Derlustc bei Sauchiapu beit japmnschen Batterien! *yi, die hinter den Hauptverteidigungswerkcn ver-
‘bonit'n nxtren. Tic in Verschanzungen befindliche ja pansche Infanterie etlmt'3 sich ouf5 neue der russischen Rei^ tttrei mein* als gewaclisen.
Petersburg, 3. Febr. Tic Petersb. Tele- »raphen-Agentn r meldet ans Sachetun vom Fe- bntor: Auf dem äußersten rechten Flügel dauert das Ar Mlerieseuer fort, auch finden 1 »eiter kleine Zusammenstöße bei verschiedenen Dörfern statt. Tic Kämpfe bei Sandcp-u hotten den Erfolg, daß unsere vordere Linie auf >ent rechten Flügel bis 511 den Dörfern Holantai, Futs- ^atscknantsi, Tsintschotun und Beitadsi vorrückte. Durch t>ie Besetzung dieser Positionen erhielten unsere Truppen die SPu^gtidifcit das Artilleriefeuer auf die Befestigungen von Sandepn und Lidiatim zu konzentrieren. Auf den neuen Posittonen werden Batterien aufgestellt. Tie letzten Kümpfe jroltcn dem Besitz des Dorfes Tschantanhenau aus dem linken Ufer des Hrmho. Ter Angriff in der s)tad)t vom 1. £um 2. Februar wurde mit bedeutenden Verl u st e n zurück geschlagen ; unser Verlust betrug gegen 100 Mann. Am Tage beschossen die Japaner das Dorf und besetzten es, indem sie uns zurückdr än g ten , wurden aber von uns aus einem großen Teil des Dorfes wieder verdrängt. Ter Kanonendonner dauert auf dem fernen rechten Flügel cm, während es auf den anderen Punkten ruhig ist. Die japanische Artillerie beantwortet in den letzten Tagen unser Feuer links von der Eisenbahn fast gar nicht.
P e t e r s b u r g, 3. Febr. General Kuropatkin meldet dem Kaiser: In der Nacht vom 1. zum 2. Februar griffen die J apaner Tsch an t an s ch en au, am linken Ufer des Hunho, Schantau gegenüber, an und nahmen das Torf, wurden aber unter großen Verlusten wieder daraus vertrieben. 'Unsere Verluste übersteigen 100 Mann. Infolge der ergriffenen Maßnahmen sind trotz der Kälte Frostbeulen selten. Nach der Etappenstation Mulden wurden bis heute 133 Gefangene und zwei unverwundete "Offiziere gebracht. Ich besuchte heute unsere letzten Verwundeten; ihre Stimmung ist ausgezeichnet; sie sind wohl versorgt. Tie Mehrzahl der Verwundeten haben Kugüschusse. Vom 2. Februar meldet Kuropatkin: Nach Meldungen griffen die Japaner nach vorhergeaan- -gener starker Beschießung mit Artillerie unsere Abteilung bei Tschantanschenan an. Mittags erhielt ich eine neue Meldung, daß unsere Truppen sich zuerst zurückziehen mußten und dann das Dorf wieder eroberten ; nur einige Gehöfte sind noch in den Händen der Japaner, llnsere 'Verluste sind unbedeutend.
London, 3. Febr Der Korrespondent des Rcuterschen Duoeaus bei der Armee des Generals Oku meldet unter dem 30. Januar: Der Versuch der Russen, die linke Flanke des General Oku zu umgehen, mißlang vollständig. Da sich dies Mißlingen dem jüngsten Angriffe der russischen Reiterei anschließt, werden die Russen dadurch jetzt wahrscheinlich veranlaßt werben, den Angriff der Japaner abzuwartcn. Ter Versuch wurde weder durch 'Angriffe oder auch nur durch 'Geschühseuer an anderen Punkten der russischen Linien, noch auch toirch eine Kavalieriebcwegung um die japanische Flanke unterstützt. Dadurch war er von Anbeginn an zum Fehlschlägen verurteilt. Die Japaner hefteten Pekantai, zogen aber ihre kleine Truvve^wieder aus diesem Platze zurück, und überließen ihn den Russen, um abzuwarten, bis sie genügend Mann schäften zur sicheren Wiederbesetzung desselben verfügbar hätten. "Die Wiederbesetzung nmrde leschr durckgesührt, obgleich der Verlust im ganzen aus 3000 Mann angegeben wird. Die Russen verfügten in der Richtung auf Pekantai über fünf Abteilungen. Es gelang aber weniger als zwei japanischen Abteilungen, dieselben zurückzuschlagen. An diesem Kampfe waren mehr als 100000 Mann beteiligt, die ru ssischen Verluste • werben aber auf nicht mehr als 4000 Manu geschätzt. Die Japaner verloren bet diesem Kampfe nur etwa 200 Mann, da sie in ihren festen Verschanzungen blieben, während die Russen über das offene Gelände gehen mußten, das so lwrt ge- f rot en war, daß sie keine Verschanzungen aufwerfen konnten. Auch war es für den russischen Angriff sehr nachteilig, baß die Mannschaften auf dem wetßen Hintergründe der schneebedeckten .Landschast schon von ferne ein gutes Ziel boten. Dem gleichen '.Nachteile waren die Javaner bet dem Angriffe auf Pekantai, der mit der Einnahem dieses Platzes endete, ausgesetzt.
Tokio, 3. Febr. Eine Depesche Marschalls Oyama vom 2. Febr. besagt, daß die Russen ihre Tätigkeit gegen den linken japanischen Flügel wieder anfnahmen und daß beständig Scharmützel stattfanden. Ein hestiges Geschützfeuer fand an der Front »Her beiderseitigen Armeen statt. Die Japaner beschuldigen die Russen aufs Neue der Verstümmelung der Verwundeten.
3*tt Akrmäglung des Krsßyerzogs
.ist überall im Hessculand festlich begangen worden. Zahl- 'lose Glückwunschtelegramme sind dem Fürstenpaare natürlich von Nah und Fern zugegangen. Der Depeschenwechsel zwischen dem Kaiser und dem neuvermählten Paar hatte folgenden Wortlaut. D e r K a i s er telegraphierte:
»Ich sende Dir und der Großherzogin meine Herz, lichsten Wünsche, auirichlig bebauemb, dieselben nicht selbst überbringen zu können. Möge der heute beschlossene Bund Dir und Deinem Lande glück- und segenbringend sein. W i l h e l m."
Die Antwort daraus lautete:
„S. Mas. dem Kaiser in Berlin: Wir danken Dir recht herzlich sür Deine so lieben Glück- und Segenswünsche und haben nur das eine Bedauern, daß Tu an unserem Freudentag nicht hast teilnehmen können. Eleonore. Ernst Ludwig.
Die kurze Erwiderung, die S. K. H. der Großherzog dem warmherzigen Toaste Sr. K. H. des Prinzen Heinrich bet der Dermählungstafel folgen ließ, hatte folgenden Wortlaut:
»Eurer Königlichen Hoheit berufen bie Großherzogin und ich für die lieben, ireundlichen Worte, bie Sie an uns gerichtet haben. Auch wir bedauern von ganzem Herzen, daß Seine Majestät heute nicht zugegen sein konnte. Hatten wir uns dock sehr über sein Stemmen gefreut. Jedoch begreifen wir vollkommen, daß die Besorgnis des Vaters uni sein Kind ihm vor allen Festlichkeiten vor- ging und ihn hinderte, hier an unserer Freude teilzunehmen. Bitte, sagen Euere Kgl. Hoheit Seiner Majestät, wie das Hessenvolk in Leid und Freud zu seinem Herrscherhause gehalten hat, so hält es auch als echte Deutsche zu seinem Kaiser, was auch kommen mag. In diesem Namen fordere ich Sie alle auf, mit mir in den Rui einzustimmen: Seine Majestät der Kaiser und König Hurrah, hurrah, hurrah!"
Wie wir zu unserem Bericht über die Vermählungsfeier «och ergänzend und berichtigend hinzufügen wollen, waren Hochzeitstafel auch Pfarrer Schroeber-Hohensolms und StiftSdechant Klingelhäffer aus Lich, die beide bei -er Äranung assistierten, zugezogen worden.
Folgende Vereine re. haben uns Meldung gemacht von ^ewt Einlauf von Antworttelegrammen des Hohen Paares auf abgesandte Glückwunschadressen: Die beiden Freiwilligen Feuerwehren in Gießen, der Krieger- verein Gießen, dec Turnverein Gießen, die Ober
tertia des Realgymnasiums Gießen, der Kricgcr- verein Wieseck und der Kriegervcrein Hausen.
lieber die Veranstaltung besonderer Feierlichkeiten sind unk folgende Nachrichten zugegangen:
h. Steinbach, 3. Febr. E§ ist für Steinbach unvergeßlich, weid) freundliche und aufopfernde Hilfe seinen Einwohnern bei dem schrecklichen Brande des 28. Juni 1842 durch den damaligen hochherzigen Fürsten zu Solms-Lich, den Großvater unserer Gr0 ßh erzogin Eleonore, zu teil geworden ist. Ganze Wagenladungen von Brot, Lebensmitteln und Kleidern sandte der Fürst; er war selbst bei der Hilfeleistung überall gegenwärtig, ließ Kessel zur Speisung der Hungernden aufstellen und gewährte Obdachlosen sogar im eigenen Schlosse Unterkunft. Seine Hochherzigkeit ist dem edlen Vorfahr unserer neuen Regentin nicht vergessen worben. Als bie Stabt Lick) mit den übrigen Solmsischcn Gemeinben sich rüstete, ihrem verewigten edlen Fürsten ein Denkmal zu errichten, da beteiligte sich auch Steinbach unaufgefordert an dec Gelbsammlung und ließ bem Denkmalkomitee auch seinerseits eine größere Gclbsumme als Beitrag überreichen. Daß Steinbock) es sick) md)t nehmen lassen konnte, ber Enkelin beS hochverbientcn Fürsten an ihrem höchsten Ehrentage seine besonberen SegenSwünsche darzubringen, liegt aus der Hand, galten diese SegcnSwünsdw doch zugleich nud) Sr. Kgl. Hoh. unseren geliebten Landcsiürsten. Bürgermeister und Pfarrer sandten im Nomen der Gemeinde ein Glückwunsck)telegramm on das hohe Paar, worauf ein freundliches Antworttelegramm eingelaufen ist.
§ Klein-Linden, 3. Febr. Aus Anlaß ber Vermählung des G r 0 ß Herzog s hielt ber K r ieger--- 0 er ein gestern abend im „Deutschen Hof" eine kleine Feier ab, bi? einen recht schönen Verlauf nahm. Präsident Jung verlas das Telegramm, das er im Auftrag des Vereins abaesandt hatte, und die telegraphische Antwort vom Großher^og und seiner yohen Gemachen persönlich unterzeichnet.
-i- Leusel, 2. Febr. Heut-e feier-e der Krieger- verein die V»e r m ä n l u n g S. K. H. des i-r 0 ß Herzogs in weihevoller Summnng. Herr I. I. G. Klein hatte einen Fest-Prolog zu Ehren d.s Großh. Paares verfaßt, den er vortrug Hub der vom Verein mit Begeisterung anfgcnvm- nicii wurde. Der Präsident des Kriegervcreins brachte dann auf das Großberzo^liche Paar ein dreifaches Hoch ans. Danach wurde das Lied „ib if Dir im Sieae'-franz" gejungen und so verlief der imöne Abend nur -u rasch.
aAhb £tnDt und
Gießen, den 4. Februar 1905.
" Auszeichnungen. DoS Komturkreuz 1. Klaffe bc§ PhilippSordenS erhielt der diensttuende 51ammcrherr Mori- milian Freiherr v. Bellersheim, die Krone zum Ritter- kaeuz II. Kl. des PhilippSordens: der Hofmusikmeister Karl An ton, dos Ritterkreuz II. Klasse des PhilippSordens: der Hossekretär Adolf Seeling, der PoloiSmspektor Gg. Doch- nahl zu Mainz, der Hofgorteninspettor Fiicdrid) Göbel, der Schloßinspektor Georg Schön, der Iogdzeuginspektor Daniel Germann und der Silbcrvenvolter Konrad Ickes, das Silberne Kreuz dcS PhilippSordens: der Hausvenvalter Valentin Seibert zu Auerbach und der Hausverwalter Franz Witt zu Seeheim, dak allgemeine Ehrenzeichen: die Oberhoflakaien Jobs. Kempf, Karl Brand, Peter Reiß und August Seipp, d>e Hofgartcnanfscher Peter Küster zu Kranick)stein und Christian Zubrod zu Auerbuck) und der Gartenwärtcr Georg Kinkel. — Folgende Arbeiter der Gail- schon Zigarrenfabrik in Gießen erhielten das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift für treue Dienste: Zigarrcnsortierer Kaspar Fnch k, Werkführer Schmitt, Zigarrenmacher Joh. W i ß n e r, Werkführer Georg Mandler, Tagelöhnerin Katb. Jung.
•* Hessisch-Thüringische StaatSlorterie. Am heutigen zweiten Ziehungstoge der 3. Klasse fiel bie Prämie von 75 000 Mk. auf Nr. 59569, welche mit einem Gewinn von 10 000 Mk. gezogen wurde, ein Gewinn von 1000 Mk. auf Nr. 13991 und Nr. 27097, ein (Gewinn von 400 Mk. auf Nr. 21244. (Ohne Gewähr.)
** Die w(KontenHa" veranstaltet am morgigen Sonntag abend im Neuen Soalbau einen Maskenball, der wegen seinen muntern Darbietungen von vorigem Jahr her bekannt sein dürfte.
§ Ober-Mockstadt, 3. Febr. Der Holzhauer Weip- recht Klaus von hier, der im Nanstädter Wald beschäftigt ist, wurde gestern nock)mittog von einer sollenden Buche getroffen. Er ist schwer verletzt in die Klinik nach Gießen gebracht worben.
tv. Offenbach a. M., 3. Febr. Die sozialdemo- k r a t i s ch e F r a k t i 0 n der S t a b t v e r 0 r b n e t e n v e r s a w in - lung wirb noch bem „Cffcnb. Abenbbl." den Antrag einbringen, für die städtischen Arbeiter vom 1. April 1905 ab bie 9 - stünbige, vom 1. April 1906 ab bie 8 - stünbige Arbeitszeit einzuführen. Die Soziolbemokroten hoben in ber Stobtverorbnetenversommlung belonntlich bie Mehrheit.
Gießener Landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Vo^ausstchtliche Witterung in Hessen für Sonntag ben 5 Februar 1905: Auiheiternb, milcer, keine lienneiiswerte Nieder' schlage.
Näheres durch bie Wienener Wetterkarte.
Krieftrasten der Wdalttioli.
f9lnoitt;me Anttagen bleiben nuberülLsichtigt.) Student. Zeil 65 in Frankfurt.
(b.) Gießen, 2. Febr. Die Strafkammer hatte heute fünf Schöffengerichtsurteilc zu prüfen, Die sämtlich» ihre Bestätigung fanben. Im eilten Falle hanbelte es sich um ein Urteil des Schöfsengerichts Alsfeld, bas von bem Lumpensammler Wilhelm Roth von Leusel angefochteii war. N. wurde dabei ertappt, als er fick in bas Lager bes Lumpenhänblers Rothschilb zu Alsfelb schlich unb sich eine Partie sortierter Lumpen im Werte von 3.50 Mk. an eignete. Er wurde zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. — In der weiteren Sache hatte ber Müller Friedrich Diehl von Villingen gegen ein Urteil des Schöffengerichts Laubach Berufung erhoben. Er hatte seinem Hausgenossen Johannes Böcher ein Türschloß demoliert und wurde zu 40 Mk. Geldstrafe verurteilt. — Tie übrigen drei Sachen waren Privatklageurteile des Schöffengerichts Alsfeld, in denen der gerichtsbekannte Schneider Heinrich Korell von Alsfeld eine Rolle spielte. Erstens hatte er gegen ben Hospitalverwalter Welker wegen Beleigung Privatklage angeurengt. Dieser wurde in beiden Instanzen sreiaesprochen. Tann war er nebst seiner Ehesrau von der Helene Kniericm verklagt. Er wurde zu vier Wochen Gefäug-
uis unb feine Frau zu 20 Mk. Gelb strafe verurteilt. Dabei' blieb cs. Ziiletzt war die Helene Knieriem auf Korells Eintrag wegen Beleidigung zu 12 Tagen Gefängnis verurteilt worden.^ Auch diese Beruftmg wurde zurückgetvieseu.
() Marburg, 4. Febr. Ein falscher Krimifrlal- schutzmann stand heute in der Person des schon vielfach vorbestraften Arbeiters Wilh. Hoppe aus Treisbach bei Limburg vor Der hiesigen Strafkammer. Ter raffinierte Gauner befand sich int November v. I. in der Arbeiterkolonie Ncu- Ulricbstcin, von wo er als Kutscher nach Homberg a. Ohm ging. Zu Weihuachteu verschwand er unter Mitnahme verschiedenere Sachen nach Wehrda und Marburg, wo er als „Frankfurter Ge- beimschntzmanu" beit Raubmörder Hndde suchte, und bet dieser Gelegenheit sechs Wirte gehörig prellte. Hoppe wurde $ui oi', Fabian ßlef'ip/iris i,nd Ebrversust verurteilt.
11 nulle Itlelimiiarn.
Oviaiualdrahtmcldnnüeu des Gießener Anzeiger».
Essen, 4. Febr. In einer in Recklinghausen gehaltenen Rede führte Reichötagsabg. Hu6 aus, der Streik sei schon so gut wie gewonnen, aber sich dem Wunsche der Regierung zu fügen unb die Arbeit wieder aufzunehmen ' gehe i'licht eher an, als bis man Bürgschaften für die' gesetzliche Festlegung der Arbeitsforderungen erhalten habe.
Paris, 4. Febr. „Petit Parisien" berichtet aus Petersburg: Nach in militärischen Kreisen zirkulierenden! Gerüchten soll Kuropatkin krank, entmutigt, erschöpft und unzufrieden infolge der Nichtverständigung mit seinen Generalen beim Kaiser um die Enthebung von seinem Posten nach gesuch t haben.. Die zwischen ihm und seinen Offizieren bestehenden Differenzen sollen auf die U e b e r a u st r e n g u n g e u zurück- zusühreu fein, beiten sich Kuropatkin mit seinen Truppen fett Monaten unterwerfen mußte. Zu seinem Nachfolger, soll General Lino wirsch ausersehen sein.
Die Borgänge in Rußland.
Moskau, 3. Febr. In einer Versammlung der.AdelZ- gen 0 ssenschaft gelangten heute drei an ben Kaiser m richtende Adressen zur Verlesung. In der ersten heißt es: In den gegenwärtigen schlechten Zeiten ist der Augenblick schlecht gewählt, eine fundamentale A e n b c r 11 n g der Regierungsform herbeizuführen. Auch werde Rußland Mittel und Wege finden, um im Innern ein geordnetes Leben wieder herbeizuführen, sobald des Krieges Sturm und Unrul>en beendet sind. — Die zweite Adresse besagt, daß während der kriegerischen Schwierigkeiten und der inneren Unruhen ein einziges Wort des Kaisers, durch welches bie frei gewählten Vertreter des Volkes ^zur Teilnahme am der Regierung berufen würben, Rußlaiib auf ben rechten Weg sülwen könne. Die Unterzeichner bicser Abresse erklärten sich im> Laufe ber Debatte bereit, für eine vernüttelnde Adresse emzn- treten. In dieser dritten Adresse heißt es, der Abel erwart, in voller Uederzengung, daß Rußlanb wieberiim biefc neue Prüfung überstehen und aus bcriclbett mit vollem Ruhme und voller Macht hervorgehen werde, sehnsüchtig ein Wort des Kaisers, welches zeigt, baß das Vanb, welches ben Kaiser mit dem russischen. Volke verknüpft, nicht zerrissen ist tmd daß der Kaiser, sobald er für nötig befindet, vom Volke gewählte Ver-i tretet berufen wird, um an ben Aufgaben des Staates mitzuarbcitcn. Die Versammlung wird morgen darüber Beschluß! fassen, welche Adresse überreicht werden soll.
Wien, 4. Febr. lieber bie Zustände in Warscha n erfahrt ein Korrefponbent von einem Beamten, ber bie Totenlisten ge- sehen hat, baß a l l e i n e i nc L i ste mehr als 300 Mann enthalt Außerbem gab es eine Liste mit einer ganzen Anzahl von Nicht agnoszierten Leichen. Die Toten würben alle gestern nacht ber ^Warschau, 4. Febr. In Lodz, wo der Generalstreik am 26. Januar begonnen hatte, kam es zu einem Zusammenstoß zwischen streikenden Arbeitern der Fabrik von Kunitz er und Militär. Das Resultat war 6 Tote, 48 schwer nnd 20 leicht Verwundete. 10 Personen sind nachträglich gestorbem Gestern trafen aus Warschau Verstärkungen in Höhe von 250 Kosaken unb 600, Mann Infanterie ein. _
München, 4. Febr. Eine von den Professoren Brentano, Hirth und anderen einberufene Protest-Versammlung gegen die. Petersburger Vorgänge gestaltete sich zu einer imponierenden, Kundgebung. In einer Reso lution rtmrbc die Aufhebung' ber Auslicfcruiigsverträge Bayerns und Preußens mit Rußland ii -’ortert.
Telephonischer Kursbericht«
F neikfnrt ». 4. Februar.
3Ve°/n IteichBanleiho . . 102 20 3 7o do. ... 90.65 11/ o/o Konsols .... 102.50 3°/n do.....90.65
Heßsen .... 100.40 3Obnrhesgen . . .. 99.70 4% Oesterr. Ooldrente . . 101 90 4‘ 5%OeBterr. Silberronte 100.80 4% Unirar. Goldrente . . 100.40 4”/ Italien. Rente , . . 105.60 4’2% Portugieser » . . 66.00 <u/ Portn^iesen. .... 65.7a 1 % C. Türken .... —.— Pürkenloßo .....131.40
4°'o Üriech. Monopol.-Anl. 51.90 4’/,% üußsere Argentinor 45.75
Tendenz
ßo/n Mexikaner . . . . 33 50s -H/gH/n Chinesen .... 93.00 Electric. Sobuckort ... 140 80 Nordd. Lloyd . . . . 111.90
Kredifaktien . . . . . 213 00 Diflkonto-Kommandit. . . 192.60 Darmstädter Bank . t . 144.10 Dresdener Bank . . . . 162.20 Berliner Haudeleges, . . 166 00 Oesterr. Staatsbahn . . . 138.90 Lombarden ..... 17 30 Gotthardbahn « 191.50
Laurahütte . ..... 256.00 Bochum . ...... 240.50 H arpener......213.40
Staatsschatzseheine . • * — : fest.
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Kunstverein.
Die Gemälde-Ausstellung am Brand von morgen Sonntag an wieder geöffnet. B4/8
Sonder-Ausstellung*
des Berliner Malers Fritz Daniel Lange, ~ 32 Gemälde. —


