Hebung eines festen Vereinsbeitrages abzusehen und entstehende Unkosten jedesmal durch Umlage zu decken. Der gleiche Redner referierte auch Wer die VerkehrSpolitikder preußisch- hessischen Eisenbahngemeinschaft. Sie habe dos Bestreben, den mitteldeutschen Verkehr von den hessischen Städten abzuztehen und nach Frankfurt zu leiten. In der Debatte wurden eine Reihe Klagen über vorhandene Mißstände vorgebracht, wobei andererseits auch nicht verkannt >ourd?, daß die Eisenbahtt- gemeinschaft und der Wechsel in der Leitung der Mainzer Direktion Hessen manchen Vorteil gebracht habe. Bezüglich der Däderbahn Wiesbaden-Honrbnrg-Bad-Nauheim gab Stadtv. Lckmiahl dem Bedauern darüber Ausdruck, daß die Sache noch nicht weiter gediehen sei. Anscheinend würden von Frankfurt ans Schwierigkeiten gemacht. Auch über den direkten Wagenverkehr in Hessen wurden Klagen vorgebracht. Konnnerzierrrat Trum Pier aus Worms emvfahl eine diesbezügliche Eingabe in Gemeinschaft mit den hessischen Handelskammern an die Eisenbahndirektion. Direktor Will aus Mainz sprach über die Sormtagsbillette in Hessen. In der Debatte wurde betont, das; eine Besserung nicb-t eher zu erwarten sei, bis man die Bersouentarifreform durchgeführt habe. Des weiteren wurden die schlechten Zugverbindungen nach d?r Bergstraße, nach Worms und in dem Odenwald besprochen. Das diesbezügliche Material wurde dem Vorstand zur Erledigung überwiesen. Auch über die schlechten Anschlüsse an die Dampfschiffe der Köln-Düsseldorfer Gesellschaft in Mainz wurde lebhaft Klage geführt. S ch m a hl-Mainz gab einen Ueberblick über die Tätigkeit des rheinischen Verkehrsvereins und Stemmer aus Darmstadt bemerkte bedauernd, daß es schwer sei, die geplante Verkehrs statistik auf die richtige Vollkommenheit zu br-'ngen, da viele Hotelbesitzer wegen der Steuer die Freguenz ihrer Häuser nicht richtig angäben. Des weiteren wurde noch die Anbringung der Zimmerpreise in beit Hotels besprochen und der Vorschlag gemacht, für die Mitglieder des Vereins Abzeichen zu beschaffen und an ihren Türen Emailschilder anzubringen. Bei der Hessischen Künst- Ausstellung in Darmstadt 1907 sollen die Verkehrsvereine die Plakatverteilung übernehmen. Schließlich rvurde noch als nächster Vorort Mainz gewählt.
Gegen die Brarrsterrcrerhöhung.
(Original-Artikel des Gießener Anzeigers.)
(th.) Gießen, 4. Nov.
ZN der am Samstag hier abgehalrenen Versammlung waren oott 30 Brauereien des Lahn- und Dillgebietes und der Provinz Oberhessen Vertreter erschienen, um zu der geplanten Brausteuer- erhöhung Stellung zu nehmen. Aspr ion-Gießen, tortdyer Namens der Brauereien von Gießen und Umgegend die Versammlung berufen hatte, wies darauf hin, daß bei der in Aussicht stehenden Steuerreform eine so außerordentliche Höherbelastung des Bvauereigewerbes cintreten würde, daß die Eristenz der kleinen und mittleren Brauereien dadurch nicht nur bedroht, sondern fraglos unmöglich werden würde. Will dock) die neue Steuervorlage eine Erhöhung des Steuersatzes um das Dreifache des bisherigen Betrages erreichen. Die in der Versammlung vertretenen Brauereien, von denen keine einzige zu bett kapitalkräftigen Gvoßbrauereien zu zählen sei, sollten sich einmal eine Berechnung machen und sie würden sinden, daß bei den projektierten neuen Steuersätzen, der jetzt schon kleine Nutzen absorbiert werde. Es würde also von einem Gewinn leine Rede wehr sein können, denn es würde nicht möglich fein, die neue Last auf andere Schultern abzuwälzen. Die Folge davon würde der Ruin vieler Brauereien fein, immer schneller und unaufhaltsam müsse dann die Entwicklung dahin führen, das; die großen Aktienbrauereien die kleineren Konkurrenten, diel heute schon plioer um ihre Existenz zu ringen haben, vernichte^ werden. Eine Staffelung sei ja vorgesehen, aber der geringste Steuersatz bedeute schon fast eine Verdoppelung des jetzigen Satzes. Gnne kleine Brauerei, welche 2000 Zentner Malz verarbeite und heute jährlich 4000 Mark Steuern zahlt, würde nach dem Staffeltarif 8750 Mark Steuern aufbringen müssen. Bei einer mittleren Brauerei, welche 8000 Zentner Malz verbraucht, stellt sich die heutige Steuer auf 16 000 Mark, in Zukunft aber wird dies- Steuer 42 750 Mk. ausmachen, also ein Mehr von 26 750 Mk. Dieser Ungerechtigkeit gegenüber ist die Frage am Platze, ob man ruhig zusehen solle, wie das Brauereigewerbe durch die geplante Neubelastung vernichtet würde. Niemand in der Ver sammlung werde dieser Meinung fern, fein Mittel dürfe unversucht gelassen werden, um den drohenden Schlag abzuwehren. Es stehe zu erwarten, daß durch ein energisches einmütiges Vorgehen aller Interessenten daS Schlimmste abgewendet iverden fön ne. Al - menröder»- Wetzlar bringt zum Ausdruck, daß wohl alle hier vertretenen Brauereien die Ansicht haben dürsten, daß, ioenn die Vorlage Gesetz werde, der Ruin der mittleren und kleineren Unternehmungen besiegelt sei. Es sei doch für jeden Menschen sicher, daß bei einer Steuerhöhung auf Bier, dessen Konsum verringert werde, wodurch die Bevölkerung mehr auf den Genuß deS Schnapses angewiesen wird. Es sei unbegreiflich, daß man das Bier, das doch ein Genußmitlel des Volkes bilde, mit hohen Steuern belegen will, während man die Flasche Champagner nur mit 50 Pf. belastet habe. Dafür könne man ruhig 5 Mark
nehmen, denn die Champagner-Konsumenten könnten diesen Be
trag leicht tragen. Es sei nötig, mit Massenpetitionen an den
Reichstag heranzutreten und sich mit dm Volksvertretern persönlich ins Benehmen zu setzen. Eine so hohe und uitgerechtc Auflage, tvie bte Regierung sie wolle, die große Erwerbskreise treffe und
schädige, z.. B. die Gastwirte, könne sehr leicht dazu führen, daß die Reichstagsabgeordneten, welche dafür cintreten, bei der nächsten Wahl nicht wiedergewählt werden. Es' sei nötig, sich an die Bevölkerung zu wenden, denn diese würde es sich nicht gefallen
lassen, daß man den Trunll in dieser Weise verteuere. Schramm- Herborn bemerkt, daß er sich ' bereits mit dem Abgeordneten seines heimatlichen Wahlkreises in der Angelegenheit ins Benehmen gesetzt habe. Es sei unbedingt notwendig, daß man die Volksvertreter, über die Tragweite der Brausteuererhöhung auf- klare. Asprion -- Gießen teilt mit, daß in der nächsten Woche in Köln die rheinischen Brauer in dw gleichen Weise sich beraten und daß aus dem Bezirk Gießen vier Kollegen nach Köln gehen, um zu hören, was dort beraten und beschlossen wird. Im Anschluß an die Versammlungen der Brauer, die jedenfalls in allen Bezirken Deutschlands stattfinden, sei bereits nach Berlin eine große allgemeine deutsch^ Brauerversammlung einberufen, welche ebenfalls von den Brauereien von Gießen und Umgebung beschickt wird. Bei b.r großen Wichtigkeit der Steuervorläae sei zu empfehlen, daß recht viele Brauereien aus allen Gauen des Vaterlandes ihre Vertreter nach Berlin senden. Kurz- Weilburg totift darauf hin, daß das Braugewerbe durch die Zollerhöhungen und die neuen Handelsverträae bereite schwere neue Lasten zu übernehmen haben und W? infolge davon die Brausteuererhöhung im jetzigen Augenblick ein doppeltes Unrecht bedeute. Auf Anregung von Asprion Meßen erklärt Almen - röder-Wetzlar, daß mfan es wohl für selbstverständlich hält, bte Gastwirte-Verbände für die Sleuerfrage zu interessieren, um mit diesen gemeinsam den Kämpf zu führen, doch solle man erst ba5 Resultat der Berliner Versammlung abwartcn.
Die Versammlung behandelte dann noch das in der Vorlage enthaltene Verbot der Surrogate bei der Herstellung des BiereS. Sämtliche Redner waren der Ansicht, daß der Zeitpunkt für ein solches Verbot augenblicklich der denkbar ungünstigste sei, jedoch müsse das Verbot auch für die Norddcutsckie Brau- gemeinschaft erlassen werden. Bier dürfe eben nur aus Hopsen und Malz hcrgestellt werden, was ja bei uns der Fall sei. Es sei aber nicht abzulcugnen, daß es Gegenden gebe, wo noch geschmiert wirb. Zwar werde in Norddeutscbland vielfach noch daö billige Hausbier oebraut, ums ohne Surrogat nicht her- zustcllen sei, aber dieses Getränk solle unter anderem Namen verkauft werden. Die Versammlung beschloß, am Donnerstag,
7. Dez., eine we itere Versammlung in Gießen abzuhallen und nahm einstimmig folgenbc Resolution an:
„Die heute im Viktoria-Hotel zu Gießen versammelten Vertreter der Brauereien aus der Provinz Oberhessen und her angrenzenden preuhischcjn Gebietsteile erklären die seitens des Reiches geplante Brausteuererhöbuug als eine Belastung ihres Gewerbes, lueldie gleichbedeutend ist mit dem sicheren Ruin der Heineren un b mittleren Brauereien. Die in der
Vorlage enthaltenen Steuersätze würden, falls sie Gesetz werden, entweder eine wesentliche Verteuerung des Bieres oder eine Qualitätsminderung zur Folge haben. Die Versammlung protestiert dagegen, daß das Braugewerbe, welches schon schwer getroffen wird durch den neuen Zolltarif unb die Handelsverträge, jetzt nun schon wiederum durch eine Steuererhöhung stark beunruhigt wird. Die Versammlung erwartet von der Volksvertretung, datz diese die Vorlage der Reichsregierung ablehnt."
Ans Htudl und Land.
Gießen, 4. Dezember 1905.
——Doeben erschienen. ■- Adreßbuch für die Stai und den Kreis Sichen 1906
Preis 3 Mark.
BrüL,lscki<* Nnkve^fiiäts-Trucktrei Adrchbnch-Vc'rlag.
** Adreßbuch 1906. Tie Ausgabe 1906 des von der Brühlschcn Univ.-Druckerei h rausg^gchenenen Adreßbuches der Stadt und des Kreises Gießen liegt fertig vor und zwar in der gleichen Ausstattung wie in den vorigen Iayren. Tas Material ist auf das sorafält'gste zusommengetragen und noch erheblich bereichert. An die Stelle des bisherigen Fremdenführers ist Geschichtliches und Statistisches 6er Stadt Gießen getreten. Tie im Handels- und Genosscn- schaftsregister eingetragenen Firmen sind außer dem Fettdruck im Namensverzcichnis'e' noch durch ein vorgesetztes H. und G. kenntlich gemacht. Bei den Behörden (Sette 276) sind die zum Postbestellbezirke Gießen gehörenden Orte aufgeführt, sowie die zur Postb sördcrung benutzten Eisenbahnzüge, Landpostcn und her Versand der Postsachen vom Stadtpostamt zum Postamt 1. Das Verzeichnis sämtlicher in der 1. Zone von Gießen liegenden Postanstalten befindet sich a l p h a b e t i s ch g co r d n c t auf Seite 318 u. f. Hinter den Vereinen auf Seite 242 usw. befindet sich ein Verzeichnis von Stiftungen für Wohltätigkeitszwecke in Gießen, soweit diese jährlil» veröffentlicht werden, ferner die Stipendien für Studierende der Landesnniversität Gießen und die an der Universität bestehenden Stiftungen. Zu den Tarifen sind neu hinzugekommen der Rollfuhr- und Gepäck- trägertarif. Endlich ist am Schlüsse des 1. Teiles ein zirka 50 Orte umfassendes Märkteverzeichnis für das Jahr 1906.
'* I n Ali die uz empfangen lvnrden am SamStag von S. K. H. bem Großherzog n. a. Landgerichtsdirektor '■praetorium von Gießen, Gyiunasialbirektor Dr. Baur von Laubach und Feuerlvehrkonunandant Damm von Friedberg.
** Personalien. Entlassen wurde au5 dem Schuldienste die Lehrerin an der höheren und ermeiterten Mädchen- chlile zu Gießen Tora Amcnd auf ihr Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. Januar 1906. S. K. H. der Großherzog haben den Kontrotlbeamtcn der Lokalkaffestellen des Bezirks Mainz RegierungSrath Balth. Kloos zu Mainz zrun Kassier bei der StaatSschuldcnkassc ernannt und daneben mit der Verschling von Geschäften eines Hilfsarbeiters in der Abteilung für Steucrwesen des Ministeriums der Finanzen beauftragt. In den Nuhcstand versetzt ivlirde der Weichensteller in der Hessisch-Preußischen Eisenbahugemeinschaft Adam H ü b n er zu Darmstadt.
'* Erledigt ist die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende zweite Lehr er stelle an der Gemcindeschulc zu Götzen ha in, Kreis Offenbach.
” Dekorierte Feuerwehrleute. DaS Ehrenzeichen :ür Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen dlirch Entschließung S. K. H. deS Großherzogs den Mitgliedern der srciwilligen Felierwehr zu H e u ch c l h e i m, Heinrich Gilbert II., Wilhelm Kreiling II. und Philipp Hof -- mann V.
** Mozartfeier deS Konzert-Vereins. DaS im Inseratenteil erwähnte Frankfurter Vokalgl« artet t, welches int 91 e g u i e m die Soli übernommen hat, gehört augenblicklich zu den meistbeschäftigten Künstlergruppen Frankfurts. Sehr wohlbekannt ist uns in erster Linie davon Frl. Alice Aschaffenburg, die im vorigen Winter bei der Abführung deS „Paulus" durch ihre prachtvolle Altstimme und ihre noble Vortragsweise ganz besondere Aufmerlsamkeit auf "icf) lenkte. Auch auf Herrn Willy Schmidt (Tenor) möchten wir Hinweisen, der schon oft unser Gast war, sowie auf Herrn Vatershaus, welcher, im Besitz eines Basses von großem Umfange, ebenfalls im vorigen Jahre als Liedersänger im Konzertsaale großen Beifall fand. Frl. Anna Kappel (Sopran), als vierte int Bunde, geht ein guter Ruf voraus, tc kennen zu lernen, dürfte ebenfalls Jntercffc erwecken. (In dem Feuilleton in Nr. 284 über das bevorstehende Konzert blieb leider ein sinnentstellender Druckfehler stehen. In Spalte 3, Zeile 20, muß es statt ,©ebanfenbebürfnif)e5* heißen „Gnaden bedürfnisses*.)
" Mozartfeier der Schule für höheres Klavierspiel von Fräulein Minna Körner. Am 27. Januar sind 160 Jahre verflossen, seit W. A. Mozart das Licht der Welt erblickte. Mozart zählt zu den wenigen sogenannten Wunderkindern, die das, was sie in den Kinderjahren zu werden versprachen, auch wirklich hielten. Als Knabe von 6 Jahren mar der kleine Wolfgang schon Klavier- virtuos, mit 7 Jahren Komponist und mit 12 Jahren Salzburgischer Hofkapellmeister. Das, was Mozart der Tonkunst war und allzeitig sein wird, läßt sich nicht in wenigen Zeilen auSdrücken, das gehört der Geschichte an. Darum ist eS auch selbstverständlich, daß sich die ganze musikalische Welt rüstet, um den 150jährigen Geburtstag dcS Großmeisters würdig begehen zu können. Schon jetzt werden Vorfeiern vorbereitet und ausgeführt und eine solche Vor- ei er hat Fräulein Minna Körner mit ihrer Schule gestern dargeboten. Würdig und erhebend verlief denn auch das Konzert, welches durch Deklamation stimmungsvoll cingeleitet wurde. Klaviervorträge wechselten mit Jnstrumentalvortragen ab und boten durch die Gewissenhaftigkeit, mit der alles wieder wohl vorbereitet war, einen wirklichen musikalischen Genuß und recht beachtenswerte Leistungen.
•• Ein Pferd wurde am SamStag nachmittag Quf Seltersweg scheu und ging mitsamt dem Wagen durch Kutscher sprang bereits am Kreuzplatz ab, so daß das herrenlos die Straße hinaufraste. Vor dem Schmidpsch^ Eisenwarengeschäft gelang cs einem Arbeiter, das stellen, nachdem es noch unterwegs einen Huud übern ' hatte.
” Vortrag über S ü d w e st a i r i k a. Aus niebrft*. Anfragen hin sei milqcleilt, daß derMifsionsinspektor HaupIxi, der beute abend in der großen Aula den Vortrag über .stukimi-- aufaaben in SüdwestaKika" halt, in der Tat der Qurffmon±h Gießener bekannte frühere Pfarrer oon Kifsingen ist. Von bon qt ausgezeichneter Prediger nach Elber'eld berufen, wurde er ver Jahren nach dem Tode des trefflichen Insvektor-s Dr. Schreib zum Leiter der Rheinischeil Misstonsgesellschaft in Bannen gewci^ Ans deren Bureau laufen natürlich, wie an keiner anderen Stell unser auswärtiges Amt in Berlin ausgenommen, alle Aachricb,/ ans imlercr sndwestafrikanischen Kolonie zusammen, und von n» mand wird die Frage: Was soll nun werden? sorgender, aber aur sachkundiaer erwogen, als von den Leitern und Mitarbeitern bir/ großen Werke?.
i— Lollar, 3. Dez. Einige Burschen vvn hier Di Staufenberg gerieten am Mittwoch abend nach einer burtstagsferer bei dem Heimweg in Streitigkeiten' wobei der Htütenarbeiter Karl Becker aus Lollar dr». Stiche erhielt. Neben zwei unbedeutenden Verletzuno-r wurde ihm die Lunge verletzt. Als Täter wurde Hüttc-. arbeitcr Heinrich Bier aus Staufenberg ermittelt m verhaftet.
p Dornholzhausen (Kr. Wetzlar), 4. Dez. ;, Witive Marie Brücke l von hier wurde dieser Tage unroti des Dorfes tot aus dem Kleebach, der eben viel Wa>' - führt, gezogen. Wahrscheinlich ist die 60-jährige Grelsin durt einen unglücklichen Zufall in den Bach gefallen.
Tarmstadt, 3. Dez. Heute vormittag wurde bic 5. Ausstellung der Freien Bereinigung Tarn: städter Künstler in der ÄussteNungShalle des Kun-. Vereins eröffnet. Zur Eröffnung waren der Großheno, und die Großherzogin, Staatsminister Rothe, Provinz^, dircktor Geheimrat v. Grancy Oberbürgermeister Mom. weg und andere geladene <^tste erschienen. Die Aussteffun an der sich auch die Ehrenmitglieder der Bereinimn^ Professor Eugen Bracht und Professor Lodwig Vvn Äff?' beteiligt hatten, umfaßt Gemälde unb Werke modern- Plastik.
Tarmstadt, 2. Dez. Gestern sand im Kronichstem- Wildpark Hofjagd auf Sauen statt, wozu die Stands Herren Einladung erhalten hatten. Auf dem Einsiedel tnr Jagdfrühstück. Zum Tiner im Neuen Palais waren Gäste geladen und folgten später einer Einladung S. St. t des Großherzogs zur Vorstellung ins Hoftheater. (Tw Ztg.)
Worms, 2. Tez. Heute vormittag fand hi« -i> Einweihung des neuerbauten Gy m n a f tnE: statt, eines am Rhein gelegenen Prachtgebäudes von aff. ungsvoller Architektur. Die Gesamtkosten des seit 1901 r Angriff genommenen Neubaues belaufen sich auf 566l>> Mark; das Gelände hat die Stadt kostenlos zur Verfügvr/ gestellt. Tie auf dem sandigen Gelände schwierige Rtrnb; mentierung führte Regierungsbaumeister Klump durch, a- dem architektonischen Entwurf und der Bauvollendung tc Regierungsbaumcister Beer den größten Anteil. (F. Ztg
h. Fra nkfii rt a. M., 2. Dez. Als heute früh du Eifcndreher Kölsch, VogelSbergcrstraße 36, mit eine i brennenden Licht die Küche betrat, erfolgte eine Ga4. Explosi on. Der Brand war bald gelöscht unb richtete Ntc geringen Schaden an. DaS 1'/^ Jahre alte Söhnchens Kölsch, das im Kinderwagen in bet Küche lag, e rftidtt. Das Gas war burch eine befette Stelle eines Schlaucht/s.- Kochhcrb ausgeströrnt.
* Kleine Mitteilungen aus Hessen unb bt: Nachbarstaaten. Graf Schaumburg, der einzigefear dcS Prinzen Philipp von Hanau zu Oberurff auf Schloß Lein- b a ch in Oberheffcu ist infolge eines UnglücksfalleS im 27. 2ebm4- jähre verstorben. Er wurde von einem List erschlagen.
Dermifcfotes.
• Explosi o n in einer Bombenwerk statt rui* Iischcr Re volntionäre. In Genf wurde am gfP.riq.: Sonntag die Polizei informiert, daß in dem Viertel, da? größtenteils von russischen Studenten bewohnt ist, eine Exvlc- sion stattgesimden habe. Als ein Polizeikommiffar kam, roc bic Wohnung verschlossen. Nachbem man lange geklok' batte, würbe cublich geöffnet von einer Frau mit verbunbena Kopfe. Da sie die Türen der Zimmer nicht Öffner ,
wollte, wurden diese gesprengt. Auf den Tapetn i
fand man Blutspuren, hie unb ba Stucke von Fingen- i In einem Zimmer fanb man eine geheime Druckere ' in einem anberen Platten mit falschen russischen Stempel ! ur Pässe. Nach Aussage bes Portiers befanbcn sich in b*: Wohnung zehn bis zwölf Nliffen, bie, obwohl vcnvun^ entflohen finb. Bei näherer Untersuchung fanb man zat< reiche chemische Probukte unb zwei Bomben aus Eisen r Lunte.
Mniversttäts-Yachrichten.
(^ Marburg, 3. De;. Me Zahl der Studierend'' beträgt in diesem Semester 1454. Einbegriffen sind 84 vör** 1 * * * * * 7 bnruitter 18 Damen ES studieren 122 Theologie, 350 Zme 187 Medizin und 795 Philosophie. Der Heimat nach sind 4^ aus Hessew-Nassau, aus dem übrigen Preu^n 62^3, ans t*™ deutschen Bundesländern 230 (darunter aus dem Großherrogn^- Hessen 36), aus Oesterreicb-Ungorn 10, Frankreich. Niederlanp Norwegen, Rumänien unb Türkei je 1, Großbritannien 13- Rußland 4, Schweiz 11, Amerika 4, Asien 2. Im vorigen Winicr betrug die Gesamtzahl der Studierenden 1341 und im Sommer 1635.
Jena, 3. Dez. Der Senatsbeschluß, der Monu^ veröffentlicht wird, lautet für die russischen Studierenden in allen Punkten günstig. Der „Streik ist rrach cmcc Dauer Vvn vier Wochen beendet.
Kunst und Wissenschaft.
— GerhartHauptmannS neuestes Werk ist wieder, ifr’ * lieb der „Versunkenen Glocke*, ein Märchenstück und zwar em .Glaßhüttenmärchen" in vier Akten, bie in Prosa geschrieben stno mit dem Titel .Pippa tanz*. DaS Werk wirb Mitte Januar im^erliner^stefstnq-Theater seine Uraufführung erleben.
0» riivtsiaal.
fc Frankfurt a. M., 1. Dez. Die Frankfurter .vollst i m nt e" hatte vor einiger Zett den ,.Franks. Reust. Nach.' o|C eine Versicherung ihrer Abonnenten gegen tätliche Unfälle eingeführt haben. VersicherungSschwittdel vorgeivorseit, weil aue Plakaten oitgefünbigt werde, jeder Abonnent fei mit 500 M- ociTtcbert, während eS in Wahrheit noch eines besonderen Antrag- auf Einzeichnung in die Vetsicherungslistc bebau. Tirrai bas Plakat würden bic Leute irt«geführt. Tie Volkc-slimme hatte daran noch allerlei Öcntevfuiuien c^rnüvü bux*
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