­komitee periodisch Berichte über die Arbeiterverhültnisse vor­zulegen. Der Entwurf des Ministerkomitees wurde vom Kaiser bestätigt.

Petersburg, 5. Febr. Durch einen kaiserlichen Erlaß wurde das Mitglied des Reichsrates, Saburow, zum Vor­sitzenden der auf Antrag des Ministerkomitees errichteten be­sonderen Konferenz für die Reform des Senats für Aus­arbeitung von Gesetzen und für örtliche Administrativ­gerichte ernannt. Der Kaiser spricht die Erwartung aus, daß die Konferenz die ihr gestellte Aufgabe möglichst schnell ausführt.

Moskaus Adel an den Zaren.

Die in der Moskauer Adelsversammlung ant 4. d. M. angenommene Adresse an den Kaiser lautet fol­gendermaßen:

Zar! In den gegenwärtigen, schweren Tagen Rußlands sind die Gedanken des. Moskauer Adels auf Dich gerichtet! Er fühlt, was Tein russisches Herz beklemmt, von welcher Sorge Deine Gedanken erfüllt sind. Schwere Prüfung hat Tir, Zar, und.Rußland Gott gesandt. Ein äußerst schwerer und hartnäckiger Krieg., wie noch nie einer vorgekommen ist, zog al?!' Kräfte Rußlands an sich. Noch ist das ersehnte Ende des Krieges nickt abzusehen. Unterdessen zerrüttet ein innerer Aufruhr die Gesellsckaft und regt das Volk auf. Werden wir etwa, vom Kriegsgewitter verwirrt, kleinmütig an eine s o - fortigeEinstellungdes Krieges, die nur unter schweren Verlusten und um den Preis der politischen Erniedrigung Rußlands möglick ist, denken? Nein, mit Dir zusammen, Zar, hegen wir die Zuversicht, daß unsere tapfere Armee unter ber Leitung ihres erfahrenen Führers den gewünschten Sieg erringen und Rußland einen ehrenvollen und dauer­haften Frieden geben wird. Ist wohl jetzt in dieser schweren Zeit, der richtige Moment da, um an irgendwelche R e or gani- sation des Regierungssystems von Rußland zu denken? Laß die Kriegswolke vorübergehen und die Unruhen sich legen, dann wird Rußland, von Deiner führenden Hand geleitet, Wege finden zur zuverlässigen Gestaltung des inneren Lebens auf der Grundlage der Einigung des auto­kratischen Kaisers mit dem Lande, die uns unsere Ge­schichte vorschreibt. Negiere tnt Bewußtsein Deiner Kraft, autokratischer Kaiser: In der Größe Deiner Macht liegt die Stärke und die Hoffnung des russischen Volkes, im Zutrauen zu ihr seine Einigkeit und in Deiner unermüdlichen Fürsorge das Wohl Rußlands. Glaube Tu an die Ergebenheit des alten dienenden Standes des russischen Vaterlandes si'ir Dich!"

Tie abgelehnte Minderheitsadresse weist darauf hin, die gekrönten Vorfahren des Monarchen seien bei noch größerer äußerer Gefahr und noch größeren inneren Wirren auf den Thron gelangt. Sie hätten durch weise Einigung mit dem Volke Rußland gerettet und groß gemacht. An Opferfreudigkeit werde es auch in der gegen­wärtigen schweren Zeit nicht fehlen. Wir dürften, heißt es dann weiter, nur nach Deinem Wort, welches uns fühlen lasse, daß das Band zwischen dem Zaren und dem Volke nicht gerissen ist, und daß '2)11, sobald Du es für nötig findest, Vertreter des Volkes zur Teilnahme an der Staatsarbeit berufen wirst, mn nach dem weisen Beispiel Deiner ruhmreichen Vorfahren geeint mit dem Volke den Weg zur Weiterentwickelung und zum Ge­deihen der Heimat zu bereiten. Die Adresse schließt mit der Versicherung, daß nur ungeheuchelte Ergebenheit für den Thron und das Vaterland aus ihren Worten spreche.

Die Lage in Polen.

Warschau, 5. Febr. In einem längeren Artikel der Warschawska Dnewnik" wird ausgeführt: Die Tatsachen bewiesen, daß der Aus st andimportiert" sei. Tie Arbeiter seien nur die betrogenen Opfer vom Agitatoren, denen es auf den Ausbruch von Unruhen antaut. Das Leben in Warschau kehre wieder zu seinem normalen Gang zurück. Der Ausstand erstreckt sich gegen­wärtig auf die- polnischen Gouvernements Warschau, Petri- kau, Kalisch, Radom, Lublin und Suwalki; in dem letzteren Gouvernement geht er seinem Ende entgegen. Kalisch, Radom und Sidlee wurden in den Zustand des verstärkten Schutzes erklärt. Ter ZeitungSapandji Golos" zufolge wurden bei den Unruhen am 27. Januar sechs Schutzleute und ein Gendarm verwundet. Die Zahl der ge­töteten und verwundeten Zivilpersonen genau anzugeben, ist unmöglich, da die Menge sie mit'sich nahm. 700 Personen wurden verhaftet. Die Kirchen sind heute gut besucht und die Straßen belebt. JU mehreren Fabriken ist der Ausstand beendigt.

Lodz, 4. Febr. Gestern wurden hier neun und heute sechs bei den jüngsten Unruhen nm gekommene Per­sonen beerdigt. Auf dem Kirchhof kam es aber­mals zu einem Zusammenstoß der Menge mit dem Militär, wobei zwei Personen getötet und fünfzehn ver­wundet wurden. Ein Iudenknabe, der eine Bekanntmach­ung auf der Straße abriß, sowie ein Arbeiter wurden von einem Schuhmann erschlagen. Die Straßenbahn und Güterabfertigung der Eisenbahn arbeiten nicht. Sämtliche Fabrikanten beschlossen, den Zehnstundentag oder statt dessen mit Zustimmung der Regierung einen Arbeitstag mit ein­einhalbstündiger Mittagspause einzuführen. Am Bahnhöfe wird das Gepäck der ankommenden und abfahrenden Reisen­den einer Durchsicht unterworfen.

Sosnowiee, 5. Febr. In Dombrowo veranstalteten heute über 15 000 Ausständige eine Kundebung. Sie zogen unter Voraustragung von Fahnen nach Sosnowiee und ver­suchten hier nach dem Warschauer Bahnhof zu marschieren, wurden aber von Kosaken daran gehindert und zogen sich nach Dombrowo zurück. Die Kosaken machten von den Waffen keinen Gebrauch.

Krakau, 4. Febr. DemNaprozod" zufolge wurden in den letzten Tagen in Marsch au mehrere Bomben geworfen, welche beträchtlichen Schaden anrichteten.

Eine Protestversammlung in München.

_ Tie auf Freitag abend in M ü n che n einberufene Pr o * testversammlung gegen die russischen Gewalt-- Vorgänge gestaltete sich zu einer außerordentlichen, in) der Münchener Versammlungsgeschichte vielleicht einzig da­stehenden Kundgebung. Lange vor Beginn der Versammlung; konnte niemand mehr in den Münchener Kindl-Saal, den! größten Saal Münchens, gelangen. Ter Andrang des auf den Treppen und auf der Straße sich ansammelndew Publikums, das noch in den Saal wollte, wurde gercchezu beängstigend. Als den auf den Treppen und auf der Straße Stehenden mitgeteilt wurde, daß im Bürger- bräu eine Parallelversammlung stattfinde und Dr. Qurdde und der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete Adolf Müller dort sprechen werden, strömte die Masse, die nicht mehr in den Kindl-Keller hatte gelangen können, in den! Bürgerbrau-Keller und fiillte den Saal so rasch, daß Qmidde und Müller nur mit Mühe auf das Podium gelangen! konnten. In den beiden Versammlungen las Profi Tr. Quid de ein zündendes Gedicht Scholls vor. Ferner wurden Briefe der unter dem Aufruf stehenden! Professoren Lipps und Brentano verlesen, die ihp Nichtkommen entschuldigten und ihre Sym­pathie mit der Sache aussprechen. Der eine ist un­wohl, der andere war durch früher eingegangene Verpflicht­ungen ant Erscheinen verhindert. Professor Haushofer entschuldigte sein Nichterscheinen durch Unwohlsein. .In beiden Versammlungen wurde folgende Resolution gefaßt:

Am 22. Januar ist in den Straßen von Petersburg auf Geheiß der Regierung unter einer aus wehrlosen Männern, Frauen und Kindern bestehenden Volksmenge, die voller Vertrauen ihrem Herrscher eine Petition überbringen wollte, ein Blutbad.an­gerichtet worden, dem nach Feststellung der Vertreter sämtlicher Petersburger Zeitungen über 1500 Menschenleben zum Opfer fielen. Gegen eine solche, in der Geschichte der Regierungswillkür­akte aller Länder beispiellos dastehenden Gewalttat^erhebt die die heute tagende von Tausenden von Personen aller Stände und Parteien besuchte Versammlung im Namen der Solidarität aller zivilisierten Völker laute flammende Proteste. Wir for^ dern die Vertreter des deutschen Volkes im Reichstage auf, ihrerseits ihre Stimmen zu erheben und von der deutschen Re­gierung zu verlangen, daß den russischen Freiheitskämpfern auf deutschem Boden volles ungeschmälertes Asylrecht ge^ währt wird. Ten für die heiligsten Menschenrechte, für die elementarste Vorbedingung einer zivilisierten Existenz kämpfenden ruffiscken Arbeitern, Schriftstellern, Gelehrten, der studierendes Jugend, dem gesamten zum neuen Leben erwachenden russischen Volke bringen wir aus tiesstem Herzen unsere unbegrenzte Sym­pathie und Bewunderung entgegen. Wir fordern die Bevölkerung in den übrigen deutschen Großstädten auf, ähnliche Kundgebungen zu veranstalten und beauftragen den Vorstand der heutigen Ver­sammlung, Abschriften dieser Resolution den Fraktions-Vorstäil- den sämtlicher Parteien im deutschen Reichstage, wie auch dem Reichskanzler zu übermitteln."

Ferner wurdet! folgende Zusatzaniräge Adolf Müllers angenonnnen:Wir fordern von der bayrischen Re­gierung die sofortige Kündigung des mit Rußland! abgeschlossenen Au s li e ferun q s v ertr a ge s."

Kaiser Wilhelm und die Kunst.

Der Kaiser unterhielt sich in einer ungewöhnlich langen A u d i e n tz, die einer itrit Neberbringung des! Geschenkes für den KreuzerMünchen" (ein sil­berner Tafelaufsatz) betrauten Abordnung des Mün­chener Gemeindekollegs am Sonntag gewährt: wurde, mit dem ersten Bürgermeister Dr. v. Äorscht und dem Kommerzienrat Seyboth ans München des längeren^ über Kunst und Kunstgewerbe.

Er w a r n t e das Münchener Kunstgewerbe, allzusehr in die Bahnen der Moderne einzulenken, da ihm daraus auch wirtschaftlich nicht der erhoffte Erfolg zuftießen werde, imb be<* zeichnete die Anschauung, daß sick für kunstgewerbliche Gegenstände der neueren Richtung in Amerika gute und dauernde Käufer finden würden, als durchaus unzutreffend.

Man werde es später nicht begreifen, daß nach deur großen Aufschwung eine solche Kmsstricktung entstehen tonnte, von der man wohl annehmen könne, daß sie den besten Willen habe, etwas Neues zustande zu bringen, die aber n i ch t d i e r i ch t i g e n W e g e wandele und nicht die richtigen Fähigkeiten habe.

Auf den Tank der Münckener Vertreter wegen Belastung der S ch a ck - G a le r i e in München erwiderte der Kaiser, daß man in Berlin darüber damals sehr ungehalten gewesen sei. Er habe sich aber gedacht: suum cuique! München solle auch fein Teil haben. Der Kaiser eröffnete dann den Herren, daß die preußische Gesandtschaft in Münck^i einen großen Neubau mit imposanten Repräsentation>Sräumen bekommen werde, in räum­lichen Anschluß hieran solle ein Neubau der Schack-Galerie er-

Als die Herren der Hoffnung Ausdruck gaben, daß Prinz Eitel Friedrich wieder genesen werde, erwiderte der Kaiser, daß der Prinz sich wohl rasch wieder erholen werde, denn dieser habe sich ja auch seine Kraft in den bayerischen Bergen geh^t.

Trotz dieser Kaiserworte wird natürlich die deutsche Kunst weiter unbeeinflußt ihre eigenen Bahnen weiter­schreiten, und die Ges chi ch te wird ihr Urteil fällen, ob sie in unseren Tagenrichtige Wege wandelte" oder nicht.,

Are MerqarbeiterKewegung.

Im Nnhrrevier

nimmt die Zahl der Streikenden täglich ab. Nament- lieh Mitglieder des Christlichen Gewerkvereins nehmen die Arbeit wieder ans. Wie demVorwärts^ von autorisierter Seite gemeldet wird, sind alle Nachrichten über Uneinigkeiten im Streiklager unrichtig. Es herrscht völlige Ei nm üti gkeit sowohl in der Siebenerkonunission wie in den Versamm­lungen. In allen Versammlungen wird der Wunsch aus­gedrückt, auch nach dem Streik solle die brüderliche Einigkeit hochgehalten werden. Etwa 180 000 Bergleute sind organisiert, eher »nehr denn weniger.

In Aplerbeck überritten nach dem ^VorwärtS^