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Kr. »09 Zweites Blatt.
155. Jahrgang
Mittwoch 6. September 1905
Erscheint »glich mit Ausnahme des Sonntags.
Die „(Htfotntr LamllienblStter" werden dem „Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der „hessische Landwirt' erscheint monatlich einmal.
Gießener Anzeiger
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'ich«» UniversitätZdruckerei. R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schuistr.7.
Tel. Nr. 5L Telegr.-Adr.r Anzeiger Gießen.
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Noch einmal
Jndustriearbeit und Kemütsbildung.
Kameruner Grenzstreit ein diplomatisches Nachspiel zeitigen wird.
rechnet):
Oberhessen und Starkenburg
l
bei
218 000
253 000
282 000
218 000
350 000
489 000
Zahl der Einwohner Oberhessen Starkenburg
im Jahre
1817
1871
1900
weitem überflügelt.
Diese trockenen Zahlen reden eine deutliche Sprache.
Die starke Volksvermehrung in Hesien (wie im Reich) führ den Geburtenüberschuß mit Naturnotwendigkeit der Industrie zu, und zwar nicht deshalb, weil die Industrie hohe Löhne zahlt und das Stadtleben seinen Reiz auSübt, sondern weil die Landwirtschaft im Gegensatz zur Industrie einer steigenden Volksmenge nicht den Unterhalt gewähren kann. Aufgabe aller beteiligten Faktoren muß es allerdings sein, die mit der Industrie arbeit verbundene Gefährdung von Leib und Seele des Menschen auf ein Mindestmaß zu beschränken.
wie Oberhessen auf. Dieses, welches am Anfang des 19. Jahrhunderts Rheinhessen an Volkszahl bedeutend übertraf, 218 000 gegen 165 000, ist jetzt von Rhein Hessen
Rheinhessen
165 000
250 000
348 000
hatten am An
fang deS 19. Jahrhunderts gleiche Einwohnerzahlen. Es wird nicht mehr allzu lange dauern, dann weist Starkenburg die doppelte Volkszahl
Zu dem Artikel unter dieser Aufschrift svergl. unsere No. 206, 1. Bl.) erhallen wir von geschätzter Seite folgende sehr bemerkenswerte Zuschrift:
In dem Aufsatz „Jndustriearbeit und Gemütsbildung" in der letzten Samstagsnummer wird mit beredten Worten der günstige Einfluß der landwirtschaftlichen Arbeit auf den Menschen im Gegensatz zur Jndustriearbeit geschildert. Mit Wehmut wird die Tatsache festgestellt, das; Deutschland sich mehr und mehr zum Industriestaat entwickle. Aber — und nach dieser Hinsicht bedarf der gewiß beherzigenswerte Aufsatz einer Ergänzung — ist diese Entwicklung nicht naturnotwendig? Das deutsche Reich hat einen jährlichen Ueberschuß von 800 000 Geborenen über die Gestorbenen. Tie Landwirtschaft kann ihren Geburtsüberschuß nicht aufnehmen. Tics lehrt kein Gebiet eindringlicher als gerade die Provinz Oberhessen. Hier betrug während des Zeitraums 1871—1900 die Zahl der Geborenen 240 000, die Zahl der Gestorbenen 168 000. Die Bevölkerung von Oberhessen hätte sich also, wenn keine Wanderung stattgefunden hätte, in den 29 Jahren infolge des Geburtsüberschusses um 72 000 Personen vermehren müssen. Es hat jedoch tatsächlich, wie die Volkszählungen erweisen, nur eine Zunahme von 29 000 Personen stattgefunden, sodaß sich ein Wanderungsverlust von 43 000 Personen ergibt, gewiß ein recht bedeutender Verlust, denn er beträgt mcbr, als der Kreis Büdingen Einwohner zählt. Wohin sind diese 43000 Personen gekommen? Größtenteils ins Ausland!
Es ist eine bedauerliche, aber nicht zu ändernde Tatsache, daß die Verhältnisse in den ländlichen Bezirken eine Volksvermehrung nicht zulassen . Wenn also, wie dies im ganzen 19. Jahrhundert der Fall war, die Zahl der Geborenen die der Todesfälle übersteigt, so muß dieser Ueber- schuß anderwärts sein Unterkommen suchen. Und es ist immer noch besser, er findet dies in der heimatlichen Industrie, als daß die Leute in den besten Jähren ihres Lebens ins Ausland getrieben werden. So waren denn z. B. die fünf größten Städte des Großherzogtums — Mainz, Darmstadt, Offenbach, Worms und Gießen — imstande, in den 29 Jahren 1871—1900 einer Volksmenge von 70 000 Personen als Wanderungsgewinn Aufnahme zu gewähren. Zu. diesem kam dann noch der Gebürtsüberschuß von 60 000 Personen, sodaß diese fünf größten Städte sich um 130 000 Personen vermehren konnten.
Diese ungünstigen Bevölkerimgsverhältnisse der Provinz Oberhessen sind jedoch keineswegs erst neueren Datums. Oberhcssen hat immer große Wanderungsverluste gehabt, besonders vom Jahre 1846 an. Die schlimmste Zeit fällt in die Jahre 1852—1855. In diesen drei Jahren verlor Oberhessen 12000 Menschen durch Abwanderung. So kommt es denn auch, daß Oberhessen, was seine Volkszahl anlangt, während des 19. Jahrhunderts bedeutend hinter den zwei anderen Provinzen des Großherzogtums zurückgeblieben ist, wie folgende Zusammenstellung zeigt (die Bevölkerungszahlen der Provinzen auf den heutigen Gebietsstand be-
Mlitische Tagesschau.
Zum Kameruner Grenzstreit.
In kolonialen Kreisen gibt man sich nicht der Erwartung hin, daß die binnen kurzem beginnende Untersuchung der deutsch-französischen Grenzstreitigkciten in Kamerun durch eine gemischte Kommission den Tatbestand ohne Schwierigkeiten aufhcllen und friedlichere Verhältnisse herbeiführen werde. Vor dem Marokko-Zwischenfall, so meint man, wäre dies möglich, ja sogar wahrscheinlich gewesen, da bis dahin Deutschland und Frankreich stets gute Nachbarschaft im dunklen Erdteil gehalten hätten. Seitdem aber zeige sich auf feiten der französischen Kolonialbeamten eine Vor ein gen o Minen h eit rtnd Gereiztheit gegenüber Deutschland, die ein friedliches Nebeneinanderarbeiten der kolonialen Gesellschaften nahezu zur Unmöglichkeit mache. Nun, es darf wohl noch intmer erwartet werden, daß die nach Kamerun entsandten französischen Grenzkommiffare sich frei von sblchen Gefühlen halten, zumal da die deutsche Negierung der französischen in Bezug auf Marokko weit entgegenkommt. Sollte das nicht der Fall sein, dann könnte allerdings die Annahme gerechtfertigt erscheinen, daß der
Deutsches Reich.
Berlin, 5. Sept. Nach mehrmaliger Verschiebung and heute bei günstigem Wetter die Herbstparade des gesamten Garde-Korps auf dem Tempelhofer Felde tatt. Befehligt wurde die Parade von dem kommandierenden General des Gardekorps, v. Kessel. Die Fahnen sämtlicher Berliner Regimenter hatte die unter dem Befehl bc§ Prinzen Eitel Friedrich stehende Leibkompagnie des 1. Garde-Regis. ;u Fuß gebracht, während eine Schwadron Garde du Corps die der Kavallerie aus dem Schloß abgeholt hatte. Punkt 9 Uhr traf der Kaiser zu Pferde in der Uniform deS 1. Garde-Regiments zu Fuß mit dem Bande deS Schwarzen Adlerordens und dem Feldmarschallstabe in der Rechten ein. Die Kaiserin und die Kronprinzessin fuhren im Wagen nach, als der Kaiser die Front der Truppen abritt und jedes Regiment begrüßte. Hierauf nahm der Kaiser an der einsamen Pappel Aufstellung und einen zweimaligen Vorbeimarsch der Truppen vor, wobei er das 1. Garde- Regiment selbst der Kaiserin vorführte. Die Leibkompagnie befehligte Prinz Eitel, während der Kronprinz die zweite Kompagnie führte. Nach zweimaligem Vorbeiinarsch sämt- kicher Truppenteile folgte eine kurze Kritik, an deren Anschluß der Kaiser eine Reihe von militärischen Meldungen entgegennahm und Ordensauszeichnungen verteilte. Alsdann setzte sich der Monarch an die Spitze der Leibkompagnie des ersten Garde-Regiments, um die Fahnen nach dem Schloß zurückzubringen. Die Kaiserin unb die Kronprinzessin fuhren zu Wagen nach dem Schloß. Anläßlich der Parade war wiederum der Unterricht in den Schulen auSge- fallen. Im Schlöße fand sodann das Gala-Frühstück statt.
— Die zurzeit hier weilenden amerikanischen Parlamentarier, die auch heute der Parade auf dem Tempelhofer Felde beiwohnten, wurden später im königlichen Schloß vom Kaiser empfangen, der sich etwa eine halbe Stunde lang in herzlichster und ungezwungenster Weise mit den Herren unterhielt. Die verschiedensten amerikanischen Einrichtungen, besonders kommerzielle und finanzielle Probleme, wurden erörtert. Der Kaiser lenkte das Gespräch auch auf die Eisenbahnverivaltung und sagte, als die Amerikaner erklärten, den amerikanischen Eisenbahnen den Vorzug vor den deutschen zn geben, daS sei wohl richtig, aber Deutschland habe »bessere Landstraßen, was die Amerikaner auch bestätigten. Kaiser Wüyelm gedachte ferner der Verdienste des Präsidenten Roosevelt um den Friedensschluß und ließ die Anschauung der Amerikaner, daß Kaiser Wilhelm doch wohl daS größte Verdienst um daS Zustandekommen deS Friedens gebühre, unwidersprochen.
— Reichskanzler Fürst Bülow hatte gestern eine längere Unterredung mit dem französischen Botschafter, Bihourd. Wie verlautet, wird sich der für den Gesandtenposten in Tanger ausersehene Geh. Legationsrat Dr. Rosen nach Paris begeben, um bestimmte Fragen mündlich zu besprechen, über die vor dem Zusammentritt der Marokko- Konferenz noch eine Verständigung herbeizuführen ist.
— Seit einigen Tagen weilt Abdulla Pascha, Gouverneur der Provinz Harrar von Abessinien, in Berlin und hat von seinem Herrscher, dem NeguS Menelik, den Auftrag erhalten, hiesige Fabriken zu besichtigen, um an sie späterhin größere Aufträge zu vergeben.
Wilhelmshaven, 5. Sept. Sämtliche Schiffe der aktiven Schlachtflotte haben den Hafen verlasien. Das Flottenflaggschiff „Kaiser Wilhelm II." liegt zum Auslaufen fertig in der Kammerschleuse und geht morgen in See. Auf der Reede ankern einige Kreuzer und Panzer. Der Chef des Admiralstabes, Admiral Büchsel, ist von Berlin hier eingetroffen und befindet fich auf dem Flottenflaggschiff. Der Chef deS Marinekabinetts, Frhr. von Senden-Bibran, der gleichfalls aus Berlin eingetroffen ist, besichtigte die neuen Docks und die Hafenarbeiten und begab sich auf den grchen Kreuzer „Prinz Heinrich".
Graudenz, 5. Sept. Der wegen Aufreizung zu Gewalttätigkeiten steckbrieflich verfolgte ReichSlags- abg. Ku lersti hat dem hiesigen Gericht seinen Aufenthalts- ort mitgeteilt mit dem Hinzufügen, daß er im November in Graudenz eintreffen werde. Er fügte zwei ärztliche Atteste bei, in denen übereinstimmend erklärt wird, daß er wegen Erkrankung mindestens zwei bis drei Monate der Ruhe bedürfe.
Thorn, 5. Sept. Eine gestern abend im polnischen Museum einberufene polnische Wählerversammlung wurde wegen Ueberfüllung des Saales zweimal aufgelöst. Bei der zweiten Auflösung half das Militär, welches die Menge auf der Straße mit aufgepflanztem Seitengewehr auSeinandertrieb.
Kirche und Schule.
— Die Zahl der Protestanten. Nach einer Statistik von dem früheren Gießener, jetzigen Göttinger Universitäts-Professor Dr. theol. F. Kattenbusch in dem 16. Bande der Realenzyklopädie für protestantische Theologie und Kirche zählt der Protestantismus auf der ganzen Erde rund 180 Millionen Anhänger. Von diesen kommen auf die Vereinigten Staaten von Nordamerika bei einer Gesamtbevölkerung von 79 Millionen 65 bis 66 Millionen. Großbritannien hat etwa 37 Millionen Protestanten (insgesamt 4Zi/ Millionen Einwohner), das Deutsche Reich gut 35 Millionen Protestanten in nicht weniger als 37 „Landes
kirchen" (insgesamt reichlich 56 Millionen Einwohner), Schweden und Norwegen 7l/t Mill., Dänemark 21/, Mill., Rußland (besonders (Ostseeprovinzen und Finland) 6 Mill., Ungarn gegen 4 Mill., Holland 3 Mill., Schweiz 2 Mill., Frankreich l/a Mill., Oesterreich Mill. Dazu kommen außerhalb Europas in den englischen Kolonien (besonders Kanada, Australien, Indien, Südafrika) rund 10 Mill., und die Missionskirchcn mit etwa 4 Mill. Protestanten. Nach den Hauptrichtungen innerhalb des Protestantismus sind zu zählen: 1. Lutheraner, insgesamt 56 Mill., wovon 32 Mill, auf Deutschland fallen (die „Unierten" wesentlich den Lutheranern zugerechnet), 2. anglikanische Kirche etwa 29 Mill., 3. Reformierte, d. h. die mit dem CalviniSmus in Verbindung zu bringenden Kirchen und Sekten, in Europa 32 bis 33 Mill., in Amerika etwa 57 Mill., anderswo etwa 10 Mill., insgesamt rund 100 Millionen.
Hauptversammlung der deutschen Iorstmänner.
(Original-Bericht des Gießener Anzeigers.)
R. B. Darmstadt, 5. Sept.
Unsere jetzt im Zeichen des Gartenbaues stehende Residenz zeigt heute wiederum ein lebhaftes Bild. Hunderte von schmucken Grünröcken durchziehen die Straßen und gaben auch gestern nachmittag der Gartenbauausstellung mit den Tausenden der bunten Kinder der herrlichen Flora ein farbenglänzendes Gepräge. Die deutschen Forstmänner sind zu ihrer 6. Hauptversammlung und zur Abhaltung der 33. Forstmännerversammlung hier zusammengekommen und aus diesem Anlaß prangr auch der städtische Sa-albau im reichsten Waldesschmuck, mächtige Geweihe zieren die hohen Säulen des großen Saales. Nachdem schon gestern abend etwa 500 Teilnehmer hier zur ersten Begrü^mg in geselligster Weise vereinigt waren, begann heute früh um 8 Uhr die Hauptversammlung. Unter den anwesenden Ehrengästen waren Finanzminister Gnauth, Geh. Oberfinanzrat Fuchs und sämtlicye Mitglieder der Forstabteil- uny des Ministeriums, als Vertreter der Stadt Oberbürger, meister Morneweg il a.
Der Vorsitzende des Vereins, Hoskammerpräsident von Stünzner-Berlin, eröffnete die Versammlung mit einer herzlichen Begrüßung der aus allen Gauen des Reiches herbeigekommenen Mitglieder und brachte unter freudiger Zustimmung aller ein dreifaches Hoch auf Kaiser Wilhelm und Großherzog Ernst Ludwig aus. Dann nahm Frnanz- minister Gnauth das Wort, um die deutschen Forstmänner namens der Großh. Regierung herzlich zu begrüßen. Er sprach den deutschen Forstmännern seine Freude darüber aus, daß sie in diesem Jahre wieder Darmstadt zu ihrem Versammlungsorte wählten. Die Herren, die schon auf der Versammlung im Jahre 1886 in Darmstadt waren, würden zweifellos auch die besonderen Fortschritte erkennen, die Hessens Forstwesen in dieser Zeit gemacht habe, dank namentlich der ersprießlichen Tättgkeit des Geh'. Rats Wrl- brand.
Oberbürgermeister Morneweg hieß die Forstmänner namens der Stadt willkommen und sprach die Hoffnung aus, daß sie sich alle in Darmstadt und seinen herrlichen Waldungen, denen die Stadt zum Teil ihr Blühen und Gedeihen verdanke, wohlfühlen und schöne Erinnerungen von hier mitnehmen möchten.
Der Vorsitzende sprach beiden Rednern,für ihre freundlichen Worten herzlichen Dank aus itnb die Versammlung ehrte sie noch besonders durch Erheben von den Plätzen.
Ter erste Punkt der Tagesordnung betraf die Beschlußfassung über Ort, Zeit und Verhandlungsgegenstände der nächstjährigen Hauptversammlung, worüber Oberforst- meister Riebel referierte. Es wurde beschlossen, die nächste Hauptversammlung Mitte August nächsten Jahres rn Danzig abzuhalten. Ucber die Prüfung der Anwärter des mittleren Forstdienstes der Privaten, Gemeinden und Stiftungen referierte Oberforstrat Dr. v. F ü r st - Aschaffenburg. Es wurde beschlossen, die erste Prüfung der Anwärter nächstes Jahr in Darmstadt stattfinden zu lassen.
Ucber die Neuwahl der Landesobmänner für den Zeitraum von 1906—1910 erstattete Hofkammerpräsident von S tü n z e n Berscht, worauf die Versammlung die vom <yorft- wirtschastsrat vorgeschlagencn 16 Herren einstimmig zu Landesobmännern wählte, darunter Frhrn. Spiegel von und zu Pekelsheim, Regierungs- und Forsttat zu Danzig, Frhrn. Dr. v. Sch orlemer-Alst, Vorsitzender der Land- wirtschaftskammer für die Rheinprovinz, Forsttat Witt- mer-Karlsruhe, Oberforstmeister Hein mann-Darmstadt, Geh. Forstrat Reiß-Offenbach u. a.
Tie Reihe der Vorttäge eröffnete hierauf Rittergutsbesitzer v. S a l i s ch - Postel über das Thema: „Die W a l d - schönheitspflege als Aufgabe der Forstverwaltung". Ter Reoner führte aus, er tteue sich, gerade an dieser Stelle ein solches Thema zur Sprache zu bringen, in einem Lande, dessen Fürst selber ein jo hervorragender Schützer und Förderer seiner schönen Waldungen sei. Die Pflege des Schönen sei von jeher ein inneres Bedürfnis für den Menschen gewesen und schon aus den ältesten Zeiten nachzuweisen. Es sei eben eine (Wabe Gottes, und gewinne dadurch noch einen ganz besonderen Wert, daß es in innigster Verbindung mit der Sittlichkeit stehe. Der Forstmann habe anscheinend nur materielle Güter zu pflegen, doch habe er auch die Pflicht, die Liebe und das Interesse zum Wald hochzuhalten. Dadurch sei er auch in der Lage, auch im idealen Sinne zu wirken. Das Streben müsse dahin gehen, auch die Wirtschaftswäldcr mit Schönheit zu zieren, aber es müsse das richtige Maß gehalten werden. Ter deutsche Wald sei von Natur so schön, daß man sich hüten müsse, ihn zu verkünsteln. Man dürfe jedenfalls nicht ohne (Wuntb ausländische Bäume zur angeblichen Verschönerung heranziehen. In der Schönheitspflege des Waldes liege jedenfalls eine hohe Aufgabe, die dazu führen solle, die Menschen zu beglücken und die Freude am Das ein zu erhöhen. (Lebh. Beifall.)
Als Korreferent führte Obevforsttat Dr. Walther- Tarmstadt die einzelnen vom Vorredner erörterten Punttc noch naher aus. Die SchönheitsütteLe des Waldes prim*


