yerzognnn ernanni. — ^n-mnrnt wurden ferner der Aktuar bet dem Amtsgericht Fürth Göbel zum Aktuar in Offenbach, der Aktuariatsasfiftent bei dem Amtsgericht Gießen, Plack, zum Aktuar in Lampertheim, der Äktuariatsasffstent bei dem Amtsgericht Zwingenberg Schmitt zum Aktuar in Fürth, der Ämtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Schotten, Dörr, zum Amtsgerichtsdiener in Lampertheim, der Fußgendarm Lssingcr in Schotten zum Amtsgerichtsdiener in Schotten.
** Sitzung des Provinzialausschusses. Am Mittwoch dem 10. d. MtL., vormittags V-9 Uhr beginnend, findet eine Sitzung des ProvinzialauSschusies der Provinz Oberheffen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Hilss- bedürftigkeit der Eheleute Ludwig Thalmann in Burg- Gräfcnrode; hier: Klage des OrtsannenverbandeS Burg- Gräfenrode gegen den Landarmenverband Friedberg. 2. Gesuch des Johann Michael De sch zu Bleichenbach um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft. 3. Gesuch deS Heinrich Luft III. zu Hartmannshain um Erlaubnis zum Kleinhandel mit Branntwein.
* * Der Kaiser und der Großherzog in Mainz. <uf der Rückreise von Wiesbaden, wo der Kaiser am 17. Mai den Festspielen beiwohnt, wird er, wie nach dem „M. Tgbl.* verlautet, in Gesellschaft des Großherzogs nach Mainz kommen. Ob es sich nur um einen kurzen Aufenthalt oder um eine Truppenbesichtigung handelt, steht noch nicht fest, doch trifft ptan für den zuletzt genannten Fall bereits die Vorkehrungen.
LU. Dio von Sr. Kgl. Hoh. dem Großherzog ^ur Erinnerung an Allerhöchstderen Vermählung gestiftete Medaille ist dem Rektor der Landesuniversität Geh. Medizinalrat Prof. Dr. VossiuS, sowie dem sind. jnr. Friedrich Scholl aus Mainz, dem stud. for. Ludwig Nicolaus auS Hausen und dem stud. math. Robert Voppendieck aus Veltheim verliehen ivorden.
• • Die Oberhessische Gese llschaft für Natur- tinb Heilkunde veranstaltet nächsten Dienstag, den 9.d.M., abends 8 Uhr im Hörsaal des physikalisch-chemischen Instituts (Goethestraße 55) eine Sitzung, wobei Professor Elbs über synthetische Arzneimittel sprechen wird. (Siehe Inserat). Gäste sind willkommen. An die Sitzung schließt sich eine außerordentliche Hauptversammlung.
• • Promenadenkonzert findet morgen Sonntag um /salb 12 Uhr in der Südanlage mit folgendem Programm statt: 1. Ouvertüre zu Schillers „Turandot" von Lachner. 2. Maritana-Walzer von Dellinger. 3. Schillerfeier-Festmarsch von Meyerbeer. 4. Armeemarsch Rr. 10. — Unsere Regimentsmusik konzertiert morgen nachmittag 4 Uhr im Philosophenwald und abends 8 Uhr im Reuen Saalbau.
*1 Das Großh. Regierungsblatt Nr. 16 enthält: 1. Gesetz, die Forstverwaltimg int Großher^ogtmn Hessen betreffend. 2. Bekanntmachung, die Dienstzeichen der Bürgermeister der Städte betreffend. 3. Bekanntmachung, die Verleihung der Rechtsfähigkeit an den Verein für den Bau und Betrieb der Wasserversorgungsmrlage des Selz-Wies- hachgebietes zu Wörrstadt betreffend.
* * „Die kommunale Vermögensbesteuerung m Hessen^ behandelt Prof. Dr. Biermer in einer soeben bei Emil Roth hier erschienenen Broschüre. Der Versaffer greift den RegierungSentwurf und auch den Berichterstatter des Ausschusses an und übt scharfe Kritik.
* * Verschüttet. Beim AuSschachten eines Kanals am hiesigen BahnhofSumbau rutschte gestern nachmittag eine Wand ein und verschüttete den Arbeiter Müller von Langgöns. Da die Bodenverhältniffe günstig, und Müller alsbald aus seiner gefährlichen Lage befreit werden konnte, kam er tit einer Quetschung am rechten Unterschenkel davon.
* * Diebstahl. Ein hiesiger Einwohner entdeckte gestern, /aß seinem Weinkeller in den letzten Tagen ein Besuch abgestattet worden war. Einige Flaschen vom Besten, der sich tm Keller befand, waren verschwunden. Der Dieb hat die Eingangstür benützt, und nur das Vorhängeschloß vor dem inneren Keller zeigte gewaltsame Beschädigungen.
• * Erm ittelt. Der Radfahrer, welcher am ver- siossenen Sonntag abend auf der Straße Annerod-Gießen eine Frau umrannte und unerkannt davonfuhr, wurde fest- gestellt. Ebenso gelang es, den Täter zu ermitteln, welcher in einer der letzten Rächte an einem Hause in der Marburger- Qraße Fensterscheiben einwarf.
• • Eine tätowierte Schönheit, „Miß Cärri", 6ßt sich zurzeit im Gasthaus zum Adler (nicht in der Menagerie) sehen. (Siehe Inserat).
^Bekämpfung der Tuberkulose durch das Hehringsche I m p s v e r f a fir e n. Schon vor mehreren Jahren ließ das Ministerium in Sondershausen uneit Tierarzt an einem Lehrkurse v. Behrings in Marburg teilnehmen, der die Erlernung eines Impfverfahrens ;egen Tiertuberlülose zum Zweck hatte; bald darauf wurden lucft auf der fürstlichen Domäne Schernburg, deren Pächter leinen Rindviehstano zur Verfügung stellte, Impfversuche ingestellt, die sich vorzüglich bewährten. Da mittlerweile tuid) anderwärts die Behring'sche Impfung gute Erfolge aezeitigt hat — im Großherzogtum Hessen wird sie durch beamtete Tierärzte auf Staatskosten ausgeführt — hat die Landwirtschnstskammer Sondershausen sich der Sache angenommen, um möglichst in allen Gemeinden des Fürstentums mit der Impfung gegen diese gefährlichste und verbreitetste Krankheit der Rindviehbestände vorzugehen, und zu den Kosten aus eigenen Mitteln beigetragen. Auch der landwirtschaftliche Bezirksverein Sondershausen ist der Angelegenheit nähergetreten und hat versucht, das Interesse cm dem Vorgehen der Landwirtschaftskammer zu fördern.
” D ie B o denbenutzltng in Hessen. Im Jahre 4904 waren im Großherzogtum angebaut: 28,149 Hektar Winterweizen, 1163 Hektar Sommerweizen, 3884 Hektar Winterspelz, 71,125 Hektar Roggen, 56,206 Hektar Gerste, 1654 Hektar Menggetreide, 52,039 Hektar Hafer, 225 Hektar Buchweizen, 2537 Hektar Erbsen, 311 Hektar Ackerbohnen, 66,158 Hektar Kartoffeln, 26,212 Hektar Futterrüben, 6734 Hektar Zuckerrüben, 1309 Hektar Möhren, 1471 Hektar weiße Rüben, 2025 Hektar Kohlrüben, 2155 Hektar Kraut. Stuf den Kreis Offenbach kamen davon an Hektaren Winterweizen 93, Sommerweizen 5, Roggen 4563, Gerste 70, Menggetreide 10, Hafer 1818, Buchweizen 1,4, Erbsen 28, Ackerbohnen 16, Kartoffeln 4310, Futterrüben 993, Zuckerrüben 39, Möhren *73, weiße Rüben 364, Kohlrüben 134 und Kraut 99. Mit Futterpflanzen waren im Großherzogtum 44,700 Hektar an- gebaut, davon kamen aus den Kreis Offenbach 1097 Hektar; Wiesen 94,293H ektar, davon im Kreise Offenbach 3966 Hektar. Der Bestand der Weinberge umfaßte in Hessen 15,014 Hektar,
davon kommen aus Rheinhessen 12,864, Starkenburg 397 und Oberheffen 10,7 Hektar. Den bedeutendsten Weinbau hat der Kreis Oppenheim mit 4725 Hektar, es folgen Bingen (3391), Worms (2520), Alzey (2401), Mainz (1170), Bensheim (418), Heppenheim (302). Geringeren Weinbau haben die Kreise Dieburg (54) und Büdingen (17). Ganz ohne Weinbau sind die Kreise Offenbach, Gießen, Alsfeld, Friedberg, Lauterbach und Schotten.
* • Landschulen in der Menagerie. Gestern besuchten mehrere Klaffen der Volksschule aus Bieber, Dutenhofen und Hochelheim in Begleitung ihrer Lehrer unsere Stadt, um die Menagerie auf Öswaldsgarten zu sehen. Die Kinder aus Hochelheim waren auf Leiterwagen hierher gefahren, und der dicht mit Mädchen besetzte Wagen erregte wegen der bunten ländlichen Tracht der Kinder großes Aussehen.
** Lehrer Personalien. Aus Darmstadt wird uns drahtlich gemeldet: Lehramtsaspirant Jak. Momberger aus Münster (Kreis Gießen) wurde für die erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Grüningen bestätigt. — Dem Schulamtsaspiranten Ad. Sta ubach aus Bauernheim (Kreis Friedberg) tvurde eine Lehrerstelle an der höheren Bürgerschule zu Hungen übertragen.
i Bad Nauheim, 5. Mai. Vis zum 4. Mai 1905 sind 1794 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 1442 anwesend waren. 14 688 Bäder wurden bis zum 4. Mai abgegeben. Unter den angekommenen Fremden befinden sich Ihre Hoheit die Herzogin-Mutter von Anhalt und Ihre Hoheit die Fürstin von Schwarzburg-Sondershausen.
rm Helden bergen, 4. Mai. Bei dem bereits gemeldeten Einsturz der neuen Brücke über die Ridder ist nur das eine Wagenpferd derartig verletzt, daß es getötet werden mußte. Die Verletzung des Fuhrmannes ist infolge einer Quetschung des Schenkels nicht unerheblich, sodaß er längere Zeit zu Bett liegen muß. Die Ursache des Einsturzes ist noch nicht festgestellt, doch dürste sie vor allem darin zu suchen sein, daß die Brücke überhaupt zu leicht gebaut wurde, da sie nur auf 100 Zentner Tragfähigkeit berechnet war. Sie sollte zwar nur zur Abfuhr von Heu re. aus den Wiesen dienen, doch wäre auch bei Benutzung nur zu diesem Zwecke die Maximalgrenze der Tragkraft leicht erreicht worden, z. B. bei der Ueberfahrt eines mit 4 Pferden bespannten Heuwagens. Ob Konstruktionsfehler vorliegen, wird wohl bei den Abräumungsarbeiten ermittelt werden. Offenbar hat hier das S va rsa m keits sy stem wieder einmal zu einer gehörigen Verteuerung des ganzen Baues geführt.
Wetterfeld, 6. Mai. In dieser Woche wurde mit den Fundamentierungsarbeiten zur Erbauung einer Molkerei angefangen. Es ist dafür ein Betrag von 30 000 Mk. vorgesehen. Als Direktor der Molkerei wurde Bürgermeister Krauß hier gewählt.
+ Herbstein, 4. Mai. DaS eritc Kurhotel des neuen Luftkurorts Hochwaldhausen ist mit Beginn des Frühjahrs eröffnet worden; es führt den Namen Gasthaus zum ,Felsenmeer". Architekt L. Hofmann-Herborn hat das stattliche Gebäude im Vogelsberger Bauernstiel erbaut. Das Kurhotel hat außer großen Wirtschaftsräumen zwanzig Logierzimmer. Noch in diesem Frühjahr sollen weitere fünf Logierhäuser erbaut und das Aerzteheim in Angriff genommen werden.
a Oberbiel, 5. Mai. In dem Herrenhaus der Fabrik „Eisenwerk Lahn" brach heute Feuer aus. Dem Einschreiten der durch die Fabrikarbeiter unterstützten hiesigen Feuerwehr ist eS zu danken, daß der Brand bald gelöscht wurde und sich bei dem herrschenden Sturm nicht auf die mit dem Wohngebäuden zusammenhängenden Fabrikräume übertrug.
Darmstadt, 5. Mai. Äm 7. b. M. wird, wie die „D. Ztg." schreibt, zu Athen die Tai, f e der neugeborenen Prinzessin-Tochter Ihrer Kgl.^Hoheiten des Prinzen und der Prinzessin Andreas von Griechenland stattfinden. Unter den hohen Taufgästen werden sich Se. Durchs, der Prinz und I. Großh. Hoheit die Prinzessin Ludwig- von Battenberg befinden. Die Prinzessin gedenkt gegen Mitte des Monats von dort zurückznkehren.
RB. Darmstadt, 5. Mai. lieber den weiteren Verlaus der Beratung des Sonderausschusses für die Gemeinde- iteuerrefürin können wir heute berichten, daß über die hauptsächlichsten Differenzpunkte in der Vorlage zwischen Regierung und 9lusschuß eine volle 93 e r ft a n digung erzielt worden ist. Der Ausschuß hat gestern mit dem Finanzminister besonders über die Art. 7—16 der Vorlage, welche von der Steuer tm Gewerbebetrieb handeln, eine eingehende Aussprache gehabt und auch über den vielumstrittenen Art. 11 nähere Bestimmung getroffen. Der Ausschuß setzte fest, daß für den Fall, wenn die nach dem Anlage- und Betriebskapital sich berechnende Steuer in einem ausfälligen Mißverhältnis zu den Aufwendungen, die durch den Betrieb der Gemeinde verursacht werden und zu dem Ertrgg des Betriebes steht, für das betreffende Steuerjahr zu dem Wert des Anlage- und BetriebSkapstals ein entsprechender Zuschlag gebildet oder von diesem Wert ein angemessener Abstrich gemacht oder auch der Betrieb steuerfrei gelassen werden kann. Statt diesen Bestimmungen wurde eine präzise Fassung vereinbart, durch welche jede Willkür der Gemeinden ausgeschlossen werden soll. Viel Anlaß zur Debatte gaben ferner zwei Anträge des Abg. Haas, welche die Befreiung der ländlichen Konsumvereine von der föemerbeüeuer bezweckten. Auch hier, wie über die verschiedenen Meinungen bezüglich der gemeindlichen Kapitalbesteuerung ist eine Verständigung erfolgt, sodaß für die weitere Beratung, die Mitte nächster Woche zum Abschluß fominen dürste, die Anwesenheit der Regierungsverrreter nicht mehr erforderlich ist.
Frankfurt, 6. Mai. Se. Königs. Hoheit der Groß- kl erzog von Hessen kam gestern vormittag gegen 11 Uhr von Darmstadt im Automobil hier an, und fuhr, nachdem er mehrere Einkäufe in der Stadt gemacht und das Atelier deS Malers Hermann Dumler besucht hatte, nachmittags wieder zurück. — Der Chef des Zivilkabinetts deS Kaisers und Königs, Exzellenz von LueanuS, traf gestern früh 6 Uhr 15 Min. von Berlin hier ein und reifte 6 Uhr 28 Min. nach Karlsruhe weiter. Um 9 Uhr 15 Min. kam der Reichskanzler Graf Bülow von Berlin und fuhr nach kurzem Aufenthalt ebenfalls nach Karlsruhe weiter.
Fulda, 6. Mai. Die Landgrafin von Hesse«, geb. Prinzessin von Preußen, verlegt ihre Hofhaltung am 3. Juni nach Schloß Adolfseck, um der Festoktav zu Ehren des Bonifatius-Martyriums beiwohnen zu können. Für die große Reliquien-Prozession hat die Landgräsin die erste Etage des dem BonisatiuS-Denkmal gegenüber liegenden Hotels „Zmn Kurfürsten" gemietet. Am Pfingstsonntag findet allgemeine Illumination und am Abend darauf ein Fackelzug vom Frauenberge auS zur bischöflichen Kurie, wo alle geistlichen Würdenträger versammelt sind, statt. Damit schließt die weltliche Feier, für welche etwa 25 000 Mk. aufgewendet werden.
* Kleine Mitteilungen aus Hessen und- den N a ch b a r st a a t e n. In S t o ck h a u s e n bei Lauterbach feierte der Lehrer Job. Wasser sein 25jahriges Jubiläum als Lehrer der dortigen Schule, an der er seit seinem Abgang vom Lehrerseminar Friedberg 1680 ununterbrochen wirkt. — In Herborn begeht Viarrer Beh sein 50jähriges Dienstjubiläum. — Der Berg'- werksbesitzer Karl Grün, der Vorsitzende der Handelskammer in Dillenburg, ist zum Komerzienrat ernannt worden. — Die in Herborn im vorigen Herbst gegründete Bauaenossenschaft zählt jetzt 117 Mitglieder mit 200 Geschästsanteilen. Sie hat 15 Häuser für je eine Arbeiterfamilie im Ban und an 11 Genossen Baudarlehr? in der Höhe von je 4500 Mk. gewährt.
* Der „Kinder h ilssra g^, der dieser Tage in Bgrlin stattgefunden hat, muß als mißlungen bezeichnet werden. Nach dem Plane der Veranstalter sollten „10 000 liebliche Mädchen mit gleichmäßigen Schärpen und Nosenkränzen" auf Sammlung ausgeschickt werden. Die einmütige Stellungnahme der Berliner Presse gegen die Veranstaltung hat zur Folge gehabt, daß mehr als die Hälfte der Eltern ihre Zusage zurückzogen,' sodaß man sich genötigt sah, die Lücken durch Erwachsene auszufüllen. Man brachte auf diese Weise 7788 Sammler zusammen, unter denen sich allerdings noch immer ein starker Prozentsatz halbwüchsiger Mädchen befand. Die Bevölkerung verhielt sich in ihrer großen Mehrheit ablehnend gegenüber der Veranstaltung; das scheint wenigstens daraus hervorzugehen, daß zahlreiche Sammlerinnen, entmutigt durch die vielen ^Weisungen, schon bald ihre Tätigkeit einstellten. Die öffentliche Rechnungsabgabe soll erst in einigen Tagen erfolgen, doch haben, wie man uns mitteilt, die meisten Damen des Komitees nur 40—50 Mk. eingesammelt. Berliner Blättern zufolge wurden mittags und abends auch Restaurants und Gases aufgesucht, ja es wurde mehrfach beobachtet, daß halbwüchsige Mädchen auf offener Straße Herren zu Beiträgen Äufforderten. Vier Backfische erschienen auf den Schulhöfe:: des Gymnasiums' zum Grauen Kloster und sammelten bei den Sekundanern und Primanern, denen die Sache natürlich einen beträchtlichen Svaß machte. Ms der Direktor der Anstalt der Sache ein Ghtoe machte, wurde von einer alten Dame die inständige Bitte ausgesprochen, doch um des guten Zweckes willen nicht hindernd einzugreisen.
* Paris, 5. Mai. Auf dem Montmartre wurde gestern Nacht ciu scheußlicher Rau bm o.r d begangen.. Die Besitzerin einer Garküche, eine etwa 50 jährige Frau, die für sehr wohlhabend galt, wurde durch eine große Anzahl Messerstiche getötet, als Leiche in ihrem Laden aufgefunden. Der Blutverlust war so groß, das; das Blut unter der jnr Straße führenden Tür hindurch auf das Straßenvflaster aeslosseu war. Es wurde fest- gestellt, daß die Tat von drei Männern begangen worden war, die gegen Mitternacht in den Laden gekommen waren und Essen bestellt hatten. Während die Wirtin den Tisch deckte, waren sie mit Messern über sie hergesallen. Bis jetzt fehlt von den Verbrechern jede Spur.
* Ein mysteriöse Explosion. Auf dem Postamte Stockholm explodierte eine Sendung aus dem Auslände, wobei einer Postbeamtin zwei Finget abgerissen und zwei andere Beamte verletzt wurden. Tie Sendung enthielt eine Flasche mit bräunlichem Pulver, z-ugleich mit Preismrant und einem Rektamczjrkular und stammt angeblich von der Berliner Parfümeriefabrik P. Schröder. Dem Zirkular z-ufolge enthielt die Fluscbe eine neue Art Parfüm von der Firma Rallet u. Co., Paris und Moskau. Die Polizei nahm sofort eine Untersuchung der Angelegenheit vor. In dem Zirkular wird mitgeteilt, daß die Firma 10 000 Probeflaschen über gau) Skandinavien versandt habe. Die Firma P. Schröder erklärt indes, daß sie mit dieser Angelegenheit nickt in Verbindung stehe; sie habe niemals ettvas nach Schweden geschickt.
* V er da u u n gsp h i l o so p h ie. „Es ist merkwürdig, wie viel dumme Menschen es gibt, Herr Geheimrat!" — „Tja, und gewöhnlich einen mehr als man glaubt. („Simplicissimus.")
* Ländlich. „Sie, Fräulein, das Bier ist io ganz trübe!" — „Himmelherrgottsakra, heut is schon der Dritte, der dös sagt. Jetzt mirkts enks endlich, Stadtfrack ausg'sctzamte, daß dös fon trübs Bier, daß dös nur a dreckigs Glas is?"
* Kleine Tageschronik. Der Redakteur der Parises „Autorite" Gaucher, welcher in der Kunstausstellung das Bild des ihm politisch antfiwthischeu Generals Verein mit seiu-em Stock durchlöchert hatte, erhielt den Brief eines verabschiedeten Offiziers uamans Laparte, worin dieser die Haltung des Redakteurs Feigheit nennt. Infolgedessen sandte Gaucher dem Offizier feine Zeugen. — In Ingolstadt erschoß sick die Schauspielerin Eugenie K'och in der Wohnung ihro^ abwesenden Geliebten, eines Leutnants.
Gorichlssaal.
(p.) Wetzlar, 5. Mai. Im Streitfälle des hiesigen Vorschuß- und K r e d i t v e r e i n s gegen seinen früheren Vorstand und Aufsichtsrat wurde im bentigmt Verhandlungstermin vor dem Landgericht Limburg eine im allseitigen Interesse Itegenbc. Einigung nicht erzielt, toeü ber frühere Kassierer Gäus jede regreßpflichtige Verfehlung bestritt.
Knivrrsttäts-MaÄrichtr-n.
x Auch das Rektorat der Technischen Hochschule zu H a n n o v e 1 hat gegen den Erlaß des prenß. Kultusministers vorn 16. Mcirä Stellung genommen und sich in einer Eingabe an den Kultusminister für die Aufrechterhaltung der akademischen Freiheit ausgesprochen.
X Die S t u d e n t e u s ch a s t der E b a r l o t t e n b arger Hochschule veranstaltete am.Donnerstag einen feierlichen Zug von der Hochschule zu ihrem Vereinshause. Der Rektor der uni» versität hatte ihrem Ausschuß die bisher inne gehabten Z i m m e r in d e r H ochschule gekündigt und erklärt, daß der Auszug iiuwrhalb drei Tagen stattsinden müsse. Daraufhin versammelteir sich mehr als lausend Studenteir vcn der Hochschule, die Zimmer wurden geräumt und die Akten, Fahnen u. s. m. an die Einzelnen verteilt.
Der Rheinisch Westfälische Effektenmarkt:
Mülheim-Ruhr, ben 5. Mai.
Die Tendenz des Ko hle n ku xe n markt es ist nicht fl'attft einheitlich. Vereinzelte schwere Werte wie Ewald und König Ludwig waren noch ziemlich rege gesucht imb tonnten zum Teil ihre Kurse sogar etwas erhöhen, dagegen waren Augusta Viktoria, Graf Schwerin, Mont Cenis, Konstantin der Große unb Herkules billiger erhältlich. Leichte Werte wenig verändert mb meistens etwas abgeschwächt. — Der K' a likuxenmarkt zeigte gegen gestern keine wesentlichen Veränderung eil und war der Verkehr im allgemeinen ruhig. Carlstunb und Hohen-ollern notieren


