Sendtebrück gemeldet. Bei dem zuletzt genannten Ort wurde auch, wie man hört, ein Mann vom Blitz erschlagen.
DseErmordungdes Pfarr ers T^öbcs in Heldenbergen vor dem Schwurgericht.
'Unberechtigter Nachdr. verboten.) H. F. Gießen, 7. Juni. Dritter Tag der 'Verhandlung.
Auch heute ist', tret strömenden Regens, der Andrang des Publikums ein ganz gewaltiger. Gegen 9 Uhr vormittags eröffnet der Vorsitzende, Landgerichtsrat Vrätorüis wiederum die Sitzung.
Die Feststellung des Verbrechens.
Der erste Zeuge ist heute Dr. med. Dalauen (Heldanbergen): Am 12. November, morgens gegen 7 Uhr, sei er ins Pfarrhaus gerufen worden. Der Leichnam sei noch warm gewesen, der Tod müsse gegen Mitternacht eingetreten sein.
Gendarm Dietz (Heldenbergen): Er habe festgestellt, daß der oder die Mörder durch das Gartentor eingestiegen seien. Das Gartentor sei verschlossen gewesen, dem Mörder sei es aber gelungen, den Riegel von ginnen zurückzudrücken, er müsse dabet in Moos gegriffen und sich die Hände schmutzig gemacht haben. Der oder die Mörder können sehr wohl durch das Aborffenster in das Pfarrhaus gelangt sein. Ter Bettvorleger fei voll geronnenen Blutes gewesen. Der Mörder hatte augenscheinlich das Blut von dem Messer, mit dem er den Pfarrer getötet hat, nach Metzgerart abgestrichen. — Oberamtsrichter Klietsch (Friedberg): Er sei nach Entdeckung der Mordtat telegraphisch benachrichtigt worden und soforr nach Heldenbetgen gefahren'. Er habe noch niemals eine solch entsetzliche Verletzung gesehen. Er gewann den Eindruck, daß der Mord von einer Person ausgeführt worden sei. Dafür spreche einmal das kleine Schlafzimmer und der Umstand, daß, außer an dem Bettvorleger, nirgends Blutspuren im Zimmer waren. Er sei auch der Ansicht, der Mörder habe das Blut von dem Mordmesser nach Metzgerart abgestrichen: dadurch sei das Blut auf den Bettvorleger gelaufen. — Der Oberamtsrichter hat eine Anzahl Photographien von der Lage des Ermordeten usw. anfertigen lassen, und zeigt diese den Geschworenen.
Auf Antrag des Verteidigers R.-A. Dr. Jung wird danach fest gestellt, daß von der Gastwirtschaft zum Chausseehaus in Ilbenstadt bis zur Mitte des Dorfes Heldenbergen etwa acht Kilometer Weges seien.
Das Engagement eines Metzgergesellen in Heldenbergen.
Alsd-ann wird Megtzermeister Seyfried (Heldenbergen) als Zeuge vernommen: Am 7. November sei sein Geselle.ausgetreten. Er gebe die Möglichkeit zu, daß er den Metzgermeister Schäfer gebeten habe, ihm einen Gesellen zu empfehlen. Am 15. November sei ein neuer Geselle bei ihm eingetreten. — Auf Antrag des Verteidigers R.-A. Dr. Jung wird beschlossen: diesen Gesellen sofort telegraphisch als Zeugen zu laden.
Die Orgien beider Angeklagten.
Es erscheint danach als Zeugin die 23 jährige Prostituierte Elise Pathen (Köln): Am 19. Oktober 1904 habe sie beide Angeklagte in einem Kölner Tanzlokal kennen gelernt. Walter habe sie, Hudde ein anderes Mädchen nach Hause begleitet. Beide, insbesondere Hudde, waren sehr elegant, und modern gekleidet. Beide seien sehr „spendabel" gewesen; sie haben nur Wein und Champagner getrunken. Am folgenden Tage seien beide nach München gefahren. — Vors.: Sie sagten Ihnen, daß sie nach München fahren? — Zengin: Ich war mit auf dem Bahnhof und sah, daß beide Billetts zweiter Klasse nach München lösten. Am Sonntag, den 13. November, habe ich Hudde wieder in einem Kölner Tanzlvkal getroffen. Auf meine Frage, wo sein Freund Otto (der Angeklagte Walter) sei, sagte Hudde: Otto ist beschäftigt, der kann nickt abkommen. — Vors.: Sagte Ihnen Hudde, was er fftr ein Geschält habe? — Zeugin: Er sagte, er sei Reisender für eine große Gasmotorenfabrik. (Heiterkeit im Zuhörerraum.) — Vors.: Hatte Hudde am 13. November viel Geld bei sich? — Zeugin: Jawohl. — Vors.. Hat er viel Geld ausgegeben? — Zeugin: Er hat bei mir am Abend des 13. November eine kleine Zcche gemacht. — Vors.: Was betrug die Zeche? — Zeugin: 30 Mark. — Vors.: Und das nennen Sie eine kleine Zeche? — Zeugin: Ja. (Heiterk. im Zuhörerraum.) — Vors.: War Hudde am 13. November auch elegant gekleidet? — Zeugin: Ja, am 13. November hatte Hudde einen ganz neuen, eleganten Anzug. — Vors.: War Hudde am 13. November sehr lustig? — Zeugin: Nein, er war niedergeschlagen. — Vors.: War er am 19. Oktober auch niedergeschlagen? — Zeugin: Ruhig war er auch, aber nicht so niedergeschlagen, wie am 13. November. — Vors.: Haben, Sie ihn gefragt, weshalb er so niedergeschlagen sei? — Zeugin: Nein. — Die Zeugin bekundet ferner auf Befragen des Vorsitzenden: Hudde sei am Montag, den 14. November, nach Düsseldorf gefahren. Dienstag, den 15. November abends, habe sie Hudde im Kölner „Colosseum" getroffen. Er habe sie auch diesen Abend nach Hause begleitet. Sie sei alsdann noch einige Male, zuletzt Weihnachten 1904, mit Hudde zusammen gewesen, er sei stets sehr eitel aufgetreten. — Vors.: Nun, Hudde, sind die Angaben der Zeugin richtig? — Hudde: Jawohl. — Vors.: Woraus bestand die Zeche, die Sie am 13. November bei der Zeugin gemacht haben? — Hudde: Ich habe eine Flasche Champagner zum Besten gegeben. — Die folgende Zeugin ist die 26 jährige Prostituierte Anna W a l l r o ß (Köln): Sie habe Hudde nur unter dem Namen „Oskar" gekannt. Die Bathen habe bei ihr gewohnt. Hudde hat am 13. November eine Zeche von 50 Märt gemacht und am folgenden Morgen noch 20 Mark Logisgeld bezahlt. — Vors.: Hudde, ist das richtig, haben Sie in der Nacht vom 13. zum 14. November 1904 im ganzen 70 Mark ausgegeben? — Hudde: Soviel war nicht — Vors.: Wieviel haben Sie ausgegeben? — Hudde: Höchstens 50 Mark. — Vors.: Sie geben .also schon etwas mehr zu. Wieviel Flaschen Champagner haben Sie spendiert? — Hudde: Es werden zwei Flaschen gewesen sein. — Vors.: Nun sind es schon zwei Flaschen.
Wie Hudde die dem Pfarrer Thöbes geraubte goldene Uhr versetzte.
Ein weiterer Zeuge ist Althändler und Pfandvermittler H i - mich en (Köln): Am 18. November 1904 habe ihm Hudde eine goldene Uhr zum' Versatz gebracht. Etwa vierzehn Tage darauf habe Hudde die Ubr wieder ein gelöst — Pfandvermittlerin Christ. Danz (Köln): Am 21. Dezember 1904 habe Hudde bei ihr eine goldene Uhr versetzt. Er wollte 20 Mark haben, sie habe aber nur 18 Mark gegeben. Sie habe eine Legitimation verlangt. Hudde habe eine Legitimation, auf der „H u d d e m a n n, Reisendes stand, vorgezeigt. — Vors.: Hudde, wie kamen Sie zu dieser Legitimation? — Hudde: Mein Name wurde einfach verlängert, aus Hudde wurde „Huddemann" gemacht. — Vors.: Wo ist das geschehen? ;— Hudde: Das machte ein Mann auf der Herberge. — Vors.: Wußten Sie damals schon, daß Oskar Hudde wegen Raubmordes von der Staatsanwaltschaft verfolgt wurde? — Hudde: Ja, das hatte ick Anfang Dezember 1904 in der Frankfurter Zeitung gelesen. — Ktiminalschutzmann Albert Böhme (Kölnh der danach als Zeuge vernommen wird, bekundet nichts von Belang.
Wo wurde die geraubte Uhr gekauft?
Der folgende Zeuge fft Uhrmacher Adolf Mayer (Friedberg): Die goldene Uhr des Pfarrers Thöbes sei bei ihm am 21. Dezember 1896 von zwei Damen gekauft worden. Obwohl die. Damen es nicht sagten, habe er doch gewußt, daß die Uhr ein Weihnachtsgeschenk für Pfarrer Thöbes in Heldenbergen sei. Die Damen waren aus Bad-Nmiheim. Es sei ihm bekannt gewesen, daß Pfarrer Thöbes in Heldenbergen auch vielfach das Seelsorgeramt in Bad-Nauheim versah und allgemein beliebt war.
Ter Prahlhaus Hudde.
Danach erscheint als Zeugin Frau Schurz/Endenich bei Bonn): Hudde hat vor einigen Jahren bei einem Metzger- meister in Endenich gearbeitet, dadurch hatte ich ihn kennen gelernt. Ende November 1904 habe sie Hudde in Endenich getroffen. Letzterer war sehr fein gekleidet. Er erzählte: Er besitze in Nauheim eine große Gastwirtschaft, er habe mehrere Pferde, einen feinen Wag n und einen Musikautomat. Eines Tages sei er in einer Wirtschaft in Streitigkeiten geraten. Dabei habe er seinen Gegner mit dem Kopf auf die Tischkante geschlagen, so daß dieser am folgenden Tage gestorben sei. Man wollte ihn verhaften. Er habe sich aber einen schneidigen Rechtsanwalt genommen. Dieser habe ihn glänzend sreigebracht. Oskar Hudde läßt sich nicht so lei'ckt reinlegen. — Vors.: Hudde, ist
das richtig, was die Zeugin hier erzählt? — Hudde: Jawohl. —
Vors.: Das ist doch aber alles "erfunden? — Hudde: Jawohl.
Vors.: Auch die Erzählung, bafi Sie einen Mann mit dem Kopf
auf eine Tischkante geschlagen haben, und dieser am folgenden Tage gestorben fei, ist Erfindung? — Hudde: Jawobl. — Vors.: Aus welchem Grunde erzählten Sie dies der Zeugin? — Hudde: I ch wußte nichts anderes zu erzählen. (Lautes Gelächter im Zuschauerraum.) Der Vorsitzende ermahnt das Publi- kum zur Ruhe.
Ein Komplize des Hudde.
Danach wird der 26jährige Kutscher Jakob Frick als Zeuge borgeführt. Er sitze in Strafhaft in Koblenz. Er sei wegen Einbruchsdiebstahls zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Außerdem sei er einige Male wegen Bettelns bestraft. Im Dezember 1904 habe er Hudde auf der Landstraße begegnet. Dieser sei so fein gekleidet gewesen, daß er ihn um ein Almosen angesprochen habe. Hudde habe ihm auch ein Almosen gegeben und ihm gesagt: Beim Betteln kommt nichts raus, er solle sich ihm anschließen und mit ihm gemeinsam Einbrüche machen. — Vors.: Sind Sie sofort darauf ein gegangen? — Zeuge: Jawohl. — Vors.: Sagte Hudde, in welcher Weise die Einbruchsdiebstähle begangen werden sollen? — Zeuge: Ja, er sagte, am besten ist, in katholische Pfarrhäuser einzubrechen, die Pfarrer sind gewöhnlich allein, da ist etwas zu machen. Hudde gab mir eine große eiserne Zange und sagte: „Wenn Dir entgegengetreten wird, dann schlägst Du den Kerl einfach nieder." — Vors.: Sie haben nun noch au demselben Llbend in dem katholischen Pfarrhaus zu Elsdorf einen Einbruchsdiebstahl verübt? — Zeuge: Jawohl. — Der Zeuge beschreibt darauf auf Befragen des Oberstaatsanwalts Theobald, in welcher Weise sie in Elsdorf, einige Tage später in dem Pfarrhaus zu N o r r o t h und danach in dem Pfarrhaus zu Linz zur Nachtzeit eingebrochen seien. Auf ferneres Befragen bekundet der Zeuge: Wenn Hudde in eine Wirtschaft kam, habe er stets sehr eifrig die Zeitung gelesen. Einmal sagte Hudde: „Den Mörder haben sie immer noch nicht erwischt, denwerden siewohl auch n i ch t be ko m m en." — Vors.: Wußten Sie, was Hudde damit meinte? — Zeuge: Nein. — Vors.: War Ihnen bekannt, daß der Metzgergeselle Oskar Hudde wegen Raubmordes, begangen an dem Pfarrer Thöbes in Heldenbergen, verfolgt wurde? — Zeuge: Nein. — Vors.: Kannten Sie denn den Namen Ihres Komplizen? — Zeuge: Ich wußte nur, daß er Oskar heißr. — Vors.: Kannte er Ihren Namen? — Zeuge: Er wu^te nur, daß ich Jakob heiße. — Vors.: Es ist wohl nicht üblich, die Familiennamen zu nennen ? — Zeuge: Nein, wir kennen uns nur unter dem Vornamen. — Vors.: Nun, Hudde, ist das richtige, was Fricke hier erzählt hat? — Hudde: Jawohl. — Vors.: Geben Sie auch zu, daß Sie dem Zeugen eine Zange gegeben haben, mit dem Bemerken, wenn er gestört werde, solle er den Hinzukommenden niederschlagen? — Hudde: Ich habe bloß gesagt: wenn er angegriffen werde, solle er sich mit der Zange wehren. —Vors.: Fricke, wie ist das? — Fricke: Hudde sagte zu mir, „Wenn Du überrascht wirst, dann schlägst Du den Hin zu ko mm en den, nieder." (23etoeg^ ung jm Zuhörerraum.) — Es^ tritt danach eine kurze Pause ein.
1 * Kleine Tages chronik. Ter 6 jährige Pflegesohn des Landmannes Weßarges in Fuhr berg bei Celle, sperrte zwei Gespielinnen in den Stall mit den Worten, er wolle ihnen Osterfeuer zeigen. Der Knabe zündete dann den Stall an, der vollständig niederbrannte. Die beiden Mädchen wurden als verkohlte Leichen aufgefunden. — In Ems ereignete sich ein schwerer Automob i l n n f a l l. Der Ingenieur Sinnell aus Berlin, der mit
feiner Schwiegermutter mit seinem Automobil in die Nathausgaffe, einbiegen wollte, stieß gegen die Straßenkante, wobei die Dame: aus dem Wagen und vor denselben geschleudert wurde. Sie wurdtz überfahren und erlitt so schwere Verletzungen, daß der Tod tni kurzer Zeit eintrat. — In der S ch w u r g e r i ch t s s i tz u n g im] Prozeß gegen die Banknotenfälscher Gebrüder Liebl in Wien versuchte der Angeklagte Hermann Liebl sich im Gerichtssaal di^ Pulsadern mittels eines Glassplitters aufzuschneiden. Er. wurde jedoch an seinem Vorhaben gehindert.
Hrrichtslaal.
Mainz, 6. Juni. Der seltene Fall, daß ein Geri chts^ Hof sich alle Mühe geben muß, einem Angeklagten seine lln-t schuld nackzuweiseu, während dieser hartnäckig darauf besteht, Diebstähle verübt zu haben, kam hier vor. Der 17 jähr. Zwangszögling Johann Steinbrech war innerhalb dreier Monate siebenmal aus der Erziehungsanstalt Klein- Zimmern entflohen. Um nicht mehr in die verhaßte Anstalt zu kommen, beschuldigte er sich, im Februar hier mehrere Diebstähle verübt zu haben. Die Strafkammer mußte ihm seine Unschuld förmlich nachweisen. Er war aber nicht davon abzu- b rin gen, daß er gestohlen habe. Er wurde freigesprvchen und kommt jetzt in die Erziehungsanstalt nach Bonn. (Es läßt, so meint die „Frckf. Ztg." mit Recht, doch auf feftfame Verhältnisse schließen, wenn ein Junger Mensch um jeden Preiss lieber ins Gefängnis als in die Erziehungsanstalt will.)
Dresden, 6. Juni. Der Pastor Wils, ArchidiakonuS in Großenhain, wurde wegen Beihilfe zum Betrüge zu 1500 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Mitangeklagte Inhaber eines Detektivbureaus, Moritz Matthes, der kürzlich wegen Erpressung zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt wurde, erhielt wegen Betruges eine Gesamtstrafe von anderthalb Jahren' Gefängnis.
Märkte.
ke. F r a n k f u r t a. M., 7. Juni. (Orig.-Telegr. deS „Gieß. Anz.") V i e b m a r f t. Zum Verkaufe standen 1143 Kälber, 0 Schafe u. Hammel, 1333 Schweine. Kälber 1. Qual. 87—90 Pf,. Lebendgewicht 52—54 Psg., 2. Qual. 80—84 Psg., Lebendgewicht 49—51 Pfg., Schlachtgewicht 62—66 Pfg. Schafe 1. Qualität Schlachtgewicht 00—00" Pfg., 2. Qualität 00—00 Pfg. Schweim 1. Qualität 69—00 Pfg., Lebendgewicht 54.00 Pfg., 2. Qual. 68—00 Pfg., Lebendgewicht 53—60 Pfg., 3. Qualität 62—64 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft bei Schweinen gut, kein Ueberstand; bei Kälbern stau, Ueberstand mittelmäßig. ,{
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag, den 8. Juni 1905: Nur zeitweise schwach aufheiternd, wieder vorwiegend trocken, noch etwas kühler.
Näheres durch die Gießener Wetterkarte.
Hriginat-Praiilmckdungen.
sd. Darmstadt, 7. Juni. Entgegen früheren Bestimmungen kehrt das Großherzogliche Paar heute abend von Berlin direkt hierher zurück, ohne in Potsdam bei dem Grafen Lynar und in Henunelmark bei dem Prinzen Heinrich Aufenthalt zu nehmen. — Bei der heutigen Ziehung der hessisch-thüring. Lotterie fiel die Prämie von 75 000 Mk. auf das mit 1000 Mk. gezogene Los Nr. 23700. Ferner siel ein Gewinn von 25 000 Mk. auf Nr. 16491 und ein1 Gewinn von 2000 Mk. auf Nr. 84914.
Berlin, 7. Jüni. Die Hochzeitsgabe des Kron-- Prinzen an seine Gemahlin besteht in einem Diadem. Das -glanz aus Brillanten bestehende Kleinod ist in griechischem Stile nach besonderen Entwürfen gefertigt. Der Wert des kostbaren Schmuckstückes beträgt 30 000 Mk. Gestern abend 9 Uhr 55 Min. trat das Kron Prinzen paar mit-, telst Sonderzuges feine Reise nach! Hub er tu Estock ain. — Die Sommerreise des Kaisers wird dieses Jähr.! nicht über die O st s e e hinrmsgehen. !
Berlin, 7. Juni. Wegen des Besuches der S ch i l 1 e r- feier in der boykottierten Philharmonie solltzn nun doch^ gegen 200 Mitglieder der sozialdemokratischen Or-l ganisation gemaßregelt werden'.
Erfurt, 7. Juni. In Duderstadt wurde der Land-, wirt Heiland, seine Frau und Tochter vom Blitz getroffen. Die Frau war sofort tot, Vater und Tochter wurden verletzt.
Paris, 7. Juni. Jm Gegensatz zu allen Dementis wird von hiesigen Blättern die Richtigkeit der Meldung aus-! recht erhalten, daß die Kriegspartei in Petersburg vollständig in den Hintergrund gedrängt und ein1 rascher Friedensschluß der lebhafte Wunsch aller' maßgebenden Persönlichkeiten sei. — Von sollen! Seiten wird die Nachricht bestätigt, daß die Bezieh-, ungen zwischen Paris und Berlin vor einigen Tagen überaus gespannt waren und daß man auf beiden Seiten die schlimmsten Eventualitäten ins Auge gefaßt hatte. Auch jetzt ist der Zwischenfall noch nicht ganz beigelegt, doch glaubt man, daß der Rücktritt Del-I easses dazu angetan sei, die Situation zu verbessern,! da der Minister des Aeußern seit einigen Monaten eine ledig-! lich persönliche Politik verfolgte, wobei er sich nicht nur im Gegensatz zu den übrigen Kabinetsmitgliedern, sondern auch, zum Präsidenten Loubet befand. Als Folge des Konfliktes dürfte Fürst Radolin sowie der Berliner französische Botschafter Bihourd ersetzt werden.
Danksagung. S
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Ver- ||| hifte, der uns durch das Ableben unseres lieben, unvergeßlichen Gatten, Vaters, Schwiegervaters, Großvaters, Bruders, Schwagers und Onkels, des ||||
Großherzoglichen Rechnungsrates
Karl Schmidt I
betroffen, insbesondere auch für die überaus zahlreichen Blumenspenden sagen innigsten Dank D76 Hfl
Die trauernden Hinterbliebenen. B
Gießen, den 7. Juni 1905.
Fabrik r UnForo Augsburg
Zu haben Frr allen eln«^ [dilägigen GefMIeti
5n llord und SÖd.ln Olt und Welf Gilt eKavalieiB nur als das ßeit'l
Todes-Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die schmerzliche Mitteilung, daß unser treuer, unvergeßlicher Gatte, Vater, Bruder und Schwager, der
Msemeißer Otto Peter Brühl
plötzlich heute mittag 12 Uhr verschieden ist.
Um stille Teilnahme bitten
Die trauernden Hinterbliebenen.
Gießen (Walltorstraße 67), Münzenberg, den 6. Juni 1905.
Die Beerdigung findet Donnerstag den 8. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, vom neuen
Friedhöfe aus statt. 3075
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