Ausgabe 
6.9.1905 Erstes Blatt
 
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1 Bruchsal, Bayrische Uta . 2 Ansbach, Dragoner Sh. i

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Generalversammlung

Telephonischer Kursbericht.

Frankfurt a. M., 6. Septbr. 1905,

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li, 6. September 1906. des 18. Armeekorps:

Greifen gebildet. Das tn folgender Reihenfolge: 88, 80, 81, 166,115, 116 (Karlsruhe! 110 Mannheim . und 3. MaschinengeMhp ule Biebrich. Fn^-Artillein taillon 21 Mainz, TelM 3 Koblenz Nr. 3. - In berittenen Truppe»

t Drdnung: Gardedragme

Anzahl vom Bedienungspersonal nach dem Genuß von Kar­toffelsalat und Frikadellen an Vergiftungs- erscheinunqcn erkrankt, doch sind alle wieder auf 6( Weg der Besserung. In Lebensgefahr ist niemand. Bon den Gästen ist niemand erkrankt. (F. Z.)

* Kleine Mitteilungen ans Felsen u n d den N a ch b a r st a t e n. In der Nabe des Hotels Mohrmann in Bingerbrück schob sich ans offener Straße ein junger Techniker eine Kugel in den Kops und verletzte sich lebensgefährlich. Der junge Manu soll aus Wieir stammen. In der FabrikMaria- münster" von (5. Hepl in Worins geriet der Fuhrmann Fink aus Wies-Heppenheinr zwischen die Puffer zweier Waggons und wurde derartig gequetscht, daß der Tod aus der Stelle cintrat. Er hüfter- läßt eine Frau und ;wei Kinder.______________

-f- Schwalheim b. Friedb., 5. Sept. Heute fand man in der Wetter die Leiche des bejahrten Dienstknechts I o n a s, der lange Jahre bei Landwirt John er im Dienst war. Die Ursache des Selbstmords scheint Lebensüberdruß zu sein.

§ Gedern, 4. Sept. Zur Zeit herrscht hier ein reges Treiben. Bahn- und Wasserleitungsbau werden eifrig be­trieben. In der Nähe unserer Stadt werden au.s einem Schacht noch mächtige Erd- und Steinmassen zum Auffüllen nach dein Bahnhofe verbracht. Zur Speisung der Sammel­becken der Quellwasserleitung sind zwei Quellen vorgesehen. Die eine, nach Burkhards zu gelegen, soll den Hochliegenden Teil der Stadt, die andere bei Gedern, den übrigen Stadt­teil mit Wasser versorgen. Etwa 200 Arbeiter, darunter viele Ausländer, meist Italiener, sind an dem Wasserwerk be­schäftigt. Das Projekt, das auf ca. 80 000 Mk. zu stehen kommt, dürfte bis Februar ausgeführt sein.

he. Darmstadt, 5. Sept. Dem Privatdozenten für Mineralogie, zugleich Lehrer für Geographie an der Techni­schen Hochschule zu Darmstadt, Prof. Dr. Georg Greim ist nach demJahresbericht dieser Hochschule für das Studien­jahr 1904/05" von der Kaiserlichen Akademie der Wissen­schaften zu Wien für Vorversuche zu Untersuchungen über die Verteilung der Niederschlagsmengen in den Gletscherregionen des Jamtales aus den Erträgnissen der Pontiwidmung eine einmalige Subvention von 360 Kronen bewilligt worden.

fc. Offenbach a. M., 5. Sept. Auf dem hiesigen Güterbahnhofe ging heute vormittag der Steinhauer Friedrich Müller, gebürtig aus Richen, einen Frachtbrief lesend, über das Geleise. Dabei geriet er unter eine Rangier­maschine und »vurde totgefahren.

. fc. Wetzlar, 5. Sept. Ter hiesige Bahnhof bleibt am 15. September und folgende Tage wegen der Mili­tärtransporte für den Güterverkehr ge­schlossen.

Frankfurt, 5. Sept. Bis jetzt sind vier Personen als sie vermutlichen Täter und Hehler beim Uhren - und Gold­diebstahl bei Schäfer in der Großen Eschenheimerstraße gefaßt worden. Der 19 jährige Buchbinder Adam Theiß wurde nm Samstag in der Wohnung seiner Geliebten, der KAlnerin Mieze Kurz rock, irr der Egenolffstraße verhaftet. Da das Mädchen ein Portemonnaie mit 200 Mark Inhalt in ihren Kleidern ver­stecken wollte, wurde sie wegen Verdachts der Hehlerei ebenfalls mitgenommen. Auf Theiß war die Polizei dadurch aufmerksam geworden, daß er in Lackstieseln und noblem Anzug mit seiner Braut" auf der Zeil herumslolzierte. In seinem Besitz wurden 200 Mark in bar und drei Ringe gefunden, die aus dem Schäferschen Einbruch herrühren. In der Gesellschaft des Theiß befand sich wiederholt der in der Großen Eschcnheimerstraße wohnende Kaufmann Anton Reinhardt, ein neunzehnjähriger, bisher noch unbescholtener Mensch. Eine Haussuchung bei ihm förderte vier aus benr Einbruch cherrührende Ringe, sowie einen Pfandschein vor. Auf diesen war eine goldene Uhr versetzt worden, die bei dem Bestohlenen gerade zur Reparatur sich befand. Noch ein vierter, der Tagelöhner Oskar Käser, ist unter dem Verdacht, an dem Einbrüche beteiligt gewesen zu sein, verhaftet worden. Käser erschien bei einem Uhrmacher in der Battrmn- straße und bot diesem drei aus dem Einbruch stammende Ringe und zwanzig Gramm geschmolzenes Gold zum Kaufe an.. Der Uhrmacher bot 50 Mark für die Sachen, Käser erllärte jedoch, daß er erst seinen Freund Müller, von dem er die Schmuckgegen­stände zum Verkauf erhalten habe, fragen müsse, ob ihm der Breis genug sei. Als Käser dann wiederkam, wurde er m Haft genommen. Die Polizei glaubt in Theiß und Reinhard auch die Einbrecher erwischt zu haben, die vor etwa zwei Monaten auf ähnliche Weise in das Uhrengeschäft von Jäger in der Großen Eschenhcimerstroße eiudrangen und hier für einige Tau­send Mark Uhren stahlen. Ist man so den Tätern auf die Spur gekommen, so ist doch wie dieKl. Pr." schreibt, das Ergebnis der Untersuchung in anderer Beziehung sehr mager. Vvn den 18 000 Mark, die bei Schäfer an Wertsachen gestohlen wurden, ift nur wenig zur Stelle geschafft worden. Außer einigen Ringen und 200 Mark in bar ist nur eine goldene, zur Reparatur bei Schäfer befindliche Uhr sowie eine Goldinuhr wiedererlangt wor­den, welch' letztere int Bürgerhospital an der Stiftstraße hinter einem Zaun gesunden wurde. Mait nimmt an, daß die Wert­sachen von den Dieben oder den Hehlern aus Frankfurt fort- geschasft worden sind. Nach den Hehlern wird eifrig geforscht.

Wiesbadens. Sept. Im Palasthotel ist eine größere

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Berliner Handelsges Oesterr. Staatebahn Lombarden . j Gotthardbahn , , Laurahütte . . Bochum . .

durch die Warenhäuser ruiniert seien. Der Redner wünscht einen I allgemeinen Versicherungstzwang für Selbständige und Unselb­ständige. Tie Anträge Müller werden Nach kurzer Debatte cntgenvmmen. Obermeister R e he r t - Berlin besprach die Meister­titel und den Befähigungsnachweis. Er wies mtf die Beschlüsse des Kölner Handelskantmertages hin. Eine von ihm beantragte Resolution wird nach längerer Debatte deut Vorstande zur .Prüfung und weiteren Behandlung überwiesen. Die weitere Debatte brachte nichts von Bedeutung,

vermischtes.

* Neber ein Due 1 l nitf dem Meeresgründe wird aus Palermo geschrieben: Vor dem hiesigen Poli­zeigericht hatten sich die Taucher Cappodo und Rado wegen eines außergewöhnlichen Duells zu verantworten. Wie aus der Verhandlung hervorging, war vor einigen Tagen in der Nähe des Leuchtturmes von Santa Anna ein Kohlen­kahn gesunken, tmd Cappodo war zum Meeresgrund hinab­gestiegen, um zu untersuchen, ob der Kahn noch zu heben sei. Während er noch mit der Untersuchung beschäftigt war, folgte ihm Rado, um dieselbe Untersuchung vorzu­nehmen. Die Bestimmungen der Taucher sprechen dem ersten, der zum Meeresgrund niedersteigt, das aus­schließliche Recht zu, alles, was er im Umkreise von 30 Metern findet, aufzuheben und als sein Eigentum zu betrachten. Ms Cappodo den Taucher Rado sah, der ihm dieses Recht streitig machen wollte, entstand zwischen den beiden hitzigen Sizilianern ein Zweikampf, dessen Einzel­heiten man sich eher ausmalen als beschreiben kann. Das Duell scheint aber ernst genug gewesen zu sein, denn plötz­lich läutete Cappodo mit Aufbietung aller Kräfte die Sturm­glocke, und als man ihn aus dem Wasser zog, war er bereits bewußtlos und dem' Ersticken nahe. Während des Kampfes war der Luftzuführer Cappodos durchschnitten worden und das eindringende Wasser war ihm in den Hals gedrungen . Cahpodo gab nun an, daß Rado ihm den Schlauch zerschnitten hätte, Rado dagegen behauptete, daß Cappodo ihm einen Messerstich versetzen wollte und bei dieser Gelegenheit selbst den Luftschlauch durchschnitten habe. Unter diesen Umständen war es für die Richter natürlich unmöglich, die Wahrheit festzustellen. Waren doch nur die Fische, Krebse und Hummern, welche das Mittelländische Meer bevölkern, Zeugen des erbitterten Kampfes zwischen den beiden Tauchern gewesen. Aber die Richter wußten sich zu helfen, sie fällten ein salomonisches Urteil, indem sie jeden der beiden Duellanten zu je 100 Lire Geldstrafe verurteilten.

* Kleine Tageschronik. Im Berliner Krankenhause Moabit besinden sich z. Zt. etwa 8 0 T y p h u s e r k r a n k t e in der Jsolierstation. Die Epidemie scheint diesmal ziemlich gutartig anfzutreten, denn bisher ist nnr ein einziger Todesfall zu verzeichnen gewesen. In Toulouse wurde das ehemalige Theatre Des Nouvoautds durch eine Feuersbrunst zerstört. DerMagdeb. Ztg." wird aus Detmold gemeldet: In einer Sitzung des Landgerichts beantragte der vortragende Richter die Stattgebung des Antrages der Frau Krächt auf Wiederaufnahme des Verfahrens. Der Beschluß soll am kommenden Samstag pub­liziert tuerben. In Cherbourg erkrankte eine ganze Familie nach dem Genuß giftiger Pilze. Die Fran ist gestorben, während die anderen Familienmitglieder schwerkrank darnieder­liegen. Ein Eisenbahnzug entgleiste beiPnrmerend (Nordholland). Eine Person wurde getötet und etwa 12 verletzt, davon zwei schwer. Während des heftigen Teifuns, der zu Anfang des September im o st chinesischen Meere wütete, wurden sechs Telegraphenkabel zerstört, darunter die Kabel Schang- Hai-Tschisn und Schanghai-Nagasaki. Drei von den zerstörten Kabeln gehören der Großen Nordischen Telegraphen-Gesellschast. Die beiden Kabeldampier der Gesellschaft sind mit der Ausbesserung des Schadens beschästiqt, welche längere Zeit beansprucht.

.......

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nahm. Als er zurückgnrg, kam ihm das Dienstmädchen entgegen. Es schlug Lärm und verfolgte den ins Freie ftiehenden M- geklagten, der nach jedem, der sich ansckiickte ihn anzuhalten, mit seinem offenen Messer stach. In der Nähe der Heidelbacher Mühle gelang es. ihn festzunehmen. Er ist bereits wegen Raubes vorbestraft, weshalb ihm das Gericht mtlbembe Umstände ver­sagte. Er wurde zu 1 Jahr 3 Monaten Zuchthaus und 3 Wochen Haft verurteilt, auch wurde er der bürgerlichen Ehren­rechte aus 5 Jahre für verlustig erklärt und unter Polizei­aufsicht gestellt. Wegen Konkubinats erhielten Peter O. und Katharina G. hier Strafbefehle über je 14 Tage Haft. Ihren Einspruch verwarf das Schöffengericht und sie erhoben Be- rufting. Da ihnen diese aussichtslos erschien, erkannten sie das Urteil in der Verhandlung an. Der Fuhrmann Vhilivp D. XL von Reiskirchen erhielt einen Strafbefehl über 4 Mk., weil er einen mit Bauholz beladenen Wagen aus der.Kreis- straße bei Reiskirchen stehen ließ, sodaß der Verkehr gehemmt war. Auf seinen Einspruch setzte das hiesige Schöf­fengericht die Strafe auf 2 Mk. herab. Er focht das Urteil an und erklärte in der Berufungsverhandlung, daß die An­zeige auf Feindschaft beruhe: durch 'sein Verhalten fei der Verkehr nicht gehemmt worden. Das Gericht zog die ländlichen Verhältnisse in Betracht und stellte fest, daß von einer Ver­kehrsstörung keine Rede sein kann, da Beschwerden nicht eintiefen. Es erfolgte demgemäß Freisprechung. Heinrich C. von

HeriÄtssaal.

(n.) Gießen, 6. Sept. Die Strafkammer verurteilte gestern den Bergmann Heinrich O. aus Wetzlar wegen eines im Jahre 1900 begangenen Betrugsversuchs und Urkun­denfälschung zu 3 Monaten Gefängnis. O. war um ge­nannte Zeit auf dem hiesigen Braunsteinbergwerk beschäftigt und begab sich mit entern von ihm selbst mit dem Namen des Be­triebsleiters unterschriebenen Brief zu einem hiesigen Gastwirt, den er um ein Darlehen vvn 8 Mark ersuchte. Der Wirt, dem die Sache verdächtig vorkam, ließ sich aber auf nichts ein. Später ging er zur Frau des in Leihgestern wohnenden Betriebsleiters, angeblich int Auftrag ihres Mannes, und verlangte 20 Mark, die zur Auslöhnung eines plötzlich entlassenen Arbeiters nötig seien. Auch hier erhielt er kein Geld. Von dieser Zeit an war O. verschwunden. Bei der Verhandlung gab er an, er sei damals in die Fremdenlegion eingetreten und habe sich nach seiner Entlassung bei dem Bezirkskommando zu Hamburg ge­stellt, das seine Festnahnte veranlaßte. Nach 'feinen Mtgabeu ist er inzwischen zur Infanterie ausgehoben worden. Die An­klage bestritt er nicht: aus den Fall in Leihgestern will er sich nicht genau erinnern können, gibt aber die Möglichkeit zu. Da die Zeugen inzwischen zum Teil verstorben und die übrigen unbe­kannt wohin verzogen sind, konnte nur insoweit, als er geständig war, Verurteilung eintreten. Da die Sache fehr lange zurück­liegt, hielt das Gericht eine milde Strafe am Platze, auf die ein Monat Untersuchungshaft angerechnet wurde. Der 26 jähr. Schweizer Josef Sck. von Ammerdingen stahl einem Dienstmädchen aus der Gesindesticke ein Paar Strümpfe. Er entfernte sich aus seiner Dienststelle und geriet in Streit mit einem Mitknecht, den er blutig schlug und in einen mit Schlamm gefüllten Graben warf. Vorübergehende, die den Mißhandelten sahen, zweifelten an seinem Aufkommen. Da der Angeklagte be­hauptet, angegriffen worden zu sein und der Verletzte zum Termin ausblieb, mußte Vertagung eintreten. Wie gerüchtweise verlautet, ist Sch. des Biebricher Raubmords verdäch­tig. Ein gewisser W. aus Filehne arbeitete als Dienstknecht zu Amsheim. Er begab sich im August d. I., angeblich um einen Bekannten aufzusuchen, nach Heidelbach, den er aber nicht antraf. Als er am Pfarrhause vorbeiging, bemerkte er, daß die Läden geschlossen waren. Er nahm an, daß niemand zu Hause sei und stieg über den Garten zaun ein. Hier sah er ein über der Haustür befindliches kleines Fenster offen stehen, durch das er in das Zimmer des Dienstmädchens einstieg und aus einem unverschlossenen Koffer etwa 9 Mark Geld

der Deutschen Mittelstarrdsvereinraung.

Frankfurt a. M., 4. Sept.

Die im vorigen Jahr begründete Deutsche Mittel­st a n d s v e r e i n i g u n g trat gestern im großen <reftfaale bej Hippodrom zu ihrer zweiten Generalversammlung zu­sammen. Die Verhandlungen sind auf drei Tage berechnet. Die Vereinigung zählt ietzt ca. 90 Ortsgruppen im Reiche, und es haben sich ihr zur Zeit etwa ebensoviel große wirtschaftliche Verbände mit mittelstandlichen Zielen korporativ angeschlosien Es sind auf der Generalversammlung etwa 130 Delegierte und zahlreiche Gäste vertreten. In der gestrigen Degrüßungsversamm- lung, an der sich gegen 1000 Personen beteiligten, beantragte der Mitteldeutsche Gastwirteverband, das Thema Fleischnot und F l e i s ch t e u e r u n g nachträglich auf die Tagesordnung zu setzen. Zu Beginn der heutigen Eröffnungssitzung, ist als Vertreter des preußischen Handelsministeriums Geh Reglerungs- rat Lusin skv erschienen. Dieser begrüßte die Versammlung mit einer Ansprache. Unter großem Beifall wurde bie Absendung folgenden Huldigungstelegramms an den Kaiser be­schlossen : ,.Eurer Majestät, dem Schirmherrn des Friedens und Förderer von Handel und Gewerbe, Künst und Wissenschaft, sendet die zweite Generalversammlung der Deutschen Mittelstands-Ber­einigung zu Frankftirt a. M. ehrerbietigste Versichermng unent­wegter Treue und unwandelbarer Ergebenheit, das Wohlwollen Ew. Maiestät Regierung erbittend für ihre Ziele zum Segen des deutschen Volkes. Deutsche Mittelstandsveremigung. Küster.

Frankfurt, 5. Sept.

Die Mittelstandsvereinigung setzte heute ihre Beratungen fort. Zunächst sprach Direktor Dr. Sommer aus Franfturt über die Hebung des mittelstandlichen Kreditwesens. Er ichilderte die Vorteile der Sckultze-Delitzschen Genossenschaften und imlug eine Resolution vor, welche für die Genossenichaft staatliche Beihilfe verlangt. Hammer aus Zehlendorf der Korreferent, bezeichnete als'Hauptgrundsatz für den gewerblichen Mittelstand Borge feine Waren" Eine DiSkusiwn fand nicht statt. Der Vorstand soll den Antrag Sommer prüfen. Bureauvorsteher Müller-Magdeburg referierte sodann rber Privatbeamten­fürsorge. Mit ihnen müsse m n s ' bevor Eine Rewlntion des Redners empfiehlt die Einführung -lick-obligatori-

schen Reliktenversicherung für hie Priw bie gesetzliche

Regelung ihrer Privatverhältnisse. Komin \at Lrssauer-

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Griistnaf-Dralttmeldnngen.

Berlin, 6. Sept. Die Nat. Ztg. bestätigt die Nachricht,) daß der Chef des großen Generalstabs, Graf v. Sch liessen,! demnächst aus dem aktiven Dienst scheiden und durch, Generalleutnant von Moltke erseht werden wird.

Berlin, 6. Sept. Dem Charlottenburger Krankenhause ist ein in Charlottenburg an Brechdurchfall erkrankter aus Marienwerder zugereister Kaufmann von dem behandelnden Arzte vorsichtshalber überwiesen worden, obschon die bis* herigen Symptome nicht auf Cholera deuten.

Dresden, 6. Sept. Die Aktiengesellschaft Seidel unb; Naumann erzielte mit den ausständigen Arbeitern eine vorläufige Einigung. Sie hofft am Donnerstag den Be­trieb aufzunehmen.

London, 6. Sept. Wie dieMorning Post" cmsPortsi mouth meldet, hielten nach der Unterzeichnung des Friedens-' Vertrages die Barone Rosen und K o m u r a Reden, in denen! sie beide Länder zum Abschlusic des Friedens beglückwünschten unbj der Hoffnung Ausdruck gaben, daß nunmehr ein dauernde^ Friede zwischen beiden Nationen herrschen werde.

Paris, 5. Sept. Botschafter Fürst Nadolin hatte; eine Besprechung mit dem Ministerpräsidenten Rouvier. DerTemps" bespricht anläßlich der Angelegenheit des Algeriers Bu Mzian ol Milian die Eventualität der heutigen Abreise des Gesandten Taillandier aus Fez und sagt, die öffentliche Meinung Frankreichs möge die nächsten; Ereignisse mit Ernst, aber ohne Beunruhigung ins Auge- fassen. Sobald die französische Gesandtschaft sich in Tanger! befinden werde, wohin sich auch der englische Gesandte begeben dürfte, werde Frankreich einen Beweis der Energie geben ohne Unbesonnenheit, aber auch ohne Schwäche.

Budapest, 5. Sept. In der heutigen Abendsitzung des leitenden Ausschusses der Koalition entspann sich eine lebhafte Debatte darüber, ob die Koalition sich für das allgemeine geheime Stimmrecht erklären solle. Graf Appenyi und Baron Barsffh traten für das allgemeine Stimmrecht ein, während andere Mitglieder der Koalition, namentlich die Dissidenten und die Mitglieder der klerikalen Volkspartei, gegen das allgemeine Stimmrecht Stellung nahmen. Schließlich wurde em Subkomitee eingesetzt, um in dieser Fraae einen vermittelnden Antrag auszuarbeiten.

Baku, 6. Sept. Das Gemetzel dauert fort. Hunderte von Naphtafontänen brennen. Der Handel stockt* Der Bahnverkehr ist eingestellt.

Tiflis, 5. Sept. In Baku begannen gestern wieder Un a ruhen mit starkem Gewehrfeuer, das abends infolge derj Bemühungen des Gouverneurs, eine Einigung herbeizu führen,, nachließ. Es fand ein Kampf mit den Truppen statt, bet; dem eine Anzahl Personen getötet und verwundet wurde. Dass Gewehrfeuer war sehr stark, besonders in den Petroleum» werken von Balaktauakt, wo zudem ein großer Brand»' wütete. Nachts wurde versucht, die Petroleumwerke und die' Stadt in Brand zu stecken, das Feuer wurde aber bald er­stickt. Heute waren einzelne Gewehrschüsse vernehmbar. Div schivarze Stadt brennt: die Brandursache ist unbekannt. Die Truvpen gehen energisch vor. Während der drei Tage, die die Unruhen dauern, sind amtlich 52 Getötete undebenso« vieleVerwundete gemeldet Die letzten Tage hindurch ström-» ten nach Tiflis zahlreiche Familien, die aus den Provinzen Msa- bethpol und Baku flüchteten, wo Metzeleien herrschen wie auch aus der Umgebung von Tiflis, wo Greueltaten der Tar- taren befürchtet werden. Die von den Unruhen betroffene Btz-, Völkernng leidet bitterste Not. Die von den Agitatoren ange» stachelten Tartaren terrorisieren die Bewohnerschaft. Die Meld­ung, die Truppen hätten zur Unterdrückung der Unruhen iw Baku Artillerie verwandt, sind nach amtlicher Quelle als un­richtig er ft art.

Tiflis, 5. Sept. In der Stadt Schucha arteten! zwischen Privatpersonen geführte Streitigkeiten am 29. August derart aus, daß die Bevölkerung zu den Waffen! griff. Tie verschiedenen Nationalitäten nahmen gegenein­ander Stellung und es entspann sich ein Gew ehr kämpf. Die Tataren suchten den Zugang zu dem Armenierviertel' zu erzwingen, die Armenier suchten in das Tatarenviertel einzudringen. Am nächsten Tage gelang es, eine Einigung zwischen den Vertretern dieser Nationalitäten herzustellen, worauf durch Boten der Friede in der Stadt verkündet wurde. Gleichwohl dauerte das Gewehrfeuer an. Auch breiteten sich bei dem herrschenden Winde mehrfach ent­standene Brände aus. Am 2. Sept, herrschte in der Stcckrt Ruhe, doch tobten in der Umgegend Kämpfe. Im ganzen wurden etwa 200 Personen getötet und 200 Häu­f' er verbrannt.

Newyork, 6. Sept. Takahira dementierte das Gerücht vom Ausbruch einer Revolution in Japan.

jener Nr. 15 Hagenau, Feld Frankfurt, Nr. 25 DarnM , 14 unb Nr. 50 aus Bataillon Nr. 18 DamM. : ist auf brat Parabchld in DO Metern vorgesehen. > mer an der Parade ttic ufgeftdft. bie UM T Lehrer bat bat ftM*

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klagt, weil sie seine Ehefrau in nickt wiederzugebender Weis? beleidigt hatte. Das Schöffengerickt Büdingen verurteilte sie zu 5 Tagen Haft und svrack der Beleidigten die Publik.ftionsbefugniA zu. Auf Bcruftmg der Frau G., die das erste,Mal unter An^ klage steht, wurde die Strafe in eine Geldstrafe von 30 MarL umgewaudelt. Die Frau K. in Friedberg hafte die Freu A. wegen Beleidigung verflogt, was sie mit einer Gegenklage erwiderte. Das Sckwffengerickt Friedberg ließ die Ange^flggtel ftraffrei ansgehen und verurteilte die Klägerin, die erst flirzlicÄ wegen Beleidigung der Angeklagten zu 5 Tagen Gefängnis ver-s urteilt worden ist, zu einer Geiamtstrafe von 10 Tagen Gefängnis.> Sie erhob Berrifting, aber das Gerickt war nickt in der Sage,1 das Urteil zu ändern, da es mit dem Schöffengericht der Ansicht war, daß Frau K. nur durch eine Freiheitsstrafe vor weiterem Beleidigungen abzubalten sei. Es erfolgte deshalb Mweisung der Berufung. Der Landwirt Tobias Heinrich B. von Gam^ back hatte gegen den Handelsmann Levi M. Privatflage erhoben, auf Grund deren er zu einer Gefängnisstrafe von 6 Wocheni verurteilt worden ist. Das Urteil wurde angefochten und die, Privatflage vor Eintritt in die Hauptverhandlung zurück* genommen.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag,, den 7. September 1905: Zeitweise heiter, Temperatur wenig verändert. Morgennebel.

Näheres durch die Ofteßener Wetterkarte.