Ausgabe 
4.12.1905 Zweites Blatt
 
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Deutschland und England. Die Interessen beider Länder seien dieselben.

Tie englisch-deutsche Freundschastsvcrs-27N7nlung, über die wir berichteten, wird von den leitenden englischen Blät­tern sympathisch besprochen.Daily Graphic" schreibt, daß die beiden Länder in den meisten historischen Krisen Schul­ter an Schulter gestanden hätten. TieTimes" erklärt, die Engländer hegten äußerst hoheBewunderung und Achtung für die Leistung der Deutschen in vielen wichtigsten Kreisen des Denkens und Arbeitens und er­wünschten nichts anderes, als gute Freundschaft mit ihnen. Die Blätter heben fortwährend hervor, daß die Freundschaft mit Deutschland in keiner Weise die mit Frank­reich zu beeinträchtigen brauche und solle.

Der Wahlkreis Marburg und Dr. Hahn.

Dr. Hahn, der Direktor des Bundes der Landwirte, ist auf der Suche nach einem Wahlkreise, der ihm, wie wir im Hannov. Cour." lesen, günstigere Chancen bietet als der 19. l>annoversche. Er ist zwar in seinem alten Wahlkreise von den Konservativen, Bündlern und Antisemiten schon jetzt wieder als gemeinsamer Kandidat für die nächste ReichstagS- wahl proklamiert worden aber er hat sich noch einen zweiten Wahlkreis von der Bundesleitung .reservieren" laßen, der freilich z. Z. nationalsozial vertreten ist, nämlich den Wahlkreis Marburg. Bruhn, der antisemitische Reichstags­abgeordnete, der in diesen Tagen in dem Wahlkreise weilte, um eine Kandidatur der Reformpariei vorzubereiten, machte in einer Versammlung die mteressantc Eröffnung, daß der seit einiger Zeit den Wahlkreis bearbeitende Beamte des Bundes der Landwirte, Dr. Böbme, nur den Platzhalter für den Direktor deS Bundes der Landwirte, Dr. Hahn, mache.

*

Ter Orden des Zukunftsstaates.

Ein neuer Orden! Sein Stifter? Der sozialdemokratische Abgeordnete der Zweiten Kammer der sächsischen Stände, Goldstein-Zwickau! SeinRame?Orden der politischen Reife!" Schallendes Gelächter erfüllte, so schreibt man aus Dresden, das Haus, als Goldstein diesen Orden als den deS Zukunftsstaates, als dessen einzigen bezeichnete. Die Freisinnigen und die Konservativen hatten ihn in der Debatte über die Mehrausgaben für Orden anläßlich deS Thron­wechsels geärgert, namentlich sein Sitznachbar, der Freisinnige Günther-Plauen, der daran erinnerte, wie stolz der Genosse Millerand in Frankreich seine Orden getragen habe, und es sollte daher ein Revanchehieb sein, als Goldstein mit mali- tiösem Grinsen gegen den konservativen sächsischen Abg. Ulrich gewandt die Wortepolitische Reise" unterstrich. Ec war natürlich überzeugt, daß kein anderer als er selber dermaleinst mit diesem einzigen Ehrenschmuck dekoriert werden würde.

Hine Jubitäumsseier?

Manschreibtuns:

Eine Darmstädter Korrespondenz teilte Ihnen kürzlich «mit, daßzum 100jährigen Bestehen des Großherzogtums Hessen" im nächsten Jahre Feierlichkeiten geplant seien. Also eine Jubiläumsfeier! Jcb vermag nicht an die Wahr­heit der Meldung zu glauben. Hessenbesteht" doch nicht seit hundert Jahren, sondern schon seit vielen hundert Jahren. Und was die 100jährige Wiederkehr des Tages anlangt, an dem Hessen zum Großherzbgtum erhoben wurde, so sollte die Erinnerung an jene Zeit das Herz eines wahrhaft deutsch denkenden Mannes nicht höher schlagen lassen, viel weniger gar in ihm Festesjubelstimm­ung erwecken. War es doch die Zeit tiefster Schmach Deutschlands, jenes Jahr 1806, in dem der hessische Landgraf den TitelGroßherzog" annahm.

Ter konservative Geschichtsschreiber Gebhard bemerkt zum ReichsdcMtationshauptschluß (25. Febr. 1803): Um so besser erging es Hessen^Tarmstadt, das Geld in Paris hatte fließen lassen ." Dieser deutsche Geschichts­schreiber spricht von den damaligennapoleonischen Satrapen" und sagt a. a. O.:Die deutschen und die italienischen Fürsten gratulierten Napoleon in kriechendstem Tone . . . Im September 1807 lagen die deutschen Fürsten aus Süd und West in Mmnz vor Napoleon im Staube und jubelten ihm zu als dem natürlichen Nachfolger Karls des Großen . . ."

Und uns Hessen sollte nun Jubiläumsstimmung er füllen bei der Erinnerung an jene Zeit? Nein und nochmals nein! Wenn jene Zeit in unserem Gedächtnis sortlebt, so kann die Erinnerung an fie nicht Festesjubel erwecken, sondern die Wut der Empörung, wie mit deutschen Volkes Gut und Blut geschachert wurde, sie kann nur die Scham­röte in das Gesicht jedes deutschen Mannes treiben. Wahr­lich, mau täte besser, die Erinnerung an das Jahr 1806 be­graben sein zu lassen!

In W ü r t t e m b e r g'waren geschäftige Leute tatsächlich an der Arbeit, um eine Jubiläumsfeier im nächsten Jahre zu veranstalten. (Württemberg wurde bekanntlich 1806 Königreich.) Doch es wird berichtet, daß sich weder der König noch die Staatsreaierung für eine Feier erwärmen konnten. Ter König habe es ausdrücklich mit dem Hin­weis auf die historifcyen Begleiterschein­ungen von 1806 abgelehnt.Als man ixnm wenig­stens die Stiftung eines Ordens anriet, habe der Monarch, wie einem Bewliner Blatte verbürgt mitgeteilt wurde, ge­antwortet:Eher wäre ich geneigt, alle Orden ab- -zusch affen, als einen neuen zu stiften."

Aus Stadt and Land.

Gießen, den 4. Dezember.

** Der hessische Landtag ist, wie un8 aus Darmstadt Lrahtlich gemeldet wird, auf Dienstag, 19. Dezember ein- berufen worden.

** Aus dem Bureau des S t a d t t h e a t e r s. Wegen Repertoireschmierigkeiten mußte die Premiere von Brüder von St. Bernhard" verschoben werden. ES findet statt dessen morgen Dienstag, 5. Dez., als 4. Volksvorstellung die letzte Aufführung von Maria Stuart statt, auf die hiermit ausdrücklich hingewiesen sei. Die Premiere vonBrüder von St. Bernhard" findet bestimmt an einem Dienstagabonnementabend statt.

"Allgemeiner Staat Leisen bahn verein. Am SamLtag feierte der Verein in den Räumen des Reuen Saalbaues Groß Herzogs Geburtstag. Die patriotische Gesinnung der Mitglieder fand in der Art der Feier und in der außerordentlich zahlreichen Beteiligung vollendeten Aus­druck. Der Vorsitzende, Eisenbahn-Balunspektor Schmidt hielt die Festrede und schloß mit einem begeistert aufge­nommenen Hock auf S. Kgl. Hoheit den Großherzog. Hieran

reihten sich abwechselnd Deklamation?-, Musik- und GesangS- vortrage, vaterländischen, ernsten und heiteren Inhalts, foiüic eine mit großem Beifall aufgenommene Theatervorstellung. Dank den vorzüglichen Kräften, welche der Verein unter einen Mitgliedern besitzt und dank der Bereitwilligkeit, mit welcher diese sich zur Verfügung stellten, kann die Feier in allen Teilen als wohlgelungen betrachtet werden. Zum Schluß trat die Jugend zum Tanze an.

" Die Kameradschaft derFreiwilligen städtischen Feuerwehr", die in 1882 die Waffen nieder- egte, wird, wie unS mitqeteilt wird, das 5 0. Stiftungs­fest ihres KorpS am 16. l. Mts. im CafS Ebel begehen. So sehr auch der Tod die Reihen dieser Veteranen gelichtet )at, so darf bei der stolzeu Anhänglichkeit aller alten Mit- ämpfer an ihre hohe Fahne darauf gerechnet werden, daß ich doch eine immerhin noch ansehnliche Schar treufroher Männer zusammenfinden wird.

" Rudergesellschaft. Die kürzlich im CafL Royal tattgefundene sehr zahlreich besuchte Generalversamm­lung wählte den seitherigen Vorstand einstimmig wieder. In der weiteren Verhandlung beschloß man, von der Feier eines Winterfestes diesmal Abstand zu nehmen, dagegen, vielen sportlichen Wünschen nachkommend, am 29. Juli n. I. wieder eine Regatta zu veranstalten. Durch namhafte Zu­wendungen einiger Freunde wird die Gesellschaft mit Beginn der neuen Saison über ein zahlreiches und erstklassiges Boots- material verfügen, womit dem segensreichen Einfluß, den die körperliche Betätigung des Ruderns ausübt, weitere Wege geebnet sein dürften.

Handel mit Giften. Am 15. Rov. d. I. ist das neue Gesetz über den Handel mit Giften in Kraft getreten. Tas Gesetz besagt in der Hauptsache;Zum Handel mit Giften ist, soweit derselbe nicht in Verbindung mit dem Apothekergewerbe betrieben wird, eine Genehmigung erforder­lich. Die Genehmigung ist zu versagen, wenn Tatsachen vorliegen, welche die Unzuverlässigkeit der Nachsuchenden in Bezug auf den beabsichtigten Gewerbebetrieb dartun. Die Genehmigung kann unbedingt oder bedingungsweise, ins­besondere auch in Beschränkung auf bestimmte Gifte oder giftige Farben erteilt werden." Anträge auf Erteilung der Genehmigung zum Handel mit Giften sind bei den Kreis­ämtern schriftlich einzureichen. Das Nähere ist aus bei heutigen Bekanntmachung des Großh. Polizeiamts zu ersehen

" Oeffentliche Lesehalle. Im November wurden 2275 Bände auSgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Litteratur 1108, Zeitschriften 391, Jugendschriften 326, Verdichtungen 64, Litteraturgeschichte 16, Länder- und Völkerkunde 41, Kulturgeschichte 27, Geschichte und Bio- graphien 74, Kunstgeschichte 14, Naturwissenschaft und Technologie 119, Heer- und Seewesen 28, Land- und Haus­wirtschaft 13, Gesundheitslehre 8, Religion und Philo- ophie 18, Staatswissenschaft 13, Sprachwissenschaft 4, Fremd- prachlicheS 11 Bände. Nach auswärts kamen 83 Bände.

Herr Kohler - Langsdorf richtete folgende Dankesode in Poesie und Prosa an seine Wähler:

Trotz alledem und alledem!

Meinen herzlichsten Dank allen meinen Wählern und meinen Wahlmännern, die mir durch ihre völlige Einstimmigkeit bezeugt haben, daß ich im Verein mit treuen nnb töpfere» Freunden, fünfzehn Jahre unablässigen und schweren Kampf nicht vergeblich und nicht ohne Anerkennung der Besten habe kämpfen helfen für unseres deutschen Volkes Wohlfahrt! Herzlichsten Dank! insonder­heit arrch den Wählern meiner Heimatgemeinde Langsdorf und von Eberstadt! Ihre Einstimmigkeit gilt mir als eine Aufforderung und verleiht mir den Mut, nimmermehr zurückzu weichen. Und seien die Zeiten und die Kämpfe auch noch so schwer! Herz­lichen Dank! aber auch allen, die mir ihre innige Anteilnahme bezeugten anläßlich des harten Schicksals, das mich be­troffen. --Sie mögen die Versicherung haben, daß auch für

uns die Worte gelten des Volksliedes aus größerer Zeit:

Und sperrt man uns ein in den finsteren Kerker, So finb das ja alles nur vergebliche Werke.

Denn unsere Gedanken Durchbrechen die Schranken, Ketten und Mauern entzwei Die Gedanken sein frei.

Also: kämpfen wir weiter den tausendjährigen Kamps! Denn, im Grlmde betrachtet, so ist der unsere miet) kein anderer, als der alte und mörderische Streit der Volksseele mit Pharisäern und Schristgelehrten!!!

Mit treudeutschem Bundes- und Brudergruß! Köhler- Langsdorf.

Schotten, 3. Dez. Die Arbeiten der neuen Wasser­leitung für das Lehrerheim neigen sich ihrem Ende zu; bis Schluß dieser Woche soll die Leitung fertig sein. Hoffentlich bewährt sich diese neue Einrichtung. Wie alljähr­lich, wird auch dieses Jahr das Lehrerheim während der Wintermonate geschlossen sein. Der nächste Sonntag ist der letzte Wirtschastssonntag für dieses Jahr. Frl. Maul ist das Lehrerheim von Neuem verpachtet worden. (Schott. Anz.)

Hanau, 3. Dez. 4 In Anbetracht der Tatsache, daß bei den neugeborenen Kindern der ärmeren Bevölkerung, ins­besondere bei unehelich geborenen, im Bedarfsfälle die Für­sorgetätigkeit der Waisenpflegerinnen und Waisenpfleger durch die vorher zu erledigenden Formalitäten meist zu spät in Wirksamkeit tritt, wodurch die Sterblichkeitsziffer der Kinder erhöht wird, beschloß die gestrige Stadtverordnetenversamm­lung, eine b e s ol d ete Kinderpflegerin anzustellen, deren Tätigkeit sofort nach Eingang der standesamtlichen Geburts­anzeige beginnen soll. Die Sterblichkeit der unehelich ge­borenen Kinder betrug in den letzten fünf Jahren in Hanau 42 die der ehelich geborenen Kinder nur 16 Prozent.

(Kl. Pr.)

DermifdHo*

Mordtaten. Ein blutiges Liebesdrama hat sich in Berlin abgespielt. In einem Pensionat hat dort der 29 Jahre alte Musterzeichner Franz Wessely seine 27jährige Geliebte Josepha Weiß durch ein-n Reoolverschuß in die Schläfe getötet und darauf sich selbst durch einen zweiten Schuß zu entleiben gesucht. Er wurde mit einer schweren Kopfverletzung als Polizeigefangener dec Charite zugeführt. Nahrungssorgen scheinen das Motiv zi c Tat ge­wesen zu sein. W. liegt in der Chacitö hoffnungslos dar­nieder. In dem deutsch-franz. Grenzort P l a i n f a i n g, wo seit zwei Monaten ein Fabrikstreik herrscht, wurde ein Maschinenmeister, der trotz Aufforderung der Streikenden die Maschine nicht abstellen wollte, vom Pöbel durch Stock­schläge und Steinwürfe getötet. Der Jagdpächter Korne ist in einer Jagdbude im Schönfelder Revier bei EberSwalde

ot aufgefunden worden. Gerichtlich wurde Mord Dem Zahnkünstler Olbrecht in Delitzsch (Sachsenf, vor wenigen Tagen seine Frau beerdigte, mürben von feinen' 14jährigen Sohne 500 Mk. gestohlen. Gestern wurde Knabe bei Bitterfelb erschlagen und beraubt aufgefund,, Der Mörder ist verhaftet.

Avsrug uns dkll ^iflnireemlßrfaiflrrn brr Stsbi lhjkk^ Aufgebote.

November. 24. August Hintze, Vizefeldwebel dahier, mit Lui«-. Ida Kageler in Mützel. 28. Karl Louis Friedrich Georg (£ämnier»T~ Kaufmann dahier, mit Anna Schneider in Weylar. 29. Karl Haar' Bäckermeister dahier, mit Minna Weise hierielbst. 30. Paul $ot? fried Hofstetter, Friseur in Büdingen, mit Apollonia Hörst babuT" Dezember. 1. Heinrich Steinmüller, Taglöhner dahier, mit Cfevifiiai- Braunstein, geb. Koch, Hierselbst.

Eheschließungen.

November. 25. Adam Menz, Maurer dahier, nut 2uj Wehrum, geb. Oppermann, Hierselbst. 25. Georg Rennert, eebne.^ dahier, mit Christine Bender hierielbst. 28. Christian Bel-, j dahier, mit Marie Steinke in Stuttgart.

Geborene.

November. 22. Dem Taglöhner Jakob Rinderknecht cic Tochter, Amanda. 23. Dem Eisendreher Josevhat Staubach, Tochter, Ernestine Elisabeth. 24. Dem Universttätsprofeiior £' Richard Wünsch ein Sohn, Hermann Ludwig Leberecht. 24. ,

Betriebssichrer Hugo Neeb ein Sohn, Hugo Wilhelm. 25. Maschinenheizer Johann Wilhelm Rinn ein Sohn, Hermans 26. Dem Vizefeldwebel Karl Burger eine Tochter, Annie Friederike. 26. Dem Postboten Adan Rohn ein Sohn. 27. öilfswagenmeister Georg Heinrich Wenderoth eine Tochter, Emn- 27. Dem Spengler Wilhelm Mohr eine Tochter und em 28. Dem Maschwenheizer Heinrich Schliffer eine Tochter, Am-.- Margarete. 28. Dem Kaufmann August Wittich ein Sohrn 29. Sandformer Christian Siegmund Becker ein Sohn. 30. ,

Umversitätsprofessor Dr. Wilhelm v. Calker eine Tochter. 30. . tl Maschinenarbeiter Johann Mettler eine Tochter, Frieda Ratbanr? 30. Dem Schlosser Friedrich Mahr eine Tochter, Frieda Mar^amu Johanna Lina Karoline Katharine Ottilie.

Gestorbene.

November. 27. Angelm Elm, 1 Jahr alt, Sohn des laj. löhners August Elm dahier. 29. Karl Platz, 76 Jahre alt. Nn- baut i. P. dahier. 29. Wilhelm Hedderich, 1 Jahr alt, Sohn Taglöhners Wilhelm Hedderich dahier. 30. Luise LangSdorss, gt? Hauch, 82 Jahre alt, ohne Beruf, dahier. Dezember. 1. Sinin t Schwarz, 61 Jahre alt, Postschaffner i. P. dahier.

Eingesandt.

''Für den Inhalt der . .Rubrik stehenden SlrtiL.

übernimmt die Redakti-" d ^"blikurn gegenüber leinet-

Verantwortung^

Vom Gießener Stadtthcater.

Gar oft schon stnd die Verhältnisse am hiesigen Stadltb«.5 \ in den Spalten deS Gieß. Anz. gerügt worden und letbi:c. ernsthafte Vorstellungen hin, bei denen Abhilfe nicht nee Platze, sondem auch ohne viele Umstände zu ermöglichen gtwn wäre, hat sich die Direktion nicht mir hierzu nicht Ifttil finden lasten, noch auch nur hieraus irgendwie reagiert cta r> gegnet. Es ist wirklich recht bedauerlich, >vie ro enu1^ Wünsch e n der Theaterbesucher Rechnung qett::-. wird, die für ihr gutes Geld das eine Mal während bet >: stellung förmlich gebraten werden, ein ander Mal wir.: frieren müssen. Meine Al^M ist eS nicht, mich in einer lanir Philippika zu verbreiten und oas von anderer Seile Gesagte iml schon wiederholt Beanstandete hier nochmals wiederzukauen, d > mehr hoffe ich zu erreichen, daß man von Seiten des Direktorium auch auf die Auswahl der Stücke und deren niöqht« gleichmäßige Verteilung an verschiedenen QBodieu tagen etwas Wert liegt; so wurde B. am Sonntag zum zweit, und letzten MaleRobert und Bertram" gegeben, das « 5. v Mts., ebenfalls Sonntags, zum ersten Male, gegeben rourbr'. Daß jedoch an einem Sonntag abend bei den traurigen Rau» verhältiiiffen, wie wir sie im hiesigen Theater haben, man ü nichts weniger wie aniüsiert, zumal das Galerieviiblikum M,t bekanntlich sehr darin gefällt, sich in nicht enden wollenden ^ keitsergüsteii ztl verbreiten, steht doch wohl außer Frage. kann ja allerdings die Theaterdirektion nichts, denn sie nim - dem Sonntagabend-Publikum, daß sich befanntcnnafien, wenitfw bei Lustspielen, hauptsächlich aus den Galeriebesuchern reknutr, Rechnilng tragen; doch ist es nicht angebracht, Stücke wie da-xe^ genannte, nut an Sonntagen zu geben, denn es wird da.' manchem geradezu unmöglich gemacht, baS Stück fiberbaupt sehen, wenn er sich nicht, selbst unten im Saale, der Gefahr au setzeii will, entweder bei der getnütlicken Temperatur, die can herrscht, zu ersticken ober nachher in ber Warberobe liefe tot drücken z n lassen.*") 9lud) sollte doch die meprmar.c Wiederholung einzelner Stücke nicht vorkommen.

Es sind vorstehende Aussnhrnngen zwar nur meine vntu Ansicht, doch bin ich fest davoi, überzeugt, daß mancher -thea:^ beincher nicht viel anders hierüber denkt iind gleich mir cs'ur c höchste Zeit hält, wenn man sich endlich einmal herablaht," Wünschen seiner Kundschaft zu entsprechen: Zeit roärS.

Ein Theaterfreund.

) Eine andere Zuschrift an iins ähnlichen Inhalt?, du tc» darum nicht im Wortlaute zum Albdruck bringen, bedmurt i: wesentlichen, daß JordansDurchs Ohr" bisher er ft emn zur Aufführung gekommen ist unb meint, daß eine stattliche Jn,a von Theaterfreunden eine Wiederholung dieses Lustspieles nn eircr Freitaq erwartet. ,

) Gar so schlimm ist ein Theaterbesuch an den »omuai doch wohl nicht. Es liegt u. E. vielmehr kein genügender vor, daß ein verwöhnteres Publikum an Sonntagabenden Theater fern bleibt.

WchenMtMkrM der?odesfa!!e mder?sadt^'

46. Woche. Vom 12. bis 18. November 1905. Einwohnerzahl: angenommen zu 28 000 tinkl. 1600 Vlann Milüa

Cterblichkeitsziffer: 18,57

nach Abzug von 6 Ortsfremden: 7,42 7.-c.

Kinder

Es starben an: Zusammen: Erwachsene: int vom

1. Lebensjahr: 2.-1».

Masern 1

Lungentuberkulose 2 (2) 2 (2)

Lungenentzündung 4 (1) 1 1 (1)

Lnngcnerweiterung 1 (1) 1 (1)

Eingeklemmtem Bruch 1 (1) 1 (1) ,n

Hautbrand ______1 (1)________________LL~

Summe 1016) 5(4) 1(1)

Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben °n, wie ­der Todesfälle in ber betreffenden Krankheit auf von auswart. Gießen gebrachte Kranke kommen. ___

Grü nkernextraKt KNORR

- Suppen.

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vornehmste, gediegenste Corset-Einlage.

Jedes Corset trägt den NamenHercnlesa-Baleine«

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