Ausgabe 
6.9.1905 Erstes Blatt
 
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Bom Manöver des 18. Armeekorps.

Rom,

in nächster Woche stattfmdet, zu der Frage stellt, steht noch dahin. Gerade die Drohungen Trepows sind freilich geeignet, einen neuen Umschlag herbeizuführen; seine Maßregeln könnten einen vollständigen Verfall der russischen Hochschulbildung herbeiführen. Woher soll dann der Staat seinen Nachwuchs an Beamten, Rechtsanwälten, Aerzten, Technikern nehmen?

bringen.

§ Wicseck, 5. Sept. Im hohen Alter von 80 Jahren starb in Gießen der Lehrer i. P. Katzenbach, dec lange Jahre an der hiesigen Volksschule wirkte. Viele Lehrer aus Gießen und Umgegend gaben ihm bei seiner gestrigen Beerdigung das letzte Geleite.

b. Kinzenbach, 5. Sept. Heute morgen zwischen U und 12 Uhr ereignete sich hier ein Unglücksfall, indem dec 10 jährige Sohn des Briefträgers Wilh. Pfaff hier beim Futterholen vom Wagen iel, wobei dieser ihm über den Stopf ging. Der Schwerverletzte wurde nach Gießen in die Klinik gebracht, jedoch wird an seinem Aufkommen gezweifelt, sd. Wörrstadt, 4. Sept. In einer gestern hier statt- gehabten gut besuchten Vertrauensmännerversammlung

Aus AtaSt und

Gießen, 6. September 1905.

5. Sept. DieAgeneia Liberia" behauptet, von Italien werde im Januar kommenden

abstatten.

Budapest, 5. Sept. Der leitende Ausschuß der ver­einigten Linken beschloß, bei der Koalition zu beantragen, daß die derzeitige Regierung in den Anklagezustand versetzt werde und ernannte demgemäß ein Subkomitee von 7 Mitgliedern zur Abfassung des Anklageantrages.

der König ----

Jahres dem deutschen Kaiser in Potsdam einen Besuch

Kirche und schule.

Bremen, 5. Sept. Tie Lehrerschaft beschloß mit (273 gegen 43 Stimmen eine Eingabe an Senat und Bürger­schaft wegen Abschaffung des Religionsunter­richtes. in den Volksschulen zu richten.

szenen.

Der Kriegsminister hat an alle Armeekorps- Kommandanten eine Zirkularnote gerichtet, in der er sagt, die Vorgesetzten müßten sich bemühen, die Disziplin auf die Unterwerfung unter das Vaterland und die Anerkennung der Pflicht zu gründen. In allen Fällen müsse man Rat­schläge und Vorwürfe zur Anwendung bringen, ehe man zur Bestrafung schreite. Auch können Gefängnis­strafen unterbrochen werden, falls der Gefängnisarzt ?s im Interesse der Gesundheit der Soldaten für gut hält.

beschloß die Befürwortung.

In 16 Lokalen Hamburgs und der Vororte ver­anstalteten die Sozialdemokraten gestern abend öffent­liche Protestversammlungen gegen die Fleischteuerung. In den außerordentlich zahlreich besuchten Versammlungen wurden Resolutionen angenommen, in denen die Regierung auf­gefordert wird,mit der Agrarierpolitik zn brechen" und der Hamburgische Senat ersucht wird, im Bundesrat auf die Oeffnung der Grenze hinzuwirken.

Der Stadtrat von Dresden beschloß, um der Fleisch­teuerung zu steuern, bei der Staats- und Reichsregierung zu beantragen, daß die Einfuhr von Schweinen aus den Nachbarländern Dänemark und Frankreich die mög­lichste Erleichterung erfahre.

EinBauerschrerbt:

Nicht dieAgrarier", das sind die Bauern, sind die Fleischwncherer und dafür verantwortlich, daß die Fleischpreise in den Städten so teuer sind. Das Vieh, das der Bauer auf den Markt bringt, geht erst durch drei oder vier Hände, bis es an die Metzger kommt. Tie Händler und Schmuser, welche den Bauern das Vieh ab­nehmen, stecken beim Verkauf an die Metzger ihren Rebbach ein und diese selbst wollen wieder beim Detail- Verkauf ihren Schnitt macyen, was ihnen niemand ver­argen wird. Nur sollten die Metzger es dann vermeiden, die Schuld an den hohen Fleischpreisen auf die Bauern und Viehzüchter abzuschieben und das konsumierende Publikum gegen die Landbevölkerung, die gegenwärtig trotz der teuren Fleisch preise nicht auf Rosen gebettet ist, zu hetzen. Kommt ein Bauer mit einem Korb Jung- schwemeu auf den Markt, so drängen sich sofort die Praxer an ihn heran, die ihm die Schweine zu mäßigem Preise abjagen und dann mit 56 Mk. Zuschlag an die Metzger verkaufen. Dabei sind diese Praxer oft nicht ein­mal im Besitz von Legitimationspapieren und Gewerbe­scheinen.

Ein sozialdemokratisches Blatt, dieMünchener Post', gibt unumwunden zu, daß das Praxer-Unwesen das Fleisch erheblich tierteure. Das soz. Organ veröffentlicht folgende Zuschrift:

Als ich bei einer Versammlung wegen der hohen Fleischpreise ein paar Worte gegen Zwischenhändler gesprochen habe, da habe icy so viel Anstoß erregt, daß es mir beinahe unmöglich war, noch weiter als reell zahlen­der Geschäftsmann einzukaufen. Als praktischer Geschäfts­mann sehe ich mich veranlaßt, die öffentliche Meinung, und bas ist das Fleisch konsumierende Publikum, in An­spruch zu nehmen. Ich versichere das Publikum, solange dieser Zwischenhandel geduldet wird, kann die Landwirt­schaft Vieh erzeugen, 'soviel sie will, und die Grenzen können auch offen stehen, aber die Stadt wird nie ein billiges Fleisch bekommen. M. Ettenhuber, Metzgermeister, Lerchenfeldstraße 18/0."

Auch in einer sozialdemokratischen Protestversammlung im Münchener Kindl-Keller wurde auf das Praxerunwesen mit Nachdruck hingewiesen, das auszurotten eine Pflicht der Stadtverwaltung sei.

XGießen, 6. Sepll

Gestern fanden die Gefecbte innerhalb der Divisionen (Bri­gade gegen Brigade) ihren Abschluß. Die 21. Division ma­növrierte zwischen der Saalburg und Ober-Ursel. Vorgestern batten die 41. Brigade (87 er und 88 er), die 42. Brigade (80 er, 81 er und 166er) ihr Gefecht an der Saalburg ausge­nommen und im Laufe desselben wurde die 41. Brigade nach dem Kreise Usingen zurückgedrängt. Mehrere Bataillone bezogen Biwack und blieben in Gefechtsbereitschaft. Gestern früh griff die 41. Brigade, verstärkt durch das Regiment Nr. 80, den Feind bei Dornholzhausen an, und um Ober-Stedten ent­spann sich bald ein heftig e r Ka m Pf, in den auch die beider­seitige Artillerie eingriff. Vergeblich versuchte die 41. Brigade zweimal die feindliche Flanke zu umgehen, doch griff sie gegen i/210 Uhr nach Heranziehung der Reserven den Feind von der Front an. Die Truppen der 41. Brigade waren plötzlich wie aus der Erde gestampft auf dem Gelände, vorher hatte man faunt etwas gesehen. Sie hatten sich sehr geschickt hinter Deck­ungen, stellenweise sogar kriechend, herangeschlichen, schritten un­erwartet zum Frontangriff und ftürmten die Höhe zwischen Ober­stedten und Ober-Ursel, welche sich vom Bahnkörper nordwest­lich bis nach der Spinnerei Hohemark zu zieht. Die 42. Bri­gade zog sich über Jandorfs Fabrik und Ober-Ursel zurück. Die Artillerie, welche wiederholt ins Gefecht emgriff, stand bei Bommersheim. Um 1/2II Uhr ertönte das SignalDas Ganze halt", und die Truppen rückten in ihre Quartiere, die Regi­menter 87, 88 und 166 nach Frankfurt, die 81 et und 63 er ^Artillerie) in ihre Kasernen, die 80 er nack Vilbel (2. Batl.)

i Ä bect I wurde Ws an d t °«s ab g. »° lf-S t° d eden ei».

Soden und Höchst. Sie ist gestern auf der Linie Ober-Ursel,'stimmig Wied er als Kan drd at aufgestellt.

Englische Hftseelage.

Danzig, 5. Sept. Die englische Flotte lichtete heute nachmittag die 2(nfcr. Zahlreiche Dampfer, Barkassen und Boote begleiteten die Schiffe auf die See. Die an der Mole festgemachten vier Torpedobootzerstörer bleiben bis Donnerstag vormittag hier. Admiral Wilson richtete vor dem Verlassen der deutschen Gewässer von Bord seines Flagg­schiffes nochmals ein Dank- und Ergebenheits-Tele­gramm an Kaiser Wilhelm.

Swinemünde, 5. Sept. Das englische Schlachtschiff Cornwallis" ist auf d e hiesige Reede zurückgekehrt. Der Kommandant des Schiffes, Kapitän Cook, stattete dem eng­lischen Vizekonsul Rose, dem Lotsenkommandeur v. Kcpel, dem Platzmajor Hauptmann v. Bemhardi Besuche ab, die diese alsbald erwiderten. Die Ofsizierc desCornwallis" kamen heute nachmittag an Land. Die Mannschaft erhielt keinen Landurlaub. Zwischen dem Schiffe und dem Lande ent­wickelte sich ein reger Verkehr von Privatbooten. Zahlreiche Badegäste besichtigten das Schiff. Einige Boote holten Pro­viant vom Lande.

Flensburg, 5. Sept. Prinz Heinrich von Preußen iraf mit der StationspachtCarmen" von Kiel heute auf der Föhrde ein, um die vor der Marinestation Muerwik ankernde englische Torpedobootflotille zu begrüßen. Als die Stationspacht vor Glücksburg in Sicht kam, salutierte das dort stationierte TorpedoschulschiffBlücher" die vom Groß­mast desCarmen" wehende deutsche Admiralsflagge. Nachdem die Stationsyacht neben demBlücher" geankert hatte, ließ sich der Chef der englischen Torpedobootflotille, Contreadmiral Winsloe, der mit einem Torpedobootjäger dem Prinzen-Adrniral bis auf die Glücksburger Reede ent­gegengefahren war, an Bord derCarmen" rudern und be­grüßte dort Se. Hoheit. Darauf stattete Prinz Heinrich dem englischen Admiral einen Gegenbesuch an Bord des englischen Torpedobootjägers ab. Um 1 Uhr traf Prinz Heinrich mi der Stationsyacht am Ankerplätze der englischen Flotille vor Muerwick ein und begab sich an Bord des KreuzersSapphlre", wo der Prinz einer Einladung des Admirals Winsloe zum Frühstück folgte. Um 2.30 Uhr begab sich Prinz Heinrich an Bord der StationsyachtGarmen" wieder nach der Glücks­burger Reede, wo er dem TransportschiffBlücher" einen Besuch abstattete und von da nach Kiel zurückkehrte.

** Bei der Kaiserparade des 18. Armeekorps bei Nieder-Eschbach werden zwei Treffen gebildet Das erste besteht aus Infanterie in folgender Reihenfolge: Leibgendarmerie, Regimenter Nr. 87, 88, 80, 81, 166, 115, 116 Kaiser Wilhelm, 168, 117, 118, 109 (Karlsruhe) 110 Mannheim- Heidelberg, 25 und 111 Rastatt, 2. und Masckimengewehr- Abteilung aus Bitsch, Unteroffizierschule Biebrich, Fuß-Artillerie- Regiment Nr. 3 Mainz, Pionier-Bataillon 21 Mainz, Telegra- phen-Abteilung des 18. Armeekorps Kvblenz Nr. 3. Im zweiten Treffen nehmen die berittenen Truppen Äufftellung und zwar in folgender Ordnung: Gardedragonev Nr 23 Darmstadt, Leibdragoner Nr. 24 Darmstadt, Le'bdragoner Nr! 20 Karlsruhe, Dragoner Nr. 21 Bruchsal, Bayrische Ulanen Nr. 1 Kviser Wilhelm Bamberg, Nr. 2 Ansbachs Dragoner Nr 6 Mainz, Ulanen Nr. 6 Hanau, Dragoner, Nr. Io Hagenau, Feld« artillerie Nr. 27 Mainz, Nr. 63 Franksurt, Nr. 25 Darmstatch Nr. 61 Darmstadt-Babenhausen, Nr. 14 und Nr. 50 ausKarls- ruhe, Nr. 11 aus Fritzlar, Train-Bataillon Nr. 18 Darmstadt. Fair die Krieger-Vereine ist auf dem Paradefeld vti Winkelform eine Frontlänge von 600 Metern vorgesehen. Iw folge der großen Zahl der Teilnehmer an der Parade werden die Kriegervereine in acht Gliedern aufgestellt. ?yür ote alteltni Wolksschüler unter Leitung ihrer Lehrer hat das Generat- kommando innerhalb des Drahtzauns, einen «JcrrnCTcn lassen. Nur Schüler aus den Orten, in deren Gemarkung das Paradefeld liegt, haben Zutritt rt.

Schützet die Brieftauben! Man schreibt uns: Die Eröffnung der Hühnerjagd hat ihren Anfang genommen; deshalb, ihr Herren des edlen Waidwerks, beherzigt den obigen Ausspruch und schützet die Brieftauben, die ihr im Felde antrefft und die dazu ausersehen sind, die wichtigsten Nachrichtendienste zu versehen, wenn das Vaterland in Not ist. Alljährlich klagen die Besitzer von Militär-Brieftauben darüber, daß ihnen die während des Sommers mit großer Mühe ausgebildeten Sauben im Herbst zum großen Teil weggeschoffen werden. Vielfach ist noch die irrige Ansicht verbreitet, daß jede im Felde angetroffene Taube geschaffen werden darf; wir machen deshalb besonders darauf auf­merksam, daß nach dem Reichsschutzgesetz für Brieftauben vom 28. Mai 1894 das Töten oder Festhalten einer Militär- Brieftaube strafrechtlich verfolgt wird. Militär-Brich taubcn tragen unter jedem Flügel den Schutzstempel, boä kaiserliche Wappen. Wir wissen sehr wohl, daß ein wahrer Jäger keine Tauben schießt, aber aus Unkenntnis oder aus Uebermut wird doch hin und wieder gesündigt. Die meisten Menschen haben keine Ahnung davon, ivas eine Brieftaube kostet, welche Opfer an Zeit und Geld sie ihrem Besitzer auf- erlegt hat, bis sie als Kriegsbote ausgebildet ist. Die Brief- taube ist eine feldfliegende Taube, die bei der besten Pflege von selbst das Feld besucht, was auch für ihre Abhärtung und Orientierung vorn Besitzer gern gesehen wird. Die viel­fach in landwirtschaftlichen Kreisen noch verbreitete Ansicht, daß die feldernden Tauben nur schaden, ist längst wissen­schaftlich widerlegt. Es ist festgestellt, daß die Tauben eine Unmenge Unkrautsamen und Schnecken verzehren, und daß von einem geringen Schaden nur allein zur Zeit bet Saat die Rede sein kann. Darum ergeht auch an die Herren Landwirte die dringende Bitte: Schützet die Tauben! Zm Zeit der Saat werden die Brieftaubenliebhaber ihre Tiere schon vom Felde zurückhalten, aber augenblicklich kann die ; Taube nicht den geringsten Schaden verursachen. An alle Flurschützen, Gendarmen, Jagdpächter usw. ergeht die ; dringende Bitte, schon aus patriotischem Interesse darauf zu achten, daß feldernde Brieftauben nicht geschossen werden, und ' diejenigen, die es aus Mordgier oder aus Uebermut nicht ; unterlassen können, Brieftauben zu erlegen, zur Anzeige zu

Zur Illeischteuernug.

Gießen, 6. September.

Eine stark besuchte Versammlung in Lonys Bier­keller zu Gießen, in welcher Stadtv. Krumm und Herr Vetters, die Führer der Gießener Sozialdemokratie, über die Fleisch not referierten, faßte am Dienstag abend tilgenden Beschluß: , . m ,

Tie heutige in Lonys Bierkeller tagende, stark beuchte 23er- ammlung verlangt angesichts der herrschenden F l et sch n o t, ote es bcn minderbemittelten Kreisen der Bevölkerung fast unmogltd) macht, sich Fleischnahrung zuzusühren, von der Stadtverwaltung, daß zunächst das Oktroi auf Vieh, Fleisch und Fleischwaren be° eitigt werde. Ferner ersucht die Versammlung die hessische Negierung, daß sie im Bundesrate auf Oeffnung der Grenzen für gesundes Vieh hinwirken möge. Schließlich iordert sie dte Stadtver­waltung Gießen auf, gemeinsam mit anderen Städten bet der Staats- bezto. Reichsregieruttg vorstellig zu werden und dte Oefsitung der Grenzen zu verlangen für gesundes Vieh, Aufhebung des Ein- iuhrv erbotes für überseeisches Fleisch und Fletschwaren, ferner Attfhebung der Zölle auf Fleisch und Fleischtvaren sowie tfutter-

Die Fleischteuerung beschäftigte am Dienstag die Stadt­verordneten zu Frankfurt a. M. nochmals etwa andert­halb Stunden lang. Der Magistrat erklärte, er habe eine Petition wegen Oeffnung der Grenzen an die Regierung ge­richtet. Stadtv. Bruck beantragte, der Magistrat solle einen preußischen Städtetag einberufen, der über die Fleischnot be­raten soll. Die Stadtverordneten Hüttmann und Quarck beantragten die Schaffung einer städtischen Fleisch- und Fisch- Verkaufsstelle. Die Diskussion über die Anträge war sehr lebhaft. Der Oberbürgermeister hielt weitere Schritte in der Angelegenheit für erfolglos, und des weiteren kam es zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen dem Zentrums-Stadtv. Müller und dem Sozialisten Zielowski. Schließlich wurde der Antrag Bruck angenommen, der andere abgelehnt.

Die Fleischerinnung Bingen hat bei der Stadtverord- neten-Versammlung eine Eingabe eingebracht, die Stadtver- ordneten-Versammlung möge ein Gesuch bei der Regierung um Oeffnung der Grenze unterstützen. Die Versammlung

Ans! and.

Christiania, 5. Sept. Die hier tagende inter­nationale Juristen-Konferenz sandte an Präsident Roosevelt ein Glückwunsch-Telegramm anläßlich der erfolgreichen Friedensvermittlung zwischen Rußland und Japan, ferner nahm die Konferenz einstimmig eine Resolution an, welche besagt, daß Maßregeln zum Schutz von Post- und Passagierdampfern gegen die Aufbringung von Seiten kriegführender Mächte ergriffen, und daß ein internationales Uebereinfommen getroffen werden solle, wo­durch solchen Schiffen bei Strafe verboten werden solle, Kriegskontrebande zu führen.

London, 5. Sept. Aus Konstantinopel wird gemeldet, daß die türkischen Behörden wieder ein gefährliches Komplott in Smyrna entdeckt haben. Eine große An­zahl Armenier ist verhaftet morben. Die bei ihnen ge­fundenen Papiere beweisen, daß sie die Absicht hatten, die ganze Stadt zu vernichten. Die Polizei entdeckte wieder ein großes Bombenlager und bei einem Algerier 150 Pfund Dynamit.

Paris, 5. Sept. DerEclair" will wissen, daß die Vermählung des Königs Alf ons mit der Prinzessin von Battenberg nunmehr beschlossen ist. (Die Meldung charakterisiert sich von vornherein als völlig haltlose Er­findung, als es ja drei heiratsfähige Prinzessinnen von Battenberg gibt. Von einem solchenBeschluß" kann schlechter­dings ernsthaft keine Rede sein. D. Red.)

Paris, 5. Sept. Gestern hielt der Kongreß der Freidenker eine Sitzung ab, in der u. a. auch der chine­sische Delegierte Luy das Wort ergriff. Von den Rednern wurde Folgendes ausgeführt: Die Wohltaten der Zivilisation sollen den Negern gebracht werden, die noch im Dunkel des Aberglaubens liegen. Die Missionare sollen durch weltliche Lehrer ersetzt werden. Anarchisten störten die Sitzung, so daß sie aufgelöst wurde. Der Kongreß hat heute keine Plenarsitzung gehalten. Die verschiedenen Kommissionen berieten im einzelnen über die Herausgabe einer neuen Ency- klopädie über die Schaffung einer Moral ohne Gott, so­wie über die Trennung von Staat und Kirche. In der Kommission für die Organisation der Propaganda des Frei- denkertums kam es, wie gestern, wiederum zu Lärm-

KroNberg, Soden, Sossenheim, höchst.einquartiert, be llS a haben bei Bommersheim den lmken, die 116 er und 168 er bei, Höchst und Sossenheim den rechten«Flügel: rhr gegen- über liegt die 21. Division aus der Stute Nieder-Erlenbach, Vtl- bel, Frankfurt. Heute rücken die 166 er tue Kaserne zu Hanau, die 168 er nach Offenbach. Die badyche Infanterie-Division trifft heute früh mit mehreren Bahnzügen tu Vrlbel ,etm dte 25 er (Rastatt) werden in Vilbel uitb Bergen, dte 111 er tn Groß- Karben, Klein-Karben Kloppenheim, dte 109 er in Dornburg, die 110 er (Kaiser Wilhelm I.) in Gonsenheim, Ober- und Nieder- Erlenbach und Ober-Eschbach einquartiert. Heute kommen auch die Kavallerie-Division B, die 15 er Dragoner (Hagenau) und ine Maschinengewehrabteilungen im Manövergelande an. S>., K'. H. der Großherzog von Hessen kommt fcute nach Fried­berg und Nwhnt von hier aus der Kaiserparade bet, vom 11. bis 15. September wohnt er im Schlosse zu Mamz, um am Kaiser­manöver teilzunehmen. Ä .

Am Dienstag stürzte am Lutzellmdener Walde das Pferd e i n e s U n t c r o f f i z i c r s der bayerischen Ulanen (Bamberg) und verletzte sich an den Beinen. Es mußte verbunden und weiter geführt werden. Der Reiter wurde nur leucht verletzt.

Das Infanterie-Regiment Nr. 116 hat heute Standquartier bezogen bis zum 10. September, und zwar: Der Regimentsstab in Homburg, 1. Batl. 6.-8. Sept^ m Seul­berg, 910. Sept, in Königsstein (3. Komp.) und, ,ralkenstein (1 Komp.), 2. Batl. in Köppern, Holzhauffn, sHnedrichsdors, Dillingen, 3. Batl. vom 6. Sept, bis 9. Sept, tn Homburg (10 , 11, 12. Komp.), Dornholzhausen (9. Komp.); der groyte Teil unseres Kaiser Wilhelm-Regiments liegt also m Homburg. Beim Eintreffen des Kaisers wird eine Kompagnie die Ehre haben, am Bahnhof Aufstellung zu nehmen. Der. Kaiser trifft Donners­tag vormittag 9,30 Uhr in Homburg ein. Neben den 116 ern nimmt auch ein Teil der bayrischen Kaiser Wilhelm-Ulanen «Bamberg) am Bahnhof Ausstellung. Die Fahnenkompagnie beim Empfang des Kaisers ist die 11. Kompagnie der 80 er Homburg unter Hauptmann Freiherr von Lüttwitz. In Homburg ist gestern bereits ein Teil der kaiserlichen Dienerschaft eingetronen unt Pferden und Gepäck. Ferner sind über Gießen kommend Ab­teilungen der Kasseler Husaren Nr. 14 und der Hofgeismarer Dra­goner Nr. 5 angekommen, sie sind als Pferdewachmannschaff kommandiert Die gesamte Wetterau von Butzbach und Mün­zenburg bis nach 'Kaichen, Assenheim, Vilbel, Friedberg ist von Militär förmlich überflutet. Manche Orte haben so viel Ein­quartierung als die Hälfte ihrer Einwohnerzahl bettagt, mit­unter noch 'mehr. Das 4000 Einwohner zahlende Städtchen Vilbel hat allein ca. 2000 Mann.