Kandet und Werkekr. Dolkswirlschaft
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Schlußkurse.
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besonders ort Ben deutschen Hochschulen durch Vorlesungen weiter gefördert werden. Redner betont besonders, daß, so lange die Pflege des Wirtschaftswaldes den Forderungen der Aesthetik und der Ethik entspricht, es falsch wäre, ihn nicht finanziell zu bewirtschaften. Zunr Schluß empfiehlt der Korreferent im Einverständnis mit dem ersten Redner die Annahme folgender Resolutionen:
1. Tie Bewirtschaftung des Waldes nach Schönheitsrücksichten ist als ein in den wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen der Neuzeit begründetes Bedürfnis anzuerkennen,
2. die zuständigen Ministerien der Einzelstaaten sind zu ersuchen, die Abhaltung besondererVorlesungen über Waldschönheitslehre an Hochschulen in die Wege zu leiten.
An diese Vorschläge scyloß sich eine längere Debatte. Prof. Dr. Wimmenauer-Gießen wendete sich in längeren Ausführungen gegen den 2. Teil der Resolution. Es sei bei dem heutigen Stand der Dinge nicht angebracht, die Hochschule noch mehr zu überlasten und besondere Vorlesungen über die Waldästhetik zu halten. Da vom Vorsitzenden und anderen darauf hingewiesen wurde, daß die Annahme der zweiten Resolution statutenmäßig nicht zulässig sei, da sie einen wichtigen Beschluß darstelle und erst dem Forstwirtschastsrat vorgelegt werden müsse, nimmt die Versammlung den ersten Teil der Resolution einstimmig an. Der zweite Teil soll dem Forstwirtschaftsrat rüberwiesen und im nächsten Jahre zur Abstimmung gebracht werden.
Oberforstrat Th ale r-Darmstadt sprach darauf sehr eingehend über die Folgen der vorjährigen Dürre in Hessen und Frhr. v. Spiegel-Danzig über die Dürre in Nord-- deutschland. Später fand gemeinsames Frühstück im Saalbau und darnach Exkursion in die Umgegend statt.
Ilniversttäts-Aachrrchten.
— Wie aus Berlin gemeldet wird, bat Prof. Dr. I u st i der seit etwa einem Jahr dem Städel'schen Kunstinstitut zu Frankfurt vorsteht, einen Ruf als Sekretär an die Akademie für bildende Künste in Berlin erhalten, wird zum 1. Oktober diesem Rufe Folge leisten. .
— Wie man uns mitteilt, tritt der Geh. Regierungsrat Prof. Dr. phil. Friedrich Heinzerling, der Vertreter des Brückenbaues und der höheren Baukonstruktionen an der Technischen Hoch- chule zu Aachen, zuni 1. Oktober in den Ruhestand. Geboren am 15. Dezember 1824 in unserem Nachbarorte Großen-Buseck, besuchte Heinzerling nach abgelegter Reifeprüfung am Gymnasium zu Darmstadt die höhere Gewerbeschule dort. 1847 bezog er die Universität Gießen und bestand im Herbst 1848 die Fakultäts- prühtng für das Baufach, welche zur Führung des Toktortitels berechtigte. In demselben Jahre fand er Verwendung bei der Großh. Direktion der Main-Neckar-Eisenbahn in Darmstadt unter Eckhard bei Herausgabe des „Atlas über die Konstruktionen und Bauwerke der Main-Neckar-Eisenbahn auf Großh. Hess. Gebiete." 1850—56 arbeitete er aus dem Bureau des Sektionsingenieurs Eickemeyer. Gleichzeitig erteilte er vier Jahre den Zeichen unter richtam Gymnasium zu Gießen. Im Herbst 1864 wurde er außer- ordentl. und 1868 ordentl. Professor der Bau- und Jngenieurwissen- chaften an der Gießener Universität. 1870 folgte er einem Rufe als Professor des Brückenbaues und der höheren Baukonstruktionen an die neugegründete Technische Hochschule in Aachen. Von 1892 bis 1895 stand er als Rektor an der Spitze dieser Hochschule. Unter seinen praktischen Arbeiten ist die Anlage einer Wasserleitung vomSchissenberg nach dem Forst garten bei Gießen, der Umbau der Schwanenapotheke in Wetzlar und der Neubau von Postgebäude und Stallung in W e t t e r bei Marburg zu erwähnen.
Kunst und Wissenschaft.
— Die Menzel»Aus stell ung in Frankfurt a.M- (Kunstverein, Junqhosstr. 8) bleibt nur noch bis zum 8. September incl. täglich von 91/, bis 6 Uhr geöffnet. Wir weisen nochmals auf die mit dieser Veranstaltung allen Kunstfreunden gebotene Gelegenheit hin, eine Reihe von Meisterwerken des großen Künstlers, wie sie in unserer Gegend noch nie vereinigt war und auch kaum wieder geboten werden kann, zu genießen.
ßistnSayn-AeUnng.
— Zur Eisenbahntarifreform entnehmen wir der Eingabe des Verbandes reisender Kaufleute Deutschlands die Auft tellunq, daß eine Reise von Berlin nach Frankfurt a. M. mit 25 Kilogramm Gepäck, die bisher in 3. Klasse 3 2,4 0 M. in 2. Klasse 48,60 M. kostete, nach der „Reform" auf 41,80 bezw. 60,80 zu stehenkommenwirdll Das ei, meint die Eingabe, ein so erheblicher Aufschlag ans die Spesen des Sauses, daß manche Tour eingezogen werden dürste, und die Reisetätigkeit, der Deutschlands Handel und Industrie ihre Erfolge verdanken, wieder erlahmen werde. Durch die Beseitigung des Freigepäcks werde der Musterverkehr ganz erheblich verteuert werden, und die Folge davon werde sein, daß weniger Muster mitgenommen werden. Je mehr Muster jedoch mitgefühck und vorgelegt werden, desto größer wird der Umsatz, desto frucht, bringender gestaltet sich die Handelstätigkeit.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
Berliner Börse vom 5. September 1905.
(Mitgeteilt von der Bank sür Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 2B/8 Prozent.
Ansanas- Oest. Kredit .... 214.20 Deutsche Ban? . . . 244.75
Darmstädter Bank . . 153.00
Bochumer Guß . . . 257.00
Harpener Bergbau . . 221.10
Tendenz: sester.
E r z - K u x e.
F e r n i e. Angebot 4825, Nachfrage 4750. Ausbeuten und Zubußen 1903: 225; 1904: 300.
Märkte.
fc. Frankfurt a. M., 5. Sept. Heu- und Stroh» markt. Man notierte: Heu Mk. 3.40 bis Mk. 3.70, Sttch Mk. 2.20 bis Mk. 2 30. Alles per 50 Kilo. Tendenz: Sehr fest.
in der „Hygienischen Rundschau''. Heller berechnete Stand und Heiratsalter von je 300 Eheschließenden nach den Registern der Standesämter Charlottenburg I und II. I umfaßt die wohlhabenden, vorwiegend zu Berlm W gehörenden, II die übrigen Stadtteile. Von 600 heiratenden Männern gehörten 414 den sogenannten unteren Ständen an, d. h. sie waren Arbeiter, Handwerker, Krämer, Budiker, kleine Beamte, Untermilitärs; 186 gehörten den höheren Ständen an, waren Kaufleute, Eigentümer, Landwirte, Ingenieure, Techniker, Studierte, Künstler, höhere Beanite, Offiziere. Von der ersteren Kategorie waren bei der Eheschließung 78 Proz. bis 30 Jahre, 62 Proz. bis 27 Jahre; von der zweiten Kategorie 49 Proz. bis 30 Jahre, 28 Proz. bis 27 Jahre. Die Zahlenunterschiede sind allerdings ganz gewaltig.
* Hartleben als Erzieher. In dem Speisesaal einer neuen Heilanstalt in Schlachtensee befindet sich eine große Plakette,' die als Inschrift Otto Erich Hartlebens Verse über die Neurasthenie trägt. Sie lauten:
Raste nie, Doch haste nie! Sonst haste die Neurasthenie.
Kin Rückblick auf den ostastatischen Krieg.
(Fortsetzung.)
Am 26. April griff General Küroki die russischen Stellungen am Jalu an, am 30. April überschritt die 12. japanische Division tben Fluß weit oberhalb der russischen Stellurigen und in der folgerten Nacht ging die Gardedivision und die 2. Division auf Pontonbrücken direkt in der Front des russischen linken Flügels über den Jalu. Ein schneidiger Angriff der zwölften Division, welche durch den Aihofluß watete und Kiulientscheng, das ^Zentrum der russischen Aufstellung, stürmte, entschied den Sieg. 28 Schnellfeuer- und 8 Maschineugeschützc fielen den Siegern in die Hände. Die Japaner leiteten alsbald die Verfolgung der Russen ein und nahmen am 6. Mai Fönghwangtschöng, ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen. Diese Tage waren für die Japaner überhaupt Glückstage. Dem Admiral Togo gelang die Sperrung der Hafeneinfahrt von Port Arthur für größere Schiffe, die vierte javanische Armee unter General Nodzu landete bei Takuschan, die zweite und dritte Armee unter den Generalen Oku und Nogi bei Pitsewo auf der Liautuug-Halb- insel in unmittelbarer Nähe von Port Arthur. Die hier Widerstand leistenden schwachen russischen Truppenteile mußten bei dem Rückzüge mich die Bahnlinie freigeben, die von den Japanern alsbald zerstört wurde. Zwar gelang es den Russen, die Verbindung noch einmal auf kurze Zett wiederherzustellen, aber bereits am 12. Mai war Port Arthur von jeder Verbindung ab- geschnttten. Die Japaner breiteten sich nunmehr langsam aus. General Küroki stellte von Föagwantschöng aus zunächst die Verbindung mit dem bei Takuschan gelandeten General Nodzu her, sicherte seine Zufuhrstraßen und verbesserte die Etappenlmie durch Anlage einer Feldeisenbahn von Widschu nach Fönghwangtschöng. Gleichzeitig klärte er das Terrain vor sich auf, bis an die Gebirgspässe heran, wartete aber im übrigen mit größeren Operationen, bis Nodzu seine sämtlichen Trupven heran hatte, damit sie dann gemeinsam vorgehen tonnten. Da sich die japanischen Ausklärungstruppen aber mehr und mehr nach 9tor^ westen hinschoben, konnte man schon erkennen, daß ber Angriff nicht aus Mukden direkt geführt werden sollte sondern ettva auf Niutschwang. Die Generale Oku und Nogr hatten unterdessen ebenfalls die Feuertaufe bestanden. Auf der schmälsten stelle der Liantung-Halbinsel bei Kmtsckou und zwar au der Stelle, wo der Nanschanberg sich erhebt, hatten die Russen unter General Fock starke Befestigungen errichtet. Dank der Mithilfe der spanischen Flotte gelang es den Japanern nach fünftägigen, hartnäckigen Kämpftn, die Stellungen am 26. Mar rm Sturm zu
’te Temperatur am 5. September = 20,40 C. Niedrigste , „ 5. , — 9,5* ,
nehmen. Die Verluste waren aber auf beiden weiten enorm. Die Japaner verloren allein an Toten 744 Mann, an Verwundeten 3560 Mann. Aber der Weg nach Port Arthur stand ihnen frei und 68 Geschütze nebst 10 Maschinengeschützen bildeten ihren Siegespreis. Nunmehr teilten sich aber die Armeen. General Nogi schritt zur Belagerung von Port Arthur, General Oku warckte sich nach Norden, um gemeinsam mit den ! deereskörpern Nodzus und Kürokis jetzt Kuropatkm selbst zu teilen, welcher bei Liaujang etwa 150 000 Mann zur Verfügung hatte, aber jeden Tag Zuzug erhielt. General Nogi nahm am 31. Mai Dalnij, richtete sich dies als Operationsbasis ein und drängte dann unter ständigen Kämpfen die Russen allmählich nach Port Arthur hinein, wo General Stössel etwa 25 000 Mann unter seinem Kommando vereinigte. Die nächsten Tage brachten nichts als Vorpostengefechte ohne wesentliche _ allgemeine Bedeutung. Erwähnen wollen wir hier noch, daß inzwischen auch die Japaner durch den Untergang ihres Panzers „Hatsuse und ihres Kreuzers „Joschino" ganz empfindliche Verluste erlitten hatten. Diese Verluste waren um so unangenehmer, als das russische Wladiwostok-Geschwader immer wieder Beweise feiner un- geschwächten Tatkraft gab und es dem japanischen Admiral Kann- ntura nicht gelingen wollte, diese Schiffe zu fassen. Die Russen gingen in ihrer Kühnheit so weit, in die Koreastraße elnzudringen und am 15. Juni die japanischen Transportschiffe „Kttachr Maru und „Jzumi Maru" mit Mann und Maus in den Grund zu bohren. Während sich so das Kriegsglück zur See etwas mehr den Russen zuneigte, war das zu Lande keineswegs der Fall. Der Zar hatte Küropatkin befohlen, unter allen Umstanden dem General Stössel Hilfe zu bringen. , Küropatkin beorderte daraufhin den General Stackelberg mit 32000 Mann nach Port Arthur. In dreitägigen Kämpfen,, vom 12. bis 14. Juni, wurde General Stackelberg bei Wafangtien und Wafangkou von General Oku geschlagen und fast aufgerieben. Seine gesamte Artillerie siel in die Hände der Japaner. General Okus zweite Armee bestand aus der 5., 11. und 8. japanischen Division und war den Russen an Zahl überlegen. Ernstlichen Widerstand und der nach Norden gerichtete Vormarsch Okus zunächst nicht mehr und bald konnte er schon in Fühlung mit der vierten J.rmee unter General 4ttst>zu (6„ 7. und 9. Division) .kommen. Arn 8. Juni hatte letzterer Hsiuyen besetzt und damtt den )Lchlusstt zu den Pässen erhalten, welche westlich und nordwestlich durch das ihn noch von der russischen Bahnlinie trennende Gebirge führten. Diese Pässe wollten die Russen unter allen Umstanden halten. Die erhöhten Anforderungen an die Armeeleitung, welche die große japanische TruvPenzahl im Felde jetzt bedingte, veranlaßte nunmehr den Kaiser von Japan, alle vier spanischen Armeen dem Marschall Oyama zu unterstellen, -seine Ernennung bildete sofort das Signal zu einem neuen energischen Vorstoß der Japaner auf der ganzen Front. General Nodzu stürmte am 29. Juni den Fönnschuiling-Paß, General Kmoki am 1. Juli den Motienling und General Oku nahm am 9. Jutt Kaiping und warf die Russen nach Taschitschiao zurück, wo uck die Zweigbahn nach 'Niutschwang von der Hauptbahn trennt. Taschitschiao war nattirlich nickt zu halten, da Nodzu auch den Dalin- und Wutsilin-Paß genommen hatte und den Rusten schon fast in den Rücken fallen konnte. Die Russen räumten daher den Ort am Abend des 24. Juli, ohne daß die Japaner sie eigentlich dazu gezwungen hatten. Als erfter Preis dieses Erfolges siel den Japanern Niutschwang in die Hände, das sie am 2b. Juli besetzten und zur zweiten Operationsbasis machten. Ein Versuch der Russen unter General Keller, den Motien-Paß zurückzuerobern, schlug am 29. Juli fehl und kostete dem General das Leben. Die Wladiwostok-Flotte hatte auch jetzt wieder größeres Glück. Es gelang ihr, am 20. Juli bei Hakodate die Tsugariistraße zu passieren und im Stillen Ozean mehrere Schiffe zu versenken. Sie verbreitete in Tokio Angst und Schrecken, konnte sich aber wiederum nack Wladiwostok zurückziehen, ohiie daß es den Japanern gelingen wollte, sie zu fassen.
Inzwischen hatte die russische Regierung mit ihren sonstigen maritimen Unternehmungen rechtes Pech. Nicht genug, daß die nach Ostasien unterwegs gewesenen Verstärkungen ihrer Seemacht hatten! umkehren müssen, auch ihre Hilfskreuzer, die fte vor allem zum Zwecke der Jagd auf Konterbande mobtt gemacht hatte, banden nnt allen möglichen neutralen Schiffen an. Unserem Pvsüwmpfer „Prinz Heinrich" beschlagnahmten fte die Postt 1« die „Scandia" und vor allem das englische Schiff „Malaua betrachteten sie als gute Prise. Es bedurfte sehr energffcher Vorstellungen von feiten der deutschen und der englischen Regierung, um die Freigabe der Schiffe zu erzielen und zu erreichen, datz den russisckml Schiffen diese Art Ausübung ihres Handwerks gelegt wurde. Auch das baltische Geschwader, welches unter dem BefeÄe des Admirals Roschdjestwenski stand, und nach Oftaffen schon seit dem Juni abgehen sollte, wollte und wollte nicht fertig werden und wurde der Welt schon einGesPott. Andererseits trugen die Ermordung des russischen Ministers v Plehwe, das Attentat auf den Justizminister wieder viel dazu bei, dem so schwer geprüften rufsischen Volke Sympathien zuzuwenden. Bot doch auch bei all dem schweren Leid, was den Russen bislang widerfahren mar, die heldenmütige Haltung der Besatzung von Port Arthur eine wahre Freude. Auch „für die Ermattungsstrategie Kuropatkins begann man mehr Verständnis und Anerkennung zu empfinden. Leider wurden ine belferen Eindrücke bald wieder verwischt. Haitscheng mußte von den Russen aufgegeben werden, General Küroki ersttirntte ferner am 31. Juli und 1. August den Jantsuling-Paß, nahm Hsihoyen und hatte damit den Weg auf Liaujang frei vor sich.
(Fortsetzung folgt.)
• WaS eine italienische Zigarre alles enthält. Das B. T. entnimmt dem „Corriere", was eine der Redaktion des Blattes vorgelegte Toscana-Zigarre in ihrem Bauche barg, nämlich: „12 Zentimeter weißes Band, zwei blonde Haare und den Kopf eines Nagels. Rechnet man hinzu, daß letzte Woche eine andere berühmte Zigarre einen ganzen Nagel, noch eine andere ein langes Stück Schnur enthielt, so begreift man das Entzücken des italienischen Rauchers, der sich durch den Ankauf einer Regiezigarre ohne weitere Ausgaben in den Besitz aller möglichen, sonst teuer zu bezahlenden Bedarfsartikel setzt. Ja, wir vermuten beinahe, daß Romeo seine Besuche bei Julia auf einer Strickleiter unternahm, die . . . aus dem Inneren von ToScana-Zigarren stammte".
• Eine Milliardär - Ehe, die zwischen zwei Amerikanern in der Londoner Margarethen-Kirche am Donnerstag abgeschlosien werden soll, hat ein außergewöhnliches gesellschaftliches Jnteresie. Ein Herr Marshall Field aus Chicago heiratet Fräulein Delia Spencer Caton, auch aus Chicago. Field ist der Kompagnon des verstorbenen Levi Leiter, bekanntlich Schwiegervaters des abgegangenen Vizekönigs Curzons. Er zählt 70 Jahre und ist einer der reichsten Leute der Welt, auch Frau Caton sitzt gut in der Wolle. Ihre Schwester ist an Augustus Eddy vermählt, deffen Sohn Spencer Eddy Botschaftssekretär in Petersburg ist. FieldS Vermögen ist mit 40 Millionen Mark zu gering veranschlagt, könnte er seine Besitzungen mit vollem Werte realisieren, würden sie 500 bis 700 Millionen repräsentieren. Trotzdem ist er, wenn auch nicht der reichste Mann in der Union, so doch der höchste Steuerzahler der Welt, seine Abgaben belaufen sich auf über 3 Millionen Mark jährlich. In Chicago hat er Eigentum in Höhe von 120 Millionen Mark.
• Das Hinausgehen des Heiratsalters in den höheren Ständen, eine ziemlich bekannte Tatsache, wird jetzt auch durch eine kleine Erhebung nachgewiesen, die Privatdozent Dr. Heller (Berlin) angestellt hat. Er berichtet darüber
Die Ziehung V. Klaffe der 6. Hessisch - Thüringische« Staatslotterie findet am 12. September d. I. statt. Aas die Notwendigkeit rechtzeitiger Loserneuerung wird aufmerksam gemacht. ss25/t
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Der preuß. „Staatsanz." meldet: SSom' 4. September bis zum 5. September mittags wurden in dem preußischen Staat 11 Erkrankungen und 1 Todesfall an Cholera amtlich gemeldet. Die Gesamtzahl erhöht sich dadurch auf 77 Er- krankungen und 24 Todesfälle. Von neuen Erkrankungen kamen je eine in Paaris und Warnikeim (Kreis Rastenburg, Ostpr.) vor, eine im Kreise Czarnikau (Posen), sieben in der Strafanstalt Gnesen und eine im Kreise Kalmar (Posen).
Nach dem „W. T.-B." ist ferner in Usch (Posen) eine an Cholera erkrankte Frau Namens Viktoria Kaminska ge- ftorben.
Zu dem als Cholerafall bezeichneten Tode der 76iahr. Ortsarmen Laskowski in Thorn wird amtlich gemeldet, daß durch eine nochmalige Untersuchung in dem Institut für Infektionskrankheiten die asiatische Cholera nicht fest- gestellt werden konnte.
Wie die „Thorner Preise" meldet, teilte aber das Bakteriologische Institut in Berlin mit, daß bei einem in Thorn erkrankten Pionier der Feftunastelegraphenban- kompagnie Choleravibrionen festgestellt wurden. Der Erkrankte befindet fich dauernd auf dem Wege der Besserung Weitere Erkrankungen bei Lern Militär dort sind nicht vor- gckommen, auch liegen keine Neuerkrankungen unter der Zivilbevölkerung vor.
Bei einem au5 dem Zuchthaus in Crone an der Brahe nach hier transportierten Sträfling wurde asiatische Cholera festgestellt.
Bei einem in den Cholera-Baracken zu Korschen (Ostpr.) erkrankten Kinde liegt Choleraverdacht vor. In Korschen sind insgesantt 23 Personen interniert.
Wie aus Rastenburg gemeldet wird, befinden sich auch die in Warnikeim an Cholera erkrankte Duddey, sowie ein Kind des Ehepaares Duddey in Paaris auf dem Wege der Befferung. Tas Kind und dessen Pflegefrau, sind zum Zwecke weiterer Beobachtung von Paaris nach Warnikeim gebracht worden.
Eine Verfügung des Generalkommandos Danzig ordnet an, daß die Arbeiten zur Fcstunas- und Kriegsübung in Thorn bis cituf weiteres einzustellen sind.
Seit Montag ist im Gouvernement Warschau in allen Orten an der preuß. Grenze, sowie in Alexandrowo wegen der Chvleragefahr Ueberwachung, ärztliche Untersuchung und Quarantäne angeordnet. Sämtliche Passierwege wurden gesundheitspolizeilich gesperrt.
Das Lemberger Amtsblatt meldet: Von der in Padew Narodowa an der Cholera erkrankten Flößerfamilie ist der letzte Erkrankte genesen. In ältlicher Behandlung befindet sich daher nur noch der erkrankte Gendarm.
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