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7.10.1905 Erstes Blatt
 
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en mimen etc. Preisen

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Naive. Schon ihr etwas dunkel gefärbtes Organ will nicht recht zu dem Geplausche eines vorwitzigen kleinen Dämchens

Und auch die zur Schau getragene Lebhaftigkeit batt^

Gießener MadtthelUer.

Die große Leidenschaft.

Lustspiel in 3 Akten von Raoul Auernheimer.

Die Kaiserstadt an der schönen blauen Donau lag jahre­lang litterarisch und künstlerisch in tiefem Dornröschenschlafe. Lor etwa einem Dutzend Jahren erst, als die allzeit geschäftige, doch wenig zeugungskräftige Konkurrenzmetropole an der minder blauen Spree längst die alte Schläferin überflügelt hatte, begann sie sich leise den Schlaf auS den lieben Guckerln zu reiben und sich auf ihre stolze künstlerische Vergangenheit zu besinnen, und heute hat Wien wieder eine ganze Reihe von ausgezeichneten Künstlern und Dichtern von bestimmter Eigenart aufzuweisen. Klimt ist trotz mancher verwunder­licher Bizarrerien, zu denen ihn das Rachempstnden japa­nischer und assyrischer Kunst verlockt hat, doch namentlich als Frauenmaler ein Künstler von unvergleichlicher Zart­heit, der die unbestimmbare Anmut und den eigenen Charme der eleganten und vornehmen Wienerin mit unnachahmlicher Kunst zur Darstellung bringt. Die diesjährige Ausstellung der Berliner Sezession lehrte die Reichsdeutschen sie kennen und schätzen. Goldmarks Opern gehören zu den bedeutendsten musikalischen Erscheinungen der Gegenwart. Des seit Jahren in Darmstadt schaffenden Wiener Architekten Olbrich originelle Baukunst ist uns allen zur Genüge bekannt, und die freilich mehr geschäftsmäßig als künstlerisch schaffenden Herren Fellner und Helmer aus Wien sollen unser neues Theater bauen. Schnitzler und Hofmannsthal bedeuten für das deutsche Drama z. Zt. die größte Hoffnung, und sie haben eine Schar von Schülern, die ihnen nachzustreben bemüht sind. Beer-Hof­mann, der Dichter desGrafen von Charolais", ist der begabteste derer um Hofmannsthal, und die ersten Erzeugnisse derAnatole" erschien 1893 der heute freilich west tieferen und ernsteren Schnitzlerschen Kunst sind noch heute die Vorbilder eines anderen Wiener literarischen Nachwuchses. In der neuesten Nummer (40) der Wiener Wochenschrift Die Wage" las ich einen kecken Einakter von Rudolf Strauß, der, wenn ich nicht irre, der berühmten Diener Walzerfamuie

angehört. Er bringt, wohl zum ersten Male, den derangierten Hausfreund auf die Bühne, über den sich die geliebte Frau mokiert, die ihn dann allerdings vor dem plötzlich auftauchen­den Ehemann mit verblüffender Geriffenheit und Kaltblütigkeit an die rettende ftische Luft befördert, um beiden treu zu bleiben. Von ähnlicher echt wienerischerMoral" war der in der Geberde nicht weniger kokette und graziöse Einakter Der Unverschämte" von Raoul Auernheimer, der vor Jahr und Tag in der MünchenerJugend" erschien und den Wolzogen auf seinem Ueberbrettl durch ganz Deutschland trug.

Der Stoff zu seinem DreiakterDie große Leidenschaft" reicht eigentlich auch nur für 12 Akte au8. Als ich die Untersekunda deS Gymnasiums erklommen hatte, stellte mir mein Vater frei, so oft und so viel zu rauchen, wie ich wollte. Dieser klugen väterlichen Diplomatie wohl habe ich cS zu verdanken, daß ich ein sehr mäßiger Raucher wurde. Der Wiener Fabrikant Arnberg in dem Lustspiel deS Dr. jur. Auernheimer wendet ähnliche Grundsätze in der Erziehung seinerunverstandenen" Frau an. Alles Erlaubte verliert gar schnell seinen Reiz, auch ein erlaubter Liebhaber. Das ist die bekannte Generalweisheit, die Auernheimer mit nicht» weniger denngroßer Leidenschaft" bekundet, wie sie auch übrigens die Idee ist des neuesten gereimten Blumenthal Der Schwur der Treue". Hier wie da istS ein Maler, der dem .Frauenherzen gefährlich wird. Doch Gelegenheit macht nicht Liebe, sie bringt sie um. Siehst du, liebes Weib, somoralisiert" Auernheimer, deinen Liebhaber, wie deinen Ehemann, in Schlafrock und Pantoffeln, dann ist alle Romantik verflogen und der Weg zur ehelichen Treue frei. So entwickeln sich denn die Dinge übers Kreuz: die Gattin, jener Wnbtypus, für den. Frdr. Nietzsche so manches heiß wie die Wahrheit brennende Wort gefunden hat, kehrt kuriert in die empfänglichen Arme des Gatten zurück, während der abgetakelte Liebhaber bei der Nichte eine nicht unpassende

dazu da, dainit der Verfaffer seinen Bel Esprit keuchten lassen kann. Er stellt sein Witz-Nachtlicht nicht untern Scheffel. Bei ihm sind auch die Dienstmädchen geistreich. Und so ist denn die Garnierunq, derGschna8"-Teil, oder, um mich kulinarisch auszudrücken, die wohlpräparierte, artig und nett servierte und rundlich mundende Mehlspeise, sagen wir: der Kaiserschmarrn die Hauptsache der von Auernheimer aufge- tischten Abendtafel. Die Musik dazu, d. h. die Tonart, ist zwar graziös und amüsant, aber sie erinnert doch etwas an den freundlich sanften Ton der Spieluhr, bei deren Klängen man daS Werk mitunter knattern und rattern hört. Denn eS kommt doch manches gar sehr absichtlich heraus, seine Fäden hat der Autor nicht genugsam verdeckt.

Die Darstellung kam dem Verfasser sehr entgegen und man hatte seine rechte Freude an der Entfaltung unserer neuen künstlerischen Kräfte, die daS gesamte vorjährige En­semble doch um ein Beträchtliches cm Talent und Routine zu überragen scheinen. Die Damen dieser Saison vollends überragen die der vorigen Spielzeit schier zugspitzenmäßig. Frau Bayrhammer ließ ihren Humor zündende Funken sprühen. Koketterie, Launenhaftigkeit und HerzenShetterkeit schillerten in den buntesten Farben; immer temperamentvoll, oft ausgelassen, aber doch nicht die Grenzen liebenswürdiger Weiblichkeit überschreitend. Ihre prächtige Bühnensigur ver­stand sie am besten im 2. Akte durch eine aparte Toilette zu heben. Im 1. Akte spielte sie ja noch etwas mit ihrer Rolle, stellte sie sich über ihre Aufgabe, statt in sie, mokierte sie sich ostentativ selbst über ihregroße Leidenschaft", an die sie anfangs doch selber glauben soll; durch ein, wenn auch ganz munteres Outrieren störte sie ihre eigenen Kreise noch obendrein. In dem 2. Akte aber, der dritte ist ja ein überflüssiges Anhängsel, entfaltete sie echte Herzenswarme und fesselndstes Temperament. Jedenfalls besitzen wir in ihr eine ausgezeichnete, viel verheißende Künstlerin, der wir unser lebhaftestes Interesse entgegenbringen. Frl. Don eck er sah sehr niedlich uno sehr chic aus, ist aber doch keine rechte

Nr. «rr« scheint täglich außer Sonntag».

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Kamillen- Mütter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'schen Univers.-Buch-u. Stein­druckerei. 9L Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei:

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Anzeiger Gießen.

Grundsteuerunterlagcn zu Gunsten der Besteuerung nach dem gemeinen Werl für ländliche Gemeinden nubt emsehen und ihr um so weniger beipflichtcn, al- damit viel größere Ungerechtig­keiten und Ungleichheiten herbeigeführt würden als diejenigen, welche mit dem Kataster beseitigt werden sollen. Denn der ge­meine Wert der Grundstücke, welcher nach den Intentionen deS Gesetzentwurfs aus den Verkausswerten gebildet werden soll und deshalb von einer Menge von Zufällen und Willkürlichkeiten abhängig sein tv-ird, wird fast nie und nirgends den Anforder­ungen der Gereckrtiqkeit und Billigkeit Genüge leisten"

Ter Dusschußbericht bezweifelt auch, vb dre bewegliche Steuerbasis wirklich ein Vorzug ist und weist darauf hin, daß in Preußen die rein ländlichen Gemeinden von der Befugnis, die Steuer nach dem gemeinen Wert der Grund­stücke zu erheben, bisher keinen Gebrauch gemacht haben.

Gegenüber den Vorwürfen, daß die erste Kammer für die sozialpolitischen Aufgaben unserer Zeit nicht zu haben ist, äußert sich der Bericht folgendermaßen:

Was die sozialpolitischen Grundlagen der Vorlage aube- lanat, so vermissen wir diejenigen Vorschriften, welche im Interesse d e r M i n d e r b e m i t t e l t e n un­bedingt gesetzlich fest gelegt werden müssen Da die Erfahrungen, welche man auf dem (Mnet der Sozialpolitik in den hessischen Gemeinden bei der Wohnungsgesetzgebung ge­macht hat, die begründete Hoffnung nicht zu lassen da fl die den- s-lben in der Vorlage gewährte freiwillige Entscheidung auf diesem Gebiet angewandt werden würde. Wir müssen deshalb dem Wunsche Ausdruck geben, daß, was die Besteuerung der Gebäude onbetrifft, besondere Bestimmungen für die Oekonomie- geMnbe, ländliche Arbeiterwohnunaen, Fabrikarbeiterwohnungen in Stadt und Land und für leerstehende Wohnungen getrossen werden. Auch die Witwen u n d D a i s e n müssen durch g e - setzlichen Schutz eine besondere Berücksichtigung, erfahren. Tvfir die Gewerbesteuer müssen wir in sozialpolitisther Hin­sicht die Forderung erheben, daß Gewerbe mit einem Errrag von 1200 Mark mit subsidiärer Berücksichtigung eines Betriebskapi­tals bis zu 3000 Mark von d er Gewer b est e u e r v öll ig befreit werden und daß für die kleinen Kapitalisten ehre Herabminderung des Steuerfußes ftattfinbet."

Ter Ausschuß wendet sich weiter noch der Frage der Teklarationspflicht nach Art. 14 der Vorlage zu, stellt sich ganz auf den Standpunkt der vom Finanzminister Küchlet darüber abgegebenen programmatischen Kundgebung und führt an, daß auch im preußischen Gewerbesteuergesetz ähnliche Gesichtspunkte enthalten seien.

Die Ctenererkläriingsvfli^ für den Fall, daß das Anlage- und Be-riebskapital sich gegen den zur Sieuer veranlagten Be­trag um mehr als 3000 Mark vermehrt hat, würde sich m der Praxis kaum als durchführbar erweisen, da sre den Ge- schoftstreibenden zwingen würde, alljährlich eine genaue Bilanz seiner Aktiva und Passiva vorzunehmen, eine Gcsckiäftsmani- puletion, die in vielen Geschäften, namentlich wo der Inhaber selbst den Betrieb in allen Teilen leitet und ein größeres Personal nicht vorhanden ist, nicht üblich ist. In großen Geseiften da­gegen, wo die Betriebskapitalien sich oft von einem ^aae zum andern um Tausende verändern, würde ein mittlerer Jahres- stand ohne äußerst umständliche Ermittelimgen garnicht zu er­möglichen sein. Demgegenüber (so bemerkt der Ausschußbericht zum Schluß) würde bei einer Ertragssteuer die Einkommensteuer­erklärung eine ziemlich zuverlässige Gewähr einer richtigen Be­steuerung bieten, ganz abgesehen davon, daß vom Standpunkt der Gewerbetreibenden die Veranlagung nach einem Tarif dem Zwang zur fortwährenden Deklaration vorzuziehen ist."

Soweit die wesentlichen Punkte der allgemeinen Be­gründung der Stellung des Ausschusses. Es folgt alsdann in vier weiteren Kapiteln eine Spezialbegründung zu den vier Steuerarten, Grundsteuer, Gewerbesteuer, Steuer vom Kapitalvermögen und vom Einkommen.

KoMische Tagesschau.

Industrie und Arbeitsfreudigkeit.

In einem Aufsätze überJndusttiearbeit und Gemüls- bildung" haben wir unlängst unter voller Würdigung der großen wirtschaftlichen Vorteile, die der Uebergcmg Deutschlands vom Agrarstante zum Industrie- staate uns gebracht hat einmal auf die Ein b u ß e hm- gewiesen, die ein großer Teil unseres Volkes durch sein Aufgehen in der industriellen Tätigkeit an einem wichtigsten idealen Güter, an den Kräften des Ge­mütes erfahren hat und noch täglich erfährt. Von dieser Seite ist die moderne Entwicklung bisher noch wenig be­tracht' und beurteilt worden, und man kann es darum nur s !dig begrüßen, dass jetzt auch einmal ein hervor- rage-, r Volkswirtschaftslehrer und Sozialpolitiker, Prof. Tr. Her kn er-Zürich, die Fraae, welchen Einfluss der Industrialismus auf ' Gem. sieben, insbesondere auf die ArbeitsfrcudW: e 11 ausübt, zum Gegenstand einer Untersuchung gemacht, rnb die dabei gewonnenen Resultate in einem zu Dresden gehaltenen Vortrage weiteren Kreisen bekannt gegeben hat. Wie wir aus einem Referat der Tresd. Ztg." entnehmen, stellte Herkner u. a, folgende Sätze auf:

Ter Einfluß des Industrialismus hemmt dre Arbeitsfreudigkeit durch Verminderung bet Möglichkeit, sich eine selbständige Stellung zu er­werben, sowie durch Steigerung der Arbeits­teilung. Tie Arbeitsteilung kann allerdings die Ar- beitsfreubigkeit auch steigern solange die Berufsspezialität gewahrt bleibt und das berufliche Können durch sre wächst; sie raubt aber die Freude an der Arbeit, wenn sie zur Monotonie der Tätigkeit führt. Der Einfluß der Maschinen ist wohltätig, wenn die Maschine tat­sächlich die Arbeit nur erleichtert, er ist verderblich, wenn die Maschine den Arbeiter zum Werkzeug herabwllrdrgt. Tie strenge Disziplin der Großbetriebe würde dre Arbeitsfreudigkeit bei gerechter Handhabung nicht beein­trächtigen, macht jedoch den Arbeiter vom Werkmeister- abhängig und schadet so. Tie moderne Arbeiter­be w e g u n g hat zu einer Zuspitzung der sozialen Gegen­sätze geführt, die die Arbeitsfreude schmälert; denn der Arbeiter fühlt sich bedrückt durch die Annahme, für den Arbeitgeber schaffen zu müssen, der den größten Vorteil von dem Großbetriebe hat. Der Sozialismus hat jedoch die Arbeitsfreude auch gesteigert durch die Erweckung des Glaubens an die völkerbefreiende Kraft des Proletariats und durch das Stecken höherer Ziele auf dem Felde der Arbeiterbewegung. Die Mittel die die Arbeiter selbst an­wenden, um die Verufsfreudigkeit zu erhöhen, sind oft bedenklicher Natur, z. B. häufiger S-tellungwechsel, um! der Monotonie der Arbeit zu entfliehen, Alkohol und rohe Vergnügungen, um der Erschlaffung des Körpers ent­gegenzuwirken. Wertvolle Mittel Dagegen sind anregende Nebenbeschäftigung (Gartenbau) und Erholung, selb­ständige Betätigung im Wirtschaftsleben, Teilnahme an der Verwaltung und Gesetzgebung im Staat und Mit­wirkung in der Verwaltung des Unternehmens, dem der Arbeiter dient. Zur Hebung der Derufsfreudigkeit wird es ferner beitragen, wenn Eltern und Kinder bei der Berufswahl imstande sind, die Verhältnisse zu Über­blicken, damit sich der junge Arbeiter eine ihn persönlich beftiedigende Tätigkeit aussuchen kann. Weiter muß die Sozialpolitik sorgen für die Verbesserung der Berufsbild

-'re heutige Kummer umfaßt 20 Seiten.

Gemeindeurnlagen Gesetzeurwurf.

R.B. Darmstadt, 6. Okt-

Eine besondere Erörterung wird in dem Ausschuß- berichtder ersten Kammer über die Gemeindesteuer­reform dem Prinzip von Leistung und Gegenleist­ung gewidmet. Es heißt da:

Während nun nach den Mipnelffchen Gesichtspunkten der Maßstab für die Steuerveranlagung hauptsächlich die Leistungs- fähigküt sein soll und diese in erster Linie nach dem Ertrag bemessen wird, rückt die Regierungsvorlage das Prinzip von Leistung und Gegenleistung in den Vordergrund, und sucht es trotz der sich häufenden Schwierigkeiten konsegucnt diirch- znführen, was nicht möglich ist, ohne der Sache Zwang omuhin ob ohne daß dadurch Unbilligkeiten und Dissonanzen geschaffen werden, die durch Ausnahmebestimmungen nicht ausgeglichen und wieder gut gemacht werden können. Dies Verfahren ersdjemt uns ganz besonders bedenklich bei einem Gesetz, welches wie kein anderes die vitalsten Interessen des hessischen Volkes und Landes berühren muß.

Dem Prinzip zuliebe soll der Abzug von schulden aus­geschlossen sein, die Steuer also von negativen Werten genommen werden, die die Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen bc- fdyränfen. Dem Prinzip zuliebe soll von erttaasloem ober ertraasarment Grundbesitz, sosern er in ein Bebauungsgebiet tu liegen kommt, neben einer Wertzuwack)sabgabe, alljährlich eine hohe Grundsteuer erhoben werden, die einer ornnäbilden Expropriation des Grundbesitzes gleichkommt und die besonders drück,md in Zeiten empfunden werden muß, > welchen Wooem realisationen schwierig oder unmöglich sind Dem Prinzip zu­liebe soll die Landwirtschaft mit ihrem Betriebskapital zur Gewerbesteuer herangezoqen und ihr damit eine Positron zugewiesen werden, die mit ihrem Wesen unvereinbar ist. Dem Prinzip zuliebe wird aus jede Individualisierung der. Gewerbe- bettiebe verzidsset und damit einer Summe von steuerlichen *tul<= kürlichkeiten und Ungerechtigkeiten die Tür geöffnet.

Durd>brod)en wird aber das Prinzip u. a. durch den tz 11, der dazu dienen soll, die Unstimmigkeiten, welche die Durch­führung des Prinzips bei der Gewerbesteuer zeitigen würde, aus- zugleichen, der aber bei dieser Aufgabe versagt Unhaltbar erweist sich das Priirzip von Leistung und Gegenleistung bet der Kapitalsten er dem Rentner gegenüber, wo eine sold?e nur gewalt­sam konstruiert werden kann. ,

Das Bedürfnis nach einer Reform des Gememdesteuerwrsens Wird bei der Gkunbffcuer mit der Starrheit der Katasters und den darin beruhenden Ungeredssigkeiten and Unyletclcheiien be­gründet Wir können uns mit diesem Standpunkt nidss befreunden, sind vielmehr der Ansicht und befinden uns barmt m lieber» einstimmung mit einer ganzen Reihe von -Vachverstandigen imö dem Bunde der Landwirte, daß die Katasterwerte, wann sie auch den heutigen tatsäckssichen Werten nicht mehr überall voll- ftänbig entsprechen, dock) immer noch in fast allen Gemeinden einen sehr brauchbaren Vergleicl^mahstab für die Vesteuerungs- toerte unter sich bieten, waS schon dadurch bewiesen wird, dass die ftaattiche Vermögenssteuer heute noch vielfach an diesem Maß­stab bemessen ist. Tas wird ferner durch me Ausführungen bewiesen die die Staatsminister Rothe und Kuchler im Jahre 1899 gelegentlich der Beratung über die Grund- und Gewerbe­steuer in den Motiven zu denselben auSgeftihrt haben Der AuSschußberid't gibt diese Ailsfühnrngen wörtlich wieder und sagt dann: Auch wir halten eine Berichtigung und assmahliche Fortführung der Kataster nach Bedarf, ähnlich wie ui Württem­berg und Preußen, ohne große Schmierigkeiten für durnssu^rbar, und wir glauben schließlich, daß dem tatsächlich steuerlich am meisten fühlbaren Mißverhältnis zwisck>en Kataster und Wirk- lid)feit in dem Dauplatzgebiet aufblühender Ltadte durch die Einführung einer z>i>eckentsprechenden WertMwachssteuer abgehol- fen werden kann. Wir können demnach bie Notwendigkeit der Veseiticwna der heutiaen. auf hem Ertrag benfienten l'lanralcn

Verwendung findet. t

Viel Geist, unzweifelhaft, viel Witz, nirgends flache Sl- luationskomik ä la Blumenthal. Das sind die Vorzüge dieses sranzöselnden Wiener Dreiakters von magerster Handlung.

'Denn die Vorgänge sind, man sieht's allzu deutlich, nur passen.

Erstes Blatt. 155. Jahrgang SamStag 7. Oktober 1905

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GietzenerAnMgerN w Eeneral-Anzriger v

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