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6.4.1905 Erstes Blatt
 
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Donnerstag 6t April 19(Ki

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Deutsches Reich.

Berlin, 5. April. Ter Kaiser hat nach derN. Pol. Korr." die Witwenpension der Frau Minister v. Hammer st ein verdoppelt.

Der Vertreter der preußischen Regierung bei der Andersen-Feier in Odensen auf Fünen, Reg.-Rat Matthias, erhielt vom Reichskanzler folgendes Tele­gramm:Bitte begrüßen Sie das Andersen-Komitee auch in meinem Namen. In aufrichtiger Verehrung für den dänischen Dichter, d.er mit seinen Werken voll tiefen Gemüts und sonnigen Humors auch in Deutschland bei Groß und Klein kein Fremder ist, nehme ich an der Hundertjahrfeier herzlichen Anteil. Der Bürgermeister antwortete mit einem Telegramm, indem er erklärte, daß es für die Odenser eine Freude gewesen sei, den Vertreter der Regierung empfangen zu können, und daß das Telegramm des Reichs­kanzlers dem Festtage besonderen Glanz ver­liehen habe.

Die Gesetzgebung der Vereinigten Staaten von Ame­rika betreffend die Personenbeförderung nach dem amerikanischen Staatsgebiete, hot durch ein am 9. Februar 1905 vollzogenes Gesetz eine Abänderung er­fahren. Dies Gesetz, welches am 1. Juli 1905 in Kraft treten soll, bestimmt, daß jeder Schiffskapitän den Zoll­beamten eine genaue, beschworene Passagierliste vorzulegen hat. Der Sekretär für Handel und Gewerbe soll befugt sein, von Zeit zu Zeit Vorschriften über die An­gaben, welche diese Liste zu enthalten hat, zu machen. All­gemein soll sie Alter und Geschlecht, sowie eine Anzeige darüber enthalten, ob der Passagier verheiratet und Bürger der Vereinigten Staaten ist, wieviel Gepäckstücke er hat, und welche Kabine er bei der lieberfahrt hatte. Auch Passagiere, die auf der Reise gestorben sind, sollen aufgeführt werden.

Deutlch-Südwcstafrika.

Ein Telegramm aus Windlmk vom 26. März meldet: Im Gefecht b e l G r o ß - H e u f i § gefallen: Leutnant der Reserve Elsner, früher im Husarenregiment Nr. 16 ; Reiter Karl Schimmel, geboren am 25. Aug. 1883 zu Besse, früher Füsilier- Regiment Nr. 39. Am 26. März bei Kranzplatz nördlich von (Aibeon gefallen: Gefreiter Gustav Hermann, geboren am 20. März 1881 zu Norm, früher Feldartillerie Regiment Nr. 56; Steiler Max Anderseck, geboren am 18. Juli 1878 zu Polsnitz, früber Feld urtillerie-Regiment Nr. 21.

Die enormen Rotten, die der Aufstand dein Reiche ver- iirsacbt, lasseii es dem Oberrechnungshof in Po'tsdam wünfcheiiswerl erscheinen, zwei Beamte Ende Avril nach Afrika zu entsenden.

VoMilche Tagesschau.

Zur Marokkosrage.

Unser Berliner -N-Mitarbeiter schreibt uns, es sei nicht unwahrscheinlich, daß dem Reichstag ein Weißbuch über die Marokkofrage zugeht. Es ergiebt sich an- gesichts der fortgesetzten Entstellungen des Sachverhaltes durch die von Delcassö informierten Pariser Blätter immer mehr die Notwendigkeit, aktenmäßig den wirklichen Hergang zu schildern. DelcassL, der in seinen Erwiderungen immer das umgeht, woraus es ankommt, nämlich die volle Unabhängig­keit Marokkos nach jeder Richtung hin, anzuerkennen, wird denn wohl endlich präziser sich ausdrücken oder schweigen müssen.

DieNorddeutsche" schreibt heute:

DerT e m p s" behandelt in einem neuen Artikel zur marok­kanischen Frage die Aeußerungeu des Deutschen Kaisers in Tanger als einfait nouvel und regt sich über die it n f r e u n b (i ch e Haltung der deutschen Politik auf. Wir lehnen es ab, im gleichen Tone zu erwidern und beschränken »ms darauf, fest- -usteüen: Die Ansprache des Kaisers deckt sich mit der Erklärung, die der Reichskanzler Graf B ü l o w am 29. März im Reichstage abgab. Deutschland e r st r e b t die w iri­sch aftl'iche Gleichberechtigung aller in Marokko vertretenen Länder im Geiste der 1880 in Madrid ab­geschlossenen Konvention. Frankreich beansprucht dagegen nach den Worten Delcassä's eine singuläre Stellung, deren Vereinbarung mit dem Grundsätze der offenen Tür Zweifeln »mter- liegen muß. Der W i d e r s p r u ch, der zlvischen der Anerkennung der Souveränität des Sultans und der Unabhängigkeit Marokkos einerseits und dem Anspruch auf eine Konirolle der innerer» Ver­waltung des Landes andererseits besteht, ist bisher unaufgeklärt geblieben. Ebenso hat derTemps" es unterlasseir, die vor» ihin 'selbst der französischen Politik in Fez zugeichriebene Rolle eines Mandatars vor» Europa in Uebereinstimmung nüt der Tntsache zu setzen, daß Deutschland keinerlei Mandat erteilt hat.

Flottenverein und Marinevorlage.

Der Deutsche Flottenverein , der mit seiner Agitation wenig Anerkennung beim Reichstag findet, hat

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Kartoffel.

*, Milch, uchenpjaimnr

Nr. 82 erlittet täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gtehrner Familien' Hättet viermal m der Woche bergelegt.

Kotationsdruck u. Ver­lag der Brü h l'schen Untvers.-Buch-u. Stein- drucke«» 8t Lange.

Redaktion, ErvedMon und Druckerei:

Schul st ratze 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gietzen.

FernfvrechanlchlußNr 51.

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Grund, auch mit der Regieru ng unzufrieden zu sein. Denn wenn dieEisenztg." rech, unterrichtet ist, wird die neue Flottenvorlage im wesentlichen das umfassen, was die Marineverwaltung vor fünf Jahren als Bedarf an Auslandsschiffen bezeichnete. Nämlich sechs g ro ß e-S ch i f f e, ür die der Tvp der Panzerkreuzer gewählt werden dürfte, und sieben Torpedobootsdivisionen, an deren Stelle aus Zweckmäßigkeitsgründen vielleicht sieben kleine Kreuzer treten.

was in Bezug auf die Kosten keinen nennenswerten Unterschied macht. Alles in allem würde sich die Regierungsforderung ans 163 Millionen Mark belaufen. Das sind 208 Millionen Mark weniger, als in dem bekannten Dresdener Programm des Flottenvereins gefordert worden war. Der Flottenverein will als Autorität gelten, aber die Marinevcrwaltung will es auch, und die Mehrheit der Bevölkerung dürfte mit dem Reichstag der Marineverwaltung das größere Maß von Autorität zuerk^nnen, zum mindesten eine llrt Fähigkeit, die neben den Ansprüchen der Seewehr auch 'die finanzielle Leistungsfähigkeit des Reiches in Rücksicht zieht. Der Flottenverein ist der Verpflichtung über­hoben, mit dem Reicbsschatzfckretär über die finanzielle Tragweite einer Forderungen sich verständigen zu müssen. Er kann in der Theorie alles fordern, und versuchen wie es in der Hauptversammlung des vorigen Jahres hieß einen Druck auf die Marineverwaltrmg auszuüben. Es ist aber auch nicht zu verwundern, wenn in der Oeffentlichkeit der Gegendruck sich geltend macht. Der Kaiser hat in, Bremen erklärt, daß Deutsch- land mit eineröden Weltpvlitik" nichts zu tun hat. Die Marine­verwaltung wird also wissen, wie weit sie gehen darf, um den Schutz der deutschen Seeinteressen dem Rahmen einer begrenzten Außenpolitik anzilpassen. Mit darüber hinausgrcifenden For­derungen würde sie schon beim Bundesrat kein Glück haben. Denn was hätten die Einzelstaaten von dergroßen" Finanzreform, wenn auf der anderen Seite durch neue und unverhältnismäßig große Ausgaben das Reich dock' wieder in die Lage kommt, die finanzielle Hilfe der Einzels atm zu brauchen?_______________

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London, 5. AP il. Wie uoii zuständiger Seite Niit- qeteiU wird, ist die Zusammenkunft König Edu­ards und des Präsidenten Lou b et endgütig f ir morgen vereinbart Loubet wird den königlichen Zug in Pierrefitte besteigen und den König bis zum Lyoner Bahnhof in Paris begleiten.

- Die Prinzessin von Wales sieht in nicht ferner Zeit einem freudigen Familienereignis ent­gegen.

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Paris, 5. April. Tie Polizei nahm heute nacht in einer Verschwörungsangelegenheit mehrere Haussuchungen vor, deren Ergebnis demTemps" zufolge die Sache ernst erscheinen läßt. Es wurde zunächst festgestellt, daß die jüngst in der Wohnung des beurlaubten Hauptmanns Tamburins beschlagnahmten 500 Jnfanterieuniformen keineswegs für die Milizsol­daten eines privaten Kolonialunternehmens bestimmt waren. Ferner wurden in dem Vorort Puteaur in dem Hause eines angeblichen Lumpensammlers Namens Meyer an 80 00 Gewehrpatronen beschlagnahmt. Meyer wurde verhaftet. Die Polizei kennt den Ort, wo sich die hierzu gehörigen Gewehre befinden. HauptmannTamburini wurde in Haft genommen und einem eingehenden Verhör unterzogen. Die Behauptung Tamburinis, daß er die 500 Uniformen bei Trödlern gekauft habe, um einem Verwal­tungsoffizier, welcher für die aus seinem Magazin ver­schwundenen Uniformstücke verantwortlich gemacht wurde, zu Hilfe zu kommen, wird für unglaubwürdig gehalten. Ueb- rigens weigert sich Tamburini, den Namen dieses Ver- waltungsoffiziers zu nennen, angeblich, um ihn nicht bloß­zustellen. Der Schwiegervater Tamburinis, der ehemalige Unteroffizier Vrinat, wurde gleichfalls verhaftet. Der Temps" sagt, die Polizei glaube, daß es sich um eine: militärische Verschwörung handle, die derjenigen, gleiche, welche General Malet im Jahre 1812 zum Sturze- des Kaiserreichs angezettelt hatte.

Rom, 5. April. Die Konferenz zur Schaffung eines internationalen landwirtschaftlichen In­stituts wird über folgende Leitsätze zu beraten haben: 1. Bildung und Organisation des Instituts. 2. Aufgaben des Instituts, nämlich: periodische Veröffentlichung von Nachrichten über landwirtschaftliche Produktion, Arbeits­kräfte, Pflanzen- und Viehkrankheiten, Förder­ung des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens,, des landwirtschaftlichen V e r s i ch e r u n g s - und Kredit­wesens; in internationaler Beziehung: Vorschläge über internationale Maßregeln und Einrichtungen zum Schutze der den Landwirten aller Länder gemein­samen Interessen unter Berücksichtigung der von den internationalen Landwirtschaftskongressen gefaßten Be­schlüsse; Ausübung von Funktionen, die schon zu den Auf­gaben der großen landwirtschaftlichen Vereinigungen ge­hören, die aber das Institut unabhängig von der Tätig­keit der verschiedenen Regierungen, übernehmen könnte. 3. Finanzielle Mittel des Instituts. Das Generalkomitee, das die Vorbereitungen für die Konferenz zur Schaffung des internationalen landwirtschaftlichen Jnstttuts treffen soll, hielt heute eine Sitzung, in welcher der Präsidenti mitteilte, daß die fremden Negierungen für den 28. Mast zu einer Konferenz eingeladen seien.

Nom, 5. April. Der Abg. Macola zeigte in einen* Briefe an den Präsidenten seinen Austritt aus ben Kammer an, weil das gestrige Verhalten der äußersten! Linken das Maß der Verfolgung vollgemacht habe., (Deuj konservative Abg. Macola hatte vor Jahren Eavallotti int! Duell getötet. Als er gestern zum erstenmal feit diesem' Vorgang eine Rede hielt, verließ die äußerste Linke den! Saal.)

Seer und Flotte.

_ Die Verwendung der Funkentelegraphie in der deutschen Armee macht weitere Fortschritte. Man beab­sichtigt jetzt eine Anzahl Festungen mit Stationen auszu­rüsten. Zwei Probestationen nach dem SystemTelefunken* gelangten bereits zur Ablieferung. Die Marine hat der Ge­sellschaft für drahtlose Telegraphie nach dem System Tele­funken neuerdings Auftrag aus eine Station für den Lotsen­dampferJade" sowie aus 7 Kriegsschiffstationen erteilt.

5t trfp und chute,

__ Der Papst gibt seinem Bedauern und seinem Schmerz über den Absa 11 von österreichischen Studenten von der kathosischen Kirche Ausdruck und fordert zu ungeschwächtem Kampfe wider die Abfalibeweaung aus

Rußland in Sturm und Drang

Pobjedonoszew geht.

Aus Petersburg berichtet ein Telegramm:

Nusskoje Slowo" meldet: Der Oberprokurator Pobje». d o n o s z e w hat fein Entlassungsgesuch eingereicht. In­formierte Kreise bringen bieten Entschluß des Oberprokureurs in Verbindung mit der neuen Strömung unter den Vertretern der Kirche, die in letzter Zeit laut gegen die gegen Kirchenrecht und Tradition verstoßende K n e ch t u n g der Kirche durch die weltliche Gewalt p r o t e ft i e r e n. Dasselbe Blatt ver­zeichnet das Gerücht, der Ackerbauminister P e r m o l o w werde eine anderweitige Verwendung finden und durch den früheren Vrösidenlen des Moskauer Landwirtschaftlichen Vereins, Fürsten S ch e r b a t o w ersetzt werben.

An diesen Abschied knüpfen sich in Rußland die größten Hoffnungen. Ein Teil der Petersburger Presse tritt offen für die Trennung von Kirche und Staat ein. Bemerkens^ wert ist, daß in der geistlichen Akademie der Direktor BorgiuL eine Rede hielt, in welcher er erklärte, die russische Kirche stehe am Vorabend ihrer Befreiung von b er Staatskontrolle und werde ihre Freiheit baldigst wieder erlangen.

Daß es in Rußland doch immer noch solche Optimisten, gibt! Wenn auch Pobjedonoszew, der ärgste Reaktionär, geht, so wird doch wohl fein System bleiben. Er war der Erzieher des Zaren und der Zar ist ein Anhänger der reli­giösen und politischen Richtung seines Lehrers. Darum ist eine Weiidung der Dinge kaum glaiiblich.

91 ii8 dem Reiche.

Nach einem Privattelegramm aus Petersburg dauert die Obstruktion im dortigen Konservatorium fort. Der Direktor Bernhardt reichte feine Demission ein, während Professor Rimski-Korffakow, ein bedeutender Kom­ponist, seine Entlassung erhielt, eine Tatsache, die in der Petersburger Mustkwelt das größte Aussehen erregt.

In Baku nimmt die Unsicherheit weiter zu. Auf den Oberreviervorsteher Maiuedbeketow wurden 8 Revolver­schüsse abgefeuert, die jedoch alle ihr Ziel verfehlten. Der- selbe führte gerade zwei verdächtige Individuen ab, als deren Komplizen auf ihn feuerten. Zwei von ihnen wurden sest- genomiuen, wobei einer getötet, der andere schwer ver­wundet wurde. Sämtliche Angreifer sind Armenier. In der Stadt herrscht andailernd große Unruhe.

Warschau, 5. April. (Pet. Telegr.-Ag.) Gestern ur>

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen MWZ

zeigenteil: Hans Beck

Pie ijeutige Kummer umfaßt 8 Seiten.

Kaiser Wilhelm in Weapel.

Neapel, 5. April.

Don Port Mahon begleitete ein spanischer Kreuzer ein gutes Stück das Kaiserschiff, um sich dann mit Salut zu verabschieden. Auf malerischen Sonnenuntergang folgte ein warmer Abend. Die Venus, der Abend st ern, erstrahlte in höchstem Glanze. Im Heckwasser derHamburg" war das Meereslei'.chten besonders intensiv. Der Kaiser verweilte am späten Abend auf dem Achterdeck. Gestern war ein Regentag. Die Fahrt ging an der Westküste von Sardinien hinaus durch die Straße von Bonifacio. Zwei italienische Torpedoboote geleiteten das Kaiserschiff durch die Meeres- enge. Der Kaiser hörte die Vorträge des Kckbinettschess und den Vertreter des Auswärtigen Amtes. Am Nachmittag nahm der Kaiser selbst die Verteilung der für die Ver­waltungs-Beamten der Hamburg-Amerika- Linie, die für die Offiziere derHamburg und für die Mannschaften bestimmten Orden, Ehrenzeichen und Ehrengeschenke vor. Der Kaiser war in fröhlicher Stimmung; er zeichnete jeden durch eine Anrede aus und machte zu den Mannschaften viele launige Bemerkungen. Direktor Kapitän v. Grumme erhielt die Porträtbüste des Kaisers, Kapitän Kämpf die Photographie im Rahmen. Heute sandte der Kaiser ein Telegramm an die Direktion der Hamburg-Amerika-Linie, in welchem er seine vollste Befriedigung über seine Reise auf derHamburg ausspricht. Dem Generaldirektor Ballin wurde der Stern zum Kronenorden zweiter Klasse, dem Vorsitzenden des Aufsichts­rates Tietgens der Kronenorden zweiter Klasse ver­liehen. Gestern abend fand ein Abschiedsessen an Bord d e rH a m b u r g" statt, bei dem Oberjägermeister Freiherr v. Heintze den Dank der Gäste an den Kaiser in poetischer Form ausdrückte. Der Kaiser blieb mit seinen Gästen, welche heute die Rückreise antraten, lange in fröh­licher Stimmung vereint. Heute morgen 9Vs Uhr kam Neapel litt Sicht.

Bei gutem Wetter fuhr der Kaiser auf derHamburg" mit dem KreuzerFriedricy^ Karl" um 10 Uhr vormittags in den Golf von Neapel ein. D-er Gipfel des rauchenden Vesuv war von tiefhängenden Wolken umkränzt. Die deutsche Kolonie fuhr dem Kaiser in einem bewimpelten Dampfer entgegen. Das italienische Geschwader lag in Parade und gab Salut ab. Die Mannschaften brachten ein Hurra aus. DerFriedrich Karl" erwiderte den Salut. DieHamburg" machte an der Mole im Militärhafen fest. Zahlreiche Ruder­boote umkreisten dieHamburg". An Bord derHam­burg" meldeten sich beim Kaiser die Herren der deutschen Botschaft in Rom und die Spitzen der italienischen Behörden. Bald darauf kam Prinz Adalbert von derHerthu" an Bord derHamburg" und meldete sich zunächst dienstlich beim Kaiser, der dann seinen Sohn willkommen hieß. Die Frühstückstasel sand noch an Bord derHamburg" statt.

Zur kaiserlichen Tafel waren geladen Prinz Adalbert, Botschafter Graf Monts, Oberstleutnant Ehelius und der Adjutant des Prinzen, Schimmelmann. Um 2 Uhr ging der Kaiser an Bord derH o h e n z o l l e r n", welche unter dem Salut der Kriegsschiffe die Kaiserstandarte hißte. Er begab sich am Nachmittag in Begleitung des Prinzen Adalbert zu Wagen nach der Wohnung des Generalkonsuls. Das Pu­blikum bereitete dem Kaiser lebhafte Ovationen.

Alle öffentlichen und viele Privatgebäude haben in deut­schen und italienischen Farben geflaggt. D^ie Blätter bringen Begrüßungsatikel.

Der Aufenthalt ist hier bis zum 7. April vorgesehen.