Ausgabe 
7.1.1905 Erstes Blatt
 
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bie Marburger, Gießener und Fuldaer Gegend intb verübte überall Zechprellereien. Gr wurde deshalb zu 1 Jahr und 9 Monaten Gefängnis verurteilt.

LandwirtsÄaft.

Landwirtschaftlicher Kalender pro 1905 für das Großherzogtum Hessen bearbeitet vom Großh. Oekouomierat Dr. K. Müller, Generalsekretär des Hessischen Land­wirtschaftsrats in Darmstadt. In diesen Tagen erschien der neue (II.) Jahrgang dieses Kalenders. Der Kalender hat sich bereits im ersten Jahre seines Erscheinens sehr gut eingeführt, ist allseitig als ein praktisches und sehr zweckmäßeS Taschen- und Nachschlagebuch beurteilt worden. Der 1905er Jahrgang ent­hält zahlreiche Ergänzungen und Verbesserungen. Als neue Mit­arbeiter sind Professor Dr. Gisevius-Gießen, Direktor des landw. Instituts der Universität Gießen, sowie die Sekretäre und Zucht­inspektoren der 3 landwirtschaftlichen Provinzialvereine, Oekouomie- rat L e i t h i g e r - Alsfeld, Großh. Landwirtschaftslehrer Lang- Darmstadt und Dr. Ziegenbein-Alzey gewonnen worden. Der Kalender erscheint der besseren Handlichkeit halber in zwei Teilen, die beide zu Mk. 1.30 durch alle Buchhandlungen zu be­ziehen sind. Der 1. Teil enthält ein gut ausgeführres Bildnis S. Exc. des Staatsministers Dr. Rothe.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung in Hessen für Sonntag, den 6. Januar 1905: Wolkig, starkwindig, erheblich kälter, noch geringe Niederschläge (meist Schnee). Aussicht auf Frost.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

FamMen-Uachrichterl.

Verlobte: Anna Freundlieb mit Professor Ludwig Freund m Alsfeld.

Gestorben: Karl Glanz, Fürstl. Kammerbote, Büdingen. Frl. Marie Nagel, Aulendiebach.

Neueste Meldungen.

Originaldrahtmeldnngen des Gießener Anzeigers.

R. B. Darmstadt, 7. Jan. (Eigener Draht­bericht.) Nach einer Mitteilung aus Stuttgart ist dort gestern der Redakteur der Frankfurter Zeitung, Weltmann, der zur Teilnahme an der Landesversammlung der württembergischen Volkspartei nach Stuttgart gereist war, in seinem Hotel an einem Herzschlag plötzlich gestorben. Er gehörte seit 8 Jahren der Redaktion der Frankfurter Zeitung an und hat nur ein Alter von 38 Jahren erreicht.

Berlin, 7. Jan. Wie dasKl. I." an maßgebender Stelle erfährt, ist man m. Reichsschaßamt eifrig mit den Vorarbeiten beschäftigt, um eine erfolgreiche Reichs- finanzresorm zu ermöglichen. Jedoch können diese Vorschläge erst dann dem Bundesrat Urte dem Reichstage unterbreitet werden, wenn beide Körperschaften.' die Handels­verträge angenommen haben, da sich erst bann mit Sicher­heit feststellen läßt, wie hoch sich der Bedarf im nächsten Jahre stellen wird, i Bei einem Einbruch im österr.- ung. General konsulat ist ein größerer Geldbetrag gestohlen worden. Von den Tätern hat man keine Spur.

Hannover, 7. Jan. Der Provinzial- Aus­schuß beschloß, dem Kronprin^enpaare als Hoch- zeitsgeschenk einen Prunkschrank, mit Tafel- schmuck. der eine Nachbildung des Hildesheimer Silberfundes dar stell en wird, zu überreichen. Das Geschenk wird etwa 7 5000 M k. kosten und von Goldschmieden in Hannover und Hildesheim hergestellt werden.

Bochum, 7. Jan. Der Ausbruch eines General­streiks im Ruhrgebiet wird hier als höchst unwahr­scheinlich bezeichnet, obwohl lokale Arbeitseinstellung aus den Zechen Herkules und Bruchstraße für möglich gehalten werden. An amtlicher Stelle glaubt man, sich auf alle Even­tualitäten vorbereiten zu müssen, trifft bis jetzt aber nur auf dem Papier die nötigen Maßnahmen, um schlimmsten Falles die sehr geringen Polizeikräfte verstärken zu können. Die Arbeitgeber scheinen entschlossen zu sein, es auf eine Kraftprobe ankommen zu lassen.

Langendreer, 7. Jan. Die Kommission der Berg­arbeiter, bestehend aus dem Verbandst) orsitzerrden, Reichstagsabg. Sachse und dem BerbmrdZsekretär Husemann, begab sich heute morgen, bevor die Frühschicht begann^ zu dem Betriebsführer Drepper, um ifljtn den Beschluß der gestern abend stattgehabten kVersannnlung bezüglich der Kohlenlieferung zu unterbreiten. Knepper erklärte, die Ko hl ein liefern Ku wol'len, verweigerte aber die von den Bergarbeitern geforderte schrif-tliche Er­klärung. Die MorgenschF.ch.tHrStärke von 250Mann fuhr darauf nicht eLpr. Spater fanb wiederum, eine Versammlung statt.

Kiel, 7. Jan. Nach irrenärztlicher Beobachtung wurde gegen den Fähnrich zur See Pratje vom Mars die Anklage wegen Diebstahls erhoben. Der Angeklagte wird beschuldigt, einem Kameraden 100 Mk. entwendet zu haben.

Hamburg, 7. Januar. Der Schleppdampfer Desender geriet auf der Reise nach Pittsburg durch eine Explosion in Brand. 16 Mann der Besatzung wurden getötet, die übrigen 12 gerettet. Der Schleppdampfer Titan, der zur Hilfeleistung des bei Pmuiden gestrandeten Schooners Klaus Dreyer abging, ging mit 32 Mann Besatzung verloren. Der Frachtdampfer Oskar fiel auf der Fahrt von Libau nach Hamburg mit 12 Mann Besatzu ng dem Sturme zum Opfer.

Paris, 6. Jan. Aus Masine wird gemeldet: Zwischen den marokkanischen Negierungstruppen und den Scharen der Prätendenten fand etwa 30 Kilometer von Udscha ein neuer Kampf statt. Die letzteren wurden geschlagen, zogen sich aber nach einem schon vorher aus­gewählten Punkte zurück, wo Verstärkungen bereitstanden. Als die Regierungstruppen sie verfolgten, gerieten sie in diesen Hinterhalt und wurden vollständig aufgeriebcn. Der Verlust an Toten und Verwundeten betrug 400.

Paris, 7. Jan. Der Schwager des verstorbenen Deputierten Syveton, Dr. Barnay, wurde gestern von dem Untersuchungsrichter Boucard, denr Schwiegersohn der Frau Syveton, Menard, dem Dr. Tholmer und dem Advokat Noilnan gegenübergestellt. Auf die Frage des Richters, woraus er, Dr. Barnay, seinen Verdacht stütze, daß Syveton das Opfer eines Verbrechens geworden sei und daß diese drei Zeugen irgend eine Rolle gespielt hätten, er­klärte Dr. Barnay verlegen: Er habe keinerlei Beschuldigung erhoben, sondern lediglich seine persönlichen Eindrücke ge­äußert. In den Kreisen der Advokaten glaubt man, daß der Untersuchungsrichter Boucard die Einstellung des weiteren Verfahrens nunmehr in kürzester Zeit be­schließen wird.

Bar le Duc, 7. Jan. Zwei Mädchen int Alter von 14 und 12 Jahren find beim Schlittschuhlaufen auf der Maas eingebrochen und ertrunken.

JR o m, 7. Jan. Wie aus Brescea gemeldet wird, sind im Kloster Maguzzano zwei Trapiften-Mönche infolge der in den letzten Tagen eingetretenen Kälte gestorben.

*

Born Kriege.

London, 7. Jan. Mehrere Blätter melden aus Port Arthur, daß General Stössel bei dem Esser, das seiner Zusammenkunft mit General folgte, diesem sein Lieblingspferd, einen edlen Araber, zum Ge­schenk angeboten habe. General Nogi habe dies Geschenk für sich persönlich höflichst abgelehnt, es aber im Namen der japanischen Armee dankend angenommen und versprochen, daß fiir das Tier aufs beste gesorgt werden solle. DerStandard" meldet aus Tokio, man hat sich hier jetzt über bie Spreu igung der russischen Kriegsschiffe beruhigt und »empfindet nur noch Sympathie für General Stössel und die Gar­nison von Port Arthur. Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, herrschen in Port Arthur Typhuts und andere ansteckende Krankheiten. Der ganze Ort unb die Einwohner müssen vor dem Eimnarsche der japanischen Truppen des­infiziert werden.

Tokio, 6. Jän. Bei der Unterredung mit ueral Nogi, in Schnischi drückte Stössel seine Bewmv-r derung für die Tapferkeit der Japaner und für Nogis anti opfernde Hingebung aus. Er kondolierte wiederholt zu­dem Tode der beiden Söhne des japanischen Generals wäh­rend der Belagerung. Ferner dankte Stössel für die ihm erteilte Erlaubnis, an den Zaren zu telegraphieren und für den Edelmut, den der Mikado bewiesen habe.

Port Arthur, 6. Jan. (Reuter.) Die russi­schen Schützenre(gimenter 5, 13, 14, 15 und H6l zusammen 186 Offiziere unb 5451 Mann, sind heute r.uv Uebergabe ausgedrückt.

London, 7. Jan.Daily Mail" meldet aus Glas-, gow: Gegen den DampferRoddam" ist wegen Bruches der Neutralität eine Untersuchung eingeleitet wordew- DerRoddam" hatte Kohlen an die baltische Flotts geliefert und hatte einen russischen Agenten an Bord. Em Mann der Besatzung zeigte die Sache an.

Newyosrk, 6. Jan. (Reuter.) In hiesigen Schiffe fahrtskreisen wird behauptet, daß n e uwTorped o b o o te stückweise nach russischen Häfen gebracht worden feiert]

London, 7. Jan. DerStandard" meldet aus Tokio! von gestern: Das Repräsentantenhaus nahm unte^ großer Begeisterung eine Adresse an den Milado^ an, in der es heißt, daß alle militärischen Er-i folge den Tugenden d-es Kaisers zu danken; seien. Dasselbe Blatt meldet ferner aus Tokio von gestern: Der japanische Militärkommandant in Söul hat infolge der herrschenden ungeordneten Zustände angeordnet, datz; in Zukunft japanische Gendarmen den Polizei-' dienst versehen sollen, und daß alle Ausländer ebenso,! wie die Koreaner diesen zu gehorchen hätten.

Tokio, 6. Jan. In einer Unterhaltung mit japani-, schen Marineoffizieren erfuhr der Korrespondent des'; Reuterschen Bureaus über den Zu stand der russischen Schiffe in Port Arthur, daß sich augenblicklich nur 10 brauch? bare Schiffe im Hafen vvn Potkt Arthur befinden. Diese Schiffe wurden von den Russen benutzt, um von den gesprengten Kriegsschiffen wieder an Land zu gehen. Der Hafen ist durch die .Kriegsschiffe fast völlig gesperrt, unb es ist gefährlich, durch die Minenfelder Schiffe hindurchzw- bringen. Wegen Mangels an Tauchermaterial konnten dih versenkten Schiffe bisher noch nicht untersucht werden.

Telephonischer Kursbericht.

3l/s% Reiehsanleihe . . 3®/q do. . . . 34/f°/o Konsols . . . . r»/o do......

8*/»% Heesen . . . . 3'/,5o Oberhessen . . . 4% Oesterr. Goldrente . .

4'/, 56 Oesterr. Silberrente 4% Untrar. Goldrente . .

4*/o Italien. Rente , . .

Portugiesen » . .

t°/ Portugiesen. .... 1% C. Türken . . . .

Türkenlose......

4°/o Grieoh. Monopol.-Anl. 4l/t% äussere Argentiner

F anktnrt a. 7.

101.90

90.00

101.85

90.00

100.20

99.80

101.60

100.30

100.10

104.70

64.40

63.60

130.20

49.40

8% Mexikaner 4,/gO/Q Chinesen . Electric. Sch ackert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandil Darmstädter Bank Dresdeaer Bank . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn Lombarden . . Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum .... Harpener . . . Schatzscheine . .

Tendenz: schwächer.

Januar.

. . 32.90

. . 92.45 . . 130 50 . . 105.00 . . 21420 . . 194.30 . . 142.70 . . 158.60 . . 165.40 . . 139.25 . . 17.40 . . 194.50 . . 258.50 . . 240.90 . . 211.50

Minderhem

Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Aus­stattung, stilrein und preiswert die

Brühlsche Universitäts-Druckerei, Schulstr. 7

Mötaibiienll.Zan.M, vormittags 11 Uhr, soll im Garnisonlazarett Gießen die Lieferung der für das Rechnungs­jahr 1905 erforderlichen Ver­pflegungsbedürfnisse, einschließlich Eis, ausschließlich der Fleisch­waren verdungen werden. Zu gleicher Zeit ist auch die Abnahme der gewonnenen Küchenabfälle, Brotreste und Knochen zu ver­geben. p7/1

Die Bedingungen können während der Dienststunden im Geschäftszimmer des Lazaretts eingesehen werden und müssen vor Beginn des Termins durch Unterschrift anerkannt sein.

Großherzogl. Garnisonlazarett.

Versteigerung.

Dienstag den 10. d. MtS., nachm. 2 Nhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Bar­zahlung:

1 Pferd, 1 Pflug, 1 Egge, 100 SackEement,6Handelswaagen, 1 Schuhmacher-Steppmaschine, 10 Mille Zigarren, 1 Egge, 1 Pflug, 25 Pfund Seife, 12 Schrubber, 1 Ladentheke, 3 vollständige Betten, 1 Kleider- schrank und 1 Sofa.

173] Born, Gerichtsvollzieher.

Versteigerung.

SamStag den 14. Jan. 1905, nachm. 2 Uhr, sollen im ftädt. Pfandlokal Seltersmeg 11 dahier die wegen rlickständiger Orts­krankenkasse-Beiträge pro Au­gust 04, Berufsgenossenschafts­beiträge und Jnstallationsgeb. ge­pfändeten Gegenstände als: Kassen« schränke, Kleidcrschränke, Sofa, Vertikow, Spiegel, Schreibtische, 1 Klavier und 2 Pferde versteigert werden. 169

Vcmruecker, Pfandmcister.

Holz-Versteigerung.

Es werden versteigert:

Donnerstag, den 12. Januar 1905, aus den Distr. Eichelsächser Auerberg, Abt. 1 und 2 und Läunsbach Abt. 19a der Forstwartei Wingershausen.

Stämme: 2 Eiche 0,85 Fm; 3 Buche 3,20 Fm;

Nutzknüppel Rm: 15 Weymouthskiefer (3 m lang);

ferner Vrcnnholz:

Scheiter Rm: 457 Buche I. Kl., 142 Buche II. Kl.; Knüppel Rm: 454 Buche, 131 Eiche, 15 Erle, 6 Fichte und 6 Birke.

Reiser Rm: 184 Buche Knüppelrciser, 320 Buche gew. und 40 Eiche.

Stöcke Rm: 23 Buche (zerkleinert) und 103 Buche (grob).

Zusammenkunft vormittags 1/?10 Uhr: Einmündung des Taubenweqs auf die Rainröder-Eichelsächser Kreisstraße.

Nähere Auskllnft erteilt der Gr. Forstwart Schott zu Schotten.

Schotten, 5. Januar 1905.

Grotzherzogliche Oberförsterei Schotten.

Seidel. D7/1

Kokzverkauf durch SuömWon.

Das im Beuerner Gemaldewald für das Jahr 1905 zur Fällung gelangende Holz als:

zirka 30 Fstm. Eichen Bau- u. Werkholz, darunter etwa 10 Fstm. Schnittholz,

w 200 , Fichten-Stammholz von 1248 Ctm.

Durchm. sowie die vorkommenden Kiefern­stämme von 21 Ctm. Durchm. aufwärts, 50 , Kiefern Grubenholz von 1220 Etm.

Durchmesser,

, 100 Nadel-Derbstangen

soll Donnerstag, den 12. d. MtS., durch Submission ver­geben werden.

Bewerber wollen ihre Offerten bis dahin an hiesige Bürgenneisterei einsenden, wo dann am genannten Tag nach­mittags 2 Uhr die Oeffnung unter den gestellten Bedingungen stattfindet.

Beuern, den 6. Januar 1905.

Großherzogliche Bürgermeisterei Beuern.

Otto. 163

Darmstädter

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Man verlange Abbildungen und Preislisten.

mbb Sonntags geöfinet von 111 Uhr.

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